{"id":389,"date":"2020-02-26T16:17:31","date_gmt":"2020-02-26T15:17:31","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=389"},"modified":"2024-07-12T12:11:55","modified_gmt":"2024-07-12T10:11:55","slug":"bezuege-zur-heilpaedagogik","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/bezuege-zur-heilpaedagogik\/","title":{"raw":"Bez\u00fcge zur Heilp\u00e4dagogik","rendered":"Bez\u00fcge zur Heilp\u00e4dagogik"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Verstehens- und Erkl\u00e4rungsprozesse der Soziologie postulieren einen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Vorrang des Sozialen<\/i><\/span>; das individuelle Erleben, Denken und Handeln muss eingebettet in die sozialen Lebenszusammenh\u00e4nge betrachtet werden (Scherr, 2013a)!<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_783\" align=\"alignright\" width=\"350\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158.png\"><img class=\"wp-image-783 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"200\" \/><\/a> (c) www.unifr.ch\/[\/caption]\r\n\r\nWenn also z. B. beobachtet wird, dass ein Sch\u00fcler wiederholt dem Unterricht fernbleibt, dann ist dies soziologisch nicht schon dadurch erkl\u00e4rt, dass mit alltagssprachlichen Deutungen oder psychologischen Fachbegriffen beschrieben wird, warum er Schule als emotionale Belastung oder als sinnlosen Zwang erlebt. Soziologie beginnt in diesem Fall dann, wenn \u00fcber das Verstehen der subjektiven Motive hinaus danach gefragt wird, welche <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Bedingungen<\/i>\u00a0<\/span>dazu beitragen, dass das Handeln des Sch\u00fclers sich f\u00fcr ihn als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>subjektiv notwendige<\/i> bzw.<i> sinnvolle Praxis<\/i><\/span> darstellt. Als bedeutsame soziale Bedingungen hierf\u00fcr sind u. a. die folgenden in Rechnung zu stellen: die familiale Situation des Sch\u00fclers, das Bildungsniveau und die beruflichen Positionen der Eltern, die tendenzielle Entwertung von Schulabschl\u00fcssen durch Lehrstellenmangel und Arbeitslosigkeit, aber auch Eigenschaften des sozialen Systems Schule selbst, wie etwa die Zumutung eines Lernens, auf dessen Gegenst\u00e4nde und Themen Sch\u00fcler kaum Einfluss haben... (Scherr, 2013a)\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnlich argumentiert Bundschuh (2008), wenn er sagt, dass man zwar oft versucht, auf Basis des p\u00e4dagogischen Helferwillens unmittelbar dem Kind mit Behinderung zu helfen; es wird jedoch nicht reflektiert, inwieweit gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse seine Behinderung konstituieren, sie behandelbar oder aufhebbar machen. Das Verstehen von Menschen mit Behinderungen kann nur aus der Kenntnis der bisherigen sozialen Lebensbez\u00fcge und Prozesse unter Einbezug der prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Erziehungspersonen sich entwickeln (Bundschuh, 2008, S. 304).<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Soziologie und Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Was bringt das soziologische Denken f\u00fcr die P\u00e4dagogik? Auf dem Hintergrund von soziologischen Theorien, Begriffen und Forschungsmethoden wird diese Frage von Scherr (2013a) so beantwortet:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Soziologie ist eine unverzichtbare Grundlage, um die sozialen Voraussetzungen der P\u00e4dagogik, die sozialen Bedingungen und Rahmungen von Erziehung und Bildung, die sozialen Einfl\u00fcsse auf p\u00e4dagogische Theorien und Praktiken sowie die sozialen Folgen der P\u00e4dagogik zu verstehen. Ohne soziologische Fundierung verkennt die P\u00e4dagogik grundlegende Bedingungen und Bez\u00fcge, die erhebliche Auswirkungen darauf haben, warum und wie erzogen und gebildet wird.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Die Aufgabe der Soziologie ist allerdings nicht prim\u00e4r, wissenschaftlich begr\u00fcndete Handlungsanleitungen bereit zu stellen. Zwar geht soziologisches Wissen in die erziehungswissenschaftliche Begr\u00fcndung von Erziehungs- und Bildungskonzepten sowie in bildungspolitische Entscheidungen ein. Soziologie ist jedoch eher eine unpraktische Disziplin, weil sie prim\u00e4r theoretisch fundierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Analysen <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reflexionen <\/span>erm\u00f6glicht, statt Richtlinien oder gar Handlungsanweisungen f\u00fcr die berufliche Praxis hervorzubringen. Soziologie beansprucht also zun\u00e4chst nur, zu einem besseren Verstehen der P\u00e4dagogik als situierter Praxis beizutragen. Eine Praxis, die im Zusammenhang mit den \u00fcbrigen gesellschaftlichen Teilbereichen \u2014 mit \u00d6konomie, Politik, Recht, Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnissen, Strukturen sozialer Ungleichheit, Ideologien usw. \u2014 steht.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dass es solche Zusammenh\u00e4nge gibt und dass diese f\u00fcr die P\u00e4dagogik folgenreich sind, l\u00e4sst sich an Beispielen verdeutlichen:<\/p>\r\n<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-784 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159.png\" alt=\"Wechselseitige Beziehung von Soziologie und (Heil)P\u00e4dagogik. Soziale Folgen f\u00fchren von (Heil)P\u00e4dagogik zu Soziologie. Soziale Bedingungen und Rahmungen von Erziehung und Bildung f\u00fchren zu (Heil-)P\u00e4dagogik.\" width=\"351\" height=\"368\" \/><\/a>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Soziologische Studien haben etwa aufgezeigt, dass P\u00e4dagoglnnen sich im Umgang mit ihren jeweiligen Adressatlnnen an <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Normen<\/i><\/span>, wie etwa an Vorstellungen \u00fcber angemessenes und inakzeptables Verhalten von Kindern und Jugendlichen orientieren, die nicht fachlich begr\u00fcndet, sondern an <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>gesellschaftlich g\u00e4ngigen Denkgewohnheiten<\/i><\/span> orientiert sind. So halten es zahlreiche P\u00e4dagoglnnen f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich und nicht weiter erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, dass Kinder aus Einwandererfamilien in der Schule schlechter abschneiden als Kinder ohne Migrationshintergrund. In der Folge neigen sie dann dazu, solchen Sch\u00fclern eher einen Haupt- oder Realschulbesuch als den Besuch eines Gymnasiums zu empfehlen \u2014 und dies m\u00f6glicherweise in guter Absicht, aber mit problematischen Folgen: Die gute Absicht besteht darin, Kinder, von denen angenommen wird, dass sie durch ihre Eltern in schulischen Belangen kaum unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen, nicht zu \u00fcberfordern. Eine problematische Folge kann es sein, solche Schullaufbahnempfehlungen trotz eigentlich zureichender Leistungen auszusprechen, weil sie dazu beitragen, dass der Anteil von Einwandererkindern an den Gymnasien gering bleibt (nach Scherr, 2013a, S. 19).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Soziologie als Wissenschaft stellt den P\u00e4dagogen ein Wissen zur Verf\u00fcgung, das ihnen helfen kann, die Bedingungen besser zu verstehen, in die ihr berufliches Handeln verwoben ist. Damit stellt das soziologische Denken den P\u00e4dagogInnen nicht nur ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verstehensangebot<\/i><\/span>, sondern auch ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entlastungsangebot<\/i> <\/span>zur Verf\u00fcgung : Soziologisch informierte Praktikerlnnen haben Argumente zur Verf\u00fcgung, die es ihnen erm\u00f6glichen, nicht alles, was in ihrer beruflichen Praxis geschieht, als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Folge ihres eigenen Handelns<\/i><\/span> \u2014 und ggf. als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>eigene Fehler<\/i><\/span> \u2014 zu interpretieren. Denn Gelingen und Scheitern ist im beruflichen Handlungsfeld immer auch von den externen und internen sozialen Gegebenheiten abh\u00e4ngig, die durch das jeweilige eigene Handeln kaum ver\u00e4ndert werden und deren Auswirkungen nur begrenzt beeinflusst werden k\u00f6nnen. Gleichwohl wird mit entsprechenden Analysen der sozialen Bedingungen und Grenzen von P\u00e4dagogik und Sozialarbeit Verantwortlichkeit f\u00fcr den kompetenten Umgang mit jeweiligen Entscheidungs- und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten keineswegs hinf\u00e4llig (nach Scherr, 2013a, S. 21).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Soziologisches Denken etabliert eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reflexionsaufforderung<\/i><\/span>, die als Zumutung, aber auch als Chance begriffen werden kann: Die Aufforderung, die sozialen Zusammenh\u00e4nge der eigenen beruflichen Praxis bewusst in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, wie die Routinen, die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die Probleme und Schwierigkeiten der eigenen Praxis mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Strukturen und Dynamiken<\/i><\/span> in Beziehung stehen. Soziologie bietet so betrachtet eine M\u00f6glichkeit zur Selbstaufkl\u00e4rung. Pierre Bourdieu (Bourdieu\/Wacquant, 1996) hat Soziologie entsprechend als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sozioanalyse<\/span> bezeichnet, als Analyse der im Alltagsdenken gew\u00f6hnlich nicht bewussten sozialen Grundlagen individuellen Erlebens, Denkens und Handelns. Weiter charakterisiert er Soziologie treffend als \u00abnicht narzisstische Selbstanalyse\u00bb, d. h. als ein Nach- und \u00dcberdenken, das seinen Fokus nicht in individuellen Befindlichkeiten, sondern in den gesellschaftsgeschichtlichen Kontexten hat: Die Soziologie ist ein . . . Instrument der Selbstanalyse, das es einem erm\u00f6glicht, besser zu verstehen, was man ist, indem sie einem erm\u00f6glicht, besser zu verstehen, wer man ist, indem sie einen die sozialen Bedingungen, die einen zu dem gemacht haben, was man ist, sowie die Stellung begreifen l\u00e4sst, die man innerhalb der sozialen Welt innehat. (Bourdieu\/Wacquant, 1996, S. 95f; zit nach Scherr, 2013a, S. 21)<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Erkl\u00e4rungen f\u00fcr abweichendes Verhalten<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein Flyer mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">soziologischen Erkl\u00e4rungen zu abweichendem Verhalten<\/span> wird p\u00e4sentiert von jugendarbeit.ch (Peter Marti): <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/06\/devianztheorien.pdf\">devianztheorien<\/a><\/p>\r\nLink zum Originalflyer auf www.jugendarbeit.ch: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.jugendarbeit.ch\/download\/devianztheorien.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.jugendarbeit.ch\/download\/devianztheorien.pdf<\/a>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Abweichendes Verhalten in der Schule<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Barth, Daniel. (2009). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Abweichendes Verhalten und Disziplinschwierigkeiten in der Schule als Problem der sozialen Ordnung<\/span>.<\/i> Vierteljahresschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik und ihre Nachbargebiete, 321\u2013333.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_787\" align=\"alignright\" width=\"160\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\"><img class=\"wp-image-787 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\" alt=\"Bild Daniel Barth.\" width=\"160\" height=\"180\" \/><\/a> Daniel Barth (c) quadit.ch\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Das Paper besch\u00e4ftigt sich mit der Problematik der Integration verhaltensauff\u00e4lliger Sch\u00fcler\/innen. Was die betroffenen Lehrpersonen besonders besch\u00e4ftigt (neben den psychologisch-diagnostischen Aspekten) ist die <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><i>soziale Problematik<\/i><\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">, welche die Verhaltensauff\u00e4lligkeiten mit sich bringen. Klassengruppierungen und didaktische Settings werden durcheinandergebracht. Die soziale Problematik kann mit Hilfe der Anomietheorie aus der Soziologie verst\u00e4ndlicher dargestellt werden. Diese Sichtweise kann zum einen eine alternative Sicht auf die Problematik erm\u00f6glichen und zum andern Handlungsans\u00e4tze vorschlagen, die das abweichende Verhalten nicht nur als St\u00f6rung, sondern als <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><i>Bew\u00e4ltigungshandeln<\/i> <\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Abstract: Es wird ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Problematik, welche mit der Integration von verhaltensauff\u00e4lligen Sch\u00fcler\/innen verbunden ist, theoretisch entwickelt. Wir f\u00fchren eine Perspektive ein, die das abweichende Verhalten als individuelle Reaktion auf Spannungen im Schulsystem und in diesem soziologischen Sinne als Bew\u00e4ltigungshandeln versteht. Anhand von zwei Fallbeispielen werden verschiedene Umgangsformen mit anomischen Spannungen aufgezeigt und theoretisch erkl\u00e4rt. Es werden Vorschl\u00e4ge gemacht, wie anomischer Druck p\u00e4dagogisch reduziert und konformes Sch\u00fclerverhalten die Regel werden kann. (Barth, 2009, S. 321).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiel:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Sch\u00fcler A dominiert konstant die Klasse verbal (absch\u00e4tzige \u00c4usserungen, Drohen) sowie nonverbal (Blicke, Gesten, Gegenst\u00e4nde herumwerfen, Mitsch\u00fcler stossen) und st\u00f6rt den Unterricht. Diese St\u00f6rungen sind ununterbrochen da. Mit der Zeit \u00e4ussern sich gewisse Sch\u00fcler nicht mehr, aus Angst, eine herablassende \u00c4usserung seitens dieses Sch\u00fclers zu provozieren. Die Lehrpersonen reagieren auf verschiedene Weisen: direktes und indirektes, verbales und nonverbales Eingreifen, bei kleineren Vorkommnissen Ignorieren \u2014 doch n\u00fctzt alles nur f\u00fcr den Moment, und einige Minuten sp\u00e4ter geht es genau gleich weiter. Die Lehrpersonen sind fast nur in der reagierenden Haltung und nicht in der agierenden. Der Sch\u00fcler sabotiert einen grossen Teil des Unterrichts. Er zeigt fast keine Lernleistung. Die Trennung in zwei Gruppen bringt viel, doch gemeinsame Aktivit\u00e4ten und \u00dcberg\u00e4nge sind kr\u00e4ftezehrend f\u00fcr alle. Die anderen Sch\u00fcler sind massiv in ihrem Lernprogramm behindert, und bei der Lehrperson kommt eine Unterrichtungsunlust auf, da sowieso fast jede ihrer Initiativen mit Kommentaren wie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Scheisse; schon wieder; m\u00fchsam; langweilig<\/span> quittiert wird (Barth, 2009, S. 322).<\/p>\r\nDownload PDF: <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/54a_VHN_Art_publ.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">54a_VHN_Art_publ<\/a>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_flist_cont_FileListContainer\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Schule als Dampfkochtopf<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Barth, Daniel. (2013). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Die Schule als Dampfkochtopf<\/i>.<i> Wirkungen schulischer Heilp\u00e4dagogik als Beitrag zur Reduktion der Gesamtspannung im Schulsystem<\/i><\/span><i>. Schweizerische Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik,<\/i> 19 (9), 41\u201348. Download PDF: <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/54b_Schule_als_Dampfkochtopf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">54b_Schule_als_Dampfkochtopf<\/a><\/p>\r\n\r\n<div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_787\" align=\"alignright\" width=\"160\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\"><img class=\"wp-image-787 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\" alt=\"Bild Daniel Barth.\" width=\"160\" height=\"180\" \/><\/a> Daniel Barth (c) quadit.ch\/[\/caption]\r\n\r\nBarth pr\u00e4sentiert ein sytemtheoretisches Modell zur Untersuchung der Wirkungen heilp\u00e4dagogisch-therapeutischer Massnahmen im Kontext der Volksschule:\r\n\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Das Ziel meiner Ausf\u00fchrungen besteht darin, die Metapher des Dampfkochtopfs Schule mit dem \u00dcberdruckventil Sonderschule auf eine sozialwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Das hierzu verwendete systemtheoretische (soziologische) Argumentarium entnehme ich einem Aufsatz von Graf (1993), der ein [...] Modell f\u00fcr die Analyse von sozialp\u00e4dagogischen Institutionen entwickelte. In Anlehnung an Graf unterscheide ich innerhalb des Gesamtsystems Schule vier Systeme der Spannungsinduktion bzw. der Spannungsgenerierung (1993, S. 158): Das System des institutionellen Auftrags, das System der strukturellen Hierarchie, das System der Lehrpersonen und das System der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Ich werde im Folgenden erl\u00e4utern, wie die Entstehung von Spannung in diesen vier Systemen auf je unterschiedliche Art theoretisch erkl\u00e4rt werden kann und wie sich die Spannungs\u00fcbertragungen [...] konzeptionell fassen lassen (Barth, 2013, S. 41).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das hier vorgestellte Modell wird anhand eines Forschungsprojektes der HfH (2103-2015) \u00fcberpr\u00fcft: Die von der HfH durchgef\u00fchrte Studie (Laufzeit 2013-2015) untersucht die Wirksamkeit aller heilp\u00e4dagogisch-therapeutischen Massnahmen, die im Rahmen der Volksschule \u00fcber insgesamt vier Jahre (2005\u20142009) durchgef\u00fchrt wurden. Durch Zusammenf\u00fchren von zwei Datens\u00e4tzen (SOP-Erhebung der Abt. Bildungsstatistik Z\u00fcrich und Z\u00fcrcher L\u00e4ngsschnittstichprobe des Instituts f\u00fcr Bildungsevaluation, Universit\u00e4t Z\u00fcrich) wird der stundenm\u00e4ssige Aufwand f\u00fcr heilp\u00e4dagogisch-therapeutische Massnahmen pro Sch\u00fclerin mit deren Kompetenzniveaus in Deutsch und Mathematik sowie deren Lernmotivation verrechnet.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Auf der individuellen Ebene fragen wir nach den Wirkungen heilp\u00e4dagogisch-therapeutischer Massnahmen auf Kompetenzzuwachs und Ver\u00e4nderungen der Lernmotivation. Auf der Ebene der Schulklassen interessiert uns, ob es Schulischer Heilp\u00e4dagogik gelingt, das gruppale Leistungsniveau so zu homogenisieren, dass mehr Gerechtigkeit in Bezug auf Schulerfolg (\u00abeducational equity\u00bb) erreicht und Exklusion (Repetition, Sonderschulung) vermieden wird. Im Anschluss an das hier vorgestellte Modell gehen wir von der Grundthese aus, dass eine geringere Gesamtspannung im System mit mehr Gerechtigkeit und mehr Integration von Sch\u00fclern mit Schulschwierigkeiten korreliert (Barth, 2013, S. 47).<\/p>\r\n\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Verstehens- und Erkl\u00e4rungsprozesse der Soziologie postulieren einen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Vorrang des Sozialen<\/i><\/span>; das individuelle Erleben, Denken und Handeln muss eingebettet in die sozialen Lebenszusammenh\u00e4nge betrachtet werden (Scherr, 2013a)!<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<figure id=\"attachment_783\" aria-describedby=\"caption-attachment-783\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-783 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158-300x171.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158-65x37.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-158-225x129.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-783\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.unifr.ch\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn also z. B. beobachtet wird, dass ein Sch\u00fcler wiederholt dem Unterricht fernbleibt, dann ist dies soziologisch nicht schon dadurch erkl\u00e4rt, dass mit alltagssprachlichen Deutungen oder psychologischen Fachbegriffen beschrieben wird, warum er Schule als emotionale Belastung oder als sinnlosen Zwang erlebt. Soziologie beginnt in diesem Fall dann, wenn \u00fcber das Verstehen der subjektiven Motive hinaus danach gefragt wird, welche <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Bedingungen<\/i>\u00a0<\/span>dazu beitragen, dass das Handeln des Sch\u00fclers sich f\u00fcr ihn als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>subjektiv notwendige<\/i> bzw.<i> sinnvolle Praxis<\/i><\/span> darstellt. Als bedeutsame soziale Bedingungen hierf\u00fcr sind u. a. die folgenden in Rechnung zu stellen: die familiale Situation des Sch\u00fclers, das Bildungsniveau und die beruflichen Positionen der Eltern, die tendenzielle Entwertung von Schulabschl\u00fcssen durch Lehrstellenmangel und Arbeitslosigkeit, aber auch Eigenschaften des sozialen Systems Schule selbst, wie etwa die Zumutung eines Lernens, auf dessen Gegenst\u00e4nde und Themen Sch\u00fcler kaum Einfluss haben&#8230; (Scherr, 2013a)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnlich argumentiert Bundschuh (2008), wenn er sagt, dass man zwar oft versucht, auf Basis des p\u00e4dagogischen Helferwillens unmittelbar dem Kind mit Behinderung zu helfen; es wird jedoch nicht reflektiert, inwieweit gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse seine Behinderung konstituieren, sie behandelbar oder aufhebbar machen. Das Verstehen von Menschen mit Behinderungen kann nur aus der Kenntnis der bisherigen sozialen Lebensbez\u00fcge und Prozesse unter Einbezug der prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Erziehungspersonen sich entwickeln (Bundschuh, 2008, S. 304).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Soziologie und Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Was bringt das soziologische Denken f\u00fcr die P\u00e4dagogik? Auf dem Hintergrund von soziologischen Theorien, Begriffen und Forschungsmethoden wird diese Frage von Scherr (2013a) so beantwortet:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Soziologie ist eine unverzichtbare Grundlage, um die sozialen Voraussetzungen der P\u00e4dagogik, die sozialen Bedingungen und Rahmungen von Erziehung und Bildung, die sozialen Einfl\u00fcsse auf p\u00e4dagogische Theorien und Praktiken sowie die sozialen Folgen der P\u00e4dagogik zu verstehen. Ohne soziologische Fundierung verkennt die P\u00e4dagogik grundlegende Bedingungen und Bez\u00fcge, die erhebliche Auswirkungen darauf haben, warum und wie erzogen und gebildet wird.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Die Aufgabe der Soziologie ist allerdings nicht prim\u00e4r, wissenschaftlich begr\u00fcndete Handlungsanleitungen bereit zu stellen. Zwar geht soziologisches Wissen in die erziehungswissenschaftliche Begr\u00fcndung von Erziehungs- und Bildungskonzepten sowie in bildungspolitische Entscheidungen ein. Soziologie ist jedoch eher eine unpraktische Disziplin, weil sie prim\u00e4r theoretisch fundierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Analysen <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reflexionen <\/span>erm\u00f6glicht, statt Richtlinien oder gar Handlungsanweisungen f\u00fcr die berufliche Praxis hervorzubringen. Soziologie beansprucht also zun\u00e4chst nur, zu einem besseren Verstehen der P\u00e4dagogik als situierter Praxis beizutragen. Eine Praxis, die im Zusammenhang mit den \u00fcbrigen gesellschaftlichen Teilbereichen \u2014 mit \u00d6konomie, Politik, Recht, Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnissen, Strukturen sozialer Ungleichheit, Ideologien usw. \u2014 steht.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dass es solche Zusammenh\u00e4nge gibt und dass diese f\u00fcr die P\u00e4dagogik folgenreich sind, l\u00e4sst sich an Beispielen verdeutlichen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-784 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159.png\" alt=\"Wechselseitige Beziehung von Soziologie und (Heil)P\u00e4dagogik. Soziale Folgen f\u00fchren von (Heil)P\u00e4dagogik zu Soziologie. Soziale Bedingungen und Rahmungen von Erziehung und Bildung f\u00fchren zu (Heil-)P\u00e4dagogik.\" width=\"351\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159.png 351w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159-286x300.png 286w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159-65x68.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159-225x236.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-159-350x367.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Soziologische Studien haben etwa aufgezeigt, dass P\u00e4dagoglnnen sich im Umgang mit ihren jeweiligen Adressatlnnen an <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Normen<\/i><\/span>, wie etwa an Vorstellungen \u00fcber angemessenes und inakzeptables Verhalten von Kindern und Jugendlichen orientieren, die nicht fachlich begr\u00fcndet, sondern an <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>gesellschaftlich g\u00e4ngigen Denkgewohnheiten<\/i><\/span> orientiert sind. So halten es zahlreiche P\u00e4dagoglnnen f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich und nicht weiter erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, dass Kinder aus Einwandererfamilien in der Schule schlechter abschneiden als Kinder ohne Migrationshintergrund. In der Folge neigen sie dann dazu, solchen Sch\u00fclern eher einen Haupt- oder Realschulbesuch als den Besuch eines Gymnasiums zu empfehlen \u2014 und dies m\u00f6glicherweise in guter Absicht, aber mit problematischen Folgen: Die gute Absicht besteht darin, Kinder, von denen angenommen wird, dass sie durch ihre Eltern in schulischen Belangen kaum unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen, nicht zu \u00fcberfordern. Eine problematische Folge kann es sein, solche Schullaufbahnempfehlungen trotz eigentlich zureichender Leistungen auszusprechen, weil sie dazu beitragen, dass der Anteil von Einwandererkindern an den Gymnasien gering bleibt (nach Scherr, 2013a, S. 19).<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Soziologie als Wissenschaft stellt den P\u00e4dagogen ein Wissen zur Verf\u00fcgung, das ihnen helfen kann, die Bedingungen besser zu verstehen, in die ihr berufliches Handeln verwoben ist. Damit stellt das soziologische Denken den P\u00e4dagogInnen nicht nur ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verstehensangebot<\/i><\/span>, sondern auch ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entlastungsangebot<\/i> <\/span>zur Verf\u00fcgung : Soziologisch informierte Praktikerlnnen haben Argumente zur Verf\u00fcgung, die es ihnen erm\u00f6glichen, nicht alles, was in ihrer beruflichen Praxis geschieht, als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Folge ihres eigenen Handelns<\/i><\/span> \u2014 und ggf. als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>eigene Fehler<\/i><\/span> \u2014 zu interpretieren. Denn Gelingen und Scheitern ist im beruflichen Handlungsfeld immer auch von den externen und internen sozialen Gegebenheiten abh\u00e4ngig, die durch das jeweilige eigene Handeln kaum ver\u00e4ndert werden und deren Auswirkungen nur begrenzt beeinflusst werden k\u00f6nnen. Gleichwohl wird mit entsprechenden Analysen der sozialen Bedingungen und Grenzen von P\u00e4dagogik und Sozialarbeit Verantwortlichkeit f\u00fcr den kompetenten Umgang mit jeweiligen Entscheidungs- und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten keineswegs hinf\u00e4llig (nach Scherr, 2013a, S. 21).<\/p>\n<div class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Soziologisches Denken etabliert eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reflexionsaufforderung<\/i><\/span>, die als Zumutung, aber auch als Chance begriffen werden kann: Die Aufforderung, die sozialen Zusammenh\u00e4nge der eigenen beruflichen Praxis bewusst in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, wie die Routinen, die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, die Probleme und Schwierigkeiten der eigenen Praxis mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Strukturen und Dynamiken<\/i><\/span> in Beziehung stehen. Soziologie bietet so betrachtet eine M\u00f6glichkeit zur Selbstaufkl\u00e4rung. Pierre Bourdieu (Bourdieu\/Wacquant, 1996) hat Soziologie entsprechend als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sozioanalyse<\/span> bezeichnet, als Analyse der im Alltagsdenken gew\u00f6hnlich nicht bewussten sozialen Grundlagen individuellen Erlebens, Denkens und Handelns. Weiter charakterisiert er Soziologie treffend als \u00abnicht narzisstische Selbstanalyse\u00bb, d. h. als ein Nach- und \u00dcberdenken, das seinen Fokus nicht in individuellen Befindlichkeiten, sondern in den gesellschaftsgeschichtlichen Kontexten hat: Die Soziologie ist ein . . . Instrument der Selbstanalyse, das es einem erm\u00f6glicht, besser zu verstehen, was man ist, indem sie einem erm\u00f6glicht, besser zu verstehen, wer man ist, indem sie einen die sozialen Bedingungen, die einen zu dem gemacht haben, was man ist, sowie die Stellung begreifen l\u00e4sst, die man innerhalb der sozialen Welt innehat. (Bourdieu\/Wacquant, 1996, S. 95f; zit nach Scherr, 2013a, S. 21)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Erkl\u00e4rungen f\u00fcr abweichendes Verhalten<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein Flyer mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">soziologischen Erkl\u00e4rungen zu abweichendem Verhalten<\/span> wird p\u00e4sentiert von jugendarbeit.ch (Peter Marti): <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/06\/devianztheorien.pdf\">devianztheorien<\/a><\/p>\n<p>Link zum Originalflyer auf www.jugendarbeit.ch: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.jugendarbeit.ch\/download\/devianztheorien.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.jugendarbeit.ch\/download\/devianztheorien.pdf<\/a><\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Abweichendes Verhalten in der Schule<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Barth, Daniel. (2009). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Abweichendes Verhalten und Disziplinschwierigkeiten in der Schule als Problem der sozialen Ordnung<\/span>.<\/i> Vierteljahresschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik und ihre Nachbargebiete, 321\u2013333.<\/p>\n<figure id=\"attachment_787\" aria-describedby=\"caption-attachment-787\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-787 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\" alt=\"Bild Daniel Barth.\" width=\"160\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png 160w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161-65x73.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-787\" class=\"wp-caption-text\">Daniel Barth (c) quadit.ch\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">Das Paper besch\u00e4ftigt sich mit der Problematik der Integration verhaltensauff\u00e4lliger Sch\u00fcler\/innen. Was die betroffenen Lehrpersonen besonders besch\u00e4ftigt (neben den psychologisch-diagnostischen Aspekten) ist die <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><i>soziale Problematik<\/i><\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">, welche die Verhaltensauff\u00e4lligkeiten mit sich bringen. Klassengruppierungen und didaktische Settings werden durcheinandergebracht. Die soziale Problematik kann mit Hilfe der Anomietheorie aus der Soziologie verst\u00e4ndlicher dargestellt werden. Diese Sichtweise kann zum einen eine alternative Sicht auf die Problematik erm\u00f6glichen und zum andern Handlungsans\u00e4tze vorschlagen, die das abweichende Verhalten nicht nur als St\u00f6rung, sondern als <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><i>Bew\u00e4ltigungshandeln<\/i> <\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Abstract: Es wird ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Problematik, welche mit der Integration von verhaltensauff\u00e4lligen Sch\u00fcler\/innen verbunden ist, theoretisch entwickelt. Wir f\u00fchren eine Perspektive ein, die das abweichende Verhalten als individuelle Reaktion auf Spannungen im Schulsystem und in diesem soziologischen Sinne als Bew\u00e4ltigungshandeln versteht. Anhand von zwei Fallbeispielen werden verschiedene Umgangsformen mit anomischen Spannungen aufgezeigt und theoretisch erkl\u00e4rt. Es werden Vorschl\u00e4ge gemacht, wie anomischer Druck p\u00e4dagogisch reduziert und konformes Sch\u00fclerverhalten die Regel werden kann. (Barth, 2009, S. 321).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiel:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Sch\u00fcler A dominiert konstant die Klasse verbal (absch\u00e4tzige \u00c4usserungen, Drohen) sowie nonverbal (Blicke, Gesten, Gegenst\u00e4nde herumwerfen, Mitsch\u00fcler stossen) und st\u00f6rt den Unterricht. Diese St\u00f6rungen sind ununterbrochen da. Mit der Zeit \u00e4ussern sich gewisse Sch\u00fcler nicht mehr, aus Angst, eine herablassende \u00c4usserung seitens dieses Sch\u00fclers zu provozieren. Die Lehrpersonen reagieren auf verschiedene Weisen: direktes und indirektes, verbales und nonverbales Eingreifen, bei kleineren Vorkommnissen Ignorieren \u2014 doch n\u00fctzt alles nur f\u00fcr den Moment, und einige Minuten sp\u00e4ter geht es genau gleich weiter. Die Lehrpersonen sind fast nur in der reagierenden Haltung und nicht in der agierenden. Der Sch\u00fcler sabotiert einen grossen Teil des Unterrichts. Er zeigt fast keine Lernleistung. Die Trennung in zwei Gruppen bringt viel, doch gemeinsame Aktivit\u00e4ten und \u00dcberg\u00e4nge sind kr\u00e4ftezehrend f\u00fcr alle. Die anderen Sch\u00fcler sind massiv in ihrem Lernprogramm behindert, und bei der Lehrperson kommt eine Unterrichtungsunlust auf, da sowieso fast jede ihrer Initiativen mit Kommentaren wie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Scheisse; schon wieder; m\u00fchsam; langweilig<\/span> quittiert wird (Barth, 2009, S. 322).<\/p>\n<p>Download PDF: <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/54a_VHN_Art_publ.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">54a_VHN_Art_publ<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_flist_cont_FileListContainer\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Schule als Dampfkochtopf<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Barth, Daniel. (2013). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Die Schule als Dampfkochtopf<\/i>.<i> Wirkungen schulischer Heilp\u00e4dagogik als Beitrag zur Reduktion der Gesamtspannung im Schulsystem<\/i><\/span><i>. Schweizerische Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik,<\/i> 19 (9), 41\u201348. Download PDF: <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/54b_Schule_als_Dampfkochtopf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">54b_Schule_als_Dampfkochtopf<\/a><\/p>\n<div>\n<figure id=\"attachment_787\" aria-describedby=\"caption-attachment-787\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-787 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png\" alt=\"Bild Daniel Barth.\" width=\"160\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161.png 160w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-161-65x73.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-787\" class=\"wp-caption-text\">Daniel Barth (c) quadit.ch\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>Barth pr\u00e4sentiert ein sytemtheoretisches Modell zur Untersuchung der Wirkungen heilp\u00e4dagogisch-therapeutischer Massnahmen im Kontext der Volksschule:<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Das Ziel meiner Ausf\u00fchrungen besteht darin, die Metapher des Dampfkochtopfs Schule mit dem \u00dcberdruckventil Sonderschule auf eine sozialwissenschaftliche Grundlage zu stellen. Das hierzu verwendete systemtheoretische (soziologische) Argumentarium entnehme ich einem Aufsatz von Graf (1993), der ein [&#8230;] Modell f\u00fcr die Analyse von sozialp\u00e4dagogischen Institutionen entwickelte. In Anlehnung an Graf unterscheide ich innerhalb des Gesamtsystems Schule vier Systeme der Spannungsinduktion bzw. der Spannungsgenerierung (1993, S. 158): Das System des institutionellen Auftrags, das System der strukturellen Hierarchie, das System der Lehrpersonen und das System der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Ich werde im Folgenden erl\u00e4utern, wie die Entstehung von Spannung in diesen vier Systemen auf je unterschiedliche Art theoretisch erkl\u00e4rt werden kann und wie sich die Spannungs\u00fcbertragungen [&#8230;] konzeptionell fassen lassen (Barth, 2013, S. 41).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das hier vorgestellte Modell wird anhand eines Forschungsprojektes der HfH (2103-2015) \u00fcberpr\u00fcft: Die von der HfH durchgef\u00fchrte Studie (Laufzeit 2013-2015) untersucht die Wirksamkeit aller heilp\u00e4dagogisch-therapeutischen Massnahmen, die im Rahmen der Volksschule \u00fcber insgesamt vier Jahre (2005\u20142009) durchgef\u00fchrt wurden. Durch Zusammenf\u00fchren von zwei Datens\u00e4tzen (SOP-Erhebung der Abt. Bildungsstatistik Z\u00fcrich und Z\u00fcrcher L\u00e4ngsschnittstichprobe des Instituts f\u00fcr Bildungsevaluation, Universit\u00e4t Z\u00fcrich) wird der stundenm\u00e4ssige Aufwand f\u00fcr heilp\u00e4dagogisch-therapeutische Massnahmen pro Sch\u00fclerin mit deren Kompetenzniveaus in Deutsch und Mathematik sowie deren Lernmotivation verrechnet.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Auf der individuellen Ebene fragen wir nach den Wirkungen heilp\u00e4dagogisch-therapeutischer Massnahmen auf Kompetenzzuwachs und Ver\u00e4nderungen der Lernmotivation. Auf der Ebene der Schulklassen interessiert uns, ob es Schulischer Heilp\u00e4dagogik gelingt, das gruppale Leistungsniveau so zu homogenisieren, dass mehr Gerechtigkeit in Bezug auf Schulerfolg (\u00abeducational equity\u00bb) erreicht und Exklusion (Repetition, Sonderschulung) vermieden wird. Im Anschluss an das hier vorgestellte Modell gehen wir von der Grundthese aus, dass eine geringere Gesamtspannung im System mit mehr Gerechtigkeit und mehr Integration von Sch\u00fclern mit Schulschwierigkeiten korreliert (Barth, 2013, S. 47).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verstehens- und Erkl\u00e4rungsprozesse der Soziologie postulieren einen Vorrang des Sozialen; das individuelle Erleben, Denken und Handeln muss eingebettet in die sozialen Lebenszusammenh\u00e4nge betrachtet werden (Scherr, 2013a)! Wenn also z. B. beobachtet wird, dass ein Sch\u00fcler wiederholt dem Unterricht fernbleibt, dann ist dies soziologisch nicht schon dadurch erkl\u00e4rt, dass mit alltagssprachlichen Deutungen oder psychologischen Fachbegriffen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"menu_order":4,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-389","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":114,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/389\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1660,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/389\/revisions\/1660"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/114"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/389\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=389"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=389"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=389"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}