{"id":28,"date":"2021-10-28T10:49:10","date_gmt":"2021-10-28T08:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/?post_type=chapter&#038;p=28"},"modified":"2022-11-03T10:37:31","modified_gmt":"2022-11-03T09:37:31","slug":"gesichtsfeld-icf-cy-b2101","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/chapter\/gesichtsfeld-icf-cy-b2101\/","title":{"raw":"Gesichtsfeld (ICF-CY b2101)","rendered":"Gesichtsfeld (ICF-CY b2101)"},"content":{"raw":"Wenn ein Mensch mit normalem Sehverm\u00f6gen geradeaus sieht, ohne die Augen zu bewegen, erfasst sein Blick auch das, was sich in der Peripherie des Gesichtsfeldes befindet. Der gesamte Bereich, der nach allen Seiten sichtbar ist, ohne die Augen zu bewegen, wird als Gesichtsfeld bezeichnet.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_221\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54.png\"><img class=\"wp-image-221\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-199x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"452\" \/><\/a> Das monokulare Gesichtsfeld betr\u00e4gt auf jedem Auge 150\u00b0. Das binokulare Gesichtsfeld 180\u00b0. Das vertikale Gesichtsfeld 125\u00b0.[\/caption]\r\n\r\nGesichtsfeldausf\u00e4lle k\u00f6nnen durch Sch\u00e4digungen des Auges selbst, Sch\u00e4digungen des Sehnervs oder der Reizweiterleitung zum Gehirn hervorgerufen werden oder gehen auf Sch\u00e4digungen derjenigen Bereiche des Gehirns zur\u00fcck, in denen die visuellen Informationen verarbeitet werden (Haegerstrom-Portnoy 2004, 115). Es gibt Gesichtsfeldausf\u00e4lle in der Peripherie, im Zentrum und Halbseitenausf\u00e4lle, sowie begrenzte Ausf\u00e4lle (Skotome), die an allen Stellen des Gesichtsfeldes auftreten k\u00f6nnen. Bei Gesichtsfeldausf\u00e4llen in der Peripherie ist das orientierende Sehen (Wo-System) betroffen und bei Gesichtsfeldausf\u00e4llen im Zentrum ist das erkennende Sehen (Was-System) betroffen. Auch wenn bei der Perimetrie \u201eabsolute Ausf\u00e4lle\u201c festgestellt werden, ist es m\u00f6glich, dass bewegte oder flackernde Stimuli noch wahrgenommen werden k\u00f6nnen (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 202). Dies erkl\u00e4rt, dass visuelle Leistungen beim Erkennen von Bewegungen (z. B. beim Sport) sich nicht immer mit den klinisch gemessenen Gesichtsfelddefekten decken. Grunds\u00e4tzlich wird nach verschiedenen Arten von Gesichtsfeldausf\u00e4llen unterschieden, die nach Gestalt, Lage, Gr\u00f6\u00dfe und Dichte klassifiziert werden:\r\n<ul>\r\n \t<li>Zentralskotom<\/li>\r\n \t<li>Diverse andere Formen von Skotomen<\/li>\r\n \t<li>Periphere Gesichtsfeldausf\u00e4lle<\/li>\r\n \t<li>Hemianopsien und Quadrantenausf\u00e4lle<\/li>\r\n<\/ul>\r\n[caption id=\"attachment_229\" align=\"alignnone\" width=\"603\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00.png\"><img class=\"wp-image-229\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-300x224.png\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"450\" \/><\/a> Der graue Bereich steht f\u00fcr das \"Wo-System\" und der gelbe Bereich f\u00fcr das \"Was-System\".[\/caption]\r\n<h2><strong>Zentralskotom und andere Formen von<\/strong> <strong>Skotomen<\/strong><\/h2>\r\nUnter einem Skotom versteht man einen begrenzten Bereich des Gesichtsfeldes, in dem eine herabgesetzte Sensibilit\u00e4t oder ein totaler visueller Ausfall besteht. Als zentraler Gesichtsfeldausfall oder Zentralskotom werden Ausf\u00e4lle bezeichnet, die im Zentrum des Gesichtsfeldes, an der Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens, lokalisiert sind. Sie beeintr\u00e4chtigen die Sehsch\u00e4rfe und damit das erkennende Sehen und f\u00fchren zu starken Beeintr\u00e4chtigungen bei T\u00e4tigkeiten im Nahbereich (z. B. beim Lesen). Ein Zentralskotom kann z. B. die Folge einer Makuladegeneration oder von Entz\u00fcndungen des Sehnervs sein. Wenn ein Zentralskotom vorliegt, bedeutet dies, dass nicht mit der Fovea (Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens innerhalb der Makula), sondern mit einer anderen Stelle der Netzhaut fixiert wird, was als exzentrische Fixation bezeichnet wird.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_222\" align=\"alignnone\" width=\"300\"]<img class=\"size-medium wp-image-222\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"191\" \/> Simulation eines Zentralskotoms beim Lesen.[\/caption]\r\n\r\nDie abgebildeten Bilder sollen f\u00fcr m\u00f6gliche Sehprobleme sensibilisieren. Sowohl bei einem Zentralskotom, als auch bei einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung werden die Ausf\u00e4lle nicht als graue oder schwarze Flecken wahrgenommen, sondern das Gehirn erzeugt von dem jeweiligen Ausschnitt den Eindruck, als wenn dies alles ist, was zu sehen ist.\r\n\r\nMenschen mit Skotomen k\u00f6nnen die Grenzen ihres Ausfalls oft nicht genau benennen, sondern beschreiben, dass Teile (z. B. von W\u00f6rtern) pl\u00f6tzlich verschwinden und dann wieder auftauchen. Viele Menschen mit einem Zentralskotom haben sowohl Probleme bei der Gesichtserkennung als auch Schwierigkeiten beim Lesen und ben\u00f6tigen hohe Vergr\u00f6\u00dferungen. Die meisten Personen mit Zentralskotom haben beim Blick nach geradeaus eine Sehsch\u00e4rfe von weniger als 0.1. Ein zentraler Ausfall tritt in Kombination mit Akkommodationsproblemen auf, da die Akkommodation an eine funktionst\u00fcchtige Fovea gebunden ist.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_225\" align=\"alignnone\" width=\"450\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral.jpg\"><img class=\"wp-image-225\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" \/><\/a> Simulation eines Zentralskotoms im Strassenverkehr. Der oder die Betroffene kann auch mit Zentralskotom noch viele Hindernisse erkennen.[\/caption]\r\n\r\nMan unterscheidet zwischen dem absoluten Skotom (es kann an der Stelle des Ausfalls nichts wahrgenommen werden), dem relativen Skotom (die betroffene Region weist zwar eine reduzierte Empfindlichkeit auf, aber es kann noch etwas wahrgenommen werden), dem positiven Skotom (die Ausf\u00e4lle werden als Schatten oder Flecken bemerkt) und dem negativen Skotom (die Ausf\u00e4lle werden nicht bemerkt). Der blinde Fleck (Stelle, an der der Sehnerv austritt, an der weder St\u00e4bchen noch Z\u00e4pfchen vorhanden sind) ist ein Beispiel f\u00fcr ein absolutes, negatives Skotom, da man den blinden Fleck nicht bemerkt und keinerlei Wahrnehmung an dieser Stelle der Netzhaut m\u00f6glich ist. Ein absolutes negatives Skotom wird also nicht als \u201eschwarzer Fleck\u201c wahrgenommen, sondern bedeutet die totale Abwesenheit von visueller Information.\r\n\r\nWeitere Formen von Skotomen, wie das Parazentralskotom oder das Ringskotom sind Ausf\u00e4lle, die nicht das Zentrum des Gesichtsfeldes und damit nicht direkt die Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens betreffen, sondern in der N\u00e4he des Zentrums oder in der Peripherie des Gesichtsfeldes lokalisiert sind. Ursachen hierf\u00fcr k\u00f6nnen z. B. Glaukom oder Netzhaut-\/Aderhautentz\u00fcndungen sein.\r\n<h2><strong>Periphere<\/strong> <strong>Gesichtsfeldausf\u00e4lle<\/strong><\/h2>\r\nBei vielen Sehbeeintr\u00e4chtigungen, die mit einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung einhergehen, wie z. B. Retinopathia pigmentosa (RP), beginnt die Degeneration der Netzhaut in der Peripherie und schreitet zur Netzhautmitte hin fort. H\u00e4ufig wird der Sehverlust von den Betroffenen erst dann bemerkt, wenn das Gesichtsfeld schon sehr eingeschr\u00e4nkt ist. Bei Retinopathia pigmentosa werden zu Beginn die St\u00e4bchen funktionslos, so dass das Sehen in der D\u00e4mmerung sich verschlechtert. St\u00e4bchen sind die Photorezeptoren in der Netzhaut des Auges, die f\u00fcr das Sehen bei geringer Helligkeit (D\u00e4mmerungssehen, Nachtsehen) zust\u00e4ndig sind. Zapfen sind dagegen die Sinneszellen in der Netzhaut, die nur bei ausreichender Beleuchtung aktiviert werden - und f\u00fcr die Farbwahrnehmung zust\u00e4ndig sind. Im zentralen Bereich der Netzhaut befinden sich nur Zapfen. Daher sind viele Menschen mit Retinopathia pigmentosa mit einem sehr kleinen Gesichtsfeld bei guter Beleuchtung oft noch in der Lage, normale Schrift zu lesen, w\u00e4hrend sie bei D\u00e4mmerung praktisch blind- und in schlecht beleuchteten R\u00e4umen hochgradig sehbehindert sind.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_223\" align=\"alignnone\" width=\"450\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher.jpg\"><img class=\"wp-image-223\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" \/><\/a> Simulation einer starken peripheren Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung im Strassenverkehr.[\/caption]\r\n\r\nDie Abbildung unten verdeutlicht, warum Dinge, die sich im unteren Bereich befinden, oft erst wahrgenommen werden, wenn man gegen sie st\u00f6\u00dft, dass aber das Lesen von Schrift bzw. das identifizieren von Objekten, wenn sie im zentralen Gesichtsfeldbereich liegen, durchaus gut gelingen kann. Allerdings ben\u00f6tigen die meisten Personen mit dieser Form der Sehbeeintr\u00e4chtigung f\u00fcr die sichere Orientierung und Bewegung einen Langstock.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_224\" align=\"alignnone\" width=\"450\"]<a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher.jpg\"><img class=\"wp-image-224\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" \/><\/a> Die Lesef\u00e4higkeit kann bei einem Tunnelgesichtfeld noch relativ lange erhalten bleiben. Die Simulation verdeutlich zudem, dass eine Schriftvergr\u00f6sserung nicht f\u00fcr alle Personen mit Sehbeeintr\u00e4chtigung sinnvoll ist.[\/caption]\r\n\r\nEine massive konzentrische Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung wird auch als R\u00f6hrengesichtsfeld oder Tunnelblick bezeichnet und hat Auswirkungen auf das orientierende Sehen - das \u201eWo-System\u201c - und damit auf die sichere Fortbewegung. Die Gr\u00f6\u00dfe des Gesichtsfeldes ist f\u00fcr die Orientierung und Mobilit\u00e4t von h\u00f6herer Bedeutung als die Sehsch\u00e4rfe. Menschen mit einem R\u00f6hrengesichtsfeld haben Probleme, Objekte am Rand des Gesichtsfeldes zu sehen, w\u00e4hrend sie beim Blick geradeaus an der zentralen Stelle des Sehens u. U. relativ gut sehen k\u00f6nnen. Neben dem orientierenden Sehen, k\u00f6nnen bei einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung auch Probleme beim Lesen auftreten, wenn das Lesegesichtsfeld zu klein geworden ist. Falls die Sehsch\u00e4rfe nicht zu sehr eingeschr\u00e4nkt ist, kann es in diesen F\u00e4llen hilfreich sein, wenn Texte verkleinert - oder zumindest nicht vergr\u00f6ssert werden. Es gibt auch periphere Ausf\u00e4lle (wie z. B. Fr\u00fchgeborenen-Retinopathie), die nicht fortschreitend sind.\r\n<h2><strong>Hemianopsien und<\/strong> <strong>Quadrantenausf\u00e4lle<\/strong><\/h2>\r\nAls Hemianopsien (bzw. Hemianopien) werden Gesichtsfeldausf\u00e4lle bezeichnet, bei denen sich der Ausfall auf eine H\u00e4lfte des Gesichsfeldes beschr\u00e4nkt (Halbseitenausfall). Nach der Lokalisation unterscheidet man Ausf\u00e4lle nach links bzw. rechts oder - seltener - nach oben bzw. unten, nach Ausma\u00df in komplett oder inkomplett. Ist die gleiche Seite beider Augen betroffen (nach links oder rechts) so spricht man von einem homonymen Gesichtsfeldausfall. Als Quadrantenausf\u00e4lle bezeichnet man dementsprechend Ausf\u00e4lle, die ein Viertel des Gesichtsfeldes betreffen. Neurologische Erkrankungen oder Sehbahnl\u00e4sionen k\u00f6nnen die Ursache f\u00fcr Halbseitenausf\u00e4lle oder Quadrantenausf\u00e4lle sein.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_226\" align=\"alignnone\" width=\"450\"]<img class=\"wp-image-226\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"338\" \/> Simulation einer Hemianopsie[\/caption]\r\n<h2><strong>Messung des<\/strong> <strong>Gesichtsfeldes<\/strong><\/h2>\r\nGesichtsfeldmessungen (wie z. B. Goldmann-Perimetrie oder Computerperimetrie), die beim Augenarzt durchgef\u00fchrt werden, sind nur bei guter Mitarbeit des Untersuchten verwertbar: Dabei muss ein bestimmter Punkt im Zentrum des Gesichtsfeldes fixiert werden, w\u00e4hrend Angaben zur visuellen Wahrnehmung in einem anderen Bereich des Gesichtsfeldes zu machen sind, ohne dort hinzuschauen. Wegen der erforderlichen Mitarbeit sind solche Gesichtsfelduntersuchungen bei Kindern in der Regel nicht vor der dritten Grundschulklasse m\u00f6glich und werden durch zus\u00e4tzliche Beeintr\u00e4chtigungen dementsprechend erschwert oder gar unm\u00f6glich.\r\n\r\nMan unterscheidet grunds\u00e4tzlich zwischen der <strong>Perimetrie<\/strong>, bei der die gesamten 180\u00b0 des Gesichtsfeldes untersucht werden, und der <strong>Campimetrie<\/strong>, bei der die zentralen 30\u00b0 des Gesichtsfeldes untersucht werden. Es gibt - neben den M\u00f6glichkeiten der Gesichtsfeldmessung beim Augenarzt - verschiedene M\u00f6glichkeiten einer funktionalen \u00dcberpr\u00fcfung des Gesichtsfeldes:\r\n<ul>\r\n \t<li>Konfrontationsmethode (mit Hilfsperson und Lea-Flicker-Test)<\/li>\r\n \t<li>Nef-Trichter mit Punktleuchte<\/li>\r\n \t<li>Tangentscreen<\/li>\r\n \t<li>Amsler-Gitter<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Informelle Erhebung des Gesichtsfeldes<\/h2>\r\nDurch gezielte Beobachtungen lassen sich R\u00fcckschl\u00fcsse auf das funktionale Gesichtsfeld ziehen.\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\"><strong>Hinweise auf Skotome und Gesichtsfeldausf\u00e4lle beobachten:\u00a0<\/strong><\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<ul>\r\n \t<li>Wie bewegt sich die Person? St\u00f6sst er oder sie h\u00e4ufig unwillk\u00fcrlich an Dinge oder Personen?<\/li>\r\n \t<li>Wo sind die Objekte und Hindernisse, die von der Person \u00fcbersehen werden (auf dem Boden, auf Augenh\u00f6he, herabh\u00e4ngend)?<\/li>\r\n \t<li>Welche Strategien verwendet die Personen zum Suchen?<\/li>\r\n \t<li>Wie reagiert die Person auf Material mit Tabellen, Matrizen und vielen Formen?<\/li>\r\n \t<li>Welche K\u00f6rper- und Kopfhaltung nimmt die Person ein?<\/li>\r\n \t<li>An welchen Spiel- und Bewegungssituationen zeigt die Person Interesse? Und an welchen nicht?<\/li>\r\n \t<li>Wie bewegt sich die Person in unbekannten Umgebungen?<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\r\n[h5p id=\"9\"]\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Wenn ein Mensch mit normalem Sehverm\u00f6gen geradeaus sieht, ohne die Augen zu bewegen, erfasst sein Blick auch das, was sich in der Peripherie des Gesichtsfeldes befindet. Der gesamte Bereich, der nach allen Seiten sichtbar ist, ohne die Augen zu bewegen, wird als Gesichtsfeld bezeichnet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_221\" aria-describedby=\"caption-attachment-221\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-221\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-199x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-199x300.png 199w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-65x98.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-225x339.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54-350x527.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.17.54.png 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-221\" class=\"wp-caption-text\">Das monokulare Gesichtsfeld betr\u00e4gt auf jedem Auge 150\u00b0. Das binokulare Gesichtsfeld 180\u00b0. Das vertikale Gesichtsfeld 125\u00b0.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gesichtsfeldausf\u00e4lle k\u00f6nnen durch Sch\u00e4digungen des Auges selbst, Sch\u00e4digungen des Sehnervs oder der Reizweiterleitung zum Gehirn hervorgerufen werden oder gehen auf Sch\u00e4digungen derjenigen Bereiche des Gehirns zur\u00fcck, in denen die visuellen Informationen verarbeitet werden (Haegerstrom-Portnoy 2004, 115). Es gibt Gesichtsfeldausf\u00e4lle in der Peripherie, im Zentrum und Halbseitenausf\u00e4lle, sowie begrenzte Ausf\u00e4lle (Skotome), die an allen Stellen des Gesichtsfeldes auftreten k\u00f6nnen. Bei Gesichtsfeldausf\u00e4llen in der Peripherie ist das orientierende Sehen (Wo-System) betroffen und bei Gesichtsfeldausf\u00e4llen im Zentrum ist das erkennende Sehen (Was-System) betroffen. Auch wenn bei der Perimetrie \u201eabsolute Ausf\u00e4lle\u201c festgestellt werden, ist es m\u00f6glich, dass bewegte oder flackernde Stimuli noch wahrgenommen werden k\u00f6nnen (vgl. Hyv\u00e4rinen, Jacob 2011, 202). Dies erkl\u00e4rt, dass visuelle Leistungen beim Erkennen von Bewegungen (z. B. beim Sport) sich nicht immer mit den klinisch gemessenen Gesichtsfelddefekten decken. Grunds\u00e4tzlich wird nach verschiedenen Arten von Gesichtsfeldausf\u00e4llen unterschieden, die nach Gestalt, Lage, Gr\u00f6\u00dfe und Dichte klassifiziert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Zentralskotom<\/li>\n<li>Diverse andere Formen von Skotomen<\/li>\n<li>Periphere Gesichtsfeldausf\u00e4lle<\/li>\n<li>Hemianopsien und Quadrantenausf\u00e4lle<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_229\" aria-describedby=\"caption-attachment-229\" style=\"width: 603px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-229\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-300x224.png\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-300x224.png 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-768x573.png 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-65x49.png 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-225x168.png 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00-350x261.png 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Bildschirmfoto-2021-11-08-um-10.48.00.png 927w\" sizes=\"auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-229\" class=\"wp-caption-text\">Der graue Bereich steht f\u00fcr das &#8222;Wo-System&#8220; und der gelbe Bereich f\u00fcr das &#8222;Was-System&#8220;.<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Zentralskotom und andere Formen von<\/strong> <strong>Skotomen<\/strong><\/h2>\n<p>Unter einem Skotom versteht man einen begrenzten Bereich des Gesichtsfeldes, in dem eine herabgesetzte Sensibilit\u00e4t oder ein totaler visueller Ausfall besteht. Als zentraler Gesichtsfeldausfall oder Zentralskotom werden Ausf\u00e4lle bezeichnet, die im Zentrum des Gesichtsfeldes, an der Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens, lokalisiert sind. Sie beeintr\u00e4chtigen die Sehsch\u00e4rfe und damit das erkennende Sehen und f\u00fchren zu starken Beeintr\u00e4chtigungen bei T\u00e4tigkeiten im Nahbereich (z. B. beim Lesen). Ein Zentralskotom kann z. B. die Folge einer Makuladegeneration oder von Entz\u00fcndungen des Sehnervs sein. Wenn ein Zentralskotom vorliegt, bedeutet dies, dass nicht mit der Fovea (Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens innerhalb der Makula), sondern mit einer anderen Stelle der Netzhaut fixiert wird, was als exzentrische Fixation bezeichnet wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_222\" aria-describedby=\"caption-attachment-222\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-222\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-300x191.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-768x490.jpg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-65x41.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-225x144.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom-350x223.jpg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_lesen-zentralskotom.jpg 846w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-222\" class=\"wp-caption-text\">Simulation eines Zentralskotoms beim Lesen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die abgebildeten Bilder sollen f\u00fcr m\u00f6gliche Sehprobleme sensibilisieren. Sowohl bei einem Zentralskotom, als auch bei einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung werden die Ausf\u00e4lle nicht als graue oder schwarze Flecken wahrgenommen, sondern das Gehirn erzeugt von dem jeweiligen Ausschnitt den Eindruck, als wenn dies alles ist, was zu sehen ist.<\/p>\n<p>Menschen mit Skotomen k\u00f6nnen die Grenzen ihres Ausfalls oft nicht genau benennen, sondern beschreiben, dass Teile (z. B. von W\u00f6rtern) pl\u00f6tzlich verschwinden und dann wieder auftauchen. Viele Menschen mit einem Zentralskotom haben sowohl Probleme bei der Gesichtserkennung als auch Schwierigkeiten beim Lesen und ben\u00f6tigen hohe Vergr\u00f6\u00dferungen. Die meisten Personen mit Zentralskotom haben beim Blick nach geradeaus eine Sehsch\u00e4rfe von weniger als 0.1. Ein zentraler Ausfall tritt in Kombination mit Akkommodationsproblemen auf, da die Akkommodation an eine funktionst\u00fcchtige Fovea gebunden ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_225\" aria-describedby=\"caption-attachment-225\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-225\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-300x191.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-768x490.jpg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-65x41.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-225x144.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral-350x223.jpg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b_verkehr-zentral.jpg 846w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-225\" class=\"wp-caption-text\">Simulation eines Zentralskotoms im Strassenverkehr. Der oder die Betroffene kann auch mit Zentralskotom noch viele Hindernisse erkennen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Man unterscheidet zwischen dem absoluten Skotom (es kann an der Stelle des Ausfalls nichts wahrgenommen werden), dem relativen Skotom (die betroffene Region weist zwar eine reduzierte Empfindlichkeit auf, aber es kann noch etwas wahrgenommen werden), dem positiven Skotom (die Ausf\u00e4lle werden als Schatten oder Flecken bemerkt) und dem negativen Skotom (die Ausf\u00e4lle werden nicht bemerkt). Der blinde Fleck (Stelle, an der der Sehnerv austritt, an der weder St\u00e4bchen noch Z\u00e4pfchen vorhanden sind) ist ein Beispiel f\u00fcr ein absolutes, negatives Skotom, da man den blinden Fleck nicht bemerkt und keinerlei Wahrnehmung an dieser Stelle der Netzhaut m\u00f6glich ist. Ein absolutes negatives Skotom wird also nicht als \u201eschwarzer Fleck\u201c wahrgenommen, sondern bedeutet die totale Abwesenheit von visueller Information.<\/p>\n<p>Weitere Formen von Skotomen, wie das Parazentralskotom oder das Ringskotom sind Ausf\u00e4lle, die nicht das Zentrum des Gesichtsfeldes und damit nicht direkt die Stelle des sch\u00e4rfsten Sehens betreffen, sondern in der N\u00e4he des Zentrums oder in der Peripherie des Gesichtsfeldes lokalisiert sind. Ursachen hierf\u00fcr k\u00f6nnen z. B. Glaukom oder Netzhaut-\/Aderhautentz\u00fcndungen sein.<\/p>\n<h2><strong>Periphere<\/strong> <strong>Gesichtsfeldausf\u00e4lle<\/strong><\/h2>\n<p>Bei vielen Sehbeeintr\u00e4chtigungen, die mit einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung einhergehen, wie z. B. Retinopathia pigmentosa (RP), beginnt die Degeneration der Netzhaut in der Peripherie und schreitet zur Netzhautmitte hin fort. H\u00e4ufig wird der Sehverlust von den Betroffenen erst dann bemerkt, wenn das Gesichtsfeld schon sehr eingeschr\u00e4nkt ist. Bei Retinopathia pigmentosa werden zu Beginn die St\u00e4bchen funktionslos, so dass das Sehen in der D\u00e4mmerung sich verschlechtert. St\u00e4bchen sind die Photorezeptoren in der Netzhaut des Auges, die f\u00fcr das Sehen bei geringer Helligkeit (D\u00e4mmerungssehen, Nachtsehen) zust\u00e4ndig sind. Zapfen sind dagegen die Sinneszellen in der Netzhaut, die nur bei ausreichender Beleuchtung aktiviert werden &#8211; und f\u00fcr die Farbwahrnehmung zust\u00e4ndig sind. Im zentralen Bereich der Netzhaut befinden sich nur Zapfen. Daher sind viele Menschen mit Retinopathia pigmentosa mit einem sehr kleinen Gesichtsfeld bei guter Beleuchtung oft noch in der Lage, normale Schrift zu lesen, w\u00e4hrend sie bei D\u00e4mmerung praktisch blind- und in schlecht beleuchteten R\u00e4umen hochgradig sehbehindert sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_223\" aria-describedby=\"caption-attachment-223\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-223\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-300x191.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-768x490.jpg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-65x41.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-225x144.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher-350x223.jpg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-verkehr-peripher.jpg 846w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-223\" class=\"wp-caption-text\">Simulation einer starken peripheren Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung im Strassenverkehr.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Abbildung unten verdeutlicht, warum Dinge, die sich im unteren Bereich befinden, oft erst wahrgenommen werden, wenn man gegen sie st\u00f6\u00dft, dass aber das Lesen von Schrift bzw. das identifizieren von Objekten, wenn sie im zentralen Gesichtsfeldbereich liegen, durchaus gut gelingen kann. Allerdings ben\u00f6tigen die meisten Personen mit dieser Form der Sehbeeintr\u00e4chtigung f\u00fcr die sichere Orientierung und Bewegung einen Langstock.<\/p>\n<figure id=\"attachment_224\" aria-describedby=\"caption-attachment-224\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-224\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-300x191.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-768x490.jpg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-65x41.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-225x144.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher-350x223.jpg 350w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/b-lesen-peripher.jpg 846w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-224\" class=\"wp-caption-text\">Die Lesef\u00e4higkeit kann bei einem Tunnelgesichtfeld noch relativ lange erhalten bleiben. Die Simulation verdeutlich zudem, dass eine Schriftvergr\u00f6sserung nicht f\u00fcr alle Personen mit Sehbeeintr\u00e4chtigung sinnvoll ist.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine massive konzentrische Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung wird auch als R\u00f6hrengesichtsfeld oder Tunnelblick bezeichnet und hat Auswirkungen auf das orientierende Sehen &#8211; das \u201eWo-System\u201c &#8211; und damit auf die sichere Fortbewegung. Die Gr\u00f6\u00dfe des Gesichtsfeldes ist f\u00fcr die Orientierung und Mobilit\u00e4t von h\u00f6herer Bedeutung als die Sehsch\u00e4rfe. Menschen mit einem R\u00f6hrengesichtsfeld haben Probleme, Objekte am Rand des Gesichtsfeldes zu sehen, w\u00e4hrend sie beim Blick geradeaus an der zentralen Stelle des Sehens u. U. relativ gut sehen k\u00f6nnen. Neben dem orientierenden Sehen, k\u00f6nnen bei einer konzentrischen Gesichtsfeldeinschr\u00e4nkung auch Probleme beim Lesen auftreten, wenn das Lesegesichtsfeld zu klein geworden ist. Falls die Sehsch\u00e4rfe nicht zu sehr eingeschr\u00e4nkt ist, kann es in diesen F\u00e4llen hilfreich sein, wenn Texte verkleinert &#8211; oder zumindest nicht vergr\u00f6ssert werden. Es gibt auch periphere Ausf\u00e4lle (wie z. B. Fr\u00fchgeborenen-Retinopathie), die nicht fortschreitend sind.<\/p>\n<h2><strong>Hemianopsien und<\/strong> <strong>Quadrantenausf\u00e4lle<\/strong><\/h2>\n<p>Als Hemianopsien (bzw. Hemianopien) werden Gesichtsfeldausf\u00e4lle bezeichnet, bei denen sich der Ausfall auf eine H\u00e4lfte des Gesichsfeldes beschr\u00e4nkt (Halbseitenausfall). Nach der Lokalisation unterscheidet man Ausf\u00e4lle nach links bzw. rechts oder &#8211; seltener &#8211; nach oben bzw. unten, nach Ausma\u00df in komplett oder inkomplett. Ist die gleiche Seite beider Augen betroffen (nach links oder rechts) so spricht man von einem homonymen Gesichtsfeldausfall. Als Quadrantenausf\u00e4lle bezeichnet man dementsprechend Ausf\u00e4lle, die ein Viertel des Gesichtsfeldes betreffen. Neurologische Erkrankungen oder Sehbahnl\u00e4sionen k\u00f6nnen die Ursache f\u00fcr Halbseitenausf\u00e4lle oder Quadrantenausf\u00e4lle sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_226\" aria-describedby=\"caption-attachment-226\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-226\" src=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-300x225.jpg 300w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-768x576.jpg 768w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-65x49.jpg 65w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-225x169.jpg 225w, https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-content\/uploads\/sites\/117\/2021\/10\/Ausfall_links-350x263.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-226\" class=\"wp-caption-text\">Simulation einer Hemianopsie<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Messung des<\/strong> <strong>Gesichtsfeldes<\/strong><\/h2>\n<p>Gesichtsfeldmessungen (wie z. B. Goldmann-Perimetrie oder Computerperimetrie), die beim Augenarzt durchgef\u00fchrt werden, sind nur bei guter Mitarbeit des Untersuchten verwertbar: Dabei muss ein bestimmter Punkt im Zentrum des Gesichtsfeldes fixiert werden, w\u00e4hrend Angaben zur visuellen Wahrnehmung in einem anderen Bereich des Gesichtsfeldes zu machen sind, ohne dort hinzuschauen. Wegen der erforderlichen Mitarbeit sind solche Gesichtsfelduntersuchungen bei Kindern in der Regel nicht vor der dritten Grundschulklasse m\u00f6glich und werden durch zus\u00e4tzliche Beeintr\u00e4chtigungen dementsprechend erschwert oder gar unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Man unterscheidet grunds\u00e4tzlich zwischen der <strong>Perimetrie<\/strong>, bei der die gesamten 180\u00b0 des Gesichtsfeldes untersucht werden, und der <strong>Campimetrie<\/strong>, bei der die zentralen 30\u00b0 des Gesichtsfeldes untersucht werden. Es gibt &#8211; neben den M\u00f6glichkeiten der Gesichtsfeldmessung beim Augenarzt &#8211; verschiedene M\u00f6glichkeiten einer funktionalen \u00dcberpr\u00fcfung des Gesichtsfeldes:<\/p>\n<ul>\n<li>Konfrontationsmethode (mit Hilfsperson und Lea-Flicker-Test)<\/li>\n<li>Nef-Trichter mit Punktleuchte<\/li>\n<li>Tangentscreen<\/li>\n<li>Amsler-Gitter<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Informelle Erhebung des Gesichtsfeldes<\/h2>\n<p>Durch gezielte Beobachtungen lassen sich R\u00fcckschl\u00fcsse auf das funktionale Gesichtsfeld ziehen.<\/p>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\"><strong>Hinweise auf Skotome und Gesichtsfeldausf\u00e4lle beobachten:\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<ul>\n<li>Wie bewegt sich die Person? St\u00f6sst er oder sie h\u00e4ufig unwillk\u00fcrlich an Dinge oder Personen?<\/li>\n<li>Wo sind die Objekte und Hindernisse, die von der Person \u00fcbersehen werden (auf dem Boden, auf Augenh\u00f6he, herabh\u00e4ngend)?<\/li>\n<li>Welche Strategien verwendet die Personen zum Suchen?<\/li>\n<li>Wie reagiert die Person auf Material mit Tabellen, Matrizen und vielen Formen?<\/li>\n<li>Welche K\u00f6rper- und Kopfhaltung nimmt die Person ein?<\/li>\n<li>An welchen Spiel- und Bewegungssituationen zeigt die Person Interesse? Und an welchen nicht?<\/li>\n<li>Wie bewegt sich die Person in unbekannten Umgebungen?<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<div id=\"h5p-9\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-9\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"9\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Skotome und Gesichtsfeldausf\u00e4lle\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Mensch mit normalem Sehverm\u00f6gen geradeaus sieht, ohne die Augen zu bewegen, erfasst sein Blick auch das, was sich in der Peripherie des Gesichtsfeldes befindet. Der gesamte Bereich, der nach allen Seiten sichtbar ist, ohne die Augen zu bewegen, wird als Gesichtsfeld bezeichnet. Gesichtsfeldausf\u00e4lle k\u00f6nnen durch Sch\u00e4digungen des Auges selbst, Sch\u00e4digungen des Sehnervs oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":789,"menu_order":2,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-28","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":23,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/789"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":268,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/revisions\/268"}],"part":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/23"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/28\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=28"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=28"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/diagnostiksehen\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=28"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}