{"id":43,"date":"2021-10-25T22:01:18","date_gmt":"2021-10-25T20:01:18","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/?post_type=chapter&#038;p=43"},"modified":"2021-11-01T11:58:05","modified_gmt":"2021-11-01T10:58:05","slug":"ursachen-von-blindheit-und-sehbeeintrachtigung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/chapter\/ursachen-von-blindheit-und-sehbeeintrachtigung\/","title":{"raw":"Pr\u00e4valenz und Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung","rendered":"Pr\u00e4valenz und Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung"},"content":{"raw":"Exakte Angaben \u00fcber die H\u00e4ufigkeit von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung in der Schweiz liegen nicht vor. Die vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SZBlind) ver\u00f6ffentlichen Zahlen beruhen auf einer Sch\u00e4tzung (Spring 2019). Demzufolge leben in der Schweiz aktuell ca. 377'000 Menschen mit einer Sehbeeintr\u00e4chtigung, wovon 57'000 eine H\u00f6rsehbeeintr\u00e4chtigung aufweisen, 50'000 als blind gelten und 270'000 als sehbehindert.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_154\" align=\"alignnone\" width=\"757\"]<img class=\"wp-image-154\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-300x119.png\" alt=\"\" width=\"757\" height=\"300\" \/> Sehbeeintr\u00e4chtigung, Blindheit und H\u00f6rsehbeeintr\u00e4chtigungen in der Schweiz (basierende auf Spring 2019)[\/caption]\r\n\r\nF\u00fcr das Kindes- und Jugendalter ergibt sich laut SZBlind Statistik f\u00fcr das Jahr 2018 eine Zahl von 1'800 Kinder und Jugendliche, die blinden- und sehbehindertenspezifisch unterst\u00fctzt wurden (Spring 2018). Von dieser Gruppe werden sch\u00e4tzungsweise ca. 70% inklusiv begleitet. Von den restlichen gesch\u00e4tzten 30% an Blinden- und Sehbehindertenschulen haben <strong>etwa 60% noch einen zus\u00e4tzlichen F\u00f6rderbedarf.<\/strong>\r\n\r\nAnhand der Zahlen erkennt man sehr gut, dass nur ein Bruchteil der von Sehbeeintr\u00e4chtigung betroffenen Personen j\u00fcnger ist als 20 Jahre. Somit steigt mit dem Alter auch die Wahrscheinlichkeit einer Sehbeeintr\u00e4chtigung und Blindheit, was auch aus den Statistiken des SZBlinds hervorgeht:\r\n\r\n[caption id=\"attachment_156\" align=\"alignnone\" width=\"1057\"]<img class=\"wp-image-156\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-300x128.png\" alt=\"\" width=\"1057\" height=\"450\" \/> Anteil Menschen mit Sehbeeintr\u00e4chtigung, Blindheit oderH\u00f6rsehbehinderung nach Alter (2019)[\/caption]\r\n<h2><strong>Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigungen<\/strong><\/h2>\r\nDie Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung k\u00f6nnen sehr vielf\u00e4ltig sein und lassen sich auf genetische (z.B. vererbte Augenerkrankungen) oder umweltbedingte Faktoren (z.B. Unf\u00e4lle, Geburtskomplikationen, erworbene Krankheiten) zur\u00fcckf\u00fchren. Bedeutsam erscheint eine Differenzierung in Bezug auf den <strong>Sch\u00e4digungsort<\/strong>, d.h. inwieweit der Sehapparat (Auge: Linse, Hornhaut, Netzhaut etc.) eine Sch\u00e4digung aufweist und\/oder etwaige St\u00f6rungen der Reizweiterleitung und -verarbeitung die beobachtbaren Sehbeeintr\u00e4chtigungen erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. St\u00f6rungen der Verarbeitung visueller Reize im Gehirn werden als CVI (Cerebral Visual Impairment) bezeichnet. In den Industriel\u00e4ndern k\u00f6nnen im <strong>Kindes- und Jugendalter<\/strong> h\u00e4ufig die in der Abbildung\u00a0 aufgef\u00fchrten Ursachen von Sehsch\u00e4digungen festgestellt werden (im Alter sind andere Ursachen vorherrschend):\r\n<ol>\r\n \t<li>CVI (Cerebral Visual Impairment) 20-25%<\/li>\r\n \t<li>Netzhautsch\u00e4digung bei Fr\u00fchgeborenenretinopathie (ROP) 12-19%<\/li>\r\n \t<li>Sehnervsch\u00e4digung 11-19%<\/li>\r\n \t<li>Strukturver\u00e4nderung des Auges (z.B. erbliche Netzhautdegenerationen) 11-13%<\/li>\r\n \t<li>Albinismus 4,5%<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDie Angaben zu den Pr\u00e4valenzen stammen aus zwei Studien (Hatton et al. 2013 und Garbner &amp; Huebner 2017), die jeweils eine repr\u00e4sentative Stichprobe (&gt;5000 Kinder) im Bereich der Fr\u00fcherziehung hinsichtlich der Pr\u00e4valenz der Diagnosen untersucht haben. Die Prozentzahlen geben jeweils die Spannen aus beiden Studien an.\r\n\r\nDemzufolge ist CVI in den westlichen L\u00e4ndern inzwischen die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Sehbeeintr\u00e4chtigungen (20-25%) gefolgt von der ROP (12-19%), was auch dazu f\u00fchrt, dass der Anteil an Kindern mit zus\u00e4tzlichem F\u00f6rderbedarf in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist und noch weiter ansteigen wird.\r\n<h2>Pr\u00e4valenz von Sehbeeintr\u00e4chtigung bei Kindern und Jugendlichen mit Mehrfachbeeintr\u00e4chtigung<\/h2>\r\nEine Schwierigkeit besteht darin, dass Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei komplexen Behinderungen oftmals nicht erkannt werden. In einer Pr\u00e4valenzstudie in Deutschland (Drave, Fischer &amp; Kie\u00dfling 2013) mit ortoptischen Reihenuntersuchungen konnte an Schulen mit den F\u00f6rderschwerpunkten Kognitive Entwicklung (fr\u00fcher auch geistige Entwicklung) und Motorische Entwicklung nachgewiesen werden, dass <strong>15%<\/strong> der untersuchten Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308ler sehgesch\u00e4digt in sozialrechtlichem Sinne sind. Man kann deshalb vermuten, dass es eine hohe Dunkelziffer im Bereich \"unentdeckter Sehbeeintr\u00e4chtigungen\" gibt.\r\n\r\nDie gemeinsame Studie <strong>REVISA<\/strong> (Recognition of Visual Impairment in (Pre)School Age) der HfH und des SZBlinds setzt genau bei diesem Problem an. In der Studie wird untersucht, wieso Sehbeeintr\u00e4chtigung beim vorliegen komplexer Beeintr\u00e4chtigungen h\u00e4ufig nicht erkannt werden. Weitere Informationen zur Studie gibt es <a href=\"https:\/\/www.hfh.ch\/projekt\/revisa-recognition-of-visual-impairment-in-preschool-age\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.\r\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\r\n[h5p id=\"22\"]\r\n<div class=\"textbox textbox--exercises\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Spring, S. (2019). Sehbehinderung, Blindheit und H\u00f6rsehbehinderung: Entwicklung in der Schweiz. SZBlind Schweizerischer Zentralverein f\u00fcr das Blindenwesen. https:\/\/www.szblind.ch\/fileadmin\/pdfs\/forschung\/Fachheft-Sehbehinderung-Schweiz-2019-de-BF-v01.pdf<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Exakte Angaben \u00fcber die H\u00e4ufigkeit von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung in der Schweiz liegen nicht vor. Die vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SZBlind) ver\u00f6ffentlichen Zahlen beruhen auf einer Sch\u00e4tzung (Spring 2019). Demzufolge leben in der Schweiz aktuell ca. 377&#8217;000 Menschen mit einer Sehbeeintr\u00e4chtigung, wovon 57&#8217;000 eine H\u00f6rsehbeeintr\u00e4chtigung aufweisen, 50&#8217;000 als blind gelten und 270&#8217;000 als sehbehindert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_154\" aria-describedby=\"caption-attachment-154\" style=\"width: 757px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-154\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-300x119.png\" alt=\"\" width=\"757\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-300x119.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-1024x406.png 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-768x304.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-65x26.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-225x89.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23-350x139.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-09.46.23.png 1416w\" sizes=\"auto, (max-width: 757px) 100vw, 757px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-154\" class=\"wp-caption-text\">Sehbeeintr\u00e4chtigung, Blindheit und H\u00f6rsehbeeintr\u00e4chtigungen in der Schweiz (basierende auf Spring 2019)<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr das Kindes- und Jugendalter ergibt sich laut SZBlind Statistik f\u00fcr das Jahr 2018 eine Zahl von 1&#8217;800 Kinder und Jugendliche, die blinden- und sehbehindertenspezifisch unterst\u00fctzt wurden (Spring 2018). Von dieser Gruppe werden sch\u00e4tzungsweise ca. 70% inklusiv begleitet. Von den restlichen gesch\u00e4tzten 30% an Blinden- und Sehbehindertenschulen haben <strong>etwa 60% noch einen zus\u00e4tzlichen F\u00f6rderbedarf.<\/strong><\/p>\n<p>Anhand der Zahlen erkennt man sehr gut, dass nur ein Bruchteil der von Sehbeeintr\u00e4chtigung betroffenen Personen j\u00fcnger ist als 20 Jahre. Somit steigt mit dem Alter auch die Wahrscheinlichkeit einer Sehbeeintr\u00e4chtigung und Blindheit, was auch aus den Statistiken des SZBlinds hervorgeht:<\/p>\n<figure id=\"attachment_156\" aria-describedby=\"caption-attachment-156\" style=\"width: 1057px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-156\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-300x128.png\" alt=\"\" width=\"1057\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-300x128.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-1024x436.png 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-768x327.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-65x28.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-225x96.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46-350x149.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-01-um-10.36.46.png 1416w\" sizes=\"auto, (max-width: 1057px) 100vw, 1057px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-156\" class=\"wp-caption-text\">Anteil Menschen mit Sehbeeintr\u00e4chtigung, Blindheit oderH\u00f6rsehbehinderung nach Alter (2019)<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigungen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ursachen von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung k\u00f6nnen sehr vielf\u00e4ltig sein und lassen sich auf genetische (z.B. vererbte Augenerkrankungen) oder umweltbedingte Faktoren (z.B. Unf\u00e4lle, Geburtskomplikationen, erworbene Krankheiten) zur\u00fcckf\u00fchren. Bedeutsam erscheint eine Differenzierung in Bezug auf den <strong>Sch\u00e4digungsort<\/strong>, d.h. inwieweit der Sehapparat (Auge: Linse, Hornhaut, Netzhaut etc.) eine Sch\u00e4digung aufweist und\/oder etwaige St\u00f6rungen der Reizweiterleitung und -verarbeitung die beobachtbaren Sehbeeintr\u00e4chtigungen erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. St\u00f6rungen der Verarbeitung visueller Reize im Gehirn werden als CVI (Cerebral Visual Impairment) bezeichnet. In den Industriel\u00e4ndern k\u00f6nnen im <strong>Kindes- und Jugendalter<\/strong> h\u00e4ufig die in der Abbildung\u00a0 aufgef\u00fchrten Ursachen von Sehsch\u00e4digungen festgestellt werden (im Alter sind andere Ursachen vorherrschend):<\/p>\n<ol>\n<li>CVI (Cerebral Visual Impairment) 20-25%<\/li>\n<li>Netzhautsch\u00e4digung bei Fr\u00fchgeborenenretinopathie (ROP) 12-19%<\/li>\n<li>Sehnervsch\u00e4digung 11-19%<\/li>\n<li>Strukturver\u00e4nderung des Auges (z.B. erbliche Netzhautdegenerationen) 11-13%<\/li>\n<li>Albinismus 4,5%<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Angaben zu den Pr\u00e4valenzen stammen aus zwei Studien (Hatton et al. 2013 und Garbner &amp; Huebner 2017), die jeweils eine repr\u00e4sentative Stichprobe (&gt;5000 Kinder) im Bereich der Fr\u00fcherziehung hinsichtlich der Pr\u00e4valenz der Diagnosen untersucht haben. Die Prozentzahlen geben jeweils die Spannen aus beiden Studien an.<\/p>\n<p>Demzufolge ist CVI in den westlichen L\u00e4ndern inzwischen die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Sehbeeintr\u00e4chtigungen (20-25%) gefolgt von der ROP (12-19%), was auch dazu f\u00fchrt, dass der Anteil an Kindern mit zus\u00e4tzlichem F\u00f6rderbedarf in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist und noch weiter ansteigen wird.<\/p>\n<h2>Pr\u00e4valenz von Sehbeeintr\u00e4chtigung bei Kindern und Jugendlichen mit Mehrfachbeeintr\u00e4chtigung<\/h2>\n<p>Eine Schwierigkeit besteht darin, dass Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei komplexen Behinderungen oftmals nicht erkannt werden. In einer Pr\u00e4valenzstudie in Deutschland (Drave, Fischer &amp; Kie\u00dfling 2013) mit ortoptischen Reihenuntersuchungen konnte an Schulen mit den F\u00f6rderschwerpunkten Kognitive Entwicklung (fr\u00fcher auch geistige Entwicklung) und Motorische Entwicklung nachgewiesen werden, dass <strong>15%<\/strong> der untersuchten Schu\u0308lerinnen und Schu\u0308ler sehgesch\u00e4digt in sozialrechtlichem Sinne sind. Man kann deshalb vermuten, dass es eine hohe Dunkelziffer im Bereich &#8222;unentdeckter Sehbeeintr\u00e4chtigungen&#8220; gibt.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Studie <strong>REVISA<\/strong> (Recognition of Visual Impairment in (Pre)School Age) der HfH und des SZBlinds setzt genau bei diesem Problem an. In der Studie wird untersucht, wieso Sehbeeintr\u00e4chtigung beim vorliegen komplexer Beeintr\u00e4chtigungen h\u00e4ufig nicht erkannt werden. Weitere Informationen zur Studie gibt es <a href=\"https:\/\/www.hfh.ch\/projekt\/revisa-recognition-of-visual-impairment-in-preschool-age\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<div id=\"h5p-22\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-22\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"22\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Zusammenfassung Ursachen und Pr\u00e4valenz\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--exercises\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ul>\n<li>Spring, S. (2019). Sehbehinderung, Blindheit und H\u00f6rsehbehinderung: Entwicklung in der Schweiz. SZBlind Schweizerischer Zentralverein f\u00fcr das Blindenwesen. https:\/\/www.szblind.ch\/fileadmin\/pdfs\/forschung\/Fachheft-Sehbehinderung-Schweiz-2019-de-BF-v01.pdf<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exakte Angaben \u00fcber die H\u00e4ufigkeit von Blindheit und Sehbeeintr\u00e4chtigung in der Schweiz liegen nicht vor. Die vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SZBlind) ver\u00f6ffentlichen Zahlen beruhen auf einer Sch\u00e4tzung (Spring 2019). Demzufolge leben in der Schweiz aktuell ca. 377&#8217;000 Menschen mit einer Sehbeeintr\u00e4chtigung, wovon 57&#8217;000 eine H\u00f6rsehbeeintr\u00e4chtigung aufweisen, 50&#8217;000 als blind gelten und 270&#8217;000 als sehbehindert. 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