II. Entwicklungsbereiche
Lernen und Entwicklungsbereiche sind eng miteinander verwoben und verflochten. Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht diese Sichtweise. Die Verflechtung der verschiedenen Bereiche hat zur Folge, dass sich Einschränkungen, Entwicklungsbesonderheiten und Erschwernisse in einem der Bereiche sehr komplex auswirken können. Umgekehrt kann jedoch die pädagogisch relevante Schlussfolgerung gezogen werden, dass sich Erschwernisse durch das Zusammenspiel bzw. durch eine spezifische Intervention in einzelnen oder mehreren Bereichen vermeiden oder abmildern lassen.

Blindheit und Sehbehinderung können innerhalb dieses Geflechts als »intervenierende Variable« (Hudelmayer, 1975, 35) verstanden werden, die sich auf sämtliche Entwicklungsbereiche auswirken kann. Inwiefern und in welchem Ausmaß dies geschieht, hängt von vielfältigen Faktoren wie beispielsweise dem Zeitpunkt des Eintritts und der Ursache der Blindheit bzw. Sehbehinderung, dem Grad der vorhandenen Sehfähigkeit oder dem Vorliegen einer Mehrfachbehinderung ab.
Nachfolgend wird auf die Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen mit Blindheit und Sehbeeinträchtigung in den Bereichen Motorik, Kognition, Sprache und im sozial-emotionalen Bereich näher eingegangen.