{"id":242,"date":"2020-02-19T15:40:54","date_gmt":"2020-02-19T14:40:54","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=242"},"modified":"2024-06-18T21:59:29","modified_gmt":"2024-06-18T19:59:29","slug":"urspruenge-des-kognitiven-modells","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/urspruenge-des-kognitiven-modells\/","title":{"raw":"Urspr\u00fcnge des kognitiven Modells","rendered":"Urspr\u00fcnge des kognitiven Modells"},"content":{"raw":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nicht alle Psychologen konnten sich mit der Betonung vorhersagbarer, maschinenartiger Qualit\u00e4ten menschlicher Funktionen anfreunden, wie sie der mechanistische Behaviorismus lieferte. Etwa um 1960 l\u00e4uteten Vertreter des Kognitivismus eine neue A\u00ebra innerhalb der Psychologie ein. Sie durchbrachen mit ihren Ansichten die starren Reiz-Reaktions-Denkmuster der Behavioristen und lenkten den Blickpunkt auf die <strong>kognitiven<\/strong> (=Denk-) <strong>F\u00e4higkeiten<\/strong> des Menschen. Ihr Beitrag f\u00fcr eine moderne Psychologie ist aus diesem Grund \u00e4usserst wichtig und fruchtbar. Die Kognitivisten gehen davon aus, dass der Mensch <em>Einsicht<\/em> und <em>Voraussicht<\/em> und daher auch Verantwortung und <em>Entscheidungsfreiheit<\/em> besitzt. Als ein denkendes Wesen ist er in der Lage, seine Handlungen zu planen und auch zu \u00fcberdenken. Der Mensch hat die Entscheidungsgewalt dar\u00fcber, ob und wie er seine Probleme l\u00f6sen kann und will. Kognitive Modelle besch\u00e4ftigen sich also st\u00e4rker mit Prozessen wie Entscheidungsfindung, Denken, Probleml\u00f6sung, Vorstellung und verwandten Themen\u00a0 statt ausschliesslich mit beobachtbarem Verhalten (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52.png\"><img class=\"alignright wp-image-621 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52.png\" alt=\" \" width=\"171\" height=\"204\" \/><\/a>In Humanexperimenten zeigte sich der Einfluss von <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Instruktion<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Erwartung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbstbewertung<\/span>,<\/i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbstindoktrination <\/span>usw. auf den Therapieprozess, z.B. bei der Desensibilisierung, aber auch bei den operanten Ans\u00e4tzen (Lefran\u00e7ois, 2006). Offensichtlich ist es nicht gelungen, vor allem in Bezug auf therapeutische oder p\u00e4dagogische Ans\u00e4tze, d.h. ausserhalb des experimentellen Labors, eine Reihe von Ph\u00e4nomenen mit behavioristischen Konzepten befriedigender zu erkl\u00e4ren, als mit konkurrierenden Ans\u00e4tzen unter Einbezug kognitiver Aspekte (Kriz, 2007).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Charakteristisch f\u00fcr die Entwicklung kognitiver Theorien ist die Ber\u00fccksichtigung <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialer<\/i> und <i>kognitiver Merkmale des Lernens<\/i><\/span>. Die sozialen Lerntheorien besitzen ihre Wurzeln zwar auch schon in der ersten H\u00e4lfte des Jahrhunderts, wurden allerdings erst nach einer Phase der Konsolidierung klassischer Lerntheorien ausgearbeitet, spezifiziert und sp\u00e4ter auch von der Verhaltenstherapie als Grundlagen \u00fcbernommen (Reinecker, 2005).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Polemik um den Behaviorismus<\/span><\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nEigentlich war schon im Rahmen der fr\u00fchen amerikanischen Lerntheorien (und selbst auf Versuche mit Ratten beschr\u00e4nkt) die Position des Behaviorismus nicht durchzuhalten. [...] Selbst Skinners \u00abDurst\u00bb \u2014 der erkl\u00e4rt, warum f\u00fcr voll gefressene, aber lange nicht mit Fl\u00fcssigkeit versorgte Ratten nicht Futter, sondern Wasser ein Verst\u00e4rker darstellt \u2014 ist eben nicht so streng behavioral, wie Skinner es gern gehabt h\u00e4tte: Beobachtbar ist eben nur die Trinkbewegung und nicht so etwas wie \u00abDurst\u00bb (Lefran\u00e7ois, 2006).\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\r\n<div id=\"mainscrolldiv\">\r\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\r\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\r\n<div class=\"row\">\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Wichtige Begriffe der kognitiven Modelle<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_622\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53.png\"><img class=\"wp-image-622 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53-300x187.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" \/><\/a> (c) SleepyMoose.com[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Mensch ist <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiv veranlagt<\/i><\/span>: typisches Kennzeichen ist sein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>reflexives Bewusstsein<\/i><\/span>. Der Mensch kann aus der Perspektive eines andern auf sich selbst zur\u00fcckschauen, er kann die Perspektive wechseln.<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\r\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\r\n<div class=\"ilc_page_Page\">\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Ein Kind spielt mit seiner Puppe \u00abMutter und Kind\u00bb, dabei spielt es die Rollen des Kindes und der Mutter abwechselnd selbst (Kriz, 2007).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Neben der Perspektive sind auch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen <\/i><\/span>wichtig. Eine Person stellt Vermutungen an und hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen<\/i><\/span>dar\u00fcber, wie sie von einer andern Person wahrgenommen wird. Und sie hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen<\/i> \u00fcber <i>Erwartungen<\/i><\/span>: die Person hat Erwartungen dar\u00fcber, was andere von ihr erwarten (Kriz, 2007).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Auch in den behavioristischen Therapien zeigte sich der grosse Einfluss von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Instruktion, Erwartung, Selbstbewertung, Selbstindoktrination<\/i><\/span> etc. auf den Therapieprozess. Diese Befunde aus Forschung und vor allem auch aus t\u00e4glicher Praxis veranlassten Verhaltenstherapeuten schon fr\u00fch, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Elemente<\/i><\/span> in ihre Behandlungsmodelle zu integrieren, und dies mit Erfolg. So enstanden immer mehr kognitiv begr\u00fcndete Modifikationen verhaltenstherapeutischer Ans\u00e4tze, wie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Modelllernen<\/i><\/span>(Bandura, auch als soziales Lernen bezeichnet) und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Probleml\u00f6sungstherapien<\/i><\/span>(Kriz, 2007). Der wohl bekannteste Ansatz ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Therapie<\/i><\/span> von Aaron T. Beck, der die kognitive Trias aus negativem Selbstbild, negativer Interpretation der Lebenserfahrungen und nihilistischer Sicht der Zukunft f\u00fcr das Entstehen der Depression verantwortlich machte.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das erkennende Subjekt<\/span><\/h3>\r\nDas <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>erkennende Subjekt<\/i><\/span> als wesentlicher Begriff im Sinne des Kognitivismus wurde von Groeben und Scheele (1977) in die Psychologie eingef\u00fchrt (Nolting &amp; Paulus, 2012):\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als entscheidendes Argument gegen das \u00abbehaviorale Subjektmodell\u00bb f\u00fchren sie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstanwendungsargument<\/i><\/span>an: Der behavioristische Psychologe und Forscher sieht sich selbst kognitivistisch, als erkennendes, aktives Subjekt, welches sich z. B. bestimmte Experimente \u00fcberlegt, sie durchf\u00fchrt, auswertet und die Ergebnisse interpretiert. Seine Versuchspersonen sieht er \u2014 gem\u00e4ss orthodoxer behavioristischer Auffassung \u2014 als \u00fcberwiegend umweltabh\u00e4ngig und reizdeterminiert, weder zur Reflexivit\u00e4t und Rationalit\u00e4t noch zur Autonomie bef\u00e4higt. Diese Auffassung l\u00e4uft auf zwei Psychologien hinaus: dort die weitgehend determinierte Versuchsperson, hier der zu Einsicht und autonomer Entscheidung bef\u00e4higte behavioristische Psychologe und Forscher. In der kognitiv orientierten Psychologie wird zwischen Wissenschaftler und Laien eher eine Gleichrangigkeit angestrebt. Kognitivistische Psychologie kn\u00fcpft deshalb auch mehr als andere Richtungen am Denken der Alltagsmenschen an und macht auch deren \u00abNaive Psychologie\u00bb oder \u00abAlltagspsychologie\u00bb zum Gegenstand ihrer Forschung (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Konstruktivistische Auffassungen<\/b><\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Konstruktivistische Auffassungen gehen noch einen Schritt weiter.\u00a0 Sie gehen mehr oder weniger radikal davon aus, dass der Mensch sich die Wirklichkeit selbst kognitiv konstruiert und in einer Welt aus individuellen Wahrnehmungen und Wissensbest\u00e4nden lebt. In einem selbstgesteuerten Lernprozess eignet sich der Lernende diese Wissensbest\u00e4nde an. Sie bilden die Folie f\u00fcr alle weiteren Erfahrungen, ver\u00e4ndern sich st\u00e4ndig, sind einzigartig und bestimmend f\u00fcr das jeweilige Individuum. Das erworbene Wissen ist demnach kein Kopie der Wirklichkeit, sondern eine idiosynkratische Konstruktion, abh\u00e4ngig von der individuellen subjektiven Erfahrung. Sie ist demnach auch kein \u00ab\u00e4usserer\u00bb Gegenstand, der sich vom Lehrenden zum Lernenden transportieren l\u00e4sst und der ihm dann \u00abeingetrichtert\u00bb werden kann (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"minheight\">\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Problemanalyse und Verhaltensgleichung<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gegen\u00fcber der einfachen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensgleichung<\/i> <\/span>im deskriptiv behavioristischen Ansatz (siehe Kapitel <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-verhaltenstherapie#sorck-modell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lerntheoretische Modelle &gt; SORCK-Modell<\/span><\/a>) wird die Verhaltensgleichung im kognitiv-behavioristischen Ansatz komplizierter:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zwischen Stimulus und Reaktion werden nun (kognitive) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>vermittelnde Prozesse und Strukturen<\/i><\/span> angenommen (z. B. Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen, Attribuierungsgewohnheiten), wie dies beispielhaft in der folgenden Verhaltensgleichung <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>S-WP-IV-V-C<\/b><\/span> gezeigt wird (nach Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\r\n\r\n<table class=\"grid\" width=\"\">\r\n<tbody>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 301px\" align=\"center\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">S<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 171px\" align=\"center\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">WP<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 167px\" align=\"center\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">IV<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 168px\" align=\"center\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 168px\" align=\"center\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">C<\/span><\/strong><\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th style=\"text-align: center;width: 301px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Situation<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th style=\"text-align: center;width: 171px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Wahrnehmung<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th style=\"text-align: center;width: 167px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span style=\"color: #ff0000\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Accent\">Innere Verarbeitung<\/span><\/strong><\/span><\/div><\/th>\r\n<th style=\"text-align: center;width: 168px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Handeln \/ Erleben<\/strong><\/div><\/th>\r\n<th style=\"text-align: center;width: 168px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Konsequenzen<\/strong><\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<td style=\"width: 301px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">\u00dcberdauernde oder akute interne oder externe Bedingungen und Ereignisse (z. B. r\u00e4umliche, zeitliche, materielle Bedingungen; Bed\u00fcrfnislage, Gedanken, Vorhaben des Handelnden)<\/div><\/td>\r\n<td style=\"width: 171px\">\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Orientieren<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aufnehmen und<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Kodieren von Information<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/td>\r\n<td style=\"width: 167px\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Accent\" style=\"color: #ff0000\">Interpretation und Bewertung der Situation...<\/span><\/div><\/td>\r\n<td style=\"width: 168px\">\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verschiedene Ebenen:<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Beobachtbares Verhalten<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Subjektives Erleben<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">K\u00f6rperliche Reaktionen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/td>\r\n<td style=\"width: 168px\">\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verst\u00e4rkung (positiv oder negativ)<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Bestrafung (aversiv, Verlust)<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Keine<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nVerhaltensgleichung (Bartling, Echelmeyer &amp; Engberding, 2008)\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bartling, G., Echelmeyer, L. &amp; Engberding, M. (2008). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Problemanalyse im therapeutischen Prozess. Leitfaden f\u00fcr die Praxis<\/i> <\/span>(5. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer.<\/li>\r\n \t<li>Nolting, H.-P. &amp; Paulus, P. (2012). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie lernen. Eine Einf\u00fchrung und Anleitung<\/span>.<\/i> Weinheim: Beltz.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nicht alle Psychologen konnten sich mit der Betonung vorhersagbarer, maschinenartiger Qualit\u00e4ten menschlicher Funktionen anfreunden, wie sie der mechanistische Behaviorismus lieferte. Etwa um 1960 l\u00e4uteten Vertreter des Kognitivismus eine neue A\u00ebra innerhalb der Psychologie ein. Sie durchbrachen mit ihren Ansichten die starren Reiz-Reaktions-Denkmuster der Behavioristen und lenkten den Blickpunkt auf die <strong>kognitiven<\/strong> (=Denk-) <strong>F\u00e4higkeiten<\/strong> des Menschen. Ihr Beitrag f\u00fcr eine moderne Psychologie ist aus diesem Grund \u00e4usserst wichtig und fruchtbar. Die Kognitivisten gehen davon aus, dass der Mensch <em>Einsicht<\/em> und <em>Voraussicht<\/em> und daher auch Verantwortung und <em>Entscheidungsfreiheit<\/em> besitzt. Als ein denkendes Wesen ist er in der Lage, seine Handlungen zu planen und auch zu \u00fcberdenken. Der Mensch hat die Entscheidungsgewalt dar\u00fcber, ob und wie er seine Probleme l\u00f6sen kann und will. Kognitive Modelle besch\u00e4ftigen sich also st\u00e4rker mit Prozessen wie Entscheidungsfindung, Denken, Probleml\u00f6sung, Vorstellung und verwandten Themen\u00a0 statt ausschliesslich mit beobachtbarem Verhalten (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-621 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52.png\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52.png 171w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-52-65x78.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><\/a>In Humanexperimenten zeigte sich der Einfluss von <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Instruktion<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Erwartung<\/span>, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbstbewertung<\/span>,<\/i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Selbstindoktrination <\/span>usw. auf den Therapieprozess, z.B. bei der Desensibilisierung, aber auch bei den operanten Ans\u00e4tzen (Lefran\u00e7ois, 2006). Offensichtlich ist es nicht gelungen, vor allem in Bezug auf therapeutische oder p\u00e4dagogische Ans\u00e4tze, d.h. ausserhalb des experimentellen Labors, eine Reihe von Ph\u00e4nomenen mit behavioristischen Konzepten befriedigender zu erkl\u00e4ren, als mit konkurrierenden Ans\u00e4tzen unter Einbezug kognitiver Aspekte (Kriz, 2007).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Charakteristisch f\u00fcr die Entwicklung kognitiver Theorien ist die Ber\u00fccksichtigung <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sozialer<\/i> und <i>kognitiver Merkmale des Lernens<\/i><\/span>. Die sozialen Lerntheorien besitzen ihre Wurzeln zwar auch schon in der ersten H\u00e4lfte des Jahrhunderts, wurden allerdings erst nach einer Phase der Konsolidierung klassischer Lerntheorien ausgearbeitet, spezifiziert und sp\u00e4ter auch von der Verhaltenstherapie als Grundlagen \u00fcbernommen (Reinecker, 2005).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Polemik um den Behaviorismus<\/span><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Eigentlich war schon im Rahmen der fr\u00fchen amerikanischen Lerntheorien (und selbst auf Versuche mit Ratten beschr\u00e4nkt) die Position des Behaviorismus nicht durchzuhalten. [&#8230;] Selbst Skinners \u00abDurst\u00bb \u2014 der erkl\u00e4rt, warum f\u00fcr voll gefressene, aber lange nicht mit Fl\u00fcssigkeit versorgte Ratten nicht Futter, sondern Wasser ein Verst\u00e4rker darstellt \u2014 ist eben nicht so streng behavioral, wie Skinner es gern gehabt h\u00e4tte: Beobachtbar ist eben nur die Trinkbewegung und nicht so etwas wie \u00abDurst\u00bb (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div id=\"mainspacekeeper\" class=\"container-fluid ilContainerWidth ilFixedTopSpacer\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"fixed_content\" class=\"ilLeftNavSpace ilContentFixed\">\n<div id=\"mainscrolldiv\">\n<div class=\"ilTabsContentOuter\">\n<div id=\"ilContentContainer\" class=\"container-fluid\">\n<div class=\"row\">\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Wichtige Begriffe der kognitiven Modelle<\/h2>\n<figure id=\"attachment_622\" aria-describedby=\"caption-attachment-622\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-622 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53-300x187.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53-300x187.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53-65x40.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53-225x140.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-53.png 302w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-622\" class=\"wp-caption-text\">(c) SleepyMoose.com<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Mensch ist <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitiv veranlagt<\/i><\/span>: typisches Kennzeichen ist sein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>reflexives Bewusstsein<\/i><\/span>. Der Mensch kann aus der Perspektive eines andern auf sich selbst zur\u00fcckschauen, er kann die Perspektive wechseln.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"il_center_col\" class=\"col-sm-12\">\n<div id=\"ilCOPageContent\" class=\"ilc_page_cont_PageContainer\">\n<div class=\"ilc_page_Page\">\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Beispiel: Ein Kind spielt mit seiner Puppe \u00abMutter und Kind\u00bb, dabei spielt es die Rollen des Kindes und der Mutter abwechselnd selbst (Kriz, 2007).<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Neben der Perspektive sind auch die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen <\/i><\/span>wichtig. Eine Person stellt Vermutungen an und hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen<\/i><\/span>dar\u00fcber, wie sie von einer andern Person wahrgenommen wird. Und sie hat <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erwartungen<\/i> \u00fcber <i>Erwartungen<\/i><\/span>: die Person hat Erwartungen dar\u00fcber, was andere von ihr erwarten (Kriz, 2007).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Auch in den behavioristischen Therapien zeigte sich der grosse Einfluss von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Instruktion, Erwartung, Selbstbewertung, Selbstindoktrination<\/i><\/span> etc. auf den Therapieprozess. Diese Befunde aus Forschung und vor allem auch aus t\u00e4glicher Praxis veranlassten Verhaltenstherapeuten schon fr\u00fch, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Elemente<\/i><\/span> in ihre Behandlungsmodelle zu integrieren, und dies mit Erfolg. So enstanden immer mehr kognitiv begr\u00fcndete Modifikationen verhaltenstherapeutischer Ans\u00e4tze, wie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Modelllernen<\/i><\/span>(Bandura, auch als soziales Lernen bezeichnet) und die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Probleml\u00f6sungstherapien<\/i><\/span>(Kriz, 2007). Der wohl bekannteste Ansatz ist die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>kognitive Therapie<\/i><\/span> von Aaron T. Beck, der die kognitive Trias aus negativem Selbstbild, negativer Interpretation der Lebenserfahrungen und nihilistischer Sicht der Zukunft f\u00fcr das Entstehen der Depression verantwortlich machte.<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<h3><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Das erkennende Subjekt<\/span><\/h3>\n<p>Das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>erkennende Subjekt<\/i><\/span> als wesentlicher Begriff im Sinne des Kognitivismus wurde von Groeben und Scheele (1977) in die Psychologie eingef\u00fchrt (Nolting &amp; Paulus, 2012):<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Als entscheidendes Argument gegen das \u00abbehaviorale Subjektmodell\u00bb f\u00fchren sie das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Selbstanwendungsargument<\/i><\/span>an: Der behavioristische Psychologe und Forscher sieht sich selbst kognitivistisch, als erkennendes, aktives Subjekt, welches sich z. B. bestimmte Experimente \u00fcberlegt, sie durchf\u00fchrt, auswertet und die Ergebnisse interpretiert. Seine Versuchspersonen sieht er \u2014 gem\u00e4ss orthodoxer behavioristischer Auffassung \u2014 als \u00fcberwiegend umweltabh\u00e4ngig und reizdeterminiert, weder zur Reflexivit\u00e4t und Rationalit\u00e4t noch zur Autonomie bef\u00e4higt. Diese Auffassung l\u00e4uft auf zwei Psychologien hinaus: dort die weitgehend determinierte Versuchsperson, hier der zu Einsicht und autonomer Entscheidung bef\u00e4higte behavioristische Psychologe und Forscher. In der kognitiv orientierten Psychologie wird zwischen Wissenschaftler und Laien eher eine Gleichrangigkeit angestrebt. Kognitivistische Psychologie kn\u00fcpft deshalb auch mehr als andere Richtungen am Denken der Alltagsmenschen an und macht auch deren \u00abNaive Psychologie\u00bb oder \u00abAlltagspsychologie\u00bb zum Gegenstand ihrer Forschung (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Konstruktivistische Auffassungen<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Konstruktivistische Auffassungen gehen noch einen Schritt weiter.\u00a0 Sie gehen mehr oder weniger radikal davon aus, dass der Mensch sich die Wirklichkeit selbst kognitiv konstruiert und in einer Welt aus individuellen Wahrnehmungen und Wissensbest\u00e4nden lebt. In einem selbstgesteuerten Lernprozess eignet sich der Lernende diese Wissensbest\u00e4nde an. Sie bilden die Folie f\u00fcr alle weiteren Erfahrungen, ver\u00e4ndern sich st\u00e4ndig, sind einzigartig und bestimmend f\u00fcr das jeweilige Individuum. Das erworbene Wissen ist demnach kein Kopie der Wirklichkeit, sondern eine idiosynkratische Konstruktion, abh\u00e4ngig von der individuellen subjektiven Erfahrung. Sie ist demnach auch kein \u00ab\u00e4usserer\u00bb Gegenstand, der sich vom Lehrenden zum Lernenden transportieren l\u00e4sst und der ihm dann \u00abeingetrichtert\u00bb werden kann (Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"minheight\">\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Problemanalyse und Verhaltensgleichung<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Gegen\u00fcber der einfachen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltensgleichung<\/i> <\/span>im deskriptiv behavioristischen Ansatz (siehe Kapitel <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-verhaltenstherapie#sorck-modell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Lerntheoretische Modelle &gt; SORCK-Modell<\/span><\/a>) wird die Verhaltensgleichung im kognitiv-behavioristischen Ansatz komplizierter:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zwischen Stimulus und Reaktion werden nun (kognitive) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>vermittelnde Prozesse und Strukturen<\/i><\/span> angenommen (z. B. Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen, Attribuierungsgewohnheiten), wie dies beispielhaft in der folgenden Verhaltensgleichung <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>S-WP-IV-V-C<\/b><\/span> gezeigt wird (nach Nolting &amp; Paulus, 2012).<\/p>\n<table class=\"grid\" style=\"width: auto;\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 301px\" align=\"center\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">S<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 171px\" align=\"center\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">WP<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 167px\" align=\"center\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">IV<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 168px\" align=\"center\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\" style=\"text-align: center;width: 168px\" align=\"center\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">C<\/span><\/strong><\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th style=\"text-align: center;width: 301px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Situation<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th style=\"text-align: center;width: 171px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Wahrnehmung<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th style=\"text-align: center;width: 167px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span style=\"color: #ff0000\"><strong><span class=\"ilc_text_inline_Accent\">Innere Verarbeitung<\/span><\/strong><\/span><\/div>\n<\/th>\n<th style=\"text-align: center;width: 168px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Handeln \/ Erleben<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<th style=\"text-align: center;width: 168px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><strong>Konsequenzen<\/strong><\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td style=\"width: 301px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">\u00dcberdauernde oder akute interne oder externe Bedingungen und Ereignisse (z. B. r\u00e4umliche, zeitliche, materielle Bedingungen; Bed\u00fcrfnislage, Gedanken, Vorhaben des Handelnden)<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: 171px\">\n<ul>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Orientieren<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Aufnehmen und<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Kodieren von Information<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"width: 167px\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Accent\" style=\"color: #ff0000\">Interpretation und Bewertung der Situation&#8230;<\/span><\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: 168px\">\n<ul>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verschiedene Ebenen:<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Beobachtbares Verhalten<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Subjektives Erleben<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">K\u00f6rperliche Reaktionen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"width: 168px\">\n<ul>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verst\u00e4rkung (positiv oder negativ)<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Bestrafung (aversiv, Verlust)<\/li>\n<li class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Keine<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Verhaltensgleichung (Bartling, Echelmeyer &amp; Engberding, 2008)<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Bartling, G., Echelmeyer, L. &amp; Engberding, M. (2008). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Problemanalyse im therapeutischen Prozess. Leitfaden f\u00fcr die Praxis<\/i> <\/span>(5. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer.<\/li>\n<li>Nolting, H.-P. &amp; Paulus, P. (2012). <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie lernen. Eine Einf\u00fchrung und Anleitung<\/span>.<\/i> Weinheim: Beltz.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht alle Psychologen konnten sich mit der Betonung vorhersagbarer, maschinenartiger Qualit\u00e4ten menschlicher Funktionen anfreunden, wie sie der mechanistische Behaviorismus lieferte. Etwa um 1960 l\u00e4uteten Vertreter des Kognitivismus eine neue A\u00ebra innerhalb der Psychologie ein. Sie durchbrachen mit ihren Ansichten die starren Reiz-Reaktions-Denkmuster der Behavioristen und lenkten den Blickpunkt auf die kognitiven (=Denk-) F\u00e4higkeiten des Menschen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"menu_order":3,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-242","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":108,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/242\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1554,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/242\/revisions\/1554"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/108"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/242\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=242"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=242"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=242"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}