{"id":128,"date":"2021-09-06T17:46:56","date_gmt":"2021-09-06T15:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/?post_type=chapter&#038;p=128"},"modified":"2021-10-02T15:55:55","modified_gmt":"2021-10-02T13:55:55","slug":"128","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/chapter\/128\/","title":{"raw":"Entwicklung des Sehens im Kindesalter","rendered":"Entwicklung des Sehens im Kindesalter"},"content":{"raw":"<p class=\"p2\"><em><span class=\"s1\"><span class=\"Apple-converted-space\">In Anlehnung an: <\/span><\/span>Nedwed, B. (2008). Kinder mit Sehsch\u00e4digungen. Ein Ratgeber f\u00fcr Eltern und p\u00e4dagogische Berufe. <span class=\"s2\">Idstein: Schulz-Kirchner Verlag (8-20). <\/span><\/em><\/p>\r\n<p class=\"p2\">Die Entwicklung des Sehsystems ist zu einem gro\u00dfen Teil von der Umwelt abh\u00e4<span class=\"s2\">n<\/span>gig, in die ein Kind hineingeboren wird. Fr\u00fche visuelle Erfahrungen durch eine optisch ausreichend differenzierte Umgebung sind deshalb eine absolut notwendig<span class=\"s2\">e <\/span>Grundvoraussetzung f\u00fcr eine regelrechte \u201eSehentwicklung\"<span class=\"s2\">. <\/span>F\u00fcr normalsichtig<span class=\"s3\">e <\/span>Kinder stellt ihre nat\u00fcrliche Umgebung solche visuellen Anregungen hinreichend zur Verf\u00fcgung.<\/p>\r\n\r\n<h1 class=\"p1\"><b>Die \"normale\" Entwicklung des Sehens <\/b><\/h1>\r\n<p class=\"p2\">Erst seit der Entwicklung der Methode des \u201e<em>preferential looking<\/em>\" im Jahre 1974 ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, pr\u00e4zisere Aussagen \u00fcber das Sehen bei S\u00e4uglingen zu machen. Die Preferential-Looking-Technik nutzt die Tatsache, dass ein Baby, wenn man ihm jeweils einen gemusterten und einen ungemusterten Reiz gleicher mittlerer Leuchtdichte anbietet, den gemusterten Reiz bevorzugt. Dabei ist die Erforschung der Entwicklung der visuellen Funktionen jedoch sehr vielschichtig.<\/p>\r\n<p class=\"p2\">Das f\u00fchrt u.a. dazu, dass die Angaben \u00fcber die vermutete Sehsch\u00e4rfe insbesondere in den ersten 4 Jahren z.T. erheblich voneinander abweichen<span class=\"s1\">. <\/span>Einig sind sich die Forschende jedoch dar\u00fcber, dass sich das Sehverm\u00f6gen gerade im ersten Lebensjahr rasant entwickelt.<\/p>\r\n<p class=\"p1\">In den ersten Monaten und Jahren w\u00e4chst das Auge zur richtigen Form und Gr\u00f6\u00dfe heran. Seinen gr\u00f6\u00dften Wachstumsschub hat es in den ersten zw\u00f6lf Monaten. In dieser Zeit nimmt die L\u00e4nge des Auges von 17 auf etwa 23 Millimeter zu<span class=\"s1\">. <\/span>Deshalb sind die meisten Kleinkinder wegen der K\u00fcrze ihrer Augen eigentlich nicht normal-, sondern eher <strong>weitsichtig<\/strong>. H\u00e4ufig besteht auch zun\u00e4chst eine Hornhautverkr\u00fcmmung. In der Regel normalisieren sich beide Werte aber weitgehend in den ersten Lebensjahren.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_167\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test.jpeg\"><img class=\"wp-image-167 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a> Preferential Looking Technik: Bei dieser Methode werden dem Kind zwei Stimuli angeboten, wovon ein Reiz das Interesse wecken soll, z.B. Linien oder Gesichter. Durch das Beobachten der Blickrichtung und der Fixationszeit kann auf das Sehverm\u00f6gen geschlossen werden.[\/caption]\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2 class=\"p1\">Neugeborene<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Neugeborene sehen noch extrem schlecht und nehmen nur einen kleinen Au<span class=\"s1\">s<\/span>schnitt ihrer Umgebung wahr. Am besten sehen sie Dinge in 20 bis 30 cm Entfe<span class=\"s1\">r<\/span>nung, etwa das Gesicht der Mutter beim Stillen<span class=\"s1\">. <\/span>Sie zeigen eine deutlich erh\u00f6h<span class=\"s1\">te <\/span><em>Aufmerksamkeit f\u00fcr Gesichter<\/em> und gesichter\u00e4hnliche Formen und hohe Kontrast<span class=\"s1\">e <\/span>(schwarz-wei\u00df). Auch gr\u00f6\u00dfere Formen, horizontale Linien und bewegte Angebote werden eindeutig bevorzugt. Einige Tage nach der Geburt k\u00f6nnen bereits unkoordinierte Blickspr\u00fcnge beobachtet werden. Farbreize k\u00f6nnen noch nicht verarbeitet werden. In einem begrenzten Radius k\u00f6nnen Suchbewegungen der Auge<span class=\"s2\">n <\/span>beobachtet werden. Die Sehsch\u00e4rfe liegt etwa im Bereich von 0.05-0.1.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_168\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter.jpeg\"><img class=\"wp-image-168 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a> Das Kind zeigt Interesse an Gesichtern.[\/caption]\r\n<h2>1. Monat<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Die visuelle Aufmerksamkeit und die Sehsch\u00e4rfe nehmen zu. Das Baby schaut zu Lichtquellen und dreht dabei Augen und Kopf gemeinsam. Dazu k\u00f6nnen langsame, horizontale<span class=\"s1\">, <\/span>ruckartige Folgebewegungen beobachtet werden. Es gibt Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass bereits jetzt Rot von Gr\u00fcn unterschieden werden kann, wenn die Farbreize gro\u00df genug sind. Die Augen des S\u00e4uglings stehen nicht immer parallel sondern es kann durchaus auch Phasen geben, in denen sie schielen.<\/p>\r\n\r\n<h2>2. Monat<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Jetzt beginnt das Baby allm\u00e4hlich zu fixieren. Es kann z.B<span class=\"s1\">. <\/span>kontrastreiche grobe Muster und die Umrisse eines Gesichtes erkennen. Es nimmt Blickkontakt auf. Die sensible Phase f\u00fcr das Erlernen von beid\u00e4ugigem Sehen (ab der 7. Woche) beginnt. Die Augen k\u00f6nnen sich nun zunehmend auf ein nahes Objekt einstellen (Konvergenz und Akkommodation). Zunehmend kann es Farben voneinander unterscheiden (Rot-Gr\u00fcn, Rot-Blau, Rot-Violett, Rot-Gelb, Gr\u00fcn-Gelb). So werden schon jetzt eindeutig farbige Stimuli bevorzugt. Anzunehmen ist jedoch, dass Farben in den ersten Lebensmonaten noch weniger intensiv erscheinen, sodass prinzip<span class=\"s1\">i<\/span>ell ein h\u00f6herer Farbkontrast erforderlich ist.<\/p>\r\n\r\n<h2>3.-4. Monat<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Die Kontrastempfindlichkeit verbessert sich. Das Gehirn des Kindes ist jetzt in der Lage, die zwei verschiedenen Einzelbilder, welche die Augen liefern, zu verschmelzen. Die Akkommodation <em>(= F\u00e4higkeit des Auges, die Brechkraft der Linse f\u00fcr verschiedene Entfernungen anzupassen)<\/em> und die Konvergenz (= <em>einw\u00e4rts Bewegung der Augen zur Fixation von Objekten<\/em>) entwickeln sich weiter<span class=\"s1\">: <\/span>Dinge in N\u00e4he und Ferne werden zunehmend scharf gesehen. Schnelle Richtungswechsel, also die Fixationsaufnahme (Betrachten eines Objektes) und der Wechsel von einem Objekt zum anderen (Fi<span class=\"s1\">x<\/span>ationswechsel), sind bereits m\u00f6glich. Die Augenfolgebewegungen werden glatter. Vertikale Folgebewegungen sind m\u00f6glich. Das Baby nimmt intensiven Blickkontakt auf, interessiert sich f\u00fcr Lippenbewegungen, Mobiles und seine eigenen H\u00e4nde<span class=\"s2\">. <\/span>Sensorik und Motorik arbeiten jetzt immer pr\u00e4ziser zusammen. Unter F\u00fchrung der Hand entwickelt sich die Hand-Auge-Koordination, d.h. in der Hand gehaltene Gegenst\u00e4nde werden lange und ausgiebig betrachtet.<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">6. Monat<\/span><\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Das Gesichtsfeld ist gr\u00f6\u00dftenteils entwickelt. Die Sehsch\u00e4rfe f\u00fcr dieses Alter wird zwischen 0.16 und 0.3 vermutet (in Abh\u00e4ngigkeit der verwendeten Sehtests)<span class=\"s1\">. <\/span>Augen- und Kopfbewegungen beginnen sich voneinander abzukoppeln, die Folgebewegungen werden glatter. Das Kind f\u00e4ngt an, auf das, was es sieht, zu reagieren. So zeigt es eindeutige Abwehrreaktionen, wenn sich Dinge seinem Gesicht unerwartet n\u00e4hern<span class=\"s1\">, <\/span>oder beobachtet fallende und wegrollende Objekte. Die Auge-Hand-Koordination entwickelt sich weiter. Damit einher geht die weitere Entwicklung des r\u00e4umlichen Sehens. Dabei bildet das dreidimensionale Sehen, das Absch\u00e4tzen von Tiefen<span class=\"s1\">, <\/span>eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das zielgerichtete Greifen. Der Greifreflex wird abgebaut und erm\u00f6glicht das bewusste Greifen nach Gegenst\u00e4nden<span class=\"s2\">. <\/span>Die Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens wird f\u00fchrend. Mit der Verbesserung der Sehsch\u00e4rfe geht auch die Entwicklung des Farbensehens voran.<\/p>\r\n\r\n<h2>7.-9. Monat<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Die Auge-Hand-Koordination entwickelt sich weiter. Das Kind erfasst einen Gegenstand mit dem Blick und streckt zielstrebig die Hand danach aus. Das versetzt es in die Lage, auch \u00fcber seinen Greifraum hinaus eine Beziehung zu seiner Umwelt aufzunehmen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass es zunehmend auf Dinge zeigt, die sich nicht mehr unmittelbar in seinem Greifraum befinden<span class=\"s1\">. <\/span>Akkommodation und Konvergenz werden in verschiedenen Entfernungen trainiert. Das Kind ist jetzt in der Lage, bekannte und fremde Gesichter zu unterscheiden. Es kann mit Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff) nun auch kleinste Kr\u00fcmel aufpicken. Ab dem 7. Lebensmonat empfindet das Kind Doppelbilder, die aufgrund eines Schielens entstehen, bereits als st\u00f6rend.<\/p>\r\n\r\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a010. Monat<\/span><\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Das Sehverm\u00f6gen nimmt weiter zu. Nun kann der S\u00e4ugling Blickkontakt zu Erwachsenen auch dann noch aufnehmen und aufrechterhalten, wenn sie sich <span class=\"s1\">in <\/span>einigen Metern Distanz zu ihm befinden. Sein Interesse an Bildern erwacht.<\/p>\r\n\r\n<h2>11.-12. Monat<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">In seiner vertrauten Umgebung findet sich das Kind visuell gut zurecht. Es verf\u00fc<span class=\"s1\">gt<\/span><span class=\"s2\">\u00b7 <\/span>\u00fcber eine wirkungsvolle visuelle Kommunikation (Mimik), erkennt Vertrautes <span class=\"s3\">auf <\/span>Bildern wieder und bevorzugt bereits bestimmte Farben<span class=\"s4\">. <\/span><\/p>\r\n<p class=\"p1\">Nach dem 1. Lebensjahr entwickelt sich die Sehsch\u00e4rfe weniger dynamisch.<\/p>\r\n\r\n<h2>ab 2 Jahren<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Ab etwa 2 Jahren kann die Sehsch\u00e4rfe mit einzelnen Symbolen gemessen werden. In Tests betr\u00e4gt die Sehsch\u00e4rfe in diesem Alter\u00a0 0.4 bis 0.8. Dabei ist das funktionale Sehverm\u00f6gen (der Umgang des Kindes mit seinem Sehverm\u00f6gen in allt\u00e4glichen Situationen unter vertrauten Bedingungen) aber weitaus besser als der gemessene Visus. Das Kind hat jetzt eine e<span class=\"s1\">x<\/span>akte Auge-Hand-Koordination und ein gutes visuelles Ged\u00e4chtnis<span class=\"s2\">. <\/span><\/p>\r\n\r\n<h2>ab etwa 3 Jahren<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">In diesem Alter kann die Sehsch\u00e4rfe bereits mit sogenannten Reihentests (mehrere Sehzeichen in einer Reihe) gemessen werden - sie betr\u00e4gt jetzt etwa zwischen 0.4 und 1.0.<span class=\"Apple-converted-space\"> In diesem Alter ist die Netzhaut voll ausgereift und die Kontrastempfindlichkeit entspricht der einer erwachsenen Person. Die Kinder sind in diesem Alter bereits in der Lage visuell anspruchsvolle Aufgaben wie Puzzles zu l\u00f6sen.\u00a0<\/span><\/p>\r\n\r\n<h2>zwischen 4-5 Jahren<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Das Kind kann nun zwischen Figur und Grund unterscheiden. Die Aufl\u00f6sungssehsch\u00e4rfe, also die F\u00e4higkeit, Einzelheiten getrennt voneinander zu sehen, ist jetzt so weit entwickelt, dass Lesen visuell prinzipiell m\u00f6glich w\u00e4re<span class=\"s1\">. <\/span><\/p>\r\n\r\n<h2>zwischen 7-10 Jahren<\/h2>\r\n<p class=\"p1\">Sp\u00e4testens mit etwa sieben bis zehn Jahren ist das Sehverm\u00f6gen komplett ausgebildet, obwohl das Aufl\u00f6sungsverm\u00f6gen noch bis zum Erwachsenenalter weiter zunehmen kann. Aber erst mit acht bis neun Jahren ist das Gesichtsfeld so weit ausgebildet, dass auch Verkehrstauglichkeit besteht.<span class=\"Apple-converted-space\"> Dazu sollte die Entwicklung des r\u00e4umliche Sehens in diesem Alter abgeschlossen sein (Stereosehen).<\/span><\/p>\r\n\r\n<h1 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00dcbung\u00a0\u00a0<\/span><\/h1>\r\n[h5p id=\"2\"]\r\n<h1>Schlussfolgerungen<\/h1>\r\n<p class=\"p1\">Die Anlage zum Sehen ist also prinzipiell zun\u00e4chst einmal in jedem gesunden Menschen angelegt, genauso wie die F\u00e4higkeit zu laufen. Aber ebenso wie das Laufen muss auch das Sehen erst erlernt, ge\u00fcbt und trainiert werden. Bei gesunden Kindern geschieht das gewisserma\u00dfen im Vor\u00fcbergehen. Sie entwickeln sich altersgem\u00e4\u00df und in ihrer regelrechten Entwicklung wird das Sehen genauso wie das Laufen und das Sprechen automatisch erworben. Mit der Eroberung ihrer Umwelt einher geht das Sammeln von visuellen Eindr\u00fccken und somit das Best\u00fccke ihrer unterschiedlichen Landkarten<span class=\"s1\">, <\/span>die ihnen als Orientierung f\u00fcr ihr gesamtes weiteres Leben dienen werden<span class=\"s1\">. <\/span><\/p>\r\n<p class=\"p1\">Sind diese visuellen Eindr\u00fccke aufgrund einer Sehsch\u00e4digung jedoch nur bruchst\u00fcckhaft, verschwommen ode<span class=\"s1\">r <\/span>verzerrt, kann auch die Sehentwicklung n<span class=\"s1\">ie <\/span>ungest\u00f6rt ablaufen. Fachleute sch\u00e4tzen, dass drei von 10<span class=\"s1\">.<\/span>000 Kindern unter sechs Jahren eine sol<span class=\"s1\">che <\/span>gravierende Sehbeeintr\u00e4chtigung haben und n<span class=\"s1\">i<\/span>cht einmal 10<span class=\"s1\">% <\/span>davon \u00fcberhaupt b<span class=\"s2\">e<\/span>kannt sind. Bleibt eine Sehschw\u00e4che aber unentdeckt, wird nicht nur d<span class=\"s1\">i<\/span>e Entwicklung des Sehens, sondern auch die allgemeine Entwicklung des Kindes nachhaltig bee<span class=\"s1\">i<\/span><span class=\"s3\">n<\/span>tr\u00e4chtigt.<\/p>\r\n<p class=\"p1\">Eltern fragen sich deshalb zu Recht, auf welche <strong>Warnzeichen<\/strong> sie achten m\u00fc<span class=\"s2\">s<\/span>sen, um eine eventuell bestehende Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei ihrem Kind fr\u00fchzeitig <span class=\"s1\">zu <\/span>erkennen.<\/p>\r\n\r\n<h1>Praxistipps - Worauf sollten Fachpersonen und Eltern achten?<\/h1>\r\n<p class=\"p1\">Fehlentwicklungen beim Laufenlernen fallen wesentlich fr\u00fcher auf als beim Sehenlernen. Vorbeugung und Fr\u00fcherkennung von Sehbeeintr\u00e4chtigung sind bei Kindern deshalb ausgesprochen wichtig. Wenn Kinder fehlsichtig sind oder sogar eine Sehbehinderung haben, ist das f\u00fcr Eltern oder Au\u00dfenstehende n\u00e4mlich oft nicht leicht zu erkennen. Da Babys und Kleinkinder ihre Beeintr\u00e4chtigung weder entsprechend wahrnehmen noch \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, kommt es h\u00e4ufig bei Eltern und \u00c4rzten zu Fehleinsch\u00e4tzungen und zu Fehldiagnosen, wenn sie sich langsamer entwickeln als andere Gleichaltrige<span class=\"s1\">.<\/span><\/p>\r\n<img class=\"alignnone size-medium wp-image-170\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-300x170.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"170\" \/>\r\n<p class=\"p1\">Auch \u00e4ltere Kinder haben vor der Verordnung ihrer ersten Brille keinen Vergleich zwischen scharf und unscharf. Erst eine Reduzierung der Sehsch\u00e4rfe auf ca. 0.1-0.3<span class=\"s1\">\u00a0<\/span>wird f\u00fcr die Eltern in der Regel \u00fcberhaupt bemerkbar. Je h\u00f6her die Anforderungen an die Sehleistung werden, desto eher wird eine Einschr\u00e4nkung erkannt. Bei Schulkindern, die Buchstaben und Zahlen erkennen m\u00fcssen, zeigen sich Auff\u00e4lligkeiten deshalb bereits bei einer Sehsch\u00e4rfe zwischen 0.4 und 0.7.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\"><span style=\"color: #ffffff\"><strong>Auff\u00e4lligkeiten bei Neugeborenen (erste Lebensmonate)<\/strong><\/span><\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"p1\">verschieden gro\u00dfe Lid\u00f6ffnungen oder Pupillen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">auff\u00e4llig gro\u00dfe oder unterschiedlich gro\u00dfe Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Lidver\u00e4nderungen, z.B. h\u00e4ngende Lider<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">au\u00dfergew\u00f6hnliche Lichtscheu und Blendempfindlichkeit<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">keine Reaktion auf Licht<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">zwanghaftes Schauen in Lichtquellen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Tr\u00e4nen oder Verkleben der Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">anhaltende oder h\u00e4ufige R\u00f6tungen der Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">getr\u00fcbte Hornhaut<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">grau-gelbe oder wei\u00dfe statt tiefschwarze Pupille<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Schielen (auch nur leicht oder gelegentlich nach dem 4.-6. Lebensmonat, bei<span class=\"Apple-converted-space\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">\u00a0<\/span>\r\n<p class=\"p1\">st\u00e4ndigem Schielen bereits vorher)<\/p>\r\n<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Augenzittern oder st\u00e4ndiges Bewegen eines der Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">kein Blickkontakt nach der 4.-6. Lebenswoche<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">die Augen werden mehr geschlossen als ge\u00f6ffnet gehalten<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">der Kopf ist st\u00e4ndig nach unten geneigt<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">der Kopf wird hin- und herbewegt, um etwas zu erkennen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">kein Lidschluss bei pl\u00f6tzlichen Bewegungen vor den Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Augenreiben oder Augenbohren<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Blinzeln und Zusammenkneifen der Augen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">der Kopf wird nur in Verbindung mit Ger\u00e4uschen gedreht<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Reize von au\u00dfen werden sehr sp\u00e4t wahrgenommen (bei Gesichtsfelddefekten)<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">der Eindruck, das Kind schaut an einem vorbei<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<p class=\"p1\">Liegt auch nur der geringste Verdacht auf eine Sehschw\u00e4che vor, ist die sofortige Vorstellung bei einem Augenarzt, der die Familie eventuell in eine Augenklinik \u00fcberweist, unumg\u00e4nglich.<\/p>\r\n<p class=\"p1\">Bei bereits in der Familie bekannten Augenerkrankungen, bei Entwicklungsverz\u00f6gerungen oder nach einer Fr\u00fchgeburt sollte das Kind auch ohne Auff\u00e4lligkeiten bereits zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat dem Augenarzt vorgestellt werden.<\/p>\r\n\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\"><strong><span style=\"color: #ffffff\">Auff\u00e4lligkeiten bei Klein- und Vorschulkindern<\/span><\/strong><\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ul>\r\n \t<li class=\"p1\">zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes beim Fixieren eines Spielzeugs oder beim Betrachten von Bilderb\u00fcchern<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Vorbeigreifen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">sehr nahes Herangehen an Spielsachen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Spielsachen werden sehr dicht vor die Augen gehalten<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Anecken oder Stolpern<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">\u00dcbersehen von Treppenstufen<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">beim Wechsel von Bodenbel\u00e4gen hebt das Kind den Fu\u00df, so als ob es eine Stufe gehen wollte<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">keine Reaktion auf Mimik, wenn die Person einige Meter entfernt ist<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Meiden von Spielen, die genaues Hinsehen und eine exakte Auge-Hand-Koordination erfordern, z.B. Perlen auff\u00e4deln, Steckspiele<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">kein Pinzettengriff nach dem 2. Geburtstag (Greifen mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger)<\/li>\r\n \t<li class=\"p1\">Probleme, die Verschlussh\u00fclse von Filzstiften passgenau aufzusetzen<span class=\"Apple-converted-space\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">\u00a0<\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n[h5p id=\"6\"]\r\n\r\n[h5p id=\"7\"]\r\n\r\n[h5p id=\"8\"]\r\n\r\n[h5p id=\"9\"]\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p class=\"p2\"><em><span class=\"s1\"><span class=\"Apple-converted-space\">In Anlehnung an: <\/span><\/span>Nedwed, B. (2008). Kinder mit Sehsch\u00e4digungen. Ein Ratgeber f\u00fcr Eltern und p\u00e4dagogische Berufe. <span class=\"s2\">Idstein: Schulz-Kirchner Verlag (8-20). <\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"p2\">Die Entwicklung des Sehsystems ist zu einem gro\u00dfen Teil von der Umwelt abh\u00e4<span class=\"s2\">n<\/span>gig, in die ein Kind hineingeboren wird. Fr\u00fche visuelle Erfahrungen durch eine optisch ausreichend differenzierte Umgebung sind deshalb eine absolut notwendig<span class=\"s2\">e <\/span>Grundvoraussetzung f\u00fcr eine regelrechte \u201eSehentwicklung&#8220;<span class=\"s2\">. <\/span>F\u00fcr normalsichtig<span class=\"s3\">e <\/span>Kinder stellt ihre nat\u00fcrliche Umgebung solche visuellen Anregungen hinreichend zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h1 class=\"p1\"><b>Die &#8222;normale&#8220; Entwicklung des Sehens <\/b><\/h1>\n<p class=\"p2\">Erst seit der Entwicklung der Methode des \u201e<em>preferential looking<\/em>&#8220; im Jahre 1974 ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, pr\u00e4zisere Aussagen \u00fcber das Sehen bei S\u00e4uglingen zu machen. Die Preferential-Looking-Technik nutzt die Tatsache, dass ein Baby, wenn man ihm jeweils einen gemusterten und einen ungemusterten Reiz gleicher mittlerer Leuchtdichte anbietet, den gemusterten Reiz bevorzugt. Dabei ist die Erforschung der Entwicklung der visuellen Funktionen jedoch sehr vielschichtig.<\/p>\n<p class=\"p2\">Das f\u00fchrt u.a. dazu, dass die Angaben \u00fcber die vermutete Sehsch\u00e4rfe insbesondere in den ersten 4 Jahren z.T. erheblich voneinander abweichen<span class=\"s1\">. <\/span>Einig sind sich die Forschende jedoch dar\u00fcber, dass sich das Sehverm\u00f6gen gerade im ersten Lebensjahr rasant entwickelt.<\/p>\n<p class=\"p1\">In den ersten Monaten und Jahren w\u00e4chst das Auge zur richtigen Form und Gr\u00f6\u00dfe heran. Seinen gr\u00f6\u00dften Wachstumsschub hat es in den ersten zw\u00f6lf Monaten. In dieser Zeit nimmt die L\u00e4nge des Auges von 17 auf etwa 23 Millimeter zu<span class=\"s1\">. <\/span>Deshalb sind die meisten Kleinkinder wegen der K\u00fcrze ihrer Augen eigentlich nicht normal-, sondern eher <strong>weitsichtig<\/strong>. H\u00e4ufig besteht auch zun\u00e4chst eine Hornhautverkr\u00fcmmung. In der Regel normalisieren sich beide Werte aber weitgehend in den ersten Lebensjahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_167\" aria-describedby=\"caption-attachment-167\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-167 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-300x200.jpeg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-768x512.jpeg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-65x43.jpeg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-225x150.jpeg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test-350x233.jpeg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/preferential-looking-test.jpeg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-167\" class=\"wp-caption-text\">Preferential Looking Technik: Bei dieser Methode werden dem Kind zwei Stimuli angeboten, wovon ein Reiz das Interesse wecken soll, z.B. Linien oder Gesichter. Durch das Beobachten der Blickrichtung und der Fixationszeit kann auf das Sehverm\u00f6gen geschlossen werden.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 class=\"p1\">Neugeborene<\/h2>\n<p class=\"p1\">Neugeborene sehen noch extrem schlecht und nehmen nur einen kleinen Au<span class=\"s1\">s<\/span>schnitt ihrer Umgebung wahr. Am besten sehen sie Dinge in 20 bis 30 cm Entfe<span class=\"s1\">r<\/span>nung, etwa das Gesicht der Mutter beim Stillen<span class=\"s1\">. <\/span>Sie zeigen eine deutlich erh\u00f6h<span class=\"s1\">te <\/span><em>Aufmerksamkeit f\u00fcr Gesichter<\/em> und gesichter\u00e4hnliche Formen und hohe Kontrast<span class=\"s1\">e <\/span>(schwarz-wei\u00df). Auch gr\u00f6\u00dfere Formen, horizontale Linien und bewegte Angebote werden eindeutig bevorzugt. Einige Tage nach der Geburt k\u00f6nnen bereits unkoordinierte Blickspr\u00fcnge beobachtet werden. Farbreize k\u00f6nnen noch nicht verarbeitet werden. In einem begrenzten Radius k\u00f6nnen Suchbewegungen der Auge<span class=\"s2\">n <\/span>beobachtet werden. Die Sehsch\u00e4rfe liegt etwa im Bereich von 0.05-0.1.<\/p>\n<figure id=\"attachment_168\" aria-describedby=\"caption-attachment-168\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-168 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-300x225.jpeg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-65x49.jpeg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-225x169.jpeg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter-350x263.jpeg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/Gesichter.jpeg 732w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-168\" class=\"wp-caption-text\">Das Kind zeigt Interesse an Gesichtern.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>1. Monat<\/h2>\n<p class=\"p1\">Die visuelle Aufmerksamkeit und die Sehsch\u00e4rfe nehmen zu. Das Baby schaut zu Lichtquellen und dreht dabei Augen und Kopf gemeinsam. Dazu k\u00f6nnen langsame, horizontale<span class=\"s1\">, <\/span>ruckartige Folgebewegungen beobachtet werden. Es gibt Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass bereits jetzt Rot von Gr\u00fcn unterschieden werden kann, wenn die Farbreize gro\u00df genug sind. Die Augen des S\u00e4uglings stehen nicht immer parallel sondern es kann durchaus auch Phasen geben, in denen sie schielen.<\/p>\n<h2>2. Monat<\/h2>\n<p class=\"p1\">Jetzt beginnt das Baby allm\u00e4hlich zu fixieren. Es kann z.B<span class=\"s1\">. <\/span>kontrastreiche grobe Muster und die Umrisse eines Gesichtes erkennen. Es nimmt Blickkontakt auf. Die sensible Phase f\u00fcr das Erlernen von beid\u00e4ugigem Sehen (ab der 7. Woche) beginnt. Die Augen k\u00f6nnen sich nun zunehmend auf ein nahes Objekt einstellen (Konvergenz und Akkommodation). Zunehmend kann es Farben voneinander unterscheiden (Rot-Gr\u00fcn, Rot-Blau, Rot-Violett, Rot-Gelb, Gr\u00fcn-Gelb). So werden schon jetzt eindeutig farbige Stimuli bevorzugt. Anzunehmen ist jedoch, dass Farben in den ersten Lebensmonaten noch weniger intensiv erscheinen, sodass prinzip<span class=\"s1\">i<\/span>ell ein h\u00f6herer Farbkontrast erforderlich ist.<\/p>\n<h2>3.-4. Monat<\/h2>\n<p class=\"p1\">Die Kontrastempfindlichkeit verbessert sich. Das Gehirn des Kindes ist jetzt in der Lage, die zwei verschiedenen Einzelbilder, welche die Augen liefern, zu verschmelzen. Die Akkommodation <em>(= F\u00e4higkeit des Auges, die Brechkraft der Linse f\u00fcr verschiedene Entfernungen anzupassen)<\/em> und die Konvergenz (= <em>einw\u00e4rts Bewegung der Augen zur Fixation von Objekten<\/em>) entwickeln sich weiter<span class=\"s1\">: <\/span>Dinge in N\u00e4he und Ferne werden zunehmend scharf gesehen. Schnelle Richtungswechsel, also die Fixationsaufnahme (Betrachten eines Objektes) und der Wechsel von einem Objekt zum anderen (Fi<span class=\"s1\">x<\/span>ationswechsel), sind bereits m\u00f6glich. Die Augenfolgebewegungen werden glatter. Vertikale Folgebewegungen sind m\u00f6glich. Das Baby nimmt intensiven Blickkontakt auf, interessiert sich f\u00fcr Lippenbewegungen, Mobiles und seine eigenen H\u00e4nde<span class=\"s2\">. <\/span>Sensorik und Motorik arbeiten jetzt immer pr\u00e4ziser zusammen. Unter F\u00fchrung der Hand entwickelt sich die Hand-Auge-Koordination, d.h. in der Hand gehaltene Gegenst\u00e4nde werden lange und ausgiebig betrachtet.<\/p>\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">6. Monat<\/span><\/h2>\n<p class=\"p1\">Das Gesichtsfeld ist gr\u00f6\u00dftenteils entwickelt. Die Sehsch\u00e4rfe f\u00fcr dieses Alter wird zwischen 0.16 und 0.3 vermutet (in Abh\u00e4ngigkeit der verwendeten Sehtests)<span class=\"s1\">. <\/span>Augen- und Kopfbewegungen beginnen sich voneinander abzukoppeln, die Folgebewegungen werden glatter. Das Kind f\u00e4ngt an, auf das, was es sieht, zu reagieren. So zeigt es eindeutige Abwehrreaktionen, wenn sich Dinge seinem Gesicht unerwartet n\u00e4hern<span class=\"s1\">, <\/span>oder beobachtet fallende und wegrollende Objekte. Die Auge-Hand-Koordination entwickelt sich weiter. Damit einher geht die weitere Entwicklung des r\u00e4umlichen Sehens. Dabei bildet das dreidimensionale Sehen, das Absch\u00e4tzen von Tiefen<span class=\"s1\">, <\/span>eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr das zielgerichtete Greifen. Der Greifreflex wird abgebaut und erm\u00f6glicht das bewusste Greifen nach Gegenst\u00e4nden<span class=\"s2\">. <\/span>Die Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens wird f\u00fchrend. Mit der Verbesserung der Sehsch\u00e4rfe geht auch die Entwicklung des Farbensehens voran.<\/p>\n<h2>7.-9. Monat<\/h2>\n<p class=\"p1\">Die Auge-Hand-Koordination entwickelt sich weiter. Das Kind erfasst einen Gegenstand mit dem Blick und streckt zielstrebig die Hand danach aus. Das versetzt es in die Lage, auch \u00fcber seinen Greifraum hinaus eine Beziehung zu seiner Umwelt aufzunehmen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass es zunehmend auf Dinge zeigt, die sich nicht mehr unmittelbar in seinem Greifraum befinden<span class=\"s1\">. <\/span>Akkommodation und Konvergenz werden in verschiedenen Entfernungen trainiert. Das Kind ist jetzt in der Lage, bekannte und fremde Gesichter zu unterscheiden. Es kann mit Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff) nun auch kleinste Kr\u00fcmel aufpicken. Ab dem 7. Lebensmonat empfindet das Kind Doppelbilder, die aufgrund eines Schielens entstehen, bereits als st\u00f6rend.<\/p>\n<h2 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a010. Monat<\/span><\/h2>\n<p class=\"p1\">Das Sehverm\u00f6gen nimmt weiter zu. Nun kann der S\u00e4ugling Blickkontakt zu Erwachsenen auch dann noch aufnehmen und aufrechterhalten, wenn sie sich <span class=\"s1\">in <\/span>einigen Metern Distanz zu ihm befinden. Sein Interesse an Bildern erwacht.<\/p>\n<h2>11.-12. Monat<\/h2>\n<p class=\"p1\">In seiner vertrauten Umgebung findet sich das Kind visuell gut zurecht. Es verf\u00fc<span class=\"s1\">gt<\/span><span class=\"s2\">\u00b7 <\/span>\u00fcber eine wirkungsvolle visuelle Kommunikation (Mimik), erkennt Vertrautes <span class=\"s3\">auf <\/span>Bildern wieder und bevorzugt bereits bestimmte Farben<span class=\"s4\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Nach dem 1. Lebensjahr entwickelt sich die Sehsch\u00e4rfe weniger dynamisch.<\/p>\n<h2>ab 2 Jahren<\/h2>\n<p class=\"p1\">Ab etwa 2 Jahren kann die Sehsch\u00e4rfe mit einzelnen Symbolen gemessen werden. In Tests betr\u00e4gt die Sehsch\u00e4rfe in diesem Alter\u00a0 0.4 bis 0.8. Dabei ist das funktionale Sehverm\u00f6gen (der Umgang des Kindes mit seinem Sehverm\u00f6gen in allt\u00e4glichen Situationen unter vertrauten Bedingungen) aber weitaus besser als der gemessene Visus. Das Kind hat jetzt eine e<span class=\"s1\">x<\/span>akte Auge-Hand-Koordination und ein gutes visuelles Ged\u00e4chtnis<span class=\"s2\">. <\/span><\/p>\n<h2>ab etwa 3 Jahren<\/h2>\n<p class=\"p1\">In diesem Alter kann die Sehsch\u00e4rfe bereits mit sogenannten Reihentests (mehrere Sehzeichen in einer Reihe) gemessen werden &#8211; sie betr\u00e4gt jetzt etwa zwischen 0.4 und 1.0.<span class=\"Apple-converted-space\"> In diesem Alter ist die Netzhaut voll ausgereift und die Kontrastempfindlichkeit entspricht der einer erwachsenen Person. Die Kinder sind in diesem Alter bereits in der Lage visuell anspruchsvolle Aufgaben wie Puzzles zu l\u00f6sen.\u00a0<\/span><\/p>\n<h2>zwischen 4-5 Jahren<\/h2>\n<p class=\"p1\">Das Kind kann nun zwischen Figur und Grund unterscheiden. Die Aufl\u00f6sungssehsch\u00e4rfe, also die F\u00e4higkeit, Einzelheiten getrennt voneinander zu sehen, ist jetzt so weit entwickelt, dass Lesen visuell prinzipiell m\u00f6glich w\u00e4re<span class=\"s1\">. <\/span><\/p>\n<h2>zwischen 7-10 Jahren<\/h2>\n<p class=\"p1\">Sp\u00e4testens mit etwa sieben bis zehn Jahren ist das Sehverm\u00f6gen komplett ausgebildet, obwohl das Aufl\u00f6sungsverm\u00f6gen noch bis zum Erwachsenenalter weiter zunehmen kann. Aber erst mit acht bis neun Jahren ist das Gesichtsfeld so weit ausgebildet, dass auch Verkehrstauglichkeit besteht.<span class=\"Apple-converted-space\"> Dazu sollte die Entwicklung des r\u00e4umliche Sehens in diesem Alter abgeschlossen sein (Stereosehen).<\/span><\/p>\n<h1 class=\"p1\"><span class=\"Apple-converted-space\">\u00dcbung\u00a0\u00a0<\/span><\/h1>\n<div id=\"h5p-2\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-2\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"2\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Ordne die Entwicklungsbereiche der Zeitachse zu.\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<h1>Schlussfolgerungen<\/h1>\n<p class=\"p1\">Die Anlage zum Sehen ist also prinzipiell zun\u00e4chst einmal in jedem gesunden Menschen angelegt, genauso wie die F\u00e4higkeit zu laufen. Aber ebenso wie das Laufen muss auch das Sehen erst erlernt, ge\u00fcbt und trainiert werden. Bei gesunden Kindern geschieht das gewisserma\u00dfen im Vor\u00fcbergehen. Sie entwickeln sich altersgem\u00e4\u00df und in ihrer regelrechten Entwicklung wird das Sehen genauso wie das Laufen und das Sprechen automatisch erworben. Mit der Eroberung ihrer Umwelt einher geht das Sammeln von visuellen Eindr\u00fccken und somit das Best\u00fccke ihrer unterschiedlichen Landkarten<span class=\"s1\">, <\/span>die ihnen als Orientierung f\u00fcr ihr gesamtes weiteres Leben dienen werden<span class=\"s1\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Sind diese visuellen Eindr\u00fccke aufgrund einer Sehsch\u00e4digung jedoch nur bruchst\u00fcckhaft, verschwommen ode<span class=\"s1\">r <\/span>verzerrt, kann auch die Sehentwicklung n<span class=\"s1\">ie <\/span>ungest\u00f6rt ablaufen. Fachleute sch\u00e4tzen, dass drei von 10<span class=\"s1\">.<\/span>000 Kindern unter sechs Jahren eine sol<span class=\"s1\">che <\/span>gravierende Sehbeeintr\u00e4chtigung haben und n<span class=\"s1\">i<\/span>cht einmal 10<span class=\"s1\">% <\/span>davon \u00fcberhaupt b<span class=\"s2\">e<\/span>kannt sind. Bleibt eine Sehschw\u00e4che aber unentdeckt, wird nicht nur d<span class=\"s1\">i<\/span>e Entwicklung des Sehens, sondern auch die allgemeine Entwicklung des Kindes nachhaltig bee<span class=\"s1\">i<\/span><span class=\"s3\">n<\/span>tr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Eltern fragen sich deshalb zu Recht, auf welche <strong>Warnzeichen<\/strong> sie achten m\u00fc<span class=\"s2\">s<\/span>sen, um eine eventuell bestehende Sehbeeintr\u00e4chtigungen bei ihrem Kind fr\u00fchzeitig <span class=\"s1\">zu <\/span>erkennen.<\/p>\n<h1>Praxistipps &#8211; Worauf sollten Fachpersonen und Eltern achten?<\/h1>\n<p class=\"p1\">Fehlentwicklungen beim Laufenlernen fallen wesentlich fr\u00fcher auf als beim Sehenlernen. Vorbeugung und Fr\u00fcherkennung von Sehbeeintr\u00e4chtigung sind bei Kindern deshalb ausgesprochen wichtig. Wenn Kinder fehlsichtig sind oder sogar eine Sehbehinderung haben, ist das f\u00fcr Eltern oder Au\u00dfenstehende n\u00e4mlich oft nicht leicht zu erkennen. Da Babys und Kleinkinder ihre Beeintr\u00e4chtigung weder entsprechend wahrnehmen noch \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen, kommt es h\u00e4ufig bei Eltern und \u00c4rzten zu Fehleinsch\u00e4tzungen und zu Fehldiagnosen, wenn sie sich langsamer entwickeln als andere Gleichaltrige<span class=\"s1\">.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-170\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-300x170.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-300x170.jpeg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-65x37.jpeg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-225x127.jpeg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie-350x198.jpeg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/entwicklung\/wp-content\/uploads\/sites\/101\/2021\/09\/vision_probs_glasses_baby_cutie.jpeg 375w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\">Auch \u00e4ltere Kinder haben vor der Verordnung ihrer ersten Brille keinen Vergleich zwischen scharf und unscharf. Erst eine Reduzierung der Sehsch\u00e4rfe auf ca. 0.1-0.3<span class=\"s1\">\u00a0<\/span>wird f\u00fcr die Eltern in der Regel \u00fcberhaupt bemerkbar. Je h\u00f6her die Anforderungen an die Sehleistung werden, desto eher wird eine Einschr\u00e4nkung erkannt. Bei Schulkindern, die Buchstaben und Zahlen erkennen m\u00fcssen, zeigen sich Auff\u00e4lligkeiten deshalb bereits bei einer Sehsch\u00e4rfe zwischen 0.4 und 0.7.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\"><span style=\"color: #ffffff\"><strong>Auff\u00e4lligkeiten bei Neugeborenen (erste Lebensmonate)<\/strong><\/span><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ul>\n<li class=\"p1\">verschieden gro\u00dfe Lid\u00f6ffnungen oder Pupillen<\/li>\n<li class=\"p1\">auff\u00e4llig gro\u00dfe oder unterschiedlich gro\u00dfe Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">Lidver\u00e4nderungen, z.B. h\u00e4ngende Lider<\/li>\n<li class=\"p1\">au\u00dfergew\u00f6hnliche Lichtscheu und Blendempfindlichkeit<\/li>\n<li class=\"p1\">keine Reaktion auf Licht<\/li>\n<li class=\"p1\">zwanghaftes Schauen in Lichtquellen<\/li>\n<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Tr\u00e4nen oder Verkleben der Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">anhaltende oder h\u00e4ufige R\u00f6tungen der Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">getr\u00fcbte Hornhaut<\/li>\n<li class=\"p1\">grau-gelbe oder wei\u00dfe statt tiefschwarze Pupille<\/li>\n<li class=\"p1\">Schielen (auch nur leicht oder gelegentlich nach dem 4.-6. Lebensmonat, bei<span class=\"Apple-converted-space\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">\u00a0<\/span>\n<p class=\"p1\">st\u00e4ndigem Schielen bereits vorher)<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"p1\">Augenzittern oder st\u00e4ndiges Bewegen eines der Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">kein Blickkontakt nach der 4.-6. Lebenswoche<\/li>\n<li class=\"p1\">die Augen werden mehr geschlossen als ge\u00f6ffnet gehalten<\/li>\n<li class=\"p1\">der Kopf ist st\u00e4ndig nach unten geneigt<\/li>\n<li class=\"p1\">der Kopf wird hin- und herbewegt, um etwas zu erkennen<\/li>\n<li class=\"p1\">kein Lidschluss bei pl\u00f6tzlichen Bewegungen vor den Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Augenreiben oder Augenbohren<\/li>\n<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Blinzeln und Zusammenkneifen der Augen<\/li>\n<li class=\"p1\">der Kopf wird nur in Verbindung mit Ger\u00e4uschen gedreht<\/li>\n<li class=\"p1\">Reize von au\u00dfen werden sehr sp\u00e4t wahrgenommen (bei Gesichtsfelddefekten)<\/li>\n<li class=\"p1\">der Eindruck, das Kind schaut an einem vorbei<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"p1\">Liegt auch nur der geringste Verdacht auf eine Sehschw\u00e4che vor, ist die sofortige Vorstellung bei einem Augenarzt, der die Familie eventuell in eine Augenklinik \u00fcberweist, unumg\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"p1\">Bei bereits in der Familie bekannten Augenerkrankungen, bei Entwicklungsverz\u00f6gerungen oder nach einer Fr\u00fchgeburt sollte das Kind auch ohne Auff\u00e4lligkeiten bereits zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat dem Augenarzt vorgestellt werden.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\"><strong><span style=\"color: #ffffff\">Auff\u00e4lligkeiten bei Klein- und Vorschulkindern<\/span><\/strong><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ul>\n<li class=\"p1\">zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes beim Fixieren eines Spielzeugs oder beim Betrachten von Bilderb\u00fcchern<\/li>\n<li class=\"p1\">h\u00e4ufiges Vorbeigreifen<\/li>\n<li class=\"p1\">sehr nahes Herangehen an Spielsachen<\/li>\n<li class=\"p1\">Spielsachen werden sehr dicht vor die Augen gehalten<\/li>\n<li class=\"p1\">Anecken oder Stolpern<\/li>\n<li class=\"p1\">\u00dcbersehen von Treppenstufen<\/li>\n<li class=\"p1\">beim Wechsel von Bodenbel\u00e4gen hebt das Kind den Fu\u00df, so als ob es eine Stufe gehen wollte<\/li>\n<li class=\"p1\">keine Reaktion auf Mimik, wenn die Person einige Meter entfernt ist<\/li>\n<li class=\"p1\">Meiden von Spielen, die genaues Hinsehen und eine exakte Auge-Hand-Koordination erfordern, z.B. Perlen auff\u00e4deln, Steckspiele<\/li>\n<li class=\"p1\">kein Pinzettengriff nach dem 2. Geburtstag (Greifen mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger)<\/li>\n<li class=\"p1\">Probleme, die Verschlussh\u00fclse von Filzstiften passgenau aufzusetzen<span class=\"Apple-converted-space\" style=\"text-align: initial;font-size: 1em\">\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"h5p-6\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-6\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"6\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Auff\u00e4lligkeiten am Auge erkennen (1)\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"h5p-7\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-7\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"7\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Auff\u00e4lligkeiten am Auge erkennen (2)\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"h5p-8\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-8\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"8\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Auff\u00e4lligkeiten am Auge erkennen (3)\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"h5p-9\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-9\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"9\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Visuelle Auff\u00e4lligkeiten (4)\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Anlehnung an: Nedwed, B. (2008). Kinder mit Sehsch\u00e4digungen. Ein Ratgeber f\u00fcr Eltern und p\u00e4dagogische Berufe. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag (8-20). Die Entwicklung des Sehsystems ist zu einem gro\u00dfen Teil von der Umwelt abh\u00e4ngig, in die ein Kind hineingeboren wird. 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