{"id":248,"date":"2020-02-19T15:42:15","date_gmt":"2020-02-19T14:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=248"},"modified":"2024-09-26T09:41:00","modified_gmt":"2024-09-26T07:41:00","slug":"kognitivismus","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/kognitivismus\/","title":{"raw":"Kognitivismus","rendered":"Kognitivismus"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitivismus<\/i> <\/span>ist eine breite Richtung der heutigen Psychologie, die die Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt als Ausdruck eines kontinuierlichen Informationsaustausches betrachtet (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_651\" align=\"alignright\" width=\"397\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72.png\"><img class=\"wp-image-651 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72.png\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"223\" \/><\/a> (c) www.br.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Mit der Betonung der erkennenden Funktionen werden auf der Seite der Person auch deren sch\u00f6pferische F\u00e4higkeiten hervorgehoben: Sie ist kein reaktiv Informationen verarbeitender Organismus, sondern ein seine Umwelt erschliessendes und vernunftorientiert handelndes Subjekt. Das Individuum erzeugt somit selbst Information, verleiht dem, was es wahrnimmt, seine eigene individuelle Bedeutung, die als sein Wissen wiederum sein weiteres Handeln bestimmt. Durch das Handeln ver\u00e4ndert das Subjekt die Situation, die es wiederum wahrnimmt und der es Bedeutung verleiht, usw. So steht der Mensch in einem best\u00e4ndigen Wechselverh\u00e4ltnis zur ihn umgebenden Situation bzw. aktuellen Umwelt (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Theorien besch\u00e4ftigen sich mit der Erkl\u00e4rung h\u00f6herer mentaler Prozesse, wie Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Entscheidungsfindung und Wissen. Das Verhalten von Menschen wird durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungspl\u00e4ne<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungssteuerung<\/i> <\/span>bestimmt und dient dazu, Ziele zu erreichen. Der Begriff des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Handelns <\/span>wird gegen\u00fcber dem Begriff des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltens<\/i> <\/span>bevorzugt (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Von Tauben und Affen<\/h2>\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Taubenexperiment<\/span><\/h3>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Herrnstein, Loveland und Cable (1976) nahmen ein paar Tauben und fragten sie auf gewisse Weise, was sie \u00fcber Menschen d\u00e4chten. Noch erstaunlicher ist: die Tauben antworteten.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Die Forscher pr\u00e4sentierten den Tauben eine Serie von Dias. Auf einigen dieser Dias waren eine oder mehrere Personen zu sehen, die verschiedene Dinge taten, die unterschiedlich gekleidet (oder auch nackt) waren, und die manchmal durch andere Objekte, wie z. B. B\u00e4ume, teilweise verdeckt waren. Die Tauben erhielten in diesem Experiment nur dann Verst\u00e4rkung, wenn sie bei einem Bild pickten, auf dem Menschen zu sehen waren. Die Tauben lernten diese Aufgabe. Sie schienen etwas zu besitzen, was Herrnstein und seine Kollegen als \u00abnat\u00fcrliche Konzepte\u00bb bezeichneten, mit komplexen und unbestimmten Vorstellungen davon, was ein Mensch ist. Und die Tiere waren in der Lage, diejenigen Dias, die dieses Konzept zeigten, sogar dann zu erkennen, wenn die \u00abMenschenartigkeit\u00bb der gezeigten Personen in verschiedenen Aktivit\u00e4ten, Kontexten und unterschiedlicher Kleidung versteckt war.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Nat\u00fcrlich sind Tauben nicht die einzigen Tiere, f\u00fcr die gezeigt werden kann, dass sie Konzepte ausbilden. Man erinnere sich z. B. an Tinklepaughs (1928) Forschungsarbeiten, in denen Affen entweder ein Salatblatt oder eine Banane gezeigt wurde, bevor diese Objekte versteckt wurden. Wenn der Affe sich sp\u00e4ter erinnerte, wo der Salat und die Banane versteckt war und sie aufgrund dieses Erinnerungsverm\u00f6gens fand, durfte er sie essen. Und das schien ihm zu gefallen, gleichg\u00fcltig ob es eine Banane oder ein Salatblatt war. Aber wenn Tinklepaugh dem Affen eine Banane zeigte, dieser aber sp\u00e4ter ein Salatblatt fand, wo eigentlich die Banane sein musste (weil Tinklepaugh sie ausgetauscht hatte), zeigte sich der Affe sehr aufgeregt. Er ignorierte den Salat nicht nur (den er wahrscheinlich gegessen h\u00e4tte, wenn er erwartet h\u00e4tte, ihn zu finden), sondern suchte \u00fcberall nach der fehlenden Banane. Laut Tinklepaugh war dies ein Beleg, dass der Affe nicht nur gelernt hatte, wo ein Objekt versteckt war, sondern dass er ausserdem ein klares und stabiles Konzept davon hatte, was an diesem Ort versteckt sein m\u00fcsste (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 189).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt zwei Kapuzineraffen, die sehr wohl verschiedene Fr\u00fcchte- und Gem\u00fcsekonzepte unterscheiden k\u00f6nnen. Das Video fokussiert zwar auf die ungleiche Belohnung, zeigt aber ebenso gut die F\u00e4higkeit der Kapuzineraffen, nat\u00fcrliche Konzepte anzuwenden. (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31a_Frans-de-Waal_Two-Monkeys-Paid-Unequally_-konvertiert_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31a_Frans-de-Waal_Two-Monkeys-Paid-Unequally_-konvertiert_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"gestaltpsychologie\"><\/a>Gestaltpsychologie<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73.png\"><img class=\"alignright wp-image-653 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73.png\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"237\" \/><\/a>Eine der fr\u00fchen Wurzeln des Kognitivismus war die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologie<\/i> <\/span>in Deutschland. Sie war eine wichtige Gegenbewegung gegen den vorausgegangenen Introspektionismus und auch gegen den Behaviorismus, der die amerikanische Psychologie in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts weitgehend dominierte. Begr\u00fcnder und wichtigste Vertreter der Gestaltpsychologie waren Wolfgang K\u00f6hler, Kurt Koffka und Max Wertheimer.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Gestaltpsychologie ist eine kognitive Theorie, weil sie sich mit Wahrnehmung befasst und weil sie sich gegen die Annahme wendet, menschliches Lernen funktioniere \u00fcber Versuch und Irrtum. Menschen lernen durch Einsicht.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00abDas Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile\u00bb ist wohl der bekannteste Satz, der von den Gestaltpsychologen stammt. Die wichtigsten Erkenntnisse der Gestaltpsychologie sind die Gesetze und Prinzipien, die unserer <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i> <\/span>zugrunde liegen, wie Geschlossenheit, N\u00e4he etc. (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">Wichtige Aussage der Gestaltpsychologie: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\n<b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<\/span>: <\/b>aus vielen Punkten entsteht nicht nur eine Menge von Punkten, sondern eine neue Figur: ein Kreis. Das folgende Video veranschaulicht dieses Ph\u00e4nomen.\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/32_Summe-mehr-als-Teile.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/32_Summe-mehr-als-Teile.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\nArtikel zur <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gestaltpsychologie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gestaltpsychologie<\/a> auf Wikipedia\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltgesetze<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Gestaltpsychologen sehen eine der zentralen F\u00e4higkeiten des Menschen darin, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalten<\/i> <\/span>wahrzunehmen, d.h. die Organisation und die Strukturen von Ph\u00e4nomenen zu erfassen (das Ganze). Das Ganze ist z. B. die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Melodie<\/span>, nicht die Abfolge von Einzelnoten und Pausen. Das Ganze bedeutet z. B. ein Trapez oder ein Dreieck oder ein Quadrat zu erkennen, nicht mehr oder weniger exakt gezeichnete einzelne Linien (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74.png\"><img class=\"alignright wp-image-654 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74.png\" alt=\"Grafik, auf der die Anordnung der Flecken die Gestalt eines Hundes ergibt.\" width=\"102\" height=\"187\" \/><\/a>Die Gestaltpsychologie kann man am besten darstellen, indem man ihre <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Wahrnehmungsgesetze<\/b> <\/span>beschreibt. Diese Wahrnehmungsgesetze wurden von den Begr\u00fcndern der Gestaltpsychologie (Wertheimer, Koffka und K\u00f6hler) entwickelt:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein \u00fcbergreifendes Prinzip regelt Wahrnehmung und Denken: die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Pr\u00e4gnanz oder die gute Form<\/b><\/span>. Das Gehirn des Menschen hat die Tendenz, dem Wahrgenommenen die bestm\u00f6gliche Form zu geben.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die nachstehenden Gesetze regeln die Wahrnehmung und k\u00f6nnen damit auch am besten beschrieben und veranschaulicht werden; nach Ansicht der Gestaltpsychologen sind sie jedoch ebenso f\u00fcr das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denken <\/span>wie f\u00fcr die Wahrnehmung anwendbar (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00c4hnlichkeit <\/span>oder <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gleichheit<\/span>:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnliche Objekte oder Objekte gleicher Form werden als zusammengeh\u00f6rig wahrgenommen (Abb. 1).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">N\u00e4he<\/span>:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dieses Prinzip beschreibt eine Tendenz, Dinge als zusammengeh\u00f6rend wahrzunehmen, die in in enger r\u00e4umlicher N\u00e4he zueinander liegen (Abb. 2).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Geschlossenheit<\/span>:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dies bezeichnet eine Tendenz, unvollst\u00e4ndige Objekte so zu erg\u00e4nzen, dass sie als vollst\u00e4ndig erscheinen. Wir erkennen ein Quadrat oder einen Kreis auch dann, wenn die Umrisslinien fragmentiert sind (Abb. 3).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontinuit\u00e4t<\/span>:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wahrnehmungsph\u00e4nomene werden als kontinuierlich wahrgenommen (Abb. 4). Man sieht in der Abbildung eine gebogene Linie und eine kantige Form, nicht eine Mischung aus beiden.<\/p>\r\n<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-655 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75.png\" alt=\"\" width=\"817\" height=\"450\" \/><\/a>\r\n<div align=\"center\">\r\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\r\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-656 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76.png\" alt=\"Die Grafik zeigt mehrere Ansammlungen von Punkten.\" width=\"810\" height=\"323\" \/><\/a><\/div><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<div align=\"center\">\r\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\r\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-662 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79.png\" alt=\"Die Grafik zeigt Kreise und Quadrate, deren Umrisslinien nicht geschlossen sind.\" width=\"720\" height=\"245\" \/><\/a><\/div><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<div align=\"center\">\r\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\r\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-658 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78.png\" alt=\"Die Grafik zeigt eine wellenf\u00f6rmige und eine eckige Linie, die sich \u00fcberschneiden.\" width=\"808\" height=\"179\" \/><\/a><\/div><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Weitere Gestaltprinzipien:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gemeinsame Bewegung, gemeinsames Schicksal, zeitliche Synchronit\u00e4t etc.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Eine anschauliche Darstellung der Gestaltprinzipien findet sich unter der URL <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de\/?p=38155\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.stroopr.de\/wahrnehmung\/gestaltprinzipien\/<\/a><\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltpsychologie und Lernen\/Ged\u00e4chtnis<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">Die Gestaltpsychologen nehmen an, dass Lernen zur Bildung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ged\u00e4chtnisspuren<\/i> <\/span>f\u00fchrt. Das gelernte Material hat gem\u00e4ss den beschriebenen Gestaltgesetzen die Tendenz, die bestm\u00f6gliche Struktur anzunehmen und organisiert sich gem\u00e4ss diesen Prinzipien. Man unterscheidet drei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Organisationstendenzen<\/i> <\/span>des Ged\u00e4chtnisses (nach Lefran\u00e7ois, 2006):<\/p>\r\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Angleichen<\/b> <\/span>bezeichnet eine Tendenz zur Symmetrie oder zur Abschw\u00e4chung der Besonderheiten von Wahrnehmungsmustern.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_666\" align=\"aligncenter\" width=\"570\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80.png\"><img class=\"wp-image-666 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80.png\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"162\" \/><\/a> (c) Lefran\u00e7ois, 2006[\/caption]\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Beim Vergegenw\u00e4rtigen einer Zugfahrt erinnert sich eine Person an einen allgemeinen Eindruck der Vorw\u00e4rtsbewegung und an vorbeiziehende Landschaften, aber nicht an das Gef\u00fchl des Schwankens von einer Seite auf die andere.<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Versch\u00e4rfen<\/b> <\/span>bedeutet, die Besonderheiten in einem Muster hervorzuheben. Besonders hervorstechende Eigenschaften werden \u00fcbetrieben dargestellt (wie in der Abbildung die Augenbrauen), weniger prominente verschwinden.<\/p>\r\n&nbsp;\r\n\r\n[caption id=\"attachment_667\" align=\"aligncenter\" width=\"567\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81.png\"><img class=\"wp-image-667 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81.png\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"150\" \/><\/a> (c) Lefran\u00e7ois, 2006[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Normalisierung<\/b> <\/span>bezeichnet eine Tendenz, das wahrzunehmen, was im Ged\u00e4chtnis gespeichert ist. Das wahrgenommene Objekt wird sukzessive dem vetrauten (\u00abnormalen\u00bb) Objekt angen\u00e4hert.<\/p>\r\n&nbsp;\r\n\r\n[caption id=\"attachment_668\" align=\"aligncenter\" width=\"567\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82.png\"><img class=\"wp-image-668 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82.png\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"166\" \/><\/a> (c) Lefran\u00e7ois, 2006[\/caption]\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltpsychologie in Erziehung und Heilp\u00e4dagogik<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Weil die Gestaltpsychologie das Vorgehen von Versuch und Irrtum als Lernmethode ablehnt, sollten den Lernenden nicht Aufgaben gestellt werden, zu deren L\u00f6sung eine Vielzahl m\u00f6glicher L\u00f6sungswege ausprobiert werden k\u00f6nnen, sondern das Lernen sollte so gestaltet sein, dass Lernende <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einsicht<\/i> <\/span>gewinnen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Probleme sollten auch nicht so beschaffen sein, dass sie durch eine Reihe von einstudierten Schritten gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Wertheimer (1959) f\u00fchrt eine Lernschwierigkeit namens <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Antworttendenz<\/i> <\/span>auf dieses Vorgehen zur\u00fcck. Darunter versteht er die Neigung, in einer vorher festgelegten Weise zu reagieren oder wahrzunehmen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Perspektive der Gestaltpsychologen unterst\u00fctzt Ans\u00e4tze des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktivismus<\/i><\/span>, die stark auf den Lernenden ausgerichtet sind. Der Lernende soll die wichtigen Informationen selber konstruieren, statt sie vorgesetzt bekommen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Methoden des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktivismus<\/i> <\/span>f\u00f6rdern das Entdeckungslernen, die Kooperation in der Klasse und die aktive Beteiligung am Unterricht, w\u00e4hrend das <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">direkte Unterrichten<\/span> <\/i>(Lefran\u00e7ois 2006; S. 79) st\u00e4rker lehrerzentriert ist.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">Wichtige Aussage der Gestaltpsychologie: Menschen l\u00f6sen Probleme durch Einsicht!<\/div>\r\n<div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"jerome-bruner\"><\/a>Jerome Bruner<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_669\" align=\"alignright\" width=\"118\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83.png\"><img class=\"wp-image-669 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83.png\" alt=\"Foto von Jerome Bruner. \" width=\"118\" height=\"158\" \/><\/a> Jerome Bruner[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Jerome Bruner<\/i> <\/span>(geb. 1915 in New York) ist Psychologe mit p\u00e4dagogischen Interessen. Er leistete wichtige Beitr\u00e4ge zur kognitiven Lerntheorie und war einer der Initiatoren der sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Wende<\/i><\/span> in der Psychologie.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruner macht f\u00fcr die Evolution des Geistes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">drei Sch\u00fcbe wichtiger <i>menschlicher Erfindungen<\/i><\/span> verantwortlich: Der erste Schub waren Erfindungen, die die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>motorischen Kapazit\u00e4ten<\/i><\/span> des Menschen verbesserten, wie Hebel, Rollen, das Rad, einfache Maschinen und Ger\u00e4te, z. B. f\u00fcr die Herstellung von Waffen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein zweiter Schub von Erfindungen verst\u00e4rkte eher die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sensorischen<\/i> <i>Kapazit\u00e4ten<\/i><\/span> der Menschen, z. B. das Teleskop, Radio, Fernsehen und andere Instrumente, die die F\u00e4higkeiten des Sehens, H\u00f6rens und F\u00fchlens verst\u00e4rkten und verbesserten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der dritte Schub f\u00f6rderte vor allem die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>intellektuellen F\u00e4higkeiten<\/i><\/span>. Bruner versteht darunter die menschlichen Symbolsysteme und Theorien, wozu Computersprachen und -theorien geh\u00f6ren. Diese Theorien erweitern die menschlichen Kompetenzen stark (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84.png\"><img class=\"alignright wp-image-670 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84.png\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"118\" \/><\/a>Die Repr\u00e4sentationssysteme entwickeln sich nach Bruner in der Entwicklung der Kinder analog zur Geschichte der menschlichen Erfindungen, n\u00e4mlich vom <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>enaktiven<\/i> <\/span>Rep\u00e4sentationsmodus (motorisch, handelnd) \u00fcber den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>ikonischen<\/i> <\/span>Repr\u00e4sentationsmodus (sensorisch, bildhaft) schliesslich zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>symbolischen<\/i> <\/span>Modus (sprachlich, intellektuell). Diese Repr\u00e4sentationsmodi l\u00f6sen einander nicht ab, sondern erg\u00e4nzen sich additiv.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In der Schulpraxis bekannt ist Bruners Vorschlag, Lernstoff in Form eines <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spiralcurriculums<\/i> <\/span>anzuordnen, das die Entwicklung und Addition der Repr\u00e4sentationsmodi beschreibt. Wirkungsvoll war sein Eintreten f\u00fcr entdeckendes Lernen als Weg zum Wissenserwerb. Bruners Lerntheorie weist Ankn\u00fcpfungspunkte zu konstruktivistischen Lerntheorien auf.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Bruner pl\u00e4diert daf\u00fcr, der <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Bedeutung<\/span>\u00bb<\/i> als einem zentralen psychologischen Konzept mehr Geltung zu verschaffen. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktion von Bedeutung<\/i><\/span> \u2014 damit ist die Frage gemeint, wie Menschen aus dem Durcheinander physikalischer Sinneseindr\u00fccke einen Sinn entwickeln \u2014 soll nach Bruner verst\u00e4rkt erforscht werden. Die Bedeutung des Selbst im Kontext der Kultur greift Bruner in j\u00fcngeren Schriften ebenso auf. Eine Erkl\u00e4rung des menschlichen Zustandes k\u00f6nne keinen Sinn ergeben, \u00abwenn sie nicht im Licht der Symbolwelt interpretiert wird, die die Grundlage menschlicher Kultur bildet\u00bb, schreibt Bruner 1990.<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Kategorien<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruners <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Theorie der <i>Repr\u00e4sentationen<\/i><\/span> beruht auf der grundlegenden Idee der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kategorisierung<\/i><\/span>. Jede menschliche kognitive Aktivit\u00e4t wendet Kategorien an (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_671\" align=\"alignright\" width=\"346\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85.png\"><img class=\"wp-image-671 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85.png\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"275\" \/><\/a> (c) www.wiki-hilfe.de\/wiki\/Kategorisierung[\/caption]\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Was ist eine Kategorie?<\/span><\/h4>\r\nWenn ein Mann einen Kopf mit langen blonden Haaren und einem h\u00fcbschen Gesicht sieht, das ihn aus einem Meer von Schaum in einer rosafarbenen Badewanne anl\u00e4chelt, sieht er da nur einen Kopf mit langem blonden Haar und ein l\u00e4chelndes Gesicht \u00fcber einem Meer von Schaum in einer rosafarbenen Wanne?\r\n\r\nIm w\u00f6rtlichen Sinne: Ja, das ist alles, was er sieht. Aber in einem anderen Sinne sieht er noch viel mehr. Er sieht, dass dies eine Frau ist, die wahrscheinlich zwei Arme und zwei Beine hat, Zehenn\u00e4gel und andere Merkmale. Aber er kann diese Dinge nicht sehen, und so geht er, laut Bruner, \u00ab\u00fcber die gegebene Information hinaus\u00bb (1957a). Zun\u00e4chst stellt er fest, dass es sich um eine Frau handelt, zweitens zieht er Schlussfolgerungen \u00fcber diese Frau basierend auf dem, was \u00fcber alle Frauen bekannt ist. Laut Bruner sind Schlussfolgerungen durch die Verwendung von Kategorien m\u00f6glich \u2014 in diesem Fall der Kategorie Frau (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 195).\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Kategorie Frau ist ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Konzept <\/span>in dem Sinne, dass es eine Repr\u00e4sentation von aufeinander bezogenen Dingen ist; es ist aber auch ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Perzept <\/span>in dem Sinne, dass es sich um ein physikalisches Objekt handelt, welches \u00fcber die Sinne aufgenommen wird. Perzepte und Konzepte sind in Bruners Theorie ann\u00e4hernd \u00e4quivalent (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kategorien kann man als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Regeln <\/span>betrachten, nach denen Dinge oder Sachverhalte als gleichartig klassifiziert werden. Die Kategorie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Buch <\/span>ist eine Sammlung von Regeln, die es einer Person erm\u00f6glichen, einen Gegenstand als Buch zu erkennen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kategorien werden \u00fcber sog. kritische <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Attribute <\/span>von Objekten oder Sachverhalten definiert, d.h. solchen, die f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit eines Objektes zu einer bestimmten Kategorie entscheidend sind (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Konzepte und Konzepterwerb<\/h3>\r\n[caption id=\"attachment_672\" align=\"alignright\" width=\"207\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86.png\"><img class=\"wp-image-672 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86.png\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"207\" \/><\/a> (c) www.thomas-wuest.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Menschen bilden nach Bruner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzepte<\/i><\/span>, um die Umwelt zu vereinfachen und herauszufinden, wie sie in dieser handeln k\u00f6nnen. Mit Hilfe der Konzepte werden die Dinge und Ph\u00e4nomene auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kategorisiert<\/i><\/span>, wodurch diese vereinfacht und damit verst\u00e4ndlich und operationalisierbar werden. Bruner erforschte unterschiedlichste Arten von Konzepten sowie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Strategien des Konzepterwerbs<\/i><\/span>. Die Untersuchungsergebnisse sind teilweise schwer f\u00fcr das Alltagsleben umsetzbar. aber von grosser systematischer Relevanz.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruner unterscheidet die Begriffe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzeptbildung<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzepterwerb<\/i><\/span>. Er geht davon aus, dass die Konzeptbildung mit Lernen verglichen werden kann; Konzeptbildung ist etwa bis zum 15. Lebensjahr vorherrschend, sp\u00e4ter ist der Konzepterwerb wichtiger, d.h. die Phase, in der ein gelerntes Konzept angewendet werden kann.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Wenn man lernt, dass es essbare und ungeniessbare Pilze gibt, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bildet<\/i> <\/span>man ein Konzept.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Wenn man schliesslich gelernt hat, welche Unterschiede zwischen essbaren und ungeniessbaren Pilzen bestehen, hat man das Konzept <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">erworben<\/span>.<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Bezug zur P\u00e4dagogik<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruners Theorien sind f\u00fcr Erkl\u00e4rung von spezifischen Verhaltensweisen nicht \u00fcberaus n\u00fctzlich. Verhaltensweisen sind durch behavioristische Ans\u00e4tze leichter erkl\u00e4rbar. F\u00fcr die Erkl\u00e4rbarkeit h\u00f6herer geistiger Prozesse wie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entscheidungsfindung<\/i> <\/span>und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Anwendung kognitiver Strategien<\/i><\/span> sind sie aber sehr aufschlussreich (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Bruner betont die Bedeutung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entdeckungslernens<\/i> <\/span>f\u00fcr den Schulunterricht. Er postuliert, dass die Herausbildung allgemeiner Kodiersysteme im Jugendlichen die Entdeckung von Beziehungen voraussetzt. Kinder sollen ermutigt werden, Konzepte und Beziehungen selber herauszufinden und anzuwenden, um damit die Konzeptbildung und den Konzepterwerb zu f\u00f6rdern. In diesem Sinne werden im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spiral-Curriculum<\/i><\/span> die Lernthemen in aufeinanderfolgenden Alters- oder Klassenstufen wiederholt behandelt, mit fortschreitendem Schwierigkeitsgrad. Das Interesse am Entdeckungslernen entspricht einem konstruktivistischen Ansatz f\u00fcr die Gestaltung des Unterrichts.<\/p>\r\nDie Verwendung von Entdeckungsmethoden im Schulunterricht hat aber auch viele Kritiker auf den Plan gerufen, die f\u00fcr st\u00e4rker didaktisch ausgerichtete Methoden pl\u00e4dieren. Forschungsarbeiten, die die beiden Methoden vergleichen, kommen zu keinen eindeutigen Schlussfolgerungen bez\u00fcglich des Nutzens f\u00fcr die Sch\u00fcler (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 204).\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"jean-piaget\"><\/a>Jean Piaget<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_673\" align=\"alignright\" width=\"150\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87.png\"><img class=\"wp-image-673 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87.png\" alt=\"Foto von Jean Piaget. \" width=\"150\" height=\"202\" \/><\/a> Jean Piaget[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Jean Piaget<\/i><\/span> (1896 bis 1980) war ein Pionier auf dem Gebiet der kognitiven Entwicklungspsychologie und beschrieb wichtige Erkenntnisse zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Entwicklung<\/i><\/span> des Kindes. \u00abMenschliche Entwicklung ist ein Prozess der Adaptation. Und die h\u00f6chste Form der Adaptation ist Kognition\u00bb (von Glasersfeld, 1977).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Prozesse, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Adaptation<\/i> <\/span>erm\u00f6glichen, sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assimilation<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Akkommodation<\/i><\/span>. Assimilation heisst, auf Situationen mit angeborener oder erlernter Aktivit\u00e4t zu reagieren; Informationen aus der Umwelt werden modifiziert, um sie vorhandenem Wissen anzupassen. Dabei verwendet das Kind bereits vorhandene <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Schemata<\/i> <\/span>(angeborene oder erlernte Strukturen). Mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Akkommodation<\/i> <\/span>werden vorhandene Schemata modifiziert, um den Entwicklungsfortschritt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die ausgewogene Anwendung von Assimilation und Akkommodation wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Equilibration<\/i> <\/span>bezeichnet und erm\u00f6glicht, dass das Verhalten und Wissen des Kindes unabh\u00e4ngiger von der spontanen externen Realit\u00e4t wird und sich st\u00e4rker auf abstraktes Denken st\u00fctzt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008). Vgl. auch das vertiefende Beispiel.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kognitive Entwicklung<\/span>:<\/h3>\r\nDie Entwicklung von geistigen Prozessen und F\u00e4higkeiten wie der Vorstellungskraft, der Wahrnehmung, des Schlussfolgerns und des Probleml\u00f6sens, sowie der zugeh\u00f6rigen Wissensgrundlagen.\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Schemata<\/span>:<\/h3>\r\nPiagets Begriff f\u00fcr die kognitiven Strukturen, die sich entwickeln, wenn S\u00e4uglinge und kleine Kinder lernen, die Welt zu interpretieren und sich an ihre Umgebung anzupassen. Kognitive Schemata im Sinne Piagets sind geistige Strukturen zur Ordnung von Objekten und ihren Relationen.\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Assimilation: <\/span><\/h3>\r\nNach Piaget der Prozess, in dem neue kognitive Elemente zu schon vorhandenen Elementen hinzugef\u00fcgt werden oder so modifiziert werden, dass sie besser zu bestehenden Elementen passen; dieser Prozess verl\u00e4uft Hand in Hand mit dem Prozess der Akkommodation.\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Akkommodation: <\/span><\/h3>\r\nNach Piaget der Prozess, bei dem bestehende kognitive Strukturen restrukturiert oder modifiziert werden, damit neue Information besser eingef\u00fcgt werden kann; dieser Prozess arbeitet mit dem Prozess der Assimilation zusammen.\r\n\r\n(nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S.452)\r\n\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Beispiel zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verh\u00e4ltnis von Assimilation und Akkommodation<\/span> (aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008)<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">Betrachten wir die \u00dcberg\u00e4nge, die ein Kind machen muss, um vom Saugen an der Mutterbrust \u00fcber das Saugen am Nippel einer Flasche und das Saugen an einem Trinkhalm dahin zu kommen, aus einer Tasse zu trinken. Die anf\u00e4ngliche Saugreaktion ist ein bei der Geburt vorhandenes Reflexverhalten, das jedoch etwas modifiziert werden muss, um den Mund des Kindes an die Form und Gr\u00f6sse der m\u00fctterlichen Brustwarze anzupassen. Bei der Anpassung an die Flasche benutzt ein S\u00e4ugling immer noch viele Teile der Sequenz in unver\u00e4nderter Form (Assimilation), muss aber den Gumminippel etwas anders fassen und anders daran saugen, und auch die Flasche muss in einem geeigneten Winkel gehalten werden (Akkommodation). Die Schritte von der Flasche zum Trinkhalm und zur Tasse erfordern weitere Akkommodation, basieren jedoch immer noch auf fr\u00fcheren F\u00e4higkeiten. F\u00fcr Piaget war kognitive Entwicklung das Ergebnis eines solchen Ineinandergreifens von Assimilation und Akkommodation (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 452).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kognitive Entwicklung<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Piaget glaubte, dass die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Entwicklung<\/i><\/span> des Kindes \u00fcber eine Reihe von Stufen oder Stadien fortschreitet, von denen sich jede durch die Entwicklung neuer F\u00e4higkeiten und ein fortgeschritteneres Adaptionsniveau auszeichnet (Lefran\u00e7ois, 2006). Man nimmt an, dass alle Kinder die Stadien in dieser Reihenfolge durchlaufen; die Altersgrenzen k\u00f6nnen aber variieren.<\/p>\r\nStadien der kognitiven Entwicklung nach Piaget:\r\n<table class=\"grid\" style=\"height: 273px\" width=\"1048\">\r\n<tbody>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"width: 251.967px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Stadium \/ Alter<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Typische Merkmale und wichtigste Errungenschaften<\/strong><\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th style=\"width: 251.967px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Sensumotorisch (0-2 Jahre)<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind verf\u00fcgt zu Beginn seines Lebens \u00fcber eine kleine Zahl an sensumotorischen Sequenzen. Das Kind erwirbt Objektpermanenz und die Anf\u00e4nge symbolischen Denkens.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th style=\"width: 251.967px\" rowspan=\"3\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Pr\u00e4operatorisch (2-7 Jahre)<\/strong><\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div><\/th>\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Denken des Kindes ist von Egozentrismus und Zentrierung gepr\u00e4gt. Das Kind besitzt verbesserte F\u00e4higkeiten zum Einsatz symbolischen Denkens.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Pr\u00e4konzeptuell (2-4 Jahre)<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Intuitiv (4-7 Jahre)<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th style=\"width: 251.967px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Konkret-operatorisch (7-11\/12 Jahre)<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind versteht das Invarianzprinzip. Das Kind kann in Bezug auf konkrete, physikalische Objekte schlussfolgernd denken.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th style=\"width: 251.967px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Formal-operatorisch (ab 11\/12 Jahren)<\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"width: 767.1px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind entwickelt die F\u00e4higkeit zu abstrakten Schlussfolgerungen und hypothetischem Denken.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h4>Das sensumotorische Stadium<\/h4>\r\nDas sensumotorische Stadium dauert von der Geburt bis zum Alter von etwa zwei Jahren. Das Stadium wird so bezeichnet, weil die Kinder in dieser Zeit sensumotorisch auf die Welt reagieren, d. h. sie verstehen die Welt durch ihre Empfindungen und \u00fcber ihre Handlungen. Anf\u00e4nglich besteht das Verhalten des S\u00e4uglings haupts\u00e4chlich aus angeborenen Schemata wie Saugen, Betrachten, Greifen. Diese Schemata werden zu Sequenzen zusammengesetzt und verfeinert.\r\n\r\nDie wichtigste kognitive Funktion, die w\u00e4hrend dieser Zeit erworben wird, ist die Objektpermanenz (auch Objektkonstanz). Das Kind beginnt zu verstehen, dass Objekte auch unabh\u00e4ngig von seinem Bewusstsein oder seinen Handlungen existieren.\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel (siehe Abbildung): Ein sechs Monate altes Kind besch\u00e4ftigt sich mit einem Spielzeug, verliert aber schnell das Interesse, wenn ein Sichtschirm das Spielzeug aus dem Blickfeld des Kindes entfernt (aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_674\" align=\"aligncenter\" width=\"556\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88.png\"><img class=\"wp-image-674 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88.png\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"184\" \/><\/a> (c) Zimbardo &amp; Gerrig, 2008[\/caption]\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das pr\u00e4operatorische Stadium<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das pr\u00e4operatorische Stadium erstreckt sich ungef\u00e4hr vom zweiten bis zum siebten Lebensjahr. In dieser Zeit verbessert sich vor allem die F\u00e4higkeit zur<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">mentalen Repr\u00e4sentation<\/span><\/i> von nicht physikalisch vorhandenen Objekten und das Weltverst\u00e4ndnis. Auf der Stufe des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>pr\u00e4konzeptuellen Denkens<\/i><\/span> (2.-4. Lebensjahr) versteht das Kind noch nicht alle Eigenschaften von Klassen und kann noch nicht zwischen einzelnen Individuen derselben Klasse differenzieren (So ist z. B. der Samichlaus immer der Samichlaus, obschon er am gleichen Tag schon mehrmals gesehen wurde). Im 4. bis zum 7. Lebensjahr folgt das Stadium des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>intuitiven Denkens<\/i><\/span>. Die Entwicklung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i> <\/span>und der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>mentalen Repr\u00e4sentation<\/i> <\/span>ist das wichtigste Merkmal dieser Zeitspanne.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Piaget glaubt, dass das Denken kleiner Kinder durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Egozentrismus<\/i> <\/span>gepr\u00e4gt ist, der Unf\u00e4higkeit, die Perspektive einer andern Person einzunehmen. Kinder in diesem Stadium unterliegen auch der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zentrierung<\/i><\/span>: sie neigen dazu, ihre Aufmerksamkeit auf die perzeptiv auff\u00e4lligen Merkmale eines Objekts zu fixieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_675\" align=\"alignright\" width=\"239\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89.png\"><img class=\"wp-image-675 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"233\" \/><\/a> (c) Zimbardo &amp; Gerrig, 2008[\/caption]\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das konkret-operatorische Stadium<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das konkret-operatorische Stadium dauert etwa vom siebten bis zum elften Lebensjahr. Es findet ein \u00dcbergang vom pr\u00e4operativen Denken zu einem st\u00e4rker <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>regelbasierten Denken<\/i> <\/span>statt. Konkrete Operationen erm\u00f6glichen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>mentale Handlungen<\/i><\/span>, also solche, die im Geist ausgef\u00fchrt werden, nicht physikalisch, und die zur Entwicklung des logischen Denkens f\u00fchren.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Invarianzprinzip<\/i> <\/span>(oder das Prinzip der Erhaltung) bedeutet, dass die Kinder nun wissen, dass sich die physikalischen Eigenschaften von Objekten nicht \u00e4ndern, wenn nichts hinzugef\u00fcgt oder weggenommen wird, obwohl sich das Aussehen der Objekte \u00e4ndert.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<h5 class=\"textbox__content\">Beispiel: Piagets Demonstration des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Invarianzprinzips<\/span><\/h5>\r\n<div class=\"textbox__content\">Wenn dieselbe Menge Limonade in zwei identische Gl\u00e4ser gegossen wird, geben f\u00fcnf und sieben Jahre alte Kinder an, beide Gl\u00e4ser enthielten dieselbe Menge. Wenn aber die Limonade aus einem breiten Glas in ein hohes, d\u00fcnnes Glas gegossen wird, unterscheiden sich ihre Meinungen. Die F\u00fcnfj\u00e4hrigen wissen, dass die Limonade im hohen Glas dieselbe Limonade wie zuvor ist, sagen aber, dass es jetzt mehr Limonade sei. Die Siebenj\u00e4hrigen stellen zutreffenderweise fest, dass es keinen Mengenunterschied gibt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Der Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Invarianz<\/i> <\/span>in Piagets Theorie demonstriert logische Gesetze, die nun das Denken dominieren: <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reversibilit\u00e4t<\/span>, <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Identit\u00e4t<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kompensation<\/i><\/span>.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reversibilit\u00e4t<\/i><\/span>: Ein Gedanke (eine mentale Handlung) ist dann <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">reversibel<\/span>, wenn das Kind erkennt, dass die Handlung umgekehrt werden kann und dass daraus bestimmte logische Konsequenzen folgen (Lefran\u00e7ois, 2006). (gem\u00e4ss Beispiel: \u00abwenn das Wasser aus dem hohen Glas zur\u00fcck in das urspr\u00fcngliche Glas geleert wird, sieht man, dass die Menge sich nicht ver\u00e4ndert haben kann\u00bb)<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Identit\u00e4t<\/i><\/span>: Das Kind k\u00f6nnte auch folgern, dass die Menge der Limonade in den Gl\u00e4sern nicht ver\u00e4ndert wurde (weder etwas hinzugef\u00fcgt noch etwas weggenommen wurde), so dass immer noch dieselbe Menge Fl\u00fcssigkeit vorhanden sein muss. Das heisst, es gibt Operationen, die das Ergebnis unver\u00e4ndert lassen.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kompensation<\/i> <\/span>ist die dritte M\u00f6glichkeit des Schlussfolgerns: \u00abDas Glas ist h\u00f6her, aber d\u00fcnner, das gleicht sich aus\u00bb.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">(nach Lefran\u00e7ois, 2006)<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das formal-operatorische Stadium<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das formal-operatorische Stadium beginnt ungef\u00e4hr mit dem elften Lebensjahr. In diesem Stadium der kognitiven Entwicklung wird das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">abstrakte Denken<\/span> bestimmend. Die Adoleszenten sind nun in der Lage zu erkennen, dass ihre Realit\u00e4t nur eine von mehreren vorstellbaren Realit\u00e4ten ist, und sie fangen an, sich \u00fcber die Fragen der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Daseins Gedanken zu machen (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>formalen<\/i> <\/span>Operationen l\u00f6sen die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>konkreten<\/i> <\/span>Operationen ab. In der vorangegangenen Phase der konkreten Operationen wurden die logischen \u00dcberlegungen nur auf reale Objekte angewendet, also auf die konkrete Realit\u00e4t. Mit den formalen Operationen sind die Jugendlichen nun aber in der Lage, sich mit dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hypothetischen<\/i> <\/span>auseinanderzusetzen und Probleme auf einer hypothetischen Ebene zu l\u00f6sen. Sie k\u00f6nnen logische Schlussfolgerungen ziehen, mental Variablen variieren und hypothetische Fragen stellen. Problemstellungen k\u00f6nnen systematisch abgearbeitet werden.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Ein weiteres Kennzeichen dieses Stadiums ist das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">hypothetisch-deduktive Denken<\/span>, wie es in der Logik beschrieben ist: Wenn zwei Annahmen wahr sind, muss auch die daraus abgeleitete Folgerung wahr sein (Inklusionsbeziehung):<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel:<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"textbox__content\">Erste Annahme (Pr\u00e4misse): <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Alle Menschen sind sterblich<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\r\n \t<li class=\"textbox__content\">Zweite Annahme (Pr\u00e4misse): <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sokrates ist ein Mensch<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\r\n \t<li class=\"textbox__content\">Daraus folgt die Schlussfolgerung (Konklusion):<i> \u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sokrates ist sterblich<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zum Invarianzprinzip<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt ein Kind in einem Experiment zum Invarianzprinzip (Prinzip der Erhaltung). (Video mit Untertiteln versehen an der HfH)<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/33_Piaget_A-typical-child_konvertiert_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/33_Piaget_A-typical-child_konvertiert_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Piaget: Bezug zur P\u00e4dagogik<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es sind vier grosse Kr\u00e4fte, die die kindliche Entwicklung und das Lernen formen (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 221):<\/p>\r\n<em>Vier Kr\u00e4fte, die die Entwicklung des Kindes steuern (nach Lefran\u00e7ois, 2006):<\/em>\r\n<table class=\"grid\" style=\"height: 187px\" width=\"\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 15px\" valign=\"top\">\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 98.1333px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Kraft<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 400.4px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Erkl\u00e4rung<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 506.567px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Implikationen f\u00fcr die P\u00e4dagogik<\/strong><\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\r\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Equilibration<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Eine Tendenz zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen Assimilation und Akkommodation.<\/div><\/td>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Kinder m\u00fcssen Aufgaben mit optimalem Schwierigkeitsgrad erhalten \u2014 nicht zu schwierig, so dass sie eine zu grosse Herausforderung darstellen, aber auch nicht so einfach, dass keine Akkommodation n\u00f6tig ist.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 31px\" valign=\"top\">\r\n<th style=\"height: 31px;width: 98.1333px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Reifung<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"height: 31px;width: 400.4px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Genetische Kr\u00e4fte, die \u2014 obwohl sie das Verhalten nicht determinieren \u2014 an dessen Entfaltung beteiligt sind.<\/div><\/td>\r\n<td style=\"height: 31px;width: 506.567px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Zur Optimierung des Unterrichts m\u00fcssen Lehrer etwas dar\u00fcber wissen, wie Kinder denken und lernen \u2014 \u00fcber ihren Reifegrad und ihr Verst\u00e4ndnis.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\r\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Aktive Erfahrung<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Die Interaktion mit realen Objekten und Ereignissen erm\u00f6glicht es dem Individuum, Dinge zu entdecken und mentale Repr\u00e4sentationen der Welt zu konstruieren.<\/div><\/td>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Hiermit wird ein konstruktivistisches Curriculum favorisiert, bei dem der Lernende aktiv am Prozess der Entdeckung und des Lernens beteiligt ist.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\r\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Soziale Interaktion<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Die Interaktion mit Menschen f\u00fchrt zur Entwicklung von Ideen \u00fcber Dinge, Menschen und das Selbst.<\/div><\/td>\r\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Schulen sollten Gelegenheit zur Interaktion zwischen Lernenden und zwischen Lernenden und Lehren geben, sowohl im Unterrichtskontext als auch ausserhalb.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In Piagets Theorie ist ein Grossteil der kognitiven Entwicklung das Produkt von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reifungsprozessen<\/i> <\/span>im Kind: Die Umwelt hat nur einen sehr geringen Einfluss darauf, wie sich die kognitiven F\u00e4higkeiten eines Kindes im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern. Heutige Forscher haben jedoch damit begonnen, sich auf die Rolle <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialer Interaktionen<\/i><\/span> bei der kognitiven Entwicklung zu konzentrieren. Ein Grossteil dieser Forschung geht auf die Theorien des russischen Psychologen Lew Wygotski zur\u00fcck (siehe n\u00e4chstes Kapitel). Wygotski behauptete, Kinder w\u00fcrden sich durch einen <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Pr<\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">ozess der\u00a0<\/span><\/i><i style=\"font-size: 1em\">Internalisierung<\/i><span style=\"font-size: 1em;text-align: initial\">\u00a0entwickeln: Sie absorbieren Wissen aus ihrem sozialen Kontext, der einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der kognitiven Entwicklung hat. Die soziale Theorie, deren Wegbereiter Wygotski war, wurde durch kulturvergleichende Studien zur Entwicklung gest\u00fctzt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/span><\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Universalit\u00e4t von Piagets Theorien?<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als Piagets Theorien anfangs die Aufmerksamkeit von Entwicklungsforschern erregten, waren viele daran interessiert, seine Aufgaben zu benutzen, um die kognitiven Errungenschaften von Kindern aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>unterschiedlichen Kulturen<\/i><\/span> zu untersuchen. Diese Untersuchungen stellten die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Universalit\u00e4t<\/i> <\/span>von Piagets Behauptungen in Frage, weil beispielsweise Menschen in vielen Kulturen keine Belege f\u00fcr formal-operatorisches Denken zeigten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Piaget selbst begann im Alter dar\u00fcber zu spekulieren, ob die spezifischen Errungenschaften, die er als formale Operationen beschrieben hatte, nicht vielleicht eher auf einer bestimmten Art von (zum Teil schulischer) Ausbildung in den Naturwissenschaften beruhen, die Kinder erhalten, als auf der Entfaltung von biologisch vorgegebenen Entwicklungsstufen (Louren\u00e7o &amp; Machado, 1996) (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"lew-wygotski\"><\/a>Lew Wygotski: soziokultureller Ansatz<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lew S. Wygotski<\/span> <\/i>(1896\u20131934) hat eine dezidiert <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>soziokulturelle Perspektive<\/i><\/span> in die Entwicklungspsychologie eingebracht. Seine Arbeiten gelten heute als wichtigster psychologischer Beitrag zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sozialkonstruktivismus<\/i><\/span>.\u2029 Die zentrale Annahme Wygotskis ist, dass psychische Prozesse einen sozialen Ursprung besitzen und jede psychische Funktion zun\u00e4chst eine soziale und \u00e4ussere war, bevor sie verinnerlicht wird. Wygotski spricht von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Internalisierung<\/i> <\/span>als einem fundamentalen Gesetz psychischer Entwicklung. Kinder absorbieren Wissen aus ihrem sozialen Kontext, der einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der kognitiven Entwicklung hat. Weil er schon den S\u00e4ugling \u00abmit seiner gesamten Lebensweise\u00bb auf die Kommunikation mit Erwachsenen ausgerichtet sieht, steht es f\u00fcr Wygotski ausser Frage, dass bereits die ersten Kontakte des Menschen mit der Realit\u00e4t <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>soziokulturell<\/i> <\/span>vermittelt sind.\u2029 F\u00fcr dieses Verst\u00e4ndnis von psychischer Entwicklung ist die Vermittlung \u00fcber psychische Werkzeuge wie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sprache<\/i> <\/span>und andere Formen<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>sozialer Symbolik<\/i><\/span> von ausserordentlicher Bedeutung, und Wygotski sieht den Schl\u00fcssel f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis kognitiver Entwicklung in der Untersuchung der Begriffsentwicklung und Wortbedeutungen. Hierin und in der Auffassung von psychischer Entwicklung als einem diskontinuierlichen Prozess mit \u00dcberg\u00e4ngen zwischen altersspezifischen Denkformen bestehen deutliche Parallelen zwischen Wygotski und Piaget (nach Brandes, 2015).\r\n\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Unterschied zu Piaget betont Wygotski, dass das kindliche Denken \u00abnicht vom Individuellen zum Sozialisierten, sondern vom Sozialen zum Individuellen\u00bb (Wygotski 1972, 44) verl\u00e4uft. In diesem Zusammenhang widerspricht er bezogen auf das Ph\u00e4nomen des \u00abegozentrischen Sprechens\u00bb der Interpretation Piagets, indem er es als \u00abvon Anfang an sozial\u00bb und im Sinne seiner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Internalisierungshypothese<\/i><\/span> als \u00dcbergangsph\u00e4nomen zum inneren Sprechen versteht. Bezogen auf den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Beziehungsaspekt<\/i> <\/span>der Entwicklung ist Wygotskis Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zone des proximalen Wachstum<\/i>s<\/span> von besonderer Bedeutung: Dieser Begriff beschreibt gewissermassen das Potenzial des Kindes f\u00fcr die Entwicklung und bezieht sich auf den Zeitraum, in dem ein Kind die Dinge und Ph\u00e4nomene in einem interaktiven Zusammenhang optimal zu erfassen vermag (nach Brandes, 2015).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Quelle<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Brandes, Holger (2015). Entwicklung, soziokultureller Ansatz nach Wygotski. In M. A. Wirtz (Hrsg.), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dorsch \u2013 <i>Lexikon der Psychologie<\/i><\/span><i>.<\/i> Abgerufen am 05.03.2015, von https:\/\/portal.hogrefe.com\/dorsch\/entwicklung-soziokultureller-ansatz-nach-wygotski\/<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Internalisierung<\/b> <\/span>(auch Interiorisation): Nach Wygotski der Prozess, durch den Kinder Wissen aus dem sozialen Kontext absorbieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<div>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<h4 class=\"textbox__content\">Soziale und kulturelle Einfl\u00fcsse auf die kognitive Entwicklung<\/h4>\r\n<div class=\"textbox__content\">Wygotskis Konzept der Internalisierung ist hilfreich, um den Einfluss der Kultur auf die kognitive Entwicklung zu erkl\u00e4ren. Das Denken von Kindern entwickelt sich, um kulturell wertgesch\u00e4tzte Funktionen zu erf\u00fcllen (Serpell &amp; Boykin, 1994; Serpell, 2000). Piaget entwickelte beispielsweise Aufgaben, die seine eigenen Vorannahmen \u00fcber angemessene und wertvolle kognitive T\u00e4tigkeiten widerspiegelten. Andere Kulturen ziehen es vor, wenn ihre Kinder sich in anderer Weise auszeichnen. W\u00e4ren Piagets Kinder in Hinblick auf ihr Verst\u00e4ndnis der kognitiven Feinheiten des Webens bewertet worden, h\u00e4tte man im Vergleich zu den Kindern der Mayas aus Guatemala vermutlich angenommen, Piagets Kinder seien geistig zur\u00fcckgeblieben (Rogoff, 1990). Kulturvergleichende Studien haben recht oft gezeigt, dass die Art der Schulung eine grosse Rolle spielt, wenn es um die Leistung von Kindern in Piagets Aufgaben geht (Rogoff &amp; Chavajay, 1995). Psychologen m\u00fcssen diese Art von Ergebnissen nutzen, um die Rollen von Erbe und Umwelt bei der kognitiven Entwicklung voneinander zu trennenn(Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitivismus<\/i> <\/span>ist eine breite Richtung der heutigen Psychologie, die die Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt als Ausdruck eines kontinuierlichen Informationsaustausches betrachtet (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<figure id=\"attachment_651\" aria-describedby=\"caption-attachment-651\" style=\"width: 397px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-651 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72.png\" alt=\"\" width=\"397\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72.png 397w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72-300x169.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72-65x37.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72-225x126.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-72-350x197.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 397px) 100vw, 397px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-651\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.br.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Mit der Betonung der erkennenden Funktionen werden auf der Seite der Person auch deren sch\u00f6pferische F\u00e4higkeiten hervorgehoben: Sie ist kein reaktiv Informationen verarbeitender Organismus, sondern ein seine Umwelt erschliessendes und vernunftorientiert handelndes Subjekt. Das Individuum erzeugt somit selbst Information, verleiht dem, was es wahrnimmt, seine eigene individuelle Bedeutung, die als sein Wissen wiederum sein weiteres Handeln bestimmt. Durch das Handeln ver\u00e4ndert das Subjekt die Situation, die es wiederum wahrnimmt und der es Bedeutung verleiht, usw. So steht der Mensch in einem best\u00e4ndigen Wechselverh\u00e4ltnis zur ihn umgebenden Situation bzw. aktuellen Umwelt (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Theorien besch\u00e4ftigen sich mit der Erkl\u00e4rung h\u00f6herer mentaler Prozesse, wie Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Entscheidungsfindung und Wissen. Das Verhalten von Menschen wird durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungspl\u00e4ne<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Handlungssteuerung<\/i> <\/span>bestimmt und dient dazu, Ziele zu erreichen. Der Begriff des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Handelns <\/span>wird gegen\u00fcber dem Begriff des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltens<\/i> <\/span>bevorzugt (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Von Tauben und Affen<\/h2>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Taubenexperiment<\/span><\/h3>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Herrnstein, Loveland und Cable (1976) nahmen ein paar Tauben und fragten sie auf gewisse Weise, was sie \u00fcber Menschen d\u00e4chten. Noch erstaunlicher ist: die Tauben antworteten.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Die Forscher pr\u00e4sentierten den Tauben eine Serie von Dias. Auf einigen dieser Dias waren eine oder mehrere Personen zu sehen, die verschiedene Dinge taten, die unterschiedlich gekleidet (oder auch nackt) waren, und die manchmal durch andere Objekte, wie z. B. B\u00e4ume, teilweise verdeckt waren. Die Tauben erhielten in diesem Experiment nur dann Verst\u00e4rkung, wenn sie bei einem Bild pickten, auf dem Menschen zu sehen waren. Die Tauben lernten diese Aufgabe. Sie schienen etwas zu besitzen, was Herrnstein und seine Kollegen als \u00abnat\u00fcrliche Konzepte\u00bb bezeichneten, mit komplexen und unbestimmten Vorstellungen davon, was ein Mensch ist. Und die Tiere waren in der Lage, diejenigen Dias, die dieses Konzept zeigten, sogar dann zu erkennen, wenn die \u00abMenschenartigkeit\u00bb der gezeigten Personen in verschiedenen Aktivit\u00e4ten, Kontexten und unterschiedlicher Kleidung versteckt war.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Nat\u00fcrlich sind Tauben nicht die einzigen Tiere, f\u00fcr die gezeigt werden kann, dass sie Konzepte ausbilden. Man erinnere sich z. B. an Tinklepaughs (1928) Forschungsarbeiten, in denen Affen entweder ein Salatblatt oder eine Banane gezeigt wurde, bevor diese Objekte versteckt wurden. Wenn der Affe sich sp\u00e4ter erinnerte, wo der Salat und die Banane versteckt war und sie aufgrund dieses Erinnerungsverm\u00f6gens fand, durfte er sie essen. Und das schien ihm zu gefallen, gleichg\u00fcltig ob es eine Banane oder ein Salatblatt war. Aber wenn Tinklepaugh dem Affen eine Banane zeigte, dieser aber sp\u00e4ter ein Salatblatt fand, wo eigentlich die Banane sein musste (weil Tinklepaugh sie ausgetauscht hatte), zeigte sich der Affe sehr aufgeregt. Er ignorierte den Salat nicht nur (den er wahrscheinlich gegessen h\u00e4tte, wenn er erwartet h\u00e4tte, ihn zu finden), sondern suchte \u00fcberall nach der fehlenden Banane. Laut Tinklepaugh war dies ein Beleg, dass der Affe nicht nur gelernt hatte, wo ein Objekt versteckt war, sondern dass er ausserdem ein klares und stabiles Konzept davon hatte, was an diesem Ort versteckt sein m\u00fcsste (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 189).<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt zwei Kapuzineraffen, die sehr wohl verschiedene Fr\u00fcchte- und Gem\u00fcsekonzepte unterscheiden k\u00f6nnen. Das Video fokussiert zwar auf die ungleiche Belohnung, zeigt aber ebenso gut die F\u00e4higkeit der Kapuzineraffen, nat\u00fcrliche Konzepte anzuwenden. (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31a_Frans-de-Waal_Two-Monkeys-Paid-Unequally_-konvertiert_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31a_Frans-de-Waal_Two-Monkeys-Paid-Unequally_-konvertiert_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"gestaltpsychologie\"><\/a>Gestaltpsychologie<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-653 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73.png\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73.png 192w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-73-65x80.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>Eine der fr\u00fchen Wurzeln des Kognitivismus war die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestaltpsychologie<\/i> <\/span>in Deutschland. Sie war eine wichtige Gegenbewegung gegen den vorausgegangenen Introspektionismus und auch gegen den Behaviorismus, der die amerikanische Psychologie in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts weitgehend dominierte. Begr\u00fcnder und wichtigste Vertreter der Gestaltpsychologie waren Wolfgang K\u00f6hler, Kurt Koffka und Max Wertheimer.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Gestaltpsychologie ist eine kognitive Theorie, weil sie sich mit Wahrnehmung befasst und weil sie sich gegen die Annahme wendet, menschliches Lernen funktioniere \u00fcber Versuch und Irrtum. Menschen lernen durch Einsicht.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00abDas Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile\u00bb ist wohl der bekannteste Satz, der von den Gestaltpsychologen stammt. Die wichtigsten Erkenntnisse der Gestaltpsychologie sind die Gesetze und Prinzipien, die unserer <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i> <\/span>zugrunde liegen, wie Geschlossenheit, N\u00e4he etc. (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<div class=\"textbox\">Wichtige Aussage der Gestaltpsychologie: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p><b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile<\/span>: <\/b>aus vielen Punkten entsteht nicht nur eine Menge von Punkten, sondern eine neue Figur: ein Kreis. Das folgende Video veranschaulicht dieses Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/32_Summe-mehr-als-Teile.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/32_Summe-mehr-als-Teile.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<p>Artikel zur <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gestaltpsychologie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gestaltpsychologie<\/a> auf Wikipedia<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltgesetze<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Gestaltpsychologen sehen eine der zentralen F\u00e4higkeiten des Menschen darin, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Gestalten<\/i> <\/span>wahrzunehmen, d.h. die Organisation und die Strukturen von Ph\u00e4nomenen zu erfassen (das Ganze). Das Ganze ist z. B. die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Melodie<\/span>, nicht die Abfolge von Einzelnoten und Pausen. Das Ganze bedeutet z. B. ein Trapez oder ein Dreieck oder ein Quadrat zu erkennen, nicht mehr oder weniger exakt gezeichnete einzelne Linien (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-654 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74.png\" alt=\"Grafik, auf der die Anordnung der Flecken die Gestalt eines Hundes ergibt.\" width=\"102\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74.png 102w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-74-65x119.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 102px) 100vw, 102px\" \/><\/a>Die Gestaltpsychologie kann man am besten darstellen, indem man ihre <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Wahrnehmungsgesetze<\/b> <\/span>beschreibt. Diese Wahrnehmungsgesetze wurden von den Begr\u00fcndern der Gestaltpsychologie (Wertheimer, Koffka und K\u00f6hler) entwickelt:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein \u00fcbergreifendes Prinzip regelt Wahrnehmung und Denken: die <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Pr\u00e4gnanz oder die gute Form<\/b><\/span>. Das Gehirn des Menschen hat die Tendenz, dem Wahrgenommenen die bestm\u00f6gliche Form zu geben.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die nachstehenden Gesetze regeln die Wahrnehmung und k\u00f6nnen damit auch am besten beschrieben und veranschaulicht werden; nach Ansicht der Gestaltpsychologen sind sie jedoch ebenso f\u00fcr das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denken <\/span>wie f\u00fcr die Wahrnehmung anwendbar (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00c4hnlichkeit <\/span>oder <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gleichheit<\/span>:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\u00c4hnliche Objekte oder Objekte gleicher Form werden als zusammengeh\u00f6rig wahrgenommen (Abb. 1).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">N\u00e4he<\/span>:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dieses Prinzip beschreibt eine Tendenz, Dinge als zusammengeh\u00f6rend wahrzunehmen, die in in enger r\u00e4umlicher N\u00e4he zueinander liegen (Abb. 2).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Geschlossenheit<\/span>:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Dies bezeichnet eine Tendenz, unvollst\u00e4ndige Objekte so zu erg\u00e4nzen, dass sie als vollst\u00e4ndig erscheinen. Wir erkennen ein Quadrat oder einen Kreis auch dann, wenn die Umrisslinien fragmentiert sind (Abb. 3).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Prinzip der <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontinuit\u00e4t<\/span>:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wahrnehmungsph\u00e4nomene werden als kontinuierlich wahrgenommen (Abb. 4). Man sieht in der Abbildung eine gebogene Linie und eine kantige Form, nicht eine Mischung aus beiden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-655 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75.png\" alt=\"\" width=\"817\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75.png 817w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75-300x165.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75-768x423.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75-65x36.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75-225x124.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-75-350x193.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px\" \/><\/a><\/p>\n<div style=\"margin: auto;\">\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-656 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76.png\" alt=\"Die Grafik zeigt mehrere Ansammlungen von Punkten.\" width=\"810\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76.png 810w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76-300x120.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76-768x306.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76-65x26.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76-225x90.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-76-350x140.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><\/a><\/div>\n<\/figure>\n<\/div>\n<div style=\"margin: auto;\">\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-662 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79.png\" alt=\"Die Grafik zeigt Kreise und Quadrate, deren Umrisslinien nicht geschlossen sind.\" width=\"720\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79.png 720w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79-300x102.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79-65x22.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79-225x77.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-79-350x119.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><\/div>\n<\/figure>\n<\/div>\n<div style=\"margin: auto;\">\n<figure class=\"ilc_media_cont_MediaContainer\">\n<div class=\"ilc_Mob\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-658 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78.png\" alt=\"Die Grafik zeigt eine wellenf\u00f6rmige und eine eckige Linie, die sich \u00fcberschneiden.\" width=\"808\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78.png 808w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78-300x66.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78-768x170.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78-65x14.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78-225x50.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-78-350x78.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 808px) 100vw, 808px\" \/><\/a><\/div>\n<\/figure>\n<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Weitere Gestaltprinzipien:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gemeinsame Bewegung, gemeinsames Schicksal, zeitliche Synchronit\u00e4t etc.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Eine anschauliche Darstellung der Gestaltprinzipien findet sich unter der URL <a class=\"ilc_link_ExtLink\" href=\"https:\/\/www.dh-lehre.gwi.uni-muenchen.de\/?p=38155\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.stroopr.de\/wahrnehmung\/gestaltprinzipien\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltpsychologie und Lernen\/Ged\u00e4chtnis<\/h3>\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">Die Gestaltpsychologen nehmen an, dass Lernen zur Bildung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ged\u00e4chtnisspuren<\/i> <\/span>f\u00fchrt. Das gelernte Material hat gem\u00e4ss den beschriebenen Gestaltgesetzen die Tendenz, die bestm\u00f6gliche Struktur anzunehmen und organisiert sich gem\u00e4ss diesen Prinzipien. Man unterscheidet drei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Organisationstendenzen<\/i> <\/span>des Ged\u00e4chtnisses (nach Lefran\u00e7ois, 2006):<\/p>\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Angleichen<\/b> <\/span>bezeichnet eine Tendenz zur Symmetrie oder zur Abschw\u00e4chung der Besonderheiten von Wahrnehmungsmustern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_666\" aria-describedby=\"caption-attachment-666\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-666 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80.png\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80.png 570w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80-300x85.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80-65x18.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80-225x64.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-80-350x99.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-666\" class=\"wp-caption-text\">(c) Lefran\u00e7ois, 2006<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Beim Vergegenw\u00e4rtigen einer Zugfahrt erinnert sich eine Person an einen allgemeinen Eindruck der Vorw\u00e4rtsbewegung und an vorbeiziehende Landschaften, aber nicht an das Gef\u00fchl des Schwankens von einer Seite auf die andere.<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Versch\u00e4rfen<\/b> <\/span>bedeutet, die Besonderheiten in einem Muster hervorzuheben. Besonders hervorstechende Eigenschaften werden \u00fcbetrieben dargestellt (wie in der Abbildung die Augenbrauen), weniger prominente verschwinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_667\" aria-describedby=\"caption-attachment-667\" style=\"width: 567px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-667 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81.png\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81.png 567w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81-300x79.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81-65x17.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81-225x60.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-81-350x93.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-667\" class=\"wp-caption-text\">(c) Lefran\u00e7ois, 2006<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Normalisierung<\/b> <\/span>bezeichnet eine Tendenz, das wahrzunehmen, was im Ged\u00e4chtnis gespeichert ist. Das wahrgenommene Objekt wird sukzessive dem vetrauten (\u00abnormalen\u00bb) Objekt angen\u00e4hert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_668\" aria-describedby=\"caption-attachment-668\" style=\"width: 567px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-668 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82.png\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82.png 567w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82-300x88.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82-65x19.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82-225x66.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-82-350x102.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-668\" class=\"wp-caption-text\">(c) Lefran\u00e7ois, 2006<\/figcaption><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gestaltpsychologie in Erziehung und Heilp\u00e4dagogik<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Weil die Gestaltpsychologie das Vorgehen von Versuch und Irrtum als Lernmethode ablehnt, sollten den Lernenden nicht Aufgaben gestellt werden, zu deren L\u00f6sung eine Vielzahl m\u00f6glicher L\u00f6sungswege ausprobiert werden k\u00f6nnen, sondern das Lernen sollte so gestaltet sein, dass Lernende <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Einsicht<\/i> <\/span>gewinnen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Probleme sollten auch nicht so beschaffen sein, dass sie durch eine Reihe von einstudierten Schritten gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Wertheimer (1959) f\u00fchrt eine Lernschwierigkeit namens <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Antworttendenz<\/i> <\/span>auf dieses Vorgehen zur\u00fcck. Darunter versteht er die Neigung, in einer vorher festgelegten Weise zu reagieren oder wahrzunehmen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Perspektive der Gestaltpsychologen unterst\u00fctzt Ans\u00e4tze des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktivismus<\/i><\/span>, die stark auf den Lernenden ausgerichtet sind. Der Lernende soll die wichtigen Informationen selber konstruieren, statt sie vorgesetzt bekommen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Methoden des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktivismus<\/i> <\/span>f\u00f6rdern das Entdeckungslernen, die Kooperation in der Klasse und die aktive Beteiligung am Unterricht, w\u00e4hrend das <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">direkte Unterrichten<\/span> <\/i>(Lefran\u00e7ois 2006; S. 79) st\u00e4rker lehrerzentriert ist.<\/p>\n<div class=\"textbox\">Wichtige Aussage der Gestaltpsychologie: Menschen l\u00f6sen Probleme durch Einsicht!<\/div>\n<div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"jerome-bruner\"><\/a>Jerome Bruner<\/h2>\n<figure id=\"attachment_669\" aria-describedby=\"caption-attachment-669\" style=\"width: 118px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-669 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83.png\" alt=\"Foto von Jerome Bruner.\" width=\"118\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83.png 118w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-83-65x87.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 118px) 100vw, 118px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-669\" class=\"wp-caption-text\">Jerome Bruner<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Jerome Bruner<\/i> <\/span>(geb. 1915 in New York) ist Psychologe mit p\u00e4dagogischen Interessen. Er leistete wichtige Beitr\u00e4ge zur kognitiven Lerntheorie und war einer der Initiatoren der sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Wende<\/i><\/span> in der Psychologie.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruner macht f\u00fcr die Evolution des Geistes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">drei Sch\u00fcbe wichtiger <i>menschlicher Erfindungen<\/i><\/span> verantwortlich: Der erste Schub waren Erfindungen, die die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>motorischen Kapazit\u00e4ten<\/i><\/span> des Menschen verbesserten, wie Hebel, Rollen, das Rad, einfache Maschinen und Ger\u00e4te, z. B. f\u00fcr die Herstellung von Waffen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein zweiter Schub von Erfindungen verst\u00e4rkte eher die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sensorischen<\/i> <i>Kapazit\u00e4ten<\/i><\/span> der Menschen, z. B. das Teleskop, Radio, Fernsehen und andere Instrumente, die die F\u00e4higkeiten des Sehens, H\u00f6rens und F\u00fchlens verst\u00e4rkten und verbesserten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der dritte Schub f\u00f6rderte vor allem die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>intellektuellen F\u00e4higkeiten<\/i><\/span>. Bruner versteht darunter die menschlichen Symbolsysteme und Theorien, wozu Computersprachen und -theorien geh\u00f6ren. Diese Theorien erweitern die menschlichen Kompetenzen stark (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-670 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84.png\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84.png 291w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84-65x26.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-84-225x91.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a>Die Repr\u00e4sentationssysteme entwickeln sich nach Bruner in der Entwicklung der Kinder analog zur Geschichte der menschlichen Erfindungen, n\u00e4mlich vom <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>enaktiven<\/i> <\/span>Rep\u00e4sentationsmodus (motorisch, handelnd) \u00fcber den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>ikonischen<\/i> <\/span>Repr\u00e4sentationsmodus (sensorisch, bildhaft) schliesslich zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>symbolischen<\/i> <\/span>Modus (sprachlich, intellektuell). Diese Repr\u00e4sentationsmodi l\u00f6sen einander nicht ab, sondern erg\u00e4nzen sich additiv.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In der Schulpraxis bekannt ist Bruners Vorschlag, Lernstoff in Form eines <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spiralcurriculums<\/i> <\/span>anzuordnen, das die Entwicklung und Addition der Repr\u00e4sentationsmodi beschreibt. Wirkungsvoll war sein Eintreten f\u00fcr entdeckendes Lernen als Weg zum Wissenserwerb. Bruners Lerntheorie weist Ankn\u00fcpfungspunkte zu konstruktivistischen Lerntheorien auf.<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">Bruner pl\u00e4diert daf\u00fcr, der <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Bedeutung<\/span>\u00bb<\/i> als einem zentralen psychologischen Konzept mehr Geltung zu verschaffen. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konstruktion von Bedeutung<\/i><\/span> \u2014 damit ist die Frage gemeint, wie Menschen aus dem Durcheinander physikalischer Sinneseindr\u00fccke einen Sinn entwickeln \u2014 soll nach Bruner verst\u00e4rkt erforscht werden. Die Bedeutung des Selbst im Kontext der Kultur greift Bruner in j\u00fcngeren Schriften ebenso auf. Eine Erkl\u00e4rung des menschlichen Zustandes k\u00f6nne keinen Sinn ergeben, \u00abwenn sie nicht im Licht der Symbolwelt interpretiert wird, die die Grundlage menschlicher Kultur bildet\u00bb, schreibt Bruner 1990.<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Kategorien<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruners <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Theorie der <i>Repr\u00e4sentationen<\/i><\/span> beruht auf der grundlegenden Idee der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kategorisierung<\/i><\/span>. Jede menschliche kognitive Aktivit\u00e4t wendet Kategorien an (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<figure id=\"attachment_671\" aria-describedby=\"caption-attachment-671\" style=\"width: 346px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-671 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85.png\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85.png 346w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85-300x238.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85-65x52.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-85-225x179.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-671\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.wiki-hilfe.de\/wiki\/Kategorisierung<\/figcaption><\/figure>\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Was ist eine Kategorie?<\/span><\/h4>\n<p>Wenn ein Mann einen Kopf mit langen blonden Haaren und einem h\u00fcbschen Gesicht sieht, das ihn aus einem Meer von Schaum in einer rosafarbenen Badewanne anl\u00e4chelt, sieht er da nur einen Kopf mit langem blonden Haar und ein l\u00e4chelndes Gesicht \u00fcber einem Meer von Schaum in einer rosafarbenen Wanne?<\/p>\n<p>Im w\u00f6rtlichen Sinne: Ja, das ist alles, was er sieht. Aber in einem anderen Sinne sieht er noch viel mehr. Er sieht, dass dies eine Frau ist, die wahrscheinlich zwei Arme und zwei Beine hat, Zehenn\u00e4gel und andere Merkmale. Aber er kann diese Dinge nicht sehen, und so geht er, laut Bruner, \u00ab\u00fcber die gegebene Information hinaus\u00bb (1957a). Zun\u00e4chst stellt er fest, dass es sich um eine Frau handelt, zweitens zieht er Schlussfolgerungen \u00fcber diese Frau basierend auf dem, was \u00fcber alle Frauen bekannt ist. Laut Bruner sind Schlussfolgerungen durch die Verwendung von Kategorien m\u00f6glich \u2014 in diesem Fall der Kategorie Frau (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 195).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Kategorie Frau ist ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Konzept <\/span>in dem Sinne, dass es eine Repr\u00e4sentation von aufeinander bezogenen Dingen ist; es ist aber auch ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Perzept <\/span>in dem Sinne, dass es sich um ein physikalisches Objekt handelt, welches \u00fcber die Sinne aufgenommen wird. Perzepte und Konzepte sind in Bruners Theorie ann\u00e4hernd \u00e4quivalent (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kategorien kann man als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Regeln <\/span>betrachten, nach denen Dinge oder Sachverhalte als gleichartig klassifiziert werden. Die Kategorie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Buch <\/span>ist eine Sammlung von Regeln, die es einer Person erm\u00f6glichen, einen Gegenstand als Buch zu erkennen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kategorien werden \u00fcber sog. kritische <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Attribute <\/span>von Objekten oder Sachverhalten definiert, d.h. solchen, die f\u00fcr die Zugeh\u00f6rigkeit eines Objektes zu einer bestimmten Kategorie entscheidend sind (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Konzepte und Konzepterwerb<\/h3>\n<figure id=\"attachment_672\" aria-describedby=\"caption-attachment-672\" style=\"width: 207px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-672 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86.png\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86.png 207w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86-150x150.png 150w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-86-65x65.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-672\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.thomas-wuest.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Menschen bilden nach Bruner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzepte<\/i><\/span>, um die Umwelt zu vereinfachen und herauszufinden, wie sie in dieser handeln k\u00f6nnen. Mit Hilfe der Konzepte werden die Dinge und Ph\u00e4nomene auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kategorisiert<\/i><\/span>, wodurch diese vereinfacht und damit verst\u00e4ndlich und operationalisierbar werden. Bruner erforschte unterschiedlichste Arten von Konzepten sowie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Strategien des Konzepterwerbs<\/i><\/span>. Die Untersuchungsergebnisse sind teilweise schwer f\u00fcr das Alltagsleben umsetzbar. aber von grosser systematischer Relevanz.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruner unterscheidet die Begriffe <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzeptbildung<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konzepterwerb<\/i><\/span>. Er geht davon aus, dass die Konzeptbildung mit Lernen verglichen werden kann; Konzeptbildung ist etwa bis zum 15. Lebensjahr vorherrschend, sp\u00e4ter ist der Konzepterwerb wichtiger, d.h. die Phase, in der ein gelerntes Konzept angewendet werden kann.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Wenn man lernt, dass es essbare und ungeniessbare Pilze gibt, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bildet<\/i> <\/span>man ein Konzept.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Wenn man schliesslich gelernt hat, welche Unterschiede zwischen essbaren und ungeniessbaren Pilzen bestehen, hat man das Konzept <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">erworben<\/span>.<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bruner: Bezug zur P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bruners Theorien sind f\u00fcr Erkl\u00e4rung von spezifischen Verhaltensweisen nicht \u00fcberaus n\u00fctzlich. Verhaltensweisen sind durch behavioristische Ans\u00e4tze leichter erkl\u00e4rbar. F\u00fcr die Erkl\u00e4rbarkeit h\u00f6herer geistiger Prozesse wie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entscheidungsfindung<\/i> <\/span>und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Anwendung kognitiver Strategien<\/i><\/span> sind sie aber sehr aufschlussreich (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Bruner betont die Bedeutung des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entdeckungslernens<\/i> <\/span>f\u00fcr den Schulunterricht. Er postuliert, dass die Herausbildung allgemeiner Kodiersysteme im Jugendlichen die Entdeckung von Beziehungen voraussetzt. Kinder sollen ermutigt werden, Konzepte und Beziehungen selber herauszufinden und anzuwenden, um damit die Konzeptbildung und den Konzepterwerb zu f\u00f6rdern. In diesem Sinne werden im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Spiral-Curriculum<\/i><\/span> die Lernthemen in aufeinanderfolgenden Alters- oder Klassenstufen wiederholt behandelt, mit fortschreitendem Schwierigkeitsgrad. Das Interesse am Entdeckungslernen entspricht einem konstruktivistischen Ansatz f\u00fcr die Gestaltung des Unterrichts.<\/p>\n<p>Die Verwendung von Entdeckungsmethoden im Schulunterricht hat aber auch viele Kritiker auf den Plan gerufen, die f\u00fcr st\u00e4rker didaktisch ausgerichtete Methoden pl\u00e4dieren. Forschungsarbeiten, die die beiden Methoden vergleichen, kommen zu keinen eindeutigen Schlussfolgerungen bez\u00fcglich des Nutzens f\u00fcr die Sch\u00fcler (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 204).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"jean-piaget\"><\/a>Jean Piaget<\/h2>\n<figure id=\"attachment_673\" aria-describedby=\"caption-attachment-673\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-673 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87.png\" alt=\"Foto von Jean Piaget.\" width=\"150\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87.png 150w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-87-65x88.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-673\" class=\"wp-caption-text\">Jean Piaget<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Jean Piaget<\/i><\/span> (1896 bis 1980) war ein Pionier auf dem Gebiet der kognitiven Entwicklungspsychologie und beschrieb wichtige Erkenntnisse zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Entwicklung<\/i><\/span> des Kindes. \u00abMenschliche Entwicklung ist ein Prozess der Adaptation. Und die h\u00f6chste Form der Adaptation ist Kognition\u00bb (von Glasersfeld, 1977).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Prozesse, die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Adaptation<\/i> <\/span>erm\u00f6glichen, sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assimilation<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Akkommodation<\/i><\/span>. Assimilation heisst, auf Situationen mit angeborener oder erlernter Aktivit\u00e4t zu reagieren; Informationen aus der Umwelt werden modifiziert, um sie vorhandenem Wissen anzupassen. Dabei verwendet das Kind bereits vorhandene <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Schemata<\/i> <\/span>(angeborene oder erlernte Strukturen). Mit der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Akkommodation<\/i> <\/span>werden vorhandene Schemata modifiziert, um den Entwicklungsfortschritt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die ausgewogene Anwendung von Assimilation und Akkommodation wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Equilibration<\/i> <\/span>bezeichnet und erm\u00f6glicht, dass das Verhalten und Wissen des Kindes unabh\u00e4ngiger von der spontanen externen Realit\u00e4t wird und sich st\u00e4rker auf abstraktes Denken st\u00fctzt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008). Vgl. auch das vertiefende Beispiel.<\/p>\n<div class=\"textbox\">\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kognitive Entwicklung<\/span>:<\/h3>\n<p>Die Entwicklung von geistigen Prozessen und F\u00e4higkeiten wie der Vorstellungskraft, der Wahrnehmung, des Schlussfolgerns und des Probleml\u00f6sens, sowie der zugeh\u00f6rigen Wissensgrundlagen.<\/p>\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Schemata<\/span>:<\/h3>\n<p>Piagets Begriff f\u00fcr die kognitiven Strukturen, die sich entwickeln, wenn S\u00e4uglinge und kleine Kinder lernen, die Welt zu interpretieren und sich an ihre Umgebung anzupassen. Kognitive Schemata im Sinne Piagets sind geistige Strukturen zur Ordnung von Objekten und ihren Relationen.<\/p>\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Assimilation: <\/span><\/h3>\n<p>Nach Piaget der Prozess, in dem neue kognitive Elemente zu schon vorhandenen Elementen hinzugef\u00fcgt werden oder so modifiziert werden, dass sie besser zu bestehenden Elementen passen; dieser Prozess verl\u00e4uft Hand in Hand mit dem Prozess der Akkommodation.<\/p>\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Akkommodation: <\/span><\/h3>\n<p>Nach Piaget der Prozess, bei dem bestehende kognitive Strukturen restrukturiert oder modifiziert werden, damit neue Information besser eingef\u00fcgt werden kann; dieser Prozess arbeitet mit dem Prozess der Assimilation zusammen.<\/p>\n<p>(nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S.452)<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Beispiel zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verh\u00e4ltnis von Assimilation und Akkommodation<\/span> (aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008)<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">Betrachten wir die \u00dcberg\u00e4nge, die ein Kind machen muss, um vom Saugen an der Mutterbrust \u00fcber das Saugen am Nippel einer Flasche und das Saugen an einem Trinkhalm dahin zu kommen, aus einer Tasse zu trinken. Die anf\u00e4ngliche Saugreaktion ist ein bei der Geburt vorhandenes Reflexverhalten, das jedoch etwas modifiziert werden muss, um den Mund des Kindes an die Form und Gr\u00f6sse der m\u00fctterlichen Brustwarze anzupassen. Bei der Anpassung an die Flasche benutzt ein S\u00e4ugling immer noch viele Teile der Sequenz in unver\u00e4nderter Form (Assimilation), muss aber den Gumminippel etwas anders fassen und anders daran saugen, und auch die Flasche muss in einem geeigneten Winkel gehalten werden (Akkommodation). Die Schritte von der Flasche zum Trinkhalm und zur Tasse erfordern weitere Akkommodation, basieren jedoch immer noch auf fr\u00fcheren F\u00e4higkeiten. F\u00fcr Piaget war kognitive Entwicklung das Ergebnis eines solchen Ineinandergreifens von Assimilation und Akkommodation (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 452).<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kognitive Entwicklung<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Piaget glaubte, dass die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Entwicklung<\/i><\/span> des Kindes \u00fcber eine Reihe von Stufen oder Stadien fortschreitet, von denen sich jede durch die Entwicklung neuer F\u00e4higkeiten und ein fortgeschritteneres Adaptionsniveau auszeichnet (Lefran\u00e7ois, 2006). Man nimmt an, dass alle Kinder die Stadien in dieser Reihenfolge durchlaufen; die Altersgrenzen k\u00f6nnen aber variieren.<\/p>\n<p>Stadien der kognitiven Entwicklung nach Piaget:<\/p>\n<table class=\"grid\" style=\"height: 273px; width: 1048px;\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"width: 251.967px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Stadium \/ Alter<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Typische Merkmale und wichtigste Errungenschaften<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th style=\"width: 251.967px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Sensumotorisch (0-2 Jahre)<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind verf\u00fcgt zu Beginn seines Lebens \u00fcber eine kleine Zahl an sensumotorischen Sequenzen. Das Kind erwirbt Objektpermanenz und die Anf\u00e4nge symbolischen Denkens.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th style=\"width: 251.967px\" rowspan=\"3\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Pr\u00e4operatorisch (2-7 Jahre)<\/strong><\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Denken des Kindes ist von Egozentrismus und Zentrierung gepr\u00e4gt. Das Kind besitzt verbesserte F\u00e4higkeiten zum Einsatz symbolischen Denkens.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Pr\u00e4konzeptuell (2-4 Jahre)<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Intuitiv (4-7 Jahre)<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th style=\"width: 251.967px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Konkret-operatorisch (7-11\/12 Jahre)<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind versteht das Invarianzprinzip. Das Kind kann in Bezug auf konkrete, physikalische Objekte schlussfolgernd denken.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th style=\"width: 251.967px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Formal-operatorisch (ab 11\/12 Jahren)<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: 767.1px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Das Kind entwickelt die F\u00e4higkeit zu abstrakten Schlussfolgerungen und hypothetischem Denken.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4>Das sensumotorische Stadium<\/h4>\n<p>Das sensumotorische Stadium dauert von der Geburt bis zum Alter von etwa zwei Jahren. Das Stadium wird so bezeichnet, weil die Kinder in dieser Zeit sensumotorisch auf die Welt reagieren, d. h. sie verstehen die Welt durch ihre Empfindungen und \u00fcber ihre Handlungen. Anf\u00e4nglich besteht das Verhalten des S\u00e4uglings haupts\u00e4chlich aus angeborenen Schemata wie Saugen, Betrachten, Greifen. Diese Schemata werden zu Sequenzen zusammengesetzt und verfeinert.<\/p>\n<p>Die wichtigste kognitive Funktion, die w\u00e4hrend dieser Zeit erworben wird, ist die Objektpermanenz (auch Objektkonstanz). Das Kind beginnt zu verstehen, dass Objekte auch unabh\u00e4ngig von seinem Bewusstsein oder seinen Handlungen existieren.<\/p>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel (siehe Abbildung): Ein sechs Monate altes Kind besch\u00e4ftigt sich mit einem Spielzeug, verliert aber schnell das Interesse, wenn ein Sichtschirm das Spielzeug aus dem Blickfeld des Kindes entfernt (aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_674\" aria-describedby=\"caption-attachment-674\" style=\"width: 556px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-674 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88.png\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88.png 556w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88-300x99.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88-65x22.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88-225x74.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-88-350x116.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-674\" class=\"wp-caption-text\">(c) Zimbardo &amp; Gerrig, 2008<\/figcaption><\/figure>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das pr\u00e4operatorische Stadium<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das pr\u00e4operatorische Stadium erstreckt sich ungef\u00e4hr vom zweiten bis zum siebten Lebensjahr. In dieser Zeit verbessert sich vor allem die F\u00e4higkeit zur<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">mentalen Repr\u00e4sentation<\/span><\/i> von nicht physikalisch vorhandenen Objekten und das Weltverst\u00e4ndnis. Auf der Stufe des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>pr\u00e4konzeptuellen Denkens<\/i><\/span> (2.-4. Lebensjahr) versteht das Kind noch nicht alle Eigenschaften von Klassen und kann noch nicht zwischen einzelnen Individuen derselben Klasse differenzieren (So ist z. B. der Samichlaus immer der Samichlaus, obschon er am gleichen Tag schon mehrmals gesehen wurde). Im 4. bis zum 7. Lebensjahr folgt das Stadium des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>intuitiven Denkens<\/i><\/span>. Die Entwicklung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Wahrnehmung<\/i> <\/span>und der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>mentalen Repr\u00e4sentation<\/i> <\/span>ist das wichtigste Merkmal dieser Zeitspanne.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Piaget glaubt, dass das Denken kleiner Kinder durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Egozentrismus<\/i> <\/span>gepr\u00e4gt ist, der Unf\u00e4higkeit, die Perspektive einer andern Person einzunehmen. Kinder in diesem Stadium unterliegen auch der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zentrierung<\/i><\/span>: sie neigen dazu, ihre Aufmerksamkeit auf die perzeptiv auff\u00e4lligen Merkmale eines Objekts zu fixieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<figure id=\"attachment_675\" aria-describedby=\"caption-attachment-675\" style=\"width: 239px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-675 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89.png 239w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89-65x63.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-89-225x219.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-675\" class=\"wp-caption-text\">(c) Zimbardo &amp; Gerrig, 2008<\/figcaption><\/figure>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das konkret-operatorische Stadium<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das konkret-operatorische Stadium dauert etwa vom siebten bis zum elften Lebensjahr. Es findet ein \u00dcbergang vom pr\u00e4operativen Denken zu einem st\u00e4rker <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>regelbasierten Denken<\/i> <\/span>statt. Konkrete Operationen erm\u00f6glichen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>mentale Handlungen<\/i><\/span>, also solche, die im Geist ausgef\u00fchrt werden, nicht physikalisch, und die zur Entwicklung des logischen Denkens f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Invarianzprinzip<\/i> <\/span>(oder das Prinzip der Erhaltung) bedeutet, dass die Kinder nun wissen, dass sich die physikalischen Eigenschaften von Objekten nicht \u00e4ndern, wenn nichts hinzugef\u00fcgt oder weggenommen wird, obwohl sich das Aussehen der Objekte \u00e4ndert.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<h5 class=\"textbox__content\">Beispiel: Piagets Demonstration des <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Invarianzprinzips<\/span><\/h5>\n<div class=\"textbox__content\">Wenn dieselbe Menge Limonade in zwei identische Gl\u00e4ser gegossen wird, geben f\u00fcnf und sieben Jahre alte Kinder an, beide Gl\u00e4ser enthielten dieselbe Menge. Wenn aber die Limonade aus einem breiten Glas in ein hohes, d\u00fcnnes Glas gegossen wird, unterscheiden sich ihre Meinungen. Die F\u00fcnfj\u00e4hrigen wissen, dass die Limonade im hohen Glas dieselbe Limonade wie zuvor ist, sagen aber, dass es jetzt mehr Limonade sei. Die Siebenj\u00e4hrigen stellen zutreffenderweise fest, dass es keinen Mengenunterschied gibt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">Der Begriff der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Invarianz<\/i> <\/span>in Piagets Theorie demonstriert logische Gesetze, die nun das Denken dominieren: <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reversibilit\u00e4t<\/span>, <\/i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Identit\u00e4t<\/i> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kompensation<\/i><\/span>.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reversibilit\u00e4t<\/i><\/span>: Ein Gedanke (eine mentale Handlung) ist dann <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">reversibel<\/span>, wenn das Kind erkennt, dass die Handlung umgekehrt werden kann und dass daraus bestimmte logische Konsequenzen folgen (Lefran\u00e7ois, 2006). (gem\u00e4ss Beispiel: \u00abwenn das Wasser aus dem hohen Glas zur\u00fcck in das urspr\u00fcngliche Glas geleert wird, sieht man, dass die Menge sich nicht ver\u00e4ndert haben kann\u00bb)<\/div>\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Identit\u00e4t<\/i><\/span>: Das Kind k\u00f6nnte auch folgern, dass die Menge der Limonade in den Gl\u00e4sern nicht ver\u00e4ndert wurde (weder etwas hinzugef\u00fcgt noch etwas weggenommen wurde), so dass immer noch dieselbe Menge Fl\u00fcssigkeit vorhanden sein muss. Das heisst, es gibt Operationen, die das Ergebnis unver\u00e4ndert lassen.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kompensation<\/i> <\/span>ist die dritte M\u00f6glichkeit des Schlussfolgerns: \u00abDas Glas ist h\u00f6her, aber d\u00fcnner, das gleicht sich aus\u00bb.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">(nach Lefran\u00e7ois, 2006)<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das formal-operatorische Stadium<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das formal-operatorische Stadium beginnt ungef\u00e4hr mit dem elften Lebensjahr. In diesem Stadium der kognitiven Entwicklung wird das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">abstrakte Denken<\/span> bestimmend. Die Adoleszenten sind nun in der Lage zu erkennen, dass ihre Realit\u00e4t nur eine von mehreren vorstellbaren Realit\u00e4ten ist, und sie fangen an, sich \u00fcber die Fragen der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Daseins Gedanken zu machen (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>formalen<\/i> <\/span>Operationen l\u00f6sen die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>konkreten<\/i> <\/span>Operationen ab. In der vorangegangenen Phase der konkreten Operationen wurden die logischen \u00dcberlegungen nur auf reale Objekte angewendet, also auf die konkrete Realit\u00e4t. Mit den formalen Operationen sind die Jugendlichen nun aber in der Lage, sich mit dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Hypothetischen<\/i> <\/span>auseinanderzusetzen und Probleme auf einer hypothetischen Ebene zu l\u00f6sen. Sie k\u00f6nnen logische Schlussfolgerungen ziehen, mental Variablen variieren und hypothetische Fragen stellen. Problemstellungen k\u00f6nnen systematisch abgearbeitet werden.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Ein weiteres Kennzeichen dieses Stadiums ist das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">hypothetisch-deduktive Denken<\/span>, wie es in der Logik beschrieben ist: Wenn zwei Annahmen wahr sind, muss auch die daraus abgeleitete Folgerung wahr sein (Inklusionsbeziehung):<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel:<\/div>\n<ul>\n<li class=\"textbox__content\">Erste Annahme (Pr\u00e4misse): <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Alle Menschen sind sterblich<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\n<li class=\"textbox__content\">Zweite Annahme (Pr\u00e4misse): <i>\u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sokrates ist ein Mensch<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\n<li class=\"textbox__content\">Daraus folgt die Schlussfolgerung (Konklusion):<i> \u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sokrates ist sterblich<\/span>\u00bb.<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zum Invarianzprinzip<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video zeigt ein Kind in einem Experiment zum Invarianzprinzip (Prinzip der Erhaltung). (Video mit Untertiteln versehen an der HfH)<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/33_Piaget_A-typical-child_konvertiert_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/33_Piaget_A-typical-child_konvertiert_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Piaget: Bezug zur P\u00e4dagogik<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Es sind vier grosse Kr\u00e4fte, die die kindliche Entwicklung und das Lernen formen (Lefran\u00e7ois, 2006, S. 221):<\/p>\n<p><em>Vier Kr\u00e4fte, die die Entwicklung des Kindes steuern (nach Lefran\u00e7ois, 2006):<\/em><\/p>\n<table class=\"grid\" style=\"height: 187px; width: auto;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 15px\" valign=\"top\">\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 98.1333px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Kraft<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 400.4px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Erkl\u00e4rung<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"height: 15px;width: 506.567px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Implikationen f\u00fcr die P\u00e4dagogik<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Equilibration<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Eine Tendenz zur Erhaltung des Gleichgewichts zwischen Assimilation und Akkommodation.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Kinder m\u00fcssen Aufgaben mit optimalem Schwierigkeitsgrad erhalten \u2014 nicht zu schwierig, so dass sie eine zu grosse Herausforderung darstellen, aber auch nicht so einfach, dass keine Akkommodation n\u00f6tig ist.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 31px\" valign=\"top\">\n<th style=\"height: 31px;width: 98.1333px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Reifung<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"height: 31px;width: 400.4px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Genetische Kr\u00e4fte, die \u2014 obwohl sie das Verhalten nicht determinieren \u2014 an dessen Entfaltung beteiligt sind.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"height: 31px;width: 506.567px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Zur Optimierung des Unterrichts m\u00fcssen Lehrer etwas dar\u00fcber wissen, wie Kinder denken und lernen \u2014 \u00fcber ihren Reifegrad und ihr Verst\u00e4ndnis.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Aktive Erfahrung<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Die Interaktion mit realen Objekten und Ereignissen erm\u00f6glicht es dem Individuum, Dinge zu entdecken und mentale Repr\u00e4sentationen der Welt zu konstruieren.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Hiermit wird ein konstruktivistisches Curriculum favorisiert, bei dem der Lernende aktiv am Prozess der Entdeckung und des Lernens beteiligt ist.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 47px\" valign=\"top\">\n<th style=\"height: 47px;width: 98.1333px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Soziale Interaktion<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<td style=\"height: 47px;width: 400.4px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Die Interaktion mit Menschen f\u00fchrt zur Entwicklung von Ideen \u00fcber Dinge, Menschen und das Selbst.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"height: 47px;width: 506.567px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Schulen sollten Gelegenheit zur Interaktion zwischen Lernenden und zwischen Lernenden und Lehren geben, sowohl im Unterrichtskontext als auch ausserhalb.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In Piagets Theorie ist ein Grossteil der kognitiven Entwicklung das Produkt von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reifungsprozessen<\/i> <\/span>im Kind: Die Umwelt hat nur einen sehr geringen Einfluss darauf, wie sich die kognitiven F\u00e4higkeiten eines Kindes im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern. Heutige Forscher haben jedoch damit begonnen, sich auf die Rolle <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialer Interaktionen<\/i><\/span> bei der kognitiven Entwicklung zu konzentrieren. Ein Grossteil dieser Forschung geht auf die Theorien des russischen Psychologen Lew Wygotski zur\u00fcck (siehe n\u00e4chstes Kapitel). Wygotski behauptete, Kinder w\u00fcrden sich durch einen <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Pr<\/span><span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">ozess der\u00a0<\/span><\/i><i style=\"font-size: 1em\">Internalisierung<\/i><span style=\"font-size: 1em;text-align: initial\">\u00a0entwickeln: Sie absorbieren Wissen aus ihrem sozialen Kontext, der einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der kognitiven Entwicklung hat. Die soziale Theorie, deren Wegbereiter Wygotski war, wurde durch kulturvergleichende Studien zur Entwicklung gest\u00fctzt (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/span><\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Universalit\u00e4t von Piagets Theorien?<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als Piagets Theorien anfangs die Aufmerksamkeit von Entwicklungsforschern erregten, waren viele daran interessiert, seine Aufgaben zu benutzen, um die kognitiven Errungenschaften von Kindern aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>unterschiedlichen Kulturen<\/i><\/span> zu untersuchen. Diese Untersuchungen stellten die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Universalit\u00e4t<\/i> <\/span>von Piagets Behauptungen in Frage, weil beispielsweise Menschen in vielen Kulturen keine Belege f\u00fcr formal-operatorisches Denken zeigten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Piaget selbst begann im Alter dar\u00fcber zu spekulieren, ob die spezifischen Errungenschaften, die er als formale Operationen beschrieben hatte, nicht vielleicht eher auf einer bestimmten Art von (zum Teil schulischer) Ausbildung in den Naturwissenschaften beruhen, die Kinder erhalten, als auf der Entfaltung von biologisch vorgegebenen Entwicklungsstufen (Louren\u00e7o &amp; Machado, 1996) (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"lew-wygotski\"><\/a>Lew Wygotski: soziokultureller Ansatz<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lew S. Wygotski<\/span> <\/i>(1896\u20131934) hat eine dezidiert <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>soziokulturelle Perspektive<\/i><\/span> in die Entwicklungspsychologie eingebracht. Seine Arbeiten gelten heute als wichtigster psychologischer Beitrag zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sozialkonstruktivismus<\/i><\/span>.\u2029 Die zentrale Annahme Wygotskis ist, dass psychische Prozesse einen sozialen Ursprung besitzen und jede psychische Funktion zun\u00e4chst eine soziale und \u00e4ussere war, bevor sie verinnerlicht wird. Wygotski spricht von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Internalisierung<\/i> <\/span>als einem fundamentalen Gesetz psychischer Entwicklung. Kinder absorbieren Wissen aus ihrem sozialen Kontext, der einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der kognitiven Entwicklung hat. Weil er schon den S\u00e4ugling \u00abmit seiner gesamten Lebensweise\u00bb auf die Kommunikation mit Erwachsenen ausgerichtet sieht, steht es f\u00fcr Wygotski ausser Frage, dass bereits die ersten Kontakte des Menschen mit der Realit\u00e4t <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>soziokulturell<\/i> <\/span>vermittelt sind.\u2029 F\u00fcr dieses Verst\u00e4ndnis von psychischer Entwicklung ist die Vermittlung \u00fcber psychische Werkzeuge wie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Sprache<\/i> <\/span>und andere Formen<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>sozialer Symbolik<\/i><\/span> von ausserordentlicher Bedeutung, und Wygotski sieht den Schl\u00fcssel f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis kognitiver Entwicklung in der Untersuchung der Begriffsentwicklung und Wortbedeutungen. Hierin und in der Auffassung von psychischer Entwicklung als einem diskontinuierlichen Prozess mit \u00dcberg\u00e4ngen zwischen altersspezifischen Denkformen bestehen deutliche Parallelen zwischen Wygotski und Piaget (nach Brandes, 2015).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Unterschied zu Piaget betont Wygotski, dass das kindliche Denken \u00abnicht vom Individuellen zum Sozialisierten, sondern vom Sozialen zum Individuellen\u00bb (Wygotski 1972, 44) verl\u00e4uft. In diesem Zusammenhang widerspricht er bezogen auf das Ph\u00e4nomen des \u00abegozentrischen Sprechens\u00bb der Interpretation Piagets, indem er es als \u00abvon Anfang an sozial\u00bb und im Sinne seiner <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Internalisierungshypothese<\/i><\/span> als \u00dcbergangsph\u00e4nomen zum inneren Sprechen versteht. Bezogen auf den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Beziehungsaspekt<\/i> <\/span>der Entwicklung ist Wygotskis Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zone des proximalen Wachstum<\/i>s<\/span> von besonderer Bedeutung: Dieser Begriff beschreibt gewissermassen das Potenzial des Kindes f\u00fcr die Entwicklung und bezieht sich auf den Zeitraum, in dem ein Kind die Dinge und Ph\u00e4nomene in einem interaktiven Zusammenhang optimal zu erfassen vermag (nach Brandes, 2015).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Quelle<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Brandes, Holger (2015). Entwicklung, soziokultureller Ansatz nach Wygotski. In M. A. Wirtz (Hrsg.), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Dorsch \u2013 <i>Lexikon der Psychologie<\/i><\/span><i>.<\/i> Abgerufen am 05.03.2015, von https:\/\/portal.hogrefe.com\/dorsch\/entwicklung-soziokultureller-ansatz-nach-wygotski\/<\/p>\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Internalisierung<\/b> <\/span>(auch Interiorisation): Nach Wygotski der Prozess, durch den Kinder Wissen aus dem sozialen Kontext absorbieren (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<div>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<h4 class=\"textbox__content\">Soziale und kulturelle Einfl\u00fcsse auf die kognitive Entwicklung<\/h4>\n<div class=\"textbox__content\">Wygotskis Konzept der Internalisierung ist hilfreich, um den Einfluss der Kultur auf die kognitive Entwicklung zu erkl\u00e4ren. Das Denken von Kindern entwickelt sich, um kulturell wertgesch\u00e4tzte Funktionen zu erf\u00fcllen (Serpell &amp; Boykin, 1994; Serpell, 2000). Piaget entwickelte beispielsweise Aufgaben, die seine eigenen Vorannahmen \u00fcber angemessene und wertvolle kognitive T\u00e4tigkeiten widerspiegelten. Andere Kulturen ziehen es vor, wenn ihre Kinder sich in anderer Weise auszeichnen. W\u00e4ren Piagets Kinder in Hinblick auf ihr Verst\u00e4ndnis der kognitiven Feinheiten des Webens bewertet worden, h\u00e4tte man im Vergleich zu den Kindern der Mayas aus Guatemala vermutlich angenommen, Piagets Kinder seien geistig zur\u00fcckgeblieben (Rogoff, 1990). Kulturvergleichende Studien haben recht oft gezeigt, dass die Art der Schulung eine grosse Rolle spielt, wenn es um die Leistung von Kindern in Piagets Aufgaben geht (Rogoff &amp; Chavajay, 1995). Psychologen m\u00fcssen diese Art von Ergebnissen nutzen, um die Rollen von Erbe und Umwelt bei der kognitiven Entwicklung voneinander zu trennenn(Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kognitivismus ist eine breite Richtung der heutigen Psychologie, die die Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt als Ausdruck eines kontinuierlichen Informationsaustausches betrachtet (Nolting &amp; Paulus, 2012). 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