Digitales Fachgespräch „KI an der Schule“

Künstliche Intelligenz (KI) im Unterricht?

Das OECD Berlin Centre hat am Donnerstag, 2. Oktober 2020 zwei Diskussionpanels über Zoom organisiert zum Thema „KI in der Schule“.

Eine Zusammenfassung der Diskussion sowie die Aufnahme des gesamten Events finden sich auf dem Blog des OECD Berlin Centre.

Es folgt ein persönlicher Kommentar zu den Eindrücken aus den beiden Panels sowie einige Aussagen von den Diskutierenden.

1. Panel: Was KI-basierte Systeme schon heute in der Bildung leisten

Begrüssung: Felise Maennig-Fortmann | Referentin Bildungspolitik, Konrad-Adenauer-Stiftung

Moderation: Jan-Martin Wiarda | Wissenschafts- und Bildungsjournalist

Matthias Rumpf | stv. Leiter OECD Berlin Centre

Diskutant*innen:

Martin Arndt | Leiter des Referates Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Landesamt für Schule und Bildung, Sachsen

Arndt Kwiatkowski | Mitgründer und Geschäftsführer von bettermarks GmbH

Anke Langner | Professorin für Erziehungswissenschaft und Projektleiterin der Universitätsschule Dresden

Inge Molenaar | Mitbegründerin der niederländischen E-Learning Platform Ontdeknet und Assistant Professor an der Radbound University, Nijmegen

Ein viel versprechender Titel und viele offene Fragen. Im Folgenden gehe ich auf fünf Themen der Diskussion ein. Digitalisierung, Daten(-schutz), Rolle der Lehrperson, Bias durch KI sowie internationale Einordnung.

Digitalisierung

Die Diskussion startet mit Fragen rund um digitale Ressourcen in der Schule. Der Umgang mit diesen Ressourcen muss von den Schülerinnen und Schülern (SuS) wie auch von den Lehrpersonen gelernt werden. Dabei soll das Ziel nicht aus den Augen verloren werden. Obwohl viele noch eher ängstlich über die Digitalisierung im Schulkontext denken, kann sie dabei helfen Bildungsziele zu unterstützen und dieselben auch zu ermöglichen. So kann Digitalisierung auch dabei unterstützen Lernkurven individuell zu gestalten.

Daten und Datenschutz

Digitalisierung hat Informationen für Maschinen lesbar gemacht. Dies leider nicht ohne Verluste und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man sich fragt, was KI mit diesen Daten machen kann. Im gleichen Atemzug fällt da auch das Thema Datenschutz. Welche Daten sind vorhanden? Welche Daten werden benötigt? Welche Daten können wir respektive dürfen wir nutzen? M. Arndt bringt dazu ein, dass es keinen Digitalisierungsprozess ohne Datenschutzabklärung mehr gibt. Besonders im Kontext der Schule und den Personendaten der SuS soll der Datenschutz seriös abgeklärt sein.

Rolle der Lehrperson

A. Langner leitet das Projekt „Universitätsschule“ in Dresden. Dieses Projekt beinhaltet die Entwicklung einer Schulsoftware mit Lehrpfaden, die mit Hilfe von KI den Lernweg unterstützt. A. Langner betont dabei, dass die Software um die Schule herumentwickelt werden muss und die Verantwortung der Lehrpersonen nicht abnehmen soll und kann. Damit spricht sie einen weiteren wichtigen Punkt der Skeptiker an. A. Kwiatkowski von bettermarks GmbH stützt diese Aussage und führt gleich an, dass KI die Aufgabe von Fachspezialisten vereinfachen oder sogar abnehmen kann, aber nie einen Pädagogen, eine Pädagogin ersetzen wird. KI kann jedoch in einem grossen Haufen von Daten Zusammenhänge erkennen, die durch Lehrpersonen nicht entdeckt werden und somit wichtige Erkenntnisse bringen.

Bias durch KI

Bias wird durch KI verstärkt, wenn diese nicht kontrolliert werden. I. Molenaar ergänzt, dass auch Lehrpersonen den Bias verstärken können, beispielsweise durch Lieblingsschüler.

Internationale Einordnung

Deutschland, wie auch ganz Europa, hinkt im Vergleich zu Asien und den U.S.A. eher nach. Dies wird jedoch als positiv wahrgenommen, da der Datenschutz in Europa eine wichtigere Rolle spielt und somit den Prozess beeinflusst. Wo also soll KI gepusht werden und wo nicht? Es besteht Einigkeit darüber, dass nicht alles getrackt und überwacht werden sollte. Denn digital bedeutet nicht unbedingt zentral.

Kommentar

Die grösste Frage, die für mich nach diesem Diskussionspanel offen bleibt, ist die Frage von sozioökonomischen Faktoren. Wie können diese einbezogen und auch erkannt werden? Wie erkennt ein System Fehler, die nicht aus fehlendem Wissen, sondern einer Konzentrationsstörung heraus entstehen?

2. Panel: KI in der Schule – wie könnte der Rahmen für einen verantwortungsvollen Einsatz aussehen?

Impulsvortrag: Stéphan Vincent-Lacrin | stv. Leiter der OECD-Abteilung für Innovation in der Bildung, Paris

Diskutant*innen:

Stephan Bayer | Gründer und Geschäftsführer von Sofatutor

Kai Maaz | Professor für Soziologie und Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Gesa Ramm | Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH)

Romy Stühmeier | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., Vorsitzende der AG Bildung der Initiative D21

Schlusswort: Ludger Gruber | Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum NRW, Konrad-Adenauer-Stiftung

Das zweite Diskussionspanel startet mit einem Impulsvortrag von S. Vincent-Lacrin. Müssen alle alles verstehen, was KI macht auch vor deren Nutzung? Seine Antwort lautet: Ja und nein. Es soll erklärt werden, aber nicht den Prozess stoppen. S. Bayer von Sofatutor bläst ins gleiche Horn mit Blick auf den Datenschutz. Datenschutz ist wichtig und muss genau geklärt werden. Nach einer grundsätzlichen Abklärung sollte Datenschutz jedoch übergeordnet monitorisiert werden. Datenschutz soll also nicht mehr als Handbremse oder Ausrede zählen. An diesem Punkt wird noch die wichtige Unterscheidung von schwacher und starker KI gemacht und nochmals betont, dass diese Diskussion sich um schwache KI dreht.

Wer trifft im Unterricht mit KI die wichtigen Entscheidungen? Die Entscheidungen, wie es mit einem Schüler, einer Schülerin weitergehen soll, wird bei der Lehrperson bleiben. Dies auch wenn viele Informationen für die Entscheidung durch Informationen von der KI kommen. Hier fügt R. Stühmeier noch an, dass die Klärung des Mindsets eine der wichtigsten Aufgaben ist, bevor KI in der Schule eingesetzt wird.

Nach einigen spannenden Aspekten driftete die Diskussion wieder schnell in die Digitalisierung und die Angst der Lehrpersonen, dass sie durch die Digitalisierung ihr Erklärmonopol verlieren. Es folgten weitere Aussagen, die gezeigt haben, dass die Diskussion um Hardware, Digitalisierung und Schule als sozialen Raum noch viel Klärungsbedarf haben. Diese Fragen sind jedoch noch weit von KI und ihrem Einsatz in der Schule entfernt. Es steht ausser Frage, dass sich die Pädagogik verändert und dass Lehrpersonen den Umgang mit der Technologie lernen müssen.

S. Bayer bringt den Punkt, dass Software erst genutzt werden muss, damit überhaupt Daten generiert werden können, die für Vorschläge von KI notwendig sind (recommendation algorithm). Dies bedingt, dass die entsprechende Hardware bereitgestellt werden muss.

Kommentar

Die Diskussion hat gezeigt, dass das Thema KI im Unterricht für viele noch sehr weit weg ist. Die meisten Personen beschäftigen sich noch mit der Digitalisierung im Kontext der Schule und welche Veränderungen diese mit sich bringt. Die Angst vor der Technologie und der Veränderungen für den Lehrberuf scheint sehr gross zu sein. Persönlich kann ich die Angst nur wenig nachvollziehen. In meinen Augen kann die Technologie repetitive Aufgaben der Lehrperson abnehmen und somit mehr Zeit für den sozialen Aspekt schaffen. Dies zeigt sich am Beispiel „flipped classroom“ sehr gut. Es steht ausser Debatte die Schule als sozialen Raum zu ersetzen. Entgegen der Angst einiger Digitalisierungsskeptiker kann die Digitalisierung diesem Aspekt im Kontext der Schule mehr Raum geben.

 

Virtual Conferences: Pro & Contra

The REMOTE conference at ASU, Arizona State University, was my second fully virtual conference. It impressed me. Although many things could be better, this is —I think—, so far, state of the art. In the following video, you’ll get a few impressions.

What this conference did very well

  • Most talks were done by two people plus a moderator. It’s much more lively than when someone is on their own.
  • Every session was synchronous, had a timeslot and was recorded.
  • A few minutes after a session the recordings were online.
  • There were many different chatrooms. The participants were listed and could be reached by chat or mail.
  • Schedules could be saved and downloaded to one’s calendar.
  • You could get into a session a few minutes in advance and have a look at the handouts.
  • You could watch sessions simultaneously (if you were brave).
  • The chat and the Q&A (informal and formal communication) in every session were separate channels. If you had a real question or if you needed help, you could write into the Q&A.

If I’m not mistaken, it was organised using the product by inxpo. The price tag is quite impressive. But maybe it’s worth it. Let’s look at the pros and cons of virtual conferences in general!

In General

Pro

  • Content/parts/sessions can be asynchronous (pre- or post-recorded)
  • It’s much easier and comfortable for shy people. 😉
  • Ther are no additional travel and accomodation costs.
  • It’s time efficient.
  • You can switch between rooms/sessions (if something’s boring).
  • It’s possible to attend conferences around the world.
  • Participants attend from all over the world. (Diversity, equity,…)

Contra

  • Discipline to attend may lack! It’s hard if work is just in another window on your computer.
  • It’s tiring to sit a few hours in front of the screen. (Some conferences offer ‚Chair Yoga‘ sessions once or twice a day!)
  • Although possible, it’s harder to connect to other people.
  • If there are many participants all writing in a chat, it is IMPOSSIBLE to read what’s going on.

Anything we should add to the list? Please drop me a line!

Best,
Sarah Frederickx