{"id":246,"date":"2020-02-19T15:41:53","date_gmt":"2020-02-19T14:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=246"},"modified":"2024-09-26T09:24:03","modified_gmt":"2024-09-26T07:24:03","slug":"kognitive-verhaltenstherapie","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/kognitive-verhaltenstherapie\/","title":{"raw":"Kognitive Verhaltenstherapie","rendered":"Kognitive Verhaltenstherapie"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Verhaltenstherapie<\/i><\/span> hat sich seit den 1960er Jahren aus einer Gegenbewegung zum Behaviorismus entwickelt. Als Begr\u00fcnder kognitiver Therapien gelten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aaron T. Beck<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Albert Ellis<\/i><\/span>.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Mittelpunkt der kognitiven Therapieverfahren stehen Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und \u00dcberzeugungen. Die kognitiven Therapieverfahren gehen davon aus, dass unsere Denkprozesse bestimmen, wie wir uns f\u00fchlen und verhalten und auch wie wir k\u00f6rperlich reagieren. Schwerpunkte der Therapie sind:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bewusstmachung<\/i> <\/span>von Kognitionen<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcberpr\u00fcfung<\/i> <\/span>von Kognitionen und Schlussfolgerungen auf ihre Angemessenheit<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Korrektur<\/i> <\/span>von irrationalen Einstellungen<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transfer<\/i> <\/span>der korrigierten Einstellungen ins konkrete Verhalten<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDie kognitive Therapie stellt somit die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">aktive <i>Gestaltung des Wahrnehmungsprozesses<\/i><\/span> in den Vordergrund, weil die subjektive Sicht der Betroffenen \u00fcber das Verhalten entscheidet. Ist die Kognition inad\u00e4quat (z. B. durch selektive Wahrnehmung und Bewertung), ist auch die M\u00f6glichkeit beeintr\u00e4chtigt, Affekt und Verhalten zu korrigieren.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_636\" align=\"aligncenter\" width=\"444\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61.png\"><img class=\"wp-image-636 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61.png\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"296\" \/><\/a> (c) www.kinderundfamilientherapie.de\/[\/caption]\r\n\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h2>Probleml\u00f6sung und Selbstinstruktion<\/h2>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Probleml\u00f6sungstherapien<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein unangenessener Umgang mit Sachproblemen und schwierigen Lebenssituationen kann zu erheblichen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren. In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Probleml\u00f6sungstherapien<\/i> <\/span>geht es um den Erwerb allgemeiner Strategien f\u00fcr eine erfolgreiche Bew\u00e4ltigung problematischer Situationen (Kriz, 2007).<\/p>\r\nDer Probleml\u00f6sungsprozess wird in f\u00fcnf Phasen unterteilt:\r\n\r\n[caption id=\"attachment_637\" align=\"alignright\" width=\"150\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62.png\"><img class=\"wp-image-637 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"140\" \/><\/a> (c) ews.tu-dortmund.de[\/caption]\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Allgemeine Einstellung: Hier geht es darum, das Auftreten von Problemen als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">normal<\/span> anzusehen, eine differenzierte Wahrnehmung f\u00fcr solche Problemsituationen und eine positive Einstellung zur Bew\u00e4ltigung zu entwickeln.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Definieren und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Formulieren<\/i> <\/span>des Problems: Die einzelnen Elemente des Problems m\u00fcssen m\u00f6glichst klar erfasst, ggf. von einer abstrakten auf die konkrete Ebene \u00fcbertragen und hier reformuliert werden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Finden von Alternativen: Im Sinne des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Brainstormings<\/i> <\/span>sollten zuerst viele L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten gesammelt (und nicht durch vorzeitige Bewertungen bereits vor der weiteren Betrachtung eliminiert) werden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Entscheiden: Erst nach Phase (3) sollen alle Alternativen hinsichtlich der Kosten und des Nutzens sowie der Wahrscheinlichkeit der sich ergebenden Konsequenzen beurteilt werden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\u00dcberpr\u00fcfen: Nach der erfolgten Entscheidung und Handlung soll eine erneute Bewertung \u00fcber die Bew\u00e4ltigung des Problems durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Selbstinstruktion<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Ausgangspunkt der Methode der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstinstruktion<\/i> <\/span>ist die Erkenntnis, dass das menschliche Handeln und Erleben von einem selbstreflexiven inneren Dialog begleitet wird. Der Selbstinstruktionsansatz geht auf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Donald W. Meichenbaum<\/i><\/span> zur\u00fcck.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der innere Dialog bewertet die Ereignisse und Gedanken, und die Bewertung entscheidet dar\u00fcber, ob diese Ph\u00e4nomene als positive Verst\u00e4rker oder als Bestrafung wirken. Nicht das Ereignis selbst ist dann ein positiver oder aversiver Reiz, sondern dessen Bewertung (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Wenn man als Sch\u00fcler in der Pause ist und niemand spricht mit einem, so kann man sich sagen: \u00abWie furchtbar, niemand scheint an mir interessiert zu sein. Es ist peinlich, so gemieden zu werden. Niemand mag mich \u2014 das ist kaum zu ertragen\u00bb, oder man kann zu sich sagen: \u00abFein, endlich kann ich mich mal entspannen und dem Treiben zusehen. Es ist toll, so aus etwas Abstand meine Mitsch\u00fcler zu beobachten\u00bb (Kriz, 2007).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Meichenbaum unterteilt den Therapieprozess in <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>drei Phasen (Kriz, 2007)<\/i><\/span>:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Phase: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Begriffliche Strukturierung<\/i><\/span> des Problems. Das Problem des Klienten und das damit verbundene Begriffsschema werden er\u00f6rtert, der Therapeut f\u00fchrt eine Situationsanalyse durch, und der Behandlungsanfang wird geplant.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erprobung des Konzepts<\/i><\/span>: Der Therapeut hilft dem Patienten, die begriffliche Struktur des Problems (Schema) zu erforschen und auszuprobieren. Der Patient lernt, dass es nicht \u00e4ussere Ereignisse sind, sondern seine eigenen Gedanken und Bewertungen, die das Problem ausl\u00f6sen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Modifikation von Selbstaussagen und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Produktion neuer Verhaltensweisen<\/i><\/span>: Mit verschiedenen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, gekoppelt mit den Selbstinstruktionen, wird versucht, die Selbstaussagen und Verhaltensweisen zu \u00e4ndern.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Selbstinstruktion bei Kindern<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Bei \u00fcberaktiven und impulsiven Kindern soll das motorische Verhalten in drei Stufen unter verbale Kontrolle gebracht werden:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Zuerst soll das Sprechen anderer (meist Erwachsener) das Verhalten der Kinder leiten,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">dann soll das Kind selbst seine Pl\u00e4ne und Handlungen durch lautes Sprechen steuern,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">schliesslich soll dieses laute Sprechen durch ein inneres Sprechen abgel\u00f6st werden.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Selbstinstruktionstraining gilt als wirksame Intervention bei <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">St\u00f6rungen der Aufmerksamkeit und der Selbststeuerung<\/span> <\/i>(ADS, ADHS). Auch bei Angstst\u00f6rungen wird es mit Erfolg eingesetzt.<\/p>\r\n\r\n<h2><a id=\"kognitive-therapie-beck\"><\/a>Kognitive Therapie (Aaron T. Beck)<\/h2>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kognitive Schemata<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die kognitive Therapie geht auf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aaron T. Beck<\/i><\/span> (geb. 1921) zur\u00fcck und bezieht sich in erster Linie auf seine Theorie der\u00a0 Entstehung und Aufrechterhaltung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Depression<\/i><\/span>. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben aber \u00fcber die Depression hinaus viele kognitive Theorien beeinflusst.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_638\" align=\"alignright\" width=\"299\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63.png\"><img class=\"wp-image-638 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63.png\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"418\" \/><\/a> (c) members.aon.at\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Becks <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Theorie der Depression<\/i><\/span> enth\u00e4lt drei wesentliche Elemente als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser der Depression:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verzerrte Informationsverarbeitungsprozesse (auch als \u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denkfehler<\/span>\u00bb bezeichnet). Aufgrund in der Kindheit gelernter Schemata findet laut Beck eine fehlerhafte Informationsverarbeitung statt, die eindimensionale, invariable,\u00a0 verabsolutierende oder irreversible Annahmen trifft.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Negative Gedankeninhalte (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Negative kognitive Triade<\/i><\/span>): Diese Gedankeninhalte betreffen das Selbst, die Welt und die Zukunft. Der Patient hat ein negatives Selbstbild, aber auch die Umwelt und die Zukunft werden negativ beurteilt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Schemata<\/i><\/span>. Diese stammen aus vergangenen Erfahrungen und steuern unsere Informationsaufnahme und -verarbeitung.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kognitive Schemata und die negative kognitive Triade<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Schemata<\/i><\/span> ordnen und organisieren die Aufnahme und die Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt und wirken wie Filter, die selektiv bestimmte Aspekte unserer Erfahrung hervorheben oder unterdr\u00fccken, je nach Grund\u00fcberzeugungen des Individuums (Petermann et al., 2011). Gem\u00e4ss Beck ist das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denken <\/span>von Depressiven durch negative Schemata gekennzeichnet. Die Enstehung der Depression wird dabei vor allem durch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negative kognitive Triade<\/i><\/span> bestimmt; es handelt sich dabei um negative \u00dcberzeugungen einer Person \u00fcber sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>selbst<\/i><\/span>, \u00fcber die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Welt<\/i> <\/span>und \u00fcber die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zukunft<\/i><\/span> (siehe Beispiele in der Abbildung).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese \u00dcberzeugungen gehen so weit, dass die Betroffenen denken, sie seien unf\u00e4hig, erfolgreich und gl\u00fccklich zu sein. Sie neigen dazu, sich zu untersch\u00e4tzen und zu kritisieren. Viele Erfahrungen werden als Entt\u00e4uschungen und Niederlagen empfunden, und auch die Zukunftserwartung ist negativ gepr\u00e4gt.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die negativen \u00dcberzeugungen und Schemata werden durch spezifische Verzerrungen im Denken Depressiver aufrechterhalten, die als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denkfehler<\/i> <\/span>bezeichnet werden.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit dem Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Schemata<\/i><\/span> wird erkl\u00e4rt, warum ein depressiver Patient trotz objektiver Belege f\u00fcr positive Faktoren in seinem Leben seine schmerzverursachende und selbstverletzende Haltung beibeh\u00e4lt. Schemata sind hier stabile kognitive <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verarbeitungsmuster<\/i><\/span>, die sich in der Kindheit und Jugend herausgebildet haben. Sie k\u00f6nnen f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit inaktiv sein, aber durch bestimmte Umweltereignisse (z.B. Stresssituationen) reaktiviert werden.<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Typische Denkfehler depressiver Menschen<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beck identifizierte eine Reihe von Denkfehlern, die f\u00fcr die Depression charakteristisch sind und negative \u00dcberzeugungen aufrechterhalten, obwohl die realen Erfahrungen und rationale Bewertungen dagegen sprechen (nach Petermann et al., 2011; Beispiele aus Comer, 2008).<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Willk\u00fcrliches Schlussfolgern<\/b><\/span>: Folgerungen und Bewertungen ohne Erfahrungsgrundlage oder sichtbaren Beweis (oder sogar trotz gegenteiliger Erfahrungen).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Wenn beispielsweise ein Mann durch den Park geht und einer Frau begegnet, die auf die B\u00e4ume und Blumen in der N\u00e4he schaut, folgert er: \u00abSie vermeidet es, mich anzusehen\u00bb.<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_639\" align=\"aligncenter\" width=\"653\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64.png\"><img class=\"wp-image-639 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64.png\" alt=\"\" width=\"653\" height=\"125\" \/><\/a> (c) Comer, 2008[\/caption]<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Selektive Abstraktion<\/b><\/span>: \u00dcberbewertung oder Ignorieren von bestimmten Einzelfakten, unabh\u00e4ngig vom Kontext. Bestimmte Informationen werden auf Kosten anderer \u00fcberbewertet.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispielsweise tritt eine Komikerin in einem Variet\u00e9 vor einem Publikum auf, das bei allen ihren Witzen \u2014 bis auf einen \u2014 mitgeht, lacht und begeistert applaudiert. Sie versteift sich auf diesen einen Witz und folgert: \u00abHeute abend hab' ich's nicht gebracht.\u00bb<\/div>\r\n<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u00dcbergeneralisierung<\/b><\/span><b>: <\/b>\u00dcbertragung von Schlussfolgerungen aus einem Ereignis auf \u00e4hnliche oder schliesslich auch auf un\u00e4hnliche Ereignisse; eine Regel wird unterschiedslos auf \u00e4hnliche und un\u00e4hnliche Situationen angewendet.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispielsweise f\u00e4llt einem Sch\u00fcler im Geschichtsunterricht das Unterzeichnungsdatum der Magna Charta nicht ein, und er l\u00e4uft den Rest des Tages in der \u00dcberzeugung herum, er sei dumm.<\/div>\r\n<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Absolutistisches, dichotomes Denken<\/span>:<\/b> Erfahrungen werden in Alles oder Nichts-Kategorien bewertet (Schwarz-Weiss-Denken).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Zum Beispiel interpretiert jemand das Ausbleiben eines erwarteten Briefes als h\u00f6chst bedeutsam. Oder ein grosser beruflicher Erfolg wird als bedeutungslos angesehen.<\/div>\r\n<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Personalisierung<\/b><\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><b>:<\/b> \u00c4ussere Ereignisse werden ohne Evidenz auf die eigene Person bezogen.<\/span><\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Wenn beispielsweise das Sonntagspicknick wegen eines pl\u00f6tzlichen Unwetters verschoben wird, macht sich ein Vater Vorw\u00fcrfe, er habe seiner Familie den Spass verdorben, weil er diesen Tag ausgesucht hat. Oder eine Frau glaubt, sie sei schuld an der Scheidung ihrer Schwester, weil sie ihre seltenen Besuche und ihre fehlende Sensibilit\u00e4t irgendwie daf\u00fcr verantwortlich h\u00e4lt.<\/div>\r\n<\/div><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Maximieren<\/b> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Minimieren<\/b><\/span><b>:<\/b> Negative Ereignisse werden \u00fcberbewertet und positive Ereignisse unterbewertet.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Eine Sch\u00fclerin erh\u00e4lt beispielsweise eine Sechs in einer schwierigen Englischarbeit, folgert jedoch, dass sich in der Note eher die Grossz\u00fcgigkeit des Lehrers niederschl\u00e4gt als ihre eigene F\u00e4higkeit (Minimierung). Sp\u00e4ter in dieser Woche erk\u00e4ltet sich diese Sch\u00fclerin und vers\u00e4umt den Englischunterricht. Sie ist \u00fcberzeugt, dass sie das Vers\u00e4umte im Rest des Schuljahrs nicht mehr aufholen kann und durchfallen wird (Maximierung).<\/div>\r\n<\/div><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Automatische Gedanken<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Negative Gedanken k\u00f6nnen sich verselbst\u00e4ndigen und Erleben und Verhalten beeintr\u00e4chtigen. W\u00e4hrend wir uns im Alltag bewegen, gehen uns unz\u00e4hlige Gedanken durch den Kopf; manche tr\u00f6sten uns, andere beunruhigen uns. Beck hat diese unwillk\u00fcrlichen Kognitionen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatische Gedanken<\/i><\/span> genannt. Wenn der Strom der automatischen Gedanken einer Person \u00fcberwiegend <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negativ<\/i> <\/span>ist, muss nach Beck diese Person depressiv werden (Comer, 2008).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_640\" align=\"alignright\" width=\"220\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65.png\"><img class=\"wp-image-640 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65.png\" alt=\"Die Zeichnung zeigt einen schematischen Kopf aus dem ein Gewirr von unleserlichen W\u00f6rtern steigt. \" width=\"220\" height=\"192\" \/><\/a> (c) www.frauencoaching.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese spontan auftretenden oder durch Situationen ausgel\u00f6sten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatischen Gedanken<\/i><\/span> sind Teil der bereits erw\u00e4hnten kognitiven Schemata. Es handelt es sich dabei um Vorstellungen und Bewertungen, die unbewusst ablaufen und wenig Aufmerksamkeitskapazit\u00e4t beanspruchen, aber intensive Emotionen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Depressive Menschen erleben die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Triade<\/i><\/span> z. B. in Form einer ununterbrochenen Kette unangenehmer Gedanken. Damit werden sie immer wieder an ihre angebliche Unzul\u00e4nglichkeit und die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage erinnert. In kurzer Zeit k\u00f6nnen Hunderte solcher Gedanken depressive Menschen heimsuchen: \u00abIch bin wertlos. Ich werde es nie zu etwas bringen. Ich lasse alle im Stich. Alle hassen mich. Meine Pflichten wachsen mir \u00fcber den Kopf. Ich bin dumm. Alles ist schwierig f\u00fcr mich...\u00bb (Comer, 2008).<\/p>\r\n\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Das Modell der Depression nach Beck<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Modell zeigt schematisch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entstehung und die Aufrechterhaltung der Depression<\/i><\/span><i> <\/i>nach dem Modell von Beck.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_media_caption_MediaCaption\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_641\" align=\"aligncenter\" width=\"447\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66.png\"><img class=\"wp-image-641 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66.png\" alt=\"Das Flussdiagramm illustriert den Prozess Fr\u00fche Erfahrung zu Entwicklung dysfunktionaler Grund\u00fcberzeugungen zu Aktivierung dysfunktionaler Grund\u00fcberzeugung mit den weiteren Einflussfaktoren Kritische Lebensereignisse, Stress und Soziale Kompetenzdefizite zu Negative automatisch Gedanken was in Wechselwirkung steht mit R\u00fcckzug, Passivit\u00e4t, Niedergeschlagenheit, Somatische Symptome\" width=\"447\" height=\"292\" \/><\/a> (c) Petermann et al., 2011)[\/caption]\r\n\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nDas folgende <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Fallbeispiel<\/b> <\/span>einer depressiven Jugendlichen veranschaulicht die im Diagramm dargestellten Prozesse:\r\n\r\n<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Jennifer war in der Kindheit eher zur\u00fcckhaltend und sch\u00fcchtern. Sie hatte jedoch immer Freundinnen, mit denen sie sich gut verstand. Und sie interessierte sich sehr f\u00fcr Pferde, Musik und Gitarre. In der Schule war sie gewissenhaft und fleissig. Nach der Trennung ihrer Eltern und einem Umzug hat sie jedoch grosse Schwierigkeiten, in der neuen Schule Anschluss zu finden. Ihre beiden besten und einzigen Freundinnen begeistern sich mittlerweile f\u00fcr Mode, Disco und Jungen \u2014 Dinge, mit denen sie nicht viel anfangen kann. Jennifer f\u00fchlt sich von ihren Freundinnen gekr\u00e4nkt. Sie erlebt sich als unattraktiv und langweilig. Sie ist einsam, traurig, f\u00fchlt sich auch von der Mutter nicht verstanden. Immer h\u00e4ufiger zieht sie sich in ihr Zimmer zur\u00fcck. In der Schule kann sie sich nicht konzentrieren, fehlt wegen Bauch- oder Kopfschmerzen, und ihre Noten werden schlechter, obwohl sie sich weiter bem\u00fcht. Sie isst immer weniger. Abends kann sie nicht einschlafen und gr\u00fcbelt dar\u00fcber nach, warum in ihrem Leben alles schief l\u00e4uft. Sie denkt, dass sie nie wieder richtig gl\u00fccklich sein wird. Zwei Tage nach ihrem 16. Geburtstag versucht sie, sich mit den Schlaftabletten ihrer Mutter umzubringen. Sie hat nur einen einzigen Gedanken: Es ist alles ausweglos, und niemand versteht sie. <\/span>(Quelle: www.ptk-nrw.de\/)\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Der Teufelskreis der Depression<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>R\u00fcckf\u00e4lle<\/i> <\/span>bei Depression sind h\u00e4ufig und lassen sich oft nicht mit einem \u00e4usseren Lebensereignis erkl\u00e4ren. Teasdale (1988) geht in seinem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Differential Activation-Modell<\/i><\/span> davon aus, dass das Auftreten einer depressiven Episode die Vulnerabilit\u00e4t erh\u00f6ht. Die Assoziationen zwischen niedergeschlagener Stimmung, negativer Selbstbewertung und Ged\u00e4chtnis- und Wahrnehmungsprozessen werden intensiviert und das erneute Auftreten von depressiven Episoden wird in einem Teufelskreis beg\u00fcnstigt (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_Mob\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_643\" align=\"aligncenter\" width=\"448\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68.png\"><img class=\"wp-image-643 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68.png\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"326\" border=\"0\" \/><\/a> (c) Petermann et al., 2011[\/caption]\r\n\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kritik an Becks Theorie der Depression<\/h3>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n\r\nKritik an Becks kognitiver Theorie der Depression wurde von verschiedener Seite ge\u00fcbt:\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Beck postuliert, dass unrealistische Schemata und gest\u00f6rte Kognitionen die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ursache<\/i> <\/span>der Depression sind. Man k\u00f6nnte jedoch auch argumentieren, dass diese eher die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Folge<\/i> <\/span>von Depressionen sind als deren Ursache: In Phasen der Erholung verschwinden die dysfunktionalen Einstellungen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rationale Argumente<\/i><\/span> erweisen sich oft, trotz Einsicht des Klienten, als ineffektiv.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Depressives Denken ist zustandsabh\u00e4ngig.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Depressiver Realismus<\/span>:<\/i> Depressive haben oft bessere Einsch\u00e4tzungen als Nicht-Depressive dar\u00fcber, inwieweit sie Aufgaben bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen oder nicht (die Dysfunktionalit\u00e4t ist somit fraglich).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Panikst\u00f6rung, soziale Phobie<\/h2>\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Panikst\u00f6rung und Angstst\u00f6rung<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Erkl\u00e4rungsansatze f\u00fcr Panik- und Angstst\u00f6rungen postulieren, dass aufgrund fr\u00fcher negativer Erfahrungen dysfunktionale kognitive Schemata entstehen, die in der weiteren Entwicklung durch Belastungsfaktoren aktualisiert werden k\u00f6nnen (Petermann et al., 2011). Die dabei beteiligten kognitiven Schemata \u00e4ussern sich in negativen Grund\u00fcberzeugungen und in der unrealistischen Bewertung von Bedrohungsreizen- und situationen, die automatisiert ablaufen und deshalb der rationalen Einsch\u00e4tzung wenig zug\u00e4nglich sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_645\" align=\"alignright\" width=\"180\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69.png\"><img class=\"wp-image-645 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69.png\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"120\" \/><\/a> (c) www.spektrum.de\/[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Man geht davon aus, dass Betroffene aufgrund negativer Grund\u00fcberzeugungen gewisse K\u00f6rperempfindungen als lebensbedrohliche Gefahr interpretieren. Die positive R\u00fcckkoppelung zwischen Bewertung, Angst und k\u00f6rperlichen Empfindungen entwickelt sich im Sinne eines Teufelskreises zu einer Angstattacke. So werden z. B. Herzklopfen und Schwindel als Anzeichen eines Herzinfarkts interpretiert, daraus resultiert eine verst\u00e4rkte Angst, die das sympathische Nervensystem aktiviert. Dadurch werden die k\u00f6rperlichen Empfindungen verst\u00e4rkt, was als Beweis gilt, dass eine lebensgef\u00e4hrliche Attacke abl\u00e4uft, was wiederum die Angst verst\u00e4rkt usw. (nach Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiel: <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Typische Kognitionen und Sicherheitsverhalten von Patienten mit Panikst\u00f6rung<\/span><\/h4>\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Herzklopfen zeigt, dass mit meinem Herz etwas nicht in Ordnung ist und ich einen Herzinfarkt bekommen werde!<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Schwindel und die verschwommene Sicht sind eindeutig Symptome eines Hirntumors!<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Druck auf der Brust wird immer st\u00e4rker, ich werde ersticken!<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich f\u00fchle mich so komisch losgel\u00f6st von meinem K\u00f6rper, ich bin dabei verr\u00fcckt zu werden!<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">(aus Petermann et al., 2011)<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Automatische vs. strategische Verarbeitung<\/span><\/h4>\r\n(Petermann et al., 2011)\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Eine der Grundannahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Psychologie<\/i><\/span> ist, dass die Kapazit\u00e4ten zur Verarbeitung von Informationen begrenzt sind. Nach dem Modell von Shiffrin und Schneider (1977; Schneider &amp; Shiffrin, 1977) sind zwei Arten von Verarbeitungsprozessen zu unterscheiden:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Automatische Prozesse<\/i><\/span> beinhalten Operationen, die wenig Kapazit\u00e4t erfordern und deshalb parallel abgewickelt werden k\u00f6nnen. Der Ablauf ist unflexibel und stereotyp, nicht bewusst, und in der Regel schnell. Sie sind unvermeidbar, wenn bestimmte Hinweisreize auftreten, und sie sind f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Operationen in konstanten Stimulussituationen geeignet.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontrollierte Prozesse<\/i><\/span> beinhalten Operationen, die viel Aufmerksamkeitskapazit\u00e4t erfordern und deshalb nur seriell verlaufen k\u00f6nnen. Aufgrund der begrenzten Kapazit\u00e4t kann es bei gleichzeitigem Ablauf mehrerer Operationen zu Interferenzen kommen. Sie sind eher bewusst und stehen unter volitionaler Kontrolle. Kontrollierte Prozesse sind flexibel und deshalb in neuartigen Situationen sinnvoll.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Beck und Clark (1997) haben diese Unterscheidung in ihrem Modell der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatischen vs. kontrollierten (oder strategischen) Verarbeitungsprozesse<\/i><\/span> bei emotionalen St\u00f6rungen aufgegriffen. Am Beispiel von Angstst\u00f6rungen gehen sie von drei Phasen der Informationsverarbeitung aus, die durch kognitive Schemata gesteuert werden:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Phase der initialen Wahrnehmung<\/i> <i>von bedrohungsrelevanten Reizen<\/i><\/span><i>:<\/i> diese Prozesse sind sehr schnell und g\u00e4nzlich im automatischen Modus;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Phase der unmittelbaren Vorbereitung einer Bew\u00e4ltigungsreaktion (z. B. Flucht oder Kampf)<\/i><\/span>: teilweise automatisierte und nicht rationale Reaktionsmuster, die jedoch auch durch kontrollierte Prozesse wie die Bewertung von Bedrohungsreizen gesteuert werden k\u00f6nnen;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Phase der sekund\u00e4ren Aktivierung von st\u00e4rker elaborierten, rationalen Denkprozessen<\/span>:<\/i> hierzu w\u00e4ren die Bewertung eigener Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten, Metakognitionen (Gedanken \u00fcber Gedanken), Sorgen oder auch Sicherheitsverhalten zu z\u00e4hlen.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Der Wert eines solchen Konzeptes liegt darin, dass hieraus auch eine therapeutische Strategie abgeleitet werden kann; Ziel der kognitiven Behandlung ist es nach Beck, die fr\u00fchen automatischen Prozesse, insbesondere der zweiten Phase, zu deaktivieren und strategische Prozesse zu st\u00e4rken.<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<footer id=\"ilFooter\" class=\"ilFooter hidden-print\">\r\n<div class=\"container-fluid ilContainerWidth\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div class=\"ilFooterContainer form-inline\">\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Teufelskreis der Angst<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt beschreibt Prof. Dr. Guy Bodenmann den \u00abTeufelskreis der Angst\u00bb (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/29_BodenmannTeufelskreis.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/29_BodenmannTeufelskreis.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<div>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nDas <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>kognitive Modell der Panikst\u00f6rung<\/b><\/span> nach Clark (1986) zeigt einen ganz \u00e4hnlichen Aufbau (aus Petermann et al., 2011).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_646\" align=\"aligncenter\" width=\"447\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70.png\"><img class=\"wp-image-646 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70.png\" alt=\"Zirkul\u00e4rer Modell mit den Faktoren K\u00f6rperliche Empfindungen, Wahrnehmung, Fehlinterpretation als Gefahr, Angst, Physiologische Ver\u00e4nderungen. Der Prozess wird ausgel\u00f6st durch einen Ausl\u00f6ser und resultiert in Verhaltens\u00e4nderungen.\" width=\"447\" height=\"358\" \/><\/a> (c) Petermann et al., 2011[\/caption]\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Soziale Phobie und posttraumatische Belastungsst\u00f6rung<\/h3>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Soziale Phobie<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ganz \u00e4hnlich wie f\u00fcr die vorangegangenen Modelle werden auch f\u00fcr die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Phobien<\/i><\/span> negative kognitive Schemata, Fehl\u00fcberzeugungen und irrationale Ansichten verantwortlich gemacht. Clark und Wells (1995) machen daf\u00fcr vor allem drei Faktoren verantwortlich (Petermann et al., 2011):<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Exzessive Selbstaufmerksamkeit<\/span>:<\/i> Die eigene Anspannung wird stark wahrgenommen, w\u00e4hrend die tats\u00e4chlichen Reaktionen der andern weniger beachtet werden.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verzerrte Vorstellungen zum eigenen Erscheinungsbild<\/span>:<\/i> Das innere Bild des eigenen Aussehens und der Wirkung auf andere wird von Erinnerungen an Blamagen und Misserfolge verf\u00e4lscht.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sicherheitsverhalten<\/span>:<\/i> Die Vermeidungsmassnahmen zur Abschw\u00e4chung oder Abwendung der Blamage scheinen zwar zu wirken, bewirken aber gleichzeitig eine Zunahme der Angst und verst\u00e4rken die phobischen Abwehrmassnahmen.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beipiele:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\u00fcbertriebene Vorbereitung auf eine Situation (Pr\u00fcfung), um eine akzeptable Leistung zu zeigen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Versuche zur Reduktion von Angst (z. B. mit Hilfe von Alkohol),<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Versuche, negativer Bewertung vorzubeugen (z. B. Schwitzen durch Hitze entschuldigen).<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">(nach Petermann et al., 2011)<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">PTB: Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Personen mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung<\/i><\/span> (PTB) erleben dauerhaft sich immer wieder aufdr\u00e4ngende belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma (Bilder, Alptr\u00e4ume, Flashbacks). In der Folge werden Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Erinnerung vermieden, und die Betroffenen entwickeln Symptome von emotionaler Taubheit.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die St\u00f6rungen des Ged\u00e4chtnisses durch das Trauma k\u00f6nnen sich zu einem so genannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Furchtged\u00e4chtnis <\/span>entwickeln. Die Theorie des <i>Furchtged\u00e4chtnisses<\/i> geht davon aus, dass die Erinnerungen an das Trauma Informationen zu Stimuli, Reaktionen und Bedeutungen enthalten, die im assoziativen Netzwerk des Ged\u00e4chtnisses gespeichert sind (Petermann et al., 2011). Patienten mit PTB k\u00f6nnen dadurch fortlaufend eine Gefahr erleben, obschon die aktuelle Situation ungef\u00e4hrlich ist.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h5><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Welche kognitiven Faktoren tragen zur Entwicklung einer PTB bei?<\/span><\/h5>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Eine posttraumatische Belastungsst\u00f6rung ist nicht die einzige psychische St\u00f6rung, die nach traumatischen Erlebnissen auftreten kann. Sehr oft entwickeln die Betroffenen auch Depression oder Angstst\u00f6rungen. Ehring, Ehlers und Glucksman (2008) untersuchten die Frage, ob die in den unterschiedlichen kognitiven Modellen dieser psychischen St\u00f6rungen enthaltenen spezifischen Variablen auch vorhersagen k\u00f6nnen, welche Betroffenen welche St\u00f6rung entwickeln. Hierzu wurden 147 Personen, die in einem Verkehrsunfall Verletzungen davontrugen, zu f\u00fcnf Messzeitpunkten untersucht: am Unfalltag, nach zwei Wochen, sowie nach einem, zwei und sechs Monaten. Ausgehend von Metaanalysen und kognitiven Modellen zur Entwicklung von PTB, (Fahr-) Phobien und Depression wurden am Unfalltag potenzielle Pr\u00e4diktoren und zu den Nachbeobachtungsterminen die Diagnosen erfasst.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In multiplen Regressionsanalysen trugen die kognitiven Modellvariablen, zus\u00e4tzlich zu den initialen Symptomauspr\u00e4gungen, jeweils zur Vorhersage der Entwicklung der spezifischen St\u00f6rungen signifikant bei: Die Entwicklung von PTB wurde am besten durch PTB-typische Verarbeitungsprozesse w\u00e4hrend des Traumas, Desorganisation des Ged\u00e4chtnisses, negative Bewertung des Traumas und der Folgen, Sicherheitsverhalten, Gedankenunterdr\u00fcckung, Gr\u00fcbeln \u00fcber das Trauma und Dissoziationstendenzen vorhergesagt. F\u00fcr Depression wiederum waren die besten Pr\u00e4diktoren Selbstabwertung, depressives Gr\u00fcbeln, k\u00f6rperliche Probleme, belastende Lebensereignisse vor dem Unfall und geringe soziale Unterst\u00fctzung. Insgesamt kann man die Resultate als guten Beleg f\u00fcr die st\u00f6rungsspezifische Vorhersagevalidit\u00e4t kognitiver Modelle bei einer PTB und Depression werten (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Rational-Emotive Therapie (RET)<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_647\" align=\"alignright\" width=\"459\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71.png\"><img class=\"wp-image-647 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71.png\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"386\" \/><\/a> (c) Wikipedia[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die rational-emotive Therapie (RET) wurde von Albert Ellis (geboren 1913) ab den 1950er Jahren entwickelt. Wichtigstes Konzept dieser Therapieform sind die<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>dysfunktionalen Kognitionen<\/i><\/span> (auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>irrationale Ideen<\/i><\/span> genannt), die die Betroffenen in ihrem psychischen Wohlbefinden beeintr\u00e4chtigen und St\u00f6rungen des Verhaltens bewirken k\u00f6nnen (Kriz, 2007). Die \u00dcberzeugungen mancher Menschen sind weitgehend irrational und bringen sie deshalb zu Handlungen und Reaktionen, die unangemessen sind und ihre Chancen auf Gl\u00fcck und Erfolg beeintr\u00e4chtigen. Ellis nennt sie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>grundlegende irrationale \u00dcberzeugungen<\/i><\/span> (Comer, 2008).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ellis Verdienst liegt weniger in einer breiten theoretischen Fundierung seines Verfahrens, als vielmehr darin, mit der RET eine praktikable und effektive alternative Therapieform zwischen Psychoanalyse und behavioristischen Ans\u00e4tzen gefunden zu haben.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h3>Die folgende Beschreibung der RET stammt aus Kriz (2007):<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In der RET sind, wie bei der kognitiven Theorie von Beck, dysfunktionale Zuschreibungen von Bedeutungen zu bestimmten Ereignissen zentral. Im<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>A-B-C-Schema<\/i><\/span> geht es darum, die Psycho-Logik des Alltags zu hinterfragen, in der oft eine emotionale oder kognitive Reaktion als unmittelbare Folge (C, \u00abconsequence\u00bb) eines bestimmten Ereignisses (A, \u00abactivating event\u00bb) gesehen wird. Dabei \u00ab\u00fcberspringt\u00bb man jedoch den eigentlich relevanten Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Reaktion: das \u00abbelief system\u00bb (B).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>therapeutischen Praxis<\/i><\/span> der RET kommt nach dem A-B-C auch das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>D<\/i> (\u00abdebating\u00bb)<\/span>: das auch von der Geschicklichkeit des Therapeuten abh\u00e4ngige F\u00fchren eines \u00absokratischen Dialogs\u00bb. Dadurch soll es schliesslich zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Effekt (E)<\/i><\/span> kommen: zu einer Neuorientierung des Bewertungssystems des Patienten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Zun\u00e4chst vermittelt der Therapeut dem Klienten das A-B-C-Schema der RET. Danach werden die Problemsituationen (A) und die gef\u00fchls- und verhaltensm\u00e4ssigen Konsequenzen (C) des Klienten genau analysiert und differenziert, bevor es dann (u. a. mit Hilfe der genannten Grundkategorien) an die Aufdeckung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>irrationalen Ideen<\/i><\/span> gehen kann. Zuletzt werden ausser dem \u00abDisputieren, Debattieren, Diskriminieren und Definieren\u00bb (v. a. mit Hilfe des \u00absokratischen Dialogs\u00bb) rationale, behavioristische und kognitive RET-Techniken angewendet.<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Albert Ellis \u00fcber die RET<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt demonstriert Albert Ellis beispielhaft die Anwendung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Brief Rational-Emotive Therapy<\/span> (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/30_Albert_Ellis_Rational-Emotive-Therapy_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/30_Albert_Ellis_Rational-Emotive-Therapy_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie<\/h2>\r\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Modelle<\/i><\/span>gehen davon aus, dass zwei Faktoren zur Entwicklung abweichenden Verhaltens beitragen: (1) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dysfunktionale kognitive Schemata<\/i><\/span> als Verarbeitungsmuster, die zu st\u00f6rungsspezifischen Verzerrungen im Denken und zu emotionalen Symptomen beitragen, und (2) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>fehlerhafte Prozesse der Informationsverarbeitung<\/i><\/span>, insbesondere der Aufmerksamkeit, des Ged\u00e4chtnisses und der Interpretation von Erfahrungen (Petermann et al., 2011).<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die kognitive Verhaltenstherapie verbindet Methoden auf kognitiver und auf Verhaltensebene. Um eine Ver\u00e4nderung zu erreichen, werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Verfahren<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>verhaltensorientierte Verfahren<\/i><\/span> eingesetzt.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensorientierte Verfahren<\/i><\/span> dienen dazu, den Klienten zu aktivieren und seine affektiven St\u00f6rungen in den Griff zu bekommen. Die \u00c4nderung des Verhaltens f\u00fchrt zu positiven Emotionen, die wiederum zu ver\u00e4nderten Kognitionen f\u00fchren.<\/div>\r\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitionsorientierte Verfahren<\/i><\/span> haben zum Ziel, eine langfristige kognitive Umstrukturierung zu erreichen: negative Kognitionen sollen durch rationalere ersetzt werden, was zu aktiverem, kompetenterem Verhalten f\u00fchren soll.<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Kognitive Umstrukturierung<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt beschreibt Prof. Dr. Guy Bodenmann Techniken der kognitiven Umstrukturierung, wie sie in der Verhaltenstherapie angewendet werden (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31_BodenmannUmstrukt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31_BodenmannUmstrukt.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bez\u00fcge zur Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">\r\n\r\nKognitive Modelle werden in der der Heilp\u00e4dagogik vor allem in Form von Verhaltenstrainings eingesetzt, wie sie oben im Kapitel zur sozial-kognitiven Lerntheorie beschrieben werden: <a id=\"il__pg_30018_30043_1\" class=\"ilc_link_IntLink\" href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/sozial-kognitive-lerntheorie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verhaltenstraining zu sozial-kognitiven Kompetenzen<\/a>\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Literatur<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann, Franz, Natzke, Heike, Gerken, Nicole &amp; Walter, Hans-J\u00f6rg. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger<\/i>. Ein <i>Programm zur F\u00f6rderung sozialer und emotionaler Kompetenzen<\/i><\/span> (2. Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/footer><\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Verhaltenstherapie<\/i><\/span> hat sich seit den 1960er Jahren aus einer Gegenbewegung zum Behaviorismus entwickelt. Als Begr\u00fcnder kognitiver Therapien gelten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aaron T. Beck<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Albert Ellis<\/i><\/span>.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im Mittelpunkt der kognitiven Therapieverfahren stehen Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und \u00dcberzeugungen. Die kognitiven Therapieverfahren gehen davon aus, dass unsere Denkprozesse bestimmen, wie wir uns f\u00fchlen und verhalten und auch wie wir k\u00f6rperlich reagieren. Schwerpunkte der Therapie sind:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bewusstmachung<\/i> <\/span>von Kognitionen<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>\u00dcberpr\u00fcfung<\/i> <\/span>von Kognitionen und Schlussfolgerungen auf ihre Angemessenheit<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Korrektur<\/i> <\/span>von irrationalen Einstellungen<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Transfer<\/i> <\/span>der korrigierten Einstellungen ins konkrete Verhalten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die kognitive Therapie stellt somit die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">aktive <i>Gestaltung des Wahrnehmungsprozesses<\/i><\/span> in den Vordergrund, weil die subjektive Sicht der Betroffenen \u00fcber das Verhalten entscheidet. Ist die Kognition inad\u00e4quat (z. B. durch selektive Wahrnehmung und Bewertung), ist auch die M\u00f6glichkeit beeintr\u00e4chtigt, Affekt und Verhalten zu korrigieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_636\" aria-describedby=\"caption-attachment-636\" style=\"width: 444px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-636 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61.png\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"296\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61.png 444w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61-300x200.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61-65x43.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61-225x150.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-61-350x233.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-636\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.kinderundfamilientherapie.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h2>Probleml\u00f6sung und Selbstinstruktion<\/h2>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Probleml\u00f6sungstherapien<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ein unangenessener Umgang mit Sachproblemen und schwierigen Lebenssituationen kann zu erheblichen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren. In <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Probleml\u00f6sungstherapien<\/i> <\/span>geht es um den Erwerb allgemeiner Strategien f\u00fcr eine erfolgreiche Bew\u00e4ltigung problematischer Situationen (Kriz, 2007).<\/p>\n<p>Der Probleml\u00f6sungsprozess wird in f\u00fcnf Phasen unterteilt:<\/p>\n<figure id=\"attachment_637\" aria-describedby=\"caption-attachment-637\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-637 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62.png 150w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-62-65x61.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-637\" class=\"wp-caption-text\">(c) ews.tu-dortmund.de<\/figcaption><\/figure>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Allgemeine Einstellung: Hier geht es darum, das Auftreten von Problemen als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">normal<\/span> anzusehen, eine differenzierte Wahrnehmung f\u00fcr solche Problemsituationen und eine positive Einstellung zur Bew\u00e4ltigung zu entwickeln.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Definieren und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Formulieren<\/i> <\/span>des Problems: Die einzelnen Elemente des Problems m\u00fcssen m\u00f6glichst klar erfasst, ggf. von einer abstrakten auf die konkrete Ebene \u00fcbertragen und hier reformuliert werden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Finden von Alternativen: Im Sinne des <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Brainstormings<\/i> <\/span>sollten zuerst viele L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten gesammelt (und nicht durch vorzeitige Bewertungen bereits vor der weiteren Betrachtung eliminiert) werden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Entscheiden: Erst nach Phase (3) sollen alle Alternativen hinsichtlich der Kosten und des Nutzens sowie der Wahrscheinlichkeit der sich ergebenden Konsequenzen beurteilt werden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\u00dcberpr\u00fcfen: Nach der erfolgten Entscheidung und Handlung soll eine erneute Bewertung \u00fcber die Bew\u00e4ltigung des Problems durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Selbstinstruktion<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Ausgangspunkt der Methode der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstinstruktion<\/i> <\/span>ist die Erkenntnis, dass das menschliche Handeln und Erleben von einem selbstreflexiven inneren Dialog begleitet wird. Der Selbstinstruktionsansatz geht auf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Donald W. Meichenbaum<\/i><\/span> zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der innere Dialog bewertet die Ereignisse und Gedanken, und die Bewertung entscheidet dar\u00fcber, ob diese Ph\u00e4nomene als positive Verst\u00e4rker oder als Bestrafung wirken. Nicht das Ereignis selbst ist dann ein positiver oder aversiver Reiz, sondern dessen Bewertung (Kriz, 2007).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Wenn man als Sch\u00fcler in der Pause ist und niemand spricht mit einem, so kann man sich sagen: \u00abWie furchtbar, niemand scheint an mir interessiert zu sein. Es ist peinlich, so gemieden zu werden. Niemand mag mich \u2014 das ist kaum zu ertragen\u00bb, oder man kann zu sich sagen: \u00abFein, endlich kann ich mich mal entspannen und dem Treiben zusehen. Es ist toll, so aus etwas Abstand meine Mitsch\u00fcler zu beobachten\u00bb (Kriz, 2007).<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Meichenbaum unterteilt den Therapieprozess in <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>drei Phasen (Kriz, 2007)<\/i><\/span>:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Phase: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Begriffliche Strukturierung<\/i><\/span> des Problems. Das Problem des Klienten und das damit verbundene Begriffsschema werden er\u00f6rtert, der Therapeut f\u00fchrt eine Situationsanalyse durch, und der Behandlungsanfang wird geplant.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erprobung des Konzepts<\/i><\/span>: Der Therapeut hilft dem Patienten, die begriffliche Struktur des Problems (Schema) zu erforschen und auszuprobieren. Der Patient lernt, dass es nicht \u00e4ussere Ereignisse sind, sondern seine eigenen Gedanken und Bewertungen, die das Problem ausl\u00f6sen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Modifikation von Selbstaussagen und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Produktion neuer Verhaltensweisen<\/i><\/span>: Mit verschiedenen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, gekoppelt mit den Selbstinstruktionen, wird versucht, die Selbstaussagen und Verhaltensweisen zu \u00e4ndern.<\/li>\n<\/ol>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Selbstinstruktion bei Kindern<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Bei \u00fcberaktiven und impulsiven Kindern soll das motorische Verhalten in drei Stufen unter verbale Kontrolle gebracht werden:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Zuerst soll das Sprechen anderer (meist Erwachsener) das Verhalten der Kinder leiten,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">dann soll das Kind selbst seine Pl\u00e4ne und Handlungen durch lautes Sprechen steuern,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">schliesslich soll dieses laute Sprechen durch ein inneres Sprechen abgel\u00f6st werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Selbstinstruktionstraining gilt als wirksame Intervention bei <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">St\u00f6rungen der Aufmerksamkeit und der Selbststeuerung<\/span> <\/i>(ADS, ADHS). Auch bei Angstst\u00f6rungen wird es mit Erfolg eingesetzt.<\/p>\n<h2><a id=\"kognitive-therapie-beck\"><\/a>Kognitive Therapie (Aaron T. Beck)<\/h2>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kognitive Schemata<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die kognitive Therapie geht auf <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Aaron T. Beck<\/i><\/span> (geb. 1921) zur\u00fcck und bezieht sich in erster Linie auf seine Theorie der\u00a0 Entstehung und Aufrechterhaltung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Depression<\/i><\/span>. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse haben aber \u00fcber die Depression hinaus viele kognitive Theorien beeinflusst.<\/p>\n<figure id=\"attachment_638\" aria-describedby=\"caption-attachment-638\" style=\"width: 299px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-638 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63.png\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"418\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63.png 299w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63-215x300.png 215w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63-65x91.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-63-225x315.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-638\" class=\"wp-caption-text\">(c) members.aon.at\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Becks <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Theorie der Depression<\/i><\/span> enth\u00e4lt drei wesentliche Elemente als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser der Depression:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Verzerrte Informationsverarbeitungsprozesse (auch als \u00ab<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denkfehler<\/span>\u00bb bezeichnet). Aufgrund in der Kindheit gelernter Schemata findet laut Beck eine fehlerhafte Informationsverarbeitung statt, die eindimensionale, invariable,\u00a0 verabsolutierende oder irreversible Annahmen trifft.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Negative Gedankeninhalte (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Negative kognitive Triade<\/i><\/span>): Diese Gedankeninhalte betreffen das Selbst, die Welt und die Zukunft. Der Patient hat ein negatives Selbstbild, aber auch die Umwelt und die Zukunft werden negativ beurteilt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Schemata<\/i><\/span>. Diese stammen aus vergangenen Erfahrungen und steuern unsere Informationsaufnahme und -verarbeitung.<\/li>\n<\/ol>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kognitive Schemata und die negative kognitive Triade<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Schemata<\/i><\/span> ordnen und organisieren die Aufnahme und die Verarbeitung von Informationen aus der Umwelt und wirken wie Filter, die selektiv bestimmte Aspekte unserer Erfahrung hervorheben oder unterdr\u00fccken, je nach Grund\u00fcberzeugungen des Individuums (Petermann et al., 2011). Gem\u00e4ss Beck ist das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Denken <\/span>von Depressiven durch negative Schemata gekennzeichnet. Die Enstehung der Depression wird dabei vor allem durch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negative kognitive Triade<\/i><\/span> bestimmt; es handelt sich dabei um negative \u00dcberzeugungen einer Person \u00fcber sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>selbst<\/i><\/span>, \u00fcber die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Welt<\/i> <\/span>und \u00fcber die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Zukunft<\/i><\/span> (siehe Beispiele in der Abbildung).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese \u00dcberzeugungen gehen so weit, dass die Betroffenen denken, sie seien unf\u00e4hig, erfolgreich und gl\u00fccklich zu sein. Sie neigen dazu, sich zu untersch\u00e4tzen und zu kritisieren. Viele Erfahrungen werden als Entt\u00e4uschungen und Niederlagen empfunden, und auch die Zukunftserwartung ist negativ gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die negativen \u00dcberzeugungen und Schemata werden durch spezifische Verzerrungen im Denken Depressiver aufrechterhalten, die als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Denkfehler<\/i> <\/span>bezeichnet werden.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit dem Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Schemata<\/i><\/span> wird erkl\u00e4rt, warum ein depressiver Patient trotz objektiver Belege f\u00fcr positive Faktoren in seinem Leben seine schmerzverursachende und selbstverletzende Haltung beibeh\u00e4lt. Schemata sind hier stabile kognitive <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verarbeitungsmuster<\/i><\/span>, die sich in der Kindheit und Jugend herausgebildet haben. Sie k\u00f6nnen f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit inaktiv sein, aber durch bestimmte Umweltereignisse (z.B. Stresssituationen) reaktiviert werden.<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Typische Denkfehler depressiver Menschen<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beck identifizierte eine Reihe von Denkfehlern, die f\u00fcr die Depression charakteristisch sind und negative \u00dcberzeugungen aufrechterhalten, obwohl die realen Erfahrungen und rationale Bewertungen dagegen sprechen (nach Petermann et al., 2011; Beispiele aus Comer, 2008).<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Willk\u00fcrliches Schlussfolgern<\/b><\/span>: Folgerungen und Bewertungen ohne Erfahrungsgrundlage oder sichtbaren Beweis (oder sogar trotz gegenteiliger Erfahrungen).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Wenn beispielsweise ein Mann durch den Park geht und einer Frau begegnet, die auf die B\u00e4ume und Blumen in der N\u00e4he schaut, folgert er: \u00abSie vermeidet es, mich anzusehen\u00bb.<\/div>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_639\" aria-describedby=\"caption-attachment-639\" style=\"width: 653px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-639 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64.png\" alt=\"\" width=\"653\" height=\"125\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64.png 653w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64-300x57.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64-65x12.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64-225x43.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-64-350x67.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-639\" class=\"wp-caption-text\">(c) Comer, 2008<\/figcaption><\/figure>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Selektive Abstraktion<\/b><\/span>: \u00dcberbewertung oder Ignorieren von bestimmten Einzelfakten, unabh\u00e4ngig vom Kontext. Bestimmte Informationen werden auf Kosten anderer \u00fcberbewertet.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispielsweise tritt eine Komikerin in einem Variet\u00e9 vor einem Publikum auf, das bei allen ihren Witzen \u2014 bis auf einen \u2014 mitgeht, lacht und begeistert applaudiert. Sie versteift sich auf diesen einen Witz und folgert: \u00abHeute abend hab&#8216; ich&#8217;s nicht gebracht.\u00bb<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u00dcbergeneralisierung<\/b><\/span><b>: <\/b>\u00dcbertragung von Schlussfolgerungen aus einem Ereignis auf \u00e4hnliche oder schliesslich auch auf un\u00e4hnliche Ereignisse; eine Regel wird unterschiedslos auf \u00e4hnliche und un\u00e4hnliche Situationen angewendet.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispielsweise f\u00e4llt einem Sch\u00fcler im Geschichtsunterricht das Unterzeichnungsdatum der Magna Charta nicht ein, und er l\u00e4uft den Rest des Tages in der \u00dcberzeugung herum, er sei dumm.<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Absolutistisches, dichotomes Denken<\/span>:<\/b> Erfahrungen werden in Alles oder Nichts-Kategorien bewertet (Schwarz-Weiss-Denken).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Zum Beispiel interpretiert jemand das Ausbleiben eines erwarteten Briefes als h\u00f6chst bedeutsam. Oder ein grosser beruflicher Erfolg wird als bedeutungslos angesehen.<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Personalisierung<\/b><\/span><span style=\"text-align: initial;font-size: 1em\"><b>:<\/b> \u00c4ussere Ereignisse werden ohne Evidenz auf die eigene Person bezogen.<\/span><\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Wenn beispielsweise das Sonntagspicknick wegen eines pl\u00f6tzlichen Unwetters verschoben wird, macht sich ein Vater Vorw\u00fcrfe, er habe seiner Familie den Spass verdorben, weil er diesen Tag ausgesucht hat. Oder eine Frau glaubt, sie sei schuld an der Scheidung ihrer Schwester, weil sie ihre seltenen Besuche und ihre fehlende Sensibilit\u00e4t irgendwie daf\u00fcr verantwortlich h\u00e4lt.<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Maximieren<\/b> <\/span>und <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Minimieren<\/b><\/span><b>:<\/b> Negative Ereignisse werden \u00fcberbewertet und positive Ereignisse unterbewertet.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Eine Sch\u00fclerin erh\u00e4lt beispielsweise eine Sechs in einer schwierigen Englischarbeit, folgert jedoch, dass sich in der Note eher die Grossz\u00fcgigkeit des Lehrers niederschl\u00e4gt als ihre eigene F\u00e4higkeit (Minimierung). Sp\u00e4ter in dieser Woche erk\u00e4ltet sich diese Sch\u00fclerin und vers\u00e4umt den Englischunterricht. Sie ist \u00fcberzeugt, dass sie das Vers\u00e4umte im Rest des Schuljahrs nicht mehr aufholen kann und durchfallen wird (Maximierung).<\/div>\n<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Automatische Gedanken<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Negative Gedanken k\u00f6nnen sich verselbst\u00e4ndigen und Erleben und Verhalten beeintr\u00e4chtigen. W\u00e4hrend wir uns im Alltag bewegen, gehen uns unz\u00e4hlige Gedanken durch den Kopf; manche tr\u00f6sten uns, andere beunruhigen uns. Beck hat diese unwillk\u00fcrlichen Kognitionen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatische Gedanken<\/i><\/span> genannt. Wenn der Strom der automatischen Gedanken einer Person \u00fcberwiegend <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negativ<\/i> <\/span>ist, muss nach Beck diese Person depressiv werden (Comer, 2008).<\/p>\n<figure id=\"attachment_640\" aria-describedby=\"caption-attachment-640\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-640 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65.png\" alt=\"Die Zeichnung zeigt einen schematischen Kopf aus dem ein Gewirr von unleserlichen W\u00f6rtern steigt.\" width=\"220\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65.png 220w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-65-65x57.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-640\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.frauencoaching.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Diese spontan auftretenden oder durch Situationen ausgel\u00f6sten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatischen Gedanken<\/i><\/span> sind Teil der bereits erw\u00e4hnten kognitiven Schemata. Es handelt es sich dabei um Vorstellungen und Bewertungen, die unbewusst ablaufen und wenig Aufmerksamkeitskapazit\u00e4t beanspruchen, aber intensive Emotionen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Depressive Menschen erleben die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Triade<\/i><\/span> z. B. in Form einer ununterbrochenen Kette unangenehmer Gedanken. Damit werden sie immer wieder an ihre angebliche Unzul\u00e4nglichkeit und die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage erinnert. In kurzer Zeit k\u00f6nnen Hunderte solcher Gedanken depressive Menschen heimsuchen: \u00abIch bin wertlos. Ich werde es nie zu etwas bringen. Ich lasse alle im Stich. Alle hassen mich. Meine Pflichten wachsen mir \u00fcber den Kopf. Ich bin dumm. Alles ist schwierig f\u00fcr mich&#8230;\u00bb (Comer, 2008).<\/p>\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Das Modell der Depression nach Beck<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Modell zeigt schematisch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Entstehung und die Aufrechterhaltung der Depression<\/i><\/span><i> <\/i>nach dem Modell von Beck.<\/p>\n<div class=\"ilc_media_caption_MediaCaption\">\n<figure id=\"attachment_641\" aria-describedby=\"caption-attachment-641\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-641 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66.png\" alt=\"Das Flussdiagramm illustriert den Prozess Fr\u00fche Erfahrung zu Entwicklung dysfunktionaler Grund\u00fcberzeugungen zu Aktivierung dysfunktionaler Grund\u00fcberzeugung mit den weiteren Einflussfaktoren Kritische Lebensereignisse, Stress und Soziale Kompetenzdefizite zu Negative automatisch Gedanken was in Wechselwirkung steht mit R\u00fcckzug, Passivit\u00e4t, Niedergeschlagenheit, Somatische Symptome\" width=\"447\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66.png 447w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66-300x196.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66-65x42.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66-225x147.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-66-350x229.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-641\" class=\"wp-caption-text\">(c) Petermann et al., 2011)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Das folgende <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Fallbeispiel<\/b> <\/span>einer depressiven Jugendlichen veranschaulicht die im Diagramm dargestellten Prozesse:<\/p>\n<p><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Jennifer war in der Kindheit eher zur\u00fcckhaltend und sch\u00fcchtern. Sie hatte jedoch immer Freundinnen, mit denen sie sich gut verstand. Und sie interessierte sich sehr f\u00fcr Pferde, Musik und Gitarre. In der Schule war sie gewissenhaft und fleissig. Nach der Trennung ihrer Eltern und einem Umzug hat sie jedoch grosse Schwierigkeiten, in der neuen Schule Anschluss zu finden. Ihre beiden besten und einzigen Freundinnen begeistern sich mittlerweile f\u00fcr Mode, Disco und Jungen \u2014 Dinge, mit denen sie nicht viel anfangen kann. Jennifer f\u00fchlt sich von ihren Freundinnen gekr\u00e4nkt. Sie erlebt sich als unattraktiv und langweilig. Sie ist einsam, traurig, f\u00fchlt sich auch von der Mutter nicht verstanden. Immer h\u00e4ufiger zieht sie sich in ihr Zimmer zur\u00fcck. In der Schule kann sie sich nicht konzentrieren, fehlt wegen Bauch- oder Kopfschmerzen, und ihre Noten werden schlechter, obwohl sie sich weiter bem\u00fcht. Sie isst immer weniger. Abends kann sie nicht einschlafen und gr\u00fcbelt dar\u00fcber nach, warum in ihrem Leben alles schief l\u00e4uft. Sie denkt, dass sie nie wieder richtig gl\u00fccklich sein wird. Zwei Tage nach ihrem 16. Geburtstag versucht sie, sich mit den Schlaftabletten ihrer Mutter umzubringen. Sie hat nur einen einzigen Gedanken: Es ist alles ausweglos, und niemand versteht sie. <\/span>(Quelle: www.ptk-nrw.de\/)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Der Teufelskreis der Depression<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>R\u00fcckf\u00e4lle<\/i> <\/span>bei Depression sind h\u00e4ufig und lassen sich oft nicht mit einem \u00e4usseren Lebensereignis erkl\u00e4ren. Teasdale (1988) geht in seinem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Differential Activation-Modell<\/i><\/span> davon aus, dass das Auftreten einer depressiven Episode die Vulnerabilit\u00e4t erh\u00f6ht. Die Assoziationen zwischen niedergeschlagener Stimmung, negativer Selbstbewertung und Ged\u00e4chtnis- und Wahrnehmungsprozessen werden intensiviert und das erneute Auftreten von depressiven Episoden wird in einem Teufelskreis beg\u00fcnstigt (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<div class=\"ilc_Mob\">\n<figure id=\"attachment_643\" aria-describedby=\"caption-attachment-643\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-643 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68.png\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"326\" border=\"0\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68.png 448w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68-300x218.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68-65x47.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68-225x164.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-68-350x255.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-643\" class=\"wp-caption-text\">(c) Petermann et al., 2011<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Kritik an Becks Theorie der Depression<\/h3>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<p>Kritik an Becks kognitiver Theorie der Depression wurde von verschiedener Seite ge\u00fcbt:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Beck postuliert, dass unrealistische Schemata und gest\u00f6rte Kognitionen die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Ursache<\/i> <\/span>der Depression sind. Man k\u00f6nnte jedoch auch argumentieren, dass diese eher die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Folge<\/i> <\/span>von Depressionen sind als deren Ursache: In Phasen der Erholung verschwinden die dysfunktionalen Einstellungen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Rationale Argumente<\/i><\/span> erweisen sich oft, trotz Einsicht des Klienten, als ineffektiv.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Depressives Denken ist zustandsabh\u00e4ngig.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Depressiver Realismus<\/span>:<\/i> Depressive haben oft bessere Einsch\u00e4tzungen als Nicht-Depressive dar\u00fcber, inwieweit sie Aufgaben bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen oder nicht (die Dysfunktionalit\u00e4t ist somit fraglich).<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Panikst\u00f6rung, soziale Phobie<\/h2>\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Panikst\u00f6rung und Angstst\u00f6rung<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kognitive Erkl\u00e4rungsansatze f\u00fcr Panik- und Angstst\u00f6rungen postulieren, dass aufgrund fr\u00fcher negativer Erfahrungen dysfunktionale kognitive Schemata entstehen, die in der weiteren Entwicklung durch Belastungsfaktoren aktualisiert werden k\u00f6nnen (Petermann et al., 2011). Die dabei beteiligten kognitiven Schemata \u00e4ussern sich in negativen Grund\u00fcberzeugungen und in der unrealistischen Bewertung von Bedrohungsreizen- und situationen, die automatisiert ablaufen und deshalb der rationalen Einsch\u00e4tzung wenig zug\u00e4nglich sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_645\" aria-describedby=\"caption-attachment-645\" style=\"width: 180px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-645 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69.png\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69.png 180w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-69-65x43.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-645\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.spektrum.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Man geht davon aus, dass Betroffene aufgrund negativer Grund\u00fcberzeugungen gewisse K\u00f6rperempfindungen als lebensbedrohliche Gefahr interpretieren. Die positive R\u00fcckkoppelung zwischen Bewertung, Angst und k\u00f6rperlichen Empfindungen entwickelt sich im Sinne eines Teufelskreises zu einer Angstattacke. So werden z. B. Herzklopfen und Schwindel als Anzeichen eines Herzinfarkts interpretiert, daraus resultiert eine verst\u00e4rkte Angst, die das sympathische Nervensystem aktiviert. Dadurch werden die k\u00f6rperlichen Empfindungen verst\u00e4rkt, was als Beweis gilt, dass eine lebensgef\u00e4hrliche Attacke abl\u00e4uft, was wiederum die Angst verst\u00e4rkt usw. (nach Petermann et al., 2011).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beispiel: <span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Typische Kognitionen und Sicherheitsverhalten von Patienten mit Panikst\u00f6rung<\/span><\/h4>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Das Herzklopfen zeigt, dass mit meinem Herz etwas nicht in Ordnung ist und ich einen Herzinfarkt bekommen werde!<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Schwindel und die verschwommene Sicht sind eindeutig Symptome eines Hirntumors!<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Der Druck auf der Brust wird immer st\u00e4rker, ich werde ersticken!<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich f\u00fchle mich so komisch losgel\u00f6st von meinem K\u00f6rper, ich bin dabei verr\u00fcckt zu werden!<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">(aus Petermann et al., 2011)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Automatische vs. strategische Verarbeitung<\/span><\/h4>\n<p>(Petermann et al., 2011)<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Eine der Grundannahmen der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiven Psychologie<\/i><\/span> ist, dass die Kapazit\u00e4ten zur Verarbeitung von Informationen begrenzt sind. Nach dem Modell von Shiffrin und Schneider (1977; Schneider &amp; Shiffrin, 1977) sind zwei Arten von Verarbeitungsprozessen zu unterscheiden:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Automatische Prozesse<\/i><\/span> beinhalten Operationen, die wenig Kapazit\u00e4t erfordern und deshalb parallel abgewickelt werden k\u00f6nnen. Der Ablauf ist unflexibel und stereotyp, nicht bewusst, und in der Regel schnell. Sie sind unvermeidbar, wenn bestimmte Hinweisreize auftreten, und sie sind f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Operationen in konstanten Stimulussituationen geeignet.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontrollierte Prozesse<\/i><\/span> beinhalten Operationen, die viel Aufmerksamkeitskapazit\u00e4t erfordern und deshalb nur seriell verlaufen k\u00f6nnen. Aufgrund der begrenzten Kapazit\u00e4t kann es bei gleichzeitigem Ablauf mehrerer Operationen zu Interferenzen kommen. Sie sind eher bewusst und stehen unter volitionaler Kontrolle. Kontrollierte Prozesse sind flexibel und deshalb in neuartigen Situationen sinnvoll.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Beck und Clark (1997) haben diese Unterscheidung in ihrem Modell der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>automatischen vs. kontrollierten (oder strategischen) Verarbeitungsprozesse<\/i><\/span> bei emotionalen St\u00f6rungen aufgegriffen. Am Beispiel von Angstst\u00f6rungen gehen sie von drei Phasen der Informationsverarbeitung aus, die durch kognitive Schemata gesteuert werden:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Phase der initialen Wahrnehmung<\/i> <i>von bedrohungsrelevanten Reizen<\/i><\/span><i>:<\/i> diese Prozesse sind sehr schnell und g\u00e4nzlich im automatischen Modus;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Phase der unmittelbaren Vorbereitung einer Bew\u00e4ltigungsreaktion (z. B. Flucht oder Kampf)<\/i><\/span>: teilweise automatisierte und nicht rationale Reaktionsmuster, die jedoch auch durch kontrollierte Prozesse wie die Bewertung von Bedrohungsreizen gesteuert werden k\u00f6nnen;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Phase der sekund\u00e4ren Aktivierung von st\u00e4rker elaborierten, rationalen Denkprozessen<\/span>:<\/i> hierzu w\u00e4ren die Bewertung eigener Bew\u00e4ltigungsm\u00f6glichkeiten, Metakognitionen (Gedanken \u00fcber Gedanken), Sorgen oder auch Sicherheitsverhalten zu z\u00e4hlen.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Der Wert eines solchen Konzeptes liegt darin, dass hieraus auch eine therapeutische Strategie abgeleitet werden kann; Ziel der kognitiven Behandlung ist es nach Beck, die fr\u00fchen automatischen Prozesse, insbesondere der zweiten Phase, zu deaktivieren und strategische Prozesse zu st\u00e4rken.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<footer id=\"ilFooter\" class=\"ilFooter hidden-print\">\n<div class=\"container-fluid ilContainerWidth\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"ilFooterContainer form-inline\">\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Teufelskreis der Angst<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt beschreibt Prof. Dr. Guy Bodenmann den \u00abTeufelskreis der Angst\u00bb (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/29_BodenmannTeufelskreis.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/29_BodenmannTeufelskreis.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<div>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Das <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>kognitive Modell der Panikst\u00f6rung<\/b><\/span> nach Clark (1986) zeigt einen ganz \u00e4hnlichen Aufbau (aus Petermann et al., 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_646\" aria-describedby=\"caption-attachment-646\" style=\"width: 447px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-646 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70.png\" alt=\"Zirkul\u00e4rer Modell mit den Faktoren K\u00f6rperliche Empfindungen, Wahrnehmung, Fehlinterpretation als Gefahr, Angst, Physiologische Ver\u00e4nderungen. Der Prozess wird ausgel\u00f6st durch einen Ausl\u00f6ser und resultiert in Verhaltens\u00e4nderungen.\" width=\"447\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70.png 447w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70-300x240.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70-65x52.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70-225x180.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-70-350x280.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-646\" class=\"wp-caption-text\">(c) Petermann et al., 2011<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Soziale Phobie und posttraumatische Belastungsst\u00f6rung<\/h3>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Soziale Phobie<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ganz \u00e4hnlich wie f\u00fcr die vorangegangenen Modelle werden auch f\u00fcr die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialen Phobien<\/i><\/span> negative kognitive Schemata, Fehl\u00fcberzeugungen und irrationale Ansichten verantwortlich gemacht. Clark und Wells (1995) machen daf\u00fcr vor allem drei Faktoren verantwortlich (Petermann et al., 2011):<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Exzessive Selbstaufmerksamkeit<\/span>:<\/i> Die eigene Anspannung wird stark wahrgenommen, w\u00e4hrend die tats\u00e4chlichen Reaktionen der andern weniger beachtet werden.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verzerrte Vorstellungen zum eigenen Erscheinungsbild<\/span>:<\/i> Das innere Bild des eigenen Aussehens und der Wirkung auf andere wird von Erinnerungen an Blamagen und Misserfolge verf\u00e4lscht.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\"><i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Sicherheitsverhalten<\/span>:<\/i> Die Vermeidungsmassnahmen zur Abschw\u00e4chung oder Abwendung der Blamage scheinen zwar zu wirken, bewirken aber gleichzeitig eine Zunahme der Angst und verst\u00e4rken die phobischen Abwehrmassnahmen.<\/li>\n<\/ol>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Beipiele:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">\u00fcbertriebene Vorbereitung auf eine Situation (Pr\u00fcfung), um eine akzeptable Leistung zu zeigen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Versuche zur Reduktion von Angst (z. B. mit Hilfe von Alkohol),<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Versuche, negativer Bewertung vorzubeugen (z. B. Schwitzen durch Hitze entschuldigen).<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">(nach Petermann et al., 2011)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">PTB: Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Personen mit <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung<\/i><\/span> (PTB) erleben dauerhaft sich immer wieder aufdr\u00e4ngende belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma (Bilder, Alptr\u00e4ume, Flashbacks). In der Folge werden Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Erinnerung vermieden, und die Betroffenen entwickeln Symptome von emotionaler Taubheit.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die St\u00f6rungen des Ged\u00e4chtnisses durch das Trauma k\u00f6nnen sich zu einem so genannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Furchtged\u00e4chtnis <\/span>entwickeln. Die Theorie des <i>Furchtged\u00e4chtnisses<\/i> geht davon aus, dass die Erinnerungen an das Trauma Informationen zu Stimuli, Reaktionen und Bedeutungen enthalten, die im assoziativen Netzwerk des Ged\u00e4chtnisses gespeichert sind (Petermann et al., 2011). Patienten mit PTB k\u00f6nnen dadurch fortlaufend eine Gefahr erleben, obschon die aktuelle Situation ungef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h5><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Welche kognitiven Faktoren tragen zur Entwicklung einer PTB bei?<\/span><\/h5>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Eine posttraumatische Belastungsst\u00f6rung ist nicht die einzige psychische St\u00f6rung, die nach traumatischen Erlebnissen auftreten kann. Sehr oft entwickeln die Betroffenen auch Depression oder Angstst\u00f6rungen. Ehring, Ehlers und Glucksman (2008) untersuchten die Frage, ob die in den unterschiedlichen kognitiven Modellen dieser psychischen St\u00f6rungen enthaltenen spezifischen Variablen auch vorhersagen k\u00f6nnen, welche Betroffenen welche St\u00f6rung entwickeln. Hierzu wurden 147 Personen, die in einem Verkehrsunfall Verletzungen davontrugen, zu f\u00fcnf Messzeitpunkten untersucht: am Unfalltag, nach zwei Wochen, sowie nach einem, zwei und sechs Monaten. Ausgehend von Metaanalysen und kognitiven Modellen zur Entwicklung von PTB, (Fahr-) Phobien und Depression wurden am Unfalltag potenzielle Pr\u00e4diktoren und zu den Nachbeobachtungsterminen die Diagnosen erfasst.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In multiplen Regressionsanalysen trugen die kognitiven Modellvariablen, zus\u00e4tzlich zu den initialen Symptomauspr\u00e4gungen, jeweils zur Vorhersage der Entwicklung der spezifischen St\u00f6rungen signifikant bei: Die Entwicklung von PTB wurde am besten durch PTB-typische Verarbeitungsprozesse w\u00e4hrend des Traumas, Desorganisation des Ged\u00e4chtnisses, negative Bewertung des Traumas und der Folgen, Sicherheitsverhalten, Gedankenunterdr\u00fcckung, Gr\u00fcbeln \u00fcber das Trauma und Dissoziationstendenzen vorhergesagt. F\u00fcr Depression wiederum waren die besten Pr\u00e4diktoren Selbstabwertung, depressives Gr\u00fcbeln, k\u00f6rperliche Probleme, belastende Lebensereignisse vor dem Unfall und geringe soziale Unterst\u00fctzung. Insgesamt kann man die Resultate als guten Beleg f\u00fcr die st\u00f6rungsspezifische Vorhersagevalidit\u00e4t kognitiver Modelle bei einer PTB und Depression werten (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Rational-Emotive Therapie (RET)<\/h2>\n<figure id=\"attachment_647\" aria-describedby=\"caption-attachment-647\" style=\"width: 459px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-647 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71.png\" alt=\"\" width=\"459\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71.png 459w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71-300x252.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71-65x55.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71-225x189.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-71-350x294.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-647\" class=\"wp-caption-text\">(c) Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die rational-emotive Therapie (RET) wurde von Albert Ellis (geboren 1913) ab den 1950er Jahren entwickelt. Wichtigstes Konzept dieser Therapieform sind die<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>dysfunktionalen Kognitionen<\/i><\/span> (auch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>irrationale Ideen<\/i><\/span> genannt), die die Betroffenen in ihrem psychischen Wohlbefinden beeintr\u00e4chtigen und St\u00f6rungen des Verhaltens bewirken k\u00f6nnen (Kriz, 2007). Die \u00dcberzeugungen mancher Menschen sind weitgehend irrational und bringen sie deshalb zu Handlungen und Reaktionen, die unangemessen sind und ihre Chancen auf Gl\u00fcck und Erfolg beeintr\u00e4chtigen. Ellis nennt sie <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>grundlegende irrationale \u00dcberzeugungen<\/i><\/span> (Comer, 2008).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ellis Verdienst liegt weniger in einer breiten theoretischen Fundierung seines Verfahrens, als vielmehr darin, mit der RET eine praktikable und effektive alternative Therapieform zwischen Psychoanalyse und behavioristischen Ans\u00e4tzen gefunden zu haben.<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h3>Die folgende Beschreibung der RET stammt aus Kriz (2007):<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In der RET sind, wie bei der kognitiven Theorie von Beck, dysfunktionale Zuschreibungen von Bedeutungen zu bestimmten Ereignissen zentral. Im<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>A-B-C-Schema<\/i><\/span> geht es darum, die Psycho-Logik des Alltags zu hinterfragen, in der oft eine emotionale oder kognitive Reaktion als unmittelbare Folge (C, \u00abconsequence\u00bb) eines bestimmten Ereignisses (A, \u00abactivating event\u00bb) gesehen wird. Dabei \u00ab\u00fcberspringt\u00bb man jedoch den eigentlich relevanten Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Reaktion: das \u00abbelief system\u00bb (B).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">In der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>therapeutischen Praxis<\/i><\/span> der RET kommt nach dem A-B-C auch das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>D<\/i> (\u00abdebating\u00bb)<\/span>: das auch von der Geschicklichkeit des Therapeuten abh\u00e4ngige F\u00fchren eines \u00absokratischen Dialogs\u00bb. Dadurch soll es schliesslich zum <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Effekt (E)<\/i><\/span> kommen: zu einer Neuorientierung des Bewertungssystems des Patienten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Zun\u00e4chst vermittelt der Therapeut dem Klienten das A-B-C-Schema der RET. Danach werden die Problemsituationen (A) und die gef\u00fchls- und verhaltensm\u00e4ssigen Konsequenzen (C) des Klienten genau analysiert und differenziert, bevor es dann (u. a. mit Hilfe der genannten Grundkategorien) an die Aufdeckung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>irrationalen Ideen<\/i><\/span> gehen kann. Zuletzt werden ausser dem \u00abDisputieren, Debattieren, Diskriminieren und Definieren\u00bb (v. a. mit Hilfe des \u00absokratischen Dialogs\u00bb) rationale, behavioristische und kognitive RET-Techniken angewendet.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Albert Ellis \u00fcber die RET<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt demonstriert Albert Ellis beispielhaft die Anwendung der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Brief Rational-Emotive Therapy<\/span> (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/30_Albert_Ellis_Rational-Emotive-Therapy_untertitelt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/30_Albert_Ellis_Rational-Emotive-Therapy_untertitelt.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie<\/h2>\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitive Modelle<\/i><\/span>gehen davon aus, dass zwei Faktoren zur Entwicklung abweichenden Verhaltens beitragen: (1) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Dysfunktionale kognitive Schemata<\/i><\/span> als Verarbeitungsmuster, die zu st\u00f6rungsspezifischen Verzerrungen im Denken und zu emotionalen Symptomen beitragen, und (2) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>fehlerhafte Prozesse der Informationsverarbeitung<\/i><\/span>, insbesondere der Aufmerksamkeit, des Ged\u00e4chtnisses und der Interpretation von Erfahrungen (Petermann et al., 2011).<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die kognitive Verhaltenstherapie verbindet Methoden auf kognitiver und auf Verhaltensebene. Um eine Ver\u00e4nderung zu erreichen, werden <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Verfahren<\/i><\/span> und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>verhaltensorientierte Verfahren<\/i><\/span> eingesetzt.<\/p>\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensorientierte Verfahren<\/i><\/span> dienen dazu, den Klienten zu aktivieren und seine affektiven St\u00f6rungen in den Griff zu bekommen. Die \u00c4nderung des Verhaltens f\u00fchrt zu positiven Emotionen, die wiederum zu ver\u00e4nderten Kognitionen f\u00fchren.<\/div>\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kognitionsorientierte Verfahren<\/i><\/span> haben zum Ziel, eine langfristige kognitive Umstrukturierung zu erreichen: negative Kognitionen sollen durch rationalere ersetzt werden, was zu aktiverem, kompetenterem Verhalten f\u00fchren soll.<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video: Kognitive Umstrukturierung<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im folgenden Videoausschnitt beschreibt Prof. Dr. Guy Bodenmann Techniken der kognitiven Umstrukturierung, wie sie in der Verhaltenstherapie angewendet werden (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31_BodenmannUmstrukt.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/31_BodenmannUmstrukt.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bez\u00fcge zur Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">\n<p>Kognitive Modelle werden in der der Heilp\u00e4dagogik vor allem in Form von Verhaltenstrainings eingesetzt, wie sie oben im Kapitel zur sozial-kognitiven Lerntheorie beschrieben werden: <a id=\"il__pg_30018_30043_1\" class=\"ilc_link_IntLink\" href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/sozial-kognitive-lerntheorie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Verhaltenstraining zu sozial-kognitiven Kompetenzen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Literatur<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann, Franz, Natzke, Heike, Gerken, Nicole &amp; Walter, Hans-J\u00f6rg. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger<\/i>. Ein <i>Programm zur F\u00f6rderung sozialer und emotionaler Kompetenzen<\/i><\/span> (2. Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/footer>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich seit den 1960er Jahren aus einer Gegenbewegung zum Behaviorismus entwickelt. Als Begr\u00fcnder kognitiver Therapien gelten Aaron T. Beck und Albert Ellis. Im Mittelpunkt der kognitiven Therapieverfahren stehen Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und \u00dcberzeugungen. 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