{"id":416,"date":"2020-02-26T17:21:28","date_gmt":"2020-02-26T16:21:28","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=416"},"modified":"2024-10-16T08:49:05","modified_gmt":"2024-10-16T06:49:05","slug":"biologische-psychologie","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/biologische-psychologie\/","title":{"raw":"Biologische Psychologie","rendered":"Biologische Psychologie"},"content":{"raw":"<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Neurologische Grundlagen<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_793\" align=\"alignright\" width=\"280\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165.png\"><img class=\"wp-image-793 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165.png\" alt=\"Gehirn mit Grosshirn aussen, Mittelhirn mittig und Kleinhirn im inneren, hinteren Bereich.\" width=\"280\" height=\"273\" \/><\/a> <b>(c) airflag.com<\/b>[\/caption]\r\n<h3>Hirnanatomie<\/h3>\r\nDas Gehirn enth\u00e4lt ungef\u00e4hr 100 Milliarden Nervenzellen, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Neuronen<\/span>, und Tausende Milliarden von Hilfszellen, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gliazellen<\/i><\/span>. Innerhalb des Gehirns bilden grosse Neuronenverb\u00e4nde anatomisch unterscheidbare Bereiche oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hirnregionen<\/i><\/span>.\r\n\r\nAn der Basis des Gehirns befindet sich das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rautenhirn<\/i><\/span>. Dazu geh\u00f6ren unter anderem das verl\u00e4ngerte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>R\u00fcckenmark<\/i><\/span>, die Medulla und Pons sowie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kleinhirn<\/i><\/span> (Cerebellum). Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Mittelhirn<\/i><\/span> (Mesencephalon) enth\u00e4lt ebenfalls wichtige Kerngebiete und stellt einen Koordinations- und Durchgangsbereich f\u00fcr die umliegenden Areale dar. Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zwischenhirn<\/i><\/span> (Diencephalon) enth\u00e4lt unter anderem den Hypothalamus und die Hypophyse. Einen weiteren wesentlichen Bestandteil des Zwischenhirns bildet das grosse, paarig angelegte graue Kerngebiet des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Thalamus<\/i><\/span>. Das Endhirn (Telencephalon) enth\u00e4lt schliesslich die beiden Grosshirnhemisph\u00e4ren, die durch den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Balken<\/i><\/span> (Corpus callosum) miteinander verbunden sind (Comer, 2008, S. 70).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_794\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166.png\"><img class=\"wp-image-794 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166.png\" alt=\"Schematische Anordnung der Gehirnlappen in die Bereiche: Frontallappen, Parietallappen, Okzipitallappen, Temporallappen, Stammhirn und Kleinhirn.\" width=\"300\" height=\"233\" \/><\/a> (c) Wikipedia[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Die beiden Grosshirnh\u00e4lften werden weiter unterteilt in Stirn- oder Frontallappen, Scheitel- oder Parietallappen, Schl\u00e4fenhirn oder Temporallappen und Hinterhaupt- oder Okzipitallappen. In jedem dieser Bereiche sind unterschiedliche psychisch-kognitive Funktionen angesiedelt. So sind die Okzipitallappen f\u00fcr das Sehen verantwortlich, der Parietallappen f\u00fcr die Koordination von r\u00e4umlicher Wahrnehmung mit anderen Funktionen, die Hirnrinde des Temporallappens und die darunter liegenden subkortikalen Kerne wie der Hippocampus f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis. Der Frontallappen enth\u00e4lt mit den subkortikalen Basalganglien die motorische Organisation, und der pr\u00e4frontale Bereich stellt den Koordinationsbereich des Gehirns dar, der f\u00fcr Aufmerksamkeitsprozesse, Willk\u00fcrhandlungen und das Bewusstsein zust\u00e4ndig ist (Comer, 2008; S. 70).<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Hirnanatomie und biologische Vorg\u00e4nge<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller Grundlagen der biologischen Vorg\u00e4nge im Gehirn (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/60_Croos-GehSchnitte3.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/60_Croos-GehSchnitte3.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Geschichte der biologischen Modelle<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_796\" align=\"alignright\" width=\"305\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167.png\"><img class=\"wp-image-796 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167.png\" alt=\"Schema der S\u00e4ftetheorie nach Galen und Hippokrates.\" width=\"305\" height=\"279\" \/><\/a> S\u00e4ftetheorie nach Galen und Hippokrates[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Schon in der Antike wurde versucht, psychische St\u00f6rungen mit Ver\u00e4nderungen im K\u00f6rper zu erkl\u00e4ren. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hippokrates\u00a0<\/i><\/span>(um 400 v.Chr.) entwickelte die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>S\u00e4ftetheorie<\/i><\/span> (auch Viers\u00e4ftelehre) zur Erkl\u00e4rung allgemeiner k\u00f6rperlicher Vorg\u00e4nge, aber auch als Krankheitslehre (die vier S\u00e4fte: gelbe Galle, schwarze Galle, Blut, Schleim). Weiterentwickelt wurde die Theorie von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Galen<\/i><\/span> (ca. 130-200 n.Chr.). Sie besagt, dass ein bestimmtes Mengenverh\u00e4ltnis von K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten das Temperament bestimmt, und dass der \u00dcberschuss eines der S\u00e4fte einen Krankheitszustand hervorruft. So soll etwa ein \u00dcberschuss von schwarzer Galle die Melancholie hervorrufen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als biologisch-psychiatrisch relevante Entdeckungen des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts gelten die Erkenntnisse zur Neurotransmission, die Einsichten in Struktur und Funktion des limbischen Systems, die Entwicklung der Elektroenzephalographie und die aus psychochirurgischen Eingriffen abgeleiteten Modellvorstellungen zu morphologischen Korrelaten psychischer Auff\u00e4lligkeiten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Auch die Entwicklung wirkungsvoller, wenngleich damals in ihren Wirkmechanismen schlecht verstandener biologischer Therapien, insbesondere Insulinschock und Elektrokrampftherapie, kann in diesem Zusammenhang nicht unerw\u00e4hnt bleiben (K\u00f6hler, 2005).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Moderne biologische Theorien psychischer St\u00f6rungen bauen auf den Kenntnissen \u00fcber die Neurotransmission und ihren m\u00f6glichen pathologischen Ver\u00e4nderungen auf. Der Anfang der biologischen Psychiatrie in heutiger Form f\u00e4llt also in jene Zeit, in der eine deutlich verbesserte pharmakologische Beeinflussung psychischer Zust\u00e4nde m\u00f6glich wurde. Gleichzeitig wurden Anstrengungen unternommen, diese Beeinflussung auf dem Hintergrund <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>biochemischer Modelle<\/i><\/span> psychischer St\u00f6rungen zu verstehen (K\u00f6hler, 2005).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiele:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die Entdeckung der antipsychotischen Eigenschaften des Chlorpromazin anfangs der 1950er Jahre und die Formulierung der aus den Nebenwirkungen der Neuroleptikabehandlung abgeleiteten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dopaminhypothese der Schizophrenie<\/span> ungef\u00e4hr ein Jahrzehnt sp\u00e4ter.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In den 1950er bis mittleren 60er Jahre f\u00e4llt die Entdeckung der antidepressiven Eigenschaften des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Imipramin<\/span> und die Entwicklung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Katecholaminmangelhypothese der Depression<\/span> (1965) (K\u00f6hler, 2005).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">19. Jahrhundert: Direkteren Bezug zur heutigen biologischen Psychiatrie haben Arbeiten etwa aus der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, beispielsweise jene, in denen die Beziehung zwischen Progressiver Paralyse und Syphilis diskutiert wurde. Der von Krafft-Ebing 1897 gef\u00fchrte Nachweis, dass Inokulation von Eiter aus syphilitischen Geschw\u00fcren bei Paralysepatienten nicht zur Infektion f\u00fchrte, sie also bereits zuvor mit dem Erreger konfrontiert gewesen sein mussten, l\u00e4sst sich mit gewissem Recht als Geburtsstunde der modernen biologischen Psychiatrie betrachten (K\u00f6hler, 2005).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundlagen der Biopsychologie<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Grundlagen der Biopsychologie werden anhand einer kurzen Einf\u00fchrung in die Grundprinzipien des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Nervensystems<\/i><\/span> und seiner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Informationswege<\/i><\/span> (nach Petermann et al., 2011) dargestellt.<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><span style=\"color: #000000\">Das zentrale Nervensystem<\/span><\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>zentrale Nervensystem<\/i> (ZNS)<\/span> besteht aus Gehirn und R\u00fcckenmark. Es ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die Integration aller Sinnesreize, f\u00fcr die kognitiven Funktionen (Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis, Sprache, Denken und Wahrnehmung), und es kontrolliert die Motorik und das Zusammenspiel aller k\u00f6rperlichen Abl\u00e4ufe. Ausserdem wird das ZNS als der materielle Sitz der Emotionen betrachtet (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_798\" align=\"alignright\" width=\"353\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168.png\"><img class=\"wp-image-798 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168.png\" alt=\"Synaptische Verbindung zwischen sendendem Neuron von Axon \u00fcber Dentrit zum empfangenden Neuron.\" width=\"353\" height=\"194\" \/><\/a> (c) home.arcor.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Informations\u00fcbertragung<\/i><\/span> im zentralen Nervensystem erfolgt auf elektrischem und chemischem Wege durch Botenstoffe oder Neurotransmitter. Als Beispiel wird von Petermann et al. (2011) die axodendritische Weiterleitung beschrieben:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Wird eine Nervenzelle erregt, verl\u00e4uft die Information als elektrischer Impuls (Aktionspotenzial) entlang des Axons zur Synapse. Dort befindet sich ein Spalt, der die Kontaktstellen der Nervenzellen trennt. Das elektrische Signal l\u00f6st eine Kette von chemischen Prozessen aus, die zur Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt f\u00fchren. Diese sorgen so f\u00fcr eine \u00dcbertragung der Information zur n\u00e4chsten Nervenzelle. Ist der entsprechende Neurotransmitter erregend, kann er dort wiederum Aktionspotenziale ausl\u00f6sen. Ein Teil des ausgesch\u00fctteten Neurotransmitters wird bereits auf dem pr\u00e4synaptischen Transport abgebaut, ein weiterer Teil aus dem postsynpatischen Spalt wieder aufgenommen (Wiederaufnahme). Sogenannte Wiederaufnahmehemmer unterdr\u00fccken dies und sorgen so daf\u00fcr, dass mehr Neurotransmitter postsynaptisch aktiv bleiben. Diese stark vereinfachte schematische Darstellung darf nicht vergessen lassen, dass jede Nervenzelle \u00fcblicherweise mit unz\u00e4hligen anderen Nervenzellen kommuniziert, und dass die Verrechnung vieler hemmender und erregender Signale erfolgen muss. Ausserdem spielen R\u00fcckkoppelungsprozesse (negatives Feedback) eine Rolle (Petermann et al., 2011, S. 106).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Neurotransmitter<\/i> <\/span>sind die Botenstoffe, die die Signale an den Synapsen von einer Zelle zur andern transportieren. Dieser Transport kann verschiedene Eigenschaften haben; so gibt es schnelle und langsame Neurotransmitter, erregende und hemmende, hochmolekulare und niedermolekulare. Die Rezeptoren f\u00fcr diese Transmitter reagieren zum Teil auch auf \u00e4hnliche Stoffe. So beeinflussen zum Beispiel Nikotin, Koffein, andere Drogen, aber auch diverse Pharmaka unseren Gehirnstoffwechsel (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das autonome Nervensystem<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das autonome (oder vegetative) Nervensystem (ANS) besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sympathikus<\/i><\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Parasympathikus<\/i><\/span> und dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Darmnervensystem<\/i><\/span> und koordiniert die Aktivit\u00e4t der Organe. Sympathikus (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>aktivierend<\/i><\/span>) und Parasympathikus (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>beruhigend<\/i><\/span>) sind Gegenspieler und werden je nach Situation aktiviert. In einer Stresssituation wird z.B. der Sympathikus st\u00e4rker aktiviert (schneller Herzschlag), um den K\u00f6rper kampf- oder fluchtbereit zu machen. Ungleichgewicht im ANS f\u00fchrt zu gesundheitlichen Sch\u00e4den (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das autonome Nervensystem<\/span> (Comer, 2008)<\/div>\r\n<div><img class=\"aligncenter wp-image-1186 size-large\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-1024x931.png\" alt=\"Beschreibung der Abbildung nach der Abbildung\" width=\"1024\" height=\"931\" \/><\/div>\r\n<div><\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div><details><summary>Beschreibung der Abbildung<\/summary>Das sympathische Nervensystem:\r\n<ul>\r\n \t<li>erweitert Pupille<\/li>\r\n \t<li>regt Speicheldr\u00fcsen schwach an<\/li>\r\n \t<li>entspannt Bronchien in Lungen<\/li>\r\n \t<li>beschleunigt und verst\u00e4rkt Herzschlag<\/li>\r\n \t<li>hemmt Magent\u00e4tigkeit<\/li>\r\n \t<li>hemmt T\u00e4tigkeit der Bauchspeicheldr\u00fcse<\/li>\r\n \t<li>regt Aussch\u00fcttung von Glukose durch Leber an<\/li>\r\n \t<li>regt Aussch\u00fcttung von Adrenalin und Noradrenalin durch die Nebenniere an<\/li>\r\n \t<li>entspannt Blase<\/li>\r\n \t<li>regt Samenejakulation an<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDas parasympathische Nervensystem:\r\n<ul>\r\n \t<li>zieht Pupille zusammen<\/li>\r\n \t<li>regt Speicheldr\u00fcsen stark an<\/li>\r\n \t<li>verengt Bronchien in Lungen<\/li>\r\n \t<li>verlangsamt Herzschlag<\/li>\r\n \t<li>regt Magent\u00e4tigkeit an<\/li>\r\n \t<li>regt T\u00e4tigkeit der Bauchspeicheldr\u00fcse an<\/li>\r\n \t<li>regt Gallenblase an<\/li>\r\n \t<li>zieht Blase zusammen<\/li>\r\n \t<li>regt Erektion der Geschlechtsorgane an<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDas Zentralnervensystem besteht aus:\r\n<ul>\r\n \t<li>Gehirn<\/li>\r\n \t<li>R\u00fcckenmark<\/li>\r\n \t<li>sympathische Ganglien<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/details><\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Biologische Grundlagen psychischer Zust\u00e4nde<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_799\" align=\"alignright\" width=\"256\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169.png\"><img class=\"wp-image-799 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"164\" \/><\/a> (c) tagesanzeiger.ch\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die biologischen Hintergr\u00fcnde verschiedener exemplarischer psychischer Zust\u00e4nde gewinnen in der klinischen Psychologie an Bedeutung und liefern Ans\u00e4tze f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Entstehung und auch f\u00fcr die Behandlungsm\u00f6glichkeiten psychischer St\u00f6rungen. Prozesse, die bedeutend f\u00fcr den Kontext und f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis psychischer St\u00f6rungen sind z.B. <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Euphorisierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aktivierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sedierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Anxiolyse<\/span><\/i> (Angstl\u00f6sung), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aggressivit\u00e4t<\/i><\/span> und mangelnde <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Impulskontrolle<\/i><\/span> (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiele: Der Sitz unseres <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Belohnungssystems<\/i><\/span> im Nucleus accumbens wurde in Tierexperimenten gefunden. Wenn die Tiere intrakranielle Elektroden zur Selbstreizung nutzten, taten sie dies besonders intensiv, wenn dopaminerge Bahnen angesprochen wurden, die zum Nucelus accumbens f\u00fchrten. Das zeigt, dass die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Euphorisierung <\/span>(Lust\/Unlust) mit dem dopaminergen Belohnungssystem zusammenh\u00e4ngt, das auch f\u00fcr das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Suchtverhalten<\/i><\/span> eine wichtige Rolle spielt (Petermann et al., 2011).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktivierungszustand<\/i><\/span> spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: eine massvolle <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktivierung<\/i><\/span> ist erw\u00fcnscht und erh\u00f6ht Antrieb und Leistungsf\u00e4higkeit, aber sowohl mangelnde als auch \u00fcbersteigerte Aktivierung kann sich problematisch auswirken, z.B. in Form von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Panikanf\u00e4llen<\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcbererregung<\/i><\/span>.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Benzodiazepine<\/i><\/span> verst\u00e4rken die Wirkung des wichtigsten hemmenden Neurotransmitters GABA und haben daher eine beruhigende (sedierende) Wirkung. Man vermutet, dass es m\u00f6glicherweise <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>k\u00f6rpereigene<\/i><\/span> (endogene) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Benzodiazepine<\/i><\/span> gibt, die durch Entspannungs\u00fcbungen oder bei Phobiebehandlungen freigesetzt werden (Petermann et al., 2011).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nBiologische Korrrelate psychischer Zust\u00e4nde und Prozesse (Petermann et al., 2011; zit. nach K\u00f6hler, 2005b).\r\n\r\nTabelle: Biologische Korrrelate psychischer Zust\u00e4nde und Prozesse\r\n<table class=\"grid\" width=\"\">\r\n<tbody>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Zustand\/Prozess<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Vermutetes Korrelat<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Bemerkungen<\/strong><\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Euphorisierung (Lust; Verst\u00e4rkung)<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung mesotelencephaler dopaminerger Bahnen (speziell zum Nucleus accumbens).<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Gefunden \u00fcber intrakranielle Selbstreizung; erkl\u00e4rt euphorisierende Wirkung vieler psychotroper Substanzen; bedeutsam wohl auch bei \u00abnat\u00fcrlichen\u00bb Verst\u00e4rkern.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Aktivierung<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Vermehrte Aktivit\u00e4t des noradrenergen Systems.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Erkl\u00e4rt u. a. die psychostimulierende Wirkung von Kokain und Amphetaminen; vermutlich wichtig bei Panikattacken und Manie.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Sedierung und Anxiolyse<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung des GABAergen Systems; Besetzung von Benzodiazepinrezeptoren.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Erkl\u00e4rt sedierend-anxiolytischen Effekt von Benzodiazepinen und Barbituraten (eventuell auch von Alkohol).<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Angst<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Minderaktivit\u00e4t des GABAergen Systems (Fehlen von Benzodiazepinrezeptoren?); zudem wohl Aktivierung des noradrenergen und des serotonergen Systems.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung des noradrenergen Systems vielleicht f\u00fcr akute Angstzust\u00e4nde, des serotonergen f\u00fcr chronische \u00c4ngstlichkeit verantwortlich (noch weitgehend Spekulation).<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Aggressivit\u00e4t und mangelnde Impulskontrolle<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Dysfunktion des serotonergen Systems, wohl eher im Sinne von Minderaktivit\u00e4t.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Hinweis aus Tierexperimenten mit Zerst\u00f6rung serotonerger Neurone; Befunde zu Serotoninmangel oder reduzierter Ansprechbarkeit von Serotoninrezeptoren bei aggressiven Personen; Wirkweise der SSRI bei Borderline-St\u00f6rung noch ungekl\u00e4rt.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Psychische St\u00f6rungen aus biologischer Sicht<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>neurobiologischen Hintergr\u00fcnde<\/i> <\/span>interessieren dann besonders, wenn sich bei psychischen St\u00f6rungen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">genetische<\/span> oder <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">strukturelle<\/span> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Ver\u00e4nderungen<\/span><\/i> im Gehirn nachweisen lassen, die die Symptomatik mit bedingen oder die im Verlauf der Krankheit auftreten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Idealfall ist das Individuum f\u00e4hig, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>pathogenen Faktoren<\/i><\/span>, die in der Person vorhanden sind und die mit dem Umfeld interagieren (siehe <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/bio-psycho-soziale-modelle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bio-psycho-soziales Modell)<\/a> zu kontrollieren. Dies wird als Gesundheit definiert.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei ung\u00fcnstigen Konstellationen der beteiligten Faktoren k\u00f6nnen St\u00f6rungen entstehen. F\u00fcr die meisten St\u00f6rungsbilder gilt aber, dass komplexe Wechselwirkungen der beteiligten Faktoren eine eindeutige Zuschreibung der St\u00f6rungsursachen erschweren oder verunm\u00f6glichen (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_800\" align=\"alignright\" width=\"350\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170.png\"><img class=\"wp-image-800 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"184\" \/><\/a> (c) mental.healthguru.com\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann et al. (2011) beschreiben zwei exemplarische St\u00f6rungsbilder, f\u00fcr die biologische Faktoren als wichtig angesehen werden:<\/p>\r\n\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Essst\u00f6rungen<\/span><\/h3>\r\nEssst\u00f6rungen verursachen neurokognitive Ver\u00e4nderungen, die hirnorganische Konsequenzen nach sich ziehen. Bildgebende Verfahren zeigen morphologische Gehirnver\u00e4nderungen, die nur teilweise reversibel sind. Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen wie mangelnde selektive Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilit\u00e4t k\u00f6nnen auch nach einer Gewichtsstabilisierung fortbestehen. Dies sind wichtige St\u00f6rvariablen, die in einem therapeutischen Prozess ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Depressionen<\/span><\/h3>\r\nDepressionen verursachen kognitive Einschr\u00e4nkungen. Es gibt jedoch verschiedene Theorien dar\u00fcber, wie biologische Faktoren die Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression beeinflussen. Haupts\u00e4chlich werden St\u00f6rungen der neuronalen Erregungs\u00fcbertragung daf\u00fcr verantwortlich gemacht. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Serotonin-Hypothese<\/i><\/span> geht von einem Mangel des Neurotransmitters Serotonin aus. Auch der Neurotransmitter GABA k\u00f6nnte eine Rolle spielen, wie auch Ver\u00e4nderungen in der Zahl und Funktion spezifischer Rezeptoren.\r\n\r\nBiopsychologische Themen bilden ein komplexes Gebiet, das noch viele offene Fragen beinhaltet, wie Petermann et al. (2011) schreiben:\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Bei der Auseinandersetzung mit biopsychologischen Themen wird zum einen schnell deutlich, dass es sich um ein komplexes Gebiet mit noch vielen offenen Fragen handelt. Ausserdem ergibt sich der Eindruck, dass eine Trennung von biologisch oder psychologisch eher auf unserem traditionell dichotomen K\u00f6rper-Seele-Verst\u00e4ndnis beruht, als auf fundierten Erkenntnissen. Wir entwickeln uns auf der Basis eines genetischen Programms und seiner resultierenden Pr\u00e4dispositionen, die durch Faktoren wie Erfahrungen und Anpassung an unsere Umwelt beeinflusst werden. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit unseren kognitiven und emotionalen F\u00e4higkeiten. Wir verf\u00fcgen \u00fcber bestimmte Voraussetzungen, um Informationen zu erfassen, die uns angeboten werden, und das Angebot wiederum beeinflusst unsere F\u00e4higkeit zur Informationsverarbeitung. Wir zeigen bestimmte Vorlieben und Probleml\u00f6sekompetenzen, die auf biologischen, psychischen und sozialen Faktoren basieren. Daraus folgen wiederum Ver\u00e4nderungen und Konsequenzen, die unser Verhalten und Erleben beeinflussen (Petermann et al., 2011, S. 113).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Sinnesphysiologie und Wahrnehmungspsychologie<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wir erfahren unsere Umwelt und die Vorg\u00e4nge in unserem Organismus \u00fcber die verschiedenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnesorgane<\/i><\/span>, die die entsprechenden Informationen an das Zentralnervensystem weitergeben. Die wichtigsten Sinnesorgane sind das Auge, das Ohr, das Geschmacksorgan der Zunge, das Riechorgan der Nase, das Tast- und Temperaturorgan der Haut und das nozirezeptive System (Schmerz). Die Leistungen der Sinnesorgane und die Verarbeitung ihrer Informationen in den sensorischen Anteilen des Gehirns werden im Rahmen der objektiven Sinnesphysiologie untersucht (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_801\" align=\"alignright\" width=\"410\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171.png\"><img class=\"wp-image-801 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171.png\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"157\" \/><\/a> (c) www.spektrum.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Sinnesorgane und ihre Aktivit\u00e4ten l\u00f6sen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empfindungen<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmungen<\/i><\/span> aus. Diese erfahren wir direkt, oder sie werden uns von andern Menschen mitgeteilt. Bei Tieren schliessen wir aus dem Verhalten auf die Wahrnehmungen. Die Untersuchung menschlicher oder tierischer Wahrnehmung geschieht im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmungspsychologie<\/i><\/span> (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993). Sie besch\u00e4ftigt sich mit den Gesetzm\u00e4ssigkeiten, die zwischen Sinnesreizen und den durch sie ausgel\u00f6sten Empfindungen und Verhaltensweisen bestehen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ph\u00e4nomene<\/i><\/span> aus der Umwelt werden \u00fcber die Interaktion mit Sinnesorganen zu <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnesreizen<\/i>,<\/span> die sensorische Gehirnzentren erregen. \u00dcber das Zentralnervensystem und die darin repr\u00e4sentierten Erfahrungen, Ged\u00e4chtnisinhalte und Emotionen entstehen daraus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinneseindr\u00fccke<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empfindungen<\/i><\/span>, die \u00fcber die Bewusstseinsbildung zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i><\/span> werden (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_802\" align=\"aligncenter\" width=\"748\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172.png\"><img class=\"wp-image-802 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172.png\" alt=\"\u00dcbergang von der objektiven Sinnesphysiologie zur Wahrnehmungspsychologie, wie im Text beschrieben.\" width=\"748\" height=\"257\" \/><\/a> (c) Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Einschr\u00e4nkend sagen Birbaumer und Schmidt (1993) dazu:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Der \u00abnahtlose\u00bb \u00dcbergang zwischen objektiver Sinnesphysiologie und Wahrnehmungspsychologie (siehe Abbildung) darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es keineswegs als allgemein akzeptiert anzusehen ist, dass die psychischen Ph\u00e4nomene der Empfindungen und Wahrnehmungen \u00fcberhaupt etwas gemeinsam haben mit den materiellen Ph\u00e4nomenen der objektiven Sinnesphysiologie, wie den Erregungsmustern der Sensoren und Neurone. Diese Frage ist nat\u00fcrlich nur ein Teilaspekt der generellen Frage nach Wesensgleichheit oder -verschiedenheit von Materie und Geist oder \u00abHirn und Seele\u00bb (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299).<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Sinne - Erleben, Gef\u00fchl und Handeln<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller, wie die Sinne unser Erleben und Handeln bestimmen (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/61_Croos-Sinne-7.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/61_Croos-Sinne-7.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gef\u00fchle und Emotionen<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Untrennbarkeit von Gedanken, Vorstellungen und Verhaltensweisen von ihren emotionalen Begleitreaktionen ist nicht nur eine Begleiterscheinung unseres Denkens, sondern integraler Bestandteil davon. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Emotionen st\u00f6ren das Zusammenleben mit anderen Menschen erheblich und k\u00f6nnen zu individuellen und sozialen Katastrophen f\u00fchren (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_803\" align=\"alignright\" width=\"186\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173.png\"><img class=\"wp-image-803 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173.png\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"159\" \/><\/a> (c) kunstkopie.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gef\u00fchle<\/i><\/span> oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Emotionen<\/i><\/span> sind Reaktionsmuster auf drei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensebenen<\/i><\/span> (subjektiv, physiologisch, motorisch), die Ann\u00e4herung oder Vermeidung ausl\u00f6sen und mit unterschiedlicher Erregung verbunden sind. Dies kann mit den beiden <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dimensionen\u00a0<\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">angenehm&lt;&gt;unangenehm<\/span> <\/i>und<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">erregend&lt;&gt;desaktivierend<\/span><\/i> beschrieben werden (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gef\u00fchle und Stimmungen<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>prim\u00e4ren Emotionen<\/i><\/span> sind angeborene Reaktionsmuster, die in vielen Kulturen gleich ablaufen. Sie dauern in der Regel einige Sekunden. In dieser Zeit treten gleichzeitig verst\u00e4rkte physiologische Reaktionen auf (z.B. beschleunigter Puls). Als prim\u00e4re Emotionen gelten <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Freude, Trauer, Furcht, Wut, \u00dcberraschung<\/span> <\/i>und<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Ekel.<\/span><\/i> Gef\u00fchle haben eine kommunikative Bedeutung, deren innerer und \u00e4usserer Ausdruck in der Evolution geformt wurde (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\r\n<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Stimmungen<\/i><\/span> dauern l\u00e4nger an (Stunden oder Tage) und machen das Auftreten bestimmten Emotionen wahrscheinlicher (z.B. f\u00fchrt gereizte Stimmung h\u00e4ufig zu \u00c4rger). Emotionen rufen tendenziell <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>gerichtete motorische Verhaltensweisen<\/i><\/span> hervor (Ann\u00e4herung oder Vermeidung), w\u00e4hrend Stimmungen eher <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Prozess<\/i>e<\/span> beg\u00fcnstigen, wie Vorstellungen und Gedanken.\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gesichtausdruck und prim\u00e4re Emotionen<\/span><\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In den meisten Kulturen sind einige grundlegende prim\u00e4re Emotionen im Gesichtsausdruck einander so \u00e4hnlich, dass sie auf Photographien oder Filmen sofort erkannt werden. Emotionen auf Photos werden als Freude, Trauer, Furcht, Wut, \u00dcberraschung und Ekel zweifelsfrei erkannt. Daraus schloss man, dass die \u00c4nderungen des Gesichtsausdruckes und anderer Muskeln genetisch determiniert sind. Dieser Schluss k\u00f6nnte voreilig sein, auch wenn unsystematische Beobachtungen dies zu st\u00fctzen scheinen: Sowohl pr\u00e4natale wie postnatale Einfl\u00fcsse k\u00f6nnten zu einer (unbemerkten) Verst\u00e4rkung der \u00c4nderungen des Gesichtsausdruckes f\u00fchren. Zum Beispiel belohnen Eltern bereits unmittelbar nach der Geburt jene Ausdrucks\u00e4usserungen des Kleinkindes st\u00e4rker, die eher den kulturellen Gegebenheiten angepasst sind. Dadurch entwickeln sich fr\u00fch \u00abkulturelle \u00dcberlagerungen\u00bb der vorgegebenen Ausdrucks\u00e4usserungen. Die unsichtbaren Aktivierungen der Ausdrucksmuskulatur m\u00fcssen aber auf einer genetisch vorgegebenen Verbindung zwischen Gehirn und Muskulatur des Gesichts und anderer Muskeln aufbauen (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 713).<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Gef\u00fchle und herausforderndes Verhalten<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller die Zusammenh\u00e4nge zwischen Gef\u00fchlen und herausfordendem Verhalten (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/62_Croos-Gefuehle-8.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/62_Croos-Gefuehle-8.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Neurologische Grundlagen<\/h2>\n<figure id=\"attachment_793\" aria-describedby=\"caption-attachment-793\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-793 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165.png\" alt=\"Gehirn mit Grosshirn aussen, Mittelhirn mittig und Kleinhirn im inneren, hinteren Bereich.\" width=\"280\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165.png 280w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165-65x63.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-165-225x219.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-793\" class=\"wp-caption-text\"><b>(c) airflag.com<\/b><\/figcaption><\/figure>\n<h3>Hirnanatomie<\/h3>\n<p>Das Gehirn enth\u00e4lt ungef\u00e4hr 100 Milliarden Nervenzellen, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Neuronen<\/span>, und Tausende Milliarden von Hilfszellen, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gliazellen<\/i><\/span>. Innerhalb des Gehirns bilden grosse Neuronenverb\u00e4nde anatomisch unterscheidbare Bereiche oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hirnregionen<\/i><\/span>.<\/p>\n<p>An der Basis des Gehirns befindet sich das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rautenhirn<\/i><\/span>. Dazu geh\u00f6ren unter anderem das verl\u00e4ngerte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>R\u00fcckenmark<\/i><\/span>, die Medulla und Pons sowie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kleinhirn<\/i><\/span> (Cerebellum). Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Mittelhirn<\/i><\/span> (Mesencephalon) enth\u00e4lt ebenfalls wichtige Kerngebiete und stellt einen Koordinations- und Durchgangsbereich f\u00fcr die umliegenden Areale dar. Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zwischenhirn<\/i><\/span> (Diencephalon) enth\u00e4lt unter anderem den Hypothalamus und die Hypophyse. Einen weiteren wesentlichen Bestandteil des Zwischenhirns bildet das grosse, paarig angelegte graue Kerngebiet des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Thalamus<\/i><\/span>. Das Endhirn (Telencephalon) enth\u00e4lt schliesslich die beiden Grosshirnhemisph\u00e4ren, die durch den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Balken<\/i><\/span> (Corpus callosum) miteinander verbunden sind (Comer, 2008, S. 70).<\/p>\n<figure id=\"attachment_794\" aria-describedby=\"caption-attachment-794\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-794 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166.png\" alt=\"Schematische Anordnung der Gehirnlappen in die Bereiche: Frontallappen, Parietallappen, Okzipitallappen, Temporallappen, Stammhirn und Kleinhirn.\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166-65x50.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-166-225x175.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-794\" class=\"wp-caption-text\">(c) Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Die beiden Grosshirnh\u00e4lften werden weiter unterteilt in Stirn- oder Frontallappen, Scheitel- oder Parietallappen, Schl\u00e4fenhirn oder Temporallappen und Hinterhaupt- oder Okzipitallappen. In jedem dieser Bereiche sind unterschiedliche psychisch-kognitive Funktionen angesiedelt. So sind die Okzipitallappen f\u00fcr das Sehen verantwortlich, der Parietallappen f\u00fcr die Koordination von r\u00e4umlicher Wahrnehmung mit anderen Funktionen, die Hirnrinde des Temporallappens und die darunter liegenden subkortikalen Kerne wie der Hippocampus f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis. Der Frontallappen enth\u00e4lt mit den subkortikalen Basalganglien die motorische Organisation, und der pr\u00e4frontale Bereich stellt den Koordinationsbereich des Gehirns dar, der f\u00fcr Aufmerksamkeitsprozesse, Willk\u00fcrhandlungen und das Bewusstsein zust\u00e4ndig ist (Comer, 2008; S. 70).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Hirnanatomie und biologische Vorg\u00e4nge<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller Grundlagen der biologischen Vorg\u00e4nge im Gehirn (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/60_Croos-GehSchnitte3.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/60_Croos-GehSchnitte3.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Geschichte der biologischen Modelle<\/h2>\n<figure id=\"attachment_796\" aria-describedby=\"caption-attachment-796\" style=\"width: 305px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-796 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167.png\" alt=\"Schema der S\u00e4ftetheorie nach Galen und Hippokrates.\" width=\"305\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167.png 305w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167-300x274.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167-65x59.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-167-225x206.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-796\" class=\"wp-caption-text\">S\u00e4ftetheorie nach Galen und Hippokrates<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Schon in der Antike wurde versucht, psychische St\u00f6rungen mit Ver\u00e4nderungen im K\u00f6rper zu erkl\u00e4ren. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hippokrates\u00a0<\/i><\/span>(um 400 v.Chr.) entwickelte die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>S\u00e4ftetheorie<\/i><\/span> (auch Viers\u00e4ftelehre) zur Erkl\u00e4rung allgemeiner k\u00f6rperlicher Vorg\u00e4nge, aber auch als Krankheitslehre (die vier S\u00e4fte: gelbe Galle, schwarze Galle, Blut, Schleim). Weiterentwickelt wurde die Theorie von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Galen<\/i><\/span> (ca. 130-200 n.Chr.). Sie besagt, dass ein bestimmtes Mengenverh\u00e4ltnis von K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten das Temperament bestimmt, und dass der \u00dcberschuss eines der S\u00e4fte einen Krankheitszustand hervorruft. So soll etwa ein \u00dcberschuss von schwarzer Galle die Melancholie hervorrufen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als biologisch-psychiatrisch relevante Entdeckungen des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts gelten die Erkenntnisse zur Neurotransmission, die Einsichten in Struktur und Funktion des limbischen Systems, die Entwicklung der Elektroenzephalographie und die aus psychochirurgischen Eingriffen abgeleiteten Modellvorstellungen zu morphologischen Korrelaten psychischer Auff\u00e4lligkeiten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Auch die Entwicklung wirkungsvoller, wenngleich damals in ihren Wirkmechanismen schlecht verstandener biologischer Therapien, insbesondere Insulinschock und Elektrokrampftherapie, kann in diesem Zusammenhang nicht unerw\u00e4hnt bleiben (K\u00f6hler, 2005).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Moderne biologische Theorien psychischer St\u00f6rungen bauen auf den Kenntnissen \u00fcber die Neurotransmission und ihren m\u00f6glichen pathologischen Ver\u00e4nderungen auf. Der Anfang der biologischen Psychiatrie in heutiger Form f\u00e4llt also in jene Zeit, in der eine deutlich verbesserte pharmakologische Beeinflussung psychischer Zust\u00e4nde m\u00f6glich wurde. Gleichzeitig wurden Anstrengungen unternommen, diese Beeinflussung auf dem Hintergrund <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>biochemischer Modelle<\/i><\/span> psychischer St\u00f6rungen zu verstehen (K\u00f6hler, 2005).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiele:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die Entdeckung der antipsychotischen Eigenschaften des Chlorpromazin anfangs der 1950er Jahre und die Formulierung der aus den Nebenwirkungen der Neuroleptikabehandlung abgeleiteten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dopaminhypothese der Schizophrenie<\/span> ungef\u00e4hr ein Jahrzehnt sp\u00e4ter.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In den 1950er bis mittleren 60er Jahre f\u00e4llt die Entdeckung der antidepressiven Eigenschaften des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Imipramin<\/span> und die Entwicklung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Katecholaminmangelhypothese der Depression<\/span> (1965) (K\u00f6hler, 2005).<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">19. Jahrhundert: Direkteren Bezug zur heutigen biologischen Psychiatrie haben Arbeiten etwa aus der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, beispielsweise jene, in denen die Beziehung zwischen Progressiver Paralyse und Syphilis diskutiert wurde. Der von Krafft-Ebing 1897 gef\u00fchrte Nachweis, dass Inokulation von Eiter aus syphilitischen Geschw\u00fcren bei Paralysepatienten nicht zur Infektion f\u00fchrte, sie also bereits zuvor mit dem Erreger konfrontiert gewesen sein mussten, l\u00e4sst sich mit gewissem Recht als Geburtsstunde der modernen biologischen Psychiatrie betrachten (K\u00f6hler, 2005).<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundlagen der Biopsychologie<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Grundlagen der Biopsychologie werden anhand einer kurzen Einf\u00fchrung in die Grundprinzipien des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Nervensystems<\/i><\/span> und seiner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Informationswege<\/i><\/span> (nach Petermann et al., 2011) dargestellt.<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><span style=\"color: #000000\">Das zentrale Nervensystem<\/span><\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>zentrale Nervensystem<\/i> (ZNS)<\/span> besteht aus Gehirn und R\u00fcckenmark. Es ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die Integration aller Sinnesreize, f\u00fcr die kognitiven Funktionen (Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis, Sprache, Denken und Wahrnehmung), und es kontrolliert die Motorik und das Zusammenspiel aller k\u00f6rperlichen Abl\u00e4ufe. Ausserdem wird das ZNS als der materielle Sitz der Emotionen betrachtet (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_798\" aria-describedby=\"caption-attachment-798\" style=\"width: 353px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-798 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168.png\" alt=\"Synaptische Verbindung zwischen sendendem Neuron von Axon \u00fcber Dentrit zum empfangenden Neuron.\" width=\"353\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168.png 353w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168-300x165.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168-65x36.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168-225x124.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-168-350x192.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-798\" class=\"wp-caption-text\">(c) home.arcor.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Informations\u00fcbertragung<\/i><\/span> im zentralen Nervensystem erfolgt auf elektrischem und chemischem Wege durch Botenstoffe oder Neurotransmitter. Als Beispiel wird von Petermann et al. (2011) die axodendritische Weiterleitung beschrieben:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Wird eine Nervenzelle erregt, verl\u00e4uft die Information als elektrischer Impuls (Aktionspotenzial) entlang des Axons zur Synapse. Dort befindet sich ein Spalt, der die Kontaktstellen der Nervenzellen trennt. Das elektrische Signal l\u00f6st eine Kette von chemischen Prozessen aus, die zur Freisetzung von Neurotransmittern in den synaptischen Spalt f\u00fchren. Diese sorgen so f\u00fcr eine \u00dcbertragung der Information zur n\u00e4chsten Nervenzelle. Ist der entsprechende Neurotransmitter erregend, kann er dort wiederum Aktionspotenziale ausl\u00f6sen. Ein Teil des ausgesch\u00fctteten Neurotransmitters wird bereits auf dem pr\u00e4synaptischen Transport abgebaut, ein weiterer Teil aus dem postsynpatischen Spalt wieder aufgenommen (Wiederaufnahme). Sogenannte Wiederaufnahmehemmer unterdr\u00fccken dies und sorgen so daf\u00fcr, dass mehr Neurotransmitter postsynaptisch aktiv bleiben. Diese stark vereinfachte schematische Darstellung darf nicht vergessen lassen, dass jede Nervenzelle \u00fcblicherweise mit unz\u00e4hligen anderen Nervenzellen kommuniziert, und dass die Verrechnung vieler hemmender und erregender Signale erfolgen muss. Ausserdem spielen R\u00fcckkoppelungsprozesse (negatives Feedback) eine Rolle (Petermann et al., 2011, S. 106).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Neurotransmitter<\/i> <\/span>sind die Botenstoffe, die die Signale an den Synapsen von einer Zelle zur andern transportieren. Dieser Transport kann verschiedene Eigenschaften haben; so gibt es schnelle und langsame Neurotransmitter, erregende und hemmende, hochmolekulare und niedermolekulare. Die Rezeptoren f\u00fcr diese Transmitter reagieren zum Teil auch auf \u00e4hnliche Stoffe. So beeinflussen zum Beispiel Nikotin, Koffein, andere Drogen, aber auch diverse Pharmaka unseren Gehirnstoffwechsel (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das autonome Nervensystem<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das autonome (oder vegetative) Nervensystem (ANS) besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sympathikus<\/i><\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Parasympathikus<\/i><\/span> und dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Darmnervensystem<\/i><\/span> und koordiniert die Aktivit\u00e4t der Organe. Sympathikus (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>aktivierend<\/i><\/span>) und Parasympathikus (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>beruhigend<\/i><\/span>) sind Gegenspieler und werden je nach Situation aktiviert. In einer Stresssituation wird z.B. der Sympathikus st\u00e4rker aktiviert (schneller Herzschlag), um den K\u00f6rper kampf- oder fluchtbereit zu machen. Ungleichgewicht im ANS f\u00fchrt zu gesundheitlichen Sch\u00e4den (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das autonome Nervensystem<\/span> (Comer, 2008)<\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1186 size-large\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-1024x931.png\" alt=\"Beschreibung der Abbildung nach der Abbildung\" width=\"1024\" height=\"931\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-1024x931.png 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-300x273.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-768x699.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-65x59.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-225x205.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem-350x318.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/AutonomesNervensystem.png 1748w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div>\n<details>\n<summary>Beschreibung der Abbildung<\/summary>\n<p>Das sympathische Nervensystem:<\/p>\n<ul>\n<li>erweitert Pupille<\/li>\n<li>regt Speicheldr\u00fcsen schwach an<\/li>\n<li>entspannt Bronchien in Lungen<\/li>\n<li>beschleunigt und verst\u00e4rkt Herzschlag<\/li>\n<li>hemmt Magent\u00e4tigkeit<\/li>\n<li>hemmt T\u00e4tigkeit der Bauchspeicheldr\u00fcse<\/li>\n<li>regt Aussch\u00fcttung von Glukose durch Leber an<\/li>\n<li>regt Aussch\u00fcttung von Adrenalin und Noradrenalin durch die Nebenniere an<\/li>\n<li>entspannt Blase<\/li>\n<li>regt Samenejakulation an<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das parasympathische Nervensystem:<\/p>\n<ul>\n<li>zieht Pupille zusammen<\/li>\n<li>regt Speicheldr\u00fcsen stark an<\/li>\n<li>verengt Bronchien in Lungen<\/li>\n<li>verlangsamt Herzschlag<\/li>\n<li>regt Magent\u00e4tigkeit an<\/li>\n<li>regt T\u00e4tigkeit der Bauchspeicheldr\u00fcse an<\/li>\n<li>regt Gallenblase an<\/li>\n<li>zieht Blase zusammen<\/li>\n<li>regt Erektion der Geschlechtsorgane an<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Zentralnervensystem besteht aus:<\/p>\n<ul>\n<li>Gehirn<\/li>\n<li>R\u00fcckenmark<\/li>\n<li>sympathische Ganglien<\/li>\n<\/ul>\n<\/details>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Biologische Grundlagen psychischer Zust\u00e4nde<\/h2>\n<figure id=\"attachment_799\" aria-describedby=\"caption-attachment-799\" style=\"width: 256px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-799 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169.png\" alt=\"\" width=\"256\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169.png 256w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169-65x42.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-169-225x144.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-799\" class=\"wp-caption-text\">(c) tagesanzeiger.ch\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die biologischen Hintergr\u00fcnde verschiedener exemplarischer psychischer Zust\u00e4nde gewinnen in der klinischen Psychologie an Bedeutung und liefern Ans\u00e4tze f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Entstehung und auch f\u00fcr die Behandlungsm\u00f6glichkeiten psychischer St\u00f6rungen. Prozesse, die bedeutend f\u00fcr den Kontext und f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis psychischer St\u00f6rungen sind z.B. <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Euphorisierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aktivierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sedierung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Anxiolyse<\/span><\/i> (Angstl\u00f6sung), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aggressivit\u00e4t<\/i><\/span> und mangelnde <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Impulskontrolle<\/i><\/span> (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiele: Der Sitz unseres <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Belohnungssystems<\/i><\/span> im Nucleus accumbens wurde in Tierexperimenten gefunden. Wenn die Tiere intrakranielle Elektroden zur Selbstreizung nutzten, taten sie dies besonders intensiv, wenn dopaminerge Bahnen angesprochen wurden, die zum Nucelus accumbens f\u00fchrten. Das zeigt, dass die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Euphorisierung <\/span>(Lust\/Unlust) mit dem dopaminergen Belohnungssystem zusammenh\u00e4ngt, das auch f\u00fcr das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Suchtverhalten<\/i><\/span> eine wichtige Rolle spielt (Petermann et al., 2011).<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktivierungszustand<\/i><\/span> spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: eine massvolle <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktivierung<\/i><\/span> ist erw\u00fcnscht und erh\u00f6ht Antrieb und Leistungsf\u00e4higkeit, aber sowohl mangelnde als auch \u00fcbersteigerte Aktivierung kann sich problematisch auswirken, z.B. in Form von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Panikanf\u00e4llen<\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcbererregung<\/i><\/span>.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Benzodiazepine<\/i><\/span> verst\u00e4rken die Wirkung des wichtigsten hemmenden Neurotransmitters GABA und haben daher eine beruhigende (sedierende) Wirkung. Man vermutet, dass es m\u00f6glicherweise <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>k\u00f6rpereigene<\/i><\/span> (endogene) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Benzodiazepine<\/i><\/span> gibt, die durch Entspannungs\u00fcbungen oder bei Phobiebehandlungen freigesetzt werden (Petermann et al., 2011).<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Biologische Korrrelate psychischer Zust\u00e4nde und Prozesse (Petermann et al., 2011; zit. nach K\u00f6hler, 2005b).<\/p>\n<p>Tabelle: Biologische Korrrelate psychischer Zust\u00e4nde und Prozesse<\/p>\n<table class=\"grid\" style=\"width: auto;\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Zustand\/Prozess<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Vermutetes Korrelat<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell3\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Bemerkungen<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Euphorisierung (Lust; Verst\u00e4rkung)<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung mesotelencephaler dopaminerger Bahnen (speziell zum Nucleus accumbens).<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Gefunden \u00fcber intrakranielle Selbstreizung; erkl\u00e4rt euphorisierende Wirkung vieler psychotroper Substanzen; bedeutsam wohl auch bei \u00abnat\u00fcrlichen\u00bb Verst\u00e4rkern.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Aktivierung<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Vermehrte Aktivit\u00e4t des noradrenergen Systems.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Erkl\u00e4rt u. a. die psychostimulierende Wirkung von Kokain und Amphetaminen; vermutlich wichtig bei Panikattacken und Manie.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Sedierung und Anxiolyse<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung des GABAergen Systems; Besetzung von Benzodiazepinrezeptoren.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Erkl\u00e4rt sedierend-anxiolytischen Effekt von Benzodiazepinen und Barbituraten (eventuell auch von Alkohol).<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Angst<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Minderaktivit\u00e4t des GABAergen Systems (Fehlen von Benzodiazepinrezeptoren?); zudem wohl Aktivierung des noradrenergen und des serotonergen Systems.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aktivierung des noradrenergen Systems vielleicht f\u00fcr akute Angstzust\u00e4nde, des serotonergen f\u00fcr chronische \u00c4ngstlichkeit verantwortlich (noch weitgehend Spekulation).<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Aggressivit\u00e4t und mangelnde Impulskontrolle<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Dysfunktion des serotonergen Systems, wohl eher im Sinne von Minderaktivit\u00e4t.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Hinweis aus Tierexperimenten mit Zerst\u00f6rung serotonerger Neurone; Befunde zu Serotoninmangel oder reduzierter Ansprechbarkeit von Serotoninrezeptoren bei aggressiven Personen; Wirkweise der SSRI bei Borderline-St\u00f6rung noch ungekl\u00e4rt.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Psychische St\u00f6rungen aus biologischer Sicht<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>neurobiologischen Hintergr\u00fcnde<\/i> <\/span>interessieren dann besonders, wenn sich bei psychischen St\u00f6rungen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">genetische<\/span> oder <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">strukturelle<\/span> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Ver\u00e4nderungen<\/span><\/i> im Gehirn nachweisen lassen, die die Symptomatik mit bedingen oder die im Verlauf der Krankheit auftreten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Idealfall ist das Individuum f\u00e4hig, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>pathogenen Faktoren<\/i><\/span>, die in der Person vorhanden sind und die mit dem Umfeld interagieren (siehe <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/bio-psycho-soziale-modelle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bio-psycho-soziales Modell)<\/a> zu kontrollieren. Dies wird als Gesundheit definiert.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei ung\u00fcnstigen Konstellationen der beteiligten Faktoren k\u00f6nnen St\u00f6rungen entstehen. F\u00fcr die meisten St\u00f6rungsbilder gilt aber, dass komplexe Wechselwirkungen der beteiligten Faktoren eine eindeutige Zuschreibung der St\u00f6rungsursachen erschweren oder verunm\u00f6glichen (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_800\" aria-describedby=\"caption-attachment-800\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-800 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170-300x158.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170-65x34.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-170-225x118.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-800\" class=\"wp-caption-text\">(c) mental.healthguru.com\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann et al. (2011) beschreiben zwei exemplarische St\u00f6rungsbilder, f\u00fcr die biologische Faktoren als wichtig angesehen werden:<\/p>\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Essst\u00f6rungen<\/span><\/h3>\n<p>Essst\u00f6rungen verursachen neurokognitive Ver\u00e4nderungen, die hirnorganische Konsequenzen nach sich ziehen. Bildgebende Verfahren zeigen morphologische Gehirnver\u00e4nderungen, die nur teilweise reversibel sind. Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen wie mangelnde selektive Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilit\u00e4t k\u00f6nnen auch nach einer Gewichtsstabilisierung fortbestehen. Dies sind wichtige St\u00f6rvariablen, die in einem therapeutischen Prozess ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Depressionen<\/span><\/h3>\n<p>Depressionen verursachen kognitive Einschr\u00e4nkungen. Es gibt jedoch verschiedene Theorien dar\u00fcber, wie biologische Faktoren die Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression beeinflussen. Haupts\u00e4chlich werden St\u00f6rungen der neuronalen Erregungs\u00fcbertragung daf\u00fcr verantwortlich gemacht. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Serotonin-Hypothese<\/i><\/span> geht von einem Mangel des Neurotransmitters Serotonin aus. Auch der Neurotransmitter GABA k\u00f6nnte eine Rolle spielen, wie auch Ver\u00e4nderungen in der Zahl und Funktion spezifischer Rezeptoren.<\/p>\n<p>Biopsychologische Themen bilden ein komplexes Gebiet, das noch viele offene Fragen beinhaltet, wie Petermann et al. (2011) schreiben:<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">Bei der Auseinandersetzung mit biopsychologischen Themen wird zum einen schnell deutlich, dass es sich um ein komplexes Gebiet mit noch vielen offenen Fragen handelt. Ausserdem ergibt sich der Eindruck, dass eine Trennung von biologisch oder psychologisch eher auf unserem traditionell dichotomen K\u00f6rper-Seele-Verst\u00e4ndnis beruht, als auf fundierten Erkenntnissen. Wir entwickeln uns auf der Basis eines genetischen Programms und seiner resultierenden Pr\u00e4dispositionen, die durch Faktoren wie Erfahrungen und Anpassung an unsere Umwelt beeinflusst werden. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit unseren kognitiven und emotionalen F\u00e4higkeiten. Wir verf\u00fcgen \u00fcber bestimmte Voraussetzungen, um Informationen zu erfassen, die uns angeboten werden, und das Angebot wiederum beeinflusst unsere F\u00e4higkeit zur Informationsverarbeitung. Wir zeigen bestimmte Vorlieben und Probleml\u00f6sekompetenzen, die auf biologischen, psychischen und sozialen Faktoren basieren. Daraus folgen wiederum Ver\u00e4nderungen und Konsequenzen, die unser Verhalten und Erleben beeinflussen (Petermann et al., 2011, S. 113).<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Sinnesphysiologie und Wahrnehmungspsychologie<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wir erfahren unsere Umwelt und die Vorg\u00e4nge in unserem Organismus \u00fcber die verschiedenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnesorgane<\/i><\/span>, die die entsprechenden Informationen an das Zentralnervensystem weitergeben. Die wichtigsten Sinnesorgane sind das Auge, das Ohr, das Geschmacksorgan der Zunge, das Riechorgan der Nase, das Tast- und Temperaturorgan der Haut und das nozirezeptive System (Schmerz). Die Leistungen der Sinnesorgane und die Verarbeitung ihrer Informationen in den sensorischen Anteilen des Gehirns werden im Rahmen der objektiven Sinnesphysiologie untersucht (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\n<figure id=\"attachment_801\" aria-describedby=\"caption-attachment-801\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-801 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171.png\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"157\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171.png 410w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171-300x115.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171-65x25.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171-225x86.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-171-350x134.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-801\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.spektrum.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Sinnesorgane und ihre Aktivit\u00e4ten l\u00f6sen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empfindungen<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmungen<\/i><\/span> aus. Diese erfahren wir direkt, oder sie werden uns von andern Menschen mitgeteilt. Bei Tieren schliessen wir aus dem Verhalten auf die Wahrnehmungen. Die Untersuchung menschlicher oder tierischer Wahrnehmung geschieht im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmungspsychologie<\/i><\/span> (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993). Sie besch\u00e4ftigt sich mit den Gesetzm\u00e4ssigkeiten, die zwischen Sinnesreizen und den durch sie ausgel\u00f6sten Empfindungen und Verhaltensweisen bestehen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ph\u00e4nomene<\/i><\/span> aus der Umwelt werden \u00fcber die Interaktion mit Sinnesorganen zu <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnesreizen<\/i>,<\/span> die sensorische Gehirnzentren erregen. \u00dcber das Zentralnervensystem und die darin repr\u00e4sentierten Erfahrungen, Ged\u00e4chtnisinhalte und Emotionen entstehen daraus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinneseindr\u00fccke<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empfindungen<\/i><\/span>, die \u00fcber die Bewusstseinsbildung zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i><\/span> werden (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299).<\/p>\n<figure id=\"attachment_802\" aria-describedby=\"caption-attachment-802\" style=\"width: 748px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-802 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172.png\" alt=\"\u00dcbergang von der objektiven Sinnesphysiologie zur Wahrnehmungspsychologie, wie im Text beschrieben.\" width=\"748\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172.png 748w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172-300x103.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172-65x22.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172-225x77.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-172-350x120.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 748px) 100vw, 748px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-802\" class=\"wp-caption-text\">(c) Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Einschr\u00e4nkend sagen Birbaumer und Schmidt (1993) dazu:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Der \u00abnahtlose\u00bb \u00dcbergang zwischen objektiver Sinnesphysiologie und Wahrnehmungspsychologie (siehe Abbildung) darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es keineswegs als allgemein akzeptiert anzusehen ist, dass die psychischen Ph\u00e4nomene der Empfindungen und Wahrnehmungen \u00fcberhaupt etwas gemeinsam haben mit den materiellen Ph\u00e4nomenen der objektiven Sinnesphysiologie, wie den Erregungsmustern der Sensoren und Neurone. Diese Frage ist nat\u00fcrlich nur ein Teilaspekt der generellen Frage nach Wesensgleichheit oder -verschiedenheit von Materie und Geist oder \u00abHirn und Seele\u00bb (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 299).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Sinne &#8211; Erleben, Gef\u00fchl und Handeln<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller, wie die Sinne unser Erleben und Handeln bestimmen (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/61_Croos-Sinne-7.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/61_Croos-Sinne-7.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gef\u00fchle und Emotionen<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Untrennbarkeit von Gedanken, Vorstellungen und Verhaltensweisen von ihren emotionalen Begleitreaktionen ist nicht nur eine Begleiterscheinung unseres Denkens, sondern integraler Bestandteil davon. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Emotionen st\u00f6ren das Zusammenleben mit anderen Menschen erheblich und k\u00f6nnen zu individuellen und sozialen Katastrophen f\u00fchren (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\n<figure id=\"attachment_803\" aria-describedby=\"caption-attachment-803\" style=\"width: 186px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-803 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173.png\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173.png 186w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-173-65x56.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-803\" class=\"wp-caption-text\">(c) kunstkopie.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gef\u00fchle<\/i><\/span> oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Emotionen<\/i><\/span> sind Reaktionsmuster auf drei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensebenen<\/i><\/span> (subjektiv, physiologisch, motorisch), die Ann\u00e4herung oder Vermeidung ausl\u00f6sen und mit unterschiedlicher Erregung verbunden sind. Dies kann mit den beiden <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dimensionen\u00a0<\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">angenehm&lt;&gt;unangenehm<\/span> <\/i>und<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">erregend&lt;&gt;desaktivierend<\/span><\/i> beschrieben werden (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gef\u00fchle und Stimmungen<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>prim\u00e4ren Emotionen<\/i><\/span> sind angeborene Reaktionsmuster, die in vielen Kulturen gleich ablaufen. Sie dauern in der Regel einige Sekunden. In dieser Zeit treten gleichzeitig verst\u00e4rkte physiologische Reaktionen auf (z.B. beschleunigter Puls). Als prim\u00e4re Emotionen gelten <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Freude, Trauer, Furcht, Wut, \u00dcberraschung<\/span> <\/i>und<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Ekel.<\/span><\/i> Gef\u00fchle haben eine kommunikative Bedeutung, deren innerer und \u00e4usserer Ausdruck in der Evolution geformt wurde (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993).<\/p>\n<p><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Stimmungen<\/i><\/span> dauern l\u00e4nger an (Stunden oder Tage) und machen das Auftreten bestimmten Emotionen wahrscheinlicher (z.B. f\u00fchrt gereizte Stimmung h\u00e4ufig zu \u00c4rger). Emotionen rufen tendenziell <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>gerichtete motorische Verhaltensweisen<\/i><\/span> hervor (Ann\u00e4herung oder Vermeidung), w\u00e4hrend Stimmungen eher <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Prozess<\/i>e<\/span> beg\u00fcnstigen, wie Vorstellungen und Gedanken.<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gesichtausdruck und prim\u00e4re Emotionen<\/span><\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In den meisten Kulturen sind einige grundlegende prim\u00e4re Emotionen im Gesichtsausdruck einander so \u00e4hnlich, dass sie auf Photographien oder Filmen sofort erkannt werden. Emotionen auf Photos werden als Freude, Trauer, Furcht, Wut, \u00dcberraschung und Ekel zweifelsfrei erkannt. Daraus schloss man, dass die \u00c4nderungen des Gesichtsausdruckes und anderer Muskeln genetisch determiniert sind. Dieser Schluss k\u00f6nnte voreilig sein, auch wenn unsystematische Beobachtungen dies zu st\u00fctzen scheinen: Sowohl pr\u00e4natale wie postnatale Einfl\u00fcsse k\u00f6nnten zu einer (unbemerkten) Verst\u00e4rkung der \u00c4nderungen des Gesichtsausdruckes f\u00fchren. Zum Beispiel belohnen Eltern bereits unmittelbar nach der Geburt jene Ausdrucks\u00e4usserungen des Kleinkindes st\u00e4rker, die eher den kulturellen Gegebenheiten angepasst sind. Dadurch entwickeln sich fr\u00fch \u00abkulturelle \u00dcberlagerungen\u00bb der vorgegebenen Ausdrucks\u00e4usserungen. Die unsichtbaren Aktivierungen der Ausdrucksmuskulatur m\u00fcssen aber auf einer genetisch vorgegebenen Verbindung zwischen Gehirn und Muskulatur des Gesichts und anderer Muskeln aufbauen (Birbaumer &amp; Schmidt, 1993, S. 713).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Gef\u00fchle und herausforderndes Verhalten<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt erkl\u00e4rt Dr. med. Claudia Croos-M\u00fcller die Zusammenh\u00e4nge zwischen Gef\u00fchlen und herausfordendem Verhalten (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/62_Croos-Gefuehle-8.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/62_Croos-Gefuehle-8.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neurologische Grundlagen Hirnanatomie Das Gehirn enth\u00e4lt ungef\u00e4hr 100 Milliarden Nervenzellen, die Neuronen, und Tausende Milliarden von Hilfszellen, die Gliazellen. Innerhalb des Gehirns bilden grosse Neuronenverb\u00e4nde anatomisch unterscheidbare Bereiche oder Hirnregionen. An der Basis des Gehirns befindet sich das Rautenhirn. Dazu geh\u00f6ren unter anderem das verl\u00e4ngerte R\u00fcckenmark, die Medulla und Pons sowie das Kleinhirn (Cerebellum). 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