{"id":34,"date":"2021-10-28T10:50:31","date_gmt":"2021-10-28T08:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/?post_type=chapter&#038;p=34"},"modified":"2021-11-08T12:08:02","modified_gmt":"2021-11-08T11:08:02","slug":"okulomotorik-icf-cy-b2152","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/chapter\/okulomotorik-icf-cy-b2152\/","title":{"raw":"Okulomotorik (ICF-CY b2152)","rendered":"Okulomotorik (ICF-CY b2152)"},"content":{"raw":"Die \u00dcberpr\u00fcfung der verschiedenen okulomotorischen Funktionen ist f\u00fcr das Sehen im Alltag von hoher Bedeutung, da Beeintr\u00e4chtigungen zu Problemen, z. B. beim Lesen und Lesenlernen, f\u00fchren k\u00f6nnen. St\u00f6rungen der Okulomotorik k\u00f6nnen die Qualit\u00e4t der visuellen Wahrnehmung nachhaltig beeintr\u00e4chtigen, da die Beweglichkeit der Augen und die Steuerung der Blickmotorik Voraussetzungen sind, um Objekte pr\u00e4zise zu fixieren, zu verfolgen und Suchbewegungen auszuf\u00fchren (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 19).\r\n<h2>Fixation<\/h2>\r\nUnter Fixation wird die F\u00e4higkeit verstanden, den Blick auf einen Gegenstand zu richten und diesen so \u201eim Auge\u201c zu behalten, dass sein Bild beim unbeeintr\u00e4chtigten Auge auf die Makula (Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens) f\u00e4llt. \u201eEine Fixation markiert den Endpunkt einer Sakkade und erlaubt die Aufnahme detaillierter Informationen \u00fcber Objekte\u201c (Zihl et al. 2012, 33). Wenn Menschen exzentrisch fixieren, weil die Makula nicht funktionsf\u00e4hig ist, benutzen sie daf\u00fcr meist eine Stelle, die m\u00f6glichst nahe an der Makula liegt (diese Stelle nennt man auch \u201ePreferred Retinal Locus\u201c oder ,,PRL'), da die Aufl\u00f6sung der Netzhaut in der N\u00e4he der Makula besser ist als in der Netzhautperipherie und somit die Sehsch\u00e4rfe abnimmt, je weiter der Fixationsort von der Makula entfernt ist. Es wirkt, als schauten diese Personen direkt neben ein Objekt, um es erkennen zu k\u00f6nnen. Bei exzentrischer Fixation ist die Sehsch\u00e4rfe immer herabgesetzt, da nur bei einer Fixation mit der Makula die bestm\u00f6gliche Sehsch\u00e4rfe erreicht wird. Die Sehsch\u00e4rfe ist auch bei Normalsehenden nur im Zentrum (der Fovea) des Gesichtsfeldes gut, sie nimmt zur Peripherie hin kontinuierlich ab und betr\u00e4gt am Rand nur noch 0.1. Fixation kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: <strong>zentral, exzentrisch, stabil, unstabil, fehlend<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_240\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager.jpeg\"><img class=\"wp-image-240 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-300x199.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a> Mit leuchtenden und interessanten Objekten kann das Kind in der Fr\u00fcherziehung zum Sehen und Fixieren animiert werden.[\/caption]\r\n<h2>Sakkaden<\/h2>\r\nAls Sakkaden (Blickzielbewegungen) bezeichnet man schnelle, sprunghafte Blickbewegungen von einem Fixationspunkt zum n\u00e4chsten, bei denen sich das Auge auf ein Objekt richtet, aber noch keine Informationsaufnahme stattfindet. Sie dienen dazu, den zentralen Bereich der Fovea auf Sehziele auszurichten. Sakkaden sind nicht nur beim Lesen notwendig, um kleine Fixationsspr\u00fcnge auszuf\u00fchren, sondern werden im Alltag unbewusst als spontane Blickbewegungen in verschiedene Richtungen eingesetzt, um Details eines Ganzen (z. B. eines Gesichts) zu erkennen (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 8). Die Umgebung wird mit bewussten und unbewussten Blickspr\u00fcngen abgetastet und die so aufgenommenen Einzelbilder werden im Gehirn zu einem Gesamteindruck zusammengesetzt.\r\n\r\nUm bewusst ausgef\u00fchrte Sakkaden zu \u00fcberpr\u00fcfen, k\u00f6nnen entweder zwei kleine Objekte, zwei Bilder mit eindeutigen Details, zwei Buchstaben oder zwei Zahlen als Zielobjekte verwendet werden und das Kind wird aufgefordert, diese Objekte im Wechsel mehrfach zu fixieren, um den Blickwechsel von einem Objekt zum anderen zu beobachten (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 8). Sakkaden k\u00f6nnen anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden:<strong> genau, schnell\/ langsam, unregelm\u00e4\u00dfig, fehlend<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n[caption id=\"attachment_241\" align=\"alignnone\" width=\"450\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30.png\"><img class=\"wp-image-241\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-300x171.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"256\" \/><\/a> Mit der Eye-Tracking Untersuchungsmethode lassen sich die Lesebewegungen der Augen aufzeichnen. Jeder Punkt steht dabei f\u00fcr eine Fixation. Umso gr\u00f6sser der Punkt, desto l\u00e4nger die Fixationszeit. Zwischen den Punkten liegen wiederum die Sakkaden auch Blickspr\u00fcnge genannt. Diese raschen unwillk\u00fcrlichen Augenbewegungen sind eine wichtige Voraussetzung beim Lesen.[\/caption]\r\n<h2>Folgebewegungen<\/h2>\r\nAls visuelle Folgebewegung wird die F\u00e4higkeit bezeichnet, ein bewegtes Objekt zu fixieren und zu verfolgen. Folgebewegungen erm\u00f6glichen das Verarbeiten von Informationen \u00fcber ein Objekt, w\u00e4hrend sich dieses bewegt. Voraussetzung ist eine ausreichend lange und pr\u00e4zise Fixation (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 48). F\u00fcr die Steuerung der Blickmotorik sind Strukturen im Zentralnervensystem verantwortlich, die die Augenbewegungen \u00fcber die sechs Muskeln der Augen initiieren und kontrollieren. Im Normalfall sollten beide Augen in der Lage sein, w\u00e4hrend horizontaler, vertikaler und diagonaler Bewegungen auf ein Objekt gerichtet zu bleiben.\r\n\r\nViele Kinder und Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigungen der k\u00f6rperlich-motorischen Entwicklung haben Schwierigkeiten, ihre Augen- und Kopfbewegungen zu kontrollieren und k\u00f6nnen keine schnellen visuellen Folgebewegungen ausf\u00fchren. Schwierigkeiten k\u00f6nnen aber auch auf ein eingeschr\u00e4nktes Gesichtsfeld zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. So kann der Grund f\u00fcr fehlende oder ruckartige Folgebewegungen zu einer Seite des Gesichtsfeldes z. B. ein halbseitiger Gesichtsfeldausfall oder auch ein Neglect (Nicht-Beachtung einer K\u00f6rperseite) sein. Wenn ein Kind bei Folgebewegungen die Fixation verliert, kann dies auch ein Hinweis auf zentrale Skotome sein, \u201ein diesem Fall finden sich mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfige Spr\u00fcnge in Richtung des Reizes, gelegentlich auch R\u00fcckstellsakkaden\u201c (Zihl et al. 2012, 134). Folgebewegungen k\u00f6nnen anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: <strong>gleichm\u00e4\u00dfig, sakkadiert, fehlend, ungenau bzw. kompensatorische Kopfbewegungen<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).\r\n<h2>Akkommodation<\/h2>\r\nUnter Akkommodation versteht man die Anpassung der Augenlinse durch den Ziliarmuskel, um das fixierte Objekt in der bestm\u00f6glichen Bildqualit\u00e4t auf der Retina abzubilden. \u201eDie Linse ist ein Teil des optischen Apparats des Auges. Aufgrund ihrer Eigenelastizit\u00e4t kann sie ihre W\u00f6lbung und somit ihre Brechkraft ver\u00e4ndern, so dass das Auge Gegenst\u00e4nde in N\u00e4he und Ferne scharf abbilden kann\u201c (Grehn 2006, 158).\r\n\r\nDie Akkommodationsf\u00e4higkeit des Auges nimmt vom elften Lebensjahr an langsam ab (vgl. Kap.2). W\u00e4hrend Kinder in der Regel gut akkommodieren k\u00f6nnen, haben Kinder mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen h\u00e4ufig Akkommodationsprobleme, so dass beim Sehen in der N\u00e4he unscharfe Netzhautbilder entstehen. In der Schule ist die Schrift zu Beginn noch relativ gro\u00df und wird sp\u00e4ter zunehmend kleiner. Mit diesen steigenden visuellen Anforderungen kann dies bei Kindern mit Beeintr\u00e4chtigungen des Sehens und Akkommodationsproblemen dazu f\u00fchren, dass der Leselernprozess erschwert wird.\r\n\r\nProbleme mit der Akkommodation k\u00f6nnen von Geburt oder einem sp\u00e4teren Zeitpunkt im Leben an bestehen und unterschiedliche Ursachen haben. Eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit tritt vor allem bei Menschen mit Nervus Oculomotoris-Parese und Zerebralparesen auf, aber auch wenn eine Katarakt oder eine Hypotonie vorliegt, z. B. bei Kindern mit Trisomie 21 (Flom 2004; Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011).\r\n\r\n[caption id=\"attachment_242\" align=\"alignnone\" width=\"350\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48.png\"><img class=\"wp-image-242\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-271x300.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"388\" \/><\/a> Abh\u00e4ngigkeit der Akkommodationsf\u00e4higket vom Lebensalter: Verlust der Akkommodationsbreite mit zunehmendem Lebensalter[\/caption]\r\n\r\nEinige Kinder und Jugendliche k\u00f6nnen in einem bestimmten (nahen) Abstand zwar \u00fcber eine kurze Zeit gut akkommodieren, Schwierigkeiten treten aber dann auf, wenn sie dies \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufrechterhalten m\u00fcssen. Eine Akkommodationsschw\u00e4che kann durch eine Brille f\u00fcr die N\u00e4he (Addition, Plusbrille, Nahbrille oder Lesebrille) ausgeglichen werden. Eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit ist zu vermuten, wenn ein Mensch den Blickkontakt in der N\u00e4he meidet, sich bei T\u00e4tigkeiten in der N\u00e4he ungeschickt verh\u00e4lt oder \u00fcber verschwommenes Sehen in der N\u00e4he klagt. Eine fehlende Verengung der Pupille, wenn Gegenst\u00e4nde dicht vor den Augen bewegt werden, kann auch ein Hinweis auf eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit sein.\r\n\r\nDie Akkommodationsf\u00e4higkeit kann gemessen werden, indem man den Akkommodationsnahpunkt ermittelt, aber auch der Vergleich der Sehsch\u00e4rfe in der Ferne mit der Sehsch\u00e4rfe in der N\u00e4he kann Hinweise auf Schwierigkeiten mit der Akkommodation ergeben: Wenn der Nahvisus deutlich unter dem Fernvisus liegt, k\u00f6nnte eine Akkommodationsschw\u00e4che vorliegen. Verbessert sich der Nahvisus mit einer zus\u00e4tzlichen Addition, ist dies ein weiterer Hinweis auf das Vorliegen einer Akkommodationsschw\u00e4che.\r\n\r\nDie Akkommodationsf\u00e4higkeit kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: normal, unzureichend, nicht vorhanden, spastisch, tonisch (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).\r\n<h2>Konvergenz und Divergenz<\/h2>\r\nVergenzbewegungen sind Augenbewegungen, die von beiden Augen gleichzeitig und gegensinnig (d. h. beide Augen drehen nach innen, bzw. nach au\u00dfen) gemacht werden. Sie werden ausgef\u00fchrt, um Objekte zu fixieren, die sich auf eine Person zu- oder von ihr wegbewegen. Konvergenz ist die F\u00e4higkeit, ein n\u00e4her kommendes Objekt mit beiden Augen zu fokussieren. Divergenz ist die F\u00e4higkeit, ein sich entfernendes Objekt mit beiden Augen zu fokussieren. Wenn eine Person gut konvergieren und divergieren kann, zeigen beide Augen eine kontinuierliche symmetrische Fixation auf ein bewegtes Objekt. Neugeborene sind noch nicht in der Lage, Vergenzbewegungen auszuf\u00fchren (Kern, 2003). Bis zum Alter von drei Monaten sollte sich die F\u00e4higkeit zur Konvergenz und zur Divergenz entwickelt haben. Zwischen der Konvergenz und der Akkommodation besteht eine enge Verbindung: Je geringer der Abstand zu einem Objekt, desto mehr Konvergenz und Akkommodation sind notwendig, um ein scharfes Netzhautbild zu erhalten.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_243\" align=\"alignnone\" width=\"291\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15.png\"><img class=\"wp-image-243 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-291x300.png\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"300\" \/><\/a> Konvergenz ist die gleichzeitige aber gegensinnige Augenbewegung, die notwendig ist, um Objekte zu fixieren.[\/caption]\r\n\r\nWenn jemand keine Konvergenz und keine Divergenz zeigt, ist dies ein Hinweis, dass eine St\u00f6rung des binokularen Sehens vorliegt. Die St\u00f6rung der Vergenz kann dazu f\u00fchren, dass Doppelbilder entstehen oder dass Informationen von einem Auge unterdr\u00fcckt werden (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 18). Die \u00dcberpr\u00fcfung der Konvergenz und Divergenz ist daher eine gute M\u00f6glichkeit, Informationen \u00fcber das Binokularsehen von Personen zu erhalten, bei denen die \u00fcblichen Stereotests nicht durchf\u00fchrbar sind. Probleme mit der Vergenz k\u00f6nnen mit ophthalmologischen, aber auch mit neurologischen Problemen Zusammenh\u00e4ngen.\r\n\r\nUm die Konvergenz zu beobachten, wird ein Objekt, zum Beispiel ein kleines Spielzeug oder eine kleine Taschenlampe (evtl. mit Aufsatz - LED Taschenlampen sind oft zu hell), langsam auf die Augen zubewegt, um eine symmetrische Bewegung beider Augen nach innen hervorzurufen. Um die Divergenz zu beobachten, wird das Objekt in umgekehrter Richtung bewegt. Konvergenz kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: zentral, exzentrisch, stabil, instabil, fl\u00fcchtig, nicht vorhanden (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Die \u00dcberpr\u00fcfung der verschiedenen okulomotorischen Funktionen ist f\u00fcr das Sehen im Alltag von hoher Bedeutung, da Beeintr\u00e4chtigungen zu Problemen, z. B. beim Lesen und Lesenlernen, f\u00fchren k\u00f6nnen. St\u00f6rungen der Okulomotorik k\u00f6nnen die Qualit\u00e4t der visuellen Wahrnehmung nachhaltig beeintr\u00e4chtigen, da die Beweglichkeit der Augen und die Steuerung der Blickmotorik Voraussetzungen sind, um Objekte pr\u00e4zise zu fixieren, zu verfolgen und Suchbewegungen auszuf\u00fchren (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 19).<\/p>\n<h2>Fixation<\/h2>\n<p>Unter Fixation wird die F\u00e4higkeit verstanden, den Blick auf einen Gegenstand zu richten und diesen so \u201eim Auge\u201c zu behalten, dass sein Bild beim unbeeintr\u00e4chtigten Auge auf die Makula (Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens) f\u00e4llt. \u201eEine Fixation markiert den Endpunkt einer Sakkade und erlaubt die Aufnahme detaillierter Informationen \u00fcber Objekte\u201c (Zihl et al. 2012, 33). Wenn Menschen exzentrisch fixieren, weil die Makula nicht funktionsf\u00e4hig ist, benutzen sie daf\u00fcr meist eine Stelle, die m\u00f6glichst nahe an der Makula liegt (diese Stelle nennt man auch \u201ePreferred Retinal Locus\u201c oder ,,PRL&#8216;), da die Aufl\u00f6sung der Netzhaut in der N\u00e4he der Makula besser ist als in der Netzhautperipherie und somit die Sehsch\u00e4rfe abnimmt, je weiter der Fixationsort von der Makula entfernt ist. Es wirkt, als schauten diese Personen direkt neben ein Objekt, um es erkennen zu k\u00f6nnen. Bei exzentrischer Fixation ist die Sehsch\u00e4rfe immer herabgesetzt, da nur bei einer Fixation mit der Makula die bestm\u00f6gliche Sehsch\u00e4rfe erreicht wird. Die Sehsch\u00e4rfe ist auch bei Normalsehenden nur im Zentrum (der Fovea) des Gesichtsfeldes gut, sie nimmt zur Peripherie hin kontinuierlich ab und betr\u00e4gt am Rand nur noch 0.1. Fixation kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: <strong>zentral, exzentrisch, stabil, unstabil, fehlend<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_240\" aria-describedby=\"caption-attachment-240\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-240 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-300x199.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-300x199.jpeg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-65x43.jpeg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-225x149.jpeg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager-350x232.jpeg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/imager.jpeg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-240\" class=\"wp-caption-text\">Mit leuchtenden und interessanten Objekten kann das Kind in der Fr\u00fcherziehung zum Sehen und Fixieren animiert werden.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Sakkaden<\/h2>\n<p>Als Sakkaden (Blickzielbewegungen) bezeichnet man schnelle, sprunghafte Blickbewegungen von einem Fixationspunkt zum n\u00e4chsten, bei denen sich das Auge auf ein Objekt richtet, aber noch keine Informationsaufnahme stattfindet. Sie dienen dazu, den zentralen Bereich der Fovea auf Sehziele auszurichten. Sakkaden sind nicht nur beim Lesen notwendig, um kleine Fixationsspr\u00fcnge auszuf\u00fchren, sondern werden im Alltag unbewusst als spontane Blickbewegungen in verschiedene Richtungen eingesetzt, um Details eines Ganzen (z. B. eines Gesichts) zu erkennen (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 8). Die Umgebung wird mit bewussten und unbewussten Blickspr\u00fcngen abgetastet und die so aufgenommenen Einzelbilder werden im Gehirn zu einem Gesamteindruck zusammengesetzt.<\/p>\n<p>Um bewusst ausgef\u00fchrte Sakkaden zu \u00fcberpr\u00fcfen, k\u00f6nnen entweder zwei kleine Objekte, zwei Bilder mit eindeutigen Details, zwei Buchstaben oder zwei Zahlen als Zielobjekte verwendet werden und das Kind wird aufgefordert, diese Objekte im Wechsel mehrfach zu fixieren, um den Blickwechsel von einem Objekt zum anderen zu beobachten (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 8). Sakkaden k\u00f6nnen anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden:<strong> genau, schnell\/ langsam, unregelm\u00e4\u00dfig, fehlend<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_241\" aria-describedby=\"caption-attachment-241\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-241\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-300x171.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-300x171.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-768x437.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-65x37.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-225x128.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30-350x199.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-11.55.30.png 813w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-241\" class=\"wp-caption-text\">Mit der Eye-Tracking Untersuchungsmethode lassen sich die Lesebewegungen der Augen aufzeichnen. Jeder Punkt steht dabei f\u00fcr eine Fixation. Umso gr\u00f6sser der Punkt, desto l\u00e4nger die Fixationszeit. Zwischen den Punkten liegen wiederum die Sakkaden auch Blickspr\u00fcnge genannt. Diese raschen unwillk\u00fcrlichen Augenbewegungen sind eine wichtige Voraussetzung beim Lesen.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Folgebewegungen<\/h2>\n<p>Als visuelle Folgebewegung wird die F\u00e4higkeit bezeichnet, ein bewegtes Objekt zu fixieren und zu verfolgen. Folgebewegungen erm\u00f6glichen das Verarbeiten von Informationen \u00fcber ein Objekt, w\u00e4hrend sich dieses bewegt. Voraussetzung ist eine ausreichend lange und pr\u00e4zise Fixation (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 48). F\u00fcr die Steuerung der Blickmotorik sind Strukturen im Zentralnervensystem verantwortlich, die die Augenbewegungen \u00fcber die sechs Muskeln der Augen initiieren und kontrollieren. Im Normalfall sollten beide Augen in der Lage sein, w\u00e4hrend horizontaler, vertikaler und diagonaler Bewegungen auf ein Objekt gerichtet zu bleiben.<\/p>\n<p>Viele Kinder und Jugendliche mit Beeintr\u00e4chtigungen der k\u00f6rperlich-motorischen Entwicklung haben Schwierigkeiten, ihre Augen- und Kopfbewegungen zu kontrollieren und k\u00f6nnen keine schnellen visuellen Folgebewegungen ausf\u00fchren. Schwierigkeiten k\u00f6nnen aber auch auf ein eingeschr\u00e4nktes Gesichtsfeld zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. So kann der Grund f\u00fcr fehlende oder ruckartige Folgebewegungen zu einer Seite des Gesichtsfeldes z. B. ein halbseitiger Gesichtsfeldausfall oder auch ein Neglect (Nicht-Beachtung einer K\u00f6rperseite) sein. Wenn ein Kind bei Folgebewegungen die Fixation verliert, kann dies auch ein Hinweis auf zentrale Skotome sein, \u201ein diesem Fall finden sich mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfige Spr\u00fcnge in Richtung des Reizes, gelegentlich auch R\u00fcckstellsakkaden\u201c (Zihl et al. 2012, 134). Folgebewegungen k\u00f6nnen anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: <strong>gleichm\u00e4\u00dfig, sakkadiert, fehlend, ungenau bzw. kompensatorische Kopfbewegungen<\/strong> (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).<\/p>\n<h2>Akkommodation<\/h2>\n<p>Unter Akkommodation versteht man die Anpassung der Augenlinse durch den Ziliarmuskel, um das fixierte Objekt in der bestm\u00f6glichen Bildqualit\u00e4t auf der Retina abzubilden. \u201eDie Linse ist ein Teil des optischen Apparats des Auges. Aufgrund ihrer Eigenelastizit\u00e4t kann sie ihre W\u00f6lbung und somit ihre Brechkraft ver\u00e4ndern, so dass das Auge Gegenst\u00e4nde in N\u00e4he und Ferne scharf abbilden kann\u201c (Grehn 2006, 158).<\/p>\n<p>Die Akkommodationsf\u00e4higkeit des Auges nimmt vom elften Lebensjahr an langsam ab (vgl. Kap.2). W\u00e4hrend Kinder in der Regel gut akkommodieren k\u00f6nnen, haben Kinder mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen h\u00e4ufig Akkommodationsprobleme, so dass beim Sehen in der N\u00e4he unscharfe Netzhautbilder entstehen. In der Schule ist die Schrift zu Beginn noch relativ gro\u00df und wird sp\u00e4ter zunehmend kleiner. Mit diesen steigenden visuellen Anforderungen kann dies bei Kindern mit Beeintr\u00e4chtigungen des Sehens und Akkommodationsproblemen dazu f\u00fchren, dass der Leselernprozess erschwert wird.<\/p>\n<p>Probleme mit der Akkommodation k\u00f6nnen von Geburt oder einem sp\u00e4teren Zeitpunkt im Leben an bestehen und unterschiedliche Ursachen haben. Eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit tritt vor allem bei Menschen mit Nervus Oculomotoris-Parese und Zerebralparesen auf, aber auch wenn eine Katarakt oder eine Hypotonie vorliegt, z. B. bei Kindern mit Trisomie 21 (Flom 2004; Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011).<\/p>\n<figure id=\"attachment_242\" aria-describedby=\"caption-attachment-242\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-242\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-271x300.png\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-271x300.png 271w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-65x72.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-225x249.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48-350x388.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-12.02.48.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-242\" class=\"wp-caption-text\">Abh\u00e4ngigkeit der Akkommodationsf\u00e4higket vom Lebensalter: Verlust der Akkommodationsbreite mit zunehmendem Lebensalter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Einige Kinder und Jugendliche k\u00f6nnen in einem bestimmten (nahen) Abstand zwar \u00fcber eine kurze Zeit gut akkommodieren, Schwierigkeiten treten aber dann auf, wenn sie dies \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufrechterhalten m\u00fcssen. Eine Akkommodationsschw\u00e4che kann durch eine Brille f\u00fcr die N\u00e4he (Addition, Plusbrille, Nahbrille oder Lesebrille) ausgeglichen werden. Eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit ist zu vermuten, wenn ein Mensch den Blickkontakt in der N\u00e4he meidet, sich bei T\u00e4tigkeiten in der N\u00e4he ungeschickt verh\u00e4lt oder \u00fcber verschwommenes Sehen in der N\u00e4he klagt. Eine fehlende Verengung der Pupille, wenn Gegenst\u00e4nde dicht vor den Augen bewegt werden, kann auch ein Hinweis auf eine eingeschr\u00e4nkte Akkommodationsf\u00e4higkeit sein.<\/p>\n<p>Die Akkommodationsf\u00e4higkeit kann gemessen werden, indem man den Akkommodationsnahpunkt ermittelt, aber auch der Vergleich der Sehsch\u00e4rfe in der Ferne mit der Sehsch\u00e4rfe in der N\u00e4he kann Hinweise auf Schwierigkeiten mit der Akkommodation ergeben: Wenn der Nahvisus deutlich unter dem Fernvisus liegt, k\u00f6nnte eine Akkommodationsschw\u00e4che vorliegen. Verbessert sich der Nahvisus mit einer zus\u00e4tzlichen Addition, ist dies ein weiterer Hinweis auf das Vorliegen einer Akkommodationsschw\u00e4che.<\/p>\n<p>Die Akkommodationsf\u00e4higkeit kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: normal, unzureichend, nicht vorhanden, spastisch, tonisch (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).<\/p>\n<h2>Konvergenz und Divergenz<\/h2>\n<p>Vergenzbewegungen sind Augenbewegungen, die von beiden Augen gleichzeitig und gegensinnig (d. h. beide Augen drehen nach innen, bzw. nach au\u00dfen) gemacht werden. Sie werden ausgef\u00fchrt, um Objekte zu fixieren, die sich auf eine Person zu- oder von ihr wegbewegen. Konvergenz ist die F\u00e4higkeit, ein n\u00e4her kommendes Objekt mit beiden Augen zu fokussieren. Divergenz ist die F\u00e4higkeit, ein sich entfernendes Objekt mit beiden Augen zu fokussieren. Wenn eine Person gut konvergieren und divergieren kann, zeigen beide Augen eine kontinuierliche symmetrische Fixation auf ein bewegtes Objekt. Neugeborene sind noch nicht in der Lage, Vergenzbewegungen auszuf\u00fchren (Kern, 2003). Bis zum Alter von drei Monaten sollte sich die F\u00e4higkeit zur Konvergenz und zur Divergenz entwickelt haben. Zwischen der Konvergenz und der Akkommodation besteht eine enge Verbindung: Je geringer der Abstand zu einem Objekt, desto mehr Konvergenz und Akkommodation sind notwendig, um ein scharfes Netzhautbild zu erhalten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_243\" aria-describedby=\"caption-attachment-243\" style=\"width: 291px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-243 size-medium\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-291x300.png\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-291x300.png 291w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-65x67.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-225x232.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15-350x361.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-10-23-um-12.10.15.png 704w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-243\" class=\"wp-caption-text\">Konvergenz ist die gleichzeitige aber gegensinnige Augenbewegung, die notwendig ist, um Objekte zu fixieren.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn jemand keine Konvergenz und keine Divergenz zeigt, ist dies ein Hinweis, dass eine St\u00f6rung des binokularen Sehens vorliegt. Die St\u00f6rung der Vergenz kann dazu f\u00fchren, dass Doppelbilder entstehen oder dass Informationen von einem Auge unterdr\u00fcckt werden (vgl. Zihl, Priglinger 2002, 18). Die \u00dcberpr\u00fcfung der Konvergenz und Divergenz ist daher eine gute M\u00f6glichkeit, Informationen \u00fcber das Binokularsehen von Personen zu erhalten, bei denen die \u00fcblichen Stereotests nicht durchf\u00fchrbar sind. Probleme mit der Vergenz k\u00f6nnen mit ophthalmologischen, aber auch mit neurologischen Problemen Zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Um die Konvergenz zu beobachten, wird ein Objekt, zum Beispiel ein kleines Spielzeug oder eine kleine Taschenlampe (evtl. mit Aufsatz &#8211; LED Taschenlampen sind oft zu hell), langsam auf die Augen zubewegt, um eine symmetrische Bewegung beider Augen nach innen hervorzurufen. Um die Divergenz zu beobachten, wird das Objekt in umgekehrter Richtung bewegt. Konvergenz kann anhand der folgenden Kriterien beschrieben werden: zentral, exzentrisch, stabil, instabil, fl\u00fcchtig, nicht vorhanden (Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 5).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberpr\u00fcfung der verschiedenen okulomotorischen Funktionen ist f\u00fcr das Sehen im Alltag von hoher Bedeutung, da Beeintr\u00e4chtigungen zu Problemen, z. B. beim Lesen und Lesenlernen, f\u00fchren k\u00f6nnen. 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