{"id":23,"date":"2021-10-25T21:48:41","date_gmt":"2021-10-25T19:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/?post_type=part&#038;p=23"},"modified":"2021-10-31T09:13:25","modified_gmt":"2021-10-31T08:13:25","slug":"grundlagen","status":"publish","type":"part","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/part\/grundlagen\/","title":{"raw":"Sehbeeintr\u00e4chtigung und Mehrfachbeeeintr\u00e4chtigung","rendered":"Sehbeeintr\u00e4chtigung und Mehrfachbeeeintr\u00e4chtigung"},"content":{"raw":"Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen und weiteren Behinderungen k\u00f6nnen \u00fcber sehr unterschiedliche visuelle Funktionen verf\u00fcgen. Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit recht hoher Sehsch\u00e4rfe k\u00f6nnen Schwierigkeiten mit einigen Sehaufgaben haben, w\u00e4hrend andere gesetzlich blind sein k\u00f6nnen, aber immer noch die F\u00e4higkeit besitzen, in Schwarzschrift gedruckte Texte zu lesen, sich sicher durch in ihrer Umgebung zu bewegen sowie Menschen zu erkennen und Objekte zu identifizieren. Andere Sch\u00fclerinnen oder Sch\u00fcler haben m\u00f6glicherweise \u00fcberhaupt kein Sehverm\u00f6gen oder eines, das auf die Wahrnehmung von Licht und Konturen beschr\u00e4nkt ist.\r\n\r\nBei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit mehrfachen Beeintr\u00e4chtigungen, deren Lernbed\u00fcrfnisse auditive und taktile Adaptionen von Lernmaterialien erfordern, wird eine Sehbeeintr\u00e4chtigung h\u00e4ufig als \"<strong>prim\u00e4re<\/strong>\" Behinderung betrachtet. F\u00fcr manche Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben die weiteren Behinderungen allerdings einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf das Lernen als die Sehbeeintr\u00e4chtigung. Eine Sehbeeintr\u00e4chtigung, die als \"<strong>sekund\u00e4re<\/strong>\" Behinderung angesehen wird, kann jedoch immer noch eine wichtige Rolle beim Zugang zu Informationen spielen (Silberman et al., 2004). Die Feststellung, ob die Sehbeeintr\u00e4chtigung die prim\u00e4re Behinderung ist, kann schwierig sein. Deshalb m\u00fcssen Fachpersonen und Familien die h\u00e4ufigsten Ursachen von Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit mehrfachen Behinderungen kennen, um zu verstehen, wie geeignete F\u00f6rderprogramme am besten erstellt werden k\u00f6nnen.\r\n\r\nDie drei Hauptursachen f\u00fcr Sehbeeintr\u00e4chtigungen im Zusammenhang mit Mehrfachbehinderung sind in der Reihenfolge ihrer Pr\u00e4valenz: Zerebrale Sehst\u00f6rungen (CVI), Fr\u00fchgeborenenretinopathie und Sehnervhypoplasie (Hatton, 2001; Hatton, Ivy &amp; Boyer, 2013; Silberman et al., 2004):\r\n<ul>\r\n \t<li><strong><em>Eine zerebrale Sehbeeintr\u00e4chtigung<\/em><\/strong> (cerebral visual impairment = CVI) ist das Ergebnis einer Sch\u00e4digung des visuellen Kortex oder der hinteren Sehbahnen im Gehirn. CVI kann eine Reihe von Ursachen haben: Anoxie (Sauerstoffmangel) bei der Geburt, Infektion des zentralen Nervensystems, traumatische Kopfverletzung, Schlaganfall, Tumor, Optikusatrophie, Sehnervenhypoplasie und Anomalien der Netzhaut. CVI tritt h\u00e4ufig bei neurologischen Erkrankungen wie Zerebralparese, Epilepsie, Hydrocephalus und Lernbehinderungen auf. CVI hat normalerweise keinen Einfluss auf das Farbsehen. Das Sehverm\u00f6gen einer Sch\u00fclerin\/ eines Sch\u00fclers kann sich im Laufe der Zeit auch wieder verbessern (Roman-Lantzy, 2007). Bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die CVI haben, k\u00f6nnen Schwankungen der visuellen Funktion auftreten. Insbesondere bei vielen visuellen Reizen kann es zu Einschr\u00e4nkungen kommen oder zu fehlenden Reaktionen auf visuelle Reize (Lueck &amp; Dutton, 2015). Die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler wird es dann vorziehen Objekte durch Ber\u00fchrung zu erkunden. Wenn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit CVI die Objekte in die N\u00e4he ihrer Augen bringen, dann tun sie dies auch, um st\u00f6renden visuelle Informationen auszublenden. Dazu zeigen viele Kinder so genanntes \u201elight gazing\u201c. D.h., sie starren auf Lichtquellen. F\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit CVI werden kontrastreiche Materialien in vereinfachten Formaten empfohlen.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_58\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing.jpg\"><img class=\"wp-image-58 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"219\" \/><\/a> \"Light Gazing\" bei einem Kind mit CVI[\/caption]<\/li>\r\n \t<li><strong><em>Die Fr\u00fchgeborenenretinopathie<\/em> <\/strong>(Retinopathia praematurorum = ROP) wird durch \u201aabnormales\u2018 Blutgef\u00e4\u00dfwachstum bei Fr\u00fchgeborenen verursacht, das schlie\u00dflich zu einer Netzhautabl\u00f6sung f\u00fchren kann. Die Sch\u00e4digung kann unterschiedlich stark ausfallen und eine leichte bis hochgradige Sehbehinderungen zur Folge haben. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP k\u00f6nnen eine verminderte Sehsch\u00e4rfe, schwere Kurzsichtigkeit, Strabismus (= Schielen), peripheren Sehverlust, Nystagmus (=Augenzittern) und eine erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Netzhautabl\u00f6sung, Katarakte und Glaukom (=erh\u00f6hter Augeninnendruck) haben. Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP k\u00f6nnen auch periventrikul\u00e4re Lukomalasia (eine Art Hirnverletzung) oder CVI haben. Eine Kombination aus auditiven, taktilen und visuellen Unterrichtsmodi wird f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP empfohlen.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_57\" align=\"alignnone\" width=\"439\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch.png\"><img class=\"wp-image-57\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-300x205.png\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"300\" \/><\/a> Durch einen erh\u00f6hten Sauerstoffgehalt im Blut k\u00f6nnen sich die Blutgef\u00e4\u00dfe im Auge weiten, was wiederum zu einer Netzhautabl\u00f6sung bzw. Netzhautrissen f\u00fchren kann.[\/caption]<\/li>\r\n \t<li><strong><em>Die Sehnervhypoplasie<\/em> <\/strong>(Optic nerve hypoplasia = ONH) ist eine nicht fortschreitende angeborene Erkrankung, die zur Unterentwicklung oder zu fehlendem Sehnerv f\u00fchrt. Neurologische und endokrinologische Auff\u00e4lligkeiten sind bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit ONH h\u00e4ufig. ONH kann zu einer leichten bis schweren Sehbeeintr\u00e4chtigung f\u00fchren, mit einer erh\u00f6hten Inzidenz von Nystagmus (=Augenzittern) und einer Reihe von Gesichtsfelddefiziten (=Skotome). Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen Verhaltensprobleme und kognitive Beeintr\u00e4chtigungen aufweisen, die eine strukturierte Lernumgebung erfordern, in der die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00c4nderungen in der Routine konsistent antizipieren k\u00f6nnen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die ONH haben, k\u00f6nnen auch Probleme bei der Regulierung ihrer K\u00f6rpertemperatur haben und k\u00f6nnen Wachstumshormone ben\u00f6tigen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nAbgesehen von diesen h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr Sehst\u00f6rungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Mehrfachbehinderung kann eine Reihe anderer Augenerkrankungen zu Sehst\u00f6rungen f\u00fchren, einschlie\u00dflich einfacher <strong>Refraktionsfehler<\/strong>, die mit einer Brille korrigiert werden k\u00f6nnen - wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) und Astigmatismus (ungleichm\u00e4\u00dfige Kr\u00fcmmung der Hornhaut) - sowie andere <strong>erbliche Augenerkrankungen<\/strong>. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Mehrfachbehinderungen k\u00f6nnen auch eine Sehbeeintr\u00e4chtigungen als Folge eines vererbten oder erworbenen <strong>Syndroms<\/strong> haben. Diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen bei der ersten Diagnose eine Sehbeeintr\u00e4chtigung aufweisen oder auch nicht.\r\n<h2>Andere Behinderungen, die das Lernen beeintr\u00e4chtigen<\/h2>\r\nNeben Sehbeeintr\u00e4chtigungen k\u00f6nnen weitere Beeintr\u00e4chtigungen das Lernen und die Entwicklung beeinflussen. Ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unterschiedliche Behinderungen ist erforderlich, um fundierte Entscheidungen in Bezug auf Leistungsbewertung, Schulsetting und Unterricht zu treffen. Nachfolgend werden einige Beeintr\u00e4chtigungen vorgestellt, die h\u00e4ufig in Zusammenhang mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen auftreten.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n[h5p id=\"1\"]\r\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\r\n[h5p id=\"2\"]\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen und weiteren Behinderungen k\u00f6nnen \u00fcber sehr unterschiedliche visuelle Funktionen verf\u00fcgen. Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit recht hoher Sehsch\u00e4rfe k\u00f6nnen Schwierigkeiten mit einigen Sehaufgaben haben, w\u00e4hrend andere gesetzlich blind sein k\u00f6nnen, aber immer noch die F\u00e4higkeit besitzen, in Schwarzschrift gedruckte Texte zu lesen, sich sicher durch in ihrer Umgebung zu bewegen sowie Menschen zu erkennen und Objekte zu identifizieren. Andere Sch\u00fclerinnen oder Sch\u00fcler haben m\u00f6glicherweise \u00fcberhaupt kein Sehverm\u00f6gen oder eines, das auf die Wahrnehmung von Licht und Konturen beschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit mehrfachen Beeintr\u00e4chtigungen, deren Lernbed\u00fcrfnisse auditive und taktile Adaptionen von Lernmaterialien erfordern, wird eine Sehbeeintr\u00e4chtigung h\u00e4ufig als &#8222;<strong>prim\u00e4re<\/strong>&#8220; Behinderung betrachtet. F\u00fcr manche Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler haben die weiteren Behinderungen allerdings einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf das Lernen als die Sehbeeintr\u00e4chtigung. Eine Sehbeeintr\u00e4chtigung, die als &#8222;<strong>sekund\u00e4re<\/strong>&#8220; Behinderung angesehen wird, kann jedoch immer noch eine wichtige Rolle beim Zugang zu Informationen spielen (Silberman et al., 2004). Die Feststellung, ob die Sehbeeintr\u00e4chtigung die prim\u00e4re Behinderung ist, kann schwierig sein. Deshalb m\u00fcssen Fachpersonen und Familien die h\u00e4ufigsten Ursachen von Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit mehrfachen Behinderungen kennen, um zu verstehen, wie geeignete F\u00f6rderprogramme am besten erstellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die drei Hauptursachen f\u00fcr Sehbeeintr\u00e4chtigungen im Zusammenhang mit Mehrfachbehinderung sind in der Reihenfolge ihrer Pr\u00e4valenz: Zerebrale Sehst\u00f6rungen (CVI), Fr\u00fchgeborenenretinopathie und Sehnervhypoplasie (Hatton, 2001; Hatton, Ivy &amp; Boyer, 2013; Silberman et al., 2004):<\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Eine zerebrale Sehbeeintr\u00e4chtigung<\/em><\/strong> (cerebral visual impairment = CVI) ist das Ergebnis einer Sch\u00e4digung des visuellen Kortex oder der hinteren Sehbahnen im Gehirn. CVI kann eine Reihe von Ursachen haben: Anoxie (Sauerstoffmangel) bei der Geburt, Infektion des zentralen Nervensystems, traumatische Kopfverletzung, Schlaganfall, Tumor, Optikusatrophie, Sehnervenhypoplasie und Anomalien der Netzhaut. CVI tritt h\u00e4ufig bei neurologischen Erkrankungen wie Zerebralparese, Epilepsie, Hydrocephalus und Lernbehinderungen auf. CVI hat normalerweise keinen Einfluss auf das Farbsehen. Das Sehverm\u00f6gen einer Sch\u00fclerin\/ eines Sch\u00fclers kann sich im Laufe der Zeit auch wieder verbessern (Roman-Lantzy, 2007). Bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die CVI haben, k\u00f6nnen Schwankungen der visuellen Funktion auftreten. Insbesondere bei vielen visuellen Reizen kann es zu Einschr\u00e4nkungen kommen oder zu fehlenden Reaktionen auf visuelle Reize (Lueck &amp; Dutton, 2015). Die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler wird es dann vorziehen Objekte durch Ber\u00fchrung zu erkunden. Wenn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit CVI die Objekte in die N\u00e4he ihrer Augen bringen, dann tun sie dies auch, um st\u00f6renden visuelle Informationen auszublenden. Dazu zeigen viele Kinder so genanntes \u201elight gazing\u201c. D.h., sie starren auf Lichtquellen. F\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit CVI werden kontrastreiche Materialien in vereinfachten Formaten empfohlen.<br \/>\n<figure id=\"attachment_58\" aria-describedby=\"caption-attachment-58\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-58 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-300x219.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-65x47.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-225x164.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing-350x256.jpg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/CVI-light-gazing.jpg 504w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Light Gazing&#8220; bei einem Kind mit CVI<\/figcaption><\/figure>\n<\/li>\n<li><strong><em>Die Fr\u00fchgeborenenretinopathie<\/em> <\/strong>(Retinopathia praematurorum = ROP) wird durch \u201aabnormales\u2018 Blutgef\u00e4\u00dfwachstum bei Fr\u00fchgeborenen verursacht, das schlie\u00dflich zu einer Netzhautabl\u00f6sung f\u00fchren kann. Die Sch\u00e4digung kann unterschiedlich stark ausfallen und eine leichte bis hochgradige Sehbehinderungen zur Folge haben. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP k\u00f6nnen eine verminderte Sehsch\u00e4rfe, schwere Kurzsichtigkeit, Strabismus (= Schielen), peripheren Sehverlust, Nystagmus (=Augenzittern) und eine erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Netzhautabl\u00f6sung, Katarakte und Glaukom (=erh\u00f6hter Augeninnendruck) haben. Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP k\u00f6nnen auch periventrikul\u00e4re Lukomalasia (eine Art Hirnverletzung) oder CVI haben. Eine Kombination aus auditiven, taktilen und visuellen Unterrichtsmodi wird f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit ROP empfohlen.<br \/>\n<figure id=\"attachment_57\" aria-describedby=\"caption-attachment-57\" style=\"width: 439px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-300x205.png\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-300x205.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-1024x699.png 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-768x524.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-65x44.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-225x154.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch-350x239.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/ROP-Gru\u0308nde-deutsch.png 1185w\" sizes=\"auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-57\" class=\"wp-caption-text\">Durch einen erh\u00f6hten Sauerstoffgehalt im Blut k\u00f6nnen sich die Blutgef\u00e4\u00dfe im Auge weiten, was wiederum zu einer Netzhautabl\u00f6sung bzw. Netzhautrissen f\u00fchren kann.<\/figcaption><\/figure>\n<\/li>\n<li><strong><em>Die Sehnervhypoplasie<\/em> <\/strong>(Optic nerve hypoplasia = ONH) ist eine nicht fortschreitende angeborene Erkrankung, die zur Unterentwicklung oder zu fehlendem Sehnerv f\u00fchrt. Neurologische und endokrinologische Auff\u00e4lligkeiten sind bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit ONH h\u00e4ufig. ONH kann zu einer leichten bis schweren Sehbeeintr\u00e4chtigung f\u00fchren, mit einer erh\u00f6hten Inzidenz von Nystagmus (=Augenzittern) und einer Reihe von Gesichtsfelddefiziten (=Skotome). Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen Verhaltensprobleme und kognitive Beeintr\u00e4chtigungen aufweisen, die eine strukturierte Lernumgebung erfordern, in der die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00c4nderungen in der Routine konsistent antizipieren k\u00f6nnen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die ONH haben, k\u00f6nnen auch Probleme bei der Regulierung ihrer K\u00f6rpertemperatur haben und k\u00f6nnen Wachstumshormone ben\u00f6tigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abgesehen von diesen h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr Sehst\u00f6rungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Mehrfachbehinderung kann eine Reihe anderer Augenerkrankungen zu Sehst\u00f6rungen f\u00fchren, einschlie\u00dflich einfacher <strong>Refraktionsfehler<\/strong>, die mit einer Brille korrigiert werden k\u00f6nnen &#8211; wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) und Astigmatismus (ungleichm\u00e4\u00dfige Kr\u00fcmmung der Hornhaut) &#8211; sowie andere <strong>erbliche Augenerkrankungen<\/strong>. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Mehrfachbehinderungen k\u00f6nnen auch eine Sehbeeintr\u00e4chtigungen als Folge eines vererbten oder erworbenen <strong>Syndroms<\/strong> haben. Diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen bei der ersten Diagnose eine Sehbeeintr\u00e4chtigung aufweisen oder auch nicht.<\/p>\n<h2>Andere Behinderungen, die das Lernen beeintr\u00e4chtigen<\/h2>\n<p>Neben Sehbeeintr\u00e4chtigungen k\u00f6nnen weitere Beeintr\u00e4chtigungen das Lernen und die Entwicklung beeinflussen. Ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unterschiedliche Behinderungen ist erforderlich, um fundierte Entscheidungen in Bezug auf Leistungsbewertung, Schulsetting und Unterricht zu treffen. Nachfolgend werden einige Beeintr\u00e4chtigungen vorgestellt, die h\u00e4ufig in Zusammenhang mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen auftreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"h5p-1\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-1\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"1\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"MFB Multiple Choice H\u00e4ufigkeit\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<div id=\"h5p-2\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-2\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"2\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Zusammenfassung Ursachen MFB\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen und weiteren Behinderungen k\u00f6nnen \u00fcber sehr unterschiedliche visuelle Funktionen verf\u00fcgen. 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