{"id":297,"date":"2020-02-19T17:59:11","date_gmt":"2020-02-19T16:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=297"},"modified":"2024-09-26T11:23:57","modified_gmt":"2024-09-26T09:23:57","slug":"therapieformen-des-humanistischen-modells","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/therapieformen-des-humanistischen-modells\/","title":{"raw":"Therapieformen des humanistischen Modells","rendered":"Therapieformen des humanistischen Modells"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Aus dem humanistischen Ansatz sind viele <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Therapieformen<\/i><\/span>, aber auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbsterfahrungstechniken<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>esoterische Verfahren<\/i><\/span> hervorgegangen. Sie berufen sich alle auf ihre Wurzeln in der humanistischen Psychologie oder im Humanismus. Die folgende Aufz\u00e4hlung ist nicht vollst\u00e4ndig, sondern soll einen Einblick bieten in das breite Spektrum von Handlungs-, Therapie- und Selbsterfahrungsmodellen, die sich unter dem Etikett der humanistischen Verfahren tummeln.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zu diesen Verfahren k\u00f6nnen gez\u00e4hlt werden:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Personzentrierte Psychotherapie\u00a0 (Gespr\u00e4chspsychotherapie),<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Logotherapie und die Existenzanalyse,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychodrama,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Gestalttherapie,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Transaktionsanalyse,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Themenzentrierte Interaktion,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Musiktherapie,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Bewegungs- und k\u00f6rperorientierte Therapien,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Encounter-Gruppen,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Tanztherapie,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kunsttherapie,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Bioenergetik, u.a.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gemeinsam ist diesen Ans\u00e4tzen die Annahme, dass Blockaden oder Abspaltungen die Weiterentwicklungstendenz eines Menschen und sein volles Funktionieren behindern, sowie das Bem\u00fchen um eine ganzheitliche Sicht (nach Dorsch et al., 2013\/Caspar).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Einige dieser therapeutischen Ans\u00e4tze, die sich auch in der P\u00e4dagogik als relevant erwiesen haben, werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.<a id=\"ilPageShowAdvContent\" class=\"small\" href=\"https:\/\/ilias.hfh.ch\/ilias.php?ref_id=183993&amp;from_page=30093&amp;obj_id=30095&amp;cmd=layout&amp;cmdClass=illmpresentationgui&amp;cmdNode=er&amp;baseClass=ilLMPresentationGUI#\"><\/a><\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Personzentrierte Psychotherapie<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97.png\"><img class=\"alignright wp-image-692 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97.png\" alt=\"Fotografie von Carl Rogers.\" width=\"195\" height=\"263\" \/><\/a>F\u00fcr den therapeutischen Ansatz, der von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Carl R. Rogers<\/span> (1902-1987) entwickelt wurde, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Von Carl Rogers stammen die Bezeichnungen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">client-centered-therapy<\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">person-centered-therapy<\/span>, zu deutsch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klientenzentrierte Psychotherapie<\/span> oder (in der Schweiz \u00fcblich) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Personzentrierte Psychotherapie<\/span>. Die Bezeichnung <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gespr\u00e4chspsychotherapie <\/span>geht auf das deutschsprachige Lehrbuch von Reinhard Tausch (1968) zur\u00fcck (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Ziel der klientenzentrierten Therapie besteht darin, das gesunde psychische Wachstum des Menschen zu f\u00f6rdern. Dieser Ansatz geht von der Annahme aus, dass allen Menschen ein grundlegendes Streben nach Selbstverwirklichung gemein ist. Gem\u00e4ss Rogers verf\u00fcgt der Organismus \u00fcber eine \u00abinnewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner M\u00f6glichkeiten; und zwar so, dass sie der Erhaltung oder F\u00f6rderung des Organismus dienen\u00bb (1989, S. 21). Eine gesunde Entwicklung wird durch fehlerhafte Lernmuster behindert, bei denen die Person die Bewertung durch Andere \u00fcbernimmt, statt darauf zu vertrauen, was die eigene Psyche und der eigene K\u00f6rper mitteilen. Ein Konflikt zwischen dem nat\u00fcrlicherweise positiven Selbstbild und negativer externer Kritik f\u00fchrt zu Angst und Ungl\u00fccklichsein. Dieser Konflikt oder diese Inkongruenz liegt m\u00f6glicherweise ausserhalb des Bewusstseins, so dass die Person Ungl\u00fccklichsein und ein geringes Selbstwertgef\u00fchl erlebt, ohne zu wissen, warum (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nach Rogers besteht die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aufgabe der Therapie<\/span> in der Gestaltung eines therapeutischen Umfelds, das dem Klienten erlaubt, Verhaltensweisen zu erlernen, die sein Selbstwachstum und seine Selbstverwirklichung f\u00f6rdern. Dies wird durch eine Atmosph\u00e4re der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unbedingten positiven Wertsch\u00e4tzung<\/span> erreicht \u2014 die nicht angreifbare Akzeptanz des Klienten und der Respekt vor ihm. Der Therapeut macht seine Gef\u00fchle und Gedanken gegen\u00fcber dem Klienten transparent. \u00dcber die Aufrechterhaltung dieser Authentizit\u00e4t hinaus versucht der Therapeut, die Gef\u00fchle des Klienten zu erleben. Diese vollst\u00e4ndige Empathie erfordert, dass der Therapeut sich um den Klienten als einen wertvollen, kompetenten Menschen sorgt \u2014 jemanden, den man nicht beurteilt und bewertet, sondern dem man beisteht bei der Entdeckung seiner eigenen Individualit\u00e4t.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der emotionale Stil und die Einstellung des Therapeuten erm\u00f6glichen dem Klienten, seine Aufmerksamkeit wieder auf die wahren Ursachen pers\u00f6nlicher Konflikte zu richten und die st\u00f6renden Einfl\u00fcsse, die seine Selbstverwirklichung behindern, zu beseitigen. Im Gegensatz zu Therapeuten anderer Therapieformen, die interpretieren, Antworten geben oder instruieren, sind klientenzentrierte Therapeuten unterst\u00fctzende Zuh\u00f6rer, die die bewertenden \u00c4usserungen und Gef\u00fchle des Klienten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">spiegeln<\/span>. Die klientenzentrierte Therapie ist bestrebt, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">nicht-direktiv<\/span> zu sein, indem der Therapeut lediglich die Suche des Klienten nach Selbstbewusstheit und Selbstakzeptanz erleichtert (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nOriginalzitat aus der Homepage der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr den Personzentrierten Ansatz (PCA):\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Personzentrierte Psychotherapie und Personzentrierte Beratung sind ein psychologisches Konzept f\u00fcr die therapeutische, beratende, p\u00e4dagogische Arbeit mit PatientInnen, KlientInnen, Lernenden. Es wurde Anfang der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts von dem Amerikaner Carl R. Rogers (1902-1987) entwickelt. Das Konzept ruht auf zwei S\u00e4ulen: einer wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcften Aussage \u00fcber wirkungsvolles Eingehen von PsychotherapeutInnen und BeraterInnen auf ihre KlientInnen (\"personzentrierte Haltung\") und die Grundannahmen \u00fcber die Natur des Menschen (\"Aktualisierungstendenz\" \/ \"Bed\u00fcrfnis nach bedingungsloser positiver Wertsch\u00e4tzung\").<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die therapeutische Beziehung<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personzentrierte Psychotherapie<\/i><\/span> l\u00e4sst sich durch drei essenzielle Merkmale charakterisieren (Kriz, 2007):<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die f\u00fcr diese Therapieform spezifische<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>therapeutische Beziehung<\/i><\/span>. Diese gibt einen konzeptuellen Rahmen daf\u00fcr vor, unter welchen Bedingungen PCA-Therapeuten f\u00fcr Patienten hilfreiche Therapien durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Erkl\u00e4rungsprinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktualisierungstendenz<\/i><\/span>. Dieses gibt Antwort auf die Frage, warum und wie diese spezifische therapeutische Beziehung wirksam wird.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>St\u00f6rungs- <\/i>und <i>Entwicklungstheorie<\/i><\/span> (Rogers' <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/span>), die wesentliche Aspekte einer gelingenden psychischen Entwicklung und ihrer St\u00f6rungen beschreibt, eine praxisorientierte Verbindung zwischen 1) und 2) herstellt und Hinweise f\u00fcr die Therapie enth\u00e4lt.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n[caption id=\"attachment_694\" align=\"alignright\" width=\"325\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98.png\"><img class=\"wp-image-694 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98.png\" alt=\"Das Bild zeigt zwei Personen in einer therapeutischen Gespr\u00e4chssituation.\" width=\"325\" height=\"216\" \/><\/a> (c) www.frnd.de[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die personzentrierte Haltung fordert eine seelisch-geistige Einstellung von PsychotherapeutInnen und BeraterInnen, die der ratsuchenden Person hilft, Blockierungen ihrer Wachstums- und Entwicklungsimpulse aufzul\u00f6sen. Sie beschreibt die g\u00fcnstigen Beziehungsbedingungen f\u00fcr psychische Ver\u00e4nderung. Drei Aspekte kennzeichnen diese, die therapeutische Beziehung pr\u00e4gende Haltung (\u00abBasisvariablen\u00bb):<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><strong>Akzeptanz<\/strong> (bedingungslose positive Beachtung und Wertsch\u00e4tzung)<\/li>\r\n \t<li><strong>Empathie <\/strong>(einf\u00fchlsames Verstehen, Verst\u00e4ndnis, nichtwertendes Eingehen)<\/li>\r\n \t<li><strong>Kongruenz<\/strong> (Echtheit)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<h4 class=\"textbox__title\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die therapeutische Beziehung<\/span><\/h4>\r\nRogers hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">sechs Bedingungen des Therapeuten<\/span> als notwendig und hinreichend f\u00fcr konstruktive Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen im Rahmen von Psychotherapie genannt, die die oben genannten Basisvariablen beinhalten, aber dar\u00fcber hinausgehen (Kriz, 2014):\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Therapeut und Patient befinden sich in einer <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Beziehung<\/b> <\/span>zu einander. D.h. sie nehmen sich gegenseitig wahr und beziehen sich aufeinander, reagieren, bedeuten einander etwas.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Patient befindet sich in einem Zustand der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Inkongruenz<\/b><\/span>. Er ist mit sich selbst uneins, verletzlich, \u00e4ngstlich. Er erlebt etwas, was er nicht als zu sich geh\u00f6rend empfindet.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut ist <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>kongruent<\/b><\/span>. D.h. er erlebt und f\u00fchlt im Kontakt mit dem Patienten nichts, was er nicht als zu sich selbst geh\u00f6rend\u00a0 betrachtet oder das er von seinem Bewusstsein fernhalten m\u00fcsste.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut ist dem Patienten mit seinen Schwierigkeiten und Eigenheiten zugewandt, er kann ihm <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>bedingungsfreie positive Wertsch\u00e4tzung<\/b>\u00a0<\/span>gew\u00e4hren.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut kann sich in den Patienten und sein Erleben einf\u00fchlen, auch darin, wie der Patient sich und sein Erleben bewertet. Er kommuniziert dem Patienten, was er auf dem Weg der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Empathie<\/b><\/span> vom Erleben des Patienten verstanden hat.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ansprechbarkeit des Patienten<\/b><\/span> f\u00fcr das therapeutische Beziehungsangebot: Die Mitteilungen des Therapeuten erreichen den Patienten; er versteht, dass der Therapeut ihn versteht und unbedingt wertsch\u00e4tzt.<\/p>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Rogers zu den Kernkonzepten<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt spricht Carl Rogers \u00fcber die wichtigen Konzepte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empathie, Akzeptanz<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kongruenz<\/i><\/span>.<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/35_Car-Rogers-Empathie-Akzeptanz-Kongruenz.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/35_Car-Rogers-Empathie-Akzeptanz-Kongruenz.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Aktualisierungstendenz<\/h3>\r\n[caption id=\"attachment_695\" align=\"alignright\" width=\"280\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99.png\"><img class=\"wp-image-695 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"169\" \/><\/a> (c) neuewerbung.org\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das zentrale Erkl\u00e4rungsprinzip von Rogers, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktualisierungstendenz<\/i><\/span> stellt das grundlegende Motiv menschlichen Handelns dar. Es ist das st\u00e4ndige Streben des Menschen, seine Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zu erhalten, zu entfalten und zu verwirklichen, sowie Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung zu erlangen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Rogers sieht in der Aktualisierungstendenz das wichtigste Prinzip f\u00fcr ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personzentriertes Verst\u00e4ndnis von Entwicklung\u00a0<\/i><\/span>\u2014 einschliesslich St\u00f6rungsentstehung und Psychotherapie. Er hat mit Berufung auf den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologen<\/i> <\/span>Kurt Goldstein und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>holistisch-organismische Konzepte<\/i><\/span> seiner Zeit ein Prinzip erkannt, dessen Bedeutung erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zunehmend in der interdisziplin\u00e4ren Forschung (Systemwissenschaft und Selbstorganisationstheorien) entdeckt, belegt und gew\u00fcrdigt wurde: Es geht dabei darum, dass komplexe, nichtlinear r\u00fcckgekoppelte Systeme in der Lage sind, ohne von aussen induzierte Ordnung inh\u00e4rent gegebene Ordnungen zu entfalten und zu realisieren. Dies gilt bereits f\u00fcr manche Systeme aus toter Materie \u2014 f\u00fcr lebende Systeme ist dies hingegen die Regel. In heutiger interdisziplin\u00e4rer Terminologie spricht man von Selbstorganisationsprozessen (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<h4 class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Wissenschaftstheoretischer Hintergrund<\/span><\/h4>\r\n<div class=\"textbox__content\">Dass diese Sichtweise 2-3 Jahrzehnte nach Rogers zu einem zentralen Bestandteil interdisziplin\u00e4rer Systemwissenschaft werden sollte, war noch Mitte des 20. Jahrhunderts f\u00fcr viele Wissenschaftler eher eine abenteuerliche Spekulation. Daher wurde auch Rogers' Prinzip von vielen missverstanden und abgewertet \u2014 selbst in den eigenen Reihen. In ihrem Bem\u00fchen um \u00abWissenschaftlichkeit\u00bb versuchte die Psychologie lange (und teilweise noch heute), auch den Ph\u00e4nomenen des Lebens naturwissenschaftlich-methodische Erkl\u00e4rungsprinzipien des 19. Jahrhunderts \u00fcberzust\u00fclpen \u2014 und hat sich dabei paradoxerweise immer st\u00e4rker vom Fortschritt der modernen Naturwissenschaften abgekoppelt.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Rogers hat zumindest einige der bedeutsamsten Ergebnisse der multidisziplin\u00e4ren Systemforschung, die seine Vorstellungen \u00fcber Therapie zunehmend st\u00fctzten, wahrgenommen und in seinen Schriften darauf verwiesen (Kriz, 2014).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Rogers hat <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>19 Thesen zu seiner Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/b><\/span> aufgestellt (1973\/1951). Diese vertiefen im Wesentlichen die Begriffe und Konzepte, die in den vorausgegangenen Kapiteln zur personzentrierten Psychotherapie beschrieben wurden, und stehen hier als Vertiefungsstoff (zitiert nach Kriz, 2014, S. 199).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Jedes Individuum existiert in einer st\u00e4ndig sich \u00e4ndernden Welt der Erfahrung, deren Mittelpunkt es ist.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus reagiert auf das Feld, wie es erfahren und wahrgenommen wird. Dieses Wahrnehmungsfeld ist f\u00fcr das Individuuum \u00abRealit\u00e4t\u00bb.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus reagiert auf das Wahrnehmungsfeld als ein organisiertes Ganzes.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus hat eine grundlegende Tendenz, den Erfahrungen machenden Organismus zu aktualisieren, zu erhalten und zu erh\u00f6hen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verhalten ist grunds\u00e4tzlich der zielgerichtete Versuch des Organismus, seine Bed\u00fcrfnisse, wie sie in dem so wahrgenommenen Feld erfahren wurden, zu befriedigen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Dieses zielgerichtete Verhalten wird begleitet und im Allgemeinen gef\u00f6rdert durch Emotionen. Diese Emotionen stehen in Beziehung zu dem Suchen aller vollziehenden Aspekte des Verhaltens, und die Intensit\u00e4t der Emotion steht in Beziehung zu der wahrgenommenen Bedeutung des Verhaltens f\u00fcr die Erhaltung und Erh\u00f6hung des Organismus.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der beste Ausgangspunkt zum Verst\u00e4ndnis des Verhaltens ist das innere Bezugssystem des Individuums selbst.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ein Teil des gesamten Wahrnehmungsfeldes entwickelt sich nach und nach zum Selbst.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Als Resultat der Interaktion mit der Umgebung und insbesondere als Resultat wertbestimmender Interaktion mit anderen wird die Struktur des Selbst geformt \u2014 eine organisierte, fliessende, aber durchweg begriffliche Struktur von Wahrnehmungen von Charakteristika und Beziehungen des \u00abSelbst\u00bb zusammen mit den zu diesen Konzepten geh\u00f6renden Werten.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die den Erfahrungen zugeh\u00f6rigen Werte und die Werte, die ein Teil der Selbststruktur sind, sind in manchen F\u00e4llen Werte, die vom Organismus direkt erfahren werden, und in anderen F\u00e4llen Werte, die von anderen introjiziert oder \u00fcbernommen, aber in verzerrter Form wahrgenommen werden, so als w\u00e4ren sie direkt erfahren worden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn Erfahrungen im Leben des Individuums auftreten, werden sie entweder (a) symbolisiert, wahrgenommen und in eine Beziehung zum Selbst organisiert, (b) ignoriert, weil es keine wahrgenommene Beziehung zur Selbststruktur gibt, oder (c) geleugnet oder verzerrt symbolisiert, weil die Erfahrung mit der Struktur nicht \u00fcbereinstimmt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die vom Organismus angenommenen Verhaltensweisen sind meistens die, die mit dem Konzept vom Selbst \u00fcbereinstimmen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verhalten kann in manchen F\u00e4llen durch organische Bed\u00fcrfnisse und Erfahrungen verursacht werden, die nicht symbolisiert wurden. Solches Verhalten kann im Widerspruch zur Struktur des Selbst stehen, aber in diesen F\u00e4llen ist das Verhalten dem Individuum nicht \u00abzu Eigen\u00bb.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychische Fehlanpassung liegt vor, wenn der Organismus vor dem Bewusstsein wichtige K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen leugnet, die demzufolge nicht symbolisiert und in die Gestalt der Selbststruktur organisiert werden. Wenn diese Situation vorliegt, gibt es eine grundlegende oder potenzielle psychische Spannung.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychische Anpassung besteht, wenn das Selbstkonzept dergestalt ist, dass alle K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen des Organismus auf einer symbolischen Ebene in eine \u00fcbereinstimmende Beziehung mit dem Konzept vom Selbst assimiliert werden oder assimiliert werden k\u00f6nnen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Jede Erfahrung, die nicht mit der Organisation oder der Struktur des Selbst \u00fcbereinstimmt, kann als Bedrohung wahrgenommen werden, und je h\u00e4ufiger diese Wahrnehmungen sind, desto starrer wird die Selbststruktur organisiert, um sich zu erhalten.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Unter bestimmten Bedingungen, zu denen in erster Linie ein v\u00f6lliges Fehlen jedweder Bedrohung f\u00fcr die Selbststruktur geh\u00f6rt, k\u00f6nnen Erfahrungen, die nicht mit ihr \u00fcbereinstimmen, wahrgenommen und \u00fcberpr\u00fcft und die Struktur des Selbst revidiert werden, um derartige Erfahrungen zu assimilieren und einzuschliessen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn das Individuum all seine K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen wahrnimmt und in ein konsistentes und integriertes System aufnimmt, dann hat es notwendigerweise mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere und kann sich ihnen gegen\u00fcber akzeptierend verhalten.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn das Individuum mehr und mehr von seinen organischen Erfahrungen in seiner Selbststruktur wahrnimmt und akzeptiert, merkt es, dass es sein gegenw\u00e4rtiges Wertsystem, das weitgehend auf verzerrt symbolisierten Introjektionen beruhte, durch einen fortlaufenden, organismischen Wertungsprozess ersetzt.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Zur Theorie Rogers<\/h3>\r\nIm folgenden Video erl\u00e4utert Prof. Dr. Michael Behr Grundideen von Rogers sowie die Begriffe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kongruenz<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Inkongruenz<\/i><\/span> (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/36_M_Behr-RogersKongruenz.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/36_M_Behr-RogersKongruenz.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<div class=\"textbox\">Zusammenfassung: Klientenzentrierte Therapie ist ein humanistischer Behandlungsansatz, der das gesunde psychische Wachstum des Individuums betont, basierend auf der Annahme, dass allen Menschen das Streben nach Selbstverwirklichung als Bestandteil der menschlichen Natur gemeinsam ist (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Literatur<\/span><\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kriz, J\u00fcrgen. (2014). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Grundkonzepte der Psychotherapie. Mit Online-Materialien<\/i><\/span> (7. Aufl.). Weinheim: Beltz. Darin: Kapitel \u00abPersonzentrierte Psychotherapie\u00bb<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kriz, J\u00fcrgen &amp; Slunecko, Thomas (Hrsg.). (2007). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gespr\u00e4chspsychotherapie. Die therapeutische <i>Vielfalt des personzentrierten Ansatzes<\/i><\/span> (UTB, Bd. 2). Wien: Facultas.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video reflektiert Carl Rogers \u00fcber sein Leben, seine Beitr\u00e4ge zur Psychotherapie, und er vertritt seine pers\u00f6nlichen Ideen zu Psychotherapie, Erziehung und sozialer Gerechtigkeit. Das Interview wurde kurz vor seinem Tod aufgenommen (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/37_Carl_Rogers_Person-Centered-Therapy_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/37_Carl_Rogers_Person-Centered-Therapy_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00dcber das PCA-Institut <\/span>(Swiss Institute of Person-Centered Approach, <em>pcaSuisse<\/em>):<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Das PCA-Institut hat zum Ziel, das Menschenbild und das wissenschaftliche Werk sowie das psychologische, psychotherapeutische und das sozialethische Gedankengut von Carl R. Rogers zu vertreten, weiter zu entwickeln und durch Lehrveranstaltungen f\u00fcr verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche zug\u00e4nglich und nutzbar zu machen.Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr den Personzentrierten Ansatz: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.pca-acp.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.pca-acp.ch\/<\/a><\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Logotherapie und Existenzanalyse<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_696\" align=\"alignright\" width=\"207\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100.png\"><img class=\"wp-image-696 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100.png\" alt=\"Das Bild zeigt Viktor Frankl.\" width=\"207\" height=\"269\" \/><\/a> (c)[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Viktor Frankl (1905-1997) war ein \u00f6sterreichischer Neurologe und Psychiater und begr\u00fcndete die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Logotherapie und Existenzanalyse<\/i><\/span>. Die Logotherapie stellt die \u00abSelbstbestimmung des Menschen aufgrund seiner Verantwortlichkeit und vor dem Hintergrund der Sinn- und Wertewelt\u00bb (Frankl, 1990) ins Zentrum der Betrachtung. Frankl verwendet den griechischen Begriff des \u00ablogos\u00bb im Kontext seines Ansatzes in der Bedeutung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinn<\/i><\/span>. Schon 1926 verwendete er den Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Logotherapie<\/i> <\/span>in \u00f6ffentlichen Vortr\u00e4gen; den Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Existenzanalyse<\/i><\/span>, f\u00fcr Frankl eine alternative Bezeichnung und gleichzeitig anthropologische Basis f\u00fcr die Logotherapie, gebrauchte er ab 1933 (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00abDas Leiden am sinnlosen Leben\u00bb (so der Titel eines seiner B\u00fccher, 1977), die dadurch bewirkte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>noogene Neurose<\/i><\/span>, ist eines der Hauptprobleme, denen sich die Logotherapie widmet. Als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">noogene Neurose<\/span> bezeichnet Frankl eine psychogene Erkrankung, die nicht auf Komplexe und Konflikte im herk\u00f6mmlichen Sinn zur\u00fcckgeht, sondern im Sinnlosigkeitsgef\u00fchl, im existenziellen Vakuum, in Gewissens- und Wertkonflikten begr\u00fcndet ist (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dabei geht es allerdings nicht nur um Entwicklungs- und Lebenskrisen, sondern ebenso um Phobien, Depressionen, Zw\u00e4nge, S\u00fcchte usw., denen ein solches <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>existenzielles Vakuum<\/i><\/span> zugrunde liegt.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Durch ihr bereits in den 1930er Jahren vorgetragenes Anliegen einer Rehumanisierung der Psychotherapie sowie durch ihre philosophisch-anthropologische und ph\u00e4nomenologisch-existenzialistische Basis steht die Logotherapie den humanistischen Ans\u00e4tzen sehr nahe.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit den speziellen logotherapeutischen Interventionsformen, insbesondere mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>paradoxen Intention<\/i><\/span> und der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dereflexion<\/i><\/span> hat Frankl verhaltenstherapeutische, kognitive Aspekte und systemische Konzepte, die heute zu den aktuellsten Interventionsans\u00e4tzen geh\u00f6ren, bereits um viele Jahrzehnte vorweggenommen (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">Beschreibung der Logotherapie auf der Homepage des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Schweizerischen Instituts f\u00fcr Logotherapie und Existenzanalyse<\/span><\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nLogotherapie \u2014 nicht zu verwechseln mit Logop\u00e4die \u2014 ist eine auf Sinn zentrierte Psychotherapie. Ihr Begr\u00fcnder, der international bekannte Psychiater und Neurologe Prof. Dr. Viktor Frankl, geht von der Erkenntnis aus, dass der Mensch seinem Wesen nach wert- und sinnorientiert ist. Wird der Wille zum Sinn nachhaltig frustriert, so ger\u00e4t der Mensch in eine Missbefindlichkeit. Diese kann Fehl-Erlebensweisen, Fehl-Verhaltensweisen und neurotische St\u00f6rungen wie Arbeitsunlust, Depressionen, Lebensm\u00fcdigkeit, S\u00fcchte, Apathie, Langeweile, nihilistische Anschauungen usw. ausl\u00f6sen.\r\n\r\nImmer mehr gesunde und kranke Menschen, besonders der reichen Nationen, geraten in den Zustand der existenziellen Frustration. Das heisst: sie sind unf\u00e4hig, einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken und zu verwirklichen. In solchen Situationen ist Sinnentdeckungshilfe zu leisten. Deren Ziel besteht u.a. darin, dass der betroffene Mensch \u2014 im Vor-Blick auf seine objektive Situation und im R\u00fcck-Blick auf seine spezifischen F\u00e4higkeiten (Existenzanalyse) \u2014 seine ureigensten Sinnm\u00f6glichkeiten entdecken und verwirklichen kann. Dabei ist entscheidend, dass die Therapeutin bzw. der Therapeut keine Sinnm\u00f6glichkeiten von sich aus anbietet, sondern vielmehr den Klienten bzw. die Klientin zur eigenst\u00e4ndigen Sinnentdeckung und Sinnverwirklichung freisetzt. Auf diese Weise wird die in der psychotherapeutischen Szene vielfach vernachl\u00e4ssigte Dimension des Geistes f\u00fcr den Heilungsprozess fruchtbar gemacht. Das aber heisst: Der Mensch wird nicht allein als psychosomatisches Wesen wahrgenommen, das Triebkonflikte (S. Freud) l\u00f6sen muss, sondern vor allem als Wesen, das f\u00fcr seine Lebensgestaltung Verantwortung \u00fcbernehmen und sch\u00f6pferisch sein kann.<a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/lexikon.stangl.eu\/217\/logotherapie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.logotherapie.ch\/index.php?id=6<\/a>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2>Theorie und Praxis der Logotherapie<\/h2>\r\n<h3>Bedeutung der Sinnfrage<\/h3>\r\nDie Frage nach dem Sinn, Frankls Hauptthema, entwickelte sich auf dem biografischen Hintergrund seiner Arbeit im \u00abSelbstm\u00f6rderinnenpavillon\u00bb (einer Abteilung im Psychiatrischen Krankenhaus Wien, in der er in jungen Jahren arbeitete) und auf dem Hintergrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die seine Eltern, seinen Bruder und seine Frau ermordeten. Das Sinnlosigkeitsgef\u00fchl ist nach Frankl immer bedeutsamer f\u00fcr die Menschen geworden, weil biologische Instinkte und auch kulturelle Traditionen immer weniger Orientierung erm\u00f6glichen. Noogene Neurosen und existenzielle Frustration sind die Folgen davon.\r\n\r\nDer Wille zum Sinn ist gem\u00e4ss Frankl die dem Menschen innewohnende prim\u00e4re Motivationskraft. Die therapeutische Intervention soll die pers\u00f6nliche Sinnsuche unterst\u00fctzen (Kriz, 2014).\r\n<h4 class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Interventionsans\u00e4tze<\/span><\/h4>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n\r\nEs ist nicht die Logotherapie, die dem Leben des Patienten Sinn geben kann, aber sie soll im Patienten die \u00dcberzeugung wecken, dass er Sinn finden kann. Daf\u00fcr stehen verschiedene Interventionsans\u00e4tze zur Verf\u00fcgung.\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnfindungsgespr\u00e4chen<\/i> <\/span>oder im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sokratischen Dialog<\/i><\/span> werden durch geschickte Fragen bestimmte Haltungen und \u00dcberzeugungen des Patienten hinterfragt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In eine \u00e4hnliche Richtung zielt die sog. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einstellungsmodulation<\/i><\/span>.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dereflexion<\/i> <\/span>wird bei psychosomatischen Funktionsst\u00f6rungen eingesetzt (z.B. Schlaflosigkeit, Sexualprobleme). Gem\u00e4ss diesem Konzept wird der St\u00f6rung vom Patienten zu viel Aufmerksamkeit gewidmet, d.h. es findet zu viel Reflexion statt. Das Symptom, das vermieden werden sollte, wird so in einem Teufelskreis verst\u00e4rkt und aufrecht erhalten. Ziel der Dereflexion ist es, die Aufmerksamkeit vom Symptom abzuziehen, indem sie auf etwas Anderes gelenkt wird.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ein \u00e4hnliches Vorgehen wird mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>paradoxen Intention<\/i><\/span> verfolgt (diese ist auch in der kognitiven Verhaltenstherapie als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Symptomverschreibung<\/i> <\/span>bekannt). Dabei soll der Patient seine Symptome herbeiw\u00fcnschen oder sich vornehmen. Am Beispiel der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungsangst<\/i><\/span> \u2014 der neurotischen Erwartung, dass ein be\u00e4ngstigendes Ereignis eintreten k\u00f6nnte \u2014 kann man sich dies so vorstellen: die Erwartungsangst bewirkt das Symptom, vor dem sich der Patient f\u00fcrchtet. Ein schwaches Symptom erzeugt ein unangenehmes Gef\u00fchl, die Angst davor verst\u00e4rkt das Symptom, was in einem Teufelskreis wieder die Erwartungsangst verst\u00e4rkt (Kriz, 2014). Der Patient wird nun in m\u00f6glichst humorvoller Weise angehalten, die bef\u00fcrchteten Symptome herbeizuw\u00fcnschen und sich ihnen zu stellen (siehe nachfolgendes Beispiel). Die paradoxe Intention setzt allerdings voraus, dass der Patient den \u00dcbungscharakter des Verhaltens erkennt.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<h5><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Beispiel einer paradoxen Intention<\/span><\/h5>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">Konkret sieht eine solche paradoxe Intention grob wie folgt aus (vgl. Frankl, 1982): Eine Patientin mit Angst vor ihren Suizidgedanken und der Gefahr, geisteskrank zu werden, wird angehalten, sie solle in keiner Weise mehr gegen ihre Gedanken ank\u00e4mpfen, sondern versuchen, diese humorvoll zu karikieren \u2014 sich etwa zu sagen: \u00abGut, jetzt gehe ich auf die Strasse um verr\u00fcckt zu werden. Prima, jetzt ist eine g\u00fcnstige Gelegenheit, jetzt werde ich mich unter ein Auto werfen, hab's ja schon lange nicht mehr getan!\u00bb oder: \u00abGestern wollte ich mich zehnmal unter ein Auto werfen, heute werde ich es zwanzigmal tun. Das Blut soll nur so spritzen!\u00bb Oder ein Patient mit Angst vor einem Kreislaufkollaps wird aufgefordert, l\u00e4ngere Fahrten mit der Strassenbahn zu unternehmen und sich zu sagen: \u00abJetzt wird in die Strassenbahn gegangen. Dort werde ich denen einmal zeigen, wie ich kollabieren kann!\u00bb (Kriz, 2014).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n\r\nDurch diverse Erweiterungen im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Existenzanalyse<\/i><\/span>(vor allem durch Alfried L\u00e4ngle) hat die Logotherapie auch f\u00fcr die P\u00e4dagogik eine gr\u00f6ssere Bedeutung erlangt:\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>praktische Anwendung der Logotherapie<\/b><\/span> liegt prim\u00e4r in der Hilfestellung f\u00fcr Menschen, die (noch) nicht erkrankt sind, sich aber in einer existenziellen Orientierungslosigkeit befinden, an der sie leiden. Somit findet die Logotherapie eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">breite <i>Anwendung im psychologischen, psychohygienischen, sozialarbeiterischen, sucht-pr\u00e4ventiven, pflegerischen, p\u00e4dagogischen und seelsorgerlichen Bereich<\/i><\/span><i>.<\/i> Sie leistet wesentliche Arbeit zur Vorbeugung von neurotischen Erkrankungen und zur Verh\u00fctung und Behandlung von Sinnlosigkeits- und Leeregef\u00fchlen (\"existentielles Vakuum\"). (Quelle: Homepage der Gesellschaft f\u00fcr Existenzanalyse Schweiz, GES)<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Viktor Frankl<\/h3>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video spricht Viktor Frankl \u00fcber Sinn und Transzendenz. (Youtube: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F7GwzAJPARg\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F7GwzAJPARg<\/a>)<\/div>\r\n<div>\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Viktor_Frankl_Sinn.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Viktor_Frankl_Sinn.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestalttherapie<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalttherapie<\/i> <\/span>wurde von Fritz Perls, Laura Perls und Paul Goodman begr\u00fcndet. Diverse Ans\u00e4tze und Str\u00f6mungen sind in die Gestaltherapie eingeflossen. Perls arbeitete urspr\u00fcnglich als Psychoanalytiker, weshalb viele psychoanalytische Gedanken in die Gestalttherapie eingebaut wurden. Ebenfalls auf Perls biografischem Hintergrund beruht der Einfluss der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologie<\/i><\/span>. Die Gestalttherapie ist jedoch nicht etwa die praktische Anwendung der Gestaltpsychologie; Perls hat die gestaltpsychologischen Konzepte nur in sehr verallgemeinerter Form verwendet (Kriz, 2014). Auch die Gestaltpsychologen verwahren sich gegen die Gleichsetzung.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wichtig f\u00fcr die Gestalttherapie waren Perls Kontakte mit Moreno, der ihm das Psychodrama n\u00e4her brachte, und die Kontakte mit Paul Goodman (Sozialpsychologe). Generell kann man sagen, dass Perls eher eine bestimmte Lebensform vermittelte als eine fundierte Theorie (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_698\" align=\"alignright\" width=\"239\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101.png\"><img class=\"wp-image-698 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"144\" \/><\/a> (c) www.higw.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In diesem Sinne kann man die Gestalttherapie als \u00abeine wenig geschlossen-strukturierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ansammlung von Interventionstechniken<\/i><\/span>\u00bb bezeichnen (Kriz, 2014, S. 211). Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>neun Kerngebote<\/i><\/span> (siehe Vertiefung) haben als Ziel eine m\u00f6glichst hohe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Awareness<\/i><\/span>. Das Leben wird als fortw\u00e4hrender Wachstumsprozess verstanden; zentrale Begriffe sind dabei: Wachstum, Selbstaktualisierung, Gewahrsein, Bewusstheit, Kontakt, Umwelt, Innenwelt, Begegnung. Die Auseinandersetzung des Organismus mit der Umwelt l\u00e4uft in\u00a0 <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklen ab<\/i>. <\/span>Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbst<\/i> <\/span>besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>, Es und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i> <\/span>und koordniniert die Auseinandersetzung zwischen Organismus und Umwelt (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Kerngebote der Gestalttherapie<\/span><\/h3>\r\nwurden vom Perls-Sch\u00fcler Eric Marcus (1979) wie folgt formuliert (nach Kriz, 2014, S. 212):\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebe jetzt. <i>K\u00fcmmere dich um die Gegenwart statt um die Vergangenheit und die Zukunft<\/i><\/span><i>. <\/i>Vergangenheit und Zukunft, das sind Phantasien, Gedanken.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebe hier. Besch\u00e4ftige dich mit dem Anwesenden statt mit dem Abwesenden<\/span>.<\/i> Es m\u00fcssen viele \u00abunerledigte Gesch\u00e4fte\u00bb aus der Vergangenheit erledigt, \u00abunfertige Gestalten\u00bb geschlossen werden, bis man im Hier und Jetzt leben kann.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">H\u00f6re auf, dir etwas vorzustellen. Erfahre die Realit\u00e4t<\/span>.<\/i> Die Therapie besteht im Wesentlichen darin, dem Klienten zu helfen, zwischen seiner Phantasie \u00a0und der Wirklichkeit zu unterscheiden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>H\u00f6re auf, unn\u00f6tig zu denken.<\/i> <i>Besser: Probier und schau<\/i><\/span><i>.<\/i> Experimentiere mit dir!<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dr\u00fccke dich lieber aus, anstatt zu manipulieren, zu erkl\u00e4ren, zu rechtfertigen und zu urteilen<\/span>.<\/i><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lass dich auf Unerfreuliches und Schmerz ebenso ein wie auf Freude. Schr\u00e4nke deine Bewusstheit (awareness) nicht ein<\/span>.<\/i> Also: Vermeide nichts!<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Akzeptiere keine \u00absollte\u00bb oder \u00abm\u00fcsste\u00bb ausser deinen eigenen. Bete keine G\u00f6tzenbilder an<\/span>.<\/i><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">\u00dcbernimm die volle Verantwortung f\u00fcr deine Handlungen, Gef\u00fchle, Gedanken<\/span>.<\/i><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Akzeptiere dich (und die anderen), wie du jetzt bist (wie sie jetzt sind)<\/span>. \u2014 <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Nur wenn wir die Unausweichlichkeit des jetzigen Zustandes akzeptieren, k\u00f6nnen wir neue Bewusstheiten akzeptieren, entwickeln und neue Seinsweisen im n\u00e4chsten Augenblick ausprobieren<\/span>.<\/i><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der Gestalttherapie<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbst <\/span>besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>, <i>Es<\/i> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i> <\/span>und koordiniert die Auseinandersetzung zwischen Organismus und Umwelt. Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span> erm\u00f6glicht es, einen geschlossenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklus<\/i> <\/span>entstehen zu lassen, d.h. dass im g\u00fcnstigen Fall ein Verlangen oder eine Emotion ins <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbst<\/i> <\/span>transformiert und dadurch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>erfahren<\/i> <\/span>wird (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklen<\/i> <\/span>werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalten<\/i> <\/span>wahrgenommen; auf einem Hintergrund wird eine Figur erkannt. Vollst\u00e4ndig durchlaufene Kontaktzyklen f\u00fchren in Auseinandersetzung mit der Umwelt zu <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Assimilation <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Integration<\/span>. Kontaktprozesse k\u00f6nnen aufgrund von \u00e4usseren, z. B. erniedrigenden oder traumatischen, oder inneren Einfl\u00fcssen unterbrochen werden. Diese unvollendeten Gestalten oder unerledigten Situationen vermeiden zwar \u00e4ussere Konflikte, lassen aber innere entstehen und behindern den lebendigen Austausch mit der aktuellen Umwelt. L\u00f6sungen sollen in der Kommunikation von Ich und Du im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hier und Jetzt<\/i><\/span> ausgehandelt werden (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Kontaktst\u00f6rungen<\/span>:<\/i> Nicht alle Bed\u00fcrfnisse werden zur Figur. Wird aber der Kontakt (zu sich selbst oder zu andern) unterbunden, entsteht eine <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unvollendete Gestalt<\/span>.<\/i> Diese unvollendeten Gestalten tauchen immer wieder als St\u00f6rungen im Bewusstsein auf.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Begriff des Kontakts ist mit dem Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Grenze<\/i> <\/span>verbunden: Ein Kontakt kann nur da stattfinden, wo eine Grenze vorhanden ist; ohne Grenze w\u00fcrde eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verschmelzung<\/i> <\/span>stattfinden (Konfluenz).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontaktzyklus<\/span><\/h4>\r\nDer Kontaktzyklus verl\u00e4uft jeweils in vier Schritten (Kriz, 2014, S. 214):\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Vorkontakt: Aus dem Organismus oder der Umwelt taucht ein Verlangen bzw. ein Reiz auf, der zur Figur wird (aus der Sicht des Selbst wird der \u00fcbrige K\u00f6rper bzw. die \u00fcbrige Umwelt zum Hintergrund). Die Wahl des hervortretenden Elementes wird dabei durch viele Faktoren bestimmt, die man grob unter dem Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Interesse<\/i> <\/span>zusammenfassen k\u00f6nnte.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kontaktnahme: Das Verlangen wird zum Hintergrund und als Figur tritt ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Suchbild <\/span>f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten zur Befriedigung; das <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Herantreten <\/span>r\u00fcckt<\/i> in den Vordergrund, M\u00f6glichkeiten werden differenziert und ausgew\u00e4hlt \u2014 hier ist die Funktion des Ich entscheidend.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kontaktvollzug: Im Kontakt selbst sind K\u00f6rper und Umwelt Hintergrund, die Figur und der Kontakt selbst werden intensiv erlebt. Die Intention des Ich wird in die Spontaneit\u00e4t des Selbst transformiert, d. h., die ganze Person ist nun vom Erleben (Wahrnehmen, F\u00fchlen) erfasst.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Nachkontakt: Der Kontaktprozess ist zu Ende, das Selbst verblasst, die Figur tritt in den Hintergrund zur\u00fcck. In der Begegnung mit dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Nicht-Selbst<\/i>\u00a0<\/span>vollzog sich im optimalen Fall ein Wachstums- und Reifeschritt. Der Organismus ist nun bereit f\u00fcr den n\u00e4chsten Kontaktzyklus.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Der leere Stuhl<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">\u00abDie Bewusstmachung unerw\u00fcnschter Gef\u00fchle und die F\u00e4higkeit, sie zu ertragen, sind die conditio sine qua non f\u00fcr eine erfolgreiche Behandlung\u00bb \u2014 dieser Satz von Perls (1978, S. 216) zeigt, dass Gestalttherapie im Kern eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Widerstandsanalyse<\/i> <\/span>ist. Im Gegensatz zur Psychoanalyse aber wird der Widerstand nicht gedeutet oder \u00abbeseitigt\u00bb, sondern als Gestalt pr\u00e4gnant und dem Klienten erfahrbar gemacht. In der Gestalttherapie steht nicht das (wegzensierte) Material, sondern der Kontakt- und Blockierungs-Prozess selbst im Zentrum. Im Verhalten hier und jetzt, in den Bew\u00e4ltigungsstrategien, in der Art des Umwelt- und Selbstkontaktes zeigen sich die unvollendeten, nicht geschlossenen Gestalten (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Awareness<\/i> <\/span>des Klienten, besonders die Awareness f\u00fcr sein eigenes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Abwehrverhalten<\/i><\/span>, muss verst\u00e4rkt werden durch die Konzentration auf das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hier und Jetzt<\/i><\/span>. Dies dient dazu, das eigene Erleben zu aktivieren. Der Klient soll die so neu erfahrenen, bisher abgespaltenen Anteile seiner Person als zu ihm geh\u00f6rend anerkennen, wodurch diese Anteile ins Selbst reintegriert werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr werden verschiedene Techniken eigesetzt, z. B. die Technik <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">des <i>leeren Stuhls<\/i><\/span>, auch Gestalt-Dialog genannt (Kriz, 2014). Der Klient setzt dabei eine Bezugsperson oder auch ein bestimmtes Gef\u00fchl oder eine Reaktion von sich selbst auf einem leeren Stuhl gegen\u00fcber und nimmt im Rollentausch einen Dialog auf.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_699\" align=\"aligncenter\" width=\"458\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102.png\"><img class=\"wp-image-699 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102.png\" alt=\"\" width=\"458\" height=\"201\" \/><\/a> (c) www.wdr5.de\/[\/caption]\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Technik des leeren Stuhls<\/span><\/h4>\r\nIn Gestalttherapie-Workshops ermutigen die Therapeuten die Teilnehmer, wieder den Kontakt mit ihren \u00abauthentischen inneren Stimmen\u00bb aufzunehmen. Eine der bekanntesten Methoden der Gestalttherapie ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Technik des leeren Stuhls<\/span>. Bei dieser Technik stellt der Therapeut einen leeren Stuhl in die N\u00e4he des Klienten. Der Klient soll sich vorstellen, dass sich auf diesem Stuhl ein Gef\u00fchl, eine Person, ein Objekt oder eine Situation befindet. Der Klient \u00abspricht\u00bb dann mit dem Etwas auf dem Stuhl. Klienten werden beispielsweise dazu ermutigt sich vorzustellen, auf dem Stuhl s\u00e4sse ihre Mutter oder ihr Vater, und Gef\u00fchle zu zeigen, die der Klient unter anderen Umst\u00e4nden nicht offenbaren w\u00fcrde. Dann kann sich der Klient vorstellen, jene Gef\u00fchle bef\u00e4nden sich auf dem Stuhl, um mit diesen Gef\u00fchlen \u00fcber den Einfluss, den sie auf sein Leben haben, zu \u00absprechen\u00bb. Diese Technik erm\u00f6glicht es dem Klienten, starke, bislang unausgedr\u00fcckte Gef\u00fchle, die sein psychisches Wohlergehen beeintr\u00e4chtigen, zu erkunden und sich mit ihnen zu konfrontieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox\"><strong>Zusammenfassung:<\/strong> Gestalttherapie ist eine Therapieform, die sich darauf konzentriert, Geist und K\u00f6rper einer Person zu einer Gesamtheit zusammenzuf\u00fchren. Die Gestalttherapie ermutigt Teilnehmer in Gruppensitzungen, ihre Gef\u00fchle auszudr\u00fccken und Konflikte als Chance zu erkennen, K\u00f6rper und Geist in Einklang zu bringen (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt eine Originalaufnahme mit Fritz Perls (Ausschnitt). Er zeigt am Beispiel des Lampenfiebers in einer Session mit Studierenden grunds\u00e4tzliche Techniken und Konzepte der Gestalttherapie auf (Video mit Untertiteln versehen an der HfH). Link zum vollst\u00e4ndigen Video: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZsZqJXf4vMI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZsZqJXf4vMI<\/a><\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/40_Perls-Szene1_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/40_Perls-Szene1_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4>Institutionen in der Schweiz:<\/h4>\r\nDer <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Schweizer Verein f\u00fcr Gestalttherapie und Integrative Therapie<\/span>, svg, ist ein Fachverband f\u00fcr Menschen, die die Ideen der Gestalttherapie, der Integrativen Therapie und der k\u00f6rperzentrierten Psychotherapie vertreten und deren Methoden in ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit anwenden. URL: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.gestalttherapie.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.gestalttherapie.ch\/<\/a>\r\n\r\nDas <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Institut f\u00fcr Integrative Gestalttherapie<\/span> W\u00fcrzburg (IGW) ist ein Aus- und Weiterbildungsinstitut f\u00fcr Gestalttherapie und Gestaltberatung, das auf eine Erfahrung von \u00fcber 30 Jahren zur\u00fcckblicken kann. In etlichen deutschen St\u00e4dten sowie in der Schweiz, \u00d6sterreich und Kroatien werden verschiedene Aus- und Weiterbildungslehrg\u00e4nge angeboten. Homepage: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.igw-schweiz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.igw-schweiz.ch\/<\/a>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"psychodrama-moreno\"><\/a>Psychodrama<\/h2>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_700\" align=\"alignright\" width=\"315\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103.png\"><img class=\"wp-image-700 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103.png\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"221\" \/><\/a> (c) www.maraustralis.com\/[\/caption]\r\n\r\n<span style=\"font-size: 1em\">In den 1920er Jahren entwickelte der Wiener Psychiater <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\"><i>Jacob Moreno<\/i><\/span><span style=\"font-size: 1em\"> (1889-1974) die als <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\"><i>Psychodrama<\/i> <\/span><span style=\"font-size: 1em\">bezeichnete Therapieform. Dabei spielen die Gruppenmitglieder wie in einem Stegreifspiel <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\">Rollen<\/span><span style=\"font-size: 1em\">. Die Atmosph\u00e4re soll die Teilnehmer sich so sicher f\u00fchlen lassen, dass sie ihre Gef\u00fchle und Gedanken ausdr\u00fccken, neue Verhaltensweisen und Einstellungen ausprobieren und sich in die Empfindungen und Ansichten anderer einf\u00fchlen. H\u00e4ufig spielen die Gruppenmitglieder auf einer <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\">B\u00fchne <\/span><span style=\"font-size: 1em\">und sogar vor Publikum.<\/span>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Psychodrama kommen verschiedene <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollenspieltechniken<\/i> <\/span>zum Einsatz. Bei der Technik des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hilfs-Ich<\/i><\/span> oder der Spiegelung portr\u00e4tiert ein Gruppenmitglied ein anderes und zeigt ihm so, wie es auf andere wirkt. Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollentausch<\/i> <\/span>spielen zwei Gruppenmitglieder die jeweils andere Person. In der Technik des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wunderladens<\/i> <\/span>tauschen die Teilnehmer eine ihrer unerw\u00fcnschten pers\u00f6nlichen Eigenschaften zeitweise gegen eine aus, die sie erstreben. All diese Aktivit\u00e4ten werden vom Spielleiter oder Therapeuten geleitet, der auch jedem Teilnehmer R\u00fcckmeldung zu seiner Darstellung gibt. Auch das Publikum kann n\u00fctzliches Feedback geben (Comer, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Viele Verhaltens- und humanistische Therapeuten setzen heute das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollenspiel<\/i> <\/span>ein, um bei den Mitgliedern ihrer Gruppen Selbstsicherheit und soziale Fertigkeiten zu f\u00f6rdern. Die Bedeutung, die das Psychodrama auf Spontaneit\u00e4t und Empathie legt, hat auch in vielen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppentherapien<\/i> <\/span>seinen Niederschlag gefunden (Comer, 2008).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte des Psychodramas<\/h3>\r\n[caption id=\"attachment_701\" align=\"alignright\" width=\"364\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104.png\"><img class=\"wp-image-701 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104.png\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"244\" \/><\/a> (c) www.ospip.co.uk\/[\/caption]\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Rolle<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle<\/i> <\/span>ist eines der zentralen Konzepte des Psychodramas. In der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle als Kategorie<\/i><\/span> sind gesellschaftlich vordefinierte Handlungsmuster enthalten (analog zu den Rollen im klassischen Theater); die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle als aktive Handlung<\/i><\/span> dagegen beinhaltet die gegenw\u00e4rtigen Aktionen des Ich (analog zum Stegreiftheater). Im Psychodrama soll die Erfahrung und Reflexion dieser Rollen gef\u00f6rdert werden. Die vier Aspekte der Lebenswelt eines Menschen \u2014 Raum, Zeit, Kosmos und Realit\u00e4t \u2014 sind f\u00fcr die Praxis des Psychodramas wesentlich (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Moreno betonte die Bedeutung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>aktiven Spielens<\/i><\/span> von Rollen. Das menschliche Selbst entwickelt sich in der Aus\u00fcbung von Rollen. Die Rolle als aktive Handlung macht das Ich aus und ist Ausdruck der spontanen Kreativit\u00e4t.<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Szene<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein weiteres Schl\u00fcsselkonzept ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Szene<\/i><\/span>. Sie bezeichnet das dynamische Zusammenwirken von mehreren Einfl\u00fcssen. Die folgenden Dimensionen beeinflussen die Szene:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Einfl\u00fcsse aus einverleibten Erfahrungen, sowohl aus dem autobiografischen Ged\u00e4chtnis als auch aus dem sozialen Gef\u00fcge, in dem der Mensch eingebettet ist (erlebte Beziehungen und gesellschaftliche Strukturen).<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Werte und Normen, die aus der spezifischen Kultur \u00fcbernommen werden.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese Erfahrungen und Einfl\u00fcsse werden im Stegreiftheater als lebendiges Geschehen spontan vermischt (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_702\" align=\"alignright\" width=\"319\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105.png\"><img class=\"wp-image-702 \" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105.png\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"220\" \/><\/a> (c) serendip.brynmawr.edu[\/caption]\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Praxis der Psychodrama-Therapie<\/span><\/h4>\r\nDie Psychodrama-Therapie setzt auf die heilende Wirkung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Nacherlebens <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ausagierens<\/i> <\/span>von belastenden Erfahrungen. Sie findet gew\u00f6hnlich in einer Arbeit mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppen<\/i> <\/span>statt. Folgende Begriffe sind die sechs wesentlichen Konstituenten des Psychodramas:\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">B\u00fchne oder Spielfl\u00e4che abgegrenzt<\/span>:<\/i> Die B\u00fchne ist der Raum, in dem der Protagonist Szenen aus Vergangenheit und Zukunft gestaltet, aber auch seine Tr\u00e4ume, \u00c4ngste, Phantasien, Beziehungen, Lebenssituationen darstellt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Protagonist:<\/i> <\/span>Als Autor und Hauptdarsteller setzt der Protagonist spontan um, was ihm in den Sinn kommt. Mit Hilfe des Spielleiters und der Mitspieler soll ein m\u00f6glichst hoher affektiver Realit\u00e4tsgehalt angestrebt werden. Wichtig sind das Wiedererleben, aber auch neue Erfahrungs- und Verhaltensm\u00f6glichkeiten.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spielleiter: <\/i><\/span>Der Therapeut ist in der Regel der Spielleiter. Er steht dem Protagonisten bei und erm\u00f6glicht ein m\u00f6glichst intensives Spiel. Die Problemdarstellung soll intensiviert werden. Anschliessend wird der Ablauf besprochen und analysierend aufgearbeitet.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Mitspieler, Hilfs-Ich oder Assistenten<\/span>: <\/i>Diese spielen ihre Rollen gem\u00e4ss den Anweisungen des Protagonisten oder des Spielleiters. Sie sollen sich m\u00f6glichst gut einf\u00fchlen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Teilnehmer:<\/i><\/span> Die Teilnehmer sind Publikum und Resonanzboden f\u00fcr das dramatische Geschehen. Durch R\u00fcckmeldungen unterst\u00fctzen sie den Protagonisten und nehmen am Geschehen teil. Die Mitspieler geben ausserdem Rollen-Feedback.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychodrama-Techniken<\/span>: <\/i>Der Ablauf einer Sitzung erfolgt in drei Phasen:\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Initialphase, Warm-Up, Problemfindungsphase<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Handlungsphase: Aktions-, Spiel-, Problembearbeitungs-Phase<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Abschlussphase: Sum-Up, Gespr\u00e4che, Integration, Nachbearbeitung.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\nJede dieser Phasen verwendet weitere spezifische Techniken wie z.B. den leeren Stuhl, Rollenwechsel, Doppeln etc. (Kriz, 2014).\r\n\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Konzepte und Ideen aus Morenos Psychodrama-Therapie <strong>beeinflussten<\/strong> viele weitere Therapierichtungen, wie Kriz (2014) dies beschreibt: Weit \u00fcber seine Bedeutung als eigenst\u00e4ndiger, abgegrenzter Therapieansatz hinaus hat das Psychodrama Konzepte von vielen anderen Therapieans\u00e4tzen beeinflusst. So stammt z. B. der zentrale Begriff humanistischer Psychologie, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Begegnung<\/i><\/span>, von Moreno (bereits 1915 erschien dessen Schrift \u00abEinladung zu einer Begegnung\u00bb); auch das Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empathie<\/i><\/span>, einer der drei Kernaspekte in Rogers personzentrierter Psychotherapie, wurde von Moreno erstmals thematisiert, ebenso wie die Hervorhebung des<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Hier und Jetzt<\/span><\/i>, das Erleben des Klienten und die therapeutische Arbeit. Ferner sind wesentliche Aspekte der heutigen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppentherapien<\/i> <\/span>und der interaktionellen, systemischen Therapie bereits Jahrzehnte zuvor von Moreno vorweggenommen worden. Fritz Perls (Gestalttherapie) und Eric Berne (Transaktionsanalyse) waren ebenso wie fast alle Sch\u00fcler Kurt Lewins (Gestalt- und Feldtheorie) in Morenos Vorlesungen. <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Rollenspiel<\/span>, <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollentausch<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>leerer Stuhl<\/i><\/span> sind z. B. Elemente, die Perls f\u00fcr seine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalttherapie<\/i> <\/span>von Moreno \u00fcbernahm (S. 228)<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Transaktionsanalyse<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_703\" align=\"alignright\" width=\"176\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106.png\"><img class=\"wp-image-703 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106.png\" alt=\"Foto von Eric Berne.\" width=\"176\" height=\"221\" \/><\/a> (c) Wikipedia[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Transaktionsanalyse wurde in den 1940er und 1950er Jahren vom Psychiater <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eric Berne<\/i><\/span> entwickelt (1910-1970); im deutschsprachigen Raum ist sie bekannt geworden durch die B\u00fccher von Eric Berne und Thomas A. Harris (\u00abSpiele der Erwachsenen\u00bb resp. \u00abIch bin o.k. \u2014 du bist o.k.\u00bb).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Transaktionsanalyse bietet eine M\u00f6glichkeit, menschliche Kommunikation mit Schwerpunkt auf der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Beziehungsgestaltung<\/i> <\/span>zu untersuchen. Sie ist sowohl von psychoanalytischen als auch von individualpsychologischen Konzepten gepr\u00e4gt; das Menschenbild entspricht dem der humanistischen Psychologie: der Mensch als einzigartiges Wesen, bestimmt durch Ganzheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit. Ziele der transaktionsanalytischen Therapie sind die sozial verantwortliche Selbstverwirklichung und das Wachstum der Person.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bernes Schriften pr\u00e4sentieren sich als anschauliche und eing\u00e4ngige Texte; die beschriebenen Konzepte sind dadurch gut fassbar und nachvollziehbar. Trotzdem bestehen in der Transaktionsanalyse grosse L\u00fccken in theoretischer Hinsicht (Kriz, 2014).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Grundkonzepte der Transaktionsanalyse wurden h\u00e4ufig in andere Ans\u00e4tze integriert. Gerade das Fehlen einer differenzierten Theorie erleichtert es, die griffigen Grundkonzepte weiter zu verwenden (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_704\" align=\"alignright\" width=\"240\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107.png\"><img class=\"wp-image-704 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"171\" \/><\/a> (c) www.psychologie-jaegers.de\/[\/caption]\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Strukturmodell der Pers\u00f6nlichkeit<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transaktionen<\/i> <\/span>sind Mitteilungen, die zwischen verschiedenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich-Zust\u00e4nden<\/i><\/span> der Kommunikationspartner ablaufen. Die drei Ich-Zust\u00e4nde der Pers\u00f6nlichkeit regeln Wahrnehmen, F\u00fchlen und Denken, aber auch die nach aussen gerichteten Aktivit\u00e4ten (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kind-Ich, Erwachsenen-ich, Eltern-Ich<\/i><\/span>, siehe n\u00e4chster Abschnitt). Ein Gespr\u00e4ch besteht zumeist aus vielen einzelnen Transaktionen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Berne unterscheidet <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Komplement\u00e4r-Transaktione<\/span>n<\/i> (wenn die Sender den gleichen Ich-Zustand ansprechen oder die Nachrichten einander erg\u00e4nzen) und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcber-Kreuz-Transaktionen<\/i><\/span>. Sind die Botschaften stimmig (komplement\u00e4re Transaktion), kann sich die Kommunikation ungest\u00f6rt fortsetzen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dargestellt wird das Strukturmodell der Pers\u00f6nlichkeit durch drei \u00fcbereinander liegende Kreise.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Die Transktionsanalyse enth\u00e4lt viele psychoanalytische Elemente und k\u00f6nnte deshalb auch als psychodynamisches Modell bezeichnet werden (Kriz, 2014, f\u00fchrt sie unter den psychodynamischen Therapien auf).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der Transaktionsanalyse<\/h3>\r\n[caption id=\"attachment_705\" align=\"alignright\" width=\"253\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108.png\"><img class=\"wp-image-705 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108.png\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"223\" \/><\/a> (c) www.hipa.at[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zentrale Konzepte der Transaktionsanlayse sind die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Strukturanalyse<\/i><\/span>, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transaktionsanalyse<\/i><\/span>, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spielanalyse<\/i> <\/span>und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Skriptanalyse<\/i><\/span>, die im Folgenden kurz beschrieben werden (nach Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Strukturanalyse<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Pers\u00f6nlichkeit kann diagnostisch erfasst werden, indem sie in drei<i> <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich-Zust\u00e4nde<\/i> <\/span>gegliedert wird, die der Reihenfolge in der Entwicklung entsprechen, n\u00e4mlich das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kind-Ich<\/i><\/span>, das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eltern-Ich<\/i><\/span> und das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwachsenen-Ich<\/i><\/span>. Wenn Menschen kommunizieren, sprechen sie jeweils ein bestimmtes Ich an. Dargestellt werden die Ich-Zust\u00e4nde in Form von drei \u00fcbereinander liegenden Kreisen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Ich-Zustand des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Kind-Ich<\/b><\/span> sind fr\u00fchkindlich fixierte Inhalte und\u00a0 Gef\u00fchle aufgezeichnet. Handlungen in diesem Zustand werden von spontanen Gef\u00fchlsregungen und W\u00fcnschen beherrscht. Wenn ein Mensch von Gef\u00fchlen gepackt wird, hat sein Kind-Ich die F\u00fchrung \u00fcbernommen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Zustand des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Eltern-Ich<\/b><\/span> wird dominiert von den internalisierten Normen und Werten. Im Eltern-Ich sammeln sich die elterlichen Vorschriften, Ermahnungen, Vorw\u00fcrfe, aber auch Lob und Anerkennung.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Erwachsenen-Ich<\/b> <\/span>urteilt, denkt, legt sich seine Handlungen zurecht und ber\u00fccksichtigt auch die Handlungskonsequenzen. Ein gut ausgebildetes Erwachsenen-Ich l\u00e4sst nur die Normen und Wertsetzungen aus dem Eltern-Ich zu, die aktuell ad\u00e4quat erscheinen, und jene Teile aus dem Kindheits-Ich, die situationsangemessen sind.<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Transaktionen sind die Botschaften, die in zwischenmenschlichen Beziehungen von jedem Ich-Zustand aus an jeden Ich-Zustand des Partners gesendet werden k\u00f6nnen. Die aus einem der drei Kreise gesendeten Botschaften des Senders sind also je nach Inhalt an einen der drei Kreise des Empf\u00e4ngers gerichtet und l\u00f6sen dort wieder eine Reaktion aus. Dabei sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">drei <i>Hauptformen der Transaktion<\/i><\/span> m\u00f6glich: parallele oder komplement\u00e4re Transaktionen, gekreuzte Transaktionen und verdeckte Transaktionen, wobei im Detail <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>81 Transaktionsmuster<\/i><\/span> m\u00f6glich sind. Wiederkehrende Transaktionsmuster gelten als Ausdruck von eingelernten Rollen oder grundlegenden Lebenseinstellungen einer Person (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Spielanalyse<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Spielanalyse untersucht verdeckte Komplement\u00e4rtransaktionen, die unternommen werden, um einen emotionalen Gewinn zu erhalten (Kriz, 2014). Der emotionale Gewinn besteht in der Regel aus Ersatz- oder sog. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Racket-Gef\u00fchlen<\/i><\/span>, fr\u00fchkindlich gelernte Ersatzmuster f\u00fcr unerlaubte Gef\u00fchle. Diese sind gekoppelt mit Glaubenss\u00e4tzen und unbewussten Botschaften.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Vielfalt der analysierten Spiele und ihrer Typologien (wie in seinem Buch \u00abSpiele der Erwachsenen\u00bb beschrieben) kann als Hauptbeitrag Berne's zur Psychopathologie bezeichnet werden (Kriz, 2014).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/h3>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Skriptanalyse<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Spiele und Transaktionen bilden nach Berne einen Lebensplan, der als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Skript <\/span>bezeichnet wird. Das Skript beinhaltet die sog. Lebensgrundposition und die weiteren Entwicklungen der Pers\u00f6nlichkeit durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Indoktrination<\/i><\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungsanweisungen<\/i> <\/span>und <i>Rezepte<\/i>, und durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Modellverhalten<\/i><\/span> (Kriz, 2014). F\u00fcnf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Lebenseinstellungen<\/i> <\/span>werden unterschieden:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist nicht O.K.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist nicht O.K.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Lebenseinstellungen, entsprechend den kindlichen Entwicklungsstufen<\/span><\/h4>\r\n(nach Kriz, 2014, S. 105)\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K (pr\u00e4\/postnatal)<\/b><\/span><b> <\/b>Das Neugeborene kommt mit Urvertrauen (Erikson) auf die Welt: Die intrauterine, absolute Geborgenheit und Sicherheit bleibt auch postnatal zun\u00e4chst noch erhalten. In dieser Grundhaltung ist das Kind sich selbst die wichtigste Person auf der Welt, es ist O. K., und alle, die diese Ansicht teilen, sind auch O. K. Diese Grundhaltung muss aber zu Entt\u00e4uschung f\u00fchren, wenn sie nicht durch eine aktiv erworbene gleichartige Grundhaltung (Nr. 5) ersetzt wird.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin nicht O. K. \u2014 du bist O. K. (1. Lebensjahr) <\/b><\/span>Sehr bald schon muss das Neugeborene erfahren, dass es hilflos, klein und von der Gnade anderer abh\u00e4ngig \u2014 also nicht O. K. \u2014 ist. Allein schon durch die notwendige Pflege erh\u00e4lt das Kind Streicheleinheiten von der Pflegeperson, die somit O. K. ist. Wird diese Haltung beibehalten, so resultiert daraus mangelndes Selbstwertgef\u00fchl, Depression mit Tendenz zu Suizid oder Sucht.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist nicht O.K. (ca. 2. Lebensjahr) <\/b><\/span>L\u00e4sst die intensive Pflege, und damit die Verteilung von Streicheleinheiten nach, erfolgen vielleicht Strafen oder sogar Missachtung, kommt das Kind zu der \u00dcberzeugung, dass die anderen auch nicht O.K. sind. W\u00fcrde dieser Zustand beibehalten, so w\u00fcrde die Entwicklung des Erwachsenen-Ich hier aufh\u00f6ren, da es keine Streicheleinheiten als Verst\u00e4rker erh\u00e4lt, deren Sicherstellung seine wesentliche Funktion ist. Abgestumpftheit, Mutlosigkeit und sogar Schizophrenie k\u00f6nnen die Folgen sein.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O. K. \u2014 du bist nicht O.K. (ggf. ab 2. Lebensjahr)<\/b><\/span><b> <\/b>Diese Grundhaltung entspricht im Gegensatz zu den ersten drei keinem Stadium der normalen Entwicklung, sondern entsteht nur bei fortdauernder Deprivation oder Misshandlung \u2014 die anderen sind also nicht O. K. Das eigene O. K. ist hier eine Folge des \u00abSelbststreichelns\u00bb. Daraus resultiert eine arrogante, selbstgef\u00e4llige Haltung mit Neigung zur Kriminalit\u00e4t und Soziopathie bzw., bei leichteren St\u00f6rungen, die Haltung der \u00abRetter\u00bb.<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O. K. \u2014 du bist O. K. (realistisch) <\/b><\/span>Die obigen Lebensanschauungen beruhen auf Gef\u00fchlen und sind unbewusst, weil die zugrunde liegenden Entscheidungen bereits in der fr\u00fchen Kindheit gef\u00e4llt wurden. Diese f\u00fcnfte Lebensanschauung hingegen ist eine bewusste Entscheidung und beruht auf Denken, Glauben und Einsatzbereitschaft (Harris, 1975). Diese Lebensanschauung, aus der ein \u00abGelten und Gelten lassen\u00bb entspringt (Petzold, 1980a), ist Ziel der therapeutischen Interventionen in der Transaktionsanalyse.<\/p>\r\n<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3>Therapeutische Interventionen und Methoden<\/h3>\r\nZiel der transaktionsanalytischen Therapie ist die Befreiung vom Lebensskript durch eine Neuentscheidung f\u00fcr eine alternative Grundeinstellung. Zu den Grundmethoden geh\u00f6ren kl\u00e4rende und provozierende Interventionen.\r\n\r\nDer \u00abtherapeutische Imperativ\u00bb ist eine Botschaft des Therapeuten, die an das Erwachsenen-Ich des Klienten gerichtet ist und das destruktive Grundgebot der Eltern aufheben soll. Zus\u00e4tzlich werden in der Transaktionsanalyse viele Interventionstechniken verwendet, die aus andern Therapieformen stammen, wie z.B. Rollenspiele, der \u00ableere Stuhl\u00bb, Traumarbeit, K\u00f6rperarbeit, verhaltenstherapeutische Techniken (Kriz, 2014).\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Der folgende Videoausschnitt zeigt einen Teil eines Interviews mit Eric Berne (1966): Dr. Eric Berne - Games People Play - The Practice Part 1 (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">\u00abFrom a 1966 NET Science broadcast special on Dr. Eric Berne's wildly successful book Games People Play. The author interviews Dr. Berne at his home in Carmel where Dr. Berne explains the theory behind Transactional Analysis. One of few videos with sound of the genius Dr. Berne before his untimely death.\u00bb (Link zum vollst\u00e4ndigen Video: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SUkXZ7grMwE\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SUkXZ7grMwE<\/a>)<\/div>\r\n<div>\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/41_BerneYoutubeAusschnitt1_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/41_BerneYoutubeAusschnitt1_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n&nbsp;\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Themenzentrierte Interaktion (TZI)<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_707\" align=\"alignright\" width=\"175\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109.png\"><img class=\"wp-image-707 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109.png\" alt=\"Die Fotografie zeigt Ruth C. Cohn.\" width=\"175\" height=\"255\" \/><\/a> (c) www.jungfrauzeitung.ch[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ruth C. Cohn<\/i><\/span> (1912-2010), ist Begr\u00fcnderin der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Themenzentrierten Interaktion<\/i><\/span> (TZI) und eine der einflussreichsten Vertreterinnen der humanistischen Psychologie.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die TZI entstand vor dem theoretischen Hintergrund der Psychoanalyse, der Gruppentherapien sowie der humanistischen Psychologie und ber\u00fccksichtigt Erfahrungen aus der Gestalttherapie und der Gruppendynamik. Das urspr\u00fcngliche Anliegen Ruth Cohns war es, ein Konzept zu entwickeln, das \u00abdem urspr\u00fcnglich gesunden Menschen ein Leben erm\u00f6glicht, in dem er gesund bleiben kann\u00bb. Gesundheit bezieht sich hier nicht bloss auf das individuelle Wohlbefinden, sondern auch auf die politische Verantwortlichkeit in der Welt.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">TZI ist ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppenkonzept<\/i><\/span>, das auf aktives, sch\u00f6pferisches und entdeckendes Lernen \u2014 <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebendiges Lernen<\/span>\u00bb<\/i> \u2014 und Arbeiten ausgerichtet ist.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">TZI bringt Strukturen in den Gruppenprozess, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>dynamisches Gleichgewicht<\/i><\/span> zwischen den verschiedenen Bed\u00fcrfnissen des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einzelnen<\/i><\/span>, der Interaktion der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppe<\/i><\/span>und deren <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aufgabe<\/i><\/span> anstreben (Ich-Wir-Es-Balance). Das Umfeld oder die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Umwelt<\/i><\/span>(globe), in einem engeren und weiteren Sinn, soll stets mitber\u00fccksichtigt werden. Die Autonomie des Menschen ist um so gr\u00f6sser, je bewusster er seine soziale und universelle Interdependenz anerkennt und aktiviert (http:\/\/www.tzi.ch\/)<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich, Wir, Es und Globe<\/i><\/span> werden im so genannten TZI-Dreieck abgebildet (siehe n\u00e4chster Abschnitt). Je nach Entwicklung und Verlauf des Gruppenprozesses wird einer der vier Faktoren st\u00e4rker beleuchtet. Die TZI versucht die Gruppe voranzubringen, indem alle vier Faktoren bearbeitet werden. Entgegen der Bezeichnung \u00abthemenzentriert\u00bb geht es nicht nur darum, das Thema (Es) in den Mittelpunkt zu stellen, sondern alle vier Faktoren und ihre Beziehungen zur Sprache zu bringen.<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der TZI<\/h3>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Existenzielle Daseinsposulate<\/span><\/h4>\r\nDie philosophische Grundhaltung der TZI \u00e4ussert sich im Versuch, eine humanistische Grundhaltung in Form einer psychologischen Didaktik anzuwenden. Kernpunkt sind dabei die beiden existenziellen Daseinspostulate, wie sie Ruth Cohn formuliert hat:\r\n<ul>\r\n \t<li><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sei dein eigener Chairman<\/i>: <\/span>Dieses Postulat betont einerseits die Verantwortung mir selbst und meiner individuellen Welt gegen\u00fcber, auf der andern Seite aber auch meine Verantwortung gegen\u00fcber der Umwelt (Quitmann, 1996).<\/li>\r\n \t<li><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>St\u00f6rungen haben Vorrang<\/i><\/span>: Grundlegendes existenzielles Postulat der TZI. In Gruppenprozessen sollen St\u00f6rungen in der Interaktion der Gruppenteilnehmer, aber auch St\u00f6rungen duch externe Einfl\u00fcsse, wahrgenommen und akzeptiert werden, inklusive der M\u00f6glichkeit, sie hier und jetzt zu ver\u00e4ndern (Quitmann, 1996).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110.png\"><img class=\"alignright wp-image-708 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110.png\" alt=\"Das Bild zeigt das TZI-Dreieck, mit den Ecken Ich, Wir und Es, umschlossen vom Gllobus.\" width=\"271\" height=\"203\" \/><\/a><\/b>Die dynamische Balance zwischen Ich, Wir und Es<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Als Umsetzungshilfe f\u00fcr die Daseinspostulate dient das dynamische Dreieck, mit den drei Eckpunkten:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i> Ich<\/i><\/span>: die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i><\/span>des Einzelnen, mit seiner Biographie und seiner aktuellen Verfassung.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>: betrifft die Gruppe und das sich entwickelnde Beziehungsgef\u00fcge.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Es<\/i><\/span>: betrifft den Inhalt oder die Aufgabe, zu deren Bearbeitung und Erledigung die Gruppe zusammenkommt.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Dreieck wird umschlossen von der Kugel, auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Globe<\/i><\/span>oder Globus genannt. Diese bezeichnet den n\u00e4heren und weiteren Kontext, in welchem sich die Gruppe trifft. Der Kontext kann organisatorische, strukturelle, soziale, politische, wirtschaftliche, \u00f6kologische oder kulturelle Bedingungen beinhalten, die die Zusammenarbeit der Gruppe beeinflussen und die umgekehrt von der Arbeit der Gruppe beeinflusst werden.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Aufgabe des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppenleiters<\/i><\/span>ist es, eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Balance<\/i><\/span>zwischen diesen Faktoren zu erreichen. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wachstum<\/i><\/span>der einzelnen Pers\u00f6nlichkeit ist nur m\u00f6glich, wenn es gleichzeitig zu inhaltlichem Wachstum und Gruppenwachstum kommt (Quitmann, 1996).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Hilfsregeln<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Ziele der TZI werden von sog. Hilfsregeln unterst\u00fctzt, die das Kommunikationsverhalten strukturieren und die praktische Umsetzung der Postulate erm\u00f6glichen. Der Leiter hat die Aufgabe, diese Regeln am Anfang in die Gruppe einzubringen.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es folgt eine Zusammenfassung der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Hilsregeln <\/span>in sechs Punkte (nach Quitmann, 1996).<\/div>\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Vertrete dich selbst in deinen Aussagen, sprich per Ich und nicht per Wir oder man. Der Sprechende soll die volle Verantwortung f\u00fcr das von ihm Gesagte \u00fcbernehmen und deshalb verallgemeinernde Rededwendungen vermeiden, wie: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">wir glauben, man sollte, jeder weiss oder niemand sollte<\/span>.<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wenn du eine Frage stellst, sage warum du fragst und was deine Frage d\u00fcr dich bedeutet. Sage dich selbst aus und vermeide das Interview. Es ist beinahe immer besser, eine pers\u00f6nliche Aussage zu machen als eine Frage an andere zu stellen, die m\u00f6glicherweise eigene Erfahrungen verschweigt.<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Halte dich mit Interpretationen (von anderen) so lange wie m\u00f6glich zur\u00fcck. Formuliere stattdessen deine eignen Reaktionen. Interpretationen sind selten f\u00f6rderlich f\u00fcr zwischenmenschliche Beziehungen. Eher: welche Bedeutung hat Verhalten das Andern f\u00fcr mich pers\u00f6nlich?<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">St\u00f6rungen haben Vorrang<\/span>: Dieses existenzielle Postulat dient auch als Hilfsregel. Jeder Teilnehmer soll das Gespr\u00e4ch unterbrechen, wenn er \u00abnicht mehr richtig teilnehmen kann\u00bb (Quitmann, 1996). D.h. St\u00f6rungen einzelner Teilnehmer m\u00fcssen vorrangig gekl\u00e4rt werden.<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Achte darauf, dass immer nur 1 Teilnehmer das Wort hat, dass dieser ausreden kann und dass du ihm zuh\u00f6rst. Die Entscheidung dar\u00fcber, wer spricht, sollte von jedem einzelnen in Eigenverantwortung gef\u00e4llt werden. Seitengespr\u00e4che sind keine L\u00f6sung, sie st\u00f6ren den Gruppenprozess; es sei denn, sie werden als St\u00f6rung thematisiert.<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beachte die Signale aus deiner K\u00f6rpersph\u00e4re und beobachte diese Signale auch bei den andern Teilnehmern. Diese Regel soll die Wahrnehmung unseres K\u00f6rpers und unserer Gef\u00fchle aktivieren.<\/div><\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Matthias Kroeger<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die folgende Videoaufnahme zeigt Matthias Kroeger (emerit. Professor f\u00fcr Theologie- und Kirchengeschichte) in einer Einf\u00fchrungsveranstaltung zur <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">themenzentrierten Interaktion<\/span>.<\/i><\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Einfuehrung_in_die_TZI_von_Matthias_Kroeger.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Einfuehrung_in_die_TZI_von_Matthias_Kroeger.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\nQuelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/youtu.be\/0dcBVDy7DJU\">https:\/\/youtu.be\/0dcBVDy7DJU<\/a>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">TZI und P\u00e4dagogik<\/h3>\r\nRuth Cohn vertrat die Meinung, dass TZI nicht therapeutischen, sondern eher <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>p\u00e4dagogischen<\/i><\/span>Charakter habe. Die Unterscheidung war ihr deshalb wichtig, weil TZI in erster Linie ein Konzept f\u00fcr <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebendiges Lernen<\/span>\u00bb<\/i> in Schulklassen, Krankenh\u00e4usern, Universit\u00e4ten, und Betrieben sein sollte. Zielsetzung war nicht die Aufarbeitung \u00abunerledigter Gesch\u00e4fte\u00bb der Vergangenheit, sondern eine Konzentration auf die Ver\u00e4nderung der Gegenwart.\r\n\r\nDas <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Thema<\/i><\/span>(Es) steht im Mittelpunkt jeder interaktionellen Gruppe, \u00fcber den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>miteinander verbunden werden. Dadurch ist es m\u00f6glich, die Arbeit am Thema zwar selbsterfahrungsorientiert zu gestalten, jedoch gleichzeitig zu verhindern, dass das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>oder das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>zum Mittelpunkt werden, d.h. eine therapeutische Gruppe entsteht. Psychotherapie dient der Aufl\u00f6sung fehlgeleiteter und fixierter Strebungen bzw. der Reaktivierung versch\u00fctteter M\u00f6glichkeiten; P\u00e4dagogik dagegen richtet sich auf die Erf\u00fcllung und Erweiterung des freien Potentials.\r\n\r\n<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>P\u00e4dagogik<\/i><\/span>ist f\u00fcr Ruth Cohn die \u00abKunst, Therapie antizipierend zu ersetzen. Therapie ist nachtr\u00e4gliche P\u00e4dagogik\u00bb. Auch die Praxis der Hilfsregel \u00abSt\u00f6rungen haben Vorrang\u00bb zeigt diesen Unterschied: wenn ein Gruppenmitglied eine St\u00f6rung anmeldet, ist es oft so, dass die pers\u00f6nliche Betroffenheit des einzelnen die ganze Gruppe erfasst. F\u00fcr einen Moment unterscheidet sich die TZI-Gruppe nicht von einer therapeutischen Gruppe. Da psychopathologische Ph\u00e4nomene in der Gruppe jedoch nur in ihrer Wirkung auf die gegenw\u00e4rtige Situation behandelt werden, nicht aber in ihrer dynamischen Bedeutung f\u00fcr die gest\u00f6rte einzelne Pers\u00f6nlichkeit, ist es Aufgabe des Leiters, die Situation so zu strukturieren, dass die Betroffenheit vom einzelnen und der Gruppe zwar zugelassen und erlebt werden kann, dass die Gruppe aber zielstrebig zum inhaltlichen Thema zur\u00fcckkehrt.\r\n\r\nDas von der Psychoanalyse \u00fcbernommene Prinzip \u00abWiderstand vor Inhalt\u00bb betrachtete Ruth Cohn als Weg allen lebendigen Lernens. Auf diese Weise werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Inhalte<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gef\u00fchle<\/i><\/span>als gleichwertige Themen einer Gruppe definiert.\r\n\r\nEin h\u00e4ufiger Einwand gegen die TZI ist, dass das Postulat \u00abSt\u00f6rungen haben Vorrang\u00bb einen so grossen Raum einnimmt, dass die Gruppe zum inhaltlichen Arbeiten gar nicht mehr kommt. Diese Gefahr besteht; denn einerseits braucht es \u00dcbung in der sinnvollen Anwendung dieser Regel, andererseits kann die Balance zwischen Ich, Wir und Es erst im Laufe eines Gruppenprozesses hergestellt werden. Die daf\u00fcr aufgewendete Zeit kann jedoch meistens im Verlauf des Arbeitsprozesses durch die intensivere Arbeitsf\u00e4higkeit der Gesamtgruppe ausgeglichen werden.\r\n\r\n(nach Quitmann, 1996)\r\n\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\nCohn, Ruth C. (2009). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion. Von der Behandlung einzelner zu einer P\u00e4dagogik f\u00fcr alle<\/span><\/i>(Konzepte der Humanwissenschaften, 16. Aufl.). Stuttgart: Klett-Cotta.\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Spieltherapie nach Virginia M. Axline<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Virginia M. Axline<\/i><\/span> (1911-1988) war als Psychologin und Psychotherapeutin die Begr\u00fcnderin der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">nicht-direktiven Spieltherapie<\/span>,<\/i> heute im deutschsprachigen Raum als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">personzentrierte Spieltherapie <\/span>bekannt und durch Fachverb\u00e4nde in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz vertreten. Mit der \u00dcbernahme und Weiterentwicklung der Konzepte von Rogers schuf Virginia M. Axline eine kinderorientierte Therapie, die auf der Pers\u00f6nlichkeitstheorie, dem Therapiekonzept und den Therapiezielen von Rogers basiert.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111.png\"><img class=\"alignright wp-image-709 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111.png\" alt=\"Das Bild zeigt Virginia Axline.\" width=\"161\" height=\"201\" \/><\/a>Kinder, und besonders Kinder mit Behinderungen, haben oft Schwierigkeiten, sich sprachlich auszudr\u00fccken und Gef\u00fchle zu verbalisieren. Speziell f\u00fcr Kinder mit Lernschwierigkeiten und psychischen Problemen stellt die Sprache zun\u00e4chst kein g\u00fcnstiges Ausdrucksmedium dar (Bundschuh, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Axline formulierte als Basis f\u00fcr die Begegnung mit dem Kind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>acht<\/i><i>Grundprinzipien<\/i><\/span> (siehe unten). Als weitere entscheidende Bedingung nannte sie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>freie Spiel<\/i><\/span>, mit dem sich das Kind in selbst gew\u00e4hltem Tempo ausdr\u00fccken und mitteilen kann. Axline machte die Erfahrung, dass dieses therapeutische Angebot, in dem nicht versucht wird, das Kind zu \u00e4ndern, sondern es grunds\u00e4tzlich so zu akzeptieren und anzunehmen, wie es im Augenblick ist, zu tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen f\u00fchrt.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Acht Grundprinzipien<\/b><\/span> bilden die Basis des Spieltherapiekonzeptes (nach Bundschuh, 2008):<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut muss eine warme, freundliche Beziehung zum Kind aufnehmen, die sobald wie m\u00f6glich zu einem guten Kontakt f\u00fchrt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut nimmt das Kind ganz so an, wie es ist.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut gr\u00fcndet seine Beziehung zum Kind auf eine Atmosph\u00e4re des Gew\u00e4hrenlassens, so dass das Kind all seine Gef\u00fchle frei und ungehemmt ausdr\u00fccken kann.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut ist wachsam, um die Gef\u00fchle, die das Kind ausdr\u00fccken m\u00f6chte, zu erkennen \u2014 er reflektiert sie.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut achtet die F\u00e4higkeit des Kindes, mit seinen Schwierigkeiten selbst fertig zu werden, wenn man ihm Gelegenheit dazu gibt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut versucht nicht, die Handlungen oder Gespr\u00e4che des Kindes zu beeinflussen. Das Kind weist den Weg, der Therapeut folgt ihm.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut versucht nicht, den Gang der Therapie zu beschleunigen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut setzt nur dort Grenzen, wo diese notwendig sind.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Gegen\u00fcber Kindern mit schulischen Schwierigkeiten besteht oft wenig Verst\u00e4ndnis und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr ihre Probleme seitens der Eltern oder Erziehungsberechtigten. Diese Kinder gelangen m\u00f6glicherweise zu keinem Gef\u00fchl von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstwert<\/i><\/span>(Axline, 1997). Hier kann die Spieltherapie eine gute Hilfe bedeuten. Die Kinder lernen sich sch\u00e4tzen, akzeptieren, kommen vielleicht mit ihren eigenen Problemen und den behindernden Bedingungen im Bereich der Umwelt besser zurecht. Sie lernen durch die spielerische Erfahrung und begleitet von positiven Gef\u00fchlen, Kontakt aufzunehmen und sich mitzuteilen. Sie werden ermutigt, die Welt selbstst\u00e4ndig zu entdecken (Bundschuh, 2008).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Methoden der Spieltherapie<\/h3>\r\n[caption id=\"attachment_710\" align=\"alignright\" width=\"260\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112.png\"><img class=\"wp-image-710 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"195\" \/><\/a> <strong>(c) www.isys-bw.de\/<\/strong>[\/caption]\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kindzentriertheit<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei Kindern mit Verhaltensst\u00f6rungen und bei Kindern mit geistiger Behinderung besteht die Gefahr, dass sie sich in Deprivations- und Konfliktsituationen zur\u00fcckziehen und damit ihre M\u00f6glichkeiten und F\u00e4higkeiten zur Kontaktaufnahme nicht wahrnehmen. Hier geht es darum, dem Kind zu helfen, Wertsch\u00e4tzung und Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten zu entwickeln und es zur Beachtung der eigenen Gef\u00fchle anzuleiten. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kindzentriert<\/i><\/span>heisst, Ziele und aktuelle Bed\u00fcrfnisse des Kindes zu beachten. Der Therapeut muss die Kommunikation an die M\u00f6glichkeiten des Kindes anpassen (vorwiegend nonverbal) und Spielaktivit\u00e4ten anbieten, die dem Entwicklungsstand und den Interessen des Kindes entsprechen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Spielmaterial sollte intensive und vielf\u00e4ltige Sinneserfahrungen erm\u00f6glichen und den Kontakt zur Gruppe erleichtern. Ausserdem sollte es so gestaltet sein, dass das Kind selbstst\u00e4ndig damit umgehen kann und klare Ergebnisse erzielt (Bundschuh, 2008).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Methodische Prinzipien der Spieltherapie<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">(nach Bundschuh, 2008)<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut akzeptiert die Bed\u00fcrfnisse des Kindes und kommuniziert auf seiner Ebene: Er l\u00e4sst dem Kind Zeit, Kontakt aufzunehmen oder T\u00e4tigkeiten zu beginnen, ist bereit, die ihm angewiesene Rolle zu \u00fcbernehmen, oder reflektiert und begr\u00fcndet im Falle einer Ablehnung seine Gef\u00fchle. Er teilt sich dem Kind widerspruchsfrei mit (\u00dcbereinstimmung von Sprechweise, Gestik, k\u00f6rperlicher Zuwendung) und begibt sich r\u00e4umlich und mit seiner Sprache auf die Ebene des Kindes.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er \u00fcbernimmt den Bewegungsrhythmus des Kindes, ahmt ihn nach oder erwidert ihn, leitet ihn allenfalls in einen regelm\u00e4ssigen Rhythmus \u00fcber (z. B. Atemrhythmus).<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut \u00abverankert\u00bb positive Gef\u00fchle: Er zeigt positive Gef\u00fchle bei Spiel und\/oder Kontakt demonstrativ. Er verbindet positive Gef\u00fchle des Kindes mit anderen Signalen (Ausrufe, Ber\u00fchrungen), um Ausl\u00f6ser (Anker) aufzubauen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er spiegelt dem Kind dessen Gef\u00fchle vorwiegend nonverbal, bei entsprechendem Sprachverst\u00e4ndnis auch \u00fcber Benennungen wider. Damit verdeutlicht er dem Kind, dass es beachtet wird, ohne es zu beurteilen oder zu etwas aufzufordern.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er strukturiert das Spiel durch die Vorauswahl des Spielmaterials, indem er die Aufmerksamkeit des Kindes lenkt und gezielte Spielangebote w\u00e4hlt. Lenkung soll eingesetzt werden, wenn das Kind lange Zeit passiv, fern der Gruppe bleibt, sich mit Stereotypien besch\u00e4ftigt oder aggressiv wird.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Facilitativer vs. interaktioneller Modus<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Behr (2012) unterscheidet am Beispiel der Spiel- und Jugendtherapie zwei Therapieprinzipien und die entsprechenden Grundhypothesen:<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das facilitative Paradigma<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Therapeutenperson und der Praxisraum stellen ein Erfahrungsumfeld bereit, in dem der junge Mensch seine Erfahrungen organisieren kann, seine Gef\u00fchle und sein Selbst erleben und ausdr\u00fccken, ohne daf\u00fcr bewertet zu werden. Fragmentierte Erfahrung kann sich in diesem Umfeld zu Kongruenz ordnen. Der Therapeut erleichtert (\u00abfacilitiert\u00bb) dies durch bedingungsfreie Wertsch\u00e4tzung und Empathie (Behr, 2012).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das interaktionelle Paradigma<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Therapeutenperson verh\u00e4lt sich als realer Beziehungspartner, mit dem der junge Mensch seine Beziehungsmuster \u00e4ndern kann. Dies erm\u00f6glicht gemeinsames Spielen und Aushandlungsprozesse. Ziel dieses Modus sind neue, optimale Interaktionserfahrungen, die konstruktiv die Strukturen des Selbst ver\u00e4ndern (Behr, 2012).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video erl\u00e4utert Prof. Dr. Michael Behr den facilitativen und den interaktionellen Modus (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/43_M_Behr-FacIntDef.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/43_M_Behr-FacIntDef.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Interaktionelle Konzepte des Selbst<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es gibt verschiedene Ans\u00e4tze, die die personzentrierten Modelle mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>interaktionellen Konzepten<\/i><\/span> erg\u00e4nzen. Im folgenden Video zeigt Prof. Dr. Michael Behr, dass interaktionelle Prozesse bereits im fr\u00fchen Kinderalter wichtig sind (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/44_M_Behr-Babys.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/44_M_Behr-Babys.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogische Bez\u00fcge<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Im sonder- und heilp\u00e4dagogischen Arbeitsfeld sollte man diese Therapieform, speziell das Spiel- und\/oder das Gespr\u00e4chsangebot den Voraussetzungen der Kinder entsprechend und unter Ber\u00fccksichtigung der sozialen und erzieherischen Bedingungen variieren. Die Bedingungen seitens des Therapeuten oder der Erzieherin (einf\u00fchlendes Verstehen, Echtheit, Offenheit, Fassadenlosigkeit, emotionale W\u00e4rme, zum Ausdruck gebrachte Wertsch\u00e4tzung und Akzeptierung) sollen jedoch im Sinne Axlines beibehalten werden. Bei Anwendung in F\u00f6rderschulen wird im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personenzentrierten Spieltherapie<\/i><\/span> die Einbettung in eine \u00fcbergreifende p\u00e4dagogische Konzeption empfohlen, \u00abdenn f\u00fcr alle Beteiligten, Kinder, Lehrer, Eltern sollte durchschaubar bleiben, dass letztendlich nicht prim\u00e4r therapeutische, sondern p\u00e4dagogische Ziele verfolgt werden\u00bb (Goetze 1980, 199). Zu empfehlen sind spieltherapeutische M\u00f6glichkeiten an allen sonder- und heilp\u00e4dagogischen Einrichtungen. Die \u00e4usseren Bedingungen hierzu (Spielraum, Spielmaterialien, Kooperation mit dem p\u00e4dagogischen Personal) lassen sich relativ leicht herstellen, allerdings wird eine entsprechende Qualifikation verlangt (Bundschuh, 2008).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_935\" align=\"aligncenter\" width=\"576\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180.png\"><img class=\"wp-image-935 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180.png\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"384\" \/><\/a> (c) www.stpetribremen.org\/[\/caption]\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Aus dem humanistischen Ansatz sind viele <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Therapieformen<\/i><\/span>, aber auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbsterfahrungstechniken<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>esoterische Verfahren<\/i><\/span> hervorgegangen. Sie berufen sich alle auf ihre Wurzeln in der humanistischen Psychologie oder im Humanismus. Die folgende Aufz\u00e4hlung ist nicht vollst\u00e4ndig, sondern soll einen Einblick bieten in das breite Spektrum von Handlungs-, Therapie- und Selbsterfahrungsmodellen, die sich unter dem Etikett der humanistischen Verfahren tummeln.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zu diesen Verfahren k\u00f6nnen gez\u00e4hlt werden:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Personzentrierte Psychotherapie\u00a0 (Gespr\u00e4chspsychotherapie),<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Logotherapie und die Existenzanalyse,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychodrama,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Gestalttherapie,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Transaktionsanalyse,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Themenzentrierte Interaktion,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Musiktherapie,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Bewegungs- und k\u00f6rperorientierte Therapien,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Encounter-Gruppen,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Tanztherapie,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kunsttherapie,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Bioenergetik, u.a.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gemeinsam ist diesen Ans\u00e4tzen die Annahme, dass Blockaden oder Abspaltungen die Weiterentwicklungstendenz eines Menschen und sein volles Funktionieren behindern, sowie das Bem\u00fchen um eine ganzheitliche Sicht (nach Dorsch et al., 2013\/Caspar).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Einige dieser therapeutischen Ans\u00e4tze, die sich auch in der P\u00e4dagogik als relevant erwiesen haben, werden auf den folgenden Seiten vorgestellt.<a id=\"ilPageShowAdvContent\" class=\"small\" href=\"https:\/\/ilias.hfh.ch\/ilias.php?ref_id=183993&amp;from_page=30093&amp;obj_id=30095&amp;cmd=layout&amp;cmdClass=illmpresentationgui&amp;cmdNode=er&amp;baseClass=ilLMPresentationGUI#\"><\/a><\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Personzentrierte Psychotherapie<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-692 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97.png\" alt=\"Fotografie von Carl Rogers.\" width=\"195\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97.png 195w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-97-65x88.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a>F\u00fcr den therapeutischen Ansatz, der von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Carl R. Rogers<\/span> (1902-1987) entwickelt wurde, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen. Von Carl Rogers stammen die Bezeichnungen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">client-centered-therapy<\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">person-centered-therapy<\/span>, zu deutsch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klientenzentrierte Psychotherapie<\/span> oder (in der Schweiz \u00fcblich) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Personzentrierte Psychotherapie<\/span>. Die Bezeichnung <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gespr\u00e4chspsychotherapie <\/span>geht auf das deutschsprachige Lehrbuch von Reinhard Tausch (1968) zur\u00fcck (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Ziel der klientenzentrierten Therapie besteht darin, das gesunde psychische Wachstum des Menschen zu f\u00f6rdern. Dieser Ansatz geht von der Annahme aus, dass allen Menschen ein grundlegendes Streben nach Selbstverwirklichung gemein ist. Gem\u00e4ss Rogers verf\u00fcgt der Organismus \u00fcber eine \u00abinnewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner M\u00f6glichkeiten; und zwar so, dass sie der Erhaltung oder F\u00f6rderung des Organismus dienen\u00bb (1989, S. 21). Eine gesunde Entwicklung wird durch fehlerhafte Lernmuster behindert, bei denen die Person die Bewertung durch Andere \u00fcbernimmt, statt darauf zu vertrauen, was die eigene Psyche und der eigene K\u00f6rper mitteilen. Ein Konflikt zwischen dem nat\u00fcrlicherweise positiven Selbstbild und negativer externer Kritik f\u00fchrt zu Angst und Ungl\u00fccklichsein. Dieser Konflikt oder diese Inkongruenz liegt m\u00f6glicherweise ausserhalb des Bewusstseins, so dass die Person Ungl\u00fccklichsein und ein geringes Selbstwertgef\u00fchl erlebt, ohne zu wissen, warum (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nach Rogers besteht die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aufgabe der Therapie<\/span> in der Gestaltung eines therapeutischen Umfelds, das dem Klienten erlaubt, Verhaltensweisen zu erlernen, die sein Selbstwachstum und seine Selbstverwirklichung f\u00f6rdern. Dies wird durch eine Atmosph\u00e4re der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unbedingten positiven Wertsch\u00e4tzung<\/span> erreicht \u2014 die nicht angreifbare Akzeptanz des Klienten und der Respekt vor ihm. Der Therapeut macht seine Gef\u00fchle und Gedanken gegen\u00fcber dem Klienten transparent. \u00dcber die Aufrechterhaltung dieser Authentizit\u00e4t hinaus versucht der Therapeut, die Gef\u00fchle des Klienten zu erleben. Diese vollst\u00e4ndige Empathie erfordert, dass der Therapeut sich um den Klienten als einen wertvollen, kompetenten Menschen sorgt \u2014 jemanden, den man nicht beurteilt und bewertet, sondern dem man beisteht bei der Entdeckung seiner eigenen Individualit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der emotionale Stil und die Einstellung des Therapeuten erm\u00f6glichen dem Klienten, seine Aufmerksamkeit wieder auf die wahren Ursachen pers\u00f6nlicher Konflikte zu richten und die st\u00f6renden Einfl\u00fcsse, die seine Selbstverwirklichung behindern, zu beseitigen. Im Gegensatz zu Therapeuten anderer Therapieformen, die interpretieren, Antworten geben oder instruieren, sind klientenzentrierte Therapeuten unterst\u00fctzende Zuh\u00f6rer, die die bewertenden \u00c4usserungen und Gef\u00fchle des Klienten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">spiegeln<\/span>. Die klientenzentrierte Therapie ist bestrebt, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">nicht-direktiv<\/span> zu sein, indem der Therapeut lediglich die Suche des Klienten nach Selbstbewusstheit und Selbstakzeptanz erleichtert (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Originalzitat aus der Homepage der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr den Personzentrierten Ansatz (PCA):<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Personzentrierte Psychotherapie und Personzentrierte Beratung sind ein psychologisches Konzept f\u00fcr die therapeutische, beratende, p\u00e4dagogische Arbeit mit PatientInnen, KlientInnen, Lernenden. Es wurde Anfang der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts von dem Amerikaner Carl R. Rogers (1902-1987) entwickelt. Das Konzept ruht auf zwei S\u00e4ulen: einer wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcften Aussage \u00fcber wirkungsvolles Eingehen von PsychotherapeutInnen und BeraterInnen auf ihre KlientInnen (&#8222;personzentrierte Haltung&#8220;) und die Grundannahmen \u00fcber die Natur des Menschen (&#8222;Aktualisierungstendenz&#8220; \/ &#8222;Bed\u00fcrfnis nach bedingungsloser positiver Wertsch\u00e4tzung&#8220;).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die therapeutische Beziehung<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personzentrierte Psychotherapie<\/i><\/span> l\u00e4sst sich durch drei essenzielle Merkmale charakterisieren (Kriz, 2007):<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die f\u00fcr diese Therapieform spezifische<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>therapeutische Beziehung<\/i><\/span>. Diese gibt einen konzeptuellen Rahmen daf\u00fcr vor, unter welchen Bedingungen PCA-Therapeuten f\u00fcr Patienten hilfreiche Therapien durchf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Erkl\u00e4rungsprinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktualisierungstendenz<\/i><\/span>. Dieses gibt Antwort auf die Frage, warum und wie diese spezifische therapeutische Beziehung wirksam wird.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>St\u00f6rungs- <\/i>und <i>Entwicklungstheorie<\/i><\/span> (Rogers&#8216; <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/span>), die wesentliche Aspekte einer gelingenden psychischen Entwicklung und ihrer St\u00f6rungen beschreibt, eine praxisorientierte Verbindung zwischen 1) und 2) herstellt und Hinweise f\u00fcr die Therapie enth\u00e4lt.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_694\" aria-describedby=\"caption-attachment-694\" style=\"width: 325px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-694 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98.png\" alt=\"Das Bild zeigt zwei Personen in einer therapeutischen Gespr\u00e4chssituation.\" width=\"325\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98.png 325w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98-300x199.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98-65x43.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-98-225x150.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-694\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.frnd.de<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die personzentrierte Haltung fordert eine seelisch-geistige Einstellung von PsychotherapeutInnen und BeraterInnen, die der ratsuchenden Person hilft, Blockierungen ihrer Wachstums- und Entwicklungsimpulse aufzul\u00f6sen. Sie beschreibt die g\u00fcnstigen Beziehungsbedingungen f\u00fcr psychische Ver\u00e4nderung. Drei Aspekte kennzeichnen diese, die therapeutische Beziehung pr\u00e4gende Haltung (\u00abBasisvariablen\u00bb):<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><strong>Akzeptanz<\/strong> (bedingungslose positive Beachtung und Wertsch\u00e4tzung)<\/li>\n<li><strong>Empathie <\/strong>(einf\u00fchlsames Verstehen, Verst\u00e4ndnis, nichtwertendes Eingehen)<\/li>\n<li><strong>Kongruenz<\/strong> (Echtheit)<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<h4 class=\"textbox__title\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die therapeutische Beziehung<\/span><\/h4>\n<p>Rogers hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">sechs Bedingungen des Therapeuten<\/span> als notwendig und hinreichend f\u00fcr konstruktive Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderungen im Rahmen von Psychotherapie genannt, die die oben genannten Basisvariablen beinhalten, aber dar\u00fcber hinausgehen (Kriz, 2014):<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Therapeut und Patient befinden sich in einer <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Beziehung<\/b> <\/span>zu einander. D.h. sie nehmen sich gegenseitig wahr und beziehen sich aufeinander, reagieren, bedeuten einander etwas.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Patient befindet sich in einem Zustand der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Inkongruenz<\/b><\/span>. Er ist mit sich selbst uneins, verletzlich, \u00e4ngstlich. Er erlebt etwas, was er nicht als zu sich geh\u00f6rend empfindet.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut ist <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>kongruent<\/b><\/span>. D.h. er erlebt und f\u00fchlt im Kontakt mit dem Patienten nichts, was er nicht als zu sich selbst geh\u00f6rend\u00a0 betrachtet oder das er von seinem Bewusstsein fernhalten m\u00fcsste.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut ist dem Patienten mit seinen Schwierigkeiten und Eigenheiten zugewandt, er kann ihm <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>bedingungsfreie positive Wertsch\u00e4tzung<\/b>\u00a0<\/span>gew\u00e4hren.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Therapeut kann sich in den Patienten und sein Erleben einf\u00fchlen, auch darin, wie der Patient sich und sein Erleben bewertet. Er kommuniziert dem Patienten, was er auf dem Weg der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Empathie<\/b><\/span> vom Erleben des Patienten verstanden hat.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ansprechbarkeit des Patienten<\/b><\/span> f\u00fcr das therapeutische Beziehungsangebot: Die Mitteilungen des Therapeuten erreichen den Patienten; er versteht, dass der Therapeut ihn versteht und unbedingt wertsch\u00e4tzt.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Rogers zu den Kernkonzepten<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt spricht Carl Rogers \u00fcber die wichtigen Konzepte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empathie, Akzeptanz<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kongruenz<\/i><\/span>.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/35_Car-Rogers-Empathie-Akzeptanz-Kongruenz.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/35_Car-Rogers-Empathie-Akzeptanz-Kongruenz.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Aktualisierungstendenz<\/h3>\n<figure id=\"attachment_695\" aria-describedby=\"caption-attachment-695\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-695 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99.png 280w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99-65x39.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-99-225x136.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-695\" class=\"wp-caption-text\">(c) neuewerbung.org\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das zentrale Erkl\u00e4rungsprinzip von Rogers, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aktualisierungstendenz<\/i><\/span> stellt das grundlegende Motiv menschlichen Handelns dar. Es ist das st\u00e4ndige Streben des Menschen, seine Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zu erhalten, zu entfalten und zu verwirklichen, sowie Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung zu erlangen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Rogers sieht in der Aktualisierungstendenz das wichtigste Prinzip f\u00fcr ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personzentriertes Verst\u00e4ndnis von Entwicklung\u00a0<\/i><\/span>\u2014 einschliesslich St\u00f6rungsentstehung und Psychotherapie. Er hat mit Berufung auf den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologen<\/i> <\/span>Kurt Goldstein und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>holistisch-organismische Konzepte<\/i><\/span> seiner Zeit ein Prinzip erkannt, dessen Bedeutung erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zunehmend in der interdisziplin\u00e4ren Forschung (Systemwissenschaft und Selbstorganisationstheorien) entdeckt, belegt und gew\u00fcrdigt wurde: Es geht dabei darum, dass komplexe, nichtlinear r\u00fcckgekoppelte Systeme in der Lage sind, ohne von aussen induzierte Ordnung inh\u00e4rent gegebene Ordnungen zu entfalten und zu realisieren. Dies gilt bereits f\u00fcr manche Systeme aus toter Materie \u2014 f\u00fcr lebende Systeme ist dies hingegen die Regel. In heutiger interdisziplin\u00e4rer Terminologie spricht man von Selbstorganisationsprozessen (Kriz, 2014).<\/p>\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<h4 class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Wissenschaftstheoretischer Hintergrund<\/span><\/h4>\n<div class=\"textbox__content\">Dass diese Sichtweise 2-3 Jahrzehnte nach Rogers zu einem zentralen Bestandteil interdisziplin\u00e4rer Systemwissenschaft werden sollte, war noch Mitte des 20. Jahrhunderts f\u00fcr viele Wissenschaftler eher eine abenteuerliche Spekulation. Daher wurde auch Rogers&#8216; Prinzip von vielen missverstanden und abgewertet \u2014 selbst in den eigenen Reihen. In ihrem Bem\u00fchen um \u00abWissenschaftlichkeit\u00bb versuchte die Psychologie lange (und teilweise noch heute), auch den Ph\u00e4nomenen des Lebens naturwissenschaftlich-methodische Erkl\u00e4rungsprinzipien des 19. Jahrhunderts \u00fcberzust\u00fclpen \u2014 und hat sich dabei paradoxerweise immer st\u00e4rker vom Fortschritt der modernen Naturwissenschaften abgekoppelt.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Rogers hat zumindest einige der bedeutsamsten Ergebnisse der multidisziplin\u00e4ren Systemforschung, die seine Vorstellungen \u00fcber Therapie zunehmend st\u00fctzten, wahrgenommen und in seinen Schriften darauf verwiesen (Kriz, 2014).<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Rogers hat <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>19 Thesen zu seiner Pers\u00f6nlichkeitstheorie<\/b><\/span> aufgestellt (1973\/1951). Diese vertiefen im Wesentlichen die Begriffe und Konzepte, die in den vorausgegangenen Kapiteln zur personzentrierten Psychotherapie beschrieben wurden, und stehen hier als Vertiefungsstoff (zitiert nach Kriz, 2014, S. 199).<\/p>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Jedes Individuum existiert in einer st\u00e4ndig sich \u00e4ndernden Welt der Erfahrung, deren Mittelpunkt es ist.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus reagiert auf das Feld, wie es erfahren und wahrgenommen wird. Dieses Wahrnehmungsfeld ist f\u00fcr das Individuuum \u00abRealit\u00e4t\u00bb.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus reagiert auf das Wahrnehmungsfeld als ein organisiertes Ganzes.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Organismus hat eine grundlegende Tendenz, den Erfahrungen machenden Organismus zu aktualisieren, zu erhalten und zu erh\u00f6hen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verhalten ist grunds\u00e4tzlich der zielgerichtete Versuch des Organismus, seine Bed\u00fcrfnisse, wie sie in dem so wahrgenommenen Feld erfahren wurden, zu befriedigen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Dieses zielgerichtete Verhalten wird begleitet und im Allgemeinen gef\u00f6rdert durch Emotionen. Diese Emotionen stehen in Beziehung zu dem Suchen aller vollziehenden Aspekte des Verhaltens, und die Intensit\u00e4t der Emotion steht in Beziehung zu der wahrgenommenen Bedeutung des Verhaltens f\u00fcr die Erhaltung und Erh\u00f6hung des Organismus.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der beste Ausgangspunkt zum Verst\u00e4ndnis des Verhaltens ist das innere Bezugssystem des Individuums selbst.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ein Teil des gesamten Wahrnehmungsfeldes entwickelt sich nach und nach zum Selbst.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Als Resultat der Interaktion mit der Umgebung und insbesondere als Resultat wertbestimmender Interaktion mit anderen wird die Struktur des Selbst geformt \u2014 eine organisierte, fliessende, aber durchweg begriffliche Struktur von Wahrnehmungen von Charakteristika und Beziehungen des \u00abSelbst\u00bb zusammen mit den zu diesen Konzepten geh\u00f6renden Werten.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die den Erfahrungen zugeh\u00f6rigen Werte und die Werte, die ein Teil der Selbststruktur sind, sind in manchen F\u00e4llen Werte, die vom Organismus direkt erfahren werden, und in anderen F\u00e4llen Werte, die von anderen introjiziert oder \u00fcbernommen, aber in verzerrter Form wahrgenommen werden, so als w\u00e4ren sie direkt erfahren worden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn Erfahrungen im Leben des Individuums auftreten, werden sie entweder (a) symbolisiert, wahrgenommen und in eine Beziehung zum Selbst organisiert, (b) ignoriert, weil es keine wahrgenommene Beziehung zur Selbststruktur gibt, oder (c) geleugnet oder verzerrt symbolisiert, weil die Erfahrung mit der Struktur nicht \u00fcbereinstimmt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die vom Organismus angenommenen Verhaltensweisen sind meistens die, die mit dem Konzept vom Selbst \u00fcbereinstimmen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verhalten kann in manchen F\u00e4llen durch organische Bed\u00fcrfnisse und Erfahrungen verursacht werden, die nicht symbolisiert wurden. Solches Verhalten kann im Widerspruch zur Struktur des Selbst stehen, aber in diesen F\u00e4llen ist das Verhalten dem Individuum nicht \u00abzu Eigen\u00bb.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychische Fehlanpassung liegt vor, wenn der Organismus vor dem Bewusstsein wichtige K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen leugnet, die demzufolge nicht symbolisiert und in die Gestalt der Selbststruktur organisiert werden. Wenn diese Situation vorliegt, gibt es eine grundlegende oder potenzielle psychische Spannung.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Psychische Anpassung besteht, wenn das Selbstkonzept dergestalt ist, dass alle K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen des Organismus auf einer symbolischen Ebene in eine \u00fcbereinstimmende Beziehung mit dem Konzept vom Selbst assimiliert werden oder assimiliert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Jede Erfahrung, die nicht mit der Organisation oder der Struktur des Selbst \u00fcbereinstimmt, kann als Bedrohung wahrgenommen werden, und je h\u00e4ufiger diese Wahrnehmungen sind, desto starrer wird die Selbststruktur organisiert, um sich zu erhalten.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Unter bestimmten Bedingungen, zu denen in erster Linie ein v\u00f6lliges Fehlen jedweder Bedrohung f\u00fcr die Selbststruktur geh\u00f6rt, k\u00f6nnen Erfahrungen, die nicht mit ihr \u00fcbereinstimmen, wahrgenommen und \u00fcberpr\u00fcft und die Struktur des Selbst revidiert werden, um derartige Erfahrungen zu assimilieren und einzuschliessen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn das Individuum all seine K\u00f6rper- und Sinneserfahrungen wahrnimmt und in ein konsistentes und integriertes System aufnimmt, dann hat es notwendigerweise mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere und kann sich ihnen gegen\u00fcber akzeptierend verhalten.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Wenn das Individuum mehr und mehr von seinen organischen Erfahrungen in seiner Selbststruktur wahrnimmt und akzeptiert, merkt es, dass es sein gegenw\u00e4rtiges Wertsystem, das weitgehend auf verzerrt symbolisierten Introjektionen beruhte, durch einen fortlaufenden, organismischen Wertungsprozess ersetzt.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Zur Theorie Rogers<\/h3>\n<p>Im folgenden Video erl\u00e4utert Prof. Dr. Michael Behr Grundideen von Rogers sowie die Begriffe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kongruenz<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Inkongruenz<\/i><\/span> (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/36_M_Behr-RogersKongruenz.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/36_M_Behr-RogersKongruenz.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<div class=\"textbox\">Zusammenfassung: Klientenzentrierte Therapie ist ein humanistischer Behandlungsansatz, der das gesunde psychische Wachstum des Individuums betont, basierend auf der Annahme, dass allen Menschen das Streben nach Selbstverwirklichung als Bestandteil der menschlichen Natur gemeinsam ist (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Literatur<\/span><\/h2>\n<ul>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kriz, J\u00fcrgen. (2014). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Grundkonzepte der Psychotherapie. Mit Online-Materialien<\/i><\/span> (7. Aufl.). Weinheim: Beltz. Darin: Kapitel \u00abPersonzentrierte Psychotherapie\u00bb<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kriz, J\u00fcrgen &amp; Slunecko, Thomas (Hrsg.). (2007). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gespr\u00e4chspsychotherapie. Die therapeutische <i>Vielfalt des personzentrierten Ansatzes<\/i><\/span> (UTB, Bd. 2). Wien: Facultas.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video reflektiert Carl Rogers \u00fcber sein Leben, seine Beitr\u00e4ge zur Psychotherapie, und er vertritt seine pers\u00f6nlichen Ideen zu Psychotherapie, Erziehung und sozialer Gerechtigkeit. Das Interview wurde kurz vor seinem Tod aufgenommen (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/37_Carl_Rogers_Person-Centered-Therapy_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/37_Carl_Rogers_Person-Centered-Therapy_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00dcber das PCA-Institut <\/span>(Swiss Institute of Person-Centered Approach, <em>pcaSuisse<\/em>):<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Das PCA-Institut hat zum Ziel, das Menschenbild und das wissenschaftliche Werk sowie das psychologische, psychotherapeutische und das sozialethische Gedankengut von Carl R. Rogers zu vertreten, weiter zu entwickeln und durch Lehrveranstaltungen f\u00fcr verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche zug\u00e4nglich und nutzbar zu machen.Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr den Personzentrierten Ansatz: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.pca-acp.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.pca-acp.ch\/<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Logotherapie und Existenzanalyse<\/h2>\n<figure id=\"attachment_696\" aria-describedby=\"caption-attachment-696\" style=\"width: 207px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-696 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100.png\" alt=\"Das Bild zeigt Viktor Frankl.\" width=\"207\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100.png 207w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-100-65x84.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-696\" class=\"wp-caption-text\">(c)<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Viktor Frankl (1905-1997) war ein \u00f6sterreichischer Neurologe und Psychiater und begr\u00fcndete die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Logotherapie und Existenzanalyse<\/i><\/span>. Die Logotherapie stellt die \u00abSelbstbestimmung des Menschen aufgrund seiner Verantwortlichkeit und vor dem Hintergrund der Sinn- und Wertewelt\u00bb (Frankl, 1990) ins Zentrum der Betrachtung. Frankl verwendet den griechischen Begriff des \u00ablogos\u00bb im Kontext seines Ansatzes in der Bedeutung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinn<\/i><\/span>. Schon 1926 verwendete er den Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Logotherapie<\/i> <\/span>in \u00f6ffentlichen Vortr\u00e4gen; den Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Existenzanalyse<\/i><\/span>, f\u00fcr Frankl eine alternative Bezeichnung und gleichzeitig anthropologische Basis f\u00fcr die Logotherapie, gebrauchte er ab 1933 (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00abDas Leiden am sinnlosen Leben\u00bb (so der Titel eines seiner B\u00fccher, 1977), die dadurch bewirkte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>noogene Neurose<\/i><\/span>, ist eines der Hauptprobleme, denen sich die Logotherapie widmet. Als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">noogene Neurose<\/span> bezeichnet Frankl eine psychogene Erkrankung, die nicht auf Komplexe und Konflikte im herk\u00f6mmlichen Sinn zur\u00fcckgeht, sondern im Sinnlosigkeitsgef\u00fchl, im existenziellen Vakuum, in Gewissens- und Wertkonflikten begr\u00fcndet ist (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dabei geht es allerdings nicht nur um Entwicklungs- und Lebenskrisen, sondern ebenso um Phobien, Depressionen, Zw\u00e4nge, S\u00fcchte usw., denen ein solches <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>existenzielles Vakuum<\/i><\/span> zugrunde liegt.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Durch ihr bereits in den 1930er Jahren vorgetragenes Anliegen einer Rehumanisierung der Psychotherapie sowie durch ihre philosophisch-anthropologische und ph\u00e4nomenologisch-existenzialistische Basis steht die Logotherapie den humanistischen Ans\u00e4tzen sehr nahe.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit den speziellen logotherapeutischen Interventionsformen, insbesondere mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>paradoxen Intention<\/i><\/span> und der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dereflexion<\/i><\/span> hat Frankl verhaltenstherapeutische, kognitive Aspekte und systemische Konzepte, die heute zu den aktuellsten Interventionsans\u00e4tzen geh\u00f6ren, bereits um viele Jahrzehnte vorweggenommen (Kriz, 2014).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">Beschreibung der Logotherapie auf der Homepage des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Schweizerischen Instituts f\u00fcr Logotherapie und Existenzanalyse<\/span><\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Logotherapie \u2014 nicht zu verwechseln mit Logop\u00e4die \u2014 ist eine auf Sinn zentrierte Psychotherapie. Ihr Begr\u00fcnder, der international bekannte Psychiater und Neurologe Prof. Dr. Viktor Frankl, geht von der Erkenntnis aus, dass der Mensch seinem Wesen nach wert- und sinnorientiert ist. Wird der Wille zum Sinn nachhaltig frustriert, so ger\u00e4t der Mensch in eine Missbefindlichkeit. Diese kann Fehl-Erlebensweisen, Fehl-Verhaltensweisen und neurotische St\u00f6rungen wie Arbeitsunlust, Depressionen, Lebensm\u00fcdigkeit, S\u00fcchte, Apathie, Langeweile, nihilistische Anschauungen usw. ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Immer mehr gesunde und kranke Menschen, besonders der reichen Nationen, geraten in den Zustand der existenziellen Frustration. Das heisst: sie sind unf\u00e4hig, einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken und zu verwirklichen. In solchen Situationen ist Sinnentdeckungshilfe zu leisten. Deren Ziel besteht u.a. darin, dass der betroffene Mensch \u2014 im Vor-Blick auf seine objektive Situation und im R\u00fcck-Blick auf seine spezifischen F\u00e4higkeiten (Existenzanalyse) \u2014 seine ureigensten Sinnm\u00f6glichkeiten entdecken und verwirklichen kann. Dabei ist entscheidend, dass die Therapeutin bzw. der Therapeut keine Sinnm\u00f6glichkeiten von sich aus anbietet, sondern vielmehr den Klienten bzw. die Klientin zur eigenst\u00e4ndigen Sinnentdeckung und Sinnverwirklichung freisetzt. Auf diese Weise wird die in der psychotherapeutischen Szene vielfach vernachl\u00e4ssigte Dimension des Geistes f\u00fcr den Heilungsprozess fruchtbar gemacht. Das aber heisst: Der Mensch wird nicht allein als psychosomatisches Wesen wahrgenommen, das Triebkonflikte (S. Freud) l\u00f6sen muss, sondern vor allem als Wesen, das f\u00fcr seine Lebensgestaltung Verantwortung \u00fcbernehmen und sch\u00f6pferisch sein kann.<a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/lexikon.stangl.eu\/217\/logotherapie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.logotherapie.ch\/index.php?id=6<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Theorie und Praxis der Logotherapie<\/h2>\n<h3>Bedeutung der Sinnfrage<\/h3>\n<p>Die Frage nach dem Sinn, Frankls Hauptthema, entwickelte sich auf dem biografischen Hintergrund seiner Arbeit im \u00abSelbstm\u00f6rderinnenpavillon\u00bb (einer Abteilung im Psychiatrischen Krankenhaus Wien, in der er in jungen Jahren arbeitete) und auf dem Hintergrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die seine Eltern, seinen Bruder und seine Frau ermordeten. Das Sinnlosigkeitsgef\u00fchl ist nach Frankl immer bedeutsamer f\u00fcr die Menschen geworden, weil biologische Instinkte und auch kulturelle Traditionen immer weniger Orientierung erm\u00f6glichen. Noogene Neurosen und existenzielle Frustration sind die Folgen davon.<\/p>\n<p>Der Wille zum Sinn ist gem\u00e4ss Frankl die dem Menschen innewohnende prim\u00e4re Motivationskraft. Die therapeutische Intervention soll die pers\u00f6nliche Sinnsuche unterst\u00fctzen (Kriz, 2014).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Interventionsans\u00e4tze<\/span><\/h4>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<p>Es ist nicht die Logotherapie, die dem Leben des Patienten Sinn geben kann, aber sie soll im Patienten die \u00dcberzeugung wecken, dass er Sinn finden kann. Daf\u00fcr stehen verschiedene Interventionsans\u00e4tze zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sinnfindungsgespr\u00e4chen<\/i> <\/span>oder im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sokratischen Dialog<\/i><\/span> werden durch geschickte Fragen bestimmte Haltungen und \u00dcberzeugungen des Patienten hinterfragt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">In eine \u00e4hnliche Richtung zielt die sog. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einstellungsmodulation<\/i><\/span>.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dereflexion<\/i> <\/span>wird bei psychosomatischen Funktionsst\u00f6rungen eingesetzt (z.B. Schlaflosigkeit, Sexualprobleme). Gem\u00e4ss diesem Konzept wird der St\u00f6rung vom Patienten zu viel Aufmerksamkeit gewidmet, d.h. es findet zu viel Reflexion statt. Das Symptom, das vermieden werden sollte, wird so in einem Teufelskreis verst\u00e4rkt und aufrecht erhalten. Ziel der Dereflexion ist es, die Aufmerksamkeit vom Symptom abzuziehen, indem sie auf etwas Anderes gelenkt wird.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ein \u00e4hnliches Vorgehen wird mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>paradoxen Intention<\/i><\/span> verfolgt (diese ist auch in der kognitiven Verhaltenstherapie als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Symptomverschreibung<\/i> <\/span>bekannt). Dabei soll der Patient seine Symptome herbeiw\u00fcnschen oder sich vornehmen. Am Beispiel der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungsangst<\/i><\/span> \u2014 der neurotischen Erwartung, dass ein be\u00e4ngstigendes Ereignis eintreten k\u00f6nnte \u2014 kann man sich dies so vorstellen: die Erwartungsangst bewirkt das Symptom, vor dem sich der Patient f\u00fcrchtet. Ein schwaches Symptom erzeugt ein unangenehmes Gef\u00fchl, die Angst davor verst\u00e4rkt das Symptom, was in einem Teufelskreis wieder die Erwartungsangst verst\u00e4rkt (Kriz, 2014). Der Patient wird nun in m\u00f6glichst humorvoller Weise angehalten, die bef\u00fcrchteten Symptome herbeizuw\u00fcnschen und sich ihnen zu stellen (siehe nachfolgendes Beispiel). Die paradoxe Intention setzt allerdings voraus, dass der Patient den \u00dcbungscharakter des Verhaltens erkennt.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<h5><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Beispiel einer paradoxen Intention<\/span><\/h5>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">Konkret sieht eine solche paradoxe Intention grob wie folgt aus (vgl. Frankl, 1982): Eine Patientin mit Angst vor ihren Suizidgedanken und der Gefahr, geisteskrank zu werden, wird angehalten, sie solle in keiner Weise mehr gegen ihre Gedanken ank\u00e4mpfen, sondern versuchen, diese humorvoll zu karikieren \u2014 sich etwa zu sagen: \u00abGut, jetzt gehe ich auf die Strasse um verr\u00fcckt zu werden. Prima, jetzt ist eine g\u00fcnstige Gelegenheit, jetzt werde ich mich unter ein Auto werfen, hab&#8217;s ja schon lange nicht mehr getan!\u00bb oder: \u00abGestern wollte ich mich zehnmal unter ein Auto werfen, heute werde ich es zwanzigmal tun. Das Blut soll nur so spritzen!\u00bb Oder ein Patient mit Angst vor einem Kreislaufkollaps wird aufgefordert, l\u00e4ngere Fahrten mit der Strassenbahn zu unternehmen und sich zu sagen: \u00abJetzt wird in die Strassenbahn gegangen. Dort werde ich denen einmal zeigen, wie ich kollabieren kann!\u00bb (Kriz, 2014).<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<p>Durch diverse Erweiterungen im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Existenzanalyse<\/i><\/span>(vor allem durch Alfried L\u00e4ngle) hat die Logotherapie auch f\u00fcr die P\u00e4dagogik eine gr\u00f6ssere Bedeutung erlangt:<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>praktische Anwendung der Logotherapie<\/b><\/span> liegt prim\u00e4r in der Hilfestellung f\u00fcr Menschen, die (noch) nicht erkrankt sind, sich aber in einer existenziellen Orientierungslosigkeit befinden, an der sie leiden. Somit findet die Logotherapie eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">breite <i>Anwendung im psychologischen, psychohygienischen, sozialarbeiterischen, sucht-pr\u00e4ventiven, pflegerischen, p\u00e4dagogischen und seelsorgerlichen Bereich<\/i><\/span><i>.<\/i> Sie leistet wesentliche Arbeit zur Vorbeugung von neurotischen Erkrankungen und zur Verh\u00fctung und Behandlung von Sinnlosigkeits- und Leeregef\u00fchlen (&#8222;existentielles Vakuum&#8220;). (Quelle: Homepage der Gesellschaft f\u00fcr Existenzanalyse Schweiz, GES)<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Viktor Frankl<\/h3>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video spricht Viktor Frankl \u00fcber Sinn und Transzendenz. (Youtube: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F7GwzAJPARg\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=F7GwzAJPARg<\/a>)<\/div>\n<div>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Viktor_Frankl_Sinn.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Viktor_Frankl_Sinn.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestalttherapie<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalttherapie<\/i> <\/span>wurde von Fritz Perls, Laura Perls und Paul Goodman begr\u00fcndet. Diverse Ans\u00e4tze und Str\u00f6mungen sind in die Gestaltherapie eingeflossen. Perls arbeitete urspr\u00fcnglich als Psychoanalytiker, weshalb viele psychoanalytische Gedanken in die Gestalttherapie eingebaut wurden. Ebenfalls auf Perls biografischem Hintergrund beruht der Einfluss der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologie<\/i><\/span>. Die Gestalttherapie ist jedoch nicht etwa die praktische Anwendung der Gestaltpsychologie; Perls hat die gestaltpsychologischen Konzepte nur in sehr verallgemeinerter Form verwendet (Kriz, 2014). Auch die Gestaltpsychologen verwahren sich gegen die Gleichsetzung.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wichtig f\u00fcr die Gestalttherapie waren Perls Kontakte mit Moreno, der ihm das Psychodrama n\u00e4her brachte, und die Kontakte mit Paul Goodman (Sozialpsychologe). Generell kann man sagen, dass Perls eher eine bestimmte Lebensform vermittelte als eine fundierte Theorie (Kriz, 2014).<\/p>\n<figure id=\"attachment_698\" aria-describedby=\"caption-attachment-698\" style=\"width: 239px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-698 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101.png 239w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101-65x39.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-101-225x136.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-698\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.higw.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In diesem Sinne kann man die Gestalttherapie als \u00abeine wenig geschlossen-strukturierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ansammlung von Interventionstechniken<\/i><\/span>\u00bb bezeichnen (Kriz, 2014, S. 211). Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>neun Kerngebote<\/i><\/span> (siehe Vertiefung) haben als Ziel eine m\u00f6glichst hohe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Awareness<\/i><\/span>. Das Leben wird als fortw\u00e4hrender Wachstumsprozess verstanden; zentrale Begriffe sind dabei: Wachstum, Selbstaktualisierung, Gewahrsein, Bewusstheit, Kontakt, Umwelt, Innenwelt, Begegnung. Die Auseinandersetzung des Organismus mit der Umwelt l\u00e4uft in\u00a0 <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklen ab<\/i>. <\/span>Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbst<\/i> <\/span>besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>, Es und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i> <\/span>und koordniniert die Auseinandersetzung zwischen Organismus und Umwelt (Kriz, 2014).<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Kerngebote der Gestalttherapie<\/span><\/h3>\n<p>wurden vom Perls-Sch\u00fcler Eric Marcus (1979) wie folgt formuliert (nach Kriz, 2014, S. 212):<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebe jetzt. <i>K\u00fcmmere dich um die Gegenwart statt um die Vergangenheit und die Zukunft<\/i><\/span><i>. <\/i>Vergangenheit und Zukunft, das sind Phantasien, Gedanken.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebe hier. Besch\u00e4ftige dich mit dem Anwesenden statt mit dem Abwesenden<\/span>.<\/i> Es m\u00fcssen viele \u00abunerledigte Gesch\u00e4fte\u00bb aus der Vergangenheit erledigt, \u00abunfertige Gestalten\u00bb geschlossen werden, bis man im Hier und Jetzt leben kann.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">H\u00f6re auf, dir etwas vorzustellen. Erfahre die Realit\u00e4t<\/span>.<\/i> Die Therapie besteht im Wesentlichen darin, dem Klienten zu helfen, zwischen seiner Phantasie \u00a0und der Wirklichkeit zu unterscheiden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>H\u00f6re auf, unn\u00f6tig zu denken.<\/i> <i>Besser: Probier und schau<\/i><\/span><i>.<\/i> Experimentiere mit dir!<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dr\u00fccke dich lieber aus, anstatt zu manipulieren, zu erkl\u00e4ren, zu rechtfertigen und zu urteilen<\/span>.<\/i><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lass dich auf Unerfreuliches und Schmerz ebenso ein wie auf Freude. Schr\u00e4nke deine Bewusstheit (awareness) nicht ein<\/span>.<\/i> Also: Vermeide nichts!<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Akzeptiere keine \u00absollte\u00bb oder \u00abm\u00fcsste\u00bb ausser deinen eigenen. Bete keine G\u00f6tzenbilder an<\/span>.<\/i><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">\u00dcbernimm die volle Verantwortung f\u00fcr deine Handlungen, Gef\u00fchle, Gedanken<\/span>.<\/i><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Akzeptiere dich (und die anderen), wie du jetzt bist (wie sie jetzt sind)<\/span>. \u2014 <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Nur wenn wir die Unausweichlichkeit des jetzigen Zustandes akzeptieren, k\u00f6nnen wir neue Bewusstheiten akzeptieren, entwickeln und neue Seinsweisen im n\u00e4chsten Augenblick ausprobieren<\/span>.<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der Gestalttherapie<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbst <\/span>besteht aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>, <i>Es<\/i> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i> <\/span>und koordiniert die Auseinandersetzung zwischen Organismus und Umwelt. Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span> erm\u00f6glicht es, einen geschlossenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklus<\/i> <\/span>entstehen zu lassen, d.h. dass im g\u00fcnstigen Fall ein Verlangen oder eine Emotion ins <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbst<\/i> <\/span>transformiert und dadurch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>erfahren<\/i> <\/span>wird (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontaktzyklen<\/i> <\/span>werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalten<\/i> <\/span>wahrgenommen; auf einem Hintergrund wird eine Figur erkannt. Vollst\u00e4ndig durchlaufene Kontaktzyklen f\u00fchren in Auseinandersetzung mit der Umwelt zu <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Assimilation <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Integration<\/span>. Kontaktprozesse k\u00f6nnen aufgrund von \u00e4usseren, z. B. erniedrigenden oder traumatischen, oder inneren Einfl\u00fcssen unterbrochen werden. Diese unvollendeten Gestalten oder unerledigten Situationen vermeiden zwar \u00e4ussere Konflikte, lassen aber innere entstehen und behindern den lebendigen Austausch mit der aktuellen Umwelt. L\u00f6sungen sollen in der Kommunikation von Ich und Du im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hier und Jetzt<\/i><\/span> ausgehandelt werden (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Kontaktst\u00f6rungen<\/span>:<\/i> Nicht alle Bed\u00fcrfnisse werden zur Figur. Wird aber der Kontakt (zu sich selbst oder zu andern) unterbunden, entsteht eine <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unvollendete Gestalt<\/span>.<\/i> Diese unvollendeten Gestalten tauchen immer wieder als St\u00f6rungen im Bewusstsein auf.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Begriff des Kontakts ist mit dem Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Grenze<\/i> <\/span>verbunden: Ein Kontakt kann nur da stattfinden, wo eine Grenze vorhanden ist; ohne Grenze w\u00fcrde eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verschmelzung<\/i> <\/span>stattfinden (Konfluenz).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontaktzyklus<\/span><\/h4>\n<p>Der Kontaktzyklus verl\u00e4uft jeweils in vier Schritten (Kriz, 2014, S. 214):<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Vorkontakt: Aus dem Organismus oder der Umwelt taucht ein Verlangen bzw. ein Reiz auf, der zur Figur wird (aus der Sicht des Selbst wird der \u00fcbrige K\u00f6rper bzw. die \u00fcbrige Umwelt zum Hintergrund). Die Wahl des hervortretenden Elementes wird dabei durch viele Faktoren bestimmt, die man grob unter dem Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Interesse<\/i> <\/span>zusammenfassen k\u00f6nnte.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kontaktnahme: Das Verlangen wird zum Hintergrund und als Figur tritt ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Suchbild <\/span>f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten zur Befriedigung; das <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Herantreten <\/span>r\u00fcckt<\/i> in den Vordergrund, M\u00f6glichkeiten werden differenziert und ausgew\u00e4hlt \u2014 hier ist die Funktion des Ich entscheidend.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Kontaktvollzug: Im Kontakt selbst sind K\u00f6rper und Umwelt Hintergrund, die Figur und der Kontakt selbst werden intensiv erlebt. Die Intention des Ich wird in die Spontaneit\u00e4t des Selbst transformiert, d. h., die ganze Person ist nun vom Erleben (Wahrnehmen, F\u00fchlen) erfasst.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Nachkontakt: Der Kontaktprozess ist zu Ende, das Selbst verblasst, die Figur tritt in den Hintergrund zur\u00fcck. In der Begegnung mit dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Nicht-Selbst<\/i>\u00a0<\/span>vollzog sich im optimalen Fall ein Wachstums- und Reifeschritt. Der Organismus ist nun bereit f\u00fcr den n\u00e4chsten Kontaktzyklus.<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Der leere Stuhl<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">\u00abDie Bewusstmachung unerw\u00fcnschter Gef\u00fchle und die F\u00e4higkeit, sie zu ertragen, sind die conditio sine qua non f\u00fcr eine erfolgreiche Behandlung\u00bb \u2014 dieser Satz von Perls (1978, S. 216) zeigt, dass Gestalttherapie im Kern eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Widerstandsanalyse<\/i> <\/span>ist. Im Gegensatz zur Psychoanalyse aber wird der Widerstand nicht gedeutet oder \u00abbeseitigt\u00bb, sondern als Gestalt pr\u00e4gnant und dem Klienten erfahrbar gemacht. In der Gestalttherapie steht nicht das (wegzensierte) Material, sondern der Kontakt- und Blockierungs-Prozess selbst im Zentrum. Im Verhalten hier und jetzt, in den Bew\u00e4ltigungsstrategien, in der Art des Umwelt- und Selbstkontaktes zeigen sich die unvollendeten, nicht geschlossenen Gestalten (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Awareness<\/i> <\/span>des Klienten, besonders die Awareness f\u00fcr sein eigenes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Abwehrverhalten<\/i><\/span>, muss verst\u00e4rkt werden durch die Konzentration auf das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hier und Jetzt<\/i><\/span>. Dies dient dazu, das eigene Erleben zu aktivieren. Der Klient soll die so neu erfahrenen, bisher abgespaltenen Anteile seiner Person als zu ihm geh\u00f6rend anerkennen, wodurch diese Anteile ins Selbst reintegriert werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr werden verschiedene Techniken eigesetzt, z. B. die Technik <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">des <i>leeren Stuhls<\/i><\/span>, auch Gestalt-Dialog genannt (Kriz, 2014). Der Klient setzt dabei eine Bezugsperson oder auch ein bestimmtes Gef\u00fchl oder eine Reaktion von sich selbst auf einem leeren Stuhl gegen\u00fcber und nimmt im Rollentausch einen Dialog auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_699\" aria-describedby=\"caption-attachment-699\" style=\"width: 458px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-699 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102.png\" alt=\"\" width=\"458\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102.png 458w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102-300x132.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102-65x29.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102-225x99.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-102-350x154.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-699\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.wdr5.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Technik des leeren Stuhls<\/span><\/h4>\n<p>In Gestalttherapie-Workshops ermutigen die Therapeuten die Teilnehmer, wieder den Kontakt mit ihren \u00abauthentischen inneren Stimmen\u00bb aufzunehmen. Eine der bekanntesten Methoden der Gestalttherapie ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Technik des leeren Stuhls<\/span>. Bei dieser Technik stellt der Therapeut einen leeren Stuhl in die N\u00e4he des Klienten. Der Klient soll sich vorstellen, dass sich auf diesem Stuhl ein Gef\u00fchl, eine Person, ein Objekt oder eine Situation befindet. Der Klient \u00abspricht\u00bb dann mit dem Etwas auf dem Stuhl. Klienten werden beispielsweise dazu ermutigt sich vorzustellen, auf dem Stuhl s\u00e4sse ihre Mutter oder ihr Vater, und Gef\u00fchle zu zeigen, die der Klient unter anderen Umst\u00e4nden nicht offenbaren w\u00fcrde. Dann kann sich der Klient vorstellen, jene Gef\u00fchle bef\u00e4nden sich auf dem Stuhl, um mit diesen Gef\u00fchlen \u00fcber den Einfluss, den sie auf sein Leben haben, zu \u00absprechen\u00bb. Diese Technik erm\u00f6glicht es dem Klienten, starke, bislang unausgedr\u00fcckte Gef\u00fchle, die sein psychisches Wohlergehen beeintr\u00e4chtigen, zu erkunden und sich mit ihnen zu konfrontieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox\"><strong>Zusammenfassung:<\/strong> Gestalttherapie ist eine Therapieform, die sich darauf konzentriert, Geist und K\u00f6rper einer Person zu einer Gesamtheit zusammenzuf\u00fchren. Die Gestalttherapie ermutigt Teilnehmer in Gruppensitzungen, ihre Gef\u00fchle auszudr\u00fccken und Konflikte als Chance zu erkennen, K\u00f6rper und Geist in Einklang zu bringen (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt eine Originalaufnahme mit Fritz Perls (Ausschnitt). Er zeigt am Beispiel des Lampenfiebers in einer Session mit Studierenden grunds\u00e4tzliche Techniken und Konzepte der Gestalttherapie auf (Video mit Untertiteln versehen an der HfH). Link zum vollst\u00e4ndigen Video: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZsZqJXf4vMI\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZsZqJXf4vMI<\/a><\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/40_Perls-Szene1_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/40_Perls-Szene1_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4>Institutionen in der Schweiz:<\/h4>\n<p>Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Schweizer Verein f\u00fcr Gestalttherapie und Integrative Therapie<\/span>, svg, ist ein Fachverband f\u00fcr Menschen, die die Ideen der Gestalttherapie, der Integrativen Therapie und der k\u00f6rperzentrierten Psychotherapie vertreten und deren Methoden in ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit anwenden. URL: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.gestalttherapie.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.gestalttherapie.ch\/<\/a><\/p>\n<p>Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Institut f\u00fcr Integrative Gestalttherapie<\/span> W\u00fcrzburg (IGW) ist ein Aus- und Weiterbildungsinstitut f\u00fcr Gestalttherapie und Gestaltberatung, das auf eine Erfahrung von \u00fcber 30 Jahren zur\u00fcckblicken kann. In etlichen deutschen St\u00e4dten sowie in der Schweiz, \u00d6sterreich und Kroatien werden verschiedene Aus- und Weiterbildungslehrg\u00e4nge angeboten. Homepage: <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/www.igw-schweiz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.igw-schweiz.ch\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"psychodrama-moreno\"><\/a>Psychodrama<\/h2>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<figure id=\"attachment_700\" aria-describedby=\"caption-attachment-700\" style=\"width: 315px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-700 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103.png\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103.png 315w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103-300x210.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103-65x46.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-103-225x158.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 315px) 100vw, 315px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-700\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.maraustralis.com\/<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 1em\">In den 1920er Jahren entwickelte der Wiener Psychiater <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\"><i>Jacob Moreno<\/i><\/span><span style=\"font-size: 1em\"> (1889-1974) die als <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\"><i>Psychodrama<\/i> <\/span><span style=\"font-size: 1em\">bezeichnete Therapieform. Dabei spielen die Gruppenmitglieder wie in einem Stegreifspiel <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\">Rollen<\/span><span style=\"font-size: 1em\">. Die Atmosph\u00e4re soll die Teilnehmer sich so sicher f\u00fchlen lassen, dass sie ihre Gef\u00fchle und Gedanken ausdr\u00fccken, neue Verhaltensweisen und Einstellungen ausprobieren und sich in die Empfindungen und Ansichten anderer einf\u00fchlen. H\u00e4ufig spielen die Gruppenmitglieder auf einer <\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-size: 1em\">B\u00fchne <\/span><span style=\"font-size: 1em\">und sogar vor Publikum.<\/span><\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Psychodrama kommen verschiedene <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollenspieltechniken<\/i> <\/span>zum Einsatz. Bei der Technik des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hilfs-Ich<\/i><\/span> oder der Spiegelung portr\u00e4tiert ein Gruppenmitglied ein anderes und zeigt ihm so, wie es auf andere wirkt. Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollentausch<\/i> <\/span>spielen zwei Gruppenmitglieder die jeweils andere Person. In der Technik des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wunderladens<\/i> <\/span>tauschen die Teilnehmer eine ihrer unerw\u00fcnschten pers\u00f6nlichen Eigenschaften zeitweise gegen eine aus, die sie erstreben. All diese Aktivit\u00e4ten werden vom Spielleiter oder Therapeuten geleitet, der auch jedem Teilnehmer R\u00fcckmeldung zu seiner Darstellung gibt. Auch das Publikum kann n\u00fctzliches Feedback geben (Comer, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Viele Verhaltens- und humanistische Therapeuten setzen heute das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollenspiel<\/i> <\/span>ein, um bei den Mitgliedern ihrer Gruppen Selbstsicherheit und soziale Fertigkeiten zu f\u00f6rdern. Die Bedeutung, die das Psychodrama auf Spontaneit\u00e4t und Empathie legt, hat auch in vielen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppentherapien<\/i> <\/span>seinen Niederschlag gefunden (Comer, 2008).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte des Psychodramas<\/h3>\n<figure id=\"attachment_701\" aria-describedby=\"caption-attachment-701\" style=\"width: 364px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-701 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104.png\" alt=\"\" width=\"364\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104.png 364w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104-300x201.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104-65x44.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104-225x151.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-104-350x235.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-701\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.ospip.co.uk\/<\/figcaption><\/figure>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Rolle<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle<\/i> <\/span>ist eines der zentralen Konzepte des Psychodramas. In der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle als Kategorie<\/i><\/span> sind gesellschaftlich vordefinierte Handlungsmuster enthalten (analog zu den Rollen im klassischen Theater); die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rolle als aktive Handlung<\/i><\/span> dagegen beinhaltet die gegenw\u00e4rtigen Aktionen des Ich (analog zum Stegreiftheater). Im Psychodrama soll die Erfahrung und Reflexion dieser Rollen gef\u00f6rdert werden. Die vier Aspekte der Lebenswelt eines Menschen \u2014 Raum, Zeit, Kosmos und Realit\u00e4t \u2014 sind f\u00fcr die Praxis des Psychodramas wesentlich (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Moreno betonte die Bedeutung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>aktiven Spielens<\/i><\/span> von Rollen. Das menschliche Selbst entwickelt sich in der Aus\u00fcbung von Rollen. Die Rolle als aktive Handlung macht das Ich aus und ist Ausdruck der spontanen Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Szene<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein weiteres Schl\u00fcsselkonzept ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Szene<\/i><\/span>. Sie bezeichnet das dynamische Zusammenwirken von mehreren Einfl\u00fcssen. Die folgenden Dimensionen beeinflussen die Szene:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Einfl\u00fcsse aus einverleibten Erfahrungen, sowohl aus dem autobiografischen Ged\u00e4chtnis als auch aus dem sozialen Gef\u00fcge, in dem der Mensch eingebettet ist (erlebte Beziehungen und gesellschaftliche Strukturen).<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Werte und Normen, die aus der spezifischen Kultur \u00fcbernommen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese Erfahrungen und Einfl\u00fcsse werden im Stegreiftheater als lebendiges Geschehen spontan vermischt (Kriz, 2014).<\/p>\n<figure id=\"attachment_702\" aria-describedby=\"caption-attachment-702\" style=\"width: 319px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-702\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105.png\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105.png 318w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105-300x207.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105-65x45.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-105-225x155.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-702\" class=\"wp-caption-text\">(c) serendip.brynmawr.edu<\/figcaption><\/figure>\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Praxis der Psychodrama-Therapie<\/span><\/h4>\n<p>Die Psychodrama-Therapie setzt auf die heilende Wirkung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Nacherlebens <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ausagierens<\/i> <\/span>von belastenden Erfahrungen. Sie findet gew\u00f6hnlich in einer Arbeit mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppen<\/i> <\/span>statt. Folgende Begriffe sind die sechs wesentlichen Konstituenten des Psychodramas:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">B\u00fchne oder Spielfl\u00e4che abgegrenzt<\/span>:<\/i> Die B\u00fchne ist der Raum, in dem der Protagonist Szenen aus Vergangenheit und Zukunft gestaltet, aber auch seine Tr\u00e4ume, \u00c4ngste, Phantasien, Beziehungen, Lebenssituationen darstellt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Protagonist:<\/i> <\/span>Als Autor und Hauptdarsteller setzt der Protagonist spontan um, was ihm in den Sinn kommt. Mit Hilfe des Spielleiters und der Mitspieler soll ein m\u00f6glichst hoher affektiver Realit\u00e4tsgehalt angestrebt werden. Wichtig sind das Wiedererleben, aber auch neue Erfahrungs- und Verhaltensm\u00f6glichkeiten.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spielleiter: <\/i><\/span>Der Therapeut ist in der Regel der Spielleiter. Er steht dem Protagonisten bei und erm\u00f6glicht ein m\u00f6glichst intensives Spiel. Die Problemdarstellung soll intensiviert werden. Anschliessend wird der Ablauf besprochen und analysierend aufgearbeitet.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Mitspieler, Hilfs-Ich oder Assistenten<\/span>: <\/i>Diese spielen ihre Rollen gem\u00e4ss den Anweisungen des Protagonisten oder des Spielleiters. Sie sollen sich m\u00f6glichst gut einf\u00fchlen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Teilnehmer:<\/i><\/span> Die Teilnehmer sind Publikum und Resonanzboden f\u00fcr das dramatische Geschehen. Durch R\u00fcckmeldungen unterst\u00fctzen sie den Protagonisten und nehmen am Geschehen teil. Die Mitspieler geben ausserdem Rollen-Feedback.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychodrama-Techniken<\/span>: <\/i>Der Ablauf einer Sitzung erfolgt in drei Phasen:\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Initialphase, Warm-Up, Problemfindungsphase<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Handlungsphase: Aktions-, Spiel-, Problembearbeitungs-Phase<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Abschlussphase: Sum-Up, Gespr\u00e4che, Integration, Nachbearbeitung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jede dieser Phasen verwendet weitere spezifische Techniken wie z.B. den leeren Stuhl, Rollenwechsel, Doppeln etc. (Kriz, 2014).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Konzepte und Ideen aus Morenos Psychodrama-Therapie <strong>beeinflussten<\/strong> viele weitere Therapierichtungen, wie Kriz (2014) dies beschreibt: Weit \u00fcber seine Bedeutung als eigenst\u00e4ndiger, abgegrenzter Therapieansatz hinaus hat das Psychodrama Konzepte von vielen anderen Therapieans\u00e4tzen beeinflusst. So stammt z. B. der zentrale Begriff humanistischer Psychologie, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Begegnung<\/i><\/span>, von Moreno (bereits 1915 erschien dessen Schrift \u00abEinladung zu einer Begegnung\u00bb); auch das Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Empathie<\/i><\/span>, einer der drei Kernaspekte in Rogers personzentrierter Psychotherapie, wurde von Moreno erstmals thematisiert, ebenso wie die Hervorhebung des<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Hier und Jetzt<\/span><\/i>, das Erleben des Klienten und die therapeutische Arbeit. Ferner sind wesentliche Aspekte der heutigen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppentherapien<\/i> <\/span>und der interaktionellen, systemischen Therapie bereits Jahrzehnte zuvor von Moreno vorweggenommen worden. Fritz Perls (Gestalttherapie) und Eric Berne (Transaktionsanalyse) waren ebenso wie fast alle Sch\u00fcler Kurt Lewins (Gestalt- und Feldtheorie) in Morenos Vorlesungen. <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Rollenspiel<\/span>, <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rollentausch<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>leerer Stuhl<\/i><\/span> sind z. B. Elemente, die Perls f\u00fcr seine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalttherapie<\/i> <\/span>von Moreno \u00fcbernahm (S. 228)<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Transaktionsanalyse<\/h2>\n<figure id=\"attachment_703\" aria-describedby=\"caption-attachment-703\" style=\"width: 176px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-703 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106.png\" alt=\"Foto von Eric Berne.\" width=\"176\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106.png 176w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-106-65x82.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-703\" class=\"wp-caption-text\">(c) Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Transaktionsanalyse wurde in den 1940er und 1950er Jahren vom Psychiater <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eric Berne<\/i><\/span> entwickelt (1910-1970); im deutschsprachigen Raum ist sie bekannt geworden durch die B\u00fccher von Eric Berne und Thomas A. Harris (\u00abSpiele der Erwachsenen\u00bb resp. \u00abIch bin o.k. \u2014 du bist o.k.\u00bb).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Transaktionsanalyse bietet eine M\u00f6glichkeit, menschliche Kommunikation mit Schwerpunkt auf der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Beziehungsgestaltung<\/i> <\/span>zu untersuchen. Sie ist sowohl von psychoanalytischen als auch von individualpsychologischen Konzepten gepr\u00e4gt; das Menschenbild entspricht dem der humanistischen Psychologie: der Mensch als einzigartiges Wesen, bestimmt durch Ganzheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit. Ziele der transaktionsanalytischen Therapie sind die sozial verantwortliche Selbstverwirklichung und das Wachstum der Person.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bernes Schriften pr\u00e4sentieren sich als anschauliche und eing\u00e4ngige Texte; die beschriebenen Konzepte sind dadurch gut fassbar und nachvollziehbar. Trotzdem bestehen in der Transaktionsanalyse grosse L\u00fccken in theoretischer Hinsicht (Kriz, 2014).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Grundkonzepte der Transaktionsanalyse wurden h\u00e4ufig in andere Ans\u00e4tze integriert. Gerade das Fehlen einer differenzierten Theorie erleichtert es, die griffigen Grundkonzepte weiter zu verwenden (Kriz, 2014).<\/p>\n<figure id=\"attachment_704\" aria-describedby=\"caption-attachment-704\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-704 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107.png 240w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107-65x46.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-107-225x160.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-704\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.psychologie-jaegers.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Strukturmodell der Pers\u00f6nlichkeit<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transaktionen<\/i> <\/span>sind Mitteilungen, die zwischen verschiedenen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich-Zust\u00e4nden<\/i><\/span> der Kommunikationspartner ablaufen. Die drei Ich-Zust\u00e4nde der Pers\u00f6nlichkeit regeln Wahrnehmen, F\u00fchlen und Denken, aber auch die nach aussen gerichteten Aktivit\u00e4ten (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kind-Ich, Erwachsenen-ich, Eltern-Ich<\/i><\/span>, siehe n\u00e4chster Abschnitt). Ein Gespr\u00e4ch besteht zumeist aus vielen einzelnen Transaktionen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Berne unterscheidet <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Komplement\u00e4r-Transaktione<\/span>n<\/i> (wenn die Sender den gleichen Ich-Zustand ansprechen oder die Nachrichten einander erg\u00e4nzen) und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcber-Kreuz-Transaktionen<\/i><\/span>. Sind die Botschaften stimmig (komplement\u00e4re Transaktion), kann sich die Kommunikation ungest\u00f6rt fortsetzen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dargestellt wird das Strukturmodell der Pers\u00f6nlichkeit durch drei \u00fcbereinander liegende Kreise.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\n<div class=\"textbox__content\">Die Transktionsanalyse enth\u00e4lt viele psychoanalytische Elemente und k\u00f6nnte deshalb auch als psychodynamisches Modell bezeichnet werden (Kriz, 2014, f\u00fchrt sie unter den psychodynamischen Therapien auf).<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der Transaktionsanalyse<\/h3>\n<figure id=\"attachment_705\" aria-describedby=\"caption-attachment-705\" style=\"width: 253px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-705 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108.png\" alt=\"\" width=\"253\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108.png 253w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108-65x57.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-108-225x198.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-705\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.hipa.at<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zentrale Konzepte der Transaktionsanlayse sind die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Strukturanalyse<\/i><\/span>, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transaktionsanalyse<\/i><\/span>, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spielanalyse<\/i> <\/span>und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Skriptanalyse<\/i><\/span>, die im Folgenden kurz beschrieben werden (nach Kriz, 2014).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Strukturanalyse<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Pers\u00f6nlichkeit kann diagnostisch erfasst werden, indem sie in drei<i> <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich-Zust\u00e4nde<\/i> <\/span>gegliedert wird, die der Reihenfolge in der Entwicklung entsprechen, n\u00e4mlich das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kind-Ich<\/i><\/span>, das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eltern-Ich<\/i><\/span> und das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwachsenen-Ich<\/i><\/span>. Wenn Menschen kommunizieren, sprechen sie jeweils ein bestimmtes Ich an. Dargestellt werden die Ich-Zust\u00e4nde in Form von drei \u00fcbereinander liegenden Kreisen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Ich-Zustand des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Kind-Ich<\/b><\/span> sind fr\u00fchkindlich fixierte Inhalte und\u00a0 Gef\u00fchle aufgezeichnet. Handlungen in diesem Zustand werden von spontanen Gef\u00fchlsregungen und W\u00fcnschen beherrscht. Wenn ein Mensch von Gef\u00fchlen gepackt wird, hat sein Kind-Ich die F\u00fchrung \u00fcbernommen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Zustand des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Eltern-Ich<\/b><\/span> wird dominiert von den internalisierten Normen und Werten. Im Eltern-Ich sammeln sich die elterlichen Vorschriften, Ermahnungen, Vorw\u00fcrfe, aber auch Lob und Anerkennung.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Erwachsenen-Ich<\/b> <\/span>urteilt, denkt, legt sich seine Handlungen zurecht und ber\u00fccksichtigt auch die Handlungskonsequenzen. Ein gut ausgebildetes Erwachsenen-Ich l\u00e4sst nur die Normen und Wertsetzungen aus dem Eltern-Ich zu, die aktuell ad\u00e4quat erscheinen, und jene Teile aus dem Kindheits-Ich, die situationsangemessen sind.<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Transaktionen sind die Botschaften, die in zwischenmenschlichen Beziehungen von jedem Ich-Zustand aus an jeden Ich-Zustand des Partners gesendet werden k\u00f6nnen. Die aus einem der drei Kreise gesendeten Botschaften des Senders sind also je nach Inhalt an einen der drei Kreise des Empf\u00e4ngers gerichtet und l\u00f6sen dort wieder eine Reaktion aus. Dabei sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">drei <i>Hauptformen der Transaktion<\/i><\/span> m\u00f6glich: parallele oder komplement\u00e4re Transaktionen, gekreuzte Transaktionen und verdeckte Transaktionen, wobei im Detail <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>81 Transaktionsmuster<\/i><\/span> m\u00f6glich sind. Wiederkehrende Transaktionsmuster gelten als Ausdruck von eingelernten Rollen oder grundlegenden Lebenseinstellungen einer Person (Kriz, 2014).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Spielanalyse<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Spielanalyse untersucht verdeckte Komplement\u00e4rtransaktionen, die unternommen werden, um einen emotionalen Gewinn zu erhalten (Kriz, 2014). Der emotionale Gewinn besteht in der Regel aus Ersatz- oder sog. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Racket-Gef\u00fchlen<\/i><\/span>, fr\u00fchkindlich gelernte Ersatzmuster f\u00fcr unerlaubte Gef\u00fchle. Diese sind gekoppelt mit Glaubenss\u00e4tzen und unbewussten Botschaften.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Vielfalt der analysierten Spiele und ihrer Typologien (wie in seinem Buch \u00abSpiele der Erwachsenen\u00bb beschrieben) kann als Hauptbeitrag Berne&#8217;s zur Psychopathologie bezeichnet werden (Kriz, 2014).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/h3>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Skriptanalyse<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Spiele und Transaktionen bilden nach Berne einen Lebensplan, der als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Skript <\/span>bezeichnet wird. Das Skript beinhaltet die sog. Lebensgrundposition und die weiteren Entwicklungen der Pers\u00f6nlichkeit durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Indoktrination<\/i><\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungsanweisungen<\/i> <\/span>und <i>Rezepte<\/i>, und durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Modellverhalten<\/i><\/span> (Kriz, 2014). F\u00fcnf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Lebenseinstellungen<\/i> <\/span>werden unterschieden:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist nicht O.K.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist nicht O.K.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K.<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Lebenseinstellungen, entsprechend den kindlichen Entwicklungsstufen<\/span><\/h4>\n<p>(nach Kriz, 2014, S. 105)<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O.K. \u2014 du bist O.K (pr\u00e4\/postnatal)<\/b><\/span><b> <\/b>Das Neugeborene kommt mit Urvertrauen (Erikson) auf die Welt: Die intrauterine, absolute Geborgenheit und Sicherheit bleibt auch postnatal zun\u00e4chst noch erhalten. In dieser Grundhaltung ist das Kind sich selbst die wichtigste Person auf der Welt, es ist O. K., und alle, die diese Ansicht teilen, sind auch O. K. Diese Grundhaltung muss aber zu Entt\u00e4uschung f\u00fchren, wenn sie nicht durch eine aktiv erworbene gleichartige Grundhaltung (Nr. 5) ersetzt wird.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin nicht O. K. \u2014 du bist O. K. (1. Lebensjahr) <\/b><\/span>Sehr bald schon muss das Neugeborene erfahren, dass es hilflos, klein und von der Gnade anderer abh\u00e4ngig \u2014 also nicht O. K. \u2014 ist. Allein schon durch die notwendige Pflege erh\u00e4lt das Kind Streicheleinheiten von der Pflegeperson, die somit O. K. ist. Wird diese Haltung beibehalten, so resultiert daraus mangelndes Selbstwertgef\u00fchl, Depression mit Tendenz zu Suizid oder Sucht.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin nicht O.K. \u2014 du bist nicht O.K. (ca. 2. Lebensjahr) <\/b><\/span>L\u00e4sst die intensive Pflege, und damit die Verteilung von Streicheleinheiten nach, erfolgen vielleicht Strafen oder sogar Missachtung, kommt das Kind zu der \u00dcberzeugung, dass die anderen auch nicht O.K. sind. W\u00fcrde dieser Zustand beibehalten, so w\u00fcrde die Entwicklung des Erwachsenen-Ich hier aufh\u00f6ren, da es keine Streicheleinheiten als Verst\u00e4rker erh\u00e4lt, deren Sicherstellung seine wesentliche Funktion ist. Abgestumpftheit, Mutlosigkeit und sogar Schizophrenie k\u00f6nnen die Folgen sein.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O. K. \u2014 du bist nicht O.K. (ggf. ab 2. Lebensjahr)<\/b><\/span><b> <\/b>Diese Grundhaltung entspricht im Gegensatz zu den ersten drei keinem Stadium der normalen Entwicklung, sondern entsteht nur bei fortdauernder Deprivation oder Misshandlung \u2014 die anderen sind also nicht O. K. Das eigene O. K. ist hier eine Folge des \u00abSelbststreichelns\u00bb. Daraus resultiert eine arrogante, selbstgef\u00e4llige Haltung mit Neigung zur Kriminalit\u00e4t und Soziopathie bzw., bei leichteren St\u00f6rungen, die Haltung der \u00abRetter\u00bb.<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Ich bin O. K. \u2014 du bist O. K. (realistisch) <\/b><\/span>Die obigen Lebensanschauungen beruhen auf Gef\u00fchlen und sind unbewusst, weil die zugrunde liegenden Entscheidungen bereits in der fr\u00fchen Kindheit gef\u00e4llt wurden. Diese f\u00fcnfte Lebensanschauung hingegen ist eine bewusste Entscheidung und beruht auf Denken, Glauben und Einsatzbereitschaft (Harris, 1975). Diese Lebensanschauung, aus der ein \u00abGelten und Gelten lassen\u00bb entspringt (Petzold, 1980a), ist Ziel der therapeutischen Interventionen in der Transaktionsanalyse.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3>Therapeutische Interventionen und Methoden<\/h3>\n<p>Ziel der transaktionsanalytischen Therapie ist die Befreiung vom Lebensskript durch eine Neuentscheidung f\u00fcr eine alternative Grundeinstellung. Zu den Grundmethoden geh\u00f6ren kl\u00e4rende und provozierende Interventionen.<\/p>\n<p>Der \u00abtherapeutische Imperativ\u00bb ist eine Botschaft des Therapeuten, die an das Erwachsenen-Ich des Klienten gerichtet ist und das destruktive Grundgebot der Eltern aufheben soll. Zus\u00e4tzlich werden in der Transaktionsanalyse viele Interventionstechniken verwendet, die aus andern Therapieformen stammen, wie z.B. Rollenspiele, der \u00ableere Stuhl\u00bb, Traumarbeit, K\u00f6rperarbeit, verhaltenstherapeutische Techniken (Kriz, 2014).<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">Der folgende Videoausschnitt zeigt einen Teil eines Interviews mit Eric Berne (1966): Dr. Eric Berne &#8211; Games People Play &#8211; The Practice Part 1 (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">\u00abFrom a 1966 NET Science broadcast special on Dr. Eric Berne&#8217;s wildly successful book Games People Play. The author interviews Dr. Berne at his home in Carmel where Dr. Berne explains the theory behind Transactional Analysis. One of few videos with sound of the genius Dr. Berne before his untimely death.\u00bb (Link zum vollst\u00e4ndigen Video: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SUkXZ7grMwE\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SUkXZ7grMwE<\/a>)<\/div>\n<div>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/41_BerneYoutubeAusschnitt1_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/41_BerneYoutubeAusschnitt1_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Themenzentrierte Interaktion (TZI)<\/h2>\n<figure id=\"attachment_707\" aria-describedby=\"caption-attachment-707\" style=\"width: 175px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-707 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109.png\" alt=\"Die Fotografie zeigt Ruth C. Cohn.\" width=\"175\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109.png 175w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-109-65x95.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-707\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.jungfrauzeitung.ch<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ruth C. Cohn<\/i><\/span> (1912-2010), ist Begr\u00fcnderin der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Themenzentrierten Interaktion<\/i><\/span> (TZI) und eine der einflussreichsten Vertreterinnen der humanistischen Psychologie.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die TZI entstand vor dem theoretischen Hintergrund der Psychoanalyse, der Gruppentherapien sowie der humanistischen Psychologie und ber\u00fccksichtigt Erfahrungen aus der Gestalttherapie und der Gruppendynamik. Das urspr\u00fcngliche Anliegen Ruth Cohns war es, ein Konzept zu entwickeln, das \u00abdem urspr\u00fcnglich gesunden Menschen ein Leben erm\u00f6glicht, in dem er gesund bleiben kann\u00bb. Gesundheit bezieht sich hier nicht bloss auf das individuelle Wohlbefinden, sondern auch auf die politische Verantwortlichkeit in der Welt.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">TZI ist ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppenkonzept<\/i><\/span>, das auf aktives, sch\u00f6pferisches und entdeckendes Lernen \u2014 <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebendiges Lernen<\/span>\u00bb<\/i> \u2014 und Arbeiten ausgerichtet ist.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">TZI bringt Strukturen in den Gruppenprozess, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>dynamisches Gleichgewicht<\/i><\/span> zwischen den verschiedenen Bed\u00fcrfnissen des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einzelnen<\/i><\/span>, der Interaktion der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppe<\/i><\/span>und deren <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aufgabe<\/i><\/span> anstreben (Ich-Wir-Es-Balance). Das Umfeld oder die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Umwelt<\/i><\/span>(globe), in einem engeren und weiteren Sinn, soll stets mitber\u00fccksichtigt werden. Die Autonomie des Menschen ist um so gr\u00f6sser, je bewusster er seine soziale und universelle Interdependenz anerkennt und aktiviert (http:\/\/www.tzi.ch\/)<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich, Wir, Es und Globe<\/i><\/span> werden im so genannten TZI-Dreieck abgebildet (siehe n\u00e4chster Abschnitt). Je nach Entwicklung und Verlauf des Gruppenprozesses wird einer der vier Faktoren st\u00e4rker beleuchtet. Die TZI versucht die Gruppe voranzubringen, indem alle vier Faktoren bearbeitet werden. Entgegen der Bezeichnung \u00abthemenzentriert\u00bb geht es nicht nur darum, das Thema (Es) in den Mittelpunkt zu stellen, sondern alle vier Faktoren und ihre Beziehungen zur Sprache zu bringen.<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Grundkonzepte der TZI<\/h3>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Existenzielle Daseinsposulate<\/span><\/h4>\n<p>Die philosophische Grundhaltung der TZI \u00e4ussert sich im Versuch, eine humanistische Grundhaltung in Form einer psychologischen Didaktik anzuwenden. Kernpunkt sind dabei die beiden existenziellen Daseinspostulate, wie sie Ruth Cohn formuliert hat:<\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sei dein eigener Chairman<\/i>: <\/span>Dieses Postulat betont einerseits die Verantwortung mir selbst und meiner individuellen Welt gegen\u00fcber, auf der andern Seite aber auch meine Verantwortung gegen\u00fcber der Umwelt (Quitmann, 1996).<\/li>\n<li><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>St\u00f6rungen haben Vorrang<\/i><\/span>: Grundlegendes existenzielles Postulat der TZI. In Gruppenprozessen sollen St\u00f6rungen in der Interaktion der Gruppenteilnehmer, aber auch St\u00f6rungen duch externe Einfl\u00fcsse, wahrgenommen und akzeptiert werden, inklusive der M\u00f6glichkeit, sie hier und jetzt zu ver\u00e4ndern (Quitmann, 1996).<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-708 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110.png\" alt=\"Das Bild zeigt das TZI-Dreieck, mit den Ecken Ich, Wir und Es, umschlossen vom Gllobus.\" width=\"271\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110.png 271w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-110-225x169.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/a><\/b>Die dynamische Balance zwischen Ich, Wir und Es<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Als Umsetzungshilfe f\u00fcr die Daseinspostulate dient das dynamische Dreieck, mit den drei Eckpunkten:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i> Ich<\/i><\/span>: die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i><\/span>des Einzelnen, mit seiner Biographie und seiner aktuellen Verfassung.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>: betrifft die Gruppe und das sich entwickelnde Beziehungsgef\u00fcge.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Es<\/i><\/span>: betrifft den Inhalt oder die Aufgabe, zu deren Bearbeitung und Erledigung die Gruppe zusammenkommt.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Dreieck wird umschlossen von der Kugel, auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Globe<\/i><\/span>oder Globus genannt. Diese bezeichnet den n\u00e4heren und weiteren Kontext, in welchem sich die Gruppe trifft. Der Kontext kann organisatorische, strukturelle, soziale, politische, wirtschaftliche, \u00f6kologische oder kulturelle Bedingungen beinhalten, die die Zusammenarbeit der Gruppe beeinflussen und die umgekehrt von der Arbeit der Gruppe beeinflusst werden.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Aufgabe des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gruppenleiters<\/i><\/span>ist es, eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Balance<\/i><\/span>zwischen diesen Faktoren zu erreichen. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wachstum<\/i><\/span>der einzelnen Pers\u00f6nlichkeit ist nur m\u00f6glich, wenn es gleichzeitig zu inhaltlichem Wachstum und Gruppenwachstum kommt (Quitmann, 1996).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Die Hilfsregeln<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Ziele der TZI werden von sog. Hilfsregeln unterst\u00fctzt, die das Kommunikationsverhalten strukturieren und die praktische Umsetzung der Postulate erm\u00f6glichen. Der Leiter hat die Aufgabe, diese Regeln am Anfang in die Gruppe einzubringen.<\/p>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es folgt eine Zusammenfassung der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Hilsregeln <\/span>in sechs Punkte (nach Quitmann, 1996).<\/div>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Vertrete dich selbst in deinen Aussagen, sprich per Ich und nicht per Wir oder man. Der Sprechende soll die volle Verantwortung f\u00fcr das von ihm Gesagte \u00fcbernehmen und deshalb verallgemeinernde Rededwendungen vermeiden, wie: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">wir glauben, man sollte, jeder weiss oder niemand sollte<\/span>.<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wenn du eine Frage stellst, sage warum du fragst und was deine Frage d\u00fcr dich bedeutet. Sage dich selbst aus und vermeide das Interview. Es ist beinahe immer besser, eine pers\u00f6nliche Aussage zu machen als eine Frage an andere zu stellen, die m\u00f6glicherweise eigene Erfahrungen verschweigt.<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Halte dich mit Interpretationen (von anderen) so lange wie m\u00f6glich zur\u00fcck. Formuliere stattdessen deine eignen Reaktionen. Interpretationen sind selten f\u00f6rderlich f\u00fcr zwischenmenschliche Beziehungen. Eher: welche Bedeutung hat Verhalten das Andern f\u00fcr mich pers\u00f6nlich?<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">St\u00f6rungen haben Vorrang<\/span>: Dieses existenzielle Postulat dient auch als Hilfsregel. Jeder Teilnehmer soll das Gespr\u00e4ch unterbrechen, wenn er \u00abnicht mehr richtig teilnehmen kann\u00bb (Quitmann, 1996). D.h. St\u00f6rungen einzelner Teilnehmer m\u00fcssen vorrangig gekl\u00e4rt werden.<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Achte darauf, dass immer nur 1 Teilnehmer das Wort hat, dass dieser ausreden kann und dass du ihm zuh\u00f6rst. Die Entscheidung dar\u00fcber, wer spricht, sollte von jedem einzelnen in Eigenverantwortung gef\u00e4llt werden. Seitengespr\u00e4che sind keine L\u00f6sung, sie st\u00f6ren den Gruppenprozess; es sei denn, sie werden als St\u00f6rung thematisiert.<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beachte die Signale aus deiner K\u00f6rpersph\u00e4re und beobachte diese Signale auch bei den andern Teilnehmern. Diese Regel soll die Wahrnehmung unseres K\u00f6rpers und unserer Gef\u00fchle aktivieren.<\/div>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Matthias Kroeger<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die folgende Videoaufnahme zeigt Matthias Kroeger (emerit. Professor f\u00fcr Theologie- und Kirchengeschichte) in einer Einf\u00fchrungsveranstaltung zur <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">themenzentrierten Interaktion<\/span>.<\/i><\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Einfuehrung_in_die_TZI_von_Matthias_Kroeger.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/YouTube_Einfuehrung_in_die_TZI_von_Matthias_Kroeger.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<p>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/youtu.be\/0dcBVDy7DJU\">https:\/\/youtu.be\/0dcBVDy7DJU<\/a><\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">TZI und P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p>Ruth Cohn vertrat die Meinung, dass TZI nicht therapeutischen, sondern eher <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>p\u00e4dagogischen<\/i><\/span>Charakter habe. Die Unterscheidung war ihr deshalb wichtig, weil TZI in erster Linie ein Konzept f\u00fcr <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lebendiges Lernen<\/span>\u00bb<\/i> in Schulklassen, Krankenh\u00e4usern, Universit\u00e4ten, und Betrieben sein sollte. Zielsetzung war nicht die Aufarbeitung \u00abunerledigter Gesch\u00e4fte\u00bb der Vergangenheit, sondern eine Konzentration auf die Ver\u00e4nderung der Gegenwart.<\/p>\n<p>Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Thema<\/i><\/span>(Es) steht im Mittelpunkt jeder interaktionellen Gruppe, \u00fcber den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>miteinander verbunden werden. Dadurch ist es m\u00f6glich, die Arbeit am Thema zwar selbsterfahrungsorientiert zu gestalten, jedoch gleichzeitig zu verhindern, dass das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ich<\/i><\/span>oder das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wir<\/i><\/span>zum Mittelpunkt werden, d.h. eine therapeutische Gruppe entsteht. Psychotherapie dient der Aufl\u00f6sung fehlgeleiteter und fixierter Strebungen bzw. der Reaktivierung versch\u00fctteter M\u00f6glichkeiten; P\u00e4dagogik dagegen richtet sich auf die Erf\u00fcllung und Erweiterung des freien Potentials.<\/p>\n<p><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>P\u00e4dagogik<\/i><\/span>ist f\u00fcr Ruth Cohn die \u00abKunst, Therapie antizipierend zu ersetzen. Therapie ist nachtr\u00e4gliche P\u00e4dagogik\u00bb. Auch die Praxis der Hilfsregel \u00abSt\u00f6rungen haben Vorrang\u00bb zeigt diesen Unterschied: wenn ein Gruppenmitglied eine St\u00f6rung anmeldet, ist es oft so, dass die pers\u00f6nliche Betroffenheit des einzelnen die ganze Gruppe erfasst. F\u00fcr einen Moment unterscheidet sich die TZI-Gruppe nicht von einer therapeutischen Gruppe. Da psychopathologische Ph\u00e4nomene in der Gruppe jedoch nur in ihrer Wirkung auf die gegenw\u00e4rtige Situation behandelt werden, nicht aber in ihrer dynamischen Bedeutung f\u00fcr die gest\u00f6rte einzelne Pers\u00f6nlichkeit, ist es Aufgabe des Leiters, die Situation so zu strukturieren, dass die Betroffenheit vom einzelnen und der Gruppe zwar zugelassen und erlebt werden kann, dass die Gruppe aber zielstrebig zum inhaltlichen Thema zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Das von der Psychoanalyse \u00fcbernommene Prinzip \u00abWiderstand vor Inhalt\u00bb betrachtete Ruth Cohn als Weg allen lebendigen Lernens. Auf diese Weise werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Inhalte<\/i><\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gef\u00fchle<\/i><\/span>als gleichwertige Themen einer Gruppe definiert.<\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufiger Einwand gegen die TZI ist, dass das Postulat \u00abSt\u00f6rungen haben Vorrang\u00bb einen so grossen Raum einnimmt, dass die Gruppe zum inhaltlichen Arbeiten gar nicht mehr kommt. Diese Gefahr besteht; denn einerseits braucht es \u00dcbung in der sinnvollen Anwendung dieser Regel, andererseits kann die Balance zwischen Ich, Wir und Es erst im Laufe eines Gruppenprozesses hergestellt werden. Die daf\u00fcr aufgewendete Zeit kann jedoch meistens im Verlauf des Arbeitsprozesses durch die intensivere Arbeitsf\u00e4higkeit der Gesamtgruppe ausgeglichen werden.<\/p>\n<p>(nach Quitmann, 1996)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>Cohn, Ruth C. (2009). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion. Von der Behandlung einzelner zu einer P\u00e4dagogik f\u00fcr alle<\/span><\/i>(Konzepte der Humanwissenschaften, 16. Aufl.). Stuttgart: Klett-Cotta.<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Spieltherapie nach Virginia M. Axline<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Virginia M. Axline<\/i><\/span> (1911-1988) war als Psychologin und Psychotherapeutin die Begr\u00fcnderin der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">nicht-direktiven Spieltherapie<\/span>,<\/i> heute im deutschsprachigen Raum als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">personzentrierte Spieltherapie <\/span>bekannt und durch Fachverb\u00e4nde in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz vertreten. Mit der \u00dcbernahme und Weiterentwicklung der Konzepte von Rogers schuf Virginia M. Axline eine kinderorientierte Therapie, die auf der Pers\u00f6nlichkeitstheorie, dem Therapiekonzept und den Therapiezielen von Rogers basiert.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-709 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111.png\" alt=\"Das Bild zeigt Virginia Axline.\" width=\"161\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111.png 161w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-111-65x81.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px\" \/><\/a>Kinder, und besonders Kinder mit Behinderungen, haben oft Schwierigkeiten, sich sprachlich auszudr\u00fccken und Gef\u00fchle zu verbalisieren. Speziell f\u00fcr Kinder mit Lernschwierigkeiten und psychischen Problemen stellt die Sprache zun\u00e4chst kein g\u00fcnstiges Ausdrucksmedium dar (Bundschuh, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Axline formulierte als Basis f\u00fcr die Begegnung mit dem Kind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>acht<\/i><i>Grundprinzipien<\/i><\/span> (siehe unten). Als weitere entscheidende Bedingung nannte sie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>freie Spiel<\/i><\/span>, mit dem sich das Kind in selbst gew\u00e4hltem Tempo ausdr\u00fccken und mitteilen kann. Axline machte die Erfahrung, dass dieses therapeutische Angebot, in dem nicht versucht wird, das Kind zu \u00e4ndern, sondern es grunds\u00e4tzlich so zu akzeptieren und anzunehmen, wie es im Augenblick ist, zu tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen f\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Acht Grundprinzipien<\/b><\/span> bilden die Basis des Spieltherapiekonzeptes (nach Bundschuh, 2008):<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut muss eine warme, freundliche Beziehung zum Kind aufnehmen, die sobald wie m\u00f6glich zu einem guten Kontakt f\u00fchrt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut nimmt das Kind ganz so an, wie es ist.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut gr\u00fcndet seine Beziehung zum Kind auf eine Atmosph\u00e4re des Gew\u00e4hrenlassens, so dass das Kind all seine Gef\u00fchle frei und ungehemmt ausdr\u00fccken kann.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut ist wachsam, um die Gef\u00fchle, die das Kind ausdr\u00fccken m\u00f6chte, zu erkennen \u2014 er reflektiert sie.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut achtet die F\u00e4higkeit des Kindes, mit seinen Schwierigkeiten selbst fertig zu werden, wenn man ihm Gelegenheit dazu gibt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut versucht nicht, die Handlungen oder Gespr\u00e4che des Kindes zu beeinflussen. Das Kind weist den Weg, der Therapeut folgt ihm.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut versucht nicht, den Gang der Therapie zu beschleunigen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut setzt nur dort Grenzen, wo diese notwendig sind.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Gegen\u00fcber Kindern mit schulischen Schwierigkeiten besteht oft wenig Verst\u00e4ndnis und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr ihre Probleme seitens der Eltern oder Erziehungsberechtigten. Diese Kinder gelangen m\u00f6glicherweise zu keinem Gef\u00fchl von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstwert<\/i><\/span>(Axline, 1997). Hier kann die Spieltherapie eine gute Hilfe bedeuten. Die Kinder lernen sich sch\u00e4tzen, akzeptieren, kommen vielleicht mit ihren eigenen Problemen und den behindernden Bedingungen im Bereich der Umwelt besser zurecht. Sie lernen durch die spielerische Erfahrung und begleitet von positiven Gef\u00fchlen, Kontakt aufzunehmen und sich mitzuteilen. Sie werden ermutigt, die Welt selbstst\u00e4ndig zu entdecken (Bundschuh, 2008).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Methoden der Spieltherapie<\/h3>\n<figure id=\"attachment_710\" aria-describedby=\"caption-attachment-710\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-710 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112.png 260w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-112-225x169.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-710\" class=\"wp-caption-text\"><strong>(c) www.isys-bw.de\/<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kindzentriertheit<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei Kindern mit Verhaltensst\u00f6rungen und bei Kindern mit geistiger Behinderung besteht die Gefahr, dass sie sich in Deprivations- und Konfliktsituationen zur\u00fcckziehen und damit ihre M\u00f6glichkeiten und F\u00e4higkeiten zur Kontaktaufnahme nicht wahrnehmen. Hier geht es darum, dem Kind zu helfen, Wertsch\u00e4tzung und Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten zu entwickeln und es zur Beachtung der eigenen Gef\u00fchle anzuleiten. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kindzentriert<\/i><\/span>heisst, Ziele und aktuelle Bed\u00fcrfnisse des Kindes zu beachten. Der Therapeut muss die Kommunikation an die M\u00f6glichkeiten des Kindes anpassen (vorwiegend nonverbal) und Spielaktivit\u00e4ten anbieten, die dem Entwicklungsstand und den Interessen des Kindes entsprechen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Spielmaterial sollte intensive und vielf\u00e4ltige Sinneserfahrungen erm\u00f6glichen und den Kontakt zur Gruppe erleichtern. Ausserdem sollte es so gestaltet sein, dass das Kind selbstst\u00e4ndig damit umgehen kann und klare Ergebnisse erzielt (Bundschuh, 2008).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Methodische Prinzipien der Spieltherapie<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">(nach Bundschuh, 2008)<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut akzeptiert die Bed\u00fcrfnisse des Kindes und kommuniziert auf seiner Ebene: Er l\u00e4sst dem Kind Zeit, Kontakt aufzunehmen oder T\u00e4tigkeiten zu beginnen, ist bereit, die ihm angewiesene Rolle zu \u00fcbernehmen, oder reflektiert und begr\u00fcndet im Falle einer Ablehnung seine Gef\u00fchle. Er teilt sich dem Kind widerspruchsfrei mit (\u00dcbereinstimmung von Sprechweise, Gestik, k\u00f6rperlicher Zuwendung) und begibt sich r\u00e4umlich und mit seiner Sprache auf die Ebene des Kindes.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er \u00fcbernimmt den Bewegungsrhythmus des Kindes, ahmt ihn nach oder erwidert ihn, leitet ihn allenfalls in einen regelm\u00e4ssigen Rhythmus \u00fcber (z. B. Atemrhythmus).<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Therapeut \u00abverankert\u00bb positive Gef\u00fchle: Er zeigt positive Gef\u00fchle bei Spiel und\/oder Kontakt demonstrativ. Er verbindet positive Gef\u00fchle des Kindes mit anderen Signalen (Ausrufe, Ber\u00fchrungen), um Ausl\u00f6ser (Anker) aufzubauen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er spiegelt dem Kind dessen Gef\u00fchle vorwiegend nonverbal, bei entsprechendem Sprachverst\u00e4ndnis auch \u00fcber Benennungen wider. Damit verdeutlicht er dem Kind, dass es beachtet wird, ohne es zu beurteilen oder zu etwas aufzufordern.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Er strukturiert das Spiel durch die Vorauswahl des Spielmaterials, indem er die Aufmerksamkeit des Kindes lenkt und gezielte Spielangebote w\u00e4hlt. Lenkung soll eingesetzt werden, wenn das Kind lange Zeit passiv, fern der Gruppe bleibt, sich mit Stereotypien besch\u00e4ftigt oder aggressiv wird.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Facilitativer vs. interaktioneller Modus<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Behr (2012) unterscheidet am Beispiel der Spiel- und Jugendtherapie zwei Therapieprinzipien und die entsprechenden Grundhypothesen:<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das facilitative Paradigma<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Therapeutenperson und der Praxisraum stellen ein Erfahrungsumfeld bereit, in dem der junge Mensch seine Erfahrungen organisieren kann, seine Gef\u00fchle und sein Selbst erleben und ausdr\u00fccken, ohne daf\u00fcr bewertet zu werden. Fragmentierte Erfahrung kann sich in diesem Umfeld zu Kongruenz ordnen. Der Therapeut erleichtert (\u00abfacilitiert\u00bb) dies durch bedingungsfreie Wertsch\u00e4tzung und Empathie (Behr, 2012).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das interaktionelle Paradigma<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Therapeutenperson verh\u00e4lt sich als realer Beziehungspartner, mit dem der junge Mensch seine Beziehungsmuster \u00e4ndern kann. Dies erm\u00f6glicht gemeinsames Spielen und Aushandlungsprozesse. Ziel dieses Modus sind neue, optimale Interaktionserfahrungen, die konstruktiv die Strukturen des Selbst ver\u00e4ndern (Behr, 2012).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Video erl\u00e4utert Prof. Dr. Michael Behr den facilitativen und den interaktionellen Modus (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/43_M_Behr-FacIntDef.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/43_M_Behr-FacIntDef.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Interaktionelle Konzepte des Selbst<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es gibt verschiedene Ans\u00e4tze, die die personzentrierten Modelle mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>interaktionellen Konzepten<\/i><\/span> erg\u00e4nzen. Im folgenden Video zeigt Prof. Dr. Michael Behr, dass interaktionelle Prozesse bereits im fr\u00fchen Kinderalter wichtig sind (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/44_M_Behr-Babys.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/44_M_Behr-Babys.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogische Bez\u00fcge<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Im sonder- und heilp\u00e4dagogischen Arbeitsfeld sollte man diese Therapieform, speziell das Spiel- und\/oder das Gespr\u00e4chsangebot den Voraussetzungen der Kinder entsprechend und unter Ber\u00fccksichtigung der sozialen und erzieherischen Bedingungen variieren. Die Bedingungen seitens des Therapeuten oder der Erzieherin (einf\u00fchlendes Verstehen, Echtheit, Offenheit, Fassadenlosigkeit, emotionale W\u00e4rme, zum Ausdruck gebrachte Wertsch\u00e4tzung und Akzeptierung) sollen jedoch im Sinne Axlines beibehalten werden. Bei Anwendung in F\u00f6rderschulen wird im Rahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>personenzentrierten Spieltherapie<\/i><\/span> die Einbettung in eine \u00fcbergreifende p\u00e4dagogische Konzeption empfohlen, \u00abdenn f\u00fcr alle Beteiligten, Kinder, Lehrer, Eltern sollte durchschaubar bleiben, dass letztendlich nicht prim\u00e4r therapeutische, sondern p\u00e4dagogische Ziele verfolgt werden\u00bb (Goetze 1980, 199). Zu empfehlen sind spieltherapeutische M\u00f6glichkeiten an allen sonder- und heilp\u00e4dagogischen Einrichtungen. Die \u00e4usseren Bedingungen hierzu (Spielraum, Spielmaterialien, Kooperation mit dem p\u00e4dagogischen Personal) lassen sich relativ leicht herstellen, allerdings wird eine entsprechende Qualifikation verlangt (Bundschuh, 2008).<\/p>\n<figure id=\"attachment_935\" aria-describedby=\"caption-attachment-935\" style=\"width: 576px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-935 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180.png\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180.png 576w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180-300x200.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180-65x43.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180-225x150.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-180-350x233.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-935\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.stpetribremen.org\/<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem humanistischen Ansatz sind viele Therapieformen, aber auch Selbsterfahrungstechniken und esoterische Verfahren hervorgegangen. 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