{"id":24,"date":"2019-07-09T15:52:05","date_gmt":"2019-07-09T13:52:05","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/front-matter\/online-ist-anders\/"},"modified":"2026-03-27T16:59:42","modified_gmt":"2026-03-27T15:59:42","slug":"online-ist-anders","status":"publish","type":"front-matter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/front-matter\/online-ist-anders\/","title":{"raw":"Online ist anders!","rendered":"Online ist anders!"},"content":{"raw":"[private]Das ist ein privater Text, meist f\u00fcr den Autor.[\/private]Ja, online ist anders aber nur wenig anders! Die Didaktik bleibt sich n\u00e4mlich gleich, nur die Rahmenbedingungen sind anders[footnote]Ob man einen grossen oder kleinen Raum hat f\u00fcr die Pr\u00e4senz, ob dieser einen Projektor oder nur ein Flipchart zur Verf\u00fcgung stellt, sind genau solche Rahmenbedingungen. Man stellt sich auf die Rahmenbedingungen ein. Die gr\u00f6sste Herausforderung ist wohl die fehlende, nat\u00fcrliche Pr\u00e4senzkommunikation. Diese muss man online <strong>bewusst<\/strong> gestalten.[\/footnote]. Weil man oft nicht vor Ort ist, muss man der m\u00f6glichen Anonymit\u00e4t und Vereinsamung entgegentreten. Niemand steht vorne und eine Frage kann nicht sofort beantwortet werden. Es braucht mehr F\u00fchrung, sprich eine h\u00f6here Verschriftlichung. Diese und weitere Felder sind in diesem Kapitel beschrieben.\r\n\r\nNebenbei: Pr\u00e4senz ist immer [pb_glossary id=\"215\"]synchron[\/pb_glossary]. Online kann synchron oder [pb_glossary id=\"216\"]asynchron[\/pb_glossary] sein.\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Die allerwichtigste Frage!<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nWas muss ich in der Pr\u00e4senz behalten? (Und, was kann ich ausserhalb der Pr\u00e4senz machen?) Wof\u00fcr reist der Studierende extra zur Pr\u00e4senz an? Was kann er\/sie nicht von zuhause aus machen?\r\n\r\nWas mache ich sychron, was asynchron?\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2>Anonymit\u00e4t (Profile, Kennenlernen,...)<\/h2>\r\nGerade am Anfang des Studiums bzw. zu Beginn eines neuen Moduls, wenn man die Kommilitonen noch nicht so gut kennt, erfordert es \u00dcberwindung um in Kontakt zu treten. Oft erfordert es eine grosse \u00dcberwindung auf Seiten der Studis, in einem Online-Setting Fragen zu stellen - egal ob in einem asynchronen (z. B. Forum) oder synchronen (z. B. Webkonferenz) Kontext. Dieses Vertrauen und die Bereitschaft zur Online-Kooperation muss aufgebaut und gef\u00f6rdert werden.\r\n\r\nAls Allererstes muss die Kommunikation unter den Studierenden explizit erlaubt werden! Also z. B. \"Tauscht euch bitte auch mit Kommiliton*innen aus, die ihr noch nicht kennt.\" Dies mag komisch klingen, aber wegen dem anderen\/neuen Setting werden nicht alle Regeln gleich \u00fcbernommen. Annahmen, auch falsche, werden getroffen.\r\n\r\nZweitens soll das Kennenlernen unterst\u00fctzt werden, zum Beispiel durch Online- Visitenkarten oder (Rate-)Spiele, mit denen man Gemeinsamkeiten entdecken kann oder die eben dem sozialen Austausch dienen.\r\n\r\nAls letzten Punkt kann auch ein spezifischer (virtueller) Begegnungsraum er\u00f6ffnet werden, der explizit dazu genutzt werden darf auch mal Fachfernes auszutauschen, siehe 'Cafeteria-Forum'.\r\n<h2>Klare F\u00fchrung (mehr Infos als bei reiner Pr\u00e4senz)<\/h2>\r\nDas Keyword ist Verschriftlichung. In der Pr\u00e4senz kann ich\u00a0den Studierenden immer noch\u00a0spontan weitere Infos mitteilen, wenn sie danach fragen. In einer Online-Phase sind die Studierenden auf sich gestellt und m\u00fcssen die Aufgaben mit den vorhandenen Informationen und Materialien meistern. Es ist schwierig an alles zu denken, speziell in einer ersten Durchf\u00fchrung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, k\u00f6nnen Foren eingesetzt werden, um aufkommende Fragen abzufangen. Bei weiteren Durchf\u00fchrungen k\u00f6nnen die Materialien soweit erg\u00e4nzt werden, dass die wichtigsten und h\u00e4ufigsten Fragen von vorneherein abgedeckt sind.\r\n\r\nUm R\u00fcckmeldungen zum Verst\u00e4ndnis, ohne die Gesichter meiner Studis zu sehen, zu erhalten, k\u00f6nnen Online-Quizzes oder Abstimmungen durchgef\u00fchrt werden. Um die Studis \"am Ball\" zu halten, ben\u00f6tigt es einer klaren zeitlichen Struktur und Taktung. Abwechslung und regelm\u00e4ssige Kommunikation sind eine grosse Hilfe.\r\n<h2>Termine<\/h2>\r\nWenn man mehr online unterwegs ist, reduziert sich h\u00e4ufig die Informationsweitergabe, die man sonst nebenbei in Pausen hat. Man spricht nicht mehr so leicht zuf\u00e4llig dar\u00fcber, dass der n\u00e4chste Pr\u00e4senztermin nicht am gewohnten Ort stattfindet o. \u00e4.\r\n\r\nIn jedem Fall ist es entscheidend, dass alle Termine an einem Ort kommuniziert werden. Den Abgabetermin zum Leistungsnachweis gerne zus\u00e4tzlich an der Stelle, wo der LNW hochgeladen werden soll. Aber nicht nur dort, sondern eben auch da, wo die anderen Termine vermerkt sind.\r\n\r\nAuch den \u201ezuf\u00e4lligen\", informellen Austausch zwischen Studierenden kann man f\u00f6rdern, z. B. mit virtuellen Begegnungsr\u00e4umen. Aber dazu sp\u00e4ter mehr.\r\n<h2>Taktung &amp; Verzahnung<\/h2>\r\nBeim Blended Learning oder Flipped Classroom ist die Verzahnung zwischen Pr\u00e4senz und Onlineanteilen immens wichtig. Gerade Blended Learning-Unerfahrene bekommen sonst m\u00f6glicherweise den Eindruck w\u00e4hrend der Selbstlernphasen in einer \"Parallelwelt\" zu lernen.\r\n\r\nDeshalb muss man genau wie beim konventionellen Pr\u00e4senzunterricht bedenken: Was baue ich - online oder in der Pr\u00e4senz - auf, worauf ich mich in der n\u00e4chsten Phase beziehe? Zus\u00e4tzlich zu den eigenen \u00dcberlegungen sollte diese Verzahnung auch gegen\u00fcber den Studierenden explizit gemacht werden: Wof\u00fcr werden die Arbeitsauftr\u00e4ge aus der Selbstlernphase sp\u00e4ter genutzt? In der Selbstlernphase erarbeitetes Wissen sollte in der Pr\u00e4senz wieder aufgegriffen werden - und umgekehrt.\r\n\r\nOnlineunterricht, sei dieser synchron oder asynchron, sollte also genau gleich getaktet sein wie Pr\u00e4senzunterricht. Klarer Ablauf, klare Ziele und Erwartungen sind unabdingbar.\r\n<h2>\u00dcberflut<\/h2>\r\nWegen der n\u00f6tigen, h\u00f6heren Verschriftlichung gibt es ganz schnell ein Haufen Zeugs, und f\u00fcr verschiedene Methoden und Szenarien werden auch verschiedene Tools eingesetzt.\r\n\r\nWeniger ist oft mehr, d. h. es geht nicht darum m\u00f6glichst viele verschiedene Tools in einem Modul anzuwenden. Empfehlenswert ist, f\u00fcr die gleiche \u201eKommunikationsart\" auch immer das gleiche Tool zu verwenden. Beispielsweise f\u00fcr Arbeitsauftr\u00e4ge immer einen Blog. Es w\u00e4re ungeschickt, in einem Modul gleich drei verschiedene Video-Chat-Tools einzusetzen. Am besten w\u00e4hlt man ein paar Tools und verwendet diese mehrmals im Semester.\r\n\r\nWeiter sollen die Studierenden auch auf Arbeitstechniken und -hilfen aufmerksam gemacht werden, wie etwa Bookmarks\/Favourites im Browser, Dateien nur an einem Ort verwalten (nicht gleichzeitig auf Dropbox <em>und <\/em>GoogleDrive) und die Nutzung eines Passwortmanagers.\r\n<h2>Verbindlichkeit<\/h2>\r\nKlar ist eines: Informationen oder Auftr\u00e4ge, die online kommuniziert werden, sind ebenso g\u00fcltig und verbindlich, wie die aus Pr\u00e4senzveranstaltungen. Es empfiehlt sich zu Beginn eines Blended Learning-Settings nochmal zu darauf hinzuweisen, dass viele Informationen ausschliesslich auf ILIAS bekannt gegeben werden, nicht z. B. extra noch per Mail.\r\n\r\nEbenso gilt Holschuld und nicht Bringschuld.\r\n\r\nBeim Blended Learning-Ansatz wird immer wieder erw\u00e4hnt, dass die Studis nicht vorbereitet in die Pr\u00e4senz kommen. Hier geht es zum Gesamtszenario\u00a0 \u201e<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/chapter\/flipped-classroom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Flipped Classroom\"<\/a>. Ganz interessant sind die Hinweise zu \"Durchhalteverm\u00f6gen\"!\r\n<h2>FAQ<\/h2>\r\nL\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die vier h\u00e4ufigsten H\u00fcrden, von der Uni Bern im folgenden <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/01\/Begleitetes-Selbststudium-mit-ILIAS.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF<\/a> erkl\u00e4rt.\r\n<ol>\r\n \t<li>Die Vorbereitungslekt\u00fcre wird nicht gelesen.<\/li>\r\n \t<li>Trittbrettfahren bei Gruppenarbeiten vermeiden.<\/li>\r\n \t<li>Ich weiss nicht, wo meine Studierenden stehen.<\/li>\r\n \t<li>Grundlagen m\u00fcssen immer wieder vermittelt werden.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n[h5p id=\"12\"]\r\n<h2>Weiteres zum Thema<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/2020\/11\/25\/online-lehre-lebendig-gestalten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Online Lehre lebendig gestalten<\/a>, FH Zentralschweiz<\/li>\r\n \t<li>\u00dcbersicht Lehre, von synchron zu asynchron, von Remote zu Pr\u00e4senz: <a href=\"https:\/\/gpmpublic.zhaw.ch\/GPMDocProdDPublic\/Vorgabedokumente_ZHAW\/Z_RL_Richtlinie_Framework_Educational_Design.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Framework Educational Design f\u00fcr Dozierende: Schwerpunkt Lern- und Pr\u00fcfungssettings<\/a>, ZHAW<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Feedback<\/h2>\r\nGibt es noch weitere Themen, die hier hinzugef\u00fcgt werden sollen? Sollen gewisse ausgearbeitet werden? Bitte melde dich bei <a href=\"mailto:dlc@hfh.ch\">dlc@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\nIm Padlet, das hier folgt, kannst du uns auch Feedback und Ideen mitteilen. Auf das '+' unten rechts im roten Padlet klicken und losschreiben.\r\n<iframe title=\"Padlet\" src=\"https:\/\/padlet.com\/embed\/mfwswnsr4rs7tv70\" width=\"100%\" height=\"600px\">\r\n<\/iframe>\r\n<h2>Brainstorming<\/h2>\r\nHier ist ein weiteres Tool (answergarden.ch), das f\u00fcr Brainstorming auch eingesetzt werden kann. Hast du f\u00fcrs 2021 einen Wunsch?\r\n<iframe title=\"AnswerGarden\" src=\"https:\/\/answergarden.ch\/embed\/1597287\" width=\"100%\" height=\"600px\">\r\n<\/iframe>","rendered":"<p>Ja, online ist anders aber nur wenig anders! Die Didaktik bleibt sich n\u00e4mlich gleich, nur die Rahmenbedingungen sind anders<a class=\"footnote\" title=\"Ob man einen grossen oder kleinen Raum hat f\u00fcr die Pr\u00e4senz, ob dieser einen Projektor oder nur ein Flipchart zur Verf\u00fcgung stellt, sind genau solche Rahmenbedingungen. Man stellt sich auf die Rahmenbedingungen ein. Die gr\u00f6sste Herausforderung ist wohl die fehlende, nat\u00fcrliche Pr\u00e4senzkommunikation. Diese muss man online bewusst gestalten.\" id=\"return-footnote-24-1\" href=\"#footnote-24-1\" aria-label=\"Footnote 1\"><sup class=\"footnote\">[1]<\/sup><\/a>. Weil man oft nicht vor Ort ist, muss man der m\u00f6glichen Anonymit\u00e4t und Vereinsamung entgegentreten. Niemand steht vorne und eine Frage kann nicht sofort beantwortet werden. Es braucht mehr F\u00fchrung, sprich eine h\u00f6here Verschriftlichung. Diese und weitere Felder sind in diesem Kapitel beschrieben.<\/p>\n<p>Nebenbei: Pr\u00e4senz ist immer <a class=\"glossary-term\" aria-haspopup=\"dialog\" aria-describedby=\"definition\" href=\"#term_24_215\">synchron<\/a>. Online kann synchron oder <a class=\"glossary-term\" aria-haspopup=\"dialog\" aria-describedby=\"definition\" href=\"#term_24_216\">asynchron<\/a> sein.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Die allerwichtigste Frage!<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Was muss ich in der Pr\u00e4senz behalten? (Und, was kann ich ausserhalb der Pr\u00e4senz machen?) Wof\u00fcr reist der Studierende extra zur Pr\u00e4senz an? Was kann er\/sie nicht von zuhause aus machen?<\/p>\n<p>Was mache ich sychron, was asynchron?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Anonymit\u00e4t (Profile, Kennenlernen,&#8230;)<\/h2>\n<p>Gerade am Anfang des Studiums bzw. zu Beginn eines neuen Moduls, wenn man die Kommilitonen noch nicht so gut kennt, erfordert es \u00dcberwindung um in Kontakt zu treten. Oft erfordert es eine grosse \u00dcberwindung auf Seiten der Studis, in einem Online-Setting Fragen zu stellen &#8211; egal ob in einem asynchronen (z. B. Forum) oder synchronen (z. B. Webkonferenz) Kontext. Dieses Vertrauen und die Bereitschaft zur Online-Kooperation muss aufgebaut und gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Als Allererstes muss die Kommunikation unter den Studierenden explizit erlaubt werden! Also z. B. &#8222;Tauscht euch bitte auch mit Kommiliton*innen aus, die ihr noch nicht kennt.&#8220; Dies mag komisch klingen, aber wegen dem anderen\/neuen Setting werden nicht alle Regeln gleich \u00fcbernommen. Annahmen, auch falsche, werden getroffen.<\/p>\n<p>Zweitens soll das Kennenlernen unterst\u00fctzt werden, zum Beispiel durch Online- Visitenkarten oder (Rate-)Spiele, mit denen man Gemeinsamkeiten entdecken kann oder die eben dem sozialen Austausch dienen.<\/p>\n<p>Als letzten Punkt kann auch ein spezifischer (virtueller) Begegnungsraum er\u00f6ffnet werden, der explizit dazu genutzt werden darf auch mal Fachfernes auszutauschen, siehe &#8218;Cafeteria-Forum&#8216;.<\/p>\n<h2>Klare F\u00fchrung (mehr Infos als bei reiner Pr\u00e4senz)<\/h2>\n<p>Das Keyword ist Verschriftlichung. In der Pr\u00e4senz kann ich\u00a0den Studierenden immer noch\u00a0spontan weitere Infos mitteilen, wenn sie danach fragen. In einer Online-Phase sind die Studierenden auf sich gestellt und m\u00fcssen die Aufgaben mit den vorhandenen Informationen und Materialien meistern. Es ist schwierig an alles zu denken, speziell in einer ersten Durchf\u00fchrung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, k\u00f6nnen Foren eingesetzt werden, um aufkommende Fragen abzufangen. Bei weiteren Durchf\u00fchrungen k\u00f6nnen die Materialien soweit erg\u00e4nzt werden, dass die wichtigsten und h\u00e4ufigsten Fragen von vorneherein abgedeckt sind.<\/p>\n<p>Um R\u00fcckmeldungen zum Verst\u00e4ndnis, ohne die Gesichter meiner Studis zu sehen, zu erhalten, k\u00f6nnen Online-Quizzes oder Abstimmungen durchgef\u00fchrt werden. Um die Studis &#8222;am Ball&#8220; zu halten, ben\u00f6tigt es einer klaren zeitlichen Struktur und Taktung. Abwechslung und regelm\u00e4ssige Kommunikation sind eine grosse Hilfe.<\/p>\n<h2>Termine<\/h2>\n<p>Wenn man mehr online unterwegs ist, reduziert sich h\u00e4ufig die Informationsweitergabe, die man sonst nebenbei in Pausen hat. Man spricht nicht mehr so leicht zuf\u00e4llig dar\u00fcber, dass der n\u00e4chste Pr\u00e4senztermin nicht am gewohnten Ort stattfindet o. \u00e4.<\/p>\n<p>In jedem Fall ist es entscheidend, dass alle Termine an einem Ort kommuniziert werden. Den Abgabetermin zum Leistungsnachweis gerne zus\u00e4tzlich an der Stelle, wo der LNW hochgeladen werden soll. Aber nicht nur dort, sondern eben auch da, wo die anderen Termine vermerkt sind.<\/p>\n<p>Auch den \u201ezuf\u00e4lligen&#8220;, informellen Austausch zwischen Studierenden kann man f\u00f6rdern, z. B. mit virtuellen Begegnungsr\u00e4umen. Aber dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<h2>Taktung &amp; Verzahnung<\/h2>\n<p>Beim Blended Learning oder Flipped Classroom ist die Verzahnung zwischen Pr\u00e4senz und Onlineanteilen immens wichtig. Gerade Blended Learning-Unerfahrene bekommen sonst m\u00f6glicherweise den Eindruck w\u00e4hrend der Selbstlernphasen in einer &#8222;Parallelwelt&#8220; zu lernen.<\/p>\n<p>Deshalb muss man genau wie beim konventionellen Pr\u00e4senzunterricht bedenken: Was baue ich &#8211; online oder in der Pr\u00e4senz &#8211; auf, worauf ich mich in der n\u00e4chsten Phase beziehe? Zus\u00e4tzlich zu den eigenen \u00dcberlegungen sollte diese Verzahnung auch gegen\u00fcber den Studierenden explizit gemacht werden: Wof\u00fcr werden die Arbeitsauftr\u00e4ge aus der Selbstlernphase sp\u00e4ter genutzt? In der Selbstlernphase erarbeitetes Wissen sollte in der Pr\u00e4senz wieder aufgegriffen werden &#8211; und umgekehrt.<\/p>\n<p>Onlineunterricht, sei dieser synchron oder asynchron, sollte also genau gleich getaktet sein wie Pr\u00e4senzunterricht. Klarer Ablauf, klare Ziele und Erwartungen sind unabdingbar.<\/p>\n<h2>\u00dcberflut<\/h2>\n<p>Wegen der n\u00f6tigen, h\u00f6heren Verschriftlichung gibt es ganz schnell ein Haufen Zeugs, und f\u00fcr verschiedene Methoden und Szenarien werden auch verschiedene Tools eingesetzt.<\/p>\n<p>Weniger ist oft mehr, d. h. es geht nicht darum m\u00f6glichst viele verschiedene Tools in einem Modul anzuwenden. Empfehlenswert ist, f\u00fcr die gleiche \u201eKommunikationsart&#8220; auch immer das gleiche Tool zu verwenden. Beispielsweise f\u00fcr Arbeitsauftr\u00e4ge immer einen Blog. Es w\u00e4re ungeschickt, in einem Modul gleich drei verschiedene Video-Chat-Tools einzusetzen. Am besten w\u00e4hlt man ein paar Tools und verwendet diese mehrmals im Semester.<\/p>\n<p>Weiter sollen die Studierenden auch auf Arbeitstechniken und -hilfen aufmerksam gemacht werden, wie etwa Bookmarks\/Favourites im Browser, Dateien nur an einem Ort verwalten (nicht gleichzeitig auf Dropbox <em>und <\/em>GoogleDrive) und die Nutzung eines Passwortmanagers.<\/p>\n<h2>Verbindlichkeit<\/h2>\n<p>Klar ist eines: Informationen oder Auftr\u00e4ge, die online kommuniziert werden, sind ebenso g\u00fcltig und verbindlich, wie die aus Pr\u00e4senzveranstaltungen. Es empfiehlt sich zu Beginn eines Blended Learning-Settings nochmal zu darauf hinzuweisen, dass viele Informationen ausschliesslich auf ILIAS bekannt gegeben werden, nicht z. B. extra noch per Mail.<\/p>\n<p>Ebenso gilt Holschuld und nicht Bringschuld.<\/p>\n<p>Beim Blended Learning-Ansatz wird immer wieder erw\u00e4hnt, dass die Studis nicht vorbereitet in die Pr\u00e4senz kommen. Hier geht es zum Gesamtszenario\u00a0 \u201e<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/chapter\/flipped-classroom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Flipped Classroom&#8220;<\/a>. Ganz interessant sind die Hinweise zu &#8222;Durchhalteverm\u00f6gen&#8220;!<\/p>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<p>L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die vier h\u00e4ufigsten H\u00fcrden, von der Uni Bern im folgenden <a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/lehrszenarien\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/01\/Begleitetes-Selbststudium-mit-ILIAS.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF<\/a> erkl\u00e4rt.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Vorbereitungslekt\u00fcre wird nicht gelesen.<\/li>\n<li>Trittbrettfahren bei Gruppenarbeiten vermeiden.<\/li>\n<li>Ich weiss nicht, wo meine Studierenden stehen.<\/li>\n<li>Grundlagen m\u00fcssen immer wieder vermittelt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<div id=\"h5p-12\">\n<div class=\"h5p-content\" data-content-id=\"12\"><\/div>\n<\/div>\n<h2>Weiteres zum Thema<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/2020\/11\/25\/online-lehre-lebendig-gestalten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Online Lehre lebendig gestalten<\/a>, FH Zentralschweiz<\/li>\n<li>\u00dcbersicht Lehre, von synchron zu asynchron, von Remote zu Pr\u00e4senz: <a href=\"https:\/\/gpmpublic.zhaw.ch\/GPMDocProdDPublic\/Vorgabedokumente_ZHAW\/Z_RL_Richtlinie_Framework_Educational_Design.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Framework Educational Design f\u00fcr Dozierende: Schwerpunkt Lern- und Pr\u00fcfungssettings<\/a>, ZHAW<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Feedback<\/h2>\n<p>Gibt es noch weitere Themen, die hier hinzugef\u00fcgt werden sollen? Sollen gewisse ausgearbeitet werden? Bitte melde dich bei <a href=\"mailto:dlc@hfh.ch\">dlc@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>Im Padlet, das hier folgt, kannst du uns auch Feedback und Ideen mitteilen. Auf das &#8218;+&#8216; unten rechts im roten Padlet klicken und losschreiben.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Padlet\" src=\"https:\/\/padlet.com\/embed\/mfwswnsr4rs7tv70\" width=\"100%\" height=\"600px\"><br \/>\n<\/iframe><\/p>\n<h2>Brainstorming<\/h2>\n<p>Hier ist ein weiteres Tool (answergarden.ch), das f\u00fcr Brainstorming auch eingesetzt werden kann. Hast du f\u00fcrs 2021 einen Wunsch?<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"AnswerGarden\" src=\"https:\/\/answergarden.ch\/embed\/1597287\" width=\"100%\" height=\"600px\"><br \/>\n<\/iframe><\/p>\n<hr class=\"before-footnotes clear\" \/><div class=\"footnotes\"><ol><li id=\"footnote-24-1\">Ob man einen grossen oder kleinen Raum hat f\u00fcr die Pr\u00e4senz, ob dieser einen Projektor oder nur ein Flipchart zur Verf\u00fcgung stellt, sind genau solche Rahmenbedingungen. Man stellt sich auf die Rahmenbedingungen ein. Die gr\u00f6sste Herausforderung ist wohl die fehlende, nat\u00fcrliche Pr\u00e4senzkommunikation. Diese muss man online <strong>bewusst<\/strong> gestalten. <a href=\"#return-footnote-24-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">&crarr;<\/a><\/li><\/ol><\/div><div class=\"glossary\"><span class=\"screen-reader-text\" id=\"definition\">definition<\/span><template id=\"term_24_215\"><div class=\"glossary__definition\" role=\"dialog\" data-id=\"term_24_215\"><div tabindex=\"-1\"><p>Kommunikation oder Interaktion findet gleichzeitig statt, d. h. dass sich Sender und Empf\u00e4nger ohne (grosse) zeitliche Unterbrechung austauschen. Dadurch werden direkte R\u00fcckfragen m\u00f6glich, die Kommunikation erfolgt in der Regel aber auch schneller und weniger durchdacht.<\/p>\n<p>Beispiel: eine Pr\u00e4senzveranstaltung und ein Webinar sind beide synchron.<\/p>\n<\/div><button><span aria-hidden=\"true\">&times;<\/span><span class=\"screen-reader-text\">Close definition<\/span><\/button><\/div><\/template><template id=\"term_24_216\"><div class=\"glossary__definition\" role=\"dialog\" data-id=\"term_24_216\"><div tabindex=\"-1\"><p>Kommunikation oder Interaktion finden zeitlich versetzt statt. Beispielsweise k\u00f6nnen zwischen einer Frage und der dazugeh\u00f6rigen Antwort Stunden oder gar Tage liegen.<\/p>\n<p>Dies erfordert etwas mehr Vorausplanung, bietet aber den Sendern \/ Empf\u00e4ngern die Gelegenheit in ihrem Tempo und abgestimmt auf ihre zeitliche Verf\u00fcgbarkeit zu reagieren.<\/p>\n<p>Beispiel: Kommunikation per E-Mail oder ein Lehrvortrag als Podcast sind asynchron.<\/p>\n<\/div><button><span aria-hidden=\"true\">&times;<\/span><span class=\"screen-reader-text\">Close definition<\/span><\/button><\/div><\/template><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, online ist anders aber nur wenig anders! Die Didaktik bleibt sich n\u00e4mlich gleich, nur die Rahmenbedingungen sind anders. Weil man oft nicht vor Ort ist, muss man der m\u00f6glichen Anonymit\u00e4t und Vereinsamung entgegentreten. Niemand steht vorne und eine Frage kann nicht sofort beantwortet werden. Es braucht mehr F\u00fchrung, sprich eine h\u00f6here Verschriftlichung. 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