{"id":26,"date":"2019-07-10T08:58:26","date_gmt":"2019-07-10T06:58:26","guid":{"rendered":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/begabtenfoerderung\/chapter\/das-nervt\/"},"modified":"2022-01-04T16:58:08","modified_gmt":"2022-01-04T15:58:08","slug":"das-nervt","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/zuugs.hfh.ch\/begabtenfoerderung\/chapter\/das-nervt\/","title":{"raw":"Das nervt!","rendered":"Das nervt!"},"content":{"raw":"<h1>Viele Hochbegabte sind in der Schule unterfordert. Doch nur manche von ihnen reagieren darauf mit Problemen in der Schule. Ein Blick ins Gehirn zeigt, weshalb das so ist und was man dagegen tun kann.<\/h1>\r\nRund 15 Prozent der Hochbegabten erbringen Minderleistungen. Man vermutet, dass dies die Folge einer Unterforderung im Unterricht ist. Doch w\u00e4hrend die einen Hochbegabten zum Teil erhebliche Schulprobleme haben, k\u00f6nnen andere Hochbegabte gut mit Unterforderungen umgehen. Ob es daran liegt, dass die beiden Gruppen emotional unterschiedlich mit Unterforderungen umgehen, soll jetzt ein Blick ins Gehirn zeigen. Im Fokus steht dabei die Amygdala. Dieser Kern im Emotionszentrum des Gehirns, dem limbischen System, hat die Aufgabe, Informationen aus dem Alltag innert Millisekunden nach einem ganz einfachen Muster emotional einzuf\u00e4rben: angenehm oder unangenehm? Gef\u00e4hrlich oder ungef\u00e4hrlich? Bedeutsam oder nicht bedeutsam? Dabei ist die Amygdala vor allem bei negativen Emotionen aktiviert.\r\n\r\nDie Vermutung: Bei Hochbegabten mit Schulproblemen ist die Amygdala tendenziell st\u00e4rker aktiviert als bei erfolgreichen Hochbegabten. Ist diese Region aktiviert, so l\u00f6st sie eine Reaktion aus (s. Video; die ersten zwei Minuten reichen, um die Idee zu begreifen), weshalb in der Folge mit negativen Emotionen verbundene K\u00f6rperzust\u00e4nde wie Schwitzen oder flachere Atmung st\u00e4rker wahrgenommen werden. Die Amygdala signalisiert dann in gewisser Weise: Unangenehm! Gef\u00e4hrlich! Aufgepasst! Mit anderen Worten: Stress.\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/ZhPKilc6qwY\r\n\r\nF\u00fcr Hochbegabte mit Schulproblemen, so die Vermutung, ist eine Unterforderung also belastender als f\u00fcr Hochbegabte, die in der Schule re\u00fcssieren. Sie reagieren rein physiologisch st\u00e4rker darauf, nehmen dies aber nicht bewusst wahr: Sie haben dann Stress, ohne den Stress zun\u00e4chst erleben oder gar benennen zu k\u00f6nnen. Erstreckt sich die Unterforderung \u00fcber mehrere Monate und l\u00e4nger, gelangen sie in einen belastenden Zustand, den die Lehrpersonen, Eltern oder Schulpsychologen h\u00e4ufig als \u00abLeidensdruck\u00bb bezeichnen. \u201eWenn die Hirnforschung herausfindet, wie dieser Leidensdruck entsteht, dann w\u00e4re dies eine grosse Hilfe f\u00fcr die Beratung\u00bb, sagt Caroline Benz vom Kinderspital und konkretisiert: \u00abKinder, die Probleme fr\u00fch wahrnehmen und ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, haben gr\u00f6ssere Chancen, dass ihre Bed\u00fcrfnisse von den Eltern und Lehrpersonen befriedigt werden.\u00bb\r\n\r\n&nbsp;\r\n<div class=\"textbox shaded\">[h5p id=\"7\"]<\/div>\r\n<div class=\"textbox textbox--examples\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Vertiefung<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\nLesen Sie den Artikel \"<a href=\"https:\/\/onlinekurse.hfh.ch\/customer\/files\/259\/neuro_jubi_gyseler.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das nervt! Hochbegabte im Stress<\/a>\" (4 Seiten). Welcher p\u00e4dagogisch-therapeutische Ansatz ist unter dem Gesichtspunkt dieser besonderen Gef\u00fchlslage hochbegabter Minderleister besonders interessant?\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>","rendered":"<h1>Viele Hochbegabte sind in der Schule unterfordert. Doch nur manche von ihnen reagieren darauf mit Problemen in der Schule. Ein Blick ins Gehirn zeigt, weshalb das so ist und was man dagegen tun kann.<\/h1>\n<p>Rund 15 Prozent der Hochbegabten erbringen Minderleistungen. Man vermutet, dass dies die Folge einer Unterforderung im Unterricht ist. Doch w\u00e4hrend die einen Hochbegabten zum Teil erhebliche Schulprobleme haben, k\u00f6nnen andere Hochbegabte gut mit Unterforderungen umgehen. Ob es daran liegt, dass die beiden Gruppen emotional unterschiedlich mit Unterforderungen umgehen, soll jetzt ein Blick ins Gehirn zeigen. Im Fokus steht dabei die Amygdala. Dieser Kern im Emotionszentrum des Gehirns, dem limbischen System, hat die Aufgabe, Informationen aus dem Alltag innert Millisekunden nach einem ganz einfachen Muster emotional einzuf\u00e4rben: angenehm oder unangenehm? Gef\u00e4hrlich oder ungef\u00e4hrlich? Bedeutsam oder nicht bedeutsam? Dabei ist die Amygdala vor allem bei negativen Emotionen aktiviert.<\/p>\n<p>Die Vermutung: Bei Hochbegabten mit Schulproblemen ist die Amygdala tendenziell st\u00e4rker aktiviert als bei erfolgreichen Hochbegabten. Ist diese Region aktiviert, so l\u00f6st sie eine Reaktion aus (s. Video; die ersten zwei Minuten reichen, um die Idee zu begreifen), weshalb in der Folge mit negativen Emotionen verbundene K\u00f6rperzust\u00e4nde wie Schwitzen oder flachere Atmung st\u00e4rker wahrgenommen werden. Die Amygdala signalisiert dann in gewisser Weise: Unangenehm! Gef\u00e4hrlich! Aufgepasst! Mit anderen Worten: Stress.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" id=\"oembed-1\" title=\"&quot;Alles Neuro - oder was?\u201c von Martin He\u00df (Teil 7) - Die Amygdala\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ZhPKilc6qwY?feature=oembed&#38;rel=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>F\u00fcr Hochbegabte mit Schulproblemen, so die Vermutung, ist eine Unterforderung also belastender als f\u00fcr Hochbegabte, die in der Schule re\u00fcssieren. Sie reagieren rein physiologisch st\u00e4rker darauf, nehmen dies aber nicht bewusst wahr: Sie haben dann Stress, ohne den Stress zun\u00e4chst erleben oder gar benennen zu k\u00f6nnen. Erstreckt sich die Unterforderung \u00fcber mehrere Monate und l\u00e4nger, gelangen sie in einen belastenden Zustand, den die Lehrpersonen, Eltern oder Schulpsychologen h\u00e4ufig als \u00abLeidensdruck\u00bb bezeichnen. \u201eWenn die Hirnforschung herausfindet, wie dieser Leidensdruck entsteht, dann w\u00e4re dies eine grosse Hilfe f\u00fcr die Beratung\u00bb, sagt Caroline Benz vom Kinderspital und konkretisiert: \u00abKinder, die Probleme fr\u00fch wahrnehmen und ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, haben gr\u00f6ssere Chancen, dass ihre Bed\u00fcrfnisse von den Eltern und Lehrpersonen befriedigt werden.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"textbox shaded\">\n<div id=\"h5p-7\">\n<div class=\"h5p-iframe-wrapper\"><iframe id=\"h5p-iframe-7\" class=\"h5p-iframe\" data-content-id=\"7\" style=\"height:1px\" src=\"about:blank\" frameBorder=\"0\" scrolling=\"no\" title=\"Amygdala\"><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox textbox--examples\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Vertiefung<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<p>Lesen Sie den Artikel &#8220;<a href=\"https:\/\/onlinekurse.hfh.ch\/customer\/files\/259\/neuro_jubi_gyseler.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das nervt! 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