{"id":244,"date":"2020-02-19T15:41:23","date_gmt":"2020-02-19T14:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=244"},"modified":"2024-09-20T14:24:51","modified_gmt":"2024-09-20T12:24:51","slug":"sozial-kognitive-lerntheorie","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/sozial-kognitive-lerntheorie\/","title":{"raw":"Sozial-kognitive Lerntheorie","rendered":"Sozial-kognitive Lerntheorie"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gleichzeitig mit dem Behaviorismus entwickelten sich Theorien, die Lernen nicht nur als Reiz-Reaktions-Verkettungen ansahen, sondern als Resultat<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>innerer Wahrnehmungs<\/i>- und <i>Informationsverarbeitungsprozesse<\/i><\/span>. Damit werden kognitive Aspekte ins Spiel gebracht, das Individuum erwirbt neues Verhalten durch aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Die Repr\u00e4sentationen dieser Begriffe und Objekte k\u00f6nnen durch schlussfolgerndes Denken auf neue Sachverhalte \u00fcbertragen werden (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_626\" align=\"alignright\" width=\"119\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54.png\"><img class=\"wp-image-626 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54.png\" alt=\"Fotografie von Albert Bandura.\" width=\"119\" height=\"164\" \/><\/a> (c) Stanford News[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozial-kognitive Lerntheorie<\/i><\/span> geht auf Albert Bandura (geb. 1925) zur\u00fcck. Dieser postulierte, dass alle m\u00f6glichen Verhaltensweisen \u00fcber die Beobachtung des entsprechenden Verhaltens gelernt werden k\u00f6nnen. Dies gilt auch f\u00fcr komplexe Verhaltensabl\u00e4ufe, die durch Nachahmung zeit\u00f6konomisch erlernt werden.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Lernprozess kann nach Bandura auf drei verschiedene Arten geschehen:<\/p>\r\n\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>direkte Erfahrung<\/i><\/span> (Konditionierungslernen),<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>symbolische Erfahrung<\/i><\/span> (Instruktionslernen)<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>stellvertretende Erfahrung<\/i><\/span> (Modelllernen).<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Beobachtungslernen<\/span>:<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das zentrale Konzept von Banduras Theorie ist das Beobachtungslernen. Dabei wird Verhalten durch die Beobachtung anderer Individuen erworben oder modifiziert. Gelernt wird nicht nur das Verhalten, sondern auch die Kenntnis der Konsequenzen. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Imitation<\/i> <\/span>ist eine einfache Form von Beobachtungslernen, eine reflexhafte Nachahmung von beobachteten Verhaltensweisen, die man vielfach bei S\u00e4uglingen und im Tierreich nachweisen kann. Gegen\u00fcber dem Lernen durch direkte Erfahrung (Konditionierungslernen) hat Beobachtungslernen den Vorteil, dass negative Konsequenzen, die bei Versuch-Irrtums-Lernen zwangsl\u00e4ufig auftreten, vermieden werden k\u00f6nnen. Ausserdem ist Lernen auch m\u00f6glich, wenn das Modell nicht selbst anwesend ist, sondern beispielsweise als Film gezeigt wird, was die Lernm\u00f6glichkeiten deutlich erweitert (Petermann et al., 2011). Eine Beobachtung am lebenden Objekt ist allerdings der Beobachtung im Film an Wirksamkeit \u00fcberlegen (Kriz, 2007).<\/p>\r\n<p class=\"textbox\">Beobachtungslernen ist der Prozess, neue Verhaltensweisen durch die Beobachtung des Verhaltens anderer zu lernen.<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Modelllernen<\/span>:<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Eine Sonderform des Beobachtungslernens bildet das Modelllernen, bei dem neue Verhaltensweisen erworben werden, die bislang nicht im Verhaltensrepertoire enthalten waren. Bekannt geworden sind besonders Banduras Untersuchungen zum Modelllernen in Bezug auf die Therapie von \u00c4ngsten (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nBandura unterscheidet <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">vier<i> potenzielle Effekte des Beobachtungslernens<\/i> <\/span>(Petermann et al., 2011):\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Modellierender Effekt (Modelllernen): Erwerb neuer Verhaltensweisen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Hemmender Effekt: Unterdr\u00fcckung eines bereits gelernten Verhaltens.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Enthemmender Effekt: Verst\u00e4rkung eines bereits gelernten Verhaltens.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ausl\u00f6sender Effekt: Ausl\u00f6sung eines bereits verf\u00fcgbaren Verhaltens in neuen Kontexten oder ver\u00e4nderter Auspr\u00e4gung.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-627 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"268\" \/><\/a>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Bobo Doll-Experimente<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bobo Doll-Experimenten<\/i><\/span> zum Erwerb aggressiven Verhaltens untersuchte die Forschungsgruppe um Albert Bandura Modelllernprozesse an 3\u20146 j\u00e4hrigen Kindern und demonstrierte damit anschaulich das menschliche Beobachtungslernen.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\n[caption id=\"attachment_628\" align=\"alignright\" width=\"240\"]<img class=\"wp-image-628 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-56.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"180\" \/> (c) youtube[\/caption]\r\n\r\nNachdem Kinder erwachsene Modelle beobachtet hatten, die eine grosse Clownpuppe aus Plastik namens Bobo gestossen, geschlagen und getreten hatten, zeigten die Kinder in dem Experiment sp\u00e4ter selber eine gr\u00f6ssere H\u00e4ufigkeit dieses Verhaltens als Kinder einer Kontrollbedingung, welche die aggressiven Modelle nicht gesehen hatten (Bandura, et al., 1963).\r\n\r\nSp\u00e4tere Studien zeigten, dass Kinder dieses Verhalten auch nur durch das Betrachten von Sequenzen gefilmter Modelle imitieren, sogar wenn diese Cartooncharaktere waren.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div><\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wir lernen viel \u2014 sowohl prosoziales als auch antisoziales Verhalten \u2014 durch die Beobachtung von Modellen; allerdings gibt es viele m\u00f6gliche Modelle, die zur Auswahl stehen. Welche Variablen bestimmen nun, welche Modelle am wahrscheinlichsten das Verhalten beeinflussen werden? Die Forschung f\u00f6rderte die folgenden allgemeinen Schlussfolgerungen zutage: Das Verhalten eines Modells wird dann besonders einflussreich sein:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn vom Beobachter wahrgenommen wird, dass das Verhalten verst\u00e4rkende Konsequenzen erbringt;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn das Modell als positiv, beliebt und respektiert wahrgenommen wird;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn wahrgenommen wird, dass eine \u00c4hnlichkeit im Hinblick auf Merkmale und Eigenschaften des Modells mit dem Beobachter besteht;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn der Beobachter daf\u00fcr belohnt wird, seine Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Modells zu lenken;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn das Verhalten des Modells gut sichtbar und salient ist, d.h. wenn es als klares Bild gegen den Hintergrund konkurrierender Modelle hervorsticht;<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn es f\u00fcr den Beobachter im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten ist, das Verhalten zu imitieren.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">(nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008)<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video dokumentiert die von Bandura durchgef\u00fchrten Experimente.<\/p>\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/Albert-Bandura-Social-Learning-and-his-Bobo-Doll-experiment.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/Albert-Bandura-Social-Learning-and-his-Bobo-Doll-experiment.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gewaltdarstellung in den Medien<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beispielexperiment zur These:<\/p>\r\n\r\n<blockquote>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gewaltdarstellung in den Medien erh\u00f6ht die Toleranz gegen\u00fcber Aggression im echten Leben<\/span><\/p>\r\n<\/blockquote>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Jeder Sch\u00fcler einer Gruppe von 42 Viert- und F\u00fcnftkl\u00e4sslern wurde in einen Experimentalraum gef\u00fchrt, um eines von zwei Videotapes anzusehen: entweder gewaltdarstellende Szenen aus dem Film<i>\u00a0<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Karate Kid<\/span> <\/i>oder nicht gewaltdarstellende Sportszenen der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">olympischen Sommerspiele<\/span> <\/i>von 1984. Nachdem die Kinder diese Videos gesehen hatten, wurde ihnen gesagt, dass sie nun aktuelle Ereignisse aus dem wirklichen Leben sehen w\u00fcrden, die direkt per Videokonferenz \u00fcbertragen w\u00fcrden. Die Videos (die in Wahrheit aber ebenfalls von Band liefen) zeigten zwei j\u00fcngere Kinder (6 Jahre alt), die zun\u00e4chst in einem Zimmer spielten und dann immer aggressiver gegeneinander wurden.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Die Kinder, die am Experiment teilnahmen, waren instruiert worden, den Versuchsleiter zu rufen, wenn sie sich ernsthaft Sorgen \u00fcber das Verhalten der Kinder auf dem Bildschirm machen w\u00fcrden. Die Kinder, die zuvor <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Karate Kid<\/i> <\/span>gesehen hatten, riefen doppelt so sp\u00e4t nach dem Versuchsleiter wie Kinder, die zuvor die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>olympischen Spiele<\/i><\/span> betrachtet hatten. Die Forscher schlossen daraus, dass das vorherige Betrachten des gewaltdarstellenden Films die Kinder dazu gebracht hatte, Aggression im \u00abechten\u00bb Leben f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeitspanne zu tolerieren, bevor sie beunruhigt wurden. (nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-631 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Modelllernen und Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>heilp\u00e4dagogischen Arbeitsfeld <\/i><\/span>sollte Lernen am Modell so gestaltet sein, dass die individuellen Lernvoraussetzungen eines Kindes ber\u00fccksichtigt werden, z.B. Sinnes-, Aufmerksamkeits-, Wahrnehmungsleistungen sowie motorische Voraussetzungen. Beim Lernen in der Gruppe erweist sich der enthemmende Effekt und der Mitreisseffekt etwa im Zusammenhang mit Angst vor etwas als bedeutsam [...].<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Modelllernen stellt bez\u00fcglich zahlreicher Verhaltensweisen (Sprache, Sozialverhalten, Handlungen) ein wichtiges Argument f\u00fcr gemeinsame Erziehung und Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderungen dar. G\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr Modelllernen sind die Identifikationsm\u00f6glichkeit mit dem Modell, eine emotional positive, entspannte Atmosph\u00e4re, das Gef\u00fchl der Freiwilligkeit bez\u00fcglich Annahme oder Ablehnung einer Handlungsweise (Bundschuh, 2008, S. 274).<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogik: sozial-kognitive Kompetenzen<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Praktische Anwendungen der kognitiven Modelle in der Heilp\u00e4dagogik umfassen vor allem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstrainings<\/i><\/span>, wie sie z. B. in Petermann et al. (2006) beschrieben werden (\u00abVerhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger\u00bb) .<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Sozial-kognitive Kompetenzen trainieren<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Sozialverhalten wird von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst; als besonders wichtig haben sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozial-kognitive Prozesse<\/i><\/span> erwiesen, die bewirken, wie Jugendliche und Kinder (aber auch Erwachsene) handlungsrelevante Informationen aufnehmen, interpretieren, bewerten und weiter verarbeiten. Das abgebildete Informationsverarbeitungsmodell (nach Petermann et. al., 2006) soll die dabei ablaufenden Prozesse in sechs Stufen abbilden:<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_632\" align=\"aligncenter\" width=\"468\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58.png\"><img class=\"wp-image-632 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58.png\" alt=\"Beschreibung der Abbildung nach der Abbildung\" width=\"468\" height=\"306\" \/><\/a> (c) Petermann et al., 2006[\/caption]\r\n\r\n<div><details open=\"open\"><summary>Beschreibung der Abbildung<\/summary>Die sechs Stufen sind zyklisch dargestellt:\r\n<ol>\r\n \t<li>Erkennen sozialer Informationen<\/li>\r\n \t<li>Interpretation (mit m\u00f6glicher R\u00fcckkoppelung zur ersten Stufe \u00abErkennen sozialer Informationen\u00bb)<\/li>\r\n \t<li>Zielkl\u00e4rung<\/li>\r\n \t<li>Handlungssuche<\/li>\r\n \t<li>Handlungsentscheidung<\/li>\r\n \t<li>Ausf\u00fchrung<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDie sechste und letzte Stufe \u00abAusf\u00fchrung\u00bb f\u00fchrt direkt oder alternativ \u00fcber den Zwischenschritt \u00abBewertung und Reaktion\u00bb zur\u00fcck zur ersten Stufe \u00abErkennen sozialer Information\u00bb.\r\n\r\nDie einzelnen Stufen stehen dabei in Wechselwirkung mit den zentralen Grundlagen:\r\n<ul>\r\n \t<li>Ged\u00e4chtnis<\/li>\r\n \t<li>Erworbene Regeln<\/li>\r\n \t<li>Soziale Schemata<\/li>\r\n \t<li>Soziales Wissen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/details><\/div>\r\n<div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wie wir Beziehungen und Kommunikation gestalten, h\u00e4ngt stark davon ab, wie wir Information aufnehmen, bewerten und in unser Erfahrungsspektrum einordnen. Kinder mit problematischem und aggressivem Verhalten d\u00fcrften demnach Defizite auf den verschiedenen Stufen aufweisen, wie Petermann et al. (2006) schreiben:<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Aggressive Kinder<\/h4>\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">zeigten demnach eine st\u00e4rkere selektive Aufmerksamkeit f\u00fcr aggressive Hinweisreize,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">nahmen ihre Interaktionspartner als aggressiver wahr und unterstellten ihnen h\u00e4ufiger feindselige Absichten,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">entwarfen eher unsoziale, aggressive Ziele,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">zeigten ein tendenziell eingeschr\u00e4nktes Handlungsrepertoire mit dem Schwergewicht auf aggressivem und impulsivem Verhalten,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">w\u00e4hlten eher Handlungen mit geringerer Selbstkontrolle und kurzfristiger Orientierung,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">beurteilten Konsequenzen aggressiven Verhaltens eher positiv [...]<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann et al. (2006) schlagen ein angepasstes Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger mit den folgenden Schwerpunkten vor: <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aufmerksamkeitslenkung, differenzierte Wahrnehmung und Interpretation, Finden alternativer L\u00f6sungsstrategien, Antizipation von Handlungskonsequenzen und Bewertung von Handlungen und deren Konsequenzen<\/span>.<\/i><\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Beispiel eines Verhaltens auf den sechs Stufen des Informationsverarbeitungsmodells (nach Petermann et al., 2006):<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich versp\u00fcre einen leichten Schlag eines Mitsch\u00fclers auf den R\u00fccken, w\u00e4hrend ich mich auf einem Schulhof aufhalte.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich interpretiere den Schlag auf den R\u00fccken als feindselige Attacke eines Mitsch\u00fclers und bewerte diese gedanklich (Gemeinheit!) und emotional (starke \u00c4rgerreaktion).<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich entscheide mich f\u00fcr einen Vergeltungsschlag (\u00abDem zeig\u2019 ich\u2019s! Der soll mich kennen lernen! Mich schl\u00e4gt niemand ungestraft! Den mache ich fertig!\u00bb).<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich k\u00f6nnte treten, hauen oder schubsen und zus\u00e4tzlich noch schimpfen.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Im Schubsen bin ich richtig gut. Ausserdem habe ich den Gegner dann erst einmal in einiger Distanz zu mir und kann schon mal den n\u00e4chsten Schlag planen. Ich w\u00e4hle passend dazu das gemeinste Schimpfwort, das mir einf\u00e4llt.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich schubse den vermeintlichen Angreifer mit voller Wucht zur\u00fcck und beschimpfe ihn unfl\u00e4tig. Es klappt gut. Er st\u00fcrzt und st\u00f6hnt vor Schmerz.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Die Reaktionen und Bewertungen von mittelbaren oder unmittelbaren Interaktionspartnern sowie eigene Empfindungen werden registriert und gegebenenfalls zum Ausl\u00f6ser einer erneuten Handlung.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Im Beispiel: Um uns herum hat sich eine erschrockene Menge gebildet. Ich sehe ihre bewundernden Blicke und anerkennendes Johlen. Jetzt komme ich so richtig in Fahrt...<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogik: emotionale Kompetenzen<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der kompetente Umgang mit eigenen Gef\u00fchlen und den Gef\u00fchlen anderer erm\u00f6glicht die Entwicklung eines angemessenen Verhaltensrepertoires. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Emotionen<\/i> <\/span>sind auf allen Stufen der kognitiven Verarbeitung sozialer Information mitbeteiligt (Petermann et al., 2006). Emotionale Kompetenz umfasst die folgenden Aspekte:<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_634\" align=\"alignright\" width=\"324\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60.png\"><img class=\"wp-image-634 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60.png\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"243\" \/><\/a> (c) schulen.eduhi.at\/[\/caption]\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">den eigenen mimischen Ausdruck von Emotionen,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das Erkennen des mimischen Emotionsausdrucks anderer,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">den sprachlichen Emotionsausdruck,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das Emotionswissen und -verst\u00e4ndnis und<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die selbstgesteuerte Emotionsregulation.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kinder sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>emotional kompetent<\/i><\/span>, wenn sie emotionale Fertigkeiten in sozialen Interaktionen anwenden k\u00f6nnen und so <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>selbstwirksames Verhalten<\/i><\/span> zeigen. Sie sind sich dabei bewusst, dass ihr eigener Emotionsausdruck andere beeinflusst, und sie haben gelernt, ihr Verhalten so zu steuern, dass gew\u00fcnschte Reaktionen bei andern auftreten.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger<\/i><\/span> (Petermann et al., 2006) werden emotionale Kompetenzen in der dritten und vierten Trainingsstufe vermittelt, indem besonders folgende Aspekte ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\r\n\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die eigenen Gef\u00fchle erkennen,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die Gef\u00fchle anderer erkennen und verstehen,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die F\u00e4higkeit, altersangemessenes Emotionsvokabular verstehen und einsetzen zu k\u00f6nnen,<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">sich in andere einf\u00fchlen zu k\u00f6nnen sowie<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">mit belastenden Emotionen und Problemsituationen angemessen umgehen zu k\u00f6nnen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gleichzeitig mit dem Behaviorismus entwickelten sich Theorien, die Lernen nicht nur als Reiz-Reaktions-Verkettungen ansahen, sondern als Resultat<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"> <i>innerer Wahrnehmungs<\/i>&#8211; und <i>Informationsverarbeitungsprozesse<\/i><\/span>. Damit werden kognitive Aspekte ins Spiel gebracht, das Individuum erwirbt neues Verhalten durch aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Die Repr\u00e4sentationen dieser Begriffe und Objekte k\u00f6nnen durch schlussfolgerndes Denken auf neue Sachverhalte \u00fcbertragen werden (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_626\" aria-describedby=\"caption-attachment-626\" style=\"width: 119px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-626 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54.png\" alt=\"Fotografie von Albert Bandura.\" width=\"119\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54.png 119w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-54-65x90.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 119px) 100vw, 119px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-626\" class=\"wp-caption-text\">(c) Stanford News<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozial-kognitive Lerntheorie<\/i><\/span> geht auf Albert Bandura (geb. 1925) zur\u00fcck. Dieser postulierte, dass alle m\u00f6glichen Verhaltensweisen \u00fcber die Beobachtung des entsprechenden Verhaltens gelernt werden k\u00f6nnen. Dies gilt auch f\u00fcr komplexe Verhaltensabl\u00e4ufe, die durch Nachahmung zeit\u00f6konomisch erlernt werden.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Lernprozess kann nach Bandura auf drei verschiedene Arten geschehen:<\/p>\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>direkte Erfahrung<\/i><\/span> (Konditionierungslernen),<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>symbolische Erfahrung<\/i><\/span> (Instruktionslernen)<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">durch <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>stellvertretende Erfahrung<\/i><\/span> (Modelllernen).<\/li>\n<\/ol>\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Beobachtungslernen<\/span>:<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das zentrale Konzept von Banduras Theorie ist das Beobachtungslernen. Dabei wird Verhalten durch die Beobachtung anderer Individuen erworben oder modifiziert. Gelernt wird nicht nur das Verhalten, sondern auch die Kenntnis der Konsequenzen. Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Imitation<\/i> <\/span>ist eine einfache Form von Beobachtungslernen, eine reflexhafte Nachahmung von beobachteten Verhaltensweisen, die man vielfach bei S\u00e4uglingen und im Tierreich nachweisen kann. Gegen\u00fcber dem Lernen durch direkte Erfahrung (Konditionierungslernen) hat Beobachtungslernen den Vorteil, dass negative Konsequenzen, die bei Versuch-Irrtums-Lernen zwangsl\u00e4ufig auftreten, vermieden werden k\u00f6nnen. Ausserdem ist Lernen auch m\u00f6glich, wenn das Modell nicht selbst anwesend ist, sondern beispielsweise als Film gezeigt wird, was die Lernm\u00f6glichkeiten deutlich erweitert (Petermann et al., 2011). Eine Beobachtung am lebenden Objekt ist allerdings der Beobachtung im Film an Wirksamkeit \u00fcberlegen (Kriz, 2007).<\/p>\n<p class=\"textbox\">Beobachtungslernen ist der Prozess, neue Verhaltensweisen durch die Beobachtung des Verhaltens anderer zu lernen.<\/p>\n<h2 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Modelllernen<\/span>:<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Eine Sonderform des Beobachtungslernens bildet das Modelllernen, bei dem neue Verhaltensweisen erworben werden, die bislang nicht im Verhaltensrepertoire enthalten waren. Bekannt geworden sind besonders Banduras Untersuchungen zum Modelllernen in Bezug auf die Therapie von \u00c4ngsten (Kriz, 2007).<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Bandura unterscheidet <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">vier<i> potenzielle Effekte des Beobachtungslernens<\/i> <\/span>(Petermann et al., 2011):<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Modellierender Effekt (Modelllernen): Erwerb neuer Verhaltensweisen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Hemmender Effekt: Unterdr\u00fcckung eines bereits gelernten Verhaltens.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Enthemmender Effekt: Verst\u00e4rkung eines bereits gelernten Verhaltens.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ausl\u00f6sender Effekt: Ausl\u00f6sung eines bereits verf\u00fcgbaren Verhaltens in neuen Kontexten oder ver\u00e4nderter Auspr\u00e4gung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-627 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55-300x230.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55-65x50.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-55-225x172.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Die Bobo Doll-Experimente<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Mit den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bobo Doll-Experimenten<\/i><\/span> zum Erwerb aggressiven Verhaltens untersuchte die Forschungsgruppe um Albert Bandura Modelllernprozesse an 3\u20146 j\u00e4hrigen Kindern und demonstrierte damit anschaulich das menschliche Beobachtungslernen.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<figure id=\"attachment_628\" aria-describedby=\"caption-attachment-628\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-628 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-56.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-56.png 240w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-56-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-56-225x169.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-628\" class=\"wp-caption-text\">(c) youtube<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nachdem Kinder erwachsene Modelle beobachtet hatten, die eine grosse Clownpuppe aus Plastik namens Bobo gestossen, geschlagen und getreten hatten, zeigten die Kinder in dem Experiment sp\u00e4ter selber eine gr\u00f6ssere H\u00e4ufigkeit dieses Verhaltens als Kinder einer Kontrollbedingung, welche die aggressiven Modelle nicht gesehen hatten (Bandura, et al., 1963).<\/p>\n<p>Sp\u00e4tere Studien zeigten, dass Kinder dieses Verhalten auch nur durch das Betrachten von Sequenzen gefilmter Modelle imitieren, sogar wenn diese Cartooncharaktere waren.<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wir lernen viel \u2014 sowohl prosoziales als auch antisoziales Verhalten \u2014 durch die Beobachtung von Modellen; allerdings gibt es viele m\u00f6gliche Modelle, die zur Auswahl stehen. Welche Variablen bestimmen nun, welche Modelle am wahrscheinlichsten das Verhalten beeinflussen werden? Die Forschung f\u00f6rderte die folgenden allgemeinen Schlussfolgerungen zutage: Das Verhalten eines Modells wird dann besonders einflussreich sein:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn vom Beobachter wahrgenommen wird, dass das Verhalten verst\u00e4rkende Konsequenzen erbringt;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn das Modell als positiv, beliebt und respektiert wahrgenommen wird;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn wahrgenommen wird, dass eine \u00c4hnlichkeit im Hinblick auf Merkmale und Eigenschaften des Modells mit dem Beobachter besteht;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn der Beobachter daf\u00fcr belohnt wird, seine Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Modells zu lenken;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn das Verhalten des Modells gut sichtbar und salient ist, d.h. wenn es als klares Bild gegen den Hintergrund konkurrierender Modelle hervorsticht;<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">wenn es f\u00fcr den Beobachter im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten ist, das Verhalten zu imitieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">(nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008)<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Video dokumentiert die von Bandura durchgef\u00fchrten Experimente.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/09\/Albert-Bandura-Social-Learning-and-his-Bobo-Doll-experiment.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/Albert-Bandura-Social-Learning-and-his-Bobo-Doll-experiment.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Gewaltdarstellung in den Medien<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beispielexperiment zur These:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Gewaltdarstellung in den Medien erh\u00f6ht die Toleranz gegen\u00fcber Aggression im echten Leben<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Jeder Sch\u00fcler einer Gruppe von 42 Viert- und F\u00fcnftkl\u00e4sslern wurde in einen Experimentalraum gef\u00fchrt, um eines von zwei Videotapes anzusehen: entweder gewaltdarstellende Szenen aus dem Film<i>\u00a0<span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Karate Kid<\/span> <\/i>oder nicht gewaltdarstellende Sportszenen der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">olympischen Sommerspiele<\/span> <\/i>von 1984. Nachdem die Kinder diese Videos gesehen hatten, wurde ihnen gesagt, dass sie nun aktuelle Ereignisse aus dem wirklichen Leben sehen w\u00fcrden, die direkt per Videokonferenz \u00fcbertragen w\u00fcrden. Die Videos (die in Wahrheit aber ebenfalls von Band liefen) zeigten zwei j\u00fcngere Kinder (6 Jahre alt), die zun\u00e4chst in einem Zimmer spielten und dann immer aggressiver gegeneinander wurden.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Die Kinder, die am Experiment teilnahmen, waren instruiert worden, den Versuchsleiter zu rufen, wenn sie sich ernsthaft Sorgen \u00fcber das Verhalten der Kinder auf dem Bildschirm machen w\u00fcrden. Die Kinder, die zuvor <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Karate Kid<\/i> <\/span>gesehen hatten, riefen doppelt so sp\u00e4t nach dem Versuchsleiter wie Kinder, die zuvor die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>olympischen Spiele<\/i><\/span> betrachtet hatten. Die Forscher schlossen daraus, dass das vorherige Betrachten des gewaltdarstellenden Films die Kinder dazu gebracht hatte, Aggression im \u00abechten\u00bb Leben f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeitspanne zu tolerieren, bevor sie beunruhigt wurden. (nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008).<\/div>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-631 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-300x225.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-225x169.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57-350x262.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-57.png 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Modelllernen und Heilp\u00e4dagogik<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>heilp\u00e4dagogischen Arbeitsfeld <\/i><\/span>sollte Lernen am Modell so gestaltet sein, dass die individuellen Lernvoraussetzungen eines Kindes ber\u00fccksichtigt werden, z.B. Sinnes-, Aufmerksamkeits-, Wahrnehmungsleistungen sowie motorische Voraussetzungen. Beim Lernen in der Gruppe erweist sich der enthemmende Effekt und der Mitreisseffekt etwa im Zusammenhang mit Angst vor etwas als bedeutsam [&#8230;].<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Modelllernen stellt bez\u00fcglich zahlreicher Verhaltensweisen (Sprache, Sozialverhalten, Handlungen) ein wichtiges Argument f\u00fcr gemeinsame Erziehung und Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderungen dar. G\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr Modelllernen sind die Identifikationsm\u00f6glichkeit mit dem Modell, eine emotional positive, entspannte Atmosph\u00e4re, das Gef\u00fchl der Freiwilligkeit bez\u00fcglich Annahme oder Ablehnung einer Handlungsweise (Bundschuh, 2008, S. 274).<\/p>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogik: sozial-kognitive Kompetenzen<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Praktische Anwendungen der kognitiven Modelle in der Heilp\u00e4dagogik umfassen vor allem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstrainings<\/i><\/span>, wie sie z. B. in Petermann et al. (2006) beschrieben werden (\u00abVerhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger\u00bb) .<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Sozial-kognitive Kompetenzen trainieren<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Sozialverhalten wird von unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst; als besonders wichtig haben sich <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozial-kognitive Prozesse<\/i><\/span> erwiesen, die bewirken, wie Jugendliche und Kinder (aber auch Erwachsene) handlungsrelevante Informationen aufnehmen, interpretieren, bewerten und weiter verarbeiten. Das abgebildete Informationsverarbeitungsmodell (nach Petermann et. al., 2006) soll die dabei ablaufenden Prozesse in sechs Stufen abbilden:<\/p>\n<figure id=\"attachment_632\" aria-describedby=\"caption-attachment-632\" style=\"width: 468px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-632 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58.png\" alt=\"Beschreibung der Abbildung nach der Abbildung\" width=\"468\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58.png 468w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58-300x196.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58-65x43.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58-225x147.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-58-350x229.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-632\" class=\"wp-caption-text\">(c) Petermann et al., 2006<\/figcaption><\/figure>\n<div>\n<details open=\"open\">\n<summary>Beschreibung der Abbildung<\/summary>\n<p>Die sechs Stufen sind zyklisch dargestellt:<\/p>\n<ol>\n<li>Erkennen sozialer Informationen<\/li>\n<li>Interpretation (mit m\u00f6glicher R\u00fcckkoppelung zur ersten Stufe \u00abErkennen sozialer Informationen\u00bb)<\/li>\n<li>Zielkl\u00e4rung<\/li>\n<li>Handlungssuche<\/li>\n<li>Handlungsentscheidung<\/li>\n<li>Ausf\u00fchrung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die sechste und letzte Stufe \u00abAusf\u00fchrung\u00bb f\u00fchrt direkt oder alternativ \u00fcber den Zwischenschritt \u00abBewertung und Reaktion\u00bb zur\u00fcck zur ersten Stufe \u00abErkennen sozialer Information\u00bb.<\/p>\n<p>Die einzelnen Stufen stehen dabei in Wechselwirkung mit den zentralen Grundlagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ged\u00e4chtnis<\/li>\n<li>Erworbene Regeln<\/li>\n<li>Soziale Schemata<\/li>\n<li>Soziales Wissen<\/li>\n<\/ul>\n<\/details>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wie wir Beziehungen und Kommunikation gestalten, h\u00e4ngt stark davon ab, wie wir Information aufnehmen, bewerten und in unser Erfahrungsspektrum einordnen. Kinder mit problematischem und aggressivem Verhalten d\u00fcrften demnach Defizite auf den verschiedenen Stufen aufweisen, wie Petermann et al. (2006) schreiben:<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Aggressive Kinder<\/h4>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">zeigten demnach eine st\u00e4rkere selektive Aufmerksamkeit f\u00fcr aggressive Hinweisreize,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">nahmen ihre Interaktionspartner als aggressiver wahr und unterstellten ihnen h\u00e4ufiger feindselige Absichten,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">entwarfen eher unsoziale, aggressive Ziele,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">zeigten ein tendenziell eingeschr\u00e4nktes Handlungsrepertoire mit dem Schwergewicht auf aggressivem und impulsivem Verhalten,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">w\u00e4hlten eher Handlungen mit geringerer Selbstkontrolle und kurzfristiger Orientierung,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">beurteilten Konsequenzen aggressiven Verhaltens eher positiv [&#8230;]<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Petermann et al. (2006) schlagen ein angepasstes Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger mit den folgenden Schwerpunkten vor: <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Aufmerksamkeitslenkung, differenzierte Wahrnehmung und Interpretation, Finden alternativer L\u00f6sungsstrategien, Antizipation von Handlungskonsequenzen und Bewertung von Handlungen und deren Konsequenzen<\/span>.<\/i><\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Beispiel eines Verhaltens auf den sechs Stufen des Informationsverarbeitungsmodells (nach Petermann et al., 2006):<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ol class=\"ilc_list_o_NumberedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich versp\u00fcre einen leichten Schlag eines Mitsch\u00fclers auf den R\u00fccken, w\u00e4hrend ich mich auf einem Schulhof aufhalte.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich interpretiere den Schlag auf den R\u00fccken als feindselige Attacke eines Mitsch\u00fclers und bewerte diese gedanklich (Gemeinheit!) und emotional (starke \u00c4rgerreaktion).<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich entscheide mich f\u00fcr einen Vergeltungsschlag (\u00abDem zeig\u2019 ich\u2019s! Der soll mich kennen lernen! Mich schl\u00e4gt niemand ungestraft! Den mache ich fertig!\u00bb).<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich k\u00f6nnte treten, hauen oder schubsen und zus\u00e4tzlich noch schimpfen.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Im Schubsen bin ich richtig gut. Ausserdem habe ich den Gegner dann erst einmal in einiger Distanz zu mir und kann schon mal den n\u00e4chsten Schlag planen. Ich w\u00e4hle passend dazu das gemeinste Schimpfwort, das mir einf\u00e4llt.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Ich schubse den vermeintlichen Angreifer mit voller Wucht zur\u00fcck und beschimpfe ihn unfl\u00e4tig. Es klappt gut. Er st\u00fcrzt und st\u00f6hnt vor Schmerz.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Die Reaktionen und Bewertungen von mittelbaren oder unmittelbaren Interaktionspartnern sowie eigene Empfindungen werden registriert und gegebenenfalls zum Ausl\u00f6ser einer erneuten Handlung.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example\">Im Beispiel: Um uns herum hat sich eine erschrockene Menge gebildet. Ich sehe ihre bewundernden Blicke und anerkennendes Johlen. Jetzt komme ich so richtig in Fahrt&#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Heilp\u00e4dagogik: emotionale Kompetenzen<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der kompetente Umgang mit eigenen Gef\u00fchlen und den Gef\u00fchlen anderer erm\u00f6glicht die Entwicklung eines angemessenen Verhaltensrepertoires. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Emotionen<\/i> <\/span>sind auf allen Stufen der kognitiven Verarbeitung sozialer Information mitbeteiligt (Petermann et al., 2006). Emotionale Kompetenz umfasst die folgenden Aspekte:<\/p>\n<figure id=\"attachment_634\" aria-describedby=\"caption-attachment-634\" style=\"width: 324px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-634 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60.png\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60.png 324w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60-300x225.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-60-225x169.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-634\" class=\"wp-caption-text\">(c) schulen.eduhi.at\/<\/figcaption><\/figure>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">den eigenen mimischen Ausdruck von Emotionen,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das Erkennen des mimischen Emotionsausdrucks anderer,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">den sprachlichen Emotionsausdruck,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">das Emotionswissen und -verst\u00e4ndnis und<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die selbstgesteuerte Emotionsregulation.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Kinder sind <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>emotional kompetent<\/i><\/span>, wenn sie emotionale Fertigkeiten in sozialen Interaktionen anwenden k\u00f6nnen und so <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>selbstwirksames Verhalten<\/i><\/span> zeigen. Sie sind sich dabei bewusst, dass ihr eigener Emotionsausdruck andere beeinflusst, und sie haben gelernt, ihr Verhalten so zu steuern, dass gew\u00fcnschte Reaktionen bei andern auftreten.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Im <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstraining f\u00fcr Schulanf\u00e4nger<\/i><\/span> (Petermann et al., 2006) werden emotionale Kompetenzen in der dritten und vierten Trainingsstufe vermittelt, indem besonders folgende Aspekte ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Die eigenen Gef\u00fchle erkennen,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die Gef\u00fchle anderer erkennen und verstehen,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">die F\u00e4higkeit, altersangemessenes Emotionsvokabular verstehen und einsetzen zu k\u00f6nnen,<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">sich in andere einf\u00fchlen zu k\u00f6nnen sowie<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">mit belastenden Emotionen und Problemsituationen angemessen umgehen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleichzeitig mit dem Behaviorismus entwickelten sich Theorien, die Lernen nicht nur als Reiz-Reaktions-Verkettungen ansahen, sondern als Resultat innerer Wahrnehmungs&#8211; und Informationsverarbeitungsprozesse. Damit werden kognitive Aspekte ins Spiel gebracht, das Individuum erwirbt neues Verhalten durch aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Die Repr\u00e4sentationen dieser Begriffe und Objekte k\u00f6nnen durch schlussfolgerndes Denken auf neue Sachverhalte \u00fcbertragen werden (Petermann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"menu_order":4,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-244","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":108,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1731,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/244\/revisions\/1731"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/108"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/244\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=244"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=244"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=244"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}