{"id":185,"date":"2020-02-18T14:20:49","date_gmt":"2020-02-18T13:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/?post_type=chapter&#038;p=185"},"modified":"2024-08-22T19:01:24","modified_gmt":"2024-08-22T17:01:24","slug":"klassische-lerntheorien","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/klassische-lerntheorien\/","title":{"raw":"Klassische Lerntheorien","rendered":"Klassische Lerntheorien"},"content":{"raw":"<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Kapitel stellt die so genannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassischen Lerntheorien<\/i><\/span> und ihre Autoren in kurzen Zusammenfassungen vor.\u00a0 Anf\u00e4nglich haben sich diese Theorien vor allem auf das Verhalten von Tieren bezogen; auf den Menschen wird als Spezialfall eines Tieres geschlossen. Erst sp\u00e4ter, mit dem Aufkommen der Verhaltenstherapie, wurden die Konzepte auch f\u00fcr die Erkl\u00e4rung und f\u00fcr die Beeinflussung menschlichen Verhaltens herangezogen.<\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Iwan P. Pawlow:<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klassische Konditionierung<\/span> <\/i>und Bildung von Assoziationen<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Edward L. Thorndyke: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><em>Gesetz des<\/em> <i>Effektes<\/i><\/span> (Law of effect)<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">John B. Watson: Klassische Konditionierung, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Behaviorismus<\/i><\/span><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Burrhus F. Skinner: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Operante Konditionierung<\/i><\/span><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Clark L. Hull: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verst\u00e4rkungstheorie<\/i><\/span><\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Edwin R. Guthrie: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontiguit\u00e4tstheorie<\/i><\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Pawlow: Klassische Konditionierung<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassische Konditionierung<\/i><\/span> ist eine der Grundlagen des lerntheoretischen Modells und besagt, dass einem nat\u00fcrlichen, meist angeborenen, sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-style: italic\">unbedingten <\/span>Reflex durch Lernen ein neuer, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bedingter<\/i><\/span> Reflex hinzugef\u00fcgt werden kann. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reflexe<\/i><\/span>sind einfache, unbeabsichtigte und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ungelernte Verhaltensweisen<\/span>, unwillk\u00fcrliche und weitgehend unkontrollierbare Reaktionen.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_586\" align=\"alignright\" width=\"138\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32.png\"><img class=\"wp-image-586 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32.png\" alt=\"Fotografie von Iwan Pawlow.\" width=\"138\" height=\"194\" \/><\/a> (c) Wikipedia[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Entdeckt wurde der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bedingte Reflex<\/i><\/span> durch den in Sankt Petersburg lebenden Physiologen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Iwan Pawlow<\/i><\/span>(1849\u20141936). Dieser untersuchte in den 90er-Jahren des 19. Jahrhunderts die Physiologie des Verdauungsapparates in Tierexperimenten (und zwar an Hunden). Daf\u00fcr hatte er mit seinen Mitarbeitern Instrumente und Prozeduren zur genauen quantitativen Bestimmung des Speichelsekrets entwickelt. Bei diesen Experimenten stellte er nun fest, dass nicht nur durch das Futter im Maul die Speichelsekretion ausgel\u00f6st wurde, sondern dass auch schon durch den Anblick des Futters, die Schritte des Experimentators oder durch einen Glockenton, die der F\u00fctterung vorausgingen, dieser Reflex hervorgerufen wurde (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reflex <\/span>ist eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ungelernte Reaktion<\/span>, wie Speichelfluss, Pupillenkontraktion etc. F\u00fcr die folgende Erkl\u00e4rung wird der Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Reaktion <\/span>verwendet!<\/div>\r\n<\/div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_587\" align=\"alignright\" width=\"440\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33.png\"><img class=\"wp-image-587 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33.png\" alt=\"Bild mit dem Ablaufschema der klassichen Konditionierung des Pawlowschen Hundes.\" width=\"440\" height=\"257\" \/><\/a> (c) Wikipedia[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Futter ist der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Stimulus (UCS)<\/span>. Futter wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Stimulus <\/span>bezeichnet, weil es ein Umweltereignis ist, welches den Organismus beeinflusst, und es wird <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditioniert <\/span>genannt, weil es zu einer Reaktion f\u00fchrt (einer Muskel- oder Dr\u00fcsenreaktion), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ohne <\/span>dass zuvor Lernen stattgefunden hat.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Speichelfluss in Reaktion auf das Futter wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Reaktion (UCR)<\/span> bezeichnet, weil er mit einem unkonditionierten Stimulus assoziiert ist. Demzufolge ist eine unkonditionierte Reaktion eine Reaktion, die ohne Lernen auftritt.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wenn nun ein UCS (z. B. Futter) oft genug mit einem neutralen Stimulus kombiniert wird, wird dieser neutrale Stimulus schliesslich die Reaktion ausl\u00f6sen, die urspr\u00fcnglich nur mit dem UCS assoziiert war (in diesem Falle Speichelfluss). Wenn z. B. jedesmal eine Glocke ert\u00f6nt, wenn dem Hund Futter pr\u00e4sentiert wird, dann wird schliesslich die Glocke als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierter Stimulus (CS)<\/span> die Reaktion des Speichelns ausl\u00f6sen. Dies ist nun eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierte Reaktion (CR)<\/span>. (nach Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">klassische Konditionierung<\/span> besagt, dass einer nat\u00fcrlichen, meist angeborenen, sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierten Reaktion<\/span> durch Lernen eine neue, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierte Reaktion<\/span> hinzugef\u00fcgt werden kann.<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die klassische Konditionierung ist die Grundlage f\u00fcr die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstherapie<\/i><\/span>, deren Techniken angewendet werden, um \u00c4ngste, Zwangshandlungen oder angst\u00e4hnliche Symptome zu behandeln. Bekannt sind solche Techniken als Gegenkonditionierung, Aversionstherapie, systematische Desensibilisierung, Extinktion und \u00abFlooding\u00bb (mehr dazu in den Kapiteln zu <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-verhaltenstherapie\/\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Verhaltenstherapien<\/a> und <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-konzepte\/\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Konzepte<\/a>).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Lernen vorhersagbarer Signale<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beispiel f\u00fcr klassische Konditionierung (nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 246)<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Stelle dir vor, du bist im Kino und siehst dir einen Horrorfilm an. Als der Held sich einer geschlossenen T\u00fcr n\u00e4hert, wird die Musik des Soundtracks d\u00fcster und bedrohlich. Du hast pl\u00f6tzlich das Gef\u00fchl, aufschreien zu wollen: \u00abGeh nicht durch diese T\u00fcr!\u00bb Du bemerkst zwischenzeitlich, dass dein Puls rast und dass du f\u00fcrchterlich schwitzst. Aber warum? Irgendwie hat dein K\u00f6rper gelernt, eine physiologische Reaktion (rasender Puls) zu produzieren, wenn ein Umweltereignis (beispielsweise angsterregende Musik) mit einem weiteren (unheimliches visuelles Ereignis) assoziiert ist. Diese Art des Lernens wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klassisches Konditionieren<\/span>bezeichnet. Es handelt sich um eine Grundform des Lernens, wobei ein Stimulus oder Ereignis das Auftreten eines anderen Stimulus oder Ereignisses vorhersagt. Der Organismus lernt eine neue <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Assoziation <\/span>zwischen zwei Stimuli \u2014 einem Stimulus, der zuvor die Reaktion nicht hervorrief, und einem Stimulus, der die Reaktion nat\u00fcrlicherweise hervorruft. Die angeborene F\u00e4higkeit, Paare von Ereignissen in der Umwelt schnell zu assoziieren, hat einschneidende Folgen f\u00fcr das Verhalten des Menschen.<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\r\n<div class=\"textbox__content\">[Anmerkung aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008: Im Deutschen wird neben dem Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u201eStimulus\"<\/b><\/span> gleichbedeutend auch <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u201eReiz\"\u00a0<\/b><\/span>verwendet. Aus Koh\u00e4renzgr\u00fcnden mit der englischen Abk\u00fcrzungsterminologie wird in eher technischem Zusammenhang \u201eStimulus\" verwendet. So f\u00fchrt Stimulus-Reaktion zur im Deutschen gebr\u00e4uchlichen Abk\u00fcrzung\u00a0<b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">S-R<\/span><\/b> (wie auch im Englischen aus stimulus-response entstehend) und nicht zu dem im Deutschen ungebr\u00e4uchlichen R-R (Reiz-Reaktion).]<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zum klassischen Konditionieren<\/h3>\r\nDer folgende Videoausschnitt zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassischen Konditionierung<\/i><\/span> mit dem Psychologen Philip G. Zimbardo zeigt unter anderem Originalaufnahmen von Pawlows Experimenten (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/17_ClassicalConditioning-IvanPavlov_H264.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/17_ClassicalConditioning-IvanPavlov_H264.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Thorndyke: Gesetz des Effektes<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_590\" align=\"alignright\" width=\"158\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34.png\"><img class=\"wp-image-590 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34.png\" alt=\"Forografie von Edward Lee Thorndike.\" width=\"158\" height=\"203\" \/><\/a> Edward Lee Thorndike (c) Wikipedi[\/caption]\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Edward L. Thorndike<\/i><\/span> (1874\u20141949) gilt als Pionier der amerikanischen Lerntheorien (Kriz, 2007). Seine Lerntheorie begr\u00fcndete die Grundlagen des Behaviorismus: Lernen ist f\u00fcr Thorndyke die Bildung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assoziationen<\/i><\/span> (Verkn\u00fcpfungen) zwischen Stimuli oder Situationen (S) und Reaktionen (R). Die Assoziationen oder Gewohnheiten werden verst\u00e4rkt durch die H\u00e4ufigkeit der Stimulus-Reaktions-Verbindungen (Konnektionismus). Basis der S-R-Theorie ist das Lernen durch Versuch und Irrtum (trial and error), wobei sich die Reaktionen verfestigen, die belohnt werden.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Thorndikes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konnektionismus-Theorie<\/i><\/span> besteht haupts\u00e4chlich aus drei Gesetzm\u00e4ssigkeiten:<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Effektgesetz<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Reaktionen auf eine Situation, die belohnt werden, werden verst\u00e4rkt und werden zu Gewohnheiten. Wichtig ist dabei das zeitgleiche Auftreten (Kontiguit\u00e4t).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Zusammengeh\u00f6rigkeit<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zusammengeh\u00f6rende Verbindungen (verkettete Reaktionen) werden leichter gelernt.<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00dcbungseffekt<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">S-R-Verbindungen werden mit \u00dcbung verst\u00e4rkt, und abgeschw\u00e4cht, wenn die \u00dcbung fehlt.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">Thorndike versteht unter <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Lernen<\/i> <\/span>die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bildung<\/i> von <i>Assoziationen<\/i> zwischen<\/span> Situationen und Reaktionen durch einen Organismus.<\/div>\r\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Law of effect: <\/b><\/span>Verhaltensweisen, die kurz vor einem befriedigenden Zustand gezeigt werden, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholt.<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\">In seinen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Experimenten<\/i> <\/span>benutzte Thorndike z. B. einen K\u00e4fig f\u00fcr Katzen, der von innen durch einen bestimmten Mechanismus zu \u00f6ffnen war. Die Katze dr\u00fcckt einen bestimmten Hebel, und die K\u00e4figt\u00fcr \u00f6ffnet sich (siehe Video im folgenden Abschnitt). Nach vielen Versuchen merkt die Katze, dass das Niederdr\u00fccken des Hebels (S) mit dem \u00d6ffnen der T\u00fcr (R) korrespondiert, sie hat eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assoziation<\/i> <\/span>gebildet.\r\nDer \u00dcbungseffekt besagt, dass sich die S-R-Verbindung durch das mehrmalige Vorkommen und die Belohnung festigt (Effektgesetz), und weil die dazu f\u00fchrenden Schritte eine Sequenz bilden (Zusammengh\u00f6rigkeit).<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das von Thorndike 1911 formulierte Effektgesetz macht den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erfolg<\/i> <\/span>des Verhaltens, auf das hin ein angestrebter Zustand eintritt, f\u00fcr die Fixierung der Handlung verantwortlich. Thorndikes Verdienst aus der Sicht der Behavioristen war es, sich experimentell mit beobachtbaren Verhaltensweisen auseinander gesetzt und weitgehend auf die Verwendung erlebnispsychologischer Begriffe verzichtet zu haben (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zu Thorndyke: Gesetz des Effekts<\/h3>\r\nDer folgende Videoausschnitt demonstriert das von Thorndyke formulierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gesetz des <i>Effekts<\/i><\/span>. Eine Katze wird in einen geschlossenen K\u00e4fig gesetzt und findet anf\u00e4nglich per Zufall den \u00d6ffnungmechanismus, mit dem sie den K\u00e4fig \u00f6ffnen und ans Futter gelangen kann. Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erfolg<\/i> <\/span>dieses Verhaltens bewirkt, dass das Verhalten der Katze <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>fixiert<\/i><\/span> wird (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).\r\n\r\n&nbsp;\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/18_thorndike-puzzle-box_untertitel.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/18_thorndike-puzzle-box_untertitel.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Watson: Behaviorismus<\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_591\" align=\"alignright\" width=\"127\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35.png\"><img class=\"wp-image-591 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35.png\" alt=\"Foto von John B. Watson\" width=\"127\" height=\"160\" \/><\/a> John B. Watson[\/caption]\r\n\r\nJohn B. Watson (1878\u20141958) ist der Begr\u00fcnder des amerikanischen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Behaviorismus. <\/span>Er wollte damit eine Psychologie nach den Prinzipien der Naturwissenschaft entwerfen.\r\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Psychologie aus der Sicht des Behavioristen<\/span><\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Unter diesem Titel verfasste Watson im Jahr 1913 einen Artikel, der oft als das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">behavioristische <i>Manifest<\/i><\/span> bezeichnet wird. Darin stellt er seine Position so dar:<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Psychologie aus der Sicht des Behavioristen ist ein rein objektiver Zweig der Naturwissenschaften. Ihr theoretisches Ziel ist die Vorhersage und Kontrolle von Verhalten. Introspektion bildet keinen essenziellen Teil ihrer Methoden. (S. 158)<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Am Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte in Europa und besonders in Deutschland in der Psychologie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Introspektion<\/i>, <\/span>eine psychologische Forschungsmethode, bei der die Versuchspersonen \u00fcber ihr bewusstes Erleben berichten (Kriz, 2007). Watson postulierte dagegen, dass <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bewusstsein<\/i> <\/span>ein irrelevantes Konzept ist, da menschliches Handeln \u00fcber das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sichtbare Verhalten<\/i><\/span> verstanden werden kann. Wenn die Psychologie auf tats\u00e4chliches Verhalten beschr\u00e4nkt wird, wird sie klarer und widerspruchsfreier, so Watson (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Erkl\u00e4rung des Lernens<\/span><\/h4>\r\n[caption id=\"attachment_592\" align=\"alignright\" width=\"372\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36.png\"><img class=\"wp-image-592 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36.png\" alt=\"Grafik zum Prinzip der Black Box: Links Stimulus, geht \u00fcber die Black Box in der Mitte nach rechts: Reaktion\" width=\"372\" height=\"88\" \/><\/a> (c) www.uni-due.de\/[\/caption]\r\n\r\nWatsons <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erkl\u00e4rung des Lernens<\/i><\/span> basiert unmittelbar auf Pawlows Modell der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">klassischen <i>Konditionierung<\/i><\/span>. Der Organismus ist eine<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Black-Box<\/span><\/i>. Der Reiz (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Stimulus<\/i><\/span>) f\u00fchrt als Input \u00fcber die Black-Box zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reaktion <\/span>(Output) als Ergebnis. Deshalb auch die Bezeichnung Reiz-Reaktions-Psychologie oder stimulus-response-psychology (S-R psychology).\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Menschen werden mit einer Vielzahl von Reflexen geboren, sagt Watson. Diese Reflexe sind u.a. k\u00f6rperliche Reaktionen und Dr\u00fcsenreaktionen, wie Speichelfluss in Reaktion auf Nahrung, oder Blinzeln in Reaktion auf einen Luftstoss, und eine Handvoll emotionaler Reaktionen wie Angst und Wut und Liebe. Jeder dieser Reflexe kann durch einen spezifischen Stimulus ausgel\u00f6st werden. So k\u00f6nnten z. B. Gef\u00fchle von Liebe durch Gestreicheltwerden ausgel\u00f6st werden; Angst dadurch, dass man pl\u00f6tzlich aus grosser H\u00f6he fallengelassen wird und \u00c4rger dadurch, dass man festgehalten wird. Pawlows Modell klassischer Konditionierung stellt klar, behauptet Watson, dass jeder erkennbare Stimulus, der zum Zeitpunkt einer reflektorischen Reaktion vorhanden ist, als ein CS dienen kann. Wenn dieser Stimulus oft genug vorhanden ist, wird er schliesslich mit der Reaktion assoziiert. (Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Erziehung und P\u00e4dagogik<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Watsons unersch\u00fctterliche \u00dcberzeugung, dass Erfahrungen alles determinieren, was Menschen tun und wissen, f\u00fchrt logischerweise zu dem Glauben, dass alle Menschen grunds\u00e4tzlich gleich sind \u2014 dass die Unterschiede zwischen den Prominenten und den Unbekannten, den Armen und den Reichen, den Mutigen und den \u00c4ngstlichen nur eine Frage unterschiedlicher Erfahrungen und Chancen sind. Diese inh\u00e4rent egalit\u00e4re Sichtweise der menschlichen Bedingungen hat sich als \u00e4usserst popul\u00e4r erwiesen. [...]<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Theorie eignet sich aber auch f\u00fcr strenge Vorschriften in der Kindererziehung und Ausbildung sowie f\u00fcr Ausbildung und Kontrolle beim Milit\u00e4r, in der Industrie und anderswo. Sie behauptet, dass menschliches Verhalten durch kluge Verkn\u00fcpfungen von Stimulus- und Reaktionsereignissen kontrolliert werden kann. K\u00fcsst und liebkost eure Kinder nicht, forderte Watson, sch\u00fcttelt ihre H\u00e4nde und arrangiert dann ihre Umgebung so, dass die gew\u00fcnschten Verhaltensweisen unter die Kontrolle geeigneter Stimuli fallen. (Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Forschung und Praxis<\/span><\/h4>\r\nViele Behavioristen hatten mit der Entwicklung und Abgrenzung ihrer <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>objektiven Psychologie<\/i><\/span> gegen\u00fcber der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Introspektion<\/span> nicht nur wissenschaftliche Ziele im Auge, sondern sie wollten damit auch eine gr\u00f6ssere Relevanz ihrer Ideen f\u00fcr die p\u00e4dagogische und klinische Praxis erreichen. Im Gegensatz zu den Ergebnissen der Introspektion konnte das behavioristische Programm in diese Praxis einfliessen. Daher war das Verh\u00e4ltnis der meisten Behavioristen zur Psychoanalyse aufgrund deren praktischer Relevanz ausgesprochen gut (Kriz, 2007).\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bsp. Der kleine Albert<\/h3>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <em><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Angstkonditionierung <\/span><\/em>ist eines der bekanntesten Ph\u00e4nomene der klassischen Konditionierung. John B. Watson und seine Kollegin Rosalie Rayner versuchten im Experiment mit dem \u00abkleinen Albert\u00bb nachzuweisen, dass viele Furchtreaktionen als eine Paarung eines neutralen Stimulus mit etwas nat\u00fcrlich Furchtausl\u00f6sendem verstanden werden k\u00f6nnen (Zimbardo und Gerrig, 2008). Es hat damit eine <em><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reizgeneralisierung <\/span><\/em>stattgefunden (siehe auch Kapitel \u00ab<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-konzepte#generalisierung-und-diskrimination\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Konzepte &gt; Generalisierung<\/a>\u00bb).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\r\n<div class=\"textbox__content\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37.png\"><img class=\"alignright wp-image-593 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37.png\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"200\" \/><\/a>Watson und Rayner (1920) trainierten Albert, Furcht vor einer weissen Ratte zu haben, die er urspr\u00fcnglich gerne mochte, indem sie das Erscheinen der Ratte mit einem aversiven UCS paarten \u2014 ein lautes Ger\u00e4usch direkt hinter ihm, das durch Schlagen mit einem Hammer auf einen Stahlstab erzeugt wurde. Die unkonditionierte Schreckreaktion und der emotionale Stress auf das unangenehme Ger\u00e4usch hin bildeten die Basis f\u00fcr das Lernen der Furchtreaktion beim Erscheinen der weissen Ratte.<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">Alberts Furcht entwickelte sich in nur sieben Konditionierungsdurchg\u00e4ngen. Als Albert lernte, vor dem gef\u00fcrchteten Stimulus zu fliehen, erweiterte sich die emotionale Konditionierung zu einer Verhaltenskonditionierung. Die Furcht des Kindes generalisierte sich dann auf andere pelzige Objekte, wie beispielsweise einen Hasen, einen Hund und auch auf eine Nikolausmaske!<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">(Alberts Mutter, eine Amme in dem Hospital, in dem die Untersuchung durchgef\u00fchrt wurde, hatte Albert weggebracht, bevor die Forscher die experimentell konditionierte Furcht wieder l\u00f6schen konnten. Daher wissen wir nicht, was mit dem kleinen Albert weiter geschah [...]). (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 257)<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\r\n<div class=\"textbox__content\">Das Experiment ist in vielerlei Hinsicht umstritten und dient hier lediglich als plakatives Beispiel!<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"skinner-operante-konditionierung\"><\/a>Skinner: Operante Konditionierung<\/h2>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die behavioristische Lerntheorie von B.F. (Burrhus Frederic) Skinner (1904\u20141990) basiert auf dem Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>operanten<\/i> <\/span>(oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>instrumentellen<\/i><\/span>) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konditionierung<\/i><\/span>. Verhaltens\u00e4nderungen sind das Ergebnis individueller Reaktionen auf Ereignisse (Stimuli) in der Umgebung eines Individuums. Wenn ein bestimmtes Stimulus-Reaktions-Muster durch Belohnung verst\u00e4rkt wird, wird das Individuum auf diese Reaktion hin konditioniert.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38.png\"><img class=\"alignright wp-image-594 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38.png\" alt=\"Fotografie von B.F. Skinner.B.F. Skinner\" width=\"186\" height=\"271\" \/><\/a>Der Unterschied zur klassischen Konditionierung besteht darin, dass der Organismus selber Reaktionen generieren kann statt nur auf externe Stimuli zu reagieren. Skinner unterscheidet deshalb (1) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Antwortverhalten<\/i> <\/span>(auch: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>respondentes Verhalten<\/i><\/span>, \u00abelicited behavior\u00bb), bei dem der ausl\u00f6sende Stimulus beobachtbar ist, und (2) <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">operantes Verhalten<\/span> <\/i>(\u00abemitted behavior\u00bb), eine spontan auftretende Reaktionsform, die (das Tier) also von sich aus hervorbringt. Skinner betonte, dass Verhalten zum gr\u00f6ssten Teil nicht an Reize gebunden sei, und besch\u00e4ftigte sich daher in seinen Experimenten fast ausschliesslich mit der zweiten Art (Kriz, 2007).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verst\u00e4rkung<\/i> <\/span>ist das wichtigste Element in Skinners S-R-Theorie. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verst\u00e4rker <\/span>sind Verhaltenskonsequenzen, die die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erh\u00f6hen.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>positiver Verst\u00e4rkung<\/i><\/span> folgt auf ein gezeigtes Verhalten eine als angenehm erlebte Konsequenz, bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negativer Verst\u00e4rkung<\/i><\/span> bleibt eine unangenehme Konsequenz aufgrund des gezeigten Verhaltens aus.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bestrafung<\/i> <\/span>nennt man Konsequenzen, die das Auftreten eines Verhaltens unwahrscheinlicher machen. Bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>direkter<\/i> <i>Bestrafung<\/i><\/span> folgt auf ein Verhalten eine unangenehme Konsequenz, bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>indirekter<\/i> <i>Bestrafung<\/i><\/span> ist die Konsequenz auf das Verhalten der Entzug eines angenehmen Reizes.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">L\u00f6schung (Extinktion)<\/span> <\/i>werden alle Konsequenzen, die ein Verhalten aufrechterhalten, systematisch aufgehoben (Petermann et al., 2011).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h3>Verhaltenskonsequenzen mit Beispielen (aus Petermann et al., 2011)<\/h3>\r\n<div>\r\n<table class=\"grid\" width=\"\">\r\n<tbody>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Positive Konsequenz<\/div><\/th>\r\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Negative Konsequenz<\/div><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Darbietung einer Konsequenz<\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Positive Verst\u00e4rkung<\/span><\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verhaltensrate: zunehmend<\/div>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Bsp. Lob, nachdem ein Kind sein Zimmer aufger\u00e4umt hat.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Direkte Bestrafung<\/span>\r\nVerhaltensrate: abnehmend\r\nBsp. Tadel f\u00fcr schlechtes Betragen.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Ausbleiben einer Konsequenz<\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Indirekte Bestrafung<\/span>\r\nVerhaltensrate: abnehmend\r\nBsp. Ausschalten des Fernsehers bei Streit um die Fernbedienung.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Negative Verst\u00e4rkung<\/span>\r\nVerhaltensrate: zunehmend\r\nBsp. Verk\u00fcrzung der Haftzeit aufgrund guter F\u00fchrung.<\/div><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr valign=\"top\">\r\n<th>\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Wegfall jeglicher Konsequenz<\/div><\/th>\r\n<td width=\"\">\r\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">L\u00f6schung<\/span>\r\nVerhaltensrate: abnehmend\r\nBsp. Ignorieren eines quengelnden Kindes an der Supermarktkasse.<\/div><\/td>\r\n<td width=\"\"><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox\">Instrumentelle oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">operante Konditionierung<\/span> bedeutet, dass Verhaltensweisen oder physiologische Reaktionen h\u00e4ufiger auftreten, wenn diesen Reaktionen ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">verst\u00e4rkender Reiz <\/span>folgt.<\/div>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Verhaltensformung und N\u00e4herungslernen <\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Skinners Theorie beeindruckte viele Zeitgenossen durch ihre Sparsamkeit der Erkl\u00e4rung und durch die experimentelle Nachpr\u00fcfbarkeit (Kriz, 2007). \u00dcberzeugend war auch Skinners Demonstration der Verhaltensformung (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>shaping<\/i><\/span>) bzw. des N\u00e4herungslernens (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>approximation<\/i><\/span>): Dabei wird nicht erst eine bestimmte Verhaltensleistung belohnt (etwa das Dr\u00fccken einer Taste in der Skinner-Box \u2014 auf dessen zuf\u00e4llig spontanes Auftreten man ja zun\u00e4chst lange warten m\u00fcsste), sondern schon Verhaltensteile, die sich dem gew\u00fcnschten Endverhalten ann\u00e4hern (z. B. Blicken in Richtung des Hebels, dann Hinlaufen, dann Pfote-Heben und letztlich das Dr\u00fccken). (Kriz, 2007)<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Zerlegung von Verhaltenssequenzen<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Komplizierte Verhaltenssequenzen k\u00f6nnen konditioniert werden, indem sie in kleine, oft spontan auftretende Schritte zerlegt werden. Dies ist eine wichtige Erkenntnis und Vorbild f\u00fcr viele verhaltenstherapeutische Pl\u00e4ne. Skinner erprobte auch unterschiedliche Verst\u00e4rkungspl\u00e4ne und wirkte sp\u00e4ter unmittelbar an der Etablierung der Verhaltenstherapie mit (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kritik an Skinner<\/span>:<\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Obschon Skinners System viele Verhaltensweisen gut erkl\u00e4ren und vorhersagen kann, gibt es doch viele Einw\u00e4nde. Sie beziehen sich vor allem auf die Suche nach Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Verhalten nur ausserhalb der Person, ohne Ber\u00fccksichtigung innerpsychischer Vorg\u00e4nge, und die damit einher gehende Leugnung von Freiheit und Autonomie (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\r\n\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zur operanten Konditionierung<\/h3>\r\n<div class=\"textbox__content\">Das folgende Video zeigt einige Konzepte der operanten Konditionierung nach Skinner (Filmprojekt im Rahmen des Seminarfachs Psychologie, Carl-Friedrich-Gauss-Schule Hemmingen, Autor: Adrian Jagusch et al., siehe Abspann).<\/div>\r\n<div>\r\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/08\/Behaviorismus_nach_B_F_Skinner_YouTube.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/08\/Behaviorismus_nach_B_F_Skinner_YouTube.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox__content\">(Quelle: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/cewZuod_OFg\">https:\/\/youtu.be\/cewZuod_OFg<\/a>)<\/div>\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Weiterf\u00fchrende Literatur <\/span><\/h4>\r\nLefran\u00e7ois, Guy R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Psychologie des Lernens<\/i><\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer. Darin Kapitel: Operante Konditionierung: Skinners radikaler Behaviorismus.\r\n<h2>Guthrie und Hull<\/h2>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Clark L. Hull<\/h3>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Lerntheorie von Clark L. Hull (1884\u20141952) stellt in einem stark formalisierten System die Beziehungen dar, die zwischen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eingangs-, intervenierenden und Ausgangsvariablen<\/i><\/span> bestehen sollten. Die Formalisierung wurde von vielen Behavioristen als Fortschritt bewertet, obschon Hulls Begriffe nicht rein behavioristisch waren.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Hull vertrat die Meinung, dass Verhalten weitgehend aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reiz-Reaktions-Verbindungen<\/i> <\/span>aufgebaut sei (wenn auch in komplexen Zusammenh\u00e4ngen und Hierarchien), aber er bezog in seine umfassende Theorie auch psychische und kognitive Ph\u00e4nomene mit ein, wollte aber, um in grunds\u00e4tzlicher \u00dcbereinstimmung mit dem Behaviorismus zu bleiben, alle diese Begriffe und Ph\u00e4nomene rein physiologisch verstanden wissen (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox\">Die Lerntheorie Hulls steht f\u00fcr Formalisierung und R\u00fcckgriff auf intervenierende Variablen. Vermittelnde interne Zust\u00e4nde (biologisch-evolution\u00e4r begr\u00fcndet) sind Bindeglieder unterschiedlicher Lernprinzipien.<\/div>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Verst\u00e4rkung als zentraler Faktor f\u00fcr das Lernen\r\n<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Das zentrale Element des Hull'schen Ansatzes ist die Verst\u00e4rkungstheorie: Der Reiz (bzw. Stimulus) erh\u00e4lt hier den Charakter eines Hinweises (\u201ecue\" \u2014 z. B. bestimmte Wege im Labyrinth), der zusammen mit dem (An-)Trieb (\u201edrive\" \u2014 z. B. Hunger) f\u00fcr die Reaktion (\u201eresponse\" \u2014 Laufen dieser Wege) verantwortlich ist; wesentlich dabei ist aber \u2014 \u00e4hnlich wie schon bei Thorndike \u2014 die Erreichung eines lustbetonten Zustandes durch Verst\u00e4rker (\u201ereward\" \u2014 hier: Futter) f\u00fcr die Verbindung zwischen diesem Verhalten und den vorangegangenen Reizen. (Kriz, 2007)<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nTrotz aufwendiger Formalisierung hat sich Hulls System nicht als n\u00fctzlich f\u00fcr die Vorhersage von Verhalten erwiesen (Lefran\u00e7ois, 2006). Die Theoriebildung von Hull beeinflusste aber zahlreiche sp\u00e4tere Theorien und Autoren:\r\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Spence: Belohnungs-Anreiz-Theorie<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Dollard &amp; Miller (1950): Beschreibung und Erkl\u00e4rung psychotherapeutischer Prozesse auf Basis der Hull\u2018schen Lerntheorie.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Joseph Wolpe (1958): Entwicklung der Systematischen Desensibilisierung.<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Mowrer (1960): Zwei-Faktoren-Theorie des Lernens<\/li>\r\n \t<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Solomon (1960): Zwei-Prozess-Theorie<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ausf\u00fchrliche Darstellung des hypothetisch-deduktiven Systems von Clark L. Hull:\r\nLefran\u00e7ois, G. R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie des Lernens<\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer, S. 73-83<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Edwin R. Guthrie<\/h3>\r\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontiguit\u00e4tstheorie<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Edwin R. Guthrie (1886\u20141959) postuliert in seinem Ansatz: \u00abStimulusmuster, die zurzeit einer Reaktion aktiv sind, tendieren dazu, wenn sie wiederholt werden, diese Reaktion auszul\u00f6sen\u00bb (Guthrie, 1938; nach Schorr, 1984, S. 94f.). Gem\u00e4ss Guthrie ist jeder Lernvorgang eine Konsequenz der Verkn\u00fcpfung eines bestimmten Reizes (Stimulus) mit einer bestimmten Reaktion. Ausserdem argumentierte er, dass die Reize und Reaktionen spezifische sensomotorische Muster beeinflussen; gelernt werden also eher Bewegungen (movements), nicht Verhalten. \u00abDas Prinzip der Assoziation oder Konditionierung ist keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr einen noch so kleinen Verhaltensausschnitt. Es ist lediglich ein Hilfsmittel, das die Erkl\u00e4rung unterst\u00fctzt. Ein Hilfsmittel kann nicht wahr oder unwahr sein, es ist n\u00fctzlich oder nutzlos\u00bb (Guthrie, 1935; nach Schorr, 1984, S. 94f.).<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nach Replikation des weiter oben beschriebenen Experiments von Thorndike zeigte Guthrie (mit Hilfe automatischer Photokameras), dass Versuchstiere jene Bewegungsweisen wiederholen, die beim ersten zuf\u00e4lligen Finden des \u00d6ffnungsmechanismus zum Erfolg gef\u00fchrt hatten. Die letzte, entscheidende Handlungsreaktion, welche die Reizsituation beendet, wird also gelernt (Kriz, 2007).<\/p>\r\n\r\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Reizmuster und Handlung<\/span><\/h4>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In der Kontiguit\u00e4tstheorie spielen Belohnung und Bestrafung keine wesentliche Rolle. Wesentlich ist vielmehr die r\u00e4umlich-zeitliche N\u00e4he zwischen dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reizmuster <\/span>und der erfolgreichen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Handlung (<\/span>Kontiguit\u00e4tsprinzip). Die Verbindung zwischen Reiz(muster) und Reaktion(smuster) erfolgt dabei in einem einzigen Durchgang, nach dem \u00abAlles-oder-Nichts\u00bb-Gesetz und nicht graduell, wie von Hull postuliert (Kriz, 2007). Wiederholungen festigen das Gelernte durch Herausbilden von Gewohnheiten. F\u00fcr das Lernen ist nach Guthrie einzig das zeitliche Zusammentreffen von Reiz und Reaktion, das als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Kontiguit\u00e4t<\/span> bezeichnet wird, von Bedeutung.<\/p>\r\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ausf\u00fchrlicher Text zur Lerntheorie von Edwin Guthrie:\r\nLefran\u00e7ois, G. R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie des Lernens<\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer, S. 49-57<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h4>Literatur<\/h4>\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bodenmann, Guy, Perrez, Meinrad &amp; Sch\u00e4r, Marcel. (2011). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Klassische Lerntheorien. Grundlagen und Anwendungen in Erziehung und Psychotherapie<\/i><\/span> (Psychologie Lehrbuch, 2. Aufl.). Bern: Verlag Hans Huber.<\/li>\r\n \t<li>Lefran\u00e7ois, Guy R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Psychologie des Lernens<\/i><\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer.<\/li>\r\n<\/ul>","rendered":"<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das folgende Kapitel stellt die so genannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassischen Lerntheorien<\/i><\/span> und ihre Autoren in kurzen Zusammenfassungen vor.\u00a0 Anf\u00e4nglich haben sich diese Theorien vor allem auf das Verhalten von Tieren bezogen; auf den Menschen wird als Spezialfall eines Tieres geschlossen. Erst sp\u00e4ter, mit dem Aufkommen der Verhaltenstherapie, wurden die Konzepte auch f\u00fcr die Erkl\u00e4rung und f\u00fcr die Beeinflussung menschlichen Verhaltens herangezogen.<\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Iwan P. Pawlow:<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klassische Konditionierung<\/span> <\/i>und Bildung von Assoziationen<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Edward L. Thorndyke: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><em>Gesetz des<\/em> <i>Effektes<\/i><\/span> (Law of effect)<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">John B. Watson: Klassische Konditionierung, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Behaviorismus<\/i><\/span><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Burrhus F. Skinner: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Operante Konditionierung<\/i><\/span><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Clark L. Hull: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verst\u00e4rkungstheorie<\/i><\/span><\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Edwin R. Guthrie: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Kontiguit\u00e4tstheorie<\/i><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Pawlow: Klassische Konditionierung<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassische Konditionierung<\/i><\/span> ist eine der Grundlagen des lerntheoretischen Modells und besagt, dass einem nat\u00fcrlichen, meist angeborenen, sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\" style=\"font-style: italic\">unbedingten <\/span>Reflex durch Lernen ein neuer, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bedingter<\/i><\/span> Reflex hinzugef\u00fcgt werden kann. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reflexe<\/i><\/span>sind einfache, unbeabsichtigte und <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ungelernte Verhaltensweisen<\/span>, unwillk\u00fcrliche und weitgehend unkontrollierbare Reaktionen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_586\" aria-describedby=\"caption-attachment-586\" style=\"width: 138px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-586 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32.png\" alt=\"Fotografie von Iwan Pawlow.\" width=\"138\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32.png 138w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-32-65x91.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-586\" class=\"wp-caption-text\">(c) Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Entdeckt wurde der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>bedingte Reflex<\/i><\/span> durch den in Sankt Petersburg lebenden Physiologen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Iwan Pawlow<\/i><\/span>(1849\u20141936). Dieser untersuchte in den 90er-Jahren des 19. Jahrhunderts die Physiologie des Verdauungsapparates in Tierexperimenten (und zwar an Hunden). Daf\u00fcr hatte er mit seinen Mitarbeitern Instrumente und Prozeduren zur genauen quantitativen Bestimmung des Speichelsekrets entwickelt. Bei diesen Experimenten stellte er nun fest, dass nicht nur durch das Futter im Maul die Speichelsekretion ausgel\u00f6st wurde, sondern dass auch schon durch den Anblick des Futters, die Schritte des Experimentators oder durch einen Glockenton, die der F\u00fctterung vorausgingen, dieser Reflex hervorgerufen wurde (Kriz, 2007).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\n<div class=\"textbox__content\">Ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reflex <\/span>ist eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ungelernte Reaktion<\/span>, wie Speichelfluss, Pupillenkontraktion etc. F\u00fcr die folgende Erkl\u00e4rung wird der Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Reaktion <\/span>verwendet!<\/div>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_587\" aria-describedby=\"caption-attachment-587\" style=\"width: 440px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-587 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33.png\" alt=\"Bild mit dem Ablaufschema der klassichen Konditionierung des Pawlowschen Hundes.\" width=\"440\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33.png 440w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33-300x175.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33-65x38.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33-225x131.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-33-350x204.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-587\" class=\"wp-caption-text\">(c) Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das Futter ist der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Stimulus (UCS)<\/span>. Futter wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Stimulus <\/span>bezeichnet, weil es ein Umweltereignis ist, welches den Organismus beeinflusst, und es wird <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditioniert <\/span>genannt, weil es zu einer Reaktion f\u00fchrt (einer Muskel- oder Dr\u00fcsenreaktion), <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">ohne <\/span>dass zuvor Lernen stattgefunden hat.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Der Speichelfluss in Reaktion auf das Futter wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierte Reaktion (UCR)<\/span> bezeichnet, weil er mit einem unkonditionierten Stimulus assoziiert ist. Demzufolge ist eine unkonditionierte Reaktion eine Reaktion, die ohne Lernen auftritt.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Wenn nun ein UCS (z. B. Futter) oft genug mit einem neutralen Stimulus kombiniert wird, wird dieser neutrale Stimulus schliesslich die Reaktion ausl\u00f6sen, die urspr\u00fcnglich nur mit dem UCS assoziiert war (in diesem Falle Speichelfluss). Wenn z. B. jedesmal eine Glocke ert\u00f6nt, wenn dem Hund Futter pr\u00e4sentiert wird, dann wird schliesslich die Glocke als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierter Stimulus (CS)<\/span> die Reaktion des Speichelns ausl\u00f6sen. Dies ist nun eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierte Reaktion (CR)<\/span>. (nach Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\n<div class=\"textbox\">Die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">klassische Konditionierung<\/span> besagt, dass einer nat\u00fcrlichen, meist angeborenen, sogenannten <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">unkonditionierten Reaktion<\/span> durch Lernen eine neue, <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">konditionierte Reaktion<\/span> hinzugef\u00fcgt werden kann.<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die klassische Konditionierung ist die Grundlage f\u00fcr die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verhaltenstherapie<\/i><\/span>, deren Techniken angewendet werden, um \u00c4ngste, Zwangshandlungen oder angst\u00e4hnliche Symptome zu behandeln. Bekannt sind solche Techniken als Gegenkonditionierung, Aversionstherapie, systematische Desensibilisierung, Extinktion und \u00abFlooding\u00bb (mehr dazu in den Kapiteln zu <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-verhaltenstherapie\/\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Verhaltenstherapien<\/a> und <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-konzepte\/\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Konzepte<\/a>).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Lernen vorhersagbarer Signale<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Beispiel f\u00fcr klassische Konditionierung (nach Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 246)<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">Stelle dir vor, du bist im Kino und siehst dir einen Horrorfilm an. Als der Held sich einer geschlossenen T\u00fcr n\u00e4hert, wird die Musik des Soundtracks d\u00fcster und bedrohlich. Du hast pl\u00f6tzlich das Gef\u00fchl, aufschreien zu wollen: \u00abGeh nicht durch diese T\u00fcr!\u00bb Du bemerkst zwischenzeitlich, dass dein Puls rast und dass du f\u00fcrchterlich schwitzst. Aber warum? Irgendwie hat dein K\u00f6rper gelernt, eine physiologische Reaktion (rasender Puls) zu produzieren, wenn ein Umweltereignis (beispielsweise angsterregende Musik) mit einem weiteren (unheimliches visuelles Ereignis) assoziiert ist. Diese Art des Lernens wird als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Klassisches Konditionieren<\/span>bezeichnet. Es handelt sich um eine Grundform des Lernens, wobei ein Stimulus oder Ereignis das Auftreten eines anderen Stimulus oder Ereignisses vorhersagt. Der Organismus lernt eine neue <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Assoziation <\/span>zwischen zwei Stimuli \u2014 einem Stimulus, der zuvor die Reaktion nicht hervorrief, und einem Stimulus, der die Reaktion nat\u00fcrlicherweise hervorruft. Die angeborene F\u00e4higkeit, Paare von Ereignissen in der Umwelt schnell zu assoziieren, hat einschneidende Folgen f\u00fcr das Verhalten des Menschen.<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\n<div class=\"textbox__content\">[Anmerkung aus Zimbardo &amp; Gerrig, 2008: Im Deutschen wird neben dem Begriff <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u201eStimulus&#8220;<\/b><\/span> gleichbedeutend auch <span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>\u201eReiz&#8220;\u00a0<\/b><\/span>verwendet. Aus Koh\u00e4renzgr\u00fcnden mit der englischen Abk\u00fcrzungsterminologie wird in eher technischem Zusammenhang \u201eStimulus&#8220; verwendet. So f\u00fchrt Stimulus-Reaktion zur im Deutschen gebr\u00e4uchlichen Abk\u00fcrzung\u00a0<b><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">S-R<\/span><\/b> (wie auch im Englischen aus stimulus-response entstehend) und nicht zu dem im Deutschen ungebr\u00e4uchlichen R-R (Reiz-Reaktion).]<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zum klassischen Konditionieren<\/h3>\n<p>Der folgende Videoausschnitt zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>klassischen Konditionierung<\/i><\/span> mit dem Psychologen Philip G. Zimbardo zeigt unter anderem Originalaufnahmen von Pawlows Experimenten (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/17_ClassicalConditioning-IvanPavlov_H264.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/17_ClassicalConditioning-IvanPavlov_H264.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><span data-mce-type=\"bookmark\" style=\"width: 0px;overflow: hidden;line-height: 0\" class=\"mce_SELRES_end\">\ufeff<\/span><\/video><\/figure>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Thorndyke: Gesetz des Effektes<\/h2>\n<figure id=\"attachment_590\" aria-describedby=\"caption-attachment-590\" style=\"width: 158px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-590 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34.png\" alt=\"Forografie von Edward Lee Thorndike.\" width=\"158\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34.png 158w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-34-65x84.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-590\" class=\"wp-caption-text\">Edward Lee Thorndike (c) Wikipedi<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Edward L. Thorndike<\/i><\/span> (1874\u20141949) gilt als Pionier der amerikanischen Lerntheorien (Kriz, 2007). Seine Lerntheorie begr\u00fcndete die Grundlagen des Behaviorismus: Lernen ist f\u00fcr Thorndyke die Bildung von <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assoziationen<\/i><\/span> (Verkn\u00fcpfungen) zwischen Stimuli oder Situationen (S) und Reaktionen (R). Die Assoziationen oder Gewohnheiten werden verst\u00e4rkt durch die H\u00e4ufigkeit der Stimulus-Reaktions-Verbindungen (Konnektionismus). Basis der S-R-Theorie ist das Lernen durch Versuch und Irrtum (trial and error), wobei sich die Reaktionen verfestigen, die belohnt werden.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Thorndikes <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konnektionismus-Theorie<\/i><\/span> besteht haupts\u00e4chlich aus drei Gesetzm\u00e4ssigkeiten:<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Effektgesetz<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Reaktionen auf eine Situation, die belohnt werden, werden verst\u00e4rkt und werden zu Gewohnheiten. Wichtig ist dabei das zeitgleiche Auftreten (Kontiguit\u00e4t).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Zusammengeh\u00f6rigkeit<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Zusammengeh\u00f6rende Verbindungen (verkettete Reaktionen) werden leichter gelernt.<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">\u00dcbungseffekt<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">S-R-Verbindungen werden mit \u00dcbung verst\u00e4rkt, und abgeschw\u00e4cht, wenn die \u00dcbung fehlt.<\/p>\n<div class=\"textbox\">Thorndike versteht unter <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Lernen<\/i> <\/span>die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bildung<\/i> von <i>Assoziationen<\/i> zwischen<\/span> Situationen und Reaktionen durch einen Organismus.<\/div>\n<div class=\"textbox\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\"><b>Law of effect: <\/b><\/span>Verhaltensweisen, die kurz vor einem befriedigenden Zustand gezeigt werden, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholt.<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\">In seinen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Experimenten<\/i> <\/span>benutzte Thorndike z. B. einen K\u00e4fig f\u00fcr Katzen, der von innen durch einen bestimmten Mechanismus zu \u00f6ffnen war. Die Katze dr\u00fcckt einen bestimmten Hebel, und die K\u00e4figt\u00fcr \u00f6ffnet sich (siehe Video im folgenden Abschnitt). Nach vielen Versuchen merkt die Katze, dass das Niederdr\u00fccken des Hebels (S) mit dem \u00d6ffnen der T\u00fcr (R) korrespondiert, sie hat eine <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Assoziation<\/i> <\/span>gebildet.<br \/>\nDer \u00dcbungseffekt besagt, dass sich die S-R-Verbindung durch das mehrmalige Vorkommen und die Belohnung festigt (Effektgesetz), und weil die dazu f\u00fchrenden Schritte eine Sequenz bilden (Zusammengh\u00f6rigkeit).<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Das von Thorndike 1911 formulierte Effektgesetz macht den <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erfolg<\/i> <\/span>des Verhaltens, auf das hin ein angestrebter Zustand eintritt, f\u00fcr die Fixierung der Handlung verantwortlich. Thorndikes Verdienst aus der Sicht der Behavioristen war es, sich experimentell mit beobachtbaren Verhaltensweisen auseinander gesetzt und weitgehend auf die Verwendung erlebnispsychologischer Begriffe verzichtet zu haben (Kriz, 2007).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zu Thorndyke: Gesetz des Effekts<\/h3>\n<p>Der folgende Videoausschnitt demonstriert das von Thorndyke formulierte <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Gesetz des <i>Effekts<\/i><\/span>. Eine Katze wird in einen geschlossenen K\u00e4fig gesetzt und findet anf\u00e4nglich per Zufall den \u00d6ffnungmechanismus, mit dem sie den K\u00e4fig \u00f6ffnen und ans Futter gelangen kann. Der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erfolg<\/i> <\/span>dieses Verhaltens bewirkt, dass das Verhalten der Katze <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>fixiert<\/i><\/span> wird (Video mit Untertiteln versehen an der HfH).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/18_thorndike-puzzle-box_untertitel.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/18_thorndike-puzzle-box_untertitel.vtt\" srclang=\"en\" label=\"English\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Watson: Behaviorismus<\/h2>\n<figure id=\"attachment_591\" aria-describedby=\"caption-attachment-591\" style=\"width: 127px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-591 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35.png\" alt=\"Foto von John B. Watson\" width=\"127\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35.png 127w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-35-65x82.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 127px) 100vw, 127px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-591\" class=\"wp-caption-text\">John B. Watson<\/figcaption><\/figure>\n<p>John B. Watson (1878\u20141958) ist der Begr\u00fcnder des amerikanischen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Behaviorismus. <\/span>Er wollte damit eine Psychologie nach den Prinzipien der Naturwissenschaft entwerfen.<\/p>\n<h3 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Psychologie aus der Sicht des Behavioristen<\/span><\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Unter diesem Titel verfasste Watson im Jahr 1913 einen Artikel, der oft als das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">behavioristische <i>Manifest<\/i><\/span> bezeichnet wird. Darin stellt er seine Position so dar:<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Psychologie aus der Sicht des Behavioristen ist ein rein objektiver Zweig der Naturwissenschaften. Ihr theoretisches Ziel ist die Vorhersage und Kontrolle von Verhalten. Introspektion bildet keinen essenziellen Teil ihrer Methoden. (S. 158)<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Am Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte in Europa und besonders in Deutschland in der Psychologie die <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Introspektion<\/i>, <\/span>eine psychologische Forschungsmethode, bei der die Versuchspersonen \u00fcber ihr bewusstes Erleben berichten (Kriz, 2007). Watson postulierte dagegen, dass <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bewusstsein<\/i> <\/span>ein irrelevantes Konzept ist, da menschliches Handeln \u00fcber das <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>sichtbare Verhalten<\/i><\/span> verstanden werden kann. Wenn die Psychologie auf tats\u00e4chliches Verhalten beschr\u00e4nkt wird, wird sie klarer und widerspruchsfreier, so Watson (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Erkl\u00e4rung des Lernens<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_592\" aria-describedby=\"caption-attachment-592\" style=\"width: 372px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-592 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36.png\" alt=\"Grafik zum Prinzip der Black Box: Links Stimulus, geht \u00fcber die Black Box in der Mitte nach rechts: Reaktion\" width=\"372\" height=\"88\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36.png 372w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36-300x71.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36-65x15.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36-225x53.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-36-350x83.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-592\" class=\"wp-caption-text\">(c) www.uni-due.de\/<\/figcaption><\/figure>\n<p>Watsons <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Erkl\u00e4rung des Lernens<\/i><\/span> basiert unmittelbar auf Pawlows Modell der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">klassischen <i>Konditionierung<\/i><\/span>. Der Organismus ist eine<i> <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Black-Box<\/span><\/i>. Der Reiz (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Stimulus<\/i><\/span>) f\u00fchrt als Input \u00fcber die Black-Box zur <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reaktion <\/span>(Output) als Ergebnis. Deshalb auch die Bezeichnung Reiz-Reaktions-Psychologie oder stimulus-response-psychology (S-R psychology).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Menschen werden mit einer Vielzahl von Reflexen geboren, sagt Watson. Diese Reflexe sind u.a. k\u00f6rperliche Reaktionen und Dr\u00fcsenreaktionen, wie Speichelfluss in Reaktion auf Nahrung, oder Blinzeln in Reaktion auf einen Luftstoss, und eine Handvoll emotionaler Reaktionen wie Angst und Wut und Liebe. Jeder dieser Reflexe kann durch einen spezifischen Stimulus ausgel\u00f6st werden. So k\u00f6nnten z. B. Gef\u00fchle von Liebe durch Gestreicheltwerden ausgel\u00f6st werden; Angst dadurch, dass man pl\u00f6tzlich aus grosser H\u00f6he fallengelassen wird und \u00c4rger dadurch, dass man festgehalten wird. Pawlows Modell klassischer Konditionierung stellt klar, behauptet Watson, dass jeder erkennbare Stimulus, der zum Zeitpunkt einer reflektorischen Reaktion vorhanden ist, als ein CS dienen kann. Wenn dieser Stimulus oft genug vorhanden ist, wird er schliesslich mit der Reaktion assoziiert. (Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Erziehung und P\u00e4dagogik<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Watsons unersch\u00fctterliche \u00dcberzeugung, dass Erfahrungen alles determinieren, was Menschen tun und wissen, f\u00fchrt logischerweise zu dem Glauben, dass alle Menschen grunds\u00e4tzlich gleich sind \u2014 dass die Unterschiede zwischen den Prominenten und den Unbekannten, den Armen und den Reichen, den Mutigen und den \u00c4ngstlichen nur eine Frage unterschiedlicher Erfahrungen und Chancen sind. Diese inh\u00e4rent egalit\u00e4re Sichtweise der menschlichen Bedingungen hat sich als \u00e4usserst popul\u00e4r erwiesen. [&#8230;]<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Example2\">Die Theorie eignet sich aber auch f\u00fcr strenge Vorschriften in der Kindererziehung und Ausbildung sowie f\u00fcr Ausbildung und Kontrolle beim Milit\u00e4r, in der Industrie und anderswo. Sie behauptet, dass menschliches Verhalten durch kluge Verkn\u00fcpfungen von Stimulus- und Reaktionsereignissen kontrolliert werden kann. K\u00fcsst und liebkost eure Kinder nicht, forderte Watson, sch\u00fcttelt ihre H\u00e4nde und arrangiert dann ihre Umgebung so, dass die gew\u00fcnschten Verhaltensweisen unter die Kontrolle geeigneter Stimuli fallen. (Lefran\u00e7ois, 2006)<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Forschung und Praxis<\/span><\/h4>\n<p>Viele Behavioristen hatten mit der Entwicklung und Abgrenzung ihrer <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>objektiven Psychologie<\/i><\/span> gegen\u00fcber der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Introspektion<\/span> nicht nur wissenschaftliche Ziele im Auge, sondern sie wollten damit auch eine gr\u00f6ssere Relevanz ihrer Ideen f\u00fcr die p\u00e4dagogische und klinische Praxis erreichen. Im Gegensatz zu den Ergebnissen der Introspektion konnte das behavioristische Programm in diese Praxis einfliessen. Daher war das Verh\u00e4ltnis der meisten Behavioristen zur Psychoanalyse aufgrund deren praktischer Relevanz ausgesprochen gut (Kriz, 2007).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bsp. Der kleine Albert<\/h3>\n<\/div>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die <em><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Angstkonditionierung <\/span><\/em>ist eines der bekanntesten Ph\u00e4nomene der klassischen Konditionierung. John B. Watson und seine Kollegin Rosalie Rayner versuchten im Experiment mit dem \u00abkleinen Albert\u00bb nachzuweisen, dass viele Furchtreaktionen als eine Paarung eines neutralen Stimulus mit etwas nat\u00fcrlich Furchtausl\u00f6sendem verstanden werden k\u00f6nnen (Zimbardo und Gerrig, 2008). Es hat damit eine <em><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reizgeneralisierung <\/span><\/em>stattgefunden (siehe auch Kapitel \u00ab<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/chapter\/lerntheoretische-konzepte#generalisierung-und-diskrimination\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lerntheoretische Konzepte &gt; Generalisierung<\/a>\u00bb).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<div class=\"textbox__content\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-593 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37.png\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37.png 290w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37-65x45.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-37-225x155.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a>Watson und Rayner (1920) trainierten Albert, Furcht vor einer weissen Ratte zu haben, die er urspr\u00fcnglich gerne mochte, indem sie das Erscheinen der Ratte mit einem aversiven UCS paarten \u2014 ein lautes Ger\u00e4usch direkt hinter ihm, das durch Schlagen mit einem Hammer auf einen Stahlstab erzeugt wurde. Die unkonditionierte Schreckreaktion und der emotionale Stress auf das unangenehme Ger\u00e4usch hin bildeten die Basis f\u00fcr das Lernen der Furchtreaktion beim Erscheinen der weissen Ratte.<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">Alberts Furcht entwickelte sich in nur sieben Konditionierungsdurchg\u00e4ngen. Als Albert lernte, vor dem gef\u00fcrchteten Stimulus zu fliehen, erweiterte sich die emotionale Konditionierung zu einer Verhaltenskonditionierung. Die Furcht des Kindes generalisierte sich dann auf andere pelzige Objekte, wie beispielsweise einen Hasen, einen Hund und auch auf eine Nikolausmaske!<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">(Alberts Mutter, eine Amme in dem Hospital, in dem die Untersuchung durchgef\u00fchrt wurde, hatte Albert weggebracht, bevor die Forscher die experimentell konditionierte Furcht wieder l\u00f6schen konnten. Daher wissen wir nicht, was mit dem kleinen Albert weiter geschah [&#8230;]). (Zimbardo &amp; Gerrig, 2008, S. 257)<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--learning-objectives\">\n<div class=\"textbox__content\">Das Experiment ist in vielerlei Hinsicht umstritten und dient hier lediglich als plakatives Beispiel!<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"ilc_page_title_PageTitle\"><a id=\"skinner-operante-konditionierung\"><\/a>Skinner: Operante Konditionierung<\/h2>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die behavioristische Lerntheorie von B.F. (Burrhus Frederic) Skinner (1904\u20141990) basiert auf dem Konzept der <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>operanten<\/i> <\/span>(oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>instrumentellen<\/i><\/span>) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Konditionierung<\/i><\/span>. Verhaltens\u00e4nderungen sind das Ergebnis individueller Reaktionen auf Ereignisse (Stimuli) in der Umgebung eines Individuums. Wenn ein bestimmtes Stimulus-Reaktions-Muster durch Belohnung verst\u00e4rkt wird, wird das Individuum auf diese Reaktion hin konditioniert.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-594 size-full\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38.png\" alt=\"Fotografie von B.F. Skinner.B.F. Skinner\" width=\"186\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38.png 186w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2020\/02\/image-38-65x95.png 65w\" sizes=\"auto, (max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a>Der Unterschied zur klassischen Konditionierung besteht darin, dass der Organismus selber Reaktionen generieren kann statt nur auf externe Stimuli zu reagieren. Skinner unterscheidet deshalb (1) <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Antwortverhalten<\/i> <\/span>(auch: <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>respondentes Verhalten<\/i><\/span>, \u00abelicited behavior\u00bb), bei dem der ausl\u00f6sende Stimulus beobachtbar ist, und (2) <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">operantes Verhalten<\/span> <\/i>(\u00abemitted behavior\u00bb), eine spontan auftretende Reaktionsform, die (das Tier) also von sich aus hervorbringt. Skinner betonte, dass Verhalten zum gr\u00f6ssten Teil nicht an Reize gebunden sei, und besch\u00e4ftigte sich daher in seinen Experimenten fast ausschliesslich mit der zweiten Art (Kriz, 2007).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Verst\u00e4rkung<\/i> <\/span>ist das wichtigste Element in Skinners S-R-Theorie. <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Verst\u00e4rker <\/span>sind Verhaltenskonsequenzen, die die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens erh\u00f6hen.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>positiver Verst\u00e4rkung<\/i><\/span> folgt auf ein gezeigtes Verhalten eine als angenehm erlebte Konsequenz, bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>negativer Verst\u00e4rkung<\/i><\/span> bleibt eine unangenehme Konsequenz aufgrund des gezeigten Verhaltens aus.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Bestrafung<\/i> <\/span>nennt man Konsequenzen, die das Auftreten eines Verhaltens unwahrscheinlicher machen. Bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>direkter<\/i> <i>Bestrafung<\/i><\/span> folgt auf ein Verhalten eine unangenehme Konsequenz, bei <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>indirekter<\/i> <i>Bestrafung<\/i><\/span> ist die Konsequenz auf das Verhalten der Entzug eines angenehmen Reizes.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Bei der <i><span class=\"ilc_text_inline_Emph\">L\u00f6schung (Extinktion)<\/span> <\/i>werden alle Konsequenzen, die ein Verhalten aufrechterhalten, systematisch aufgehoben (Petermann et al., 2011).<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h3>Verhaltenskonsequenzen mit Beispielen (aus Petermann et al., 2011)<\/h3>\n<div>\n<table class=\"grid\" style=\"width: auto;\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Positive Konsequenz<\/div>\n<\/th>\n<th class=\"ilc_table_cell_Cell4\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Negative Konsequenz<\/div>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Darbietung einer Konsequenz<\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Positive Verst\u00e4rkung<\/span><\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Verhaltensrate: zunehmend<\/div>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Bsp. Lob, nachdem ein Kind sein Zimmer aufger\u00e4umt hat.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Direkte Bestrafung<\/span><br \/>\nVerhaltensrate: abnehmend<br \/>\nBsp. Tadel f\u00fcr schlechtes Betragen.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Ausbleiben einer Konsequenz<\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Indirekte Bestrafung<\/span><br \/>\nVerhaltensrate: abnehmend<br \/>\nBsp. Ausschalten des Fernsehers bei Streit um die Fernbedienung.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Negative Verst\u00e4rkung<\/span><br \/>\nVerhaltensrate: zunehmend<br \/>\nBsp. Verk\u00fcrzung der Haftzeit aufgrund guter F\u00fchrung.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<th>\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\">Wegfall jeglicher Konsequenz<\/div>\n<\/th>\n<td style=\"width: auto;\">\n<div class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_TableContent\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">L\u00f6schung<\/span><br \/>\nVerhaltensrate: abnehmend<br \/>\nBsp. Ignorieren eines quengelnden Kindes an der Supermarktkasse.<\/div>\n<\/td>\n<td style=\"width: auto;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox\">Instrumentelle oder <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">operante Konditionierung<\/span> bedeutet, dass Verhaltensweisen oder physiologische Reaktionen h\u00e4ufiger auftreten, wenn diesen Reaktionen ein <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">verst\u00e4rkender Reiz <\/span>folgt.<\/div>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Verhaltensformung und N\u00e4herungslernen <\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Skinners Theorie beeindruckte viele Zeitgenossen durch ihre Sparsamkeit der Erkl\u00e4rung und durch die experimentelle Nachpr\u00fcfbarkeit (Kriz, 2007). \u00dcberzeugend war auch Skinners Demonstration der Verhaltensformung (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>shaping<\/i><\/span>) bzw. des N\u00e4herungslernens (<span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>approximation<\/i><\/span>): Dabei wird nicht erst eine bestimmte Verhaltensleistung belohnt (etwa das Dr\u00fccken einer Taste in der Skinner-Box \u2014 auf dessen zuf\u00e4llig spontanes Auftreten man ja zun\u00e4chst lange warten m\u00fcsste), sondern schon Verhaltensteile, die sich dem gew\u00fcnschten Endverhalten ann\u00e4hern (z. B. Blicken in Richtung des Hebels, dann Hinlaufen, dann Pfote-Heben und letztlich das Dr\u00fccken). (Kriz, 2007)<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Zerlegung von Verhaltenssequenzen<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Komplizierte Verhaltenssequenzen k\u00f6nnen konditioniert werden, indem sie in kleine, oft spontan auftretende Schritte zerlegt werden. Dies ist eine wichtige Erkenntnis und Vorbild f\u00fcr viele verhaltenstherapeutische Pl\u00e4ne. Skinner erprobte auch unterschiedliche Verst\u00e4rkungspl\u00e4ne und wirkte sp\u00e4ter unmittelbar an der Etablierung der Verhaltenstherapie mit (Kriz, 2007).<\/p>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kritik an Skinner<\/span>:<\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Obschon Skinners System viele Verhaltensweisen gut erkl\u00e4ren und vorhersagen kann, gibt es doch viele Einw\u00e4nde. Sie beziehen sich vor allem auf die Suche nach Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Verhalten nur ausserhalb der Person, ohne Ber\u00fccksichtigung innerpsychischer Vorg\u00e4nge, und die damit einher gehende Leugnung von Freiheit und Autonomie (Lefran\u00e7ois, 2006).<\/p>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Video zur operanten Konditionierung<\/h3>\n<div class=\"textbox__content\">Das folgende Video zeigt einige Konzepte der operanten Konditionierung nach Skinner (Filmprojekt im Rahmen des Seminarfachs Psychologie, Carl-Friedrich-Gauss-Schule Hemmingen, Autor: Adrian Jagusch et al., siehe Abspann).<\/div>\n<div>\n<figure class=\"wp-block-video\"><video src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/08\/Behaviorismus_nach_B_F_Skinner_YouTube.mp4\" controls=\"controls\" width=\"1000\" height=\"150\"><track src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2024\/08\/Behaviorismus_nach_B_F_Skinner_YouTube.vtt\" srclang=\"de\" label=\"Deutsch\" kind=\"subtitles\" \/><\/video><\/figure>\n<\/div>\n<div class=\"textbox__content\">(Quelle: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/cewZuod_OFg\">https:\/\/youtu.be\/cewZuod_OFg<\/a>)<\/div>\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Weiterf\u00fchrende Literatur <\/span><\/h4>\n<p>Lefran\u00e7ois, Guy R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Psychologie des Lernens<\/i><\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer. Darin Kapitel: Operante Konditionierung: Skinners radikaler Behaviorismus.<\/p>\n<h2>Guthrie und Hull<\/h2>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Clark L. Hull<\/h3>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Die Lerntheorie von Clark L. Hull (1884\u20141952) stellt in einem stark formalisierten System die Beziehungen dar, die zwischen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Eingangs-, intervenierenden und Ausgangsvariablen<\/i><\/span> bestehen sollten. Die Formalisierung wurde von vielen Behavioristen als Fortschritt bewertet, obschon Hulls Begriffe nicht rein behavioristisch waren.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Hull vertrat die Meinung, dass Verhalten weitgehend aus <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Reiz-Reaktions-Verbindungen<\/i> <\/span>aufgebaut sei (wenn auch in komplexen Zusammenh\u00e4ngen und Hierarchien), aber er bezog in seine umfassende Theorie auch psychische und kognitive Ph\u00e4nomene mit ein, wollte aber, um in grunds\u00e4tzlicher \u00dcbereinstimmung mit dem Behaviorismus zu bleiben, alle diese Begriffe und Ph\u00e4nomene rein physiologisch verstanden wissen (Kriz, 2007).<\/p>\n<div class=\"textbox\">Die Lerntheorie Hulls steht f\u00fcr Formalisierung und R\u00fcckgriff auf intervenierende Variablen. Vermittelnde interne Zust\u00e4nde (biologisch-evolution\u00e4r begr\u00fcndet) sind Bindeglieder unterschiedlicher Lernprinzipien.<\/div>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Verst\u00e4rkung als zentraler Faktor f\u00fcr das Lernen<br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_StandardMitEinzug\">Das zentrale Element des Hull&#8217;schen Ansatzes ist die Verst\u00e4rkungstheorie: Der Reiz (bzw. Stimulus) erh\u00e4lt hier den Charakter eines Hinweises (\u201ecue&#8220; \u2014 z. B. bestimmte Wege im Labyrinth), der zusammen mit dem (An-)Trieb (\u201edrive&#8220; \u2014 z. B. Hunger) f\u00fcr die Reaktion (\u201eresponse&#8220; \u2014 Laufen dieser Wege) verantwortlich ist; wesentlich dabei ist aber \u2014 \u00e4hnlich wie schon bei Thorndike \u2014 die Erreichung eines lustbetonten Zustandes durch Verst\u00e4rker (\u201ereward&#8220; \u2014 hier: Futter) f\u00fcr die Verbindung zwischen diesem Verhalten und den vorangegangenen Reizen. (Kriz, 2007)<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Trotz aufwendiger Formalisierung hat sich Hulls System nicht als n\u00fctzlich f\u00fcr die Vorhersage von Verhalten erwiesen (Lefran\u00e7ois, 2006). Die Theoriebildung von Hull beeinflusste aber zahlreiche sp\u00e4tere Theorien und Autoren:<\/p>\n<ul class=\"ilc_list_u_BulletedList\">\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Spence: Belohnungs-Anreiz-Theorie<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Dollard &amp; Miller (1950): Beschreibung und Erkl\u00e4rung psychotherapeutischer Prozesse auf Basis der Hull\u2018schen Lerntheorie.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Joseph Wolpe (1958): Entwicklung der Systematischen Desensibilisierung.<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Mowrer (1960): Zwei-Faktoren-Theorie des Lernens<\/li>\n<li class=\"ilc_list_item_StandardListItem\">Solomon (1960): Zwei-Prozess-Theorie<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ausf\u00fchrliche Darstellung des hypothetisch-deduktiven Systems von Clark L. Hull:<br \/>\nLefran\u00e7ois, G. R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie des Lernens<\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer, S. 73-83<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3 class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Edwin R. Guthrie<\/h3>\n<h4 class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\"><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Kontiguit\u00e4tstheorie<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Edwin R. Guthrie (1886\u20141959) postuliert in seinem Ansatz: \u00abStimulusmuster, die zurzeit einer Reaktion aktiv sind, tendieren dazu, wenn sie wiederholt werden, diese Reaktion auszul\u00f6sen\u00bb (Guthrie, 1938; nach Schorr, 1984, S. 94f.). Gem\u00e4ss Guthrie ist jeder Lernvorgang eine Konsequenz der Verkn\u00fcpfung eines bestimmten Reizes (Stimulus) mit einer bestimmten Reaktion. Ausserdem argumentierte er, dass die Reize und Reaktionen spezifische sensomotorische Muster beeinflussen; gelernt werden also eher Bewegungen (movements), nicht Verhalten. \u00abDas Prinzip der Assoziation oder Konditionierung ist keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr einen noch so kleinen Verhaltensausschnitt. Es ist lediglich ein Hilfsmittel, das die Erkl\u00e4rung unterst\u00fctzt. Ein Hilfsmittel kann nicht wahr oder unwahr sein, es ist n\u00fctzlich oder nutzlos\u00bb (Guthrie, 1935; nach Schorr, 1984, S. 94f.).<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Nach Replikation des weiter oben beschriebenen Experiments von Thorndike zeigte Guthrie (mit Hilfe automatischer Photokameras), dass Versuchstiere jene Bewegungsweisen wiederholen, die beim ersten zuf\u00e4lligen Finden des \u00d6ffnungsmechanismus zum Erfolg gef\u00fchrt hatten. Die letzte, entscheidende Handlungsreaktion, welche die Reizsituation beendet, wird also gelernt (Kriz, 2007).<\/p>\n<div class=\"ilc_section_AdvancedKnowledge ilCOPageSection\">\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<div class=\"textbox__content\">\n<h4><span class=\"ilc_text_inline_Strong\">Reizmuster und Handlung<\/span><\/h4>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">In der Kontiguit\u00e4tstheorie spielen Belohnung und Bestrafung keine wesentliche Rolle. Wesentlich ist vielmehr die r\u00e4umlich-zeitliche N\u00e4he zwischen dem <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Reizmuster <\/span>und der erfolgreichen <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Handlung (<\/span>Kontiguit\u00e4tsprinzip). Die Verbindung zwischen Reiz(muster) und Reaktion(smuster) erfolgt dabei in einem einzigen Durchgang, nach dem \u00abAlles-oder-Nichts\u00bb-Gesetz und nicht graduell, wie von Hull postuliert (Kriz, 2007). Wiederholungen festigen das Gelernte durch Herausbilden von Gewohnheiten. F\u00fcr das Lernen ist nach Guthrie einzig das zeitliche Zusammentreffen von Reiz und Reaktion, das als <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Kontiguit\u00e4t<\/span> bezeichnet wird, von Bedeutung.<\/p>\n<p class=\"ilc_Paragraph ilc_text_block_Standard\">Ausf\u00fchrlicher Text zur Lerntheorie von Edwin Guthrie:<br \/>\nLefran\u00e7ois, G. R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\">Psychologie des Lernens<\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer, S. 49-57<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<ul>\n<li class=\"ilc_page_title_PageTitle\">Bodenmann, Guy, Perrez, Meinrad &amp; Sch\u00e4r, Marcel. (2011). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Klassische Lerntheorien. Grundlagen und Anwendungen in Erziehung und Psychotherapie<\/i><\/span> (Psychologie Lehrbuch, 2. Aufl.). Bern: Verlag Hans Huber.<\/li>\n<li>Lefran\u00e7ois, Guy R. (2006). <span class=\"ilc_text_inline_Emph\"><i>Psychologie des Lernens<\/i><\/span> (4. Aufl.). Heidelberg: Springer.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das folgende Kapitel stellt die so genannten klassischen Lerntheorien und ihre Autoren in kurzen Zusammenfassungen vor.\u00a0 Anf\u00e4nglich haben sich diese Theorien vor allem auf das Verhalten von Tieren bezogen; auf den Menschen wird als Spezialfall eines Tieres geschlossen. Erst sp\u00e4ter, mit dem Aufkommen der Verhaltenstherapie, wurden die Konzepte auch f\u00fcr die Erkl\u00e4rung und f\u00fcr die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"menu_order":4,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-185","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":24,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/185\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1705,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/185\/revisions\/1705"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/24"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/185\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=185"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=185"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/verhalten\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}