{"id":34,"date":"2021-10-25T21:54:57","date_gmt":"2021-10-25T19:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/?post_type=chapter&#038;p=34"},"modified":"2021-11-01T14:55:56","modified_gmt":"2021-11-01T13:55:56","slug":"downsyndrom","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/chapter\/downsyndrom\/","title":{"raw":"Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen und Sehbeeintr\u00e4chtigungen","rendered":"Kognitive Beeintr\u00e4chtigungen und Sehbeeintr\u00e4chtigungen"},"content":{"raw":"Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigugen haben oftmls unterschiedliche Entwicklungsverz\u00f6gerungen in den kognitiven-, sozialen-, kommunikativen- und motorischen- F\u00e4higkeiten. Damit einher gehen viele Einschr\u00e4nkungen und Barrieren, weshalb sie oftmals langsamer lernen. Lerende mit kognitiver Beeintr\u00e4chtigung und Entwicklungsverz\u00f6gerungen k\u00f6nnen Schwierigkeiten bei der Verallgemeinerung und beim \u00dcbertragen von F\u00e4higkeiten zeigen. Oft haben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen, die schwere Entwicklungsverz\u00f6gerungen haben, auch zus\u00e4tzliche Behinderungen. An den Schweizer Blinden- und Sehbehindertenschulen spricht man in diesem Zusammenhang h\u00e4ufig von <strong>Sehen Plus<\/strong>. An den gr\u00f6sseren Blinden- und Sehbehindertenschulen (z.B. in Zollikhofen oder Sonnenberg\/Baar) gibt es eigene Abteilungen, die sich spezialisiert haben, auf den Unterricht und die F\u00f6rderung von Kindern mit Mehrfachbeeintr\u00e4chtigung un\u00adter Ein\u00adbe\u00adzug blinden- und sehbehindertenspezifischer Aspekte (z.B. Le\u00adbens\u00adprak\u00adti\u00adsche F\u00e4\u00adhig\u00adkei\u00adten, Low Vi\u00adsi\u00adon, Ori\u00aden\u00adtie\u00adrung und Mo\u00adbi\u00adli\u00adt\u00e4t).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_95\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt.jpeg\"><img class=\"wp-image-95 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a> Kunstprojekt von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus der Abteilung Sehen Plus der Blindenschule Zollikhofen[\/caption]\r\n<h2><strong>Vorschl\u00e4ge und Interventionen f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Bereich Sehen Plus<\/strong><\/h2>\r\nDie folgenden Vorschl\u00e4ge umfassen M\u00f6glichkeiten, den Lernbed\u00fcrfnisse von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Sehbeeintr\u00e4chtigung und kognitiven Einschr\u00e4nkungen im Unterricht gerecht zu werden:\r\n\r\n<strong>R\u00e4umliche Organisation<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Reduzieren Sie Unordnung.<\/li>\r\n \t<li>Vergr\u00f6\u00dfern Sie den Abstand.<\/li>\r\n \t<li>F\u00fcgen Sie Umgebungshinweise hinzu (z. B. Konturen, um die Platzierung von Objekten anzuzeigen, Farbkontrast und Lichtverst\u00e4rkung, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Orte zu lenken).<\/li>\r\n \t<li>Verwenden Sie eine B\u00fcroklammer oder einen Radiergummi, um eine Stelle auf der Seite zu markieren.<\/li>\r\n \t<li>Legen Sie eine Vorgehensweise f\u00fcr Aufgaben fest und stellen Sie sicher, dass sie jeden Tag auf die gleiche Weise strukturiert wird.<\/li>\r\n \t<li>Platzieren Sie ein Lineal unter der Textzeile, die die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler liest.<\/li>\r\n \t<li>Schneiden Sie ein Fenster in ein Blatt Papier, das von Wort zu Wort, von Zeile zu Zeile oder von Bild zu Bild verschoben werden kann.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>Kommunikation<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Halten Sie die Anweisungen kurz und konkret.<\/li>\r\n \t<li>Bitten Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Anweisungen zu wiederholen, um das Verst\u00e4ndnis zu sichern.<\/li>\r\n \t<li>Bringen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern bei, Wiederholungen anzufordern, wenn ihnen die Anweisungen nicht klar sind.<\/li>\r\n \t<li>Minimieren Sie die Verwendung von Redewendungen oder bildlicher Sprache in der Kommunikation.<\/li>\r\n \t<li>Bringen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler h\u00e4ufig vorkommende Redewendungen oder bildliche Sprache bei.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>\u00a0Neue Informationen<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Verkn\u00fcpfen Sie neue Informationen mit zuvor erlernten Konzepten.<\/li>\r\n \t<li>Betonen Sie die Relevanz neuer Informationen f\u00fcr bestimmte Interessen oder Ereignisse.<\/li>\r\n \t<li>Ermutigen Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, neue Informationen zu wiederholen.<\/li>\r\n \t<li>Erm\u00f6glichen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die Anwendung neuer Informationen zu \u00fcben, indem sie diese einer anderen Sch\u00fclerin\/ einem anderen Sch\u00fcler erkl\u00e4ren.<\/li>\r\n \t<li>Strukturieren Sie neues Lernen sorgf\u00e4ltig, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nichts Falsches gelernt wird<\/li>\r\n \t<li>Korrigieren Sie Fehler fr\u00fchzeitig<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>R\u00e4umliche Orientierung<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Legen Sie bestimmte Bereiche f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Aktivit\u00e4ten fest.<\/li>\r\n \t<li>Verwenden Sie Hinweise und Materialien, um bestimmte Bereiche zu markieren.<\/li>\r\n \t<li>Strukturieren Sie diese Hinweise und Materialien, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler selbstst\u00e4ndig arbeiten k\u00f6nnen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>Aufmerksamkeit und Konzentration<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Minimieren Sie die Ablenkung durch die Umgebung durch sorgf\u00e4ltige Platzierung im Klassenzimmer.<\/li>\r\n \t<li>Verzichten Sie auf unn\u00f6tige auditive Distraktionen, wie z.B. \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Sprechen.<\/li>\r\n \t<li>Bauen Sie regelm\u00e4\u00dfige Pausen in Ihre Unterrichtszeit ein.<\/li>\r\n \t<li>Schaffen Sie M\u00f6glichkeiten f\u00fcr k\u00f6rperliche Bewegung.<\/li>\r\n \t<li>Fokussieren Sie auf das positive Verhalten, wenn das Kind aufmerksam ist, statt das Kind zu bestrafen, wenn es unaufmerksam ist.<\/li>\r\n \t<li>Teilen Sie Aufgaben in kleine Sequenzen auf, die eine Sch\u00fclerin\/ ein Sch\u00fcler in k\u00fcrzeren Zeitabschnitten abschlie\u00dfen kann.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>Aufgabenbearbeitung<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Nutzen Sie Systeme wie Notizb\u00fccher und Kalender, mit denen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre Arbeit selbst \u00fcberwachen k\u00f6nnen.<\/li>\r\n \t<li>Entwickeln Sie einen nonverbalen Hinweis, der einvernehmlich vereinbart wird, um zu signalisieren, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von der Aufgabe abgekommen sind, und die Konzentration wieder auf die aktuelle Aufgabe zu lenken.<\/li>\r\n \t<li>Bieten Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern eine M\u00f6glichkeit, anzugeben, dass Hilfe ben\u00f6tigt wird.<\/li>\r\n \t<li>Schlie\u00dfen Sie jede Lektion mit einer Runde \u00fcber die Dinge, die gelernt wurden ab.<\/li>\r\n \t<li>Unterst\u00fctzen Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dabei, unabgeschlossene Aktivit\u00e4ten oder Aufgaben in ihren Kalender oder ihre Notizb\u00fccher zu \u00fcbertragen, damit sie diese am n\u00e4chsten Tag selbstst\u00e4ndig beginnen k\u00f6nnen.<\/li>\r\n \t<li>Stellen Sie Materialien zur Verf\u00fcgung, um abgeschlossene Aufgabe abzulegen, z. B. eine Box, in welche die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler fertige Aufgaben legen kann.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>Impulssteuerung<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Sorgen Sie f\u00fcr eine angemessene Struktur im Klassenzimmer und machen Sie die Regeln f\u00fcr alle sichtbar und zug\u00e4nglich.<\/li>\r\n \t<li>Die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler soll selbst mitentscheiden, wie Sie r\u00fcckmelden, dass sie\/ er gerade sich Anzeichen f\u00fcr mangelnde Impulskontrolle zeigen.<\/li>\r\n \t<li>Sehen Sie mangelnde Impulskontrolle nicht einfach als Verhaltensproblem an.<\/li>\r\n \t<li>Konzentrieren Sie sich darauf, den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern beizubringen, zu erkennen, wann Vorf\u00e4lle von Impulskontrolle wahrscheinlich auftreten und helfen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, angemessene Bew\u00e4ltigungsstrategien zu entwickeln.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<strong>Umgang mit Wut<\/strong>\r\n<ul>\r\n \t<li>Seien sie sensibel f\u00fcr Anzeichen von Frustration, die wahrscheinlich zu einem Ausbruch f\u00fchrt.<\/li>\r\n \t<li>Wenn m\u00f6glich, lenken Sie die Sch\u00fclerin\/ den Sch\u00fcler von der frustrierenden Aufgabe zu einer weniger schwierigen.<\/li>\r\n \t<li>Wenn die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler zunehmend frustrierter wird, machen Sie Angebote einer k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t, damit sich die Wut abbauen kann (z. B. Aktivit\u00e4t in der Sporthalle, einen Spaziergang, Papier schreddern).<\/li>\r\n \t<li>Vermeiden Sie es, die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Wut oder alternative Verhaltensweisen zu diskutieren, w\u00e4hrend die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler noch ver\u00e4rgert ist oder unmittelbar danach.<\/li>\r\n \t<li>Machen Sie sich nicht \u00fcber die Sch\u00fclerin\/ den Sch\u00fcler lustig, wenn sie\/ er mit Wut auf einen relativ trivialen Vorfall reagiert. Frustration und M\u00fcdigkeit sind oft die Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Reaktion und nicht die Bedeutung des Vorfalls.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nKognitive Herausforderungen k\u00f6nnen durch eine Vielzahl von Umst\u00e4nden verursacht werden, darunter genetische Anomalien, bei Fr\u00fch- oder Sp\u00e4tgeburt, das Vorhandensein von Teratogenen, schlechte Gesundheit der Mutter, Viren, die durch den Geburtsprozess erworben wurden, und traumatische Verletzungen w\u00e4hrend oder nach der Geburt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen und Entwicklungsverz\u00f6gerungen ben\u00f6tigen oft ein Bildungsprogramm, das sich nach den individuellen Potenzial richtet, anstatt nach der Normentwicklung. Bildungsprogramme f\u00fcr diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind am besten, wenn sie einen hohen Teil an<strong> praktischen Lernerfahrungen<\/strong> in <strong>allt\u00e4glichen Kontexten<\/strong> und <strong>lebensweltbezogene Lernerfahrungen<\/strong> f\u00f6rdern. P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, die mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen und Sehbeeintr\u00e4chtigungen arbeiten, sollten reflektieren, wie sie diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern unterrichten.\r\n\r\nDabei sollten sich Fachpersonen die Fragen stellen:\r\n<ul>\r\n \t<li>Ist das Angebot erlernbar? Also verf\u00fcgt das Kind \u00fcber die entsprechenden Voraussetzungen?<\/li>\r\n \t<li>Ist das Angebot anwendbar? D.h., kann sich das Kind aktiv beteiligen?<\/li>\r\n \t<li>Und ist es bef\u00e4higend? Damit ist gemeint, ob das Lernangebot an vorhandene Potenziale ankn\u00fcpft?<\/li>\r\n<\/ul>\r\nIn diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick in die \"<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Anwendung-des-LP21-fu\u0308r-SuS-mit-komplexen-Behinderungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anwendung des Lehrplans 21<\/a>\" f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit komplexen Behinderungen.\r\n\r\nSpeziell bei Kindern- und Jugendlichen mit einer zus\u00e4tzlichen Sehbeeintr\u00e4chtigung sollte zudem Bedacht werden,\u00a0 dass auditive und taktile Hinweise effektiver sein k\u00f6nnen als Bilder oder Gesten. Auch das Erkennen des <em>biobehavioralen Zustands<\/em> (= das Zusammenspiel von Verhalten und biologischen Prozessen) jeder Sch\u00fclerin\/ jedes Sch\u00fclers ist wichtig, um die momentane Aufnahmef\u00e4higkeit f\u00fcr Unterrichtsinhalte einzusch\u00e4tzen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigugen haben oftmls unterschiedliche Entwicklungsverz\u00f6gerungen in den kognitiven-, sozialen-, kommunikativen- und motorischen- F\u00e4higkeiten. Damit einher gehen viele Einschr\u00e4nkungen und Barrieren, weshalb sie oftmals langsamer lernen. Lerende mit kognitiver Beeintr\u00e4chtigung und Entwicklungsverz\u00f6gerungen k\u00f6nnen Schwierigkeiten bei der Verallgemeinerung und beim \u00dcbertragen von F\u00e4higkeiten zeigen. Oft haben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen, die schwere Entwicklungsverz\u00f6gerungen haben, auch zus\u00e4tzliche Behinderungen. An den Schweizer Blinden- und Sehbehindertenschulen spricht man in diesem Zusammenhang h\u00e4ufig von <strong>Sehen Plus<\/strong>. An den gr\u00f6sseren Blinden- und Sehbehindertenschulen (z.B. in Zollikhofen oder Sonnenberg\/Baar) gibt es eigene Abteilungen, die sich spezialisiert haben, auf den Unterricht und die F\u00f6rderung von Kindern mit Mehrfachbeeintr\u00e4chtigung un\u00adter Ein\u00adbe\u00adzug blinden- und sehbehindertenspezifischer Aspekte (z.B. Le\u00adbens\u00adprak\u00adti\u00adsche F\u00e4\u00adhig\u00adkei\u00adten, Low Vi\u00adsi\u00adon, Ori\u00aden\u00adtie\u00adrung und Mo\u00adbi\u00adli\u00adt\u00e4t).<\/p>\n<figure id=\"attachment_95\" aria-describedby=\"caption-attachment-95\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-95 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-300x200.jpeg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-768x512.jpeg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-1536x1024.jpeg 1536w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-2048x1365.jpeg 2048w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-65x43.jpeg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-225x150.jpeg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/SehenPlus_Kunstprojekt-350x233.jpeg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-95\" class=\"wp-caption-text\">Kunstprojekt von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aus der Abteilung Sehen Plus der Blindenschule Zollikhofen<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Vorschl\u00e4ge und Interventionen f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Bereich Sehen Plus<\/strong><\/h2>\n<p>Die folgenden Vorschl\u00e4ge umfassen M\u00f6glichkeiten, den Lernbed\u00fcrfnisse von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Sehbeeintr\u00e4chtigung und kognitiven Einschr\u00e4nkungen im Unterricht gerecht zu werden:<\/p>\n<p><strong>R\u00e4umliche Organisation<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Reduzieren Sie Unordnung.<\/li>\n<li>Vergr\u00f6\u00dfern Sie den Abstand.<\/li>\n<li>F\u00fcgen Sie Umgebungshinweise hinzu (z. B. Konturen, um die Platzierung von Objekten anzuzeigen, Farbkontrast und Lichtverst\u00e4rkung, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Orte zu lenken).<\/li>\n<li>Verwenden Sie eine B\u00fcroklammer oder einen Radiergummi, um eine Stelle auf der Seite zu markieren.<\/li>\n<li>Legen Sie eine Vorgehensweise f\u00fcr Aufgaben fest und stellen Sie sicher, dass sie jeden Tag auf die gleiche Weise strukturiert wird.<\/li>\n<li>Platzieren Sie ein Lineal unter der Textzeile, die die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler liest.<\/li>\n<li>Schneiden Sie ein Fenster in ein Blatt Papier, das von Wort zu Wort, von Zeile zu Zeile oder von Bild zu Bild verschoben werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kommunikation<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Halten Sie die Anweisungen kurz und konkret.<\/li>\n<li>Bitten Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Anweisungen zu wiederholen, um das Verst\u00e4ndnis zu sichern.<\/li>\n<li>Bringen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern bei, Wiederholungen anzufordern, wenn ihnen die Anweisungen nicht klar sind.<\/li>\n<li>Minimieren Sie die Verwendung von Redewendungen oder bildlicher Sprache in der Kommunikation.<\/li>\n<li>Bringen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler h\u00e4ufig vorkommende Redewendungen oder bildliche Sprache bei.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0Neue Informationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Verkn\u00fcpfen Sie neue Informationen mit zuvor erlernten Konzepten.<\/li>\n<li>Betonen Sie die Relevanz neuer Informationen f\u00fcr bestimmte Interessen oder Ereignisse.<\/li>\n<li>Ermutigen Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, neue Informationen zu wiederholen.<\/li>\n<li>Erm\u00f6glichen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die Anwendung neuer Informationen zu \u00fcben, indem sie diese einer anderen Sch\u00fclerin\/ einem anderen Sch\u00fcler erkl\u00e4ren.<\/li>\n<li>Strukturieren Sie neues Lernen sorgf\u00e4ltig, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler nichts Falsches gelernt wird<\/li>\n<li>Korrigieren Sie Fehler fr\u00fchzeitig<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>R\u00e4umliche Orientierung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Legen Sie bestimmte Bereiche f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Aktivit\u00e4ten fest.<\/li>\n<li>Verwenden Sie Hinweise und Materialien, um bestimmte Bereiche zu markieren.<\/li>\n<li>Strukturieren Sie diese Hinweise und Materialien, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler selbstst\u00e4ndig arbeiten k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Aufmerksamkeit und Konzentration<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Minimieren Sie die Ablenkung durch die Umgebung durch sorgf\u00e4ltige Platzierung im Klassenzimmer.<\/li>\n<li>Verzichten Sie auf unn\u00f6tige auditive Distraktionen, wie z.B. \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Sprechen.<\/li>\n<li>Bauen Sie regelm\u00e4\u00dfige Pausen in Ihre Unterrichtszeit ein.<\/li>\n<li>Schaffen Sie M\u00f6glichkeiten f\u00fcr k\u00f6rperliche Bewegung.<\/li>\n<li>Fokussieren Sie auf das positive Verhalten, wenn das Kind aufmerksam ist, statt das Kind zu bestrafen, wenn es unaufmerksam ist.<\/li>\n<li>Teilen Sie Aufgaben in kleine Sequenzen auf, die eine Sch\u00fclerin\/ ein Sch\u00fcler in k\u00fcrzeren Zeitabschnitten abschlie\u00dfen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Aufgabenbearbeitung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nutzen Sie Systeme wie Notizb\u00fccher und Kalender, mit denen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre Arbeit selbst \u00fcberwachen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Entwickeln Sie einen nonverbalen Hinweis, der einvernehmlich vereinbart wird, um zu signalisieren, dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von der Aufgabe abgekommen sind, und die Konzentration wieder auf die aktuelle Aufgabe zu lenken.<\/li>\n<li>Bieten Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern eine M\u00f6glichkeit, anzugeben, dass Hilfe ben\u00f6tigt wird.<\/li>\n<li>Schlie\u00dfen Sie jede Lektion mit einer Runde \u00fcber die Dinge, die gelernt wurden ab.<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzen Sie die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dabei, unabgeschlossene Aktivit\u00e4ten oder Aufgaben in ihren Kalender oder ihre Notizb\u00fccher zu \u00fcbertragen, damit sie diese am n\u00e4chsten Tag selbstst\u00e4ndig beginnen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Stellen Sie Materialien zur Verf\u00fcgung, um abgeschlossene Aufgabe abzulegen, z. B. eine Box, in welche die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler fertige Aufgaben legen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Impulssteuerung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sorgen Sie f\u00fcr eine angemessene Struktur im Klassenzimmer und machen Sie die Regeln f\u00fcr alle sichtbar und zug\u00e4nglich.<\/li>\n<li>Die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler soll selbst mitentscheiden, wie Sie r\u00fcckmelden, dass sie\/ er gerade sich Anzeichen f\u00fcr mangelnde Impulskontrolle zeigen.<\/li>\n<li>Sehen Sie mangelnde Impulskontrolle nicht einfach als Verhaltensproblem an.<\/li>\n<li>Konzentrieren Sie sich darauf, den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern beizubringen, zu erkennen, wann Vorf\u00e4lle von Impulskontrolle wahrscheinlich auftreten und helfen Sie den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, angemessene Bew\u00e4ltigungsstrategien zu entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Umgang mit Wut<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Seien sie sensibel f\u00fcr Anzeichen von Frustration, die wahrscheinlich zu einem Ausbruch f\u00fchrt.<\/li>\n<li>Wenn m\u00f6glich, lenken Sie die Sch\u00fclerin\/ den Sch\u00fcler von der frustrierenden Aufgabe zu einer weniger schwierigen.<\/li>\n<li>Wenn die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler zunehmend frustrierter wird, machen Sie Angebote einer k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4t, damit sich die Wut abbauen kann (z. B. Aktivit\u00e4t in der Sporthalle, einen Spaziergang, Papier schreddern).<\/li>\n<li>Vermeiden Sie es, die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Wut oder alternative Verhaltensweisen zu diskutieren, w\u00e4hrend die Sch\u00fclerin\/ der Sch\u00fcler noch ver\u00e4rgert ist oder unmittelbar danach.<\/li>\n<li>Machen Sie sich nicht \u00fcber die Sch\u00fclerin\/ den Sch\u00fcler lustig, wenn sie\/ er mit Wut auf einen relativ trivialen Vorfall reagiert. Frustration und M\u00fcdigkeit sind oft die Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Reaktion und nicht die Bedeutung des Vorfalls.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kognitive Herausforderungen k\u00f6nnen durch eine Vielzahl von Umst\u00e4nden verursacht werden, darunter genetische Anomalien, bei Fr\u00fch- oder Sp\u00e4tgeburt, das Vorhandensein von Teratogenen, schlechte Gesundheit der Mutter, Viren, die durch den Geburtsprozess erworben wurden, und traumatische Verletzungen w\u00e4hrend oder nach der Geburt. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen und Entwicklungsverz\u00f6gerungen ben\u00f6tigen oft ein Bildungsprogramm, das sich nach den individuellen Potenzial richtet, anstatt nach der Normentwicklung. Bildungsprogramme f\u00fcr diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind am besten, wenn sie einen hohen Teil an<strong> praktischen Lernerfahrungen<\/strong> in <strong>allt\u00e4glichen Kontexten<\/strong> und <strong>lebensweltbezogene Lernerfahrungen<\/strong> f\u00f6rdern. P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen, die mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen und Sehbeeintr\u00e4chtigungen arbeiten, sollten reflektieren, wie sie diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern unterrichten.<\/p>\n<p>Dabei sollten sich Fachpersonen die Fragen stellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ist das Angebot erlernbar? Also verf\u00fcgt das Kind \u00fcber die entsprechenden Voraussetzungen?<\/li>\n<li>Ist das Angebot anwendbar? D.h., kann sich das Kind aktiv beteiligen?<\/li>\n<li>Und ist es bef\u00e4higend? Damit ist gemeint, ob das Lernangebot an vorhandene Potenziale ankn\u00fcpft?<\/li>\n<\/ul>\n<p>In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick in die &#8222;<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-content\/uploads\/sites\/115\/2021\/10\/Anwendung-des-LP21-fu\u0308r-SuS-mit-komplexen-Behinderungen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anwendung des Lehrplans 21<\/a>&#8220; f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit komplexen Behinderungen.<\/p>\n<p>Speziell bei Kindern- und Jugendlichen mit einer zus\u00e4tzlichen Sehbeeintr\u00e4chtigung sollte zudem Bedacht werden,\u00a0 dass auditive und taktile Hinweise effektiver sein k\u00f6nnen als Bilder oder Gesten. Auch das Erkennen des <em>biobehavioralen Zustands<\/em> (= das Zusammenspiel von Verhalten und biologischen Prozessen) jeder Sch\u00fclerin\/ jedes Sch\u00fclers ist wichtig, um die momentane Aufnahmef\u00e4higkeit f\u00fcr Unterrichtsinhalte einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigugen haben oftmls unterschiedliche Entwicklungsverz\u00f6gerungen in den kognitiven-, sozialen-, kommunikativen- und motorischen- F\u00e4higkeiten. Damit einher gehen viele Einschr\u00e4nkungen und Barrieren, weshalb sie oftmals langsamer lernen. Lerende mit kognitiver Beeintr\u00e4chtigung und Entwicklungsverz\u00f6gerungen k\u00f6nnen Schwierigkeiten bei der Verallgemeinerung und beim \u00dcbertragen von F\u00e4higkeiten zeigen. Oft haben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":789,"menu_order":3,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-34","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":23,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/34","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/789"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/34\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":186,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/34\/revisions\/186"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/23"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/34\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=34"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=34"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/mfbsehen\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=34"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}