{"id":252,"date":"2020-02-19T15:43:16","date_gmt":"2020-02-19T14:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=252"},"modified":"2024-06-19T21:22:03","modified_gmt":"2024-06-19T19:22:03","slug":"beurteilung-und-kritik-kognitiver-modelle","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/beurteilung-und-kritik-kognitiver-modelle\/","title":{"raw":"Beurteilung und Kritik kognitiver Modelle","rendered":"Beurteilung und Kritik kognitiver Modelle"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es gibt mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anziehungskraft des kognitiven Modells. Erstens konzentriert es sich auf eine der wichtigsten F\u00e4higkeiten des Menschen, das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denken<\/i><\/span>. So wie unsere kognitiven F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten auch die Probleme, die f\u00fcr das menschliche Erleben und Verhalten typisch sind, auf das Denken zur\u00fcckgehen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dass das kognitive Modell das menschliche <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denken<\/i> <\/span>als Hauptquelle f\u00fcr das Verhalten (auch f\u00fcr das abweichende) sieht, macht es f\u00fcr viele Theoretiker attraktiv (Comer, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Theorien lassen sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>empirisch \u00fcberpr\u00fcfen<\/i><\/span>. Forschungsarbeiten erbrachten Hinweise, dass Menschen tats\u00e4chlich h\u00e4ufig die \u00dcberzeugungen, speziellen Gedanken und Denkprozesse zeigen, die zu abweichendem Erleben und Verhalten beitragen. Es wurde nachgewiesen, dass kognitive Ph\u00e4nomene tats\u00e4chlich bei vielen psychischen Problemen eine Rolle spielen. Wenn man Probanden dazu bringt, unangenehme Annahmen oder Gedanken zu \u00fcbernehmen, werden sie \u00e4ngstlicher und depressiver.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnlich zeigten sich bei vielen Menschen mit depressiven St\u00f6rungen, Angst- oder sexuellen St\u00f6rungen\u00a0 fehlangepasste Annahmen, Gedanken oder Denkprozesse (Comer, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dennoch hat auch das kognitive Modell seine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Schw\u00e4chen<\/i><\/span>. Obwohl kognitive Prozesse bei vielen psychischen St\u00f6rungen eine Rolle spielen, bleibt der genaue Charakter dieser Rolle noch unklar. Die fehlangepassten Kognitionen psychisch erkrankter Menschen k\u00f6nnten auch eine Folge statt eine Ursache ihrer Schwierigkeiten sein.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Sicher sind Prozesse, die so entscheidend f\u00fcr das menschliche Erleben und Verhalten sind, h\u00f6chst anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen jeder Art.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das kognitive Modelle wird auch f\u00fcr die Enge seines Blickwinkels kritisiert. Zwar stellt die Kognition eine spezifisch menschliche Eigenschaft dar, dennoch macht sie nur einen Teil des menschlichen Erlebens und Verhaltens aus. Sind die Menschen nicht mehr als ihre Gedanken \u2014 sogar mehr als die Summe ihrer Gedanken, Gef\u00fchle und Handlungen?<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">F\u00fcr diejenigen, die davon \u00fcberzeugt sind, m\u00fcssen Erkl\u00e4rungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens zumindest manchmal umfassendere Fragen ber\u00fccksichtigen, etwa wie Menschen ihr Leben anpacken, was sie dabei gewinnen und wie sie mit der Sinnfrage umgehen. Dies ist das Argument des humanistischen Ansatzes (Comer, 2008).<\/p>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es gibt mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anziehungskraft des kognitiven Modells. Erstens konzentriert es sich auf eine der wichtigsten F\u00e4higkeiten des Menschen, das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denken<\/i><\/span>. So wie unsere kognitiven F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten auch die Probleme, die f\u00fcr das menschliche Erleben und Verhalten typisch sind, auf das Denken zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dass das kognitive Modell das menschliche <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denken<\/i> <\/span>als Hauptquelle f\u00fcr das Verhalten (auch f\u00fcr das abweichende) sieht, macht es f\u00fcr viele Theoretiker attraktiv (Comer, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Theorien lassen sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>empirisch \u00fcberpr\u00fcfen<\/i><\/span>. Forschungsarbeiten erbrachten Hinweise, dass Menschen tats\u00e4chlich h\u00e4ufig die \u00dcberzeugungen, speziellen Gedanken und Denkprozesse zeigen, die zu abweichendem Erleben und Verhalten beitragen. Es wurde nachgewiesen, dass kognitive Ph\u00e4nomene tats\u00e4chlich bei vielen psychischen Problemen eine Rolle spielen. Wenn man Probanden dazu bringt, unangenehme Annahmen oder Gedanken zu \u00fcbernehmen, werden sie \u00e4ngstlicher und depressiver.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnlich zeigten sich bei vielen Menschen mit depressiven St\u00f6rungen, Angst- oder sexuellen St\u00f6rungen\u00a0 fehlangepasste Annahmen, Gedanken oder Denkprozesse (Comer, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dennoch hat auch das kognitive Modell seine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Schw\u00e4chen<\/i><\/span>. Obwohl kognitive Prozesse bei vielen psychischen St\u00f6rungen eine Rolle spielen, bleibt der genaue Charakter dieser Rolle noch unklar. Die fehlangepassten Kognitionen psychisch erkrankter Menschen k\u00f6nnten auch eine Folge statt eine Ursache ihrer Schwierigkeiten sein.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Sicher sind Prozesse, die so entscheidend f\u00fcr das menschliche Erleben und Verhalten sind, h\u00f6chst anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen jeder Art.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das kognitive Modelle wird auch f\u00fcr die Enge seines Blickwinkels kritisiert. Zwar stellt die Kognition eine spezifisch menschliche Eigenschaft dar, dennoch macht sie nur einen Teil des menschlichen Erlebens und Verhaltens aus. Sind die Menschen nicht mehr als ihre Gedanken \u2014 sogar mehr als die Summe ihrer Gedanken, Gef\u00fchle und Handlungen?<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">F\u00fcr diejenigen, die davon \u00fcberzeugt sind, m\u00fcssen Erkl\u00e4rungen des menschlichen Erlebens und Verhaltens zumindest manchmal umfassendere Fragen ber\u00fccksichtigen, etwa wie Menschen ihr Leben anpacken, was sie dabei gewinnen und wie sie mit der Sinnfrage umgehen. Dies ist das Argument des humanistischen Ansatzes (Comer, 2008).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anziehungskraft des kognitiven Modells. Erstens konzentriert es sich auf eine der wichtigsten F\u00e4higkeiten des Menschen, das Denken. So wie unsere kognitiven F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten auch die Probleme, die f\u00fcr das menschliche Erleben und Verhalten typisch sind, auf das Denken zur\u00fcckgehen. 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